Jesus Christus – Ein großes Geheimnis

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JESUS CHRISTUS – EIN GROSSES GEHEIMNIS

Über das Umschlagbild

Das Umschlagbild für diese Broschüre bezieht sich auf die biblische Aufzeichnung der bedeutenden Ereignisse, die zum Tode von Jesus Christus geführt haben, wie in Matthäus 27,29 festgehalten: „ … und (die Soldaten des Statthalters) flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm aufs Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Knie vor ihm und verspotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden König!“

Teil 1

HAT JESUS WIRKLICH GELEBT?

Gibt es irgendeinen geschichtlichen Beweis dafür, dass eine Person mit dem Namen Jesus Christus jemals gelebt hat? Obwohl hin und wieder von Atheisten und Agnostikern behauptet wird, dass die Person von Jesus eine Erfindung früherer Schriftgelehrter war, haben durch die Geschichte hinweg nur sehr wenige gebildete Menschen die Existenz von Christus angezweifelt. Es gibt mehr als 1.000 literarische Werke der frühen Kirchengeschichte, die die Existenz von Christus bestätigen, und viele davon wurden von Heiden oder Juden verfasst – Menschen, die seine Existenz zwar anerkannten, aber leugneten, dass er tatsächlich der Sohn Gottes war.

H.G. Wells schrieb in „Outline of History“: „ … eines muss gesagt werden: ‘Hier war ein Mann. Dieser Teil der Geschichte konnte nicht erfunden worden sein.’“ Will Durant, ein konfessionsloser Professor der Philosophie, verfasste ein umfassendes Werk über Christi Existenz und seine Auswirkung auf die Gesellschaft in „The Story of Civilization“. Die Britannica Encyclopädie bezieht sich auf Christus mehr als zwanzigtausendmal – öfter, als dass Sokrates, Aristoteles, Buddha, Napoleon, Konfuzius, Mohammed oder Shakespeare erwähnt werden. An einer Stelle heißt es: „Diese voneinander unabhängigen Erzählungen beweisen, dass im Altertum selbst Gegner des Christentums nie die tatsächliche Existenz von Jesus anzweifelten, die erstmals am Ende des 18., während des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts aus inadäquaten und inakzeptablen Gründen bestritten wurde.“

John Singleton Copley, ebenfalls bekannt als Lord Lyndhurst, einer der größten juristischen Denker der britischen Geschichte, kommentierte einmal über die Existenz Christi, seinen Tod und seine Auferstehung wie folgt: „Ich weiß ganz genau, was Beweise sind, und ich sage Ihnen: solch ein massiver Beweis wie der Beweis der Auferstehung konnte noch nie widerlegt werden.“ Auch Lord Darling, britischer Oberrichter, sagte einmal, dass „kein halbwegs vernünftiger Richter auf dieser Welt in der Lage wäre, ein Urteil gegen die Wahrhaftigkeit der Auferstehung Christi zu fällen.“

Es folgt eine kurze Übersicht vieler nicht-biblischer Quellen, die die historische Existenz von Jesus Christus bezeugen:

Die Huleatt-Fragmente wurden im Jahre 50 n. Chr. verfasst und beinhalten die Zitate von Matthäus 26,7-15, in denen auf Christi Einsalbung mit Öl Bezug genommen wurde.
Tatian, der Syrer, schrieb 170 n. Chr.: „Gott ist in der Gestalt eines Mannes geboren“ (Predigt an die Griechen 21).
Melito von Sardis schrieb um 177 n. Chr. über die Taufe von Christus und seine Wundertaten (Fragmente in Anastasius of Sinai’s The Guide 13).
Thallus, ein samaritischer Historiker, schrieb im Jahre 52 n. Chr. über die Finsternis, die bei der Kreuzigung Jesu Christi eintrat.
Mara Bar-Serapion schrieb 73 n. Chr. an seinen Sohn über den Tod von Sokrates, Pythagoras und Jesus.
Cornelius Tacitus zeichnete 112 oder 115 n. Chr. in seinen Annalen (15.14) auf, dass „Christus, der Urheber dieses Namens, von Pilatus, dem Statthalter von Judäa, unter der Herrschaft Tiberias’ hingerichtet worden war.“
Lucian von Samostasa (115-200 n. Chr.) bezeichnete Christus als den „Mann, der in Palästina gekreuzigt wurde, weil er eine neue Lebenshaltung in die Welt einführte.“
Phlegon schrieb in seinen „Chroniken“ in 140 n. Chr. über die „hellseherischen“ Fähigkeiten Christi, zukünftige Ereignisse vorauszusagen.
Außerdem finden wir in christlichen Werken, wie zum Beispiel bei Clement von Rom (30-101 n. Chr.), Ignatius (117 n. Chr. zu Tode gemartert), im Apostelbrief von Barnabas (zwischen 70 und 135 n. Chr. von einem Schreiber verfasst, der sich Barnabas nannte), und bei Justyn Martyr (100-165 n. Chr.) Aussagen über Christus und seine Anhänger.

Der jüdische Talmud beinhaltet mehrere Hinweise auf Jesus Christus. An einer Stelle heißt es: „Am Abend des Passa wurde Yeshu gehängt“ (Der babylonische Talmud, Ausgabe III, Sanhedrin 43a, S. 281). An anderer Stelle steht geschrieben: „Unsere Rabbiner lehrten: Yeshu hatte fünf Jünger: Mattai (d.h. Matthäus), Nakkai, Netzer, Buni und Yodah“ (aus Sanhedrin 43a). Andere Quellen berichten über Christen, die Jesus folgten (vgl. Aristides, Apology 16 (140 n. Chr.), Plinius der Jüngere (112 n. Chr.) und Suetonius (120 n. Chr.)).Überdies erwähnt der bedeutende jüdische Historiker Flavius Josephus Christus an mindestens zwei Stellen, und darüber hinaus Johannes den Täufer, Herodes, Jakobus, den Bruder von Jesus, und Ananias, den Hohenpriester. Ein unbestrittener Bezug auf „Jakobus, Bruder des Jesus, welcher Christus genannt wurde“, kann in Antiquities of the Jews (Buch 20, Kapitel 9, Absatz 1) gefunden werden. Ein etwas langer Hinweis auf Christus in Antiquities of the Jews, Buch 18, Kapitel 3, Absatz 3, wurde von einigen „Gelehrten“ als echt angezweifelt. Dort heißt es:

„In dieser Zeit erschien Jesus, ein weiser Mensch (wenn man überhaupt von einem Menschen sprechen darf, zumal er bewundernswerte Taten vollbrachte, ein Lehrer für diejenigen, die die Wahrheit mit Freude annahmen), und er bekehrte viele Juden (viele von ihnen auch griechischer Herkunft. Dieses war der Christus). Als Pilatus ihn aufgrund Denunzierungen derjenigen, die zuvor unter uns weilten, zum Tode am Kreuz verurteilte, verließen ihn diejenigen nicht, die ihn zuerst geliebt hatten (denn er erschien ihnen am dritten Tage wieder lebendig, was die heiligen Propheten vorhergesagt hatten, was aber dennoch Erstaunen bei der Bevölkerung hervorrief). Das Volk der Christen, nach ihm benannt, hat bis zum heutigen Tage nicht aufgehört zu existieren.“

Einige „Gelehrte“ betrachten diese Schriftstelle als zweifelhaft – oder als vollkommen unwahr. Andere wiederum halten sie für authentisch mit Ausnahme einiger gefälschter Ergänzungen. Dann gibt es Gelehrte, die die ganze Passage als ausnahmslos echt ansehen. Die Katholische Enzyklopädie verdeutlicht: „Die Hauptargumente für die Echtheit der Josephus-Passage setzen sich wie folgt zusammen: … alle Gesetzesbücher und Manuskripte, aus der Arbeit des Josephus stammend, beinhalten den kritisch hinterfragten Text; um den Text in Frage zu stellen, müssen wir annehmen, dass Christen alle Kopien von Josephus besaßen und auf den gleichen Wortlaut abgeändert haben … Eusebius …, Sozomen …, Isidor von Pelusium …, St. Jerome …, Ambrosius, Cassiodorus usw. hatten keinen Zweifel an der Echtheit der Schriften des Josephus.“

Die Katholische Enzyklopädie berichtet weiter über andere jüdische Autoren (Quellen aus Platzgründen weggelassen): „Der historische Charakter von Jesus Christus wird sogar vom feindlich gesinnten Lager der jüdischen Literatur der späteren Jahrhunderte bestätigt. Seine Geburt wird einer unerlaubten…, oder sogar unehelichen Beziehung seiner Eltern zugeschrieben … Die späteren jüdischen Schriften zeigen Spuren von Übereinstimmungen mit dem Mord an ‚unschuldigen Heiligen‘ …, mit der Flucht nach Ägypten …, mit dem Aufenthalt Christi im Tempel im Alter von 12 Jahren …, mit der Berufung der Jünger …, mit seinen Wundern …, ‚Schabbath’, … mit seinem Anspruch, Gott zu sein …, mit seinem Verrat durch Judas und mit seinem Tod … Celsus … versucht, Zweifel an der Auferstehung zu verbreiten, während Toldoth … die erfundene jüdische Geschichte wiederholt, die Leiche Jesu sei von der Grabstätte gestohlen worden.“

Die Beweise der Existenz Christi werden natürlich unbestreitbar und unanfechtbar in Anbetracht und unter Hinzuziehung der biblischen Aufzeichnungen. Einige Gelehrte der „Historical Jesus“-Bewegung halten an dem Glauben fest, dass das Evangelium erdichtet oder schwerwiegend verzerrt sei und sich die Geschichten von Jesus im späten ersten oder frühen zweiten Jahrhundert entwickelten. Diese Theorie stützt sich jedoch nicht auf Beweise.

Autoren des Neuen Testamentes behaupten immer wieder, Augenzeugen der Geschehnisse gewesen zu sein. Ein Beispiel ist Paulus, ein Apostel von Jesus Christus, der während seiner Verfolgung durch Nero im Jahre 64 n. Chr. starb. Paulus war noch am Leben, als die Apostelgeschichte abgeschlossen wurde, so muss diese also irgendwann vor 64 n. Chr. geschrieben worden sein. Da die Apostelgeschichte eine Fortführung des Evangeliums von Lukas war, könnte dieses Evangelium sogar noch früher verfasst worden sein. Alle Gelehrten, einschließlich jene der ‚Historical Jesus’-Bewegung, geben zu, dass das Evangelium von Markus vor dem von Lukas datiert. Dies unterstützt auch die Schriften von Markus, die in den 50er-Jahren n. Chr. verfasst wurden, also nur etwa zwei Jahrzehnte nach der Kreuzigung Jesu. Zusätzlich schrieb Paulus an die Römer Mitte der 50iger-Jahre n. Chr. Im Römerbrief erklärt Paulus, dass Jesus der von den Toten auferstandene Sohn Gottes ist. Der Brief an die Galater ist ein anderer unumstrittener Brief von Paulus, der auch in den Mittfünfzigern verfasst wurde. Paulus beschreibt in Galater 1,18 und 2,1 seine Beziehung mit Petrus und Jakobus, zwei der Hauptjünger Jesu. Diese Beziehung entwickelte sich mindestens 14 Jahre vor der Abfassung des Galaterbriefes. In 1. Korinther 15,3-8, schließlich verkündet Paulus, dass Jesus für unsere Sünden starb, begraben wurde und wieder am dritten Tage von den Toten auferweckt wurde. Gelehrte benutzen die historischen Aufzeichnungen von Paulus und seine frühen Reisen nach Damaskus und Jerusalem, um das sogenannte „Glaubensbekenntnis“ auf ungefähr 35 n. Chr. zu datieren, nur 3 bis 5 Jahre nach dem Tod von Jesus Christus.

Weiter ist Paulus’ Aussage über die Auferstehung Christi und seine Erscheinung vor seinen Jüngern auch insofern wichtig, weil Paulus auf über 500 Augenzeugen verweist, die den auferstandenen Jesus sahen, „von denen die meisten noch heute leben“ (1. Korinther 15,6). Mit anderen Worten, Paulus benannte für diese bedeutenden Ereignisse Zeugen, die noch am Leben waren, als er den Brief schrieb. Paulus berichtete über die Erlebnisse und führte Zeugen an, so dass man Pauli Aussagen durch Befragung von Zeugen überprüfen konnte. Oder sollten wir annehmen, dass alle Augenzeugen gelogen haben, einschließlich Paulus, der das Christentum ursprünglich VERFOLGT hatte?

Wie die Katholische Enzyklopädie anführt, können „die vier großen Apostelbriefe von Paulus (Römer, Galater, 1. und 2 Korintherbrief) von jenen, die das Leben Christi studieren, kaum überbewertet werden; sie wurden einmal das ‚fünfte Evangelium’ genannt, dessen Echtheit nie durch ernsthafte Kritiken angezweifelt werden konnte … es enthält die Aussage eines hoch intellektuellen und kultivierten Autors, welcher der größte Widersacher Jesu war und innerhalb von 25 Jahren über die relevanten Ereignisse schrieb.“

In Anbetracht der überwältigenden und unanfechtbaren Beweise ist es nicht weniger als „vorsätzlich-absichtliche“ Ignoranz, die einen Menschen dazu bringen könnte zu glauben, dass Jesus Christus nie gelebt hat!

Teil 2

WER WAR JESUS?

Obwohl historische Aufzeichnungen eindeutig belegen, dass eine Person mit dem Namen Jesus Christus gelebt hat, verbleibt die Frage, wer dieser Mann denn nun gewesen ist. Dieses Thema wurde von vielen grobfahrlässig missverstanden, einschließlich des orthodoxen Christentums! Das RICHTIGE Verständnis dieser Thematik ist traurigerweise vielfach nicht vorhanden, sogar in einigen, wenn nicht vielen, der den Sabbat haltenden Organisationen der Kirche Gottes. Wir wagen zu sagen, dass dieses Thema – mehr als jedes andere – vielleicht das THEMA MIT DEN MEISTEN IRRTÜMLICHEN ÜBERZEUGUNGEN IST! Jedoch ist es grundlegend wichtig, dass wir die Wahrheit in dieser Angelegenheit verstehen; ansonsten sind wir in Gefahr, das Opfer Jesu Christi zu VERLEUGNEN! Während das orthodoxe Christentum wie auch die gesamte Welt sich in totaler Ignoranz befinden, was dieses lebenswichtige Thema anbetrifft, sind einige der den Sabbat haltenden Gemeinden Gottes gefährlich nahe daran, Christus und sein Opfer abzuweisen, ohne dies überhaupt zu bemerken, weil sie es nicht vollständig verstehen und zu würdigen wissen, wer Jesus war, als er hier auf Erden als ein menschliches Wesen lebte!

Einige haben ihre eigenen Vorstellungen zu diesem Thema entwickelt, und sie weigern sich, sich zu ändern; sogar die einfachen Lehren der Bibel werden zurückgewiesen. Andere benutzen eine Terminologie, die nicht biblisch ist, und dabei gehen sie in die Falle und akzeptieren Konzepte, die von dem orthodoxen Christentum gelehrt werden, die die Themen mehr vernebeln, als sie klar und eindeutig zu erklären.

Einige sind zurückgekehrt zum jüdischen Gedankengut und haben einen vollständig monotheistischen Gesichtspunkt angenommen. Sie glauben nur an die Existenz eines göttlichen Wesens vor Jesu Geburt, und sie haben hiermit das Opfer Jesu Christi verworfen.

Was ist dann die biblische Lehre darüber, wer Jesus Christus war, als er hier auf Erden lebte?

Um dies vollständig zu verstehen, was für viele ein Geheimnis oder Mysterium ist, müssen wir zuerst kurz darauf eingehen, wer oder was Jesus war, bevor er auf diese Erde kam. Die biblischen Aufzeichnungen zeigen uns sehr klar und eindeutig, wer Christus war, bevor er von der Jungfrau Maria geboren wurde, und alle, die etwas anderes lehren, lehren etwas FALSCHES. Sie sind in der Tat VERFÜHRT!

CHRISTUS WAR GOTT, BEVOR ER AUF DIESE ERDE KAM!

Christus war Gott vor seiner Geburt als Mensch! Diese hochwichtige Aussage wird in der Bibel an vielen Stellen unterstützt. Paulus erklärt in 1. Timotheus 3,16: „Und groß ist, wie jedermann bekennen muß, das Geheimnis des Glaubens: Er (GOTT) ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.“

WIE genau hat sich „Gott“ im Fleisch manifestiert? Einige behaupten, dass Gott nur ein Wesen ist, und dass er einige seiner Gedanken irgendwie in den Verstand eines menschlichen Wesens namens Jesus eingegeben hat. Aber das ist falsch. Jesus existierte tatsächlich als ein göttliches Wesen – ein zweites, individuelles göttliches Wesen neben Gott, dem Vater –, bevor er als Mensch geboren wurde. Die Bibel bestätigt dieses ausdrücklich.

Philipper 2,5-7 lautet: „Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht (besser: Habt die Gesinnung, die Jesus Christus hatte): Er, der in GÖTTLICHER Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, WARD DEN MENSCHEN GLEICH und der Erscheinung nach ALS MENSCH ERKANNT.“

In Johannes 1,1-3, lesen wir: „Im Anfang war das WORT (beachten Sie, dass Christus hier als das „Wort Gottes“ identifiziert wird, wie zum Beispiel auch in Offenbarung 19,13), und das Wort war bei Gott, UND GOTT WAR DAS WORT (besser: und das Wort war Gott, vgl. Elberfelder Bibel). Dasselbe war im Anfang bei Gott (das bedeutet, es gab zwei göttliche Wesen – Christus, das „Wort Gottes“, und Gott den VATER). Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht (das Wort, Jesus Christus, vgl. Kolosser 1,16; Hebräer 1,1-2), und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“

Diese Passagen sind klar und sprechen für sich selbst. Es sei denn, dass jemand diese Schriftstellen betrügerisch verdrehen, ändern und pervertieren möchte, so ist und bleibt das biblische Zeugnis unmissverständlich: Jesus Christus war GOTT, bevor er auf diese Erde kam! Für weitere Erläuterungen und biblische Beweise lesen Sie bitte unsere Broschüre „Gott ist eine Familie.“

Christus lebte als ein menschliches Wesen, und er war vor seiner menschlichen Geburt ein göttliches Wesen. Wo ist Christus jetzt? Was für ein Wesen ist er? Und was tut er heute?

CHRISTUS IST GOTT!

Wieder ist die Bibel äußerst klar darüber, dass Christus Gott IST! Einen unleugbaren Beweis finden wir in Titus 2,11-14: „Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des GROSSEN GOTTES UND UNSERES HEILANDES JESUS CHRISTUS (besser: unseres grossen Gottes und Heilandes Jesus Christus; vgl. die Elberfelder Bibel; das Wort „unseres“ in Luthers Wiedergabe—„unseres Heilandes“—steht so nicht im Griechischen), der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.“

Jesus Christus, der ein göttliches Wesen war (der „Sohn Gottes“), bevor er als Mensch geboren wurde, ist heute wieder ein göttliches Wesen und fungiert als unser Hoherpriester. Er sitzt neben Gott, dem Vater, im Himmel und tritt für uns ein, so dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden können zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben (Hebräer 1,3; 4,14-16; 5,5-10; 7,8.24; 9,11.24-28; 10,12.19-22).

Aber lassen Sie uns nun etwas in der Zeit zurückgehen und eines der wichtigsten Mysterien über Jesus Christus im Detail untersuchen.

WER WAR JESUS, ALS ER HIER AUF ERDEN WAR?

Die Frage, wer Jesus war, als er hier auf Erden lebte, löst eine Vielzahl von Reaktionen, Vorschlägen und Interpretationen aus. Einige sagen, dass er „Gott und Mensch“ war; dass er „wahrhaftig Gott und wahrhaftig Mensch“ war; dass er „vollkommen Gott und vollkommen Mensch“ war; dass er „nur und vollständig Gott, und nicht Mensch“ war; dass er „vollständig Mensch, und nicht Gott“ war; und, dass er „vollständig Mensch, aber noch immer Gott in gewisser Beziehung“ war.

Sind irgendwelche dieser Konzepte richtig? Wie können wir die Wahrheit herausfinden? Wieder müssen wir uns Gottes geschriebenes Wort ansehen, um die Wahrheit zu finden. Aber bevor wir dies tun, lassen Sie uns untersuchen, was für Auswirkungen die vorgenannten Konzepte auf Menschen gehabt haben.

Diejenigen, die behaupten, dass Christus „vollkommen Gott und vollkommen Mensch“ war, haben zuallererst einen Widerspruch geschaffen. Wenn man etwas vollkommen ist, kann man nicht vollkommen etwas anderes sein; besonders, wenn diese beiden Konzepte miteinander unvereinbar sind. Wenn wir sagen, Christus war „vollkommen Gott“, dann kann er nicht auch „vollkommen Mensch“ gewesen sein. Im gleichen Sinne gilt auch, wenn etwas vollkommen Tier ist, dann kann es nicht auch vollkommen Mensch sein (eine wissenschaftliche Tatsache, die wahr ist, trotz der vielen irrigen Ideen eines satanischen Evolutionskonzeptes, wonach der Mensch der letzte evolutionäre Abschnitt innerhalb einer tierischen Welt sein soll. Für weitere Informationen lesen Sie bitte unsere kostenlose Broschüre „Die Theorie der Evolution – ein Märchen für Erwachsene?“) Ein Pferd kann nicht vollständig Pferd und vollständig Katze sein. Eine Blume kann nicht vollständig Blume und vollständig Vogel sein. Zu denken, dass Christus vollkommen Gott war und gleichzeitig vollkommen Mensch, ist genauso irrsinnig und lächerlich wie die zuvor genannten Beispiele! Die Erwiderung, dass dies ein Mysterium ist, das nicht verstanden werden kann, ist biblisch gesehen unhaltbar, da die Bibel Gottes Wort in gedruckter Form ist, und Gott seinen Jüngern OFFENBART HAT, wer und was Christus war, als er hier auf Erden lebte, und dies aus einem guten Grunde! Ohne ein Verständnis über das Geheimnis von Christus könnten wir sein Opfer nicht annehmen, unsere Sünden würden nicht vergeben werden, und wir hätten keine Hoffnung auf unsere zukünftige Auferstehung!

Die Bibel ist klar darüber, dass sich Menschlichkeit und Unsterblichkeit gegenseitig ausschließen – sie sind voneinander getrennt. Paulus sagte, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können (1. Korinther 15,50). Die Bibel lehrt uns, dass es das Potenzial eines Menschen ist, ein Mitglied der Gottfamilie zu werden (diese wichtige Wahrheit wird mehr im Detail in unserer kostenlosen Broschüre „Das Evangelium vom Reich Gottes“ erklärt.) Dies bedeutet, dass der Mensch in Geist verwandelt werden muss (1. Korinther 15,51-52.42-49), um die Unsterblichkeit zu erhalten und ins Reich Gottes zu gelangen. Wir lesen, dass Gott nicht lügen kann (4. Mose 23,19). Es ist unmöglich für Gott zu SÜNDIGEN! Er kann sogar noch nicht einmal zur Sünde versucht werden (Jakobus 1,13). Und, was das Wichtigste ist, es ist unmöglich für Gott zu STERBEN (vgl. 1. Timotheus 6,16; siehe ebenfalls Lukas 20,35-36). Aber wir lesen, Christus ist „ … der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit …“ (Offenbarung 1,18). Aber als ein menschliches Wesen starb er, und wurde dann von den TOTEN wieder auferweckt (1. Korinther 15,12-13.16.20).

Wenn Christus also vollkommen Gott gewesen ist, als er hier auf Erden war, so hätte er gar nicht sterben können; aber dann hätte er auch nicht unser Opferlamm sein können. Wenn Christus vollkommen Gott gewesen wäre, während er hier auf Erden war, hätte er die Sünde nicht im Fleisch überwinden können (vgl. Römer 8,3). Und wieder hätte er nicht das perfekte Opfer für uns sein können.

Einige sagen, dass Christus nicht gestorben ist. Sie benutzen das Argument, dass er vollkommen Gott gewesen ist und sich irgendwie mit einem „menschlichen Mäntelchen bedeckt“ hätte, wie ein Stück Kleidung, und deshalb nicht gestorben ist. Sie begründen dies damit, dass, während Jesus – die irdische Hülle – starb, der wahre Sohn Gottes – Christus – weiter lebte und vielleicht sogar direkt neben ihm gestanden habe. Das orthodoxe Christentum lehrt tatsächlich das falsche Konzept, dass der Sohn Gottes niemals starb. (Sie sagen, Gott sei eine Dreieinigkeit—„Vater, Sohn und Heiliger Geist“—und kann nur so, als Dreieinigkeit, existieren. Von daher kann der Sohn—Jesus Christus—nicht gestorben sein.) Aber damit weisen sie das Opfer Jesu Christi, des Sohnes Gottes, zurück. Sie sagen, dass, da Christus vollständig Gott war, er auch die Sünde nicht wirklich überwunden hat, da es für ihn unmöglich war, zu sündigen. Weiter argumentieren sie, dass Satan dachte, er könnte Christus zur Sünde verführen, aber Christus, als Gott, konnte nicht zur Sünde verführt werden, da Gott nicht zur Sünde verführt werden kann. Deshalb habe Christus auch gar nicht wirklich gegen die Sünde angekämpft, so die Argumente, da es unmöglich für ihn war, zu sündigen.

Traurigerweise sind einige dieser Gedanken über die Zeit hinweg von Splittergruppen der wahren Kirche Gottes begeistert angenommen worden, aber ALLE diese Konzepte sind unbiblisch und gefährlich FALSCH! Lassen Sie uns all diese falschen Konzepte beiseite schieben und uns der Bibel zuwenden, dem inspirierten Wort Gottes, um die Wahrheit herauszufinden.

JESUS CHRISTUS KAM IM FLEISCH

Gott offenbart klar und deutlich, wer und was Christus war, als er hier auf der Erde lebte, und er sagt auch, dass die Menschen durch den „Geist des Antichristen“ verführt sein werden, wenn sie diese klare biblische Offenbarung nicht annehmen. 1. Johannes 2,22-23, warnt uns: „Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.“

Was genau ist der „Geist des Antichristen“? Uns ist gesagt worden, dass, wenn jemand dem „Geist des Antichristen“ folgt, er Jesus Christus damit verleugnet. Aber auf welch gezielte Weise verleugnet der „Geist des Antichristen“ Jesus Christus? 1. Johannes 4,2 sagt uns dazu: „Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus IN DAS FLEISCH GEKOMMEN IST, der ist von Gott.“

Der „Geist des Antichristen“ leugnet, dass Jesus Christus tatsächlich IM FLEISCH ZUR ERDE GEKOMMEN IST. Aber wie genau kam Christus im Fleisch? Hat er sich mit einem „fleischähnlichen Mäntelchen“ bedeckt? Oder ist er durch Manifestierung oder Materialisierung als ein menschliches Wesen „erschienen“, wie die Engel das tun können (vgl. Hebräer 13,2)? Hat sich Christus nur als menschliches Wesen „manifestiert“, ohne tatsächlich ein Mensch zu WERDEN? Wir wissen, dass Christus – bevor er von der Jungfrau Maria geboren wurde – den Vorfahren, wie Abraham, erschienen war und dort wie ein menschliches Wesen aussah, ohne tatsächlich ein Mensch zu sein (Johannes 8,54-58). Ist das die Art und Weise, in der Jesus „im Fleisch“ zu uns kam, worauf sich 1. Johannes 4,2 bezieht?

Eine nähere Untersuchung der biblischen Erklärungen zeigt deutlich, WIE Christus „im Fleisch kam“. 1. Johannes 4,14 weist auf folgendes hin: „Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt.“ Christus kam im Fleisch, um der HEILAND der Menschheit zu sein. Das bedeutet, dass, was immer er tat, während er im Fleisch war, zur letztendlichen Rettung der Menschen geführt hat. Wie wir noch sehen werden: Als Christus im Fleisch kam – als er als ein menschliches Wesen lebte – MUSSTE ER DIE SÜNDE ÜBERWINDEN. Er musste DIE SÜNDE IM FLEISCH ÜBERWINDEN!

Lesen Sie 2. Johannes 7: „Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist.“ Die New King James Bibel übersetzt korrekt, dass der Geist des Antichristen Christus als im Fleisch „kommend“ verneint. Die Elberfelder Bibel schreibt in der Anmerkung, dass es im Griechischen heisst: „im Fleisch kommend.“ Die Menge Bibel sagt, dass viele Irrlehrer „Jesus Christus nicht als den im Fleisch erscheinenden (Messias) bekennen.“

Christus ist nicht nur in der Vergangenheit im Fleisch gekommen, sondern auch HEUTE kommt er immer noch im Fleisch! Damit ist gemeint, dass Christus heute IN seinen Jüngern lebt, die Fleisch und Blut sind (vgl. Galater 2,20). Auf diese Weise gibt er seinen Jüngern Kraft, die Sünde zu überwinden, während sie noch im Fleisch sind.

Sehen Sie die Parallele? Christus kam im Fleisch – geboren als ein menschliches Wesen –, um die Sünde im Fleisch zu überwinden. Er war dazu in der Lage, aber nur durch die Kraft des heiligen Geistes Gottes, der in ihm war. Heute haben auch bekehrte wahre Christen, die im Fleisch sind, dieselbe Kraft zur Verfügung, um die Sünde zu überwinden – die Kraft des heiligen Geistes in ihnen—die Kraft Gottes, des Vaters, UND Jesu Christi, des Sohnes.

JESUS CHRISTUS WAR VOLLKOMMEN MENSCH

Wie genau kam Christus im Fleisch zu uns? War er zu jener Zeit „vollkommen Gott und vollkommen Mensch“? War er „vollkommen Gott“? Oder war er „vollständig Mensch“?

Lesen Sie dazu die klare Offenbarung über dieses Geheimnis in Johannes 1, 14: „Und das Wort (das „Wort“ bezieht sich auf Jesus Christus, der zu Beginn Gott war und mit Gott dem Vater war, Johannes 1,1-2) WARD Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

Haben Sie diese überaus wichtige und informative Aussage wirklich begriffen? Bitte lesen Sie sie noch einmal! Sind Sie willens zu GLAUBEN, was Gott hier sagt, ohne irgendein Argument dagegen aufzubringen zu wollen? Sind Sie willens, Ihre zuvor gebildeten Ansichten und Ideen über Christi „Kommen im Fleisch“ aufzugeben, und diese mit der Wahrheit, wie von Gott selbst in der Bibel offenbart, zu ersetzen?

Gott sagt uns klar und deutlich, dass das Wort – Jesus Christus –, der vor seiner menschlichen Geburt Gott war, Fleisch WURDE. Christus kam im Fleisch, indem er zu Fleisch WURDE. Das bedeutet, dass er durch und durch Fleisch und Blut war, wie Sie und ich es sind! Das ist äußerst WICHTIG für Sie zu verstehen! Als Christus Fleisch WURDE, war er nicht mehr länger ein Geistwesen. Er war nicht mehr länger vollkommen Gott, denn er wurde vollkommen Mensch!

Denken Sie einen Moment über das Wort „werden“ nach. Wenn ein armer Mensch reich wird, ist er nicht mehr länger arm. Wenn jemand krank wird, ist er zu diesem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr länger gesund. Wenn eine Frau schwanger wird, ist sie zu diesem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr länger unfruchtbar. Ebenso war das Wort, das zu Fleisch wurde, nicht mehr länger ein Geistwesen. Es war nicht mehr länger ein unsterbliches Gottwesen.

Wie ist die Schwangerschaft Marias mit Jesus zustande gekommen? Wir lesen, dass der heilige Geist Gottes, des Vaters, über sie kam – dass die Kraft Gottes sie überschattete (Lukas 1,35). Diese Schriftstelle lässt uns wissen, dass durch den heiligen Geist Gottes, des Vaters, das allmächtige Geistwesen Jesus Christus in ein winziges physisches menschliches Sperma verwandelt wurde, welches das Ei in Marias Unterleib befruchtete, und sie auf diese Weise schwanger wurde. Der Fötus in Marias Unterleib wuchs heran, wie jeder andere menschliche Fötus auch. Jesus wurde als ein kleines Baby geboren, wie jedes andere menschliche Baby auch. Er war vollkommen Fleisch, wie auch Sie und ich vollkommen Fleisch sind.

Jedes menschliche Wesen, ob weiblich oder männlich, beherbergt den menschlichen Geist in sich und, wenn bekehrt, erhalten wir ebenfalls den Geist Gottes, der dann in uns wohnt (Römer 8,12-16; 1. Korinther 2,9-12). Dasselbe galt auch für Jesus Christus. Er hatte den menschlichen Geist seit seiner Zeugung, weil er vollkommen Mensch war. Aber zusätzlich wohnte auch Gottes heiliger Geist mit Christi Zeugung in ihm, und dies grenzenlos und ohne Maß oder Beschränkung, weshalb er auch in der Lage war, die Sünde im Fleisch zu überwinden.

Wir lesen in Johannes 3,34, dass Gott der Vater Christus den Geist ohne Maß gegeben hat: „Denn der, den Gott gesandt hat, redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist ohne Maß.“ Die alte King James Bible schreibt: „… denn Gott gibt IHM den Geist ohne Maß.“ Einige meinen, dass sich das Wort „ihm“ – bezogen auf Christus – nicht im Originaltext befindet. Doch Johannes sprach klar und deutlich über Christus im Hinblick auf den, den Gott der Vater gesandt hatte, um das Wort Gottes zu predigen. Was uns anbetrifft, ERHALTEN wir den heiligen Geist „in Maßen“, das heißt, in begrenztem Umfang (vgl. 2. Korinther 1,22: „ … (Gott der Vater hat) in unsere Herzen als Unterpfand den Geist gegeben…“) Wenn wir getauft werden, erhalten wir nicht umgehend all die Fülle von Gottes Geist. Stattdessen müssen wir HINWACHSEN zur vollkommenen Fülle Gottes. Christus jedoch besaß in vollem Umfange Gottes heiligen Geist, der ein Geist der KRAFT ist—aber keine Person! Das ist der Grund, WARUM Christus in der Lage war, all die großartigen Wunder zu vollbringen, die er tat.

Lesen Sie bitte Apostelgeschichte 10,36-38: „Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alle. Ihr wisst, was in ganz Judäa geschehen ist, angefangen von Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, DENN GOTT WAR MIT IHM.“

Christus sagte über sich selbst – ein Hinweis auf seine eigene Menschlichkeit –, dass er nichts von sich aus tun konnte, und dass der Vater, durch seinen heiligen Geist, Christus die Macht und die Kraft gab zu tun, was dieser als ein menschliches Wesen zu tun in der Lage war (Johannes 5,30).

Einige behaupten, Christus war vollständig Gott, als er hier auf Erden lebte, da es angeblich geschrieben steht, dass die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig in ihm wohnte. Sie nehmen Bezug auf Kolosser 2,9-10, um ihre Behauptung zu stützen. Diese Schriftstelle sagt jedoch nicht das aus, was behauptet wird. Wir lesen: „Denn in ihm
wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Menge schreibt: in leiblicher Gestalt), und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.“

Zunächst spricht diese Schriftstelle über die Gegenwart – nicht unbedingt über die Vergangenheit. Sie sagt aus, dass die Fülle der Gottheit leibhaftig in ihm „wohnt“, nicht „wohnte“. Heute wohnt die Fülle der Gottheit in Christus, weil Christus Gott ist. Einige behaupten, dass sich dies nicht auf den heutigen Christus bezieht, da ein Geistwesen keinen Leib oder „Körper“ hat. Diese Erwiderung ist unzutreffend, da die Bibel eindeutig lehrt, dass Geistwesen einen geistlichen Leib oder Körper besitzen; sprich, ihr Körper oder Leib besteht aus Geist (vgl. 1. Korinther 15,44). Wenn wir die o.a. Schriftstelle auf Christus beziehen, als er hier auf Erden und im Fleisch war, würde sie ebenfalls zutreffend sein, und zwar in diesem Sinne: Gottes Geist wohnte uneingeschränkt in Christus. Deshalb wohnte die Fülle Gottes durch seinen heiligen Geist in Christus, als er im Fleisch war.

Schauen wir uns das Wort „leibhaftig“ näher an. Das griechische Wort ist „somatikos“. Dieses Wort wird von dem griechischen Wort „soma“ hergeleitet, was „Körper“ oder „Leib“ bedeutet. Es bezieht sich viele Male auf die Gemeinde oder Kirche, den LEIB Christi (vgl. Kolosser 1,18.24; 2,19). Christus ist heute das Haupt der Kirche. Seine Fülle wohnt in seinem Leib, der Kirche. Beachten Sie die Analogie in Kolosser 2,10 („… und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.“) Weil Christi Fülle in seinem Leib wohnt—der Kirche—haben wir Anteil an seiner Fülle. Das bedeutet nicht, dass wir schon vollkommen sind, oder dass die Fülle Gottes schon in einem jeden von uns wohnt. Aber es zeigt, dass uns die Vollkommenheit Christi zur Verfügung steht. Wir werden in Kürze hierauf zurückkommen.

Lesen wir weiter in Kolosser 1,19: „Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte…“

Diese Aussage könnte sich auf Christus heute beziehen, auf seinen Status als Gottwesen, und sie könnte sich auf die Fülle von Gottes Geist beziehen, der in Christus wohnte, als er hier auf Erden als ein menschliches Wesen lebte. Beachten Sie, dass diese Schriftstelle NICHT aussagt, dass Christus vollkommen Gott gewesen ist, als er hier auf Erden war. Vielmehr sollte die Fülle Gottes (des Vaters) IN ihm sein, in derselben Weise, wie die Fülle Gottes letztendlich in UNS leben soll. Lesen Sie bitte Epheser 3,19: „ … (ihr sollt) auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.“

Diese Gottesfülle soll ebenfalls in UNS wohnen. Sie steht uns schon durch den heiligen Geist in uns zur Verfügung, aber aufgrund unserer menschlichen Beschränkungen sind wir nicht in der Lage, die FÜLLE von Gottes heiligem Geist richtig zu nutzen. Stattdessen wird uns gesagt, dass wir in dem Wissen um Christus WACHSEN müssen, „ … bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi…“ (Epheser 4,13). Oder aber, wie die New Jerusalem Bible diese Schriftstelle übersetzt, müssen wir „vollkommen reif werden, mit der Fülle von Christus selbst.“

Wir müssen vollkommen werden, wie Gott vollkommen ist (Matthäus 5,48). Wir müssen in der Gabe des heiligen Geistes wachsen. Wir erhalten mehr und mehr von Gottes heiligem Geist, und letztendlich kann die Fülle von Gott auch in uns wohnen, so dass wir zum Zeitpunkt unserer Auferstehung in ein Gottwesen verwandelt werden. Dann werden wir vollkommen Gott sein, wie Jesus Christus heute schon vollkommen Gott ist. Aber bis dahin sind wir noch nicht vollkommen Gott, wie auch Christus, als er auf Erden lebte, vor seiner Auferstehung nicht vollkommen Gott war.

Beachten Sie Epheser 1,22-23: „Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.“ Hier könnte sich die „Fülle“ auf Gott den Vater beziehen, der in Christus wohnte, aber sie könnte sich ebenfalls auf Gottes Fülle beziehen, die in Christi Leib, der Kirche, wohnt, womit wiederum betont wird, dass die Kirche geistlich wachsen muss, um vollkommen zu werden, um „zum vollen Maß der FÜLLE Christi“ zu gelangen.

Es ist interessant, wie die Philips-Übersetzung Epheser 1,23 wiedergibt: „ … und in diesem Leib lebt völlig der Eine, der das ganze Universum füllt.“

Wie auch immer wir die Schriftstellen betrachten, die mit der Fülle von Gott in Christus und der Fülle Christi in uns zu tun haben, keine dieser Passagen sagt aus, dass Christus vollkommen Gott gewesen ist, als er hier auf Erden im Fleisch war. Sie widersprechen nicht der Wahrheit, dass Christus vollkommen Mensch war, wie Sie und ich heute vollkommen menschlich sind, obwohl Gottes Geist in uns wohnt, wenn wir bekehrte Christen sind. Christus sagte uns sogar, dass wir mit Hilfe von Gottes heiligem Geist in der Lage sein werden, noch größere Werke und Wunder zu vollbringen, als er sie tat (Johannes 14,12).

Wir lesen, dass Jesus sagte, er könnte nichts von sich aus tun (Johannes 5,19, 30). Als er sich im Garten von Gethsemane befand, betete er zu Gott dem Vater um Kraft, und Gott sandte einen Engel, um ihn zu stärken (Lukas 22,40-46; Matthäus 26,39-42). Er wusste, dass der Vater alles tun kann, und dass nichts für den Vater unmöglich ist.

JESUS CHRISTUS STARB EINES NATÜRLICHEN TODES

Es war für Christus absolut NOTWENDIG, VOLLKOMMEN MENSCH zu werden, weil er nur auf diesem Wege der Retter der Menschheit werden konnte. Lesen Sie dazu in 1. Korinther 15,21: „Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.“ Uns wird gesagt, „dass durch einen MENSCHEN die Auferstehung der Toten“ kam. Wir lesen, dass Christus TOT war. ER SELBST ist gestorben – die Person, die er war – der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist. Offenbarung 1,18 bestätigt, dass ER tot war, nicht nur ein Teil von ihm.

Philipper 2,8 fügt hinzu, dass er sich selbst „erniedrigte… und ward gehorsam bis zum TODE, ja zum Tode am Kreuz.“

Er starb den ersten Tod, einen physischen Tod. Er starb nicht den zweiten Tod, den endgültigen Tod, der in Offenbarung 2,11; 20,6.14; 21,8 erwähnt wird. Wenn er den zweiten Tod gestorben wäre, hätten wir wiederum keinen Heiland, und Gott, der Vater, hätte ihn nicht zum ewigen Leben auferweckt. Noch dürften wir irgendeine Hoffnung auf ein ewiges Leben in der Zukunft haben.

Römer 6,9 bestätigt, dass Christus den ersten Tod STARB: „ … und (wir) wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann HINFORT über ihn nicht herrschen.“ Wir sehen also, dass der Tod auch über ihn geherrscht hatte, als er hier im Fleisch auf Erden war. Er starb den ersten Tod.

Römer 14,9 fügt hinzu: „Denn dazu ist Christus GESTORBEN und WIEDER LEBENDIG geworden, dass er über Tote und Lebende
Herr sei.“ Diese Schriftstelle definiert den Tod und das Leben als Gegensätze: Christus starb, und als er wieder auferstand, lebte er wieder. Er LEBTE NICHT, während er tot war!

Die Schriftstellen in 1. Korinther 15,3-4.13.15-16.20 offenbaren, dass das orthodoxe Christentum hoffnungslos verwirrt ist, was die Themen über das Leben und den Tod anbetreffen. Wenn wir tot sind, leben wir nicht länger. Als Christus starb, WAR ER TOT. Paulus sagte in den zuvor genannten Schriftstellen: „Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift … Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden … Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden … Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ Gibt es keine Auferstehung von den Toten, dann ist Christus nicht von den Toten auferweckt worden. Das würde bedeuten, dass Christus noch immer tot wäre, und wiederum hätten wir keine Hoffnung auf eine zukünftige Auferstehung.

Einige lehren, dass sich Christus selbst vom Tode auferweckt hat, da, so sagen sie, Christus, der Sohn Gottes, niemals starb, sondern nur sein „menschliches Mäntelchen“. Sie behaupten fälschlicherweise, dass sich der vermeintlich unsterbliche Sohn Gottes – Christus – selbst hat auferstehen lassen. Sie lehren, dass Christus – der Sohn Gottes – den menschlich sterblichen Jesus auferweckte. Diese ENTSETZLICHE IRRLEHRE wird in der Bibel verdammt! Wir haben gerade die Wahrheit in dieser Angelegenheit gelesen – es war Gott, der VATER, der CHRISTUS von oder aus den Toten auferweckte.

Einige meinen, Johannes 2,18-22 ist ein vermeintlicher Beweis dafür, dass sich Christus selbst auferweckte. Aber diese Bibelstelle lehrt dies auf keinen Fall! Sie stellt fest: „Da fingen die Juden an und sprachen zu ihm: Was zeigst du uns für ein Zeichen, dass du dies tun darfst? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Als er nun auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger daran, dass er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesagt hatte.“

Christus prophezeite, dass er den Tempel seines Leibes innerhalb von drei Tagen wieder aufrichten würde. Wir wissen aus anderen Schriftstellen, dass Christus gestorben ist, und dass der Vater ihn zurück ins Leben holte. Die Bibel lehrt eindeutig, dass der Vater Christus auferweckte. (Vgl. Galater 1,1: „Paulus, ein Apostel nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den Toten …“.)

Wenn eine Person stirbt, kehrt sein Geist – der Geist im Menschen – zu Gott zurück, der ihn gegeben hat (vgl. 1. Korinther 2,11; Prediger 12,7; Lukas 23,46).

Zum Beispiel berichtet die Schrift über einen Fall, in dem Gott ein Mädchen von den Toten erweckte, und zwar kurz nachdem es verstorben war, denn sein Körper war noch nicht verwest. Gott brachte den Geist dieser Person in denselben Körper zurück (vgl. Lukas 8,51-55). Natürlich, wenn der Körper verwest ist, erschafft Gott einen neuen Körper – entweder aus Fleisch (Hesekiel 37,1-8) oder aus Geist (1. Korinther 15,35-49) –, in den er den menschlichen Geist dieser Person zurückgibt. Als Christus verstarb und kurze Zeit darauf als ein unsterbliches Geistwesen ins Leben zurückgebracht wurde, VERWANDELTE Gott Jesu physischen Körper (welcher noch nicht verwest war) in einen geistlich/geistigen Körper. Das ist der Grund, warum Christus nach seiner Auferstehung durch geschlossene Türen gehen konnte (Johannes 20,19), und das ist auch der Grund, warum er sich unsichtbar machen konnte, nachdem er sich in einem Körper, wenn auch in anderer Gestalt, materialisiert hatte (Markus 16,12; Lukas 24,13-16.31). Tatsächlich werden die verstorbenen Jünger Jesu bei seiner Wiederkehr zu unsterblichen Geistwesen auferweckt, und diejenigen wahren Christen, die zu jener Zeit noch am Leben sind, werden zu Geistwesen VERWANDELT werden (vgl. 1. Thessalonicher 4,16-17; 1. Korinther 15,51-52).

Nach drei Tagen und drei Nächten im Grab verwandelte Gott der Vater den physischen toten Körper Jesu in Geist und gab ihm seinen menschlichen Geist zurück, den er hatte, als er Mensch war, sowie Gottes heiligen Geist, der seit seiner Zeugung in ihm war. Christus wurde wieder zum Leben erweckt. Er stand auf, und zu DIESEM Zeitpunkt erfüllte er die Prophezeiung, die er den Juden gegeben hatte – dass er seinen Körper wieder „aufrichten“ würde. Mit anderen Worten, er lag am Boden, aber als er Leben von Gott dem Vater zurückerhielt, stand er vom Boden auf. Das Wort für „aufrichten“ (im Griechischen „egeiro“), wie in Johannes 2,19 erwähnt, ist oft gebraucht worden, um jemanden zu beschreiben, der einfach aufsteht. Es wurde ebenfalls in Markus 1,31; 9,27 und in Apostelgeschichte 3,7 sowie Jakobus 5,15 benutzt. In all diesen Fällen standen kranke Menschen von ihrem Krankenbett am Boden auf. Gott „hebt (sie) auf“ oder „richtet (sie) auf“, indem er ihnen die Macht oder Kraft gibt, zu stehen oder aufzustehen.

Wir sehen also, Johannes 2,18-22 lehrt nicht, dass sich Christus selbst von den Toten auferweckte. Im Gegenteil, es wird gelehrt, dass, nachdem Gott der Vater ihn von den Toten auferweckt hatte, Christus den Tempel seines ehemals physischen und nun geistigen Leibes aufrichtete, indem er aufstand.

Einige behaupten, dass Johannes 10,17-18 lehrt, dass Christus gar nicht wirklich gestorben ist, sondern dass er selbst seine „Auferstehung“ von den Toten bewirkte. Schauen wir uns diese Schriftstelle an: „Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich’s wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.“

Das griechische Wort für Macht ist „exousia“ und bedeutet „Privileg“ oder „Autorität“. Es ist nicht das Wort „dunamis“, das öfter benutzt und ebenfalls mit Macht übersetzt wird—eine Macht im Sinne von Möglichkeit oder Fähigkeit. Mit anderen Worten, Gott der Vater gab Christus das Privileg, für die Menschheit zu sterben. Christus gab sein Leben. Er sagte, dass es die Menschen nicht wirklich gegen seinen Willen von ihm genommen haben. Er kam, um bereitwillig für die Welt zu sterben.

Er sagte: „ … (ich) habe Macht (besser: das Privileg), es wiederzunehmen.“ Das griechische Wort für „nehmen“ ist „lambano“. Es kann auch „erhalten“ bedeuten (vgl. Young’s Analytical Concordance of the Bible). Zum Beispiel lesen wir in Matthäus 7,8, dass jedermann, der bittet, auch „erhalten“ oder „empfangen“ wird. Im Griechischen steht für das Wort „empfangen“ „lambano“. Die englische Authorized Version übersetzt Galater 2,6 wie folgt: „Gott akzeptiert nicht das Ansehen einer Person.“ Im Griechischen ist das Wort für „akzeptieren“ (oder „achten“ in der Lutherbibel) auch „lambano“. Mit anderen Worten, Christus nahm an – erhielt oder akzeptierte – was ihm gegeben wurde. Gott der Vater gab ihm ewiges Leben, und er erhielt es, nahm es an, akzeptierte es.

Jesus hat hier keineswegs gepredigt, dass er sich selbst vom Tode „auferwecken“ würde, indem er sich selbst das ewige Leben gab. Diese ganze Idee ist einfach absurd!

Wir haben also festgestellt, dass Christus gestorben war. Eine weitere Bestätigung kann in 2. Korinther 5,15 gefunden werden. Um in der Lage zu sein, eines physischen Todes zu sterben, musste er ein menschliches Wesen sein.

Hebräer 2,9 lehrt sehr eindeutig, dass Christus wie jeder andere Mensch gestorben ist. Tatsächlich MUSSTE er so sterben, um „ … für alle den Tod (zu) schmecken.“ Wir lesen: „Den aber, ‚der eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel‘, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes ‚gekrönt mit Preis und Ehre‘; denn durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod schmecken.“

Die Elberfelder Bibel schreibt in der Anmerkung, dass diese Stelle auch wie folgt lauten kann—und das ist in der Tat die richtige Wiedergabe: „Wir sehen aber Jesus, der wegen des Todesleidens ein wenig unter die Engel erniedrigt war…“

Christus wurde niedriger als die Engel gemacht; das heißt, dass er ein menschliches Wesen wurde, so dass er sterben konnte. Uns wird gesagt, dass er niedriger als die Engel gemacht wurde, UM den TOD zu erleiden. Als ein Geistwesen hätte er nicht sterben können. Er musste Mensch werden, um in der Lage zu sein zu STERBEN. Er musste den TOD für alle schmecken!

Es ist extrem wichtig, dieses Konzept vollständig zu begreifen und zu verstehen! Und es ist unbedingt notwendig, dass wir die Auswirkungen und Konsequenzen von Jesu Menschlichkeit korrekt verstehen. Wir haben zahlreiche Schriftstellen gelesen, die zeigen, dass Jesus Christus Fleisch wurde – dass er im Fleisch gekommen ist –, so dass er sterben konnte. Die einzige Art und Weise, in der Christus – der seit Ewigkeit GOTT gewesen ist – sterben konnte, war, dass er fleischlich wurde. Als er fleischlich wurde, war er vollkommen Mensch! Er war nicht mehr länger Gott, das allmächtige Geistwesen! Auf keinen Fall war er halb Gott/halb Mensch, wie dies in der griechisch-mythologischen Gestalt von Herkules dargestellt wird, ein Nachkomme des griechischen Gottes Zeus und einer menschlichen Mutter, große Kräfte besitzend, aber immer noch erdgebunden.

Als Christus Fleisch wurde, gab er all seine göttlichen Attribute und Kräfte auf. Einfach gesagt wurde er Mensch, um sterben zu können! Er war nicht mehr länger ein Geistwesen, er war nicht mehr länger Gott, wie wir uns Gott vorstellen, da Gott, ein Geistwesen, nicht sterben kann (vgl. Jesaja 57,15; 1. Timotheus 1,17).

CHRISTUS ÜBERWAND DIE SÜNDE IM FLEISCH

Wir haben diesen Punkt etwas eingehämmert: Ein Grund, weshalb Christus Mensch wurde, bestand darin, dass er eines physischen Todes sterben konnte. Allerdings gibt es noch einen weiteren Grund, warum er Mensch wurde. Christus wurde Fleisch, so dass er die Sünde im Fleisch überwinden konnte. Er musste beweisen, dass es für einen Menschen möglich ist, mit Hilfe von Gottes Geist, der in ihm wohnt, die Sünde zu besiegen! Tatsächlich BEFIEHLT uns Christus, die Sünde zu überwinden, so dass wir das Reich Gottes ererben können.

Wir lesen in Hebräer 2,14-18: „Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er’s gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten. Denn er nimmt sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an. Daher musste er in allem seinen Brüdern gleich werden … Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.“

Christus wurde in allen Bereichen, wie wir, in Versuchung geführt, aber er blieb sündenlos (Hebräer 4,15: „ …(Christus ist) versucht worden… in allem wie wir, doch ohne Sünde.“) Er überwand die Sünde im Fleisch, widerstand den Versuchungen (Offenbarung 3,21). Gott, ein mächtiges perfektes Geistwesen, kann nicht versucht werden (vgl. erneut Jakobus 1,13). Aber wir lesen, dass Christus in Versuchung geführt WURDE. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass er, während er hier auf dieser Erde weilte, nicht mehr das allmächtige perfekte Geistwesen war, das er zuvor, vor seiner Geburt als Mensch, gewesen WAR. Es zeigt, dass es für Christus NICHT UNMÖGLICH war zu sündigen. Christus war ein Mensch aus Fleisch und Blut geworden, mit menschlicher Natur, und er HÄTTE SÜNDIGEN KÖNNEN.

Römer 8,3 sagt uns: „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war (menschliche Wesen, alleine auf sich gestellt und ohne Gottes Geist in ihnen, sind zu schwach, um das Gesetz zu halten), das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch …“ Mit anderen Worten, er ÜBERWAND SÜNDE als ein menschliches Wesen.

Indem Christus die Sünde im Fleisch verdammte, machte er es für uns möglich, dasselbe zu tun, wie Römer 8,4 erklärt: „ … damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.“

Wir verstehen natürlich, dass Gott, der Vater, totales und komplettes Vertrauen in Christus hatte, dass er nicht sündigen würde. Und auch Christus hatte dieses Vertrauen. Aber ein Erfolg war nicht garantiert. Es gab die Möglichkeit, wie gering auch immer, zu versagen, solange er ein Mensch war. Es war nicht unmöglich für Christus zu sündigen. Das ist der Grund, weshalb er in seinen Tagen hier auf Erden im Fleisch ringen musste, so dass er nicht sündigen würde. Beachten Sie Hebräer 5,7: „Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.“

Gott, der Vater, erhörte seine Bitten. Der Vater gab Christus durch seinen heiligen Geist die Kraft, nicht zu sündigen, und hierdurch verschonte er ihn vom zweiten Tode – dem permanenten, endgültigen Tod. Christus war vom ersten Tod – dem physischen Tod als ein menschliches Wesen – nicht ausgenommen. Tatsächlich musste er den ersten Tod selbst erfahren, um uns vom zweiten Tode zu befreien.

Als weitere Beweise dafür, dass Christus vollständig Mensch war, lesen Sie bitte folgende Schriftstellen:

Johannes 4,6 sagt uns: „Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder …“ Beachten Sie, dass Christus von seiner Reise müde geworden war. Gott, auf der anderen Seite, das allmächtige Geistwesen, wird niemals müde, wie es auch in Jesaja 40,28 zu lesen ist. Christus war vor seiner Geburt, in seinem Status als Gott, niemals ermüdet. Aber als Mensch wurde auch er müde, gleichwie auch wir es werden.

Matthäus 9 beschreibt eines der mächtigen Wunder, das Christus vollbrachte. Vers 8 endet: „Als das Volk das sah, fürchtete es sich und pries GOTT, der solche Macht den MENSCHEN gegeben hat.“ Gott der Vater hatte einem Menschen, Jesus Christus, sowie Christi Jüngern die Macht gegeben, Wunder zu vollbringen.

Es war Christus, der Sohn Gottes – der Eine, der Gott gewesen ist und Mensch wurde –, der die Sünde im Fleisch überwand und für uns starb, so dass wir „den zweiten Tod“ für unsere Sünden nicht zu sterben brauchen (Offenbarung 2,11). Wenn wir Christi Opfer annehmen, verstehen wir vollständig, dass das unsterbliche und ewige Gottwesen Jesus Christus – das zweite Mitglied der Gottfamilie – seine göttliche Natur aufgab und ein menschliches Wesen aus Fleisch und Blut WURDE, so dass er für Sie und für mich sterben konnte. Als ein Gottwesen, das er einmal war, war sein Leben viel wertvoller als die Leben aller Menschen zusammen, da er derjenige war, der die Menschheit erschaffen hatte. Und indem er ein menschliches Wesen wurde, bezahlte er – als ein menschliches Wesen – die Todesstrafe, welche die Menschheit auf sich brachte und bringt, indem sie gegen Gottes Gesetze verstieß und verstößt. (Der Sold oder der Lohn der Sünde ist der Tod, Römer 6,23.) Wenn wir all dies verstehen und uns dafür entscheiden, Christi Weg des Lebens anzunehmen, aber uns dann voll bewusst von diesem Weg abwenden und ihn permanent zurückweisen, steht uns kein weiteres Opfer mehr zur Verfügung. Hebräer 10,29 weist auf folgendes hin: „Eine wieviel härtere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes für unrein hält, durch das er doch geheiligt wurde, und den Geist der Gnade schmäht?“

Aus den obigen Schriftstellen ist ersichtlich, dass es „der Sohn Gottes“ war, der für uns starb. Als Jesus Christus, der Sohn Gottes, starb, gab es nur ein einziges Gottwesen, das am Leben war – Gott, der Vater. Für drei lange Tage und drei lange Nächte war der Vater alleiniges Mitglied der Gottfamilie, bis er Jesus Christus wieder ins Leben zurückholte als ein ewiges und unsterbliches Gottwesen, das er gewesen war, bevor er Mensch wurde. Er war Gott – das „Wort“ –, durch das alle Dinge gemacht worden waren (lesen Sie wiederum Johannes 1,1-3).

Es ist deshalb biblisch gesehen falsch zu sagen, dass Christus, als er hier auf Erden war, vollständig Gott und vollständig Mensch gewesen sein soll. CHRISTUS WAR VOLLSTÄNDIG MENSCH! Er war nicht mehr länger das mächtige und unsterbliche göttliche Wesen, das er zuvor gewesen war.

GOTT MIT UNS?

Warum lesen wir, dass Christus „Immanuel“ genannt werden sollte, was „Gott mit uns“ bedeutet (Matthäus 1,23)? Und warum lesen wir, dass Menschen Christus anbeteten (Matthäus 2,2.11), da nur Gott es wert ist, angebetet zu werden (Matthäus 4,10; Offenbarung 22,8-9)?

Basierend auf dem, was wir schon in der Bibel gelesen haben, sollte die Antwort darauf eigentlich offensichtlich sein. Christus war seit Ewigkeit ein unsterbliches Gottwesen. Er wurde in ein menschliches Wesen verwandelt, aber er war immer noch dieselbe Persönlichkeit, die er seit Ewigkeit her gewesen war. Er war noch immer der Eine, der sich vorzeiten mit Abraham getroffen hatte, derjenige, der Adam und Eva erschaffen hatte, und der Eine, der zu Mose von Angesicht zu Angesicht sprach. Er lebte als ein menschliches Wesen – wuchs auf, wie Kinder es tun, entwickelte sich in einen jungen Mann und wurde dann in Juda ein Rabbiner, oder Lehrer. Aber er war immer noch dasselbe Individuum, das er schon immer gewesen war. Er war ein unsterbliches Gottwesen gewesen, und er wusste, dass er wieder ein unsterbliches göttliches Wesen werden würde, vorausgesetzt, er qualifizierte sich dafür, indem er sündenlos blieb.

Als Beispiel eine Analogie: Der mächtige Herrscher eines Landes wird durch den Überfall eines anderen Reiches zu einem armen Sklaven. Aber er würde sich immer daran erinnern, was er einmal gewesen war – ein König. Als König David vor Absalom fliehen musste, als dieser Jerusalem einnahm und gewaltsam Davids Macht an sich riss, um König über Jerusalem zu werden (vgl. 2. Samuel 15,34; 16,16), wurde David immer noch als „König David“ bezeichnet (2. Samuel 16,5). Und obwohl David nicht in der Lage war, seine Macht als König zu jenem Zeitpunkt auszuüben, war er immer noch König, und er würde bald wieder der regierende König von Jerusalem sein.

In den Vereinigten Staaten werden ehemalige Präsidenten immer noch mit dem Titel des „Präsidenten“ angesprochen, obwohl sie diese Funktion nach Ende ihrer Amtszeit nicht mehr ausüben. Wir berichten immer noch von dem Präsidenten Reagan, dem Präsidenten Carter, dem Präsidenten Ford, dem Präsidenten Clinton, oder den Präsidenten Bush, obwohl sie schon lange nicht mehr das Amt des Präsidenten ausüben. In Deutschland sprechen wir von dem Altkanzler, der einmal Kanzler war, aber es nicht mehr ist. In der gleichen Weise nennt die Bibel jemanden immer noch einen „Hohenpriester“, obschon er z. Zt. keiner mehr ist, jedoch in früheren Zeiten dieses Amt als Hoherpriester innehatte. (Vgl. Johannes 18,13, 19, 24, wo beide, Hannas und Kaiphas, Hohepriester genannt wurden, obwohl nur Kaiphas „in diesem Jahr“ dieses Amt ausübte.)

Dasselbe gilt in diesem Sinne auch für Christus. Er IST seit Ewigkeit Gott GEWESEN. ER war es, der die Menschen erschaffen hatte. Er selbst identifizierte sich als „Ich bin“. Er sagte: „Ehe Abraham wurde, BIN ICH“ (Johannes 8,58). In Johannes 18,5-6, identifizierte er sich gegenüber denjenigen, die ihn gefangen nehmen wollten, mit „Ich bin!“ (Die Silbe „‘s“ in Luther’s Wortwahl „Ich bin’s!“ steht nicht im Griechischen und wurde vom Übersetzer hinzugefügt.) Als Christus hier auf Erden war, war er wortwörtlich Immanuel, oder „Gott mit uns“. Er war der Sohn Gottes, der Mensch geworden war.

Wer WAR Christus? Christus war der Ewige Gott, der Mensch WURDE, so dass die Menschheit letztendlich Gott werden KÖNNTE! Christus wurde versucht, er musste leiden, und er starb als ein Mensch.

Wer IST Christus heute? Christus ist Gott. Christus, der Mensch, wurde von Gott dem Vater auferweckt und ist nun das allmächtige und gewaltige Gottwesen, das er von Ewigkeit her, vor seinen Tagen im Fleisch, schon immer gewesen war. Er ist der allmächtige Gott, auf den wir warten, der uns Erlösung, Errettung und ewiges Leben im Königreich Gottes bringen wird (vgl. erneut Titus 2,11-14).

Teil 3

CHRISTI VERWANDTSCHAFT

War Jesus das einzige Kind von Josef und Maria? Hatte Maria andere Kinder, oder ist sie die ewige Jungfrau geblieben, wie von einigen behauptet wird? Und, wenn Christus Brüder und Schwestern gehabt hat, erzählt uns die Bibel mehr über sie, und gibt es andere historische Aufzeichnungen, die die biblischen Aufzeichnungen bestätigen?

Die Frage, ob Jesus der einzige Sohn Marias war, hat viele verwirrt und mindestens eine der sich zum Christentum bekennenden Hauptreligionen veranlasst, zu vielen irrtümlichen und in der Tat unbiblischen Auffassungen zu gelangen. Lassen Sie uns untersuchen, was Gottes Wort uns über Christi Verwandtschaft zu sagen hat.

Wir finden eine Schilderung von Christi physischem Stammbaum im ersten Kapitel des Buches Matthäus. Vers 16 erzählt uns, dass diese Aufzeichnung die Abstammung Christi durch seinen Stiefvater Josef erklärt: „Jakob zeugte Josef, den Mann der Maria, von der geboren ist Jesus, der da heißt Christus.“

Wenn wir zum dritten Kapitel des Buches Lukas gehen, beginnend mit Vers 23, finden wir eine andere Aufzeichnung von Christi Stammbaum. Dieser Bericht beschreibt nicht Christi Abstammung von Josef, sondern von seiner Mutter Maria. Vers 23 lautet: „Und Jesus war, als er auftrat, etwa dreißig Jahre alt und wurde gehalten für einen Sohn Josefs, der war ein Sohn Elis …“

Diese Wiedergabe gibt den Eindruck, als wäre Josef ein Sohn Elis gewesen, und dass auch Lukas die Abstammung Christi von seinem Stiefvater Josef beschreiben wollte. Dies stimmt jedoch nicht, da Josef kein Sohn oder Nachfahre Elis war, sondern ein Sohn Jakobs, wie in Matthäus 1,16 zu lesen ist.

Lukas beschreibt hingegen den Stammbaum Christi durch seine Mutter Maria, NICHT durch seinen Stiefvater Josef.

Richtig übersetzt, sollte Lukas 3,23 wie folgt lauten:

„Und Jesus war, als er auftrat, etwa dreißig Jahre alt (und wurde gehalten für einen Sohn Josefs), der war (ein Sohn) Elis…“

Das heißt, Jesus war ein „Sohn“ oder Nachkomme Elis—nicht durch Josef, sondern durch Maria. Die Bemerkung „der war ein Sohn Elis“ bezieht sich auf Jesus, nicht auf Josef (daher sollte die Aussage, „und wurde gehalten für einen Sohn Josefs“ in Klammern gesetzt werden). Die Worte „ein Sohn“ in „ein Sohn Elis“ (in Lukas 3,23) sind im griechischen Text nicht zu finden. Sie wurden vom Übersetzer hinzugefügt. Jesus wurde also als ein Sohn Josefs angesehen, aber er war durch Maria ein Enkel von Eli. Anders ausgedrückt: Eli war der Vater von Maria.

Lukas 3,23 sagt uns jedoch, dass Jesus als ein Sohn Josefs betrachtet wurde, da die Menschen seinerzeit nicht die Tatsache akzeptierten, dass Jesus durch Gottes heiligen Geist übernatürlich in Marias Gebärmutter gezeugt worden ist (vgl. Lukas 1,26-35).

Die negative Reaktion der Menschen auf diese Wahrheit zur Zeit Christi kann in verschiedenen Schriftstellen nachgelesen werden. So lesen wir zum Beispiel in Lukas 4,22: „Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich, dass solche Worte der Gnade aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn?“

Sie glaubten irrtümlicherweise, dass Christus ein natürlicher Nachkomme von Josef und Maria war. Johannes 6,41-42 sagt uns: „Da murrten die Juden über ihn, weil er sagte: Ich bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist, und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josefs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen?“

Wir fassen zusammen: In Matthäus legt der Stammbaum die gesetzliche Abstammung Jesu durch seinen Stiefvater Josef fest, während der Stammbaum in Lukas die tatsächliche Abstammung Jesu durch seine Mutter Maria festhält.

Wenn wir zu Matthäus‘ Aufzeichnung von Christi Abstammung zurückkehren, werden wir sehen, dass Matthäus es nicht versäumt festzustellen, dass Jesu gesetzlicher Stammbaum Vorfahren aufführte, die Ehebruch betrieben hatten (wie Bathsheba, der Frau des Uria, Matthäus 1,6). Rut, die Moabiterin (vgl. Rut 2,2), die Boaz heiratete (Matthäus 1,5), wird ebenfalls erwähnt. Einige behaupten, dass Rut eine Israelitin in einem fremden Land war – dass sie mehr aufgrund der geographischen Lage als aufgrund ihrer ursprünglichen Herkunft eine „Moabiterin“ gewesen ist. Wie auch immer, wir können feststellen, dass Gott keinerlei Vorurteile gegenüber irgendeiner Nation oder Rasse hegt, und dass ein jeder reuige Sünder – ohne Rücksicht auf seine Rasse, seinen ethnischen Hintergrund, seine Farbe oder Abstammung– Vergebung erhalten und ein Mitglied der Familie Gottes werden kann (vgl. Galater 3,26-29).

MARIAS VERLOBUNG MIT JOSEF

Wir sollten eine weitere wichtige Tatsache beachten, wenn wir die Beziehung von Josef und Maria vor Marias Empfängnis näher betrachten. Wir lesen in Matthäus 1,18-20: „Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem heiligen Geist.“

Der Engel sagte Josef, dass er und Maria schon als Ehepaar betrachtet wurden. Aber sie hatten die Ehe noch nicht vollzogen – sie lebten noch im Stande des „Vertrautseins.“ Heute spricht man von Verlobung, aber das Konzept des „Vertrautseins“ bedeutete viel mehr. Gesetzlich gesehen galten sie als Ehepaar, aber sexuell hatten sie die Ehe noch nicht vollzogen.

Im Vergleich zur heutigen Verlobung war das Konzept des „Vertrautseins“ zur damaligen Zeit ein ganz anderes. In unserer Gesellschaft scheint der Begriff der „Verlobung“ keinen Wert mehr zu besitzen, da die Menschen sich heute im Allgemeinen viel schneller verloben und diese Verlobung dann ohne gesetzliche Konsequenzen wieder auflösen. Im früheren Israel und Juda hingegen wurde das „Vertrautsein“ als eine bindende Vereinbarung angesehen, und konnte nur durch eine Scheidung wieder aufgelöst werden. Deshalb wollte Josef Maria auch „verlassen“, ein biblischer Ausdruck für Scheidung.

Die Luther Bibel schreibt folgendes über „Verlobung“: „Die jüdische Verlobung stellt ein rechtsverbindliches Eheversprechen dar. Die eheliche Gemeinschaft wird erst nach der Heimholung der Braut durch den Bräutigam (d.h. nach der Hochzeit) aufgenommen.“

Eerdman’s Handbuch zur Bibel erklärt: „Verlobung, nicht zu vergleichen mit der heutigen Verlobung, war gesetzlich bindend und konnte nur durch eine Scheidung aufgelöst werden.“

Da Maria durch Gottes heiligen Geist schwanger wurde, bevor sie ihre Ehe mit Josef vollzogen hatte, behaupteten die Juden später, sie hätte Ehebruch betrieben, und dass Jesus ein Produkt dieser Unzucht gewesen war. Wir lesen in Johannes 8,41: „ … Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren …“

Als Josef feststellte, dass Maria schwanger war, glaubte auch er, dass sie Unzucht getrieben oder Ehebruch begangen hatte, und wollte sich daher von ihr trennen. Aber Josef war ein gerechter Mann, er wollte Maria nicht öffentlich demütigen, sondern sich nur heimlich von ihr scheiden lassen. Als ein Beispiel, wie ernsthaft Unzucht und Ehebruch zu jener Zeit in der Gesellschaft gehandhabt wurden, wird in Johannes 8,3 erwähnt, dass später die scheinheiligen und gnadenlosen Pharisäer eine Frau, die angeblich auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt worden war, zu einem öffentlichen Spektakel machen wollten; sie zerrten sie vor Christus, damit er sie verdammte. Doch Josef war nicht darauf bedacht, Marias angebliche Sünde in die Welt hinaus zu posaunen. Da er Maria ein verbindliches Heiratsversprechen gegeben hatte, musste er offensichtlich tief verletzt gewesen sein, aber weil er Maria liebte, war er willens, ihre Sünde zu „bedecken“, anstatt sie öffentlich zu machen (vgl. Sprüche 10,12).

Es ist interessant festzustellen, dass beide, Josef und Maria, gerechte Menschen waren, welche eifrig Gottes Gesetze halten wollten, einschließlich Gottes Ritualgesetze, die zu jener Zeit noch in Kraft waren. (Erst mit Christi Tod sind diese befristeten Opfer und Rituale abgeschafft worden.)

Wir lesen im Bericht des Lukas, dass Maria und Josef sorgsam die zeitweiligen Ritualgesetze beachteten, die zur Zeit von Christi Geburt immer noch gültig waren (Lukas 2,21-24, 27, 39). Sie hielten natürlich auch die zeitlosen und noch immer gültigen Gesetze Gottes, wie z.B. die Zehn Gebote und Gottes jährliche heilige Festtage (Lukas 2,41-42).

Das heißt jedoch nicht, dass Maria und Josef bekehrt waren. Die Bibel gibt keinen Hinweis darauf, dass Josef während seines Lebens jemals bekehrt wurde. Und wir lesen auch nirgendwo, dass Maria zu der Zeit bekehrt worden ist, als Jesus hier auf Erden als Mensch lebte.

Wenn wir zu Matthäus’ Auflistung von Jesu Stammbaum zurückkehren, werden wir feststellen, dass Matthäus, der die Abstammung Christi von Josef her beschrieb, die Rolle Josefs herausstellte, die dieser in seiner eigenen Familie und gegenüber Jesus innehatte. Matthäus wollte die biblische Lehre betonen, dass Josef, solange er lebte, der rechtmäßige Führer der Familie – das Familienoberhaupt – war, und nicht Maria oder Jesus.

Wir haben schon in Matthäus 1,20 gelesen, dass ein Engel Josef erschien, um ihm Instruktionen zu geben, wie er sich zu verhalten habe. Matthäus 1,21 weist darauf hin, dass der Engel Josef befahl, dem Kind den Namen „ … JESUS (zu geben) …, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ Und tatsächlich, Josef „ … gab ihm den Namen JESUS“ (Vers 25).

Matthäus betonte Josefs Rolle, indem er dem Jungen den Namen „Jesus“ geben durfte. In der parallelen Aufzeichnung von Lukas in Kapitel 1,31 lesen wir, dass der Engel Maria sagte, sie solle dem Jungen den Namen „Jesus“ geben. Dies steht jedoch in keinem Widerspruch, denn wir lesen in Lukas 2,21: „ … man (gab) ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.“

Da der Engel beiden, Josef und Maria, zu verschiedenen Anlässen mitteilte, welches der Name des Jungen sein sollte, ist offensichtlich, dass beide, Josef und Maria, den Jungen benannten – keiner von beiden hatte Zweifel, dass dies der Name für den Jungen sein sollte. Aber Josef war das Familienoberhaupt, so tat er es, während Maria natürlich mit dieser Entscheidung übereinstimmte, wissend, dass es mit dem Willen Gottes im Einklang stand.

Wir finden weitere Bestätigungen über Josefs Führungsrolle als Familienoberhaupt in der Aufzeichnung von Matthäus, in Kapitel 2, Verse 13-14, 19-22. Ein Engel erschien Josef im Traum und befahl ihm, die Mutter und das Kind zu nehmen und nach Ägypten zu fliehen, und dann später in die Region von Galiläa zurückzukehren. In dieser Region wurde Josef dann inspiriert, die Stadt Nazareth als Wohnsitz für seine Familie zu wählen (Vers 23).

In der Aufzeichnung von Lukas jedoch wird die Rolle von Maria, der Mutter von Christus, hervorgehoben. Wir erinnern uns, dass Lukas den Stammbaum Christi über Maria beschrieb, sowie die Tatsache, dass der Engel Maria erschien. Lukas erwähnt ebenfalls den Besuch Marias bei Elizabeth; und als die Schafhirten sich dem jungen Paar und Jesus nähern, wird Maria zuerst erwähnt (Lukas 2,16). Im Tempel sprach der Prophet Simeon direkt zu Maria (Lukas 2,34-35). Auch als das Ehepaar den 12-jährigen Jesus suchte und ihn im Tempel fand, ist es wiederum Maria, die sprach (nicht jedoch als Familienoberhaupt). Lukas 2,48: „… Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.“ Christus hat nicht gegen die Führungsrolle seiner Mutter und seines Stiefvaters rebelliert, wir lesen stattdessen: „Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan …“ (Lukas 2,51).

Es stand außer Frage, wer die Familie führte. Aber Lukas‘ Betonung von Maria macht eines deutlich: dass Maria eine ganz besondere Frau war, und dass Gott keinen Unterschied zwischen Mann und Frau macht – alle sind potentielle Erben Gottes und Miterben mit Christus.

Wir müssen auch verstehen, dass Matthäus an eine jüdische Audienz schrieb, die erwartete, dass der Ehemann als Familienoberhaupt akzeptiert wurde. Auch begann Matthäus den Stammbaum mit Abraham, um der jüdischen Leserschaft deutlich zu machen, dass Christus – durch Josef – ein Nachkomme Abrahams war.

Lukas, auf der anderen Seite, schrieb einem bekehrten „Heiden“, dem „hochgeehrten Theophilus“ (Lukas 1,3). Sein Stammbaum von Christus, durch Maria, ging ganz zurück auf Adam, und zeigte auf, dass Maria, die Mutter von Christus, ein Nachfahre aller Generationen der Menschheit gewesen ist. Lukas wollte ebenfalls zeigen, wie Gott eine jüdische Frau behandelte, da bekannt war, welchen Einfluss die Frauen in den römischen und griechischen Familien hatten.

Von einigen Gelehrten wird geglaubt, dass Matthäus seine Aufzeichnung, zumindest in Bezug auf die Geburt von Christus und Christi frühen Jahre, direkt von Josef erhielt, während Lukas, so meint man, seine Informationen direkt von Maria erhalten hat (vgl. Halley’s Bibel Handbuch, Copyright 1959, Seite 488).

JESUS HATTE BRÜDER UND SCHWESTERN

Wie außergewöhnlich die Frau war, die die Mutter von Christus wurde, kann an der Tatsache erkannt werden, dass Maria noch eine Jungfrau war, als sie schwanger wurde, und hierdurch die Prophezeiungen des Alten Testamentes erfüllte. Wir lesen in Matthäus 1,22-25: „Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Jesaja 7,14): ‚Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben’, das heißt übersetzt: Gott mit uns. Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Und er berührte sie nicht …“

Maria war eine Jungfrau. Sie brachte Jesus Christus zur Welt, obwohl sie noch mit keinem Mann sexuelle Beziehungen gehabt hatte. Die Tatsache einer „jungfräulichen Geburt“ ist jedoch in Frage gestellt worden, sogar von sogenannten bekennenden Christen. Halley hat, wie viele andere, dieser Kritik kurz und bündig folgendes entgegengebracht: „Beide (Aufzeichnungen sowohl in Matthäus als auch in Lukas) bestätigen klar, deutlich, und unmissverständlich, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde. Seit Anbeginn der Kirche wurde dieses ununterbrochen als ein zentrales Glaubenselement der Kirche gelehrt, bis dass die moderne Kritik Einzug hielt. Wenn wir an die Göttlichkeit von Jesus und seine Auferstehung von den Toten glauben, was gewinnen wir damit, dass wir die jungfräuliche Geburt diskreditieren? Die Auferstehung ist das größte aller Wunder. Wenn wir nicht daran glauben, warum interessieren wir uns überhaupt für Christus? Wenn wir daran glauben, warum nörgeln wir dann an den anderen Teilen dieser wunderbaren Geschichte herum? Sein übernatürlicher Austritt aus der Welt erfordert einen übernatürlichen Eintritt in diese Welt. Jesus ein außereheliches Kind zu nennen, ist nichts weniger als eine Gotteslästerung“ (Seite 488).

Die „jungfräuliche Geburt“ wird klar und deutlich in der Schrift gelehrt. Die Bibel lehrt jedoch nicht, dass Maria für den Rest ihres Lebens eine Jungfrau geblieben ist. Wir lesen in Matthäus 1,25, dass Josef „sie (nicht) berührte, bis sie einen Sohn gebar…“.

Das Wort „bis“ sagt aus, dass nach der Geburt Jesu Maria von Josef BERÜHRT wurde, was bedeutet, dass er nach Christi Geburt eine sexuelle Beziehung mit Maria hatte. Lassen sie uns einige Schriftstellen untersuchen, in denen das Wort „bis“ gebraucht wird.

Matthäus 2,15 sagt uns, dass Josef, Maria und Christus „… bis nach dem Tod des Herodes…“ in Ägypten blieben. In Matthäus 5,26 sagt Christus, dass ein Schuldner nicht aus dem Gefängnis herauskommen wird, „bis“ er den letzten Pfennig bezahlt hat. In beiden Fällen beschreibt das Wort „bis“ die Änderung eines Zustandes.

Nachdem Jesus geboren war, hatten Maria und Josef Geschlechtsverkehr, und sie zeugten Kinder. Das bedeutet, dass Christus Brüder und Schwestern hatte! Und dies bedeutet ebenfalls, dass Maria nach der Geburt Jesu keine Jungfrau geblieben ist!

Lukas 2,6-7 bestätigt dies: „Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn …“ Das griechische Wort für „ersten“ oder „erstgeboren“ ist „prototokon“. Dieser Ausdruck beschreibt nicht ein Einzelkind. Das Wort für „Einzelkind“ ist „monogenes“. In Lukas 7,12 wurde das Wort „monogenes“ gebraucht, als eine Person beschrieben wurde, die „… der einzige Sohn seiner Mutter war…“.

Die Juden wussten, dass Jesus nicht der einzige Sohn von Maria war. Sie wussten sehr wohl, dass Jesus Brüder und Schwestern hatte. Wir lesen dazu in Matthäus 13,53-56: „Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, dass er davonging und kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, so dass sie sich entsetzten und fragten: Woher hat dieser solche Weisheit und solche Taten? Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria? und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles?“

Christi Zuhörerkreis wusste, dass er Brüder und Schwestern hatte. Vier Brüder wurden mit dem Namen genannt – Jakobus, Josef, Simon und Judas. Beachten Sie ebenfalls den Hinweis der Juden auf ALLE Schwestern Jesu. Sie fragten, ob ALLE seine Schwestern unter ihnen waren. Dies ist ein starker Hinweis, dass Christus wenigstens drei Schwestern gehabt hatte. Wenn er nur zwei Schwestern gehabt hätte, würden die Juden gefragt haben: „Sind nicht seine Schwestern bei uns?“ oder: „Sind nicht seine beiden Schwestern bei uns?“

Aber noch immer zweifeln einige, dass Christus Brüder und Schwestern gehabt hat. Indem sie sich auf einige zweifelhafte Quellen berufen und die „normalste Interpretation des Neuen Testamentes“ zurückweisen, wie dies das Anchor Bibel Wörterbuch darlegt (unter „Jakobus, Bruder von Jesus“), sagen sie, dass die Brüder und Schwestern Kinder aus einer früheren Ehe von Josef waren. Diese Auffassung wird auch von der griechisch-orthodoxen Kirche und anderen östlich-orthodoxen Kirchen favorisiert. Aber die Bibel erwähnt nirgendwo, dass Josef schon einmal verheiratet war. Diese Ansicht widerspricht auch der Tatsache, dass Christus als der ERSTGEBORENE Sohn von Maria bezeichnet wird, und dass die Bibel sagt, dass Josef wartete und Maria nicht „berührte“, BIS sie ihren ERSTEN oder ERSTGEBORENEN Sohn gebar.

Halley’s Bibel Handbuch weist auf den Seiten 416 und 418 auf folgendes hin: „(Josef) war ein Zimmermann, und das Haupt einer Familie von mindestens sieben Kindern … Er musste wirklich ein guter und vorbildlicher Mann gewesen sein … Waren die ‚Brüder’ und ‚Schwestern’ von Jesus … Marias eigene Kinder? Oder Kinder von Josef aus einer früheren Ehe? Die klare, einfache, natürliche Bedeutung dieser Schriftstellen ist, dass es Marias eigene Kinder waren. Das ist die allgemein gültige Meinung, die ebenfalls von anderen Bibelkommentaren vertreten wird.“

Einige lehren, dass Christi „Brüder“ seine Cousins waren. Das ist der offizielle Standpunkt der römisch-katholischen Kirche, obwohl dies vor kurzem von katholischen Gelehrten kritisiert wurde, die zu der Auffassung gelangt sind, dass die „Brüder“ in der Tat Christi wirkliche Brüder waren, und nicht seine Cousins. Das Wort für Bruder ist „adelphos“. Dieses griechische Wort wurde in Matthäus 1,2 und 4,21 gebraucht und weist dort klar auf buchstäbliche Brüder hin. Das Wort für Cousin ist „exadelphos“, was „von Brüdern“ bedeutet. Als die Juden in Matthäus 13 klarstellten, dass Christi Brüder mit ihnen waren, gebrauchten sie das Wort „adelphos“, und nicht „exadelphos“.

Einige meinen sogar, dass die Brüder und Schwestern, die in Matthäus 13 genannt werden, Christi geistliche Brüder und Schwestern waren, nicht seine leiblichen Geschwister. Aber wie wir sehen werden, unterscheidet die Bibel klar und deutlich zwischen Christi leiblichen und seinen geistlichen Brüdern. Zusätzlich werden wir erklären, dass Christi leibliche Verwandtschaft gar nicht an ihn glaubte, und somit konnten sie unmöglich als Christi geistliche Brüder und Schwestern bezeichnet werden.

Deshalb ist es aufgrund biblischer Beweise eindeutig, dass erstens Maria nicht ihr ganzes Leben lang eine Jungfrau war, und zweitens, dass Jesus Christus mehr als vier Brüder und mindestens drei Schwestern gehabt haben muss.

JESU VERWANDTSCHAFT WAR IM ANFANG NICHT BEKEHRT

Beachten Sie die folgenden Fakten über Maria und ihre Söhne und Töchter. Wir lesen in Matthäus 12,46-50: „Als er noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter, und das sind meine Brüder! Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.“

Diese Schriftstelle liefert den Beweis, dass Christi „Brüder“ nicht gleichbedeutend mit seinen „Jüngern“ waren. Zu jener Zeit glaubten seine Brüder noch nicht an ihn – sie waren noch nicht seine Jünger. Auch machte es Christus deutlich, dass er es seiner Mutter und seinen Brüdern nicht erlauben würde, ihn vom Lehren und Leben gemäß Gottes Wort abzuhalten. In einer Parallel-Schriftstelle, im 3. Kapitel des Buches Markus, wird uns ein zusätzliches Detail gegeben, das zeigt, warum die Mutter und Brüder von Christus kamen, um mit ihm zu „sprechen“. Wir lesen in Vers 21: „Und als es die Seinen hörten, machten sie sich auf und wollten ihn festhalten, denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.“ Vers 31 fährt fort: „Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen.“

Diese Schriftstelle weist stark darauf hin, dass sie zu ihm kamen, um ihn “festzuhalten“, da sie dachten, er wäre verrückt geworden. Christi Brüder glaubten NICHT an ihn, wie wir in Johannes 7,5 lesen. Christus sagte ihnen, dass die Welt sie nicht hassen würde, da sie noch immer Teil der Welt waren (Verse 6-7).

Aber weshalb hatte Maria an Christus gezweifelt? Wie konnte sie gedacht haben, dass Christus verrückt geworden wäre? Nach all dem, was ihr ein Engel von Gott offenbart hatte! Wie konnte sie NICHT an Christus glauben?

Dies ist umso erstaunlicher, wenn wir uns daran erinnern, was über Maria gesagt wurde, nachdem sie die Nachricht von dem Engel erhalten hatte: „Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn“ (Lukas 1,45). Maria glaubte der Botschaft des Engels, dass sie durch den heiligen Geist schwanger werden würde, und dass ihr Kind eine ganz besondere Rolle zu erfüllen habe. Aber es gab Dinge bezüglich Jesus, die offensichtlich weder sie noch Josef verstanden. Wir lesen in Lukas 2,19: „Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.“ Später, in Lukas 2,33, wird uns gesagt, dass „… sein Vater und seine Mutter (sich) wunderten… über das, was von ihm gesagt wurde.“ „Und sie… verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte … Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen“ (Lukas 2,50-51).

Sie verstanden nicht, welche Rolle Jesus zu erfüllen hatte, und als er später auf eine Weise handelte, die Maria nicht erwartete, dachte sie, er wäre verrückt geworden. Wir können eine ähnliche Parallele im Leben des Johannes des Täufers wiederfinden. Er hatte vollständig verstanden, wer Jesus Christus war, aber als er gefangen genommen wurde, wunderte er sich, ob er es wirklich war, oder ob er auf einen anderen warten sollte (vgl. Johannes 1,29-34; Lukas 7,18-23; Matthäus 11,2-6).

Auch waren sich Maria und Josef nicht sicher, was Jesus zu vollbringen hatte, und Maria konnte nicht verstehen, warum er die Dinge tat, die er tat.

Andererseits war Maria beim Besuch einer Hochzeit in Kana vollkommen davon überzeugt, dass Christus dem Bräutigam helfen könnte, dem der Wein ausging. Vielleicht glaubte sie sogar, dass Christus ein Wunder vollbringen könnte (Johannes 2,3-5). Wenn ja, dann war Marias Versuch, Jesus festzuhalten und ihn daran zu hindern, das zu tun, was er tun wollte, sogar noch überraschender, aber zur gleichen Zeit nur allzu „menschlich“. Haben wir nicht auch manches Mal Zweifel daran, was Gott in unserem Leben tut, besonders, wenn die Dinge nicht immer so verlaufen, wie wir es uns wünschen?

Beachten Sie, dass Josef nicht erwähnt wird, als Maria und die Brüder Christi draußen standen, um mit Christus zu reden und ihn festzuhalten. Nachdem Josef und Maria den 12-jährigen Christus im Tempel gefunden hatten, wird Josef in den Schriften nicht mehr erwähnt mit der Ausnahme, wenn über ihn gesprochen wird. Viele sind deshalb davon ausgegangen, dass Josef verstorben ist, nachdem Christus das Alter von zwölf Jahren erreicht hatte und bevor er mit seiner öffentlichen Mission im Alter von 30 begann. Wir können in der Tat davon ausgehen, dass Josef vor der Kreuzigung Christi gestorben sein muss, da Jesus die Sorge für seine Mutter auf seinen Jünger Johannes übertrug. Wir können auch folgern, dass Josef verstorben war, als Jesus seine öffentliche Mission antrat. Er war demnach schon tot, als Maria und ihre Söhne versuchten, Jesus festzuhalten.

In Bezug auf diese Episode mögen wir uns vielleicht fragen, ob Christi Antwort ein Fehlen von Respekt und Fürsorge für seine Mutter und seine Brüder zeigt. Aber dies ist nicht der Fall. Vielmehr wollte Christus zu jenem Zeitpunkt klarstellen, dass seine Mutter und seine Brüder, und demzufolge auch seine Schwestern, NICHT nach dem Willen Gottes handelten, als sie versuchten, Christus festzuhalten, um ihn vom Predigen des Wortes Gottes abzuhalten. Da sie zu jenem Zeitpunkt nicht bekehrt waren, verstanden sie Gottes Willen nicht vollständig (vgl. Matthäus 12,50: „Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.“). Lukas 8,21 fügt hinzu: „Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort HÖREN und TUN.“ Andererseits taten zu jenem Zeitpunkt und zu jener Zeit seine Jünger, Männer wie Frauen – Christi geistliche Brüder und Schwestern – Gottes Willen, als sie Christus zuhörten. (Zu einem anderen Zeitpunkt musste Christus Petrus vor seiner Bekehrung zurechtweisen, und nannte ihn sogar „Satan“, denn er wollte nicht das, was göttlich, sondern was menschlich ist, vgl. Matthäus 16,23.) Christus behandelte seine Mutter oder seine Brüder nicht respektlos; vielmehr benutzte er diese Gelegenheit um klarzustellen, wer seine wahren Geschwister waren.

Wir sollten uns auch Lukas 11,27-28 anschauen: „Und es begab sich, als er so redete, da erhob eine Frau im Volk ihre Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, an denen du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.“ Wieder ein Beweis dafür, dass Maria nicht bekehrt war – sie hörte und behielt nicht das Wort Gottes, wie Christus es lehrte.

Christus sagt uns, wenn wir etwas oder irgendjemanden mehr lieben als ihn, einschließlich unser eigenes Leben, unseren Ehepartner, unsere Eltern, unsere Kinder, oder einen unserer Verwandten, dann können wir nicht ins Reich Gottes kommen. Er deutete sogar darauf hin, dass es vielleicht notwendig wird, unsere „Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker (zu verlassen) … um meines Namens willen“; dann nämlich, wenn sie uns daran hindern würden, Gott im Geist und in der Wahrheit anzubeten (Matthäus 19,29).

Die Ryrie Studienbibel kommentiert zu Matthäus 12,50: „Die geistliche Beziehung zwischen Christus und den Gläubigen ist enger als die engste Blutsverwandtschaft. Gehorsam gegenüber Gott hat Vorrang vor Verantwortung gegenüber der Familie.“

Einige haben irrtümlicherweise behauptet, dass Christus seine Mutter und seine Brüder und Schwestern gehasst haben muss, und dass wir dasselbe tun sollen. Sie zitieren Lukas 14,26, um ihre Aussage zu stützen, wo Christus sagte: „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.“

Aber wenn diese Schriftstelle mit der Parallelschriftstelle in Matthäus 10,37 verglichen wird, können wir feststellen, dass das griechische Wort für „hassen“, wie es in Lukas 14,26 übersetzt wurde, die Bedeutung hat von „im Vergleich weniger lieben“. Matthäus 10,37 sagt: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.“ Wir müssen Gott aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit all unserer Macht lieben. Im Vergleich zu dieser Liebe für Gott lieben wir alles andere weniger. Das gilt sogar für unser eigenes Leben.

Noch immer behaupten einige in Bezug auf Johannes 2,4, dass Jesus seine Mutter respektlos behandelte, indem er sagte: „Was geht’s dich an, Frau, was ich tue?“

Wir müssen klarstellen, dass, wenn Jesus Christus auch nur eine Sünde begangen hätte, er niemals unser Heiland hätte sein können. Wenn er das fünfte Gebot gebrochen hätte („Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren …“, 5. Mose 5,16; 2. Mose 20,12), hätte er gesündigt, da Sünde die Übertretung des Gesetzes ist (1. Johannes 3,4, Zürcher Bibel). Viele Schriftstellen machen es klar, dass das Gesetz, von dem im Neuen Testament gesprochen wird, die Zehn Gebote beinhaltet (vgl. Jakobus 2,8-12).

Wir lesen, dass Christus niemals sündigte (Hebräer 4,15). Er praktizierte, was er lehrte. Als einmal ein junger Mann zu ihm kam um herauszufinden, was er zu tun habe, um ewiges Leben zu erhalten, erwiderte Christus ihm, dass er die Gebote halten solle (Matthäus 19,16-17). Er nannte dann in Vers 19 speziell das fünfte Gebot. Christus betonte in Markus 7,7-13 ebenfalls die kontinuierliche Verpflichtung von Kindern, ihre Eltern zu ehren (vgl. auch Epheser 6,1-3).

NIEMALS übertrat Christus das fünfte Gebot! Als er zwölf Jahre alt war, war er seinen Eltern untertan, das heißt, er war ihnen gehorsam (Lukas 2,51). Er hat niemals in seinem ganzen Leben seinen Eltern den nötigen Respekt verweigert.

Das potentielle Problem mit seiner Aussage in Johannes 2,3-4 wird durch die Übersetzung der revidierten Lutherbibel verursacht, die wie folgt lautet: „Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht’s dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Die Zürcher Bibel schreibt sogar: „Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?“

Zuerst lassen Sie uns feststellen, dass das Wort „Frau“ (oder „Weib“) keine Respektlosigkeit ausdrückt. Als Christus am Kreuz hing, sagte er Johannes, dass er sich um seine Mutter kümmern soll. Christus hatte unbeschreibliche Schmerzen und wusste, dass er bald sterben würde. Doch seine Gedanken und seine Sorge galten der Fürsorge seiner Mutter. Beachten Sie, dass er zu dieser kritischen Zeit Maria ebenfalls „Frau“ (oder „Weib“) nannte (Johannes 19,26; vgl. auch Zürcher Bibel). Halley’s Handbuch weist auf Seite 533 darauf hin, dass der Gebrauch des Wortes „Frau“ zu jenen Zeiten eine respektable Anrede war.

Wenn wir zu Johannes 2 zurückkehren, werden wir ebenfalls bemerken, dass Maria die Antwort von Christus nicht als respektlos erachtete. In Vers 5 sagte sie zu den Dienern des Bräutigams: „Was er euch sagt, das tut.“ Die Anmerkung in Eerdman’s Handbuch zur Bibel, Seite 536, sagt folgendes: „Niemand, nicht einmal seine Mutter, hatte das Recht, Druck auf Jesus auszuüben. Aber seine Antwort war nicht so barsch, wie einige Übersetzer es klingen lassen. (Die Wiedergabe in der) Neuen Englischen Bibel: ‚Dein Interesse, Mutter, ist nicht meines’, ist besser.“

Andere Übersetzer stimmen mit der Aussage überein, dass die Wiedergabe in der revidierten Lutherbibel viel zu barsch ist. Die New King James Bibel übersetzt Vers 4 mit: „Frau, was hat dein Anliegen mit mir zu tun?“. Die New International Version sagt aus: „Liebe Frau, warum beziehst du mich mit ein?“ Die Gute Nachricht übersetzt „Frau“ mit „Mutter“.

Halley’s Handbuch kommentiert auf Seite 533 weiter: „Der Sinn seiner Bemerkung scheint zu sein: ‚Angeblich gibt es keinen Wein mehr, was habe ich damit zu tun? Das ist nicht meine Angelegenheit. Meine Zeit, Wunder zu vollbringen, ist noch nicht gekommen.’ Wahrscheinlich hatte er ihr gerade zuvor von seinen neuen wunderbaren Kräften erzählt, die ihm bei seiner Taufe durch den heiligen Geist verliehen wurden. Sie sah in dieser Situation eine Gelegenheit für ihn. Während er auf ihre Bitte hin ein Wunder vollbrachte, begann seine ‚Stunde‘ für den allgemeinen Gebrauch seiner Wunderkraft erst ungefähr vier Monate später, bei dem offiziellen Beginn seines öffentlichen Predigeramtes in Jerusalem während der Passazeit (Johannes 2,13).“

Christus wollte seiner Mutter ebenfalls sagen, dass der Hauptzweck seines Kommens nicht darin bestand, diese Art von Wundern zu vollbringen. Das ist auch der Grund, warum die Wiedergabe von Vers 5 in der Neuen Englischen Bibel („Dein Interesse, Mutter, ist nicht meines“) ganz richtig ist. Weil er jedoch seine Mutter respektierte, stimmte er zu, da die Darbietung dieses Wunders nicht gegen Gottes Gebote oder seinen Willen verstieß.

Anstatt anzunehmen, dass Christus gegen das fünfte Gebot verstoßen hat, zeigt Johannes 2,1-4, wenn richtig verstanden, den tiefen Respekt und die Ehrerbietung, die Christus für seine Mutter hatte, indem er ihren Wünschen entsprach, wenn sie nicht konträr zu Gottes Willen standen.

Christus wusste natürlich, dass seine Mutter nicht vollständig verstand, warum er gekommen war. Es ist ebenfalls interessant festzustellen, wenn wir Johannes 2,11 lesen, dass seine Jünger aufgrund dieses Zeichens an ihn glaubten. Anscheinend trifft das für seine Mutter und seine Brüder nicht zu. Sie werden separat von seinen Jüngern in Vers 12 erwähnt, was andeutet, dass Christus zu jener Zeit seine Brüder (noch) nicht als seine Jünger betrachtete.

DIE BEKEHRUNG VON CHRISTI VERWANDTSCHAFT NACH SEINER AUFERSTEHUNG

Obschon wir nirgendwo lesen, dass Christus seiner Mutter nach seiner Auferstehung erschien, lesen wir in Apostelgeschichte 1,13-14 etwas ganz Außergewöhnliches über Maria und Christi Brüder nach seiner Auferstehung: „Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus. Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“

Zu diesem Zeitpunkt WAREN Maria und Christi Brüder Jünger von Christus. Uns wird nicht speziell gesagt, ob alle vier Brüder Christi anwesend waren, aber dies wird scheinbar angedeutet, da von „seinen Brüdern“ die Rede ist.

Halley kommentiert dazu auf Seite 561: „Hoch angesehen und respektiert als Mutter des Heilands, gaben die Apostel nicht die leiseste Andeutung des Gefühls, dass sie zwischen ihnen und Christus vermitteln müsse.“

Eine Änderung war offensichtlich eingetreten, die Maria und ihre Söhne dazu veranlasste, an Christus zu glauben und an seine Botschaft, die er gepredigt hatte. In 1. Korinther 15,3-8 gibt uns Paulus einen Einblick: „Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas (Petrus), danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden.“

Nach seiner Auferstehung erschien Christus dem Kephas (aramäisch für Petrus), und dann allen zwölf Aposteln. Er erschien ebenfalls dem Jakobus. Als Paulus diesen Brief schrieb, wird Jakobus als ein Apostel erwähnt, mindestens bei Implikation (wie Vers 7 sagt: „Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln.“) Wer war dieser Jakobus?

Erinnern Sie sich, die Namen der vier Brüder Christi lauteten Jakobus, Josef, Simon und Judas (Matthäus 13,55). Es war dieser Jakobus, der älteste von Christi vier Brüdern, der Christus nach seiner Auferstehung sah, und der einer der wichtigsten Apostel in der frühen neutestamentlichen Kirche wurde.

Barcley kommentiert auf Seite 95 folgendes zum Buch der Apostelgeschichte: „Im Osten wäre es die natürlichste Sache der Welt für den nächsten Bruder gewesen, die Arbeit eines älteren Bruders, der getötet worden war, zu übernehmen; aber aus den Evangelien lernen wir, dass Jesu Brüder nicht an ihn glaubten (Johannes 7,5), und dass sie tatsächlich dachten, er wäre verrückt (Markus 3,21).“

Zuerst hatte der Apostel Petrus eine leitende Position, auch, was die Kirche in Jerusalem anbetraf. Aber Jakobus wurde nach seiner Bekehrung mehr und mehr zu einem führenden Apostel, und zwar in dem Ausmaße, wie er sein Leben Christus widmete, wobei die anderen Apostel in fremde Länder reisten, um das Evangelium in der ganzen Welt zu predigen. (Vgl. bezüglich der hervorgehobenen Rolle von Jakobus, dem Bruder Christi, Galater 1,18-19; 2,9, 11-12; Apostelgeschichte 12,16-17; 15,13-20; 21,18.)

Hinsichtlich der ersten Predigerkonferenz in Jerusalem, beschrieben in Apostelgeschichte 15, erklärt Eerdman folgendes auf Seite 560: „Die Zusammenfassung und das Urteil, das von Jakobus, des Herrn Bruder und Oberhaupt der Kirche in Jerusalem, gegeben wurde, fand allgemeine Zustimmung.“

Wir sehen also, dass Jakobus, der Bruder von Christus, zu jenem Zeitpunkt die Position eines den Vorsitz führenden Apostels der Jerusalemer Kirche innehatte. Barcley weist auf Seite 115 auf folgendes hin: „Seine Führung war kein formales Amt; es war eine moralische Führung, die ihm gewährt wurde, da er ein außergewöhnlicher Mann war.“

Schließlich schrieb Jakobus den Jakobusbrief, einen der letzten Briefe in der Bibel. Jakobus wurde der „Gerechte“ genannt, wie Eusebius berichtet. Gemäß dem Geschichtsschreiber Hegesippus (180 n. Chr.) sollen seine Knie so hart wie die eines Kamels gewesen sein, da er sehr oft und sehr lange im Gebet niederkniete. Der Überlieferung nach gab Jakobus, nachdem er von Christi Auferstehung gehört hatte, ein Gelübde ab, wonach er nicht essen und trinken würde, bis dass er selbst Jesus gesehen habe – und wir wissen, dass Jesus ihm erschienen ist.

Laut Josephus ist Jakobus direkt nach Beendigung seines Briefes im Jahre 62 n. Chr. zu Tode gesteinigt worden, angeblich wegen Verletzung des Gesetzes. Falls diese Annahme stimmt, dann bezieht sie sich wahrscheinlich auf Jakobus Entscheidung in Apostelgeschichte 15, dass gewisse Rituale nicht mehr länger bindend waren.

Eine andere Tradition berichtet über die Ereignisse von Jakobus‘ Tod wie folgt: Die Pharisäer und Schriftgelehrten stellten Jakobus auf die Spitze des Tempels und forderten von ihm, Christus zu verleugnen. Als er sich weigerte, stürzten sie ihn hinunter. Obwohl schwer verletzt, starb er doch nicht an den Folgen des Aufpralls. Er betete um Vergebung seiner Feinde. Dann wurde er gesteinigt und mit Knüppeln zu Tode geprügelt. Gemäß Hegesippus wurde er auf dem Platz bei dem Tempel beerdigt, wo er getötet worden war.

Gemäß einer anderen Tradition ist Jakobus zum Zeitpunkt seines Todes von Christi Bruder Simon ersetzt worden, der Oberhaupt der Kirche in Jerusalem wurde. Simon soll ungefähr im Jahre 100 n. Chr. gestorben sein.

Weder die Bibel noch die Überlieferungen lassen uns etwas über Jesu zweitältesten Bruder Josef wissen, aber wie wir schon betonten, deutet die Apostelgeschichte in Kapitel 1 an, dass auch er ein Jünger von Christus wurde. Wir lesen ebenfalls in 1. Korinther 9,5, dass die „Brüder des Herrn“ Jünger von Christus geworden sind. Und uns wird gesagt, dass sie, wie die Apostel und speziell Petrus, verheiratet waren und Ehefrauen hatten, die scheinbar ebenfalls bekehrt wurden und sie auf ihren Reisen begleiteten.

Die Bibel enthält einen zusätzlichen Brief, der von einem anderen Bruder Christi, Judas, verfasst worden ist, und dessen Epistel seinen Namen trägt. Offenbar war Judas der jüngste Bruder von Christus. Er erklärt im ersten Vers des Judasbriefes, dass er der Bruder von Jakobus ist, der älteste von Christi Brüdern. Judas verfasste seinen Brief in den Jahren 65 bis 80 n. Chr.

Wir wissen aus der Bibel und von den Überlieferungen, dass wenigstens drei der Brüder Christi, und höchstwahrscheinlich sogar alle vier, bekehrt wurden, obwohl sie zuerst nicht an Jesus glaubten. Und dasselbe gilt auch für Maria, der Mutter von Jesus. Die Überlieferung sagt uns, dass der Apostel Johannes auf seinen Reisen von einer älteren Frau begleitet wurde, wahrscheinlich von Maria, die Johannes zu sich nach Hause nahm, der somit treu dem Gebot Christi am Kreuze folgte und sich um sie kümmerte.

Die Tatsache, dass der auferstandene Jesus dem Jakobus erschien, scheint die Änderung ausgelöst zu haben. Wir können uns vorstellen, wie es vielleicht geschehen ist: Nun, da er verstand, wer Christus wirklich war, erzählte er seiner Mutter und seinen Verwandten von seinem Erlebnis. Maria wiederum erinnerte sich und verstand nun, was der Engel ihr einst gesagt hatte; was die Schafhirten ihr erzählten; was die Weisen aus dem Morgenland getan hatten, was der Prophet Simeon vorausgesagt hatte; und was Jesus gesagt und getan hatte. Sie erkannte, dass Christus sterben musste, wie Simeon es vorhergesagt hatte, und dass der auferstandene Christus zurückkommen würde, um über die ganze Welt zu regieren. Dies ergab nun alles Sinn, nachdem Christus dem Jakobus erschienen war.

Und so wurden Maria und ihre Söhne einflussreiche Mitglieder der frühen neutestamentlichen Kirche. Auch sie starben irgendwann und wurden beerdigt und warten in ihren Gräbern mit all den anderen verstorbenen Christen auf ihre Auferstehung zum ewigen Leben. Sie sind nicht im Himmel (vgl. Johannes 3,13; Apostelgeschichte 2,29, 34; Hebräer 11,39; 1. Thessalonicher 4,15-17).

Weder Maria noch irgendein anderer Jünger Christi wurde nach dem Tode auferweckt. Nur Christus selbst wurde als ein Geistwesen auferweckt und fuhr zum Himmel auf. Maria ist nicht in den Himmel aufgefahren, und sie sitzt nicht neben Christus, um zwischen uns und ihm oder Gott dem Vater zu vermitteln. Dieses Konzept stammt aus dem Heidentum und ist völlig ohne jegliches biblisches Fundament. Tatsächlich widerspricht es der Offenbarung Gottes, dass Christus der EINZIGE Vermittler zwischen der ganzen Menschheit und Gott ist (vgl. 1. Timotheus 2,5). Die Assyrer und Babylonier glaubten an eine „Himmelskönigin“, zu der sie beteten. Aber Gott verdammt dieses Verhalten im Buch von Jeremia (vgl. Jeremia 7,18-19) und in anderen Stellen. Wir brauchen keinen Vermittler zwischen Christus und uns. Vielmehr können wir direkt zum Vater beten, mit Christus als unserem Vermittler. Er ist derjenige, der uns vor Gott repräsentiert. Der Grund ist, dass er ein Leben als ein Mensch geführt hat. Er ist von daher sehr wohl mit unseren Schwachheiten und unseren Kämpfen vertraut. Als er als ein menschliches Wesen starb, wurde er das perfekte Opfer für unsere Sünden.

Christi Brüder, und wahrscheinlich auch seine Schwestern, waren verheiratet. Offenbar hatten sie Kinder. Und wer weiß, vielleicht lebt Christi Verwandtschaft heute noch auf dieser Erde. Aber von einem geistlichen Standpunkt aus gesehen haben wir tatsächlich Kontakt mit den direkten Nachfahren Christi – seinen Geschwistern. Erinnern Sie sich an Christi Worte: „Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.“

Teil 4

DIE GERICHTSVERHANDLUNG VON JESUS

Christus beging niemals eine Sünde. Er übertrat niemals Gottes Gesetz. Wir lesen, dass kein Betrug über seine Lippen kam. Wir lesen, dass er keine Verbrechen gegen irgendjemanden begangen hat, und dass er nur um unsertwillen zu den Gesetzesübertretern gezählt und als Verbrecher angesehen wurde, so dass er für uns sogar zur Sünde wurde. Wegen uns kam er im sündigen Fleisch, aber es steht eindeutig fest, dass er niemals sündigte und gegen Gottes Gesetz verstieß.

Und wie sieht es mit Gesetzen aus, die von Menschen in Kraft gesetzt wurden? Wurde er zu jener Zeit laut dieser Gesetze rechtmäßig zum Tode verurteilt? Es gibt viele Rechtsgelehrte, die, nachdem sie das jüdische und römische Recht näher studiert haben, zu dem Schluss gekommen sind, dass Jesus Christus rechtmäßig verurteilt wurde; dass er rechtmäßig hingerichtet und rechtmäßig in Übereinstimmung mit dem menschlichen Gesetz getötet wurde.

Zum Beispiel behauptet Richard Wellington Husband, Professor der Rechts-wissenschaften und Rechtsanwalt, in seinem Buch „The Persecution of Jesus“, dass Christi Gefangennahme rechtmäßig war; dass die Anhörung vor dem Sanhedrin, zu jener Zeit der Oberste Gerichtshof der Juden, rechtmäßig war; dass die Verhörung vor Pontius Pilatus rechtmäßig war; dass Christi Verurteilung rechtmäßig war; dass die vorgelegten Beweise ausreichend waren, um die Anschuldigungen zu untermauern; und dass die Hinrichtung von Jesus rechtmäßig war. Ein anderer Professor der Rechtswissenschaften, Max Radin, erhebt in seinem Buch The Trial of Jesus of Nazareth den Anspruch, dass Jesus rechtmäßig verurteilt und rechtmäßig hingerichtet wurde. Aber nicht alle Rechtsgelehrten und Anwälte teilen diese Ansichten.

James C. McRuer, ehemaliger Chief Justice des Obersten Zivilgerichtes in Ontario, Kanada, und ehemaliger Präsident der kanadischen Rechtsanwaltskammer, veröffentlichte in 1964 ein kleines Buch mit dem Titel The Trial of Jesus. McRuer kam zu dem Schluss, dass Jesus Christus nicht rechtmäßig verurteilt und hingerichtet worden ist.

Um herauszufinden, ob Christi Gefangennahme, Gerichtsverhandlung und Hinrichtung legal oder illegal waren, müssen wir uns die Seiten der Bibel näher anschauen. Lassen Sie uns unsere Studie in Matthäus 26,3-4, beginnen: „Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes im Palast des Hohenpriesters, der hieß Kaiphas (der Hohepriester zu dieser Zeit war Kaiphas), und hielten Rat, wie sie Jesus mit List (Randbemerkung: Betrug) ergreifen und töten könnten.“

Die Revidierte Standard Version übersetzt das Wort für „List“ oder „Betrug“ mit „Heimlichkeit“. Sie billigten eine geheime und verborgene Vorgehensweise, um Christus gefangen nehmen zu können.

Weiter erfahren wir in Johannes 18,3, dass sie Christus gefangen nahmen, indem sie Knechte der Hohenpriester und Pharisäer sowie eine Schar von Soldaten aussandten.

Alfred Edersheim weist in Jesus the Messias auf folgendes hin: „Aber in der Festung von Antonia, in der Nähe des Tempels und mit ihm verbunden durch zwei Treppen, lag die römische Garnison. Während des Festes wurde der Tempel selbst von einer bewaffneten Kohorte beschützt, aus 400 bis 600 Männern bestehend, um irgendwelche Tumulte unter den zahllosen Pilgern zu verhindern oder zu unterdrücken. Es war solch ein Hauptmann von einer ‚Kohorte’, bei dem die Hohenpriester und Oberhäupter der Pharisäer eine bewaffnete Garde beantragten, um die Gefangennahme von Jesus zu bewirken, und zwar mit der Begründung, dass es vielleicht zu einem öffentlichen Tumult kommen könnte. Dies geschah, ohne die notwendige Anklage gegen Jesus erhoben zu haben, die hätte gemacht werden sollen, was vielleicht zu weiteren Komplikationen geführt hätte … Die römische Abteilung, bewaffnet mit Schwertern und ‚Stöcken’ … wurde von Knechten aus dem hohepriesterlichen Palast und anderen jüdischen Offizieren begleitet, um die Gefangennahme von Jesus zu bewirken.“

KEINE ANKLAGE GEGEN CHRISTUS BEI SEINER
VERNEHMUNG

Keine Anklage wurde gegen Christus bei seiner Gefangennahme erhoben. Keine Anklage war bislang überhaupt erhoben worden. Er wurde gefangen genommen, um „einen potentiellen Tumult“ zu verhindern. Sie kamen in der Nacht. Jesus selbst sagte, dass sie kamen, als wollten sie einen Räuber gefangen nehmen, den sie sofort einsperren müssten.

Matthäus 26,55 fährt fort: „Zu der Stunde sprach Jesus zu der Schar: Ihr seid ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen. Habe ich doch täglich im Tempel gesessen und gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen.“ Christus sagte, dass es wirklich nicht nötig war, ihn auf diese Art und Weise gefangen zu nehmen – in heutiger Terminologie bedeutet das „ohne einen Haftbefehl“. Christus hatte nichts getan, was dieses Vorgehen auf irgendeine Weise gerechtfertigt hätte. Aber Christus wusste natürlich, dass Satan all dies beeinflusste.

Satan hatte schon von Judas Iskariot Besitz ergriffen und ihn dahingehend inspiriert, Christus für 30 Silberlinge zu verraten (Matthäus 26,14-15; Johannes 13,2; Lukas 22,3). Und Satan hatte natürlich auch die Pharisäer und Sadduzäer beeinflusst, Christus illegal gefangen zu nehmen mit dem letztendlichen Ziel, ihn zu töten.

Lukas 22,47-53, führt die Ereignisse wie folgt fort: „Als er aber noch redete, siehe, da kam eine Schar; und einer von den Zwölfen, der mit dem Namen Judas, ging vor ihnen her und nahte sich zu Jesus, um ihn zu küssen. Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst du den Menschensohn mit einem Kuss? Als aber, die um ihn waren, sahen, was geschehen würde, sprachen sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer von ihnen (Petrus, siehe Johannes 18,10) schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Da sprach Jesus: Lasst ab! Nicht weiter! (Matthäus 26,52 weist darauf hin, dass er auch sagte: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“) Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn (Er machte die Tat von Petrus rückgängig. Petrus hatte diesen Mann verletzt und Christus heilte ihn). Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Ältesten, die zu ihm hergekommen waren: Ihr seid wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen ausgezogen. Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt nicht Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“

Christus wusste genau, wer hinter all diesem steckte. Er wusste, dass Satan derjenige war, der sie beeinflusste, damit sie all das taten. Dies war Satans Stunde. Es war die Stunde der Finsternis.

Als Satan von Judas Besitz ergriff, verließ Judas Christus und die anderen Jünger. Johannes lässt uns in Kapitel 13, Vers 30, wissen, dass „es Nacht war“, als dies geschah. Warum wurde diese Tatsache extra betont? Weil es die Stunde der Finsternis war.

Lassen Sie uns wiederum betonen, dass Christus nicht verhaftet wurde, weil irgendeine offizielle Anklage gegen ihn erhoben worden war aufgrund eines kriminellen Vergehens, das er angeblich begangen haben sollte. Es gab keine gesetzliche Grundlage für seine Verhaftung. Niemand hatte dem Sanhedrin Beweise vorgelegt, oder vor diesem eine Zeugenaussage gemacht, um eine Verhaftung zu rechtfertigen oder Vollmacht oder Rechtsgrundlage für eine Verhaftung zu erwirken.

Zuerst wurde Christus dem Hannas vorgeführt. In diesem Jahr hatte Hannas nicht das Amt des Hohenpriesters inne, sondern Kaiphas. Hannas war der Schwiegervater des Hohenpriesters Kaiphas, und er war Hoherpriester im vorangegangenen Jahr gewesen. Die Bibel bezieht sich immer noch auf Hannas als Hohenpriester, obschon technisch gesehen in jenem Jahr Kaiphas das Amt des Hohenpriesters innehatte. (Denken wir daran, Christus war immer noch Gott im Fleisch, obwohl er, der Gott gewesen war, völlig Mensch geworden war.)

ILLEGALE VERNEHMUNG

Christi Vernehmung vor Hannas war illegal. Erstens brachten sie ihn in der Nacht zu Hannas. Aber das jüdische Gesetz verbot jegliche Gerichtsverfahren bei Nacht. Keine Gerichtsverhandlung durfte vor dem morgendlichen Opfer stattfinden. Der Sanhedrin hielt nur Gericht nach dem Ende des morgendlichen Opfers bis zu Beginn des abendlichen Opfers, was bedeutet, dass Sitzungen nur tagsüber stattfanden. Die Mitglieder des Sanhedrin hätten sich niemals offiziell in der Nacht versammeln dürfen. Dass sie es hier taten, zeigt an, dass das ganze Verfahren rechtswidrig war.

Apostelgeschichte 4,1-3, bestätigt diese Tatsache: „Während (die Apostel) zum Volk redeten, traten zu ihnen die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer, die verdross, dass sie das Volk lehrten und verkündigten an Jesus die Auferstehung von den Toten. Und sie legten Hand an sie und setzten sie gefangen bis zum Morgen; denn es war schon Abend.“ Sie wussten, dass sie,
wenn sie nach ihrem eigenen Gesetz handeln wollten, während
der Nacht nichts ausrichten konnten.

Vers 5 fährt fort: „Als nun der Morgen kam, versammelten sich ihre Oberen und Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem, auch Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alexander und alle, die vom Hohenpriestergeschlecht waren…“ Sie kamen am nächsten Tag zusammen, um die Gerichtsverhandlung gegen die Apostel zu eröffnen – sie taten es nicht während der Nacht.

Ein anderes Beispiel kann in Apostelgeschichte 5,17 gefunden werden: „Es erhoben sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich die Partei der Sadduzäer, von Eifersucht erfüllt, und legten Hand an die Apostel und warfen sie in das öffentliche Gefängnis. Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte des Lebens. Als sie das gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber und die mit ihm waren, kamen und riefen den Hohen Rat und alle Ältesten in Israel zusammen (dieses geschah während des Tages) und sandten zum Gefängnis, sie zu holen.“ Sie beriefen keine Vernehmung oder kein Gerichtsverfahren während der Nacht ein. Sie verstanden, dass ihr eigenes Gesetz dies verbot, und so warteten sie bis zum nächsten Morgen. Aber sie handelten nicht so im Fall von Jesus Christus. Sie verstießen bewußt gegen ihr eigenes Gesetz und begannen, Christus in der Nacht zu verhören.

Zweitens wurde die Vernehmung von einem früheren Hohenpriester durchgeführt, Hannas, und nicht Kaiphas. Es war noch nicht einmal ein öffentliches Verhör, sondern eine private „Vernehmung“. Hannas hatte keine gesetzliche Amtsbefugnis, überhaupt solch eine Untersuchung durchzuführen. Das jüdische Gesetz besagte: „Ein Angeklagter ist niemals einem privaten oder geheimen Verhör auszusetzen.“ Aber genau das geschah im Fall von Christus. Er wurde im Geheimen von einer Person verhört, die kein öffentliches Amt innehatte.

Warum geschah es? Warum brachten sie Christus zu Hannas und nicht sofort zum amtierenden Hohenpriester Kaiphas? Christus wurde zu Hannas gebracht, um von ihm privat verhört zu werden zum Zwecke der Sammlung von Beweisen, um gegen ihn Anklage erheben zu können. Sie hatten ihn bislang noch nicht anklagen können! Sie hatten noch keine Beweise für eine Anklage! Sie wussten nicht, wofür sie ihn anklagen sollten! So versuchten sie also, genug Beweismaterial in einem privaten und illegalen Verhör durch Hannas zu erhalten. Aber Christus antwortete auf all seine Fragen mit Würde und Intelligenz.

Christus verstand das jüdische Gesetz sehr gut. Christus war ein Jude. Er wuchs in der jüdischen Gesellschaft auf. Er wusste, was seine jüdischen Rechte waren. Johannes 18,19-21: „Der (frühere) Hohepriester (Hannas) befragte nun Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei und offen vor aller Welt geredet. Ich habe allezeit gelehrt in der Synagoge und im Tempel, wo alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragst du mich? Frage die, die gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, sie wissen, was ich gesagt habe.“

Christus beantwortete die Frage nicht direkt. Er sagte stattdessen: „Lass andere die Anklage gegen mich vorbringen und die Beweise, die Deiner Ansicht nach gegen mich sprechen sollen.“ Das war nicht die Antwort, die Hannas hatte hören wollen. Hannas und seine Komplizen griffen zu Gewalt und Folter, um ein Geständnis aus dem Gefangenen herauszupressen.

Johannes 18,22-23 fährt fort: „Als er so redete, schlug einer von den Knechten, die dabeistanden, Jesus ins Gesicht und sprach: Sollst du dem Hohenpriester so antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise, dass es böse ist; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?“ Da nichts Weiteres gewonnen werden konnte, sandte Hannas Christus gefesselt zu seinem Schwiegersohn, Kaiphas, dem damaligen amtierenden Hohenpriester.

ILLEGALE GERICHTSVERHANDLUNG

Es folgt ein Zitat aus dem Buch von McRuer „The Trial of Jesus“, Seite 52: „Nichts wurde durch eine private Vernehmung erreicht. Die ganze Vorgehensweise vor Hannas war gemäß dem hebräischen Gesetz von Anfang bis Ende illegal. Jeder Angeklagte hatte das Recht, von jeder privaten oder persönlichen Verhörung verschont zu bleiben, bis eine öffentliche Verhandlung stattfinden würde … Hannas ließ Jesus fesseln und sandte ihn zu Kaiphas, um vor dem Großen Sanhedrin verhört zu werden.“

Matthäus 26,57-58, berichtet: „Die aber Jesus ergriffen hatten, führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, wo die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammelt hatten. Petrus aber folgte ihm von ferne bis zum Palast des Hohenpriesters und ging hinein und setzte sich zu den Knechten, um zu sehen, worauf es hinaus wollte.“

Christus wurde in die private Wohnung des Hohenpriesters gebracht, und all die Schriftgelehrten und Ältesten waren dort ebenfalls versammelt. Aber es war immer noch Nacht, und niemand hätte während der Nacht verhört werden dürfen. Ebenfalls war es dem Sanhedrin nicht erlaubt, sich vor einem jährlichen Festtag zu versammeln und eine Gerichtsverhandlung wegen eines Kapitalverbrechens abzuhalten.

Wie es im nächsten Kapitel dieser Broschüre näher erklärt wird, wurde Christus an einem Dienstagabend gefangen genommen, und an einem Mittwoch getötet, noch vor dem Abend eines jährlichen Festtages, des ersten Tages der Ungesäuerten Brote. Gemäß dem jüdischen Gesetz war Christi „Verhandlung“ auch deshalb illegal, weil ein Kapitalverbrechen nicht nur innerhalb eines Tages abgeschlossen werden konnte, es sei denn, durch einen Freispruch. Das Gesetz verlangte, dass eine solche Verhandlung mindestens an zwei aufeinander folgenden Tagen erfolgen musste, um jemanden zum Tode verurteilen zu können. Und deshalb durfte ein Prozess, der mit einer Todesstrafe enden konnte, niemals an einem Freitag oder an einem Tag vor einem jährlichen Festtag beginnen, da keine Verhandlungen an einem wöchentlichen Sabbat oder an einem der jährlichen Festtage stattfinden durften. Das Erfordernis von wenigstens zwei Tagen für die Verhandlung eines Kapitalverbrechens war Bestandteil eines sorgfältig ausgearbeiteten Sicherheitsverfahrens, um zu verhindern, dass jemand vorschnell hingerichtet wurde.

Es folgt ein weiteres Zitat aus McRuers The Trial of Jesus, Seiten 56-57: „Wenn es einen Schuldspruch gab, konnte eine Verurteilung nicht am selbigen Tage erfolgen. Die Mitglieder des Gerichtes mussten paarweise gehen, durften nur sehr wenig essen und überhaupt keinen Wein trinken, um die Angelegenheit die ganze Nacht hindurch besprechen zu können, und kamen am folgenden Morgen wieder zusammen. Und am folgenden Morgen, beginnend mit dem jüngsten Mitglied des Gerichtes, damit er nicht von den Älteren beeinflusst werden konnte, wurde von jedem eine Aussage gefordert. Diejenigen, die für einen Freispruch waren, würden sagen: ‚Ich verkündigte seine Unschuld gestern, und ich erkläre ihn immer noch für unschuldig.’ Und diejenigen, die für eine Verurteilung waren, würden sagen: ‚Ich verkündigte gestern seine Schuld, und ich erkläre ihn immer noch für schuldig.’ Derjenige, der für eine Verurteilung war, durfte im nachhinein vielleicht für Freispruch plädieren, aber derjenige, der für einen Freispruch war, durfte keinen Rückzieher machen und einer Verurteilung zustimmen. Es wurde gesagt, dass ein Sanhedrin, der auch nur einen Menschen innerhalb von sieben Jahren zum Tode verurteilte, als ‚destruktiv’ galt. Die Sicherheitsbedingungen gegen die Verurteilung eines unschuldigen Menschen endeten sodann auch nicht mit der Gerichtsentscheidung und dem Urteilsspruch. Das Gesetz verlangte, dass die Vollstreckung, die am selben Tag der Urteilsverkündung stattfand, außerhalb der Mauern vollzogen wurde … Ein Herold führte die Prozession an, rief den Namen des Verurteilten aus und verkündete seine Straftat, für die er verurteilt worden war, indem er hinzufügte: ‚Weiß irgend jemand etwas, was für seinen Freispruch sprechen könnte, so lasset ihn hervortreten und dafür plädieren.’ Sollte es zur Kenntnisnahme des Gerichtes gelangen, dass irgend jemand, egal, ob Mitglied des Gerichts oder nicht, es wünschte, weitere Argumente vorzubringen, so signalisierte der Wachposten mit dem Handtuch einem Reiter, und dieser wiederum hielt daraufhin die Prozession an und brachte den Gefangenen erneut vor das Gericht. Sogar wenn der Gefangene während der Prozession einwerfen würde: ‚Ich habe etwas zu meinen Gunsten hinsichtlich meines Freispruches zu sagen’, verlangte es das Gesetz, dass er zu weiteren Gerichtsverhandlungen zurückgebracht wurde, sei es vier oder fünf Male, wenn er Wesentliches vorzubringen hatte.“

Wie wir wissen, erfolgte das „Verhör“ im Hause des Hohenpriesters Kaiphas. Dies war ein weiterer Verstoß, weil es in der regulären Gerichtshalle des Sanhedrin hätte stattfinden müssen. Aber es konnte dort nicht stattfinden, da das Gericht während der Nacht nicht offiziell „tagen“ durfte.

Als Christus vor den Hohenpriester Kaiphas und den Sanhedrin gebracht wurde, war noch immer keine Anklage gegen ihn erhoben worden. Das ist sehr wichtig, da der Sanhedrin selbst nach jüdischem Gesetz keine Anklage erheben durfte. Wenn jemand vor den Sanhedrin gebracht wurde und es existierte keine Anklage, dann musste das „Verfahren“ eingestellt und der Beschuldigte freigelassen werden. Die Mitglieder des Sanhedrin verstießen gegen das eigene Gesetz, da sie Christus nicht gehen lassen wollten. Sie versuchten, während des Verhörs durch gestellte „Zeugen“ eine Anklage zu formulieren.

Um jemanden eines Kapitalverbrechens zu überführen, mussten mindestens zwei Zeugen zugegen sein, deren Aussage übereinstimmen musste. Der Sanhedrin konnte noch nicht einmal zwei (falsche) Zeugen vorführen, die beide dieselbe (falsche) Aussage machen würden.

Lassen Sie uns folgendes in Markus 14,53, 55-59, nachlesen: „Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester; und es versammelten sich alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten … Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode brächten, und fanden nichts. Denn viele gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein. Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn und sprachen: Wir haben gehört, dass er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber ihr Zeugnis stimmte auch so nicht überein.“

Die Aussagen dieser Zeugen, wie die Aussagen der meisten falschen Zeugen, stimmten nicht überein. Da sie nicht übereinstimmten, mussten ihre Zeugnisse gemäß jüdischem Gesetz verworfen werden. Alle ihre Anhörungen und Zeugenaussagen mussten so behandelt werden, als hätten sie gar nicht stattgefunden. Auch erlaubte es das Gesetz nicht, dass ein Richter die Aussage nur eines Zeugen berücksichtigte, um den Angeklagten zu verurteilen.

Markus 14,60-61, fährt fort: „Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? Er aber schwieg still und antwortete nichts …“

Christus weigerte sich zu antworten. Er kannte das jüdische Gesetz. Da die Zeugenaussagen nicht übereinstimmten, gab es immer noch keine Anklage. Daher war das Verhalten des Hohenpriesters wieder ein Verstoß gegen das Gesetz. Christus musste nicht antworten, denn es gab nichts zu antworten. Und so blieb Christus schweigsam.

McRuer erklärt auf Seite 59 (Betonung durch uns): „Zu diesem Zeitpunkt hatte Kaiphas seine Rolle als Hoherpriester im Stich gelassen und verstieß gegen alle Regeln des hebräischen Prozessablaufes, indem er sich vornahm zu tun, was seine Lakaien nicht geschafft hatten – Jesus dazu zu bringen, eine ihn sich selbst belastende Aussage zu machen … Bis ein Fall einwandfrei durch die Beweise von zwei oder drei öffentlich gegebenen Zeugenaussagen feststand, war derjenige, der einem Verhör für eine Kriminaltat unterzogen wurde, nicht nur als unschuldig zu betrachten, sondern auch als noch nicht einmal angeklagt. Es waren die Aussagen der Hauptzeugen, die eine Anklage begründeten. Wenn sie aussagten und ihre Aussagen übereinstimmten, dann bildete das die Grundlage für eine Anklage. Da es keine Aussagen gab und deshalb keine Anklage, stand Kaiphas auf und vollbrachte eine rechtswidrige Handlung nach der anderen, indem er Jesus aufforderte, gegen sich selbst auszusagen.“

Markus 14,61-64, fährt fort: „ … Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin’s; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Was bedürfen wir weiterer Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil? Sie aber verurteilten ihn alle, dass er des Todes schuldig sei.“

Die Handlungsweise des Hohenpriesters war eine ungeheuerlich empörende und schamlose Verletzung des jüdischen Gesetzes. Der zeitgenössische jüdische Gelehrte Marimonius schrieb in seinem Buch Sanhedrin: „Wir haben in unserer Rechtsprechung ein fundamentales Prinzip, dass niemand eine Anschuldigung gegen sich selbst vorbringen kann. Sollte ein Mensch vor einem gesetzlich eingesetzten Tribunal ein Schuldbekenntnis ablegen, kann solch ein Geständnis nicht gegen ihn verwendet werden, es sei denn, es wird von zwei anderen Zeugen als richtig bestätigt.“

Sogar wenn ein Angeschuldigter ein Schuldbekenntnis abgab, musste es unberücksichtigt bleiben, es sei denn, zwei zusätzliche Zeugen waren am Prozess beteiligt. Ein Schuldbekenntnis alleine reichte für eine Verurteilung nicht aus.

Diese Tatsache wird ebenfalls von Mendelsohn in Criminal Jurisprudence of the Ancient Hebrews bestätigt. Er weist auf Seite 133 auf folgendes hin: „Kein Versuch ist jemals gemacht worden, einen Menschen dahin zu bringen, sich selbst anzuklagen. Zudem ist ein von ihm freiwillig abgegebenes Geständnis nicht als Beweismittel zugelassen, und deshalb nicht ausreichend für eine Verurteilung, sofern nicht eine legale Anzahl von Zeugen seine Selbstanklage genau bekräftigen.“

Die Vorgehensweise des Hohenpriesters, sein Versuch, Christus zu einer Selbstanklage zu bewegen, und dann sein „Geständnis“ als Beweis zu benutzen, war offenkundig illegal.

Ebenfalls lesen wir, dass „alle“ ihn zum Tode verurteilten. Das Urteil gegen Christus war einstimmig. Aber nach jüdischem Gesetz hatte ein einstimmiges Urteil gegen einen Verbrecher, der wegen eines kriminellen Kapitalverbrechens angeklagt wurde, einen Freispruch zum Ergebnis. Das jüdische Gesetz verlangte nämlich, dass wenigstens einer der Richter den Angeklagten verteidigen musste. Wise schreibt in Martyrdom of Jesus: „Wenn keiner der Richter den Beschuldigten verteidigte, das heißt, wenn alle ihn für schuldig erklärten und sich kein Verteidiger im Gerichtssaal befand, dann war das Urteil schuldig ungültig und das Todesurteil durfte nicht vollstreckt werden.“

Mendelsohn, Criminal Jurisprudence of the Ancient Hebrews, fügt folgendes hinzu: „Ein gleichzeitiger und einstimmiger Schuldspruch, erlassen am Tage der Gerichtsverhandlung, hatte einen Freispruch zur Folge.“

Christus hätte freigesprochen und freigelassen werden müssen. Aber dies war nicht gemäß dem Plan der Ankläger. Das Urteil stand schon von vorne herein fest. Nichts hätte Christus tun können, dies zu verhindern, weil dies die Stunde der Finsternis war.

Die Tatsache, dass Christi Verurteilung schon von allen Richtern eine beschlossene Sache war, wirft ein anderes Problem auf, da nach jüdischem Recht die Richter unparteiisch sein mussten. Niemand konnte z.B. über jemanden ein Urteil sprechen, wenn er mit ihm verfeindet war. Benny schreibt auf Seite 37 in „Criminal Code of the Jews“:

„Unter keinen Umständen durfte ein Mann, der dafür bekannt war, dass er mit der angeklagten Person verfeindet war, eine ihm anvertraute Position unter den Richtern einnehmen.“

Alle Richter waren natürlich Feinde von Christus. Das bedeutet, dass keiner von ihnen eine rechtliche Zuständigkeit besaß, die auf verfahrensrechtlichen Regelungen des jüdischen Gesetzes beruht hätte, um ihn überhaupt vor Gericht zu stellen und zu verhören.

Die illegalen Absichten der Mitglieder des Sanhedrin werden im 11. Kapitel des Berichts von Johannes eindeutig offenbart. Beginnend mit Vers 46 lesen wir: „Einige aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Lassen wir ihn so, dann werden sie alle an ihn glauben, und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber von ihnen, Kaiphas, der in dem Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisst nichts; ihr bedenkt auch nicht: Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe. Das sagte er aber nicht von sich aus, sondern weil er in dem Jahr Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die verstreuten Kinder Gottes zusammenzubringen. Von dem Tag an war es für sie beschlossen, dass sie ihn töteten.“

Der Hohepriester prophezeite, dass Christus für uns alle sterben würde, so dass wir nicht den ewigen Tod erleiden müssten. Dennoch, vom Standpunkt des Hohenpriesters aus gesehen, sprach er nur so, um Christus zum Tode verurteilen zu können. Er verstand nicht, dass Christi Tod für uns notwendig war, damit wir Vergebung unserer Sünden erhalten können. Er wollte Christus getötet sehen, da er Angst davor hatte, dass die Römer kommen und ihnen ihre Autorität und Macht wegnehmen würden. Sie hatten den Tod Christi sogar schon lange vor seiner Gefangennahme geplant.

Der ganze Ablauf der Gerichtsverhandlung erinnert irgendwie an die Sitzungen des Volksgerichtshofes in Nazi Deutschland unter dem grausamen und empörenden Richter Freisler. In The Rise and Fall of the Third Reich berichtet William Schirer über die Gerichtsverhandlung von deutschen Offizieren unter Graf von Stauffenberg, die erfolglos versucht hatten, Hitler im Jahre 1944 zu töten (Seiten 1273-1275, Copyright 1960): „Hitler … selbst bestimmte das Verfahren für ihre Verurteilung. ‚Dieses Mal (sagte er) … wird mit den Kriminellen kurzer Prozess gemacht. Keine militärischen Tribunale. Wir werden ihnen einen entsprechenden Empfang vor dem Volksgerichtshof bereiten. Keine langen Reden von ihnen. Das Gericht wird in Lichtgeschwindigkeit handeln. Und zwei Stunden nach der Verurteilung wird sie vollstreckt. Durch Hängung – ohne Gnade.’ Diese Instruktionen von oben wurden buchstäblich von Ronald Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichtshofes, durchgeführt. Freisler war ein widerwärtiger, andere misshandelnder Verrückter, der als Kriegsgefangener in Russland während des Ersten Weltkrieges ein fanatischer Bolschewik wurde, und der sogar, nachdem er 1924 ein ebenso fanatischer Nazi wurde, ein heißer Verehrer des sowjetischen Terrors und ein eifriger Student seiner Methoden blieb … Die vom Gericht angeordneten Verteidiger waren mehr als lächerlich. Ihre Feigheit … ist fast unglaublich. Witzlebens’ Anwalt … übertraf den Staatsanwalt und war Freisler fast ebenbürtig im Denunzieren seines Mandanten als einen ‚Mörder’, der total schuldig sei und die schwerste Strafe verdiene … Den ganzen Winter, das Frühjahr und den Sommer hindurch, bis zum Anfang des Jahres 1945, tagte das grausige Volkstribunal, raste durch seine makabren Gerichtsverhandlungen und stieß Todesurteile aus, bis letztendlich eine amerikanische Bombe am Morgen des 3. Februars 1945 direkt auf das Gerichtsgebäude fiel…, Richter Freisler tötete und die Aufzeichnungen über die meisten der Angeklagten zerstörte, die noch am Leben waren.“

Obwohl schreckliche Verurteilungen von Unschuldigen in der Vergangenheit geschahen, kann nichts mit dem verglichen werden, was Christus zu erleiden hatte. Auf Seite 62 des Buches The Trial of Jesus von McRuer’s Buch wird gesagt: „Jesus wurde unrechtmäßig gefangen genommen und unrechtmäßig im Geheimen von einem der im Rang höchsten Mitglieder des Gerichts verhört, von jemandem, der einer seiner Richter war. Das Gericht hatte sich unrechtmäßig bei Nacht versammelt. Keine gesetzliche Anklage, unterstützt durch die Aussagen zweier Zeugen, wurde jemals formuliert. Als Jesus von Kaiphas verhört wurde, war er nach hebräischem Gesetz unschuldig. Keine Anklage konnte gegen ihn erhoben werden. Als er vor Gericht stand, wurde er unrechtmäßig als Zeuge gegen sich selbst vernommen. Er wurde unrechtmäßig zum Tode verurteilt aufgrund von Worten, die aus seinem eigenen Munde kamen. ‚Unser Gesetz’, so Marmonidis, ‚verurteilt niemanden aufgrund einer Selbstaussage zum Tode.’ ‚Es existiert bei uns ein fundamentales Prinzip’, sagt Bartenora, ‚dass niemand sich selbst schaden kann mit dem, was er vor Gericht aussagt.’“

Aber es kommt noch schlimmer. Lassen Sie uns anschauen, was weiter nach Markus 14,65 geschah: „Da fingen einige an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verdecken und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns! Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht.“

Einen verurteilten Gefangenen zu schlagen, war ebenfalls gegen jüdisches Gesetz. Das jüdische Gesetz bestimmte, dass eine Person, die zum Tode verurteilt worden war, nicht in irgendeiner anderen Weise verhöhnt werden durfte. Nach all dem lieferte der Sanhedrin den gefesselten Jesus Christus an Pontius Pilatus aus, damit er ihn kreuzigte.

Lassen Sie uns hierzu eine andere interessante Stelle in Johannes 18,28 lesen: „Da führten sie Jesus von Kaiphas zum Prätorium (dem Gerichtspalast); es war früh am Morgen. Und sie gingen nicht hinein, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passamahl essen könnten.“

Innerhalb des Palastes von Pilatus gab es Altäre von römischen Göttern. Die hebräischen Priester und die Schriftgelehrten wollten nicht während der Passawoche zu solch einem Ort gehen, damit sie sich nicht „befleckten“ oder „unrein“ würden. Einige behaupten, dass diese Schriftstelle beweise, dass alle Juden das Passa an einem anderen Tage hielten als Jesus Christus, da Jesus und seine Jünger das Passa am vorangegangenen Abend beobachtet hatten.

Nach einigen Kommentaren bezieht sich jedoch Johannes 18,28 mit dem Wort „Passa“ auf einen Bock, der am ersten der jährlichen Heiligen Tage geopfert werden musste, und dieses Opfer wurde ebenfalls das „Passa“ genannt. Sodann existierte ein Konflikt zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern, zu welcher Zeit genau das Passalamm geschlachtet werden sollte. Die Pharisäer meinten, es sollte einen Tag später geopfert werden als es die Sadduzäer lehrten, die glaubten, es sollte an demselben Tage geschehen, an dem Christus und seine Jünger es gegessen hatten. Die Sadduzäer, und nicht die Pharisäer, waren verantwortlich für den Tempeldienst. Obgleich einige Juden den Pharisäern folgten und das Passa einen Tag zu spät hielten, folgten andere den Sadduzäern und hielten es an dem (richtigen) Tag, an dem Christus und seine Jünger das Passalamm aßen.

Johannes 18,29 fährt fort: „Da kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Was für eine Klage bringt ihr gegen diesen Menschen vor?“ Dies war eine sehr direkte Frage. Er wollte die Natur der Anklage wissen. McRuer schreibt auf Seite 67: „Die Frage nach der erhobenen Anklage zeigt deutlich, dass keine formelle Bestätigung einer richterlichen Entscheidung vom Sanhedrin vorlag. Es war offensichtlich, dass Pilatus beabsichtigte, seine Pflicht als Handhaber der römischen Gerichtsbarkeit zu tun, und diesen Fall nach Sachlage abzufertigen. Vor der Zusammenkunft des Sanhedrin hatte keine Anklage existiert. Das Urteil hatte die Anklage bestimmt. Das Problem, das die Ankläger Jesu verwirrte, war dieses: Wenn sie sagen würden, ‚wir haben ihn verhört und haben ihn der Blasphemie für schuldig befunden’, könnte Pilatus die ganze Angelegenheit als einen religiösen Disput behandeln, welcher dann nur für das jüdische Gericht von Bedeutung war. In diesem Falle würde der römische Statthalter sicherlich keiner Todesstrafe zustimmen.“

Johannes 18,30 fährt fort: „Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet.“

Sie wollten die Frage von Pilatus nicht beantworten. Sie wollten von ihm nur eine Pro-Forma-Bestätigung des Gerichtsurteils des Sanhedrin erhalten. Die Mitglieder des Sanhedrin waren jedoch über Pilatus Verhalten noch aus einem anderen Grunde überrascht. Edersheim weist auf Seite 590 darauf hin, dass „die Anfrage für sie umso erstaunlicher war, da Pilatus am vorherigen Abend sein Einverständnis zum Einsatz der römischen Wache gegeben hatte, damit die Gefangennahme von Jesus durchgeführt werden konnte.“

Aber offensichtlich hatte Pilatus nicht sein Einverständnis dazu gegeben, Christus zum Zwecke seiner Tötung gefangen zu nehmen. Und nun versuchte er herauszubekommen, was es war, womit sie Christus anklagten.

Weiter lesen wir in Johannes 18,31: „Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten.“

Nun erst erklärten sie deutlich, was sie eigentlich wirklich beabsichtigten. McRuer schreibt auf Seite 67: „Für die Mitglieder des Sanhedrin war das Verhalten von Pilatus alarmierend. Er war im Begriff, genau das zu tun, was sie nicht von ihm wollten – nämlich die ganze Angelegenheit dem jüdischen Gericht zu übergeben. So änderten sie ganz einfach ihre Strategie. Sie beriefen sich jetzt nicht mehr alleine auf das Gerichtsurteil des Sanhedrin, das Jesus der Blasphemie beschuldigte, sondern sie versuchten nun, Pilatus’ Interesse an diesem Fall zu wecken. Unter keinerlei Bezug zu dem, wofür Jesus im hebräischen Gerichtssaal verurteilt worden war, wurden neue Anschuldigungen gegen ihn vorgebracht.“

Diese neuen Anschuldigungen werden in Lukas 23,2 erwähnt: „… und (sie) fingen an, ihn zu verklagen, und sprachen: Wir haben gefunden, dass dieser unser Volk aufhetzt und verbietet, dem Kaiser Steuern zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König.“

McRuer weist auf den Seiten 67 und 68 auf folgendes hin: „Die erste und die zweite Anklage waren offenkundig falsch, und die dritte halbwahr und in einer Weise präsentiert, dass sie vollkommen falsch war. Zusammen gesehen waren diese Anklagen also Beschuldigungen, dass Jesus die Autorität des römischen Staates herausgefordert und seine majestätische Alleinherrschaft hinterfragt hätte.“

Einst hatten die Juden Christus gefragt, ob sie Steuern zahlen sollten und ob es gesetzmäßig wäre, Steuern zu zahlen, und Christus hatte geantwortet, dass man Cäsar geben solle, was Cäsar gehöre. Auch hatte Jesus niemals die Juden aufgefordert, gegen die Römer zu rebellieren. All diese neuen Beschuldigungen waren also offenkundig falsch. Und die Beschuldiger wussten es. Aber sie wurden nun immer verzweifelter, da sie Christus um jeden Preis töten wollten.

McRuer fährt auf Seite 68 fort: „Dieses war majestatis (Hochverrat), das schlimmste Verbrechen gegen den Staat … Die römische Vorgehensweise verlangte, dass jegliche Behauptung von Hochverrat gegen einen römischen Bürger durch Einreichung einer schriftlichen Klage erfolgte, und dass der Beklagte, falls römischer Bürger, dazu berechtigt war, den Schutz einer korrekt ablaufenden römischen Verhandlung zu genießen. Ein Jude, der kein römischer Staatsbürger war (Christus war Jude und kein römischer Staatsbürger), genoss solch einen Schutz nicht. Als Jesus vor ihm stand, hatte Pilatus, als Cäsars Bevollmächtigter, absolute Macht, die nur durch sein eigenes Rechtsempfinden eine Begrenzung fand (Pilatus konnte tun, was immer er wollte. Er hatte totales Ermessen, absolute und vollständige Entscheidungsfreiheit.) … Die Juden wurden in einen Kurs hineingetrieben, den sie nicht nehmen wollten, weil sie sehr gut wussten, dass sie die nötigen Beweise nicht hatten, um ihre Beschuldigungen zu untermauern. Sie hatten versucht, Beweise für die ersten beiden Anschuldigungen zu bekommen, was fehlgeschlagen war. Hatte Jesus nicht gesagt: ‚Gebet Cäsar, was Cäsar gebührt?’ Pilatus musste Bosheit in den Herzen der Mitglieder des Sanhedrin festgestellt haben … Pilatus musste erkannt haben, dass die Hohenpriester und Ältesten mit dem Gefangenen nicht zu ihm am frühen Morgen aus Loyalität gegenüber Cäsar gekommen waren, mit einer (lächerlichen) Anklage, dass er (Christus) es ihnen verboten haben solle, Cäsar seinen Tribut zu geben; Pilatus wusste sehr wohl, dass es aus Eifersucht war, weshalb sie ihn an ihn auslieferten. Die dritte Anschuldigung – dass Jesus gesagt haben solle, dass er Christus der König war – konnte nicht einfach übersehen werden, obwohl Pilatus wusste, dass es ‚aus Eifersucht’ war, weshalb er zu ihm gebracht worden war. Eine Anklage, dass jemand, der solch eine Bedeutung für die jüdischen Menschen hatte, behauptete, irgendwelche Rechte auf zeitliche Macht zu besitzen, musste natürlich näher untersucht werden.“

Lassen Sie uns Johannes 18,33-38 betrachten: „Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium (hier das „Hauptquartier des Statthalters“) und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden? (Dies war die einzige Anklage, die Pilatus ansprach – nicht die ersten zwei Beschuldigungen.) Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben dir’s andere über mich gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt. Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.“

Beachten Sie die gesetzliche Bedeutung dessen, was hier geschildert wird: Pilatus hatte den Gefangenen verhört. Er hatte verkündet, dass er schuldlos und unschuldig war. Er verkündete damit das Urteil. Christus hätte an Ort und Stelle freigelassen werden müssen. Aber Pilatus war ein schwacher Mann. Er war schon zuvor mit Cäsar wegen der Hinrichtung einiger Juden in Schwierigkeiten geraten. Nicht, dass Cäsar die Juden liebte, aber er wollte Frieden in seinem Imperium. In Lukas 13,1-3 bezog sich Christus auf dieses Ereignis, als er aussagte, dass Pilatus das Blut von den Galiläern mit den jüdischen Opfern vermischt hatte.

Die Abfolge der Ereignisse wird weiter in Lukas 23,5-7 beschrieben: „Sie aber wurden noch ungestümer (nachdem Pilatus gesagt hatte, dass er keine Schuld an ihm fände, Vers 4) und sprachen: Er wiegelt das Volk auf damit, dass er lehrt hier und dort in ganz Judäa, angefangen von Galiläa bis hierher. Als aber Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch aus Galiläa wäre. Und als er vernahm, dass er ein Untertan des Herodes war, sandte er ihn zu Herodes, der in diesen Tagen auch in Jerusalem war.“

Dieser Herodes war Herodes Antipas, ein grausames, gerissenes und betrügerisches Individuum. Er war derjenige, der Johannes den Täufer enthaupten ließ (Matthäus 14,9-10), und dann dachte, Christus wäre vielleicht Johannes der Täufer, der von den Toten wieder auferstanden sei (Markus 6,14-16). Christus wusste genau, mit wem er es hier zu tun hatte. Er nannte Herodes einen Fuchs (Lukas 13,32), nachdem er hörte, dass auch Herodes versuchte, ihn zu töten (Vers 31).

Herodes war gekommen, um nahe des alten makkabäischen Palastes des Hohenpriesters zu verbleiben. Lukas 23,8 berichtet: „Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte von ihm gehört und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen.“ Herodes war immer willens gewesen, mit Johannes dem Täufer zu sprechen, obwohl er nichts von dem annahm, was Johannes der Täufer sagte. Nun wollte Herodes sehen, ob Christus ein Wunder für ihn vollbringen würde. Aber Christus vollbrachte kein einziges Wunder in seiner Gegenwart. Hätte Christus es getan, dann wäre er in die Rolle eines Zauberers geschlüpft, und hätte Satan nachgegeben, der ihn schon früher fragte, ob er nicht das Wunder vollbringen könne, Steine in Brot zu verwandeln. Stattdessen übte Christus seine elementaren gesetzlichen Rechte aus, indem er schweigsam blieb, da seine Unschuld auch schon von Pilatus verkündet worden war. Was gab es hier noch zu sagen? Seine illegale Ermordung war vorherbestimmt. Christus verstand dies. Was immer er auch gesagt hätte, es hätte keinen Unterschied gemacht.

Während Jesus vor Herodes Antipas gebracht wurde, geschah etwas sehr Interessantes. Judas Ischariot, der Verräter von Christi, wendete sich an den Sanhedrin, um Christus zu verteidigen. Wir lesen in Matthäus 27,3-4: „Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass er zum Tode verurteilt war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück und sprach: Ich habe Unrecht getan, dass ich unschuldiges Blut verraten habe. Sie aber sprachen: Was geht uns das an? Da sieh du zu!“

Erinnern Sie sich, sogar nachdem das Urteil verkündet worden war, hatte der Sanhedrin die gesetzliche Pflicht, wieder zusammen zu kommen, wenn ein neuer Zeuge zugunsten des Angeklagten auftrat. Judas war dieser neue Zeuge. Er sagte: „Ich habe unschuldiges Blut verraten.“ Der Sanhedrin verstieß jedoch auch gegen diese juristische Pflicht der Einleitung eines „Wiederaufnahmeverfahrens.“

McRuer weist auf Seite 76 auf folgendes hin: „Judas sagte: ‚Ich habe gesündigt, indem ich unschuldiges Blut verraten habe.’ Er kannte wahrscheinlich die Forderungen des jüdischen Gesetzes im Hinblick auf Kapitalverbrechen, dass das Gericht, sogar wenn der Urteilsspruch schon ergangen war, einen jeglichen Zeugen zugunsten eines Freispruchs anhören musste, solange die Verurteilung noch nicht vollzogen worden war. Falls Judas das Gesetz nicht kannte, so kannte das Gericht es ganz bestimmt. Sich darüber hinwegsetzend, antworteten sie: ‚Was geht uns das an? Da sieh du zu!’“

Stattdessen gingen sie zu Herodes und klagten Christus weiterer Verbrechen an. Lukas 23,10-12 fährt in der Berichterstattung der schrecklichen Geschehnisse wie folgt fort: „Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen dabei und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinen Soldaten verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Gewand an und sandte ihn zurück zu Pilatus. An dem Tage wurden Herodes und Pilatus Freunde; denn vorher waren sie einander feind.“

Herodes sandte Christus ohne irgendwelche Verurteilung an Pilatus zurück. Er machte Christus zum Gespött, um seinen Anklägern gefällig zu sein, aber er verurteilte Christus nicht zum Tode.

Lukas 23,13-15 fährt fort: „Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Oberen und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als einen, der das Volk aufwiegelt; und siehe, ich habe ihn vor euch verhört und habe an diesem Menschen keine Schuld gefunden, deretwegen ihr ihn anklagt; Herodes auch nicht, denn er hat ihn uns zurückgesandt. Und siehe, er hat nichts getan, was den Tod verdient.“

Dies war die zweite Urteilsverkündung von Pilatus. Zum zweiten Male hatte er Christus für unschuldig befunden! Er erklärte ihn für „unschuldig, nicht schuldig“. Er fügte noch hinzu, dass sein Urteil sogar von Herodes bekräftigt worden war. Pilatus hätte Christus offensichtlich freilassen müssen, aber Pilatus war ein schwacher Herrscher ohne Rückrat und Ehrgefühl. Er war mehr daran interessiert, was die Leute dachten. Er war überhaupt nicht am Gesetz interessiert, geschweige denn an Gottes Gesetz. Und so schloss er einen Kompromiss und änderte betrügerisch das Recht. Zuerst erklärte er in Lukas 23,16: „Darum will ich ihn schlagen lassen und losgeben.“ Er hatte ihn gerade zum zweiten Male für unschuldig erklärt! Und trotzdem sagte er, „Ich will ihn schlagen lassen und losgeben“. Wofür schlagen lassen? Christus hatte keine Straftat begangen! Aber Pilatus wollte den Leuten gefallen. Dieses Zeichen von Schwäche war alles, was die Juden brauchten. Nun wussten sie, dass sie immer noch obsiegen könnten.

Matthäus 27,15-17 greift die Geschichte auf: „Zum Fest aber hatte der Statthalter die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten. Sie hatten aber zu der Zeit einen berüchtigten Gefangenen, der hieß Jesus Barabbas. Und als sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen soll ich euch losgeben, Jesus Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus?“

CHRISTUS WAR RECHTLICH GESEHEN UNSCHULDIG

Doch Christus war rechtlich gesehen bereits mehrfach als unschuldig befunden worden. Er hätte als ein unschuldiger Mann freigelassen werden sollen. Pilatus beabsichtigte jedoch, ihn als einen überführten Kriminellen freizugeben, dem möglicherweise Amnestie gewährt wird. Dieses zusätzliche Zeichen von Schwäche überzeugte die Ankläger Christi vollends, dass Pilatus weitere Kompromisse schließen würde, bis dass sie ihre mörderische Absicht erreicht hätten.

Matthäus 27,20-23 berichtet: „Aber die Hohenpriester und Ältesten überredeten das Volk, dass sie um Barabbas bitten, Jesus aber umbringen sollten. Da fing der Statthalter an und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen von den beiden soll ich euch losgeben? Sie sprachen: Barabbas! Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? Sie sprachen alle: Lass ihn kreuzigen! Er aber sagte: Was hat er denn Böses getan? Sie schrien aber noch mehr: Lass ihn kreuzigen!“

Pilatus war immer noch nicht willens, dies zu tun. Ihm war gerade zuvor von seiner Frau – die sich wahrscheinlich zum Judentum bekehrt hatte – gesagt worden, dass er nichts mit diesem gerechten Jesus zu schaffen haben solle, da sie in einem Traum gewarnt worden war und viele Dinge um seinetwillen in diesem Traum erlitten hatte (Matthäus 27,19).

Johannes 19,1-4 fährt fort: „Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden! und schlugen ihm ins Gesicht. Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde.“

Die Revised Standard Version (RSV) übersetzt Vers 4 mit „ich fand kein Verbrechen in ihm“. Dies war die dritte Urteilsverkündigung seiner Unschuld! Und jede Aussage wurde mit Autorität und im Namen des Imperators von Rom getroffen, da Pilatus die volle rechtliche Autorität des römischen Kaisers besaß.

Johannes 19,6 sagt: „Als ihn die Hohenpriester und die Knechte sahen, schrien sie: Kreuzige! kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm.“ Wieder sagt die RSV: „Ich fand kein Verbrechen in ihm“. Dies ist das vierte Mal, dass der römische Statthalter Christus von den Anschuldigungen freisprach, die gegen ihn vorgebracht worden waren. Und Herodes hatte ebenfalls an ihm „keine Schuld gefunden.“ Erinnern Sie sich, der Sanhedrin hatte noch nicht einmal eine Anklage gegen ihn vorbringen können, und trotzdem wurde dieser unschuldige Mann „verurteilt“. Pilatus erklärte wiederum, dass er nicht mit dem „Urteil“ des Sanhedrin übereinstimmte.

McRuer schreibt auf Seite 80: „Nachdem die Ankläger keine Verurteilung wegen Hochverrats erwirken konnten, forderten sie die Bestätigung des Todesurteils, das vom Sanhedrin wegen Gotteslästerung erlassen worden war.“

Wir lesen in Johannes 19,7-9: „Die Juden antworteten ihm (Pilatus): Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht (mit anderen Worten: sie liessen die Anklage der Gotteslästerung wieder aufleben). Als Pilatus dies Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr (wahrscheinlich hatte die Anklage, dass Christus der „Sohn Gottes“ war, Angst und Vorsicht in ihm wachgerufen, und weil er bemerkte, wie verzweifelt die Ankläger sich um Christi Hinrichtung bemühten) und ging wieder hinein in das Prätorium und spricht zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.“

McRuer schreibt auf Seite 80: „Der Angeklagte gab keine Antwort von sich. Nachdem alle Anklagen des Hochverrats beseitigt worden waren, berief sich Jesus auf sein einfaches Recht zu schweigen.“

Johannes 19,10-12 berichtet: „Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich loszugeben, und Macht habe, dich zu kreuzigen? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben her gegeben wäre. Darum: der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde. Von da an trachtete Pilatus danach, ihn freizulassen. Die Juden aber schrien: Lässt du diesen frei, so bist du des Kaisers (Cäsars) Freund nicht; denn wer sich zum König macht, der ist gegen den Kaiser (Cäsar).“

Was taten sie nun? Sie kehrten geradewegs zur Anklage des Hochverrats zurück, nicht, weil es einen Beweis dafür gab, sondern weil sie wussten, wie Pilatus an seiner schwächsten Stelle angefasst werden konnte. Johannes 19,13-16 sagt: „Als Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus heraus und setzte sich auf den Richterstuhl an der Stätte, die da heißt Steinpflaster, auf hebräisch Gabbata. Es war aber am Rüsttag für das Passafest um die sechste Stunde (gegen Mittag). Und er spricht zu den Juden: Seht, das ist euer König! Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König als den Kaiser (Cäsar). Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde.“

Pilatus machte es noch einmal klar, dass er wiederholt und konsequent das Urteil gefällt hatte, dass Christus unschuldig war. Matthäus 27,24-26 berichtet: „Als aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an seinem Blut; seht ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Da gab er ihnen Barabbas los, aber Jesus ließ er geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt werde.“ Basierend auf den Aufzeichnungen der Schreiber aller vier Evangeliumsberichte ist es sogar möglich, dass Christus zweimal von Pilatus gegeißelt wurde.

Matthäus 27,25 wurde von vielen über die Jahrhunderte hinweg benutzt, um anti-semitische Gefühle zu kultivieren. Tatsache ist jedoch, dass alle Menschen, die hier eine Rolle spielten – mit Ausnahme der Römer – jüdisch waren. Christus selbst war ein Jude. Die frühen Apostel waren auch Juden. Dies ist wahrhaftig keine Schriftstelle, die benutzt werden kann, um anti-semitische Gefühle zu rechtfertigen oder stillschweigend zu dulden; was berichtet wird, ist einfach eine historische Tatsache.

McRuer fasst Christi Gerichtsverfahren auf Seite 82 wie folgt zusammen: „Der gesamte Katalog von gesetzwidrigen Handlungen war komplett; Jesus Christus, der Gefangene, wurde für 30 Silbertaler an seine Feinde verraten; geschlagen und von seinen Aufsehern gequält; vor den Mitgliedern des obersten Gerichtshof seines Landes gesetzwidrig verhört; aufgrund Blasphemie gegen den Gott seiner Mitmenschen gesetzwidrig verurteilt – wobei diese Verurteilung nicht vom römischen Gericht bestätigt wurde. Sodann wurde der Gefangene wegen Hochverrats gegen den römischen Kaiser angeklagt und für unschuldig befunden; nichtsdestotrotz wurde er ‚ausgehändigt, um gekreuzigt zu werden’. In der gesamten Geschichtsschreibung würde es sehr schwierig werden, einen ähnlichen Fall zu finden, in dem ein Gefangener, dessen Unschuld von einem kompetenten Gericht verkündet wird, von dem Richter, der ihn freigesprochen hat, einem Henker übergeben wird.“

McRuer schreibt auf Seite 83: „Es war Sitte und diente für andere als Abschreckung, an dem Kreuz ein Schild aufzuhängen, worauf geschrieben stand, was die Straftat war, für welche der verdammte Mensch verurteilt worden war … In diesem Falle bereitete Pilatus selbst die Aufschrift vor. Sie wurde in Lateinisch, Griechisch und Aramäisch verfasst und lautete: ‚Der König der Juden’ … Der Hohepriester bat Pilatus, diese Aufschrift wie folgt abzuändern: ‚Dieser Mann sagte, ‚Ich bin der König der Juden’.’ Hätte Pilatus der Forderung des Hohenpriesters entsprochen, hätte das bedeutet, dass Jesus des Hochverrates für schuldig befunden worden wäre. Doch Pilatus weigerte sich entschieden, einen solchen Urteilsspruch zu verabschieden.“

Lassen Sie uns an diesem Punkt das Urteil betrachten, das in dieser dunklen Stunde und an diesem dunklen Tage der menschlichen Ungerechtigkeit erlassen wurde. Lukas 23,47 berichtet: „Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!“ Diese Wortwahl ist sehr schwach. Die Elberfelder Bibel, die Zürcher Bibel und die Menge Bibel schreiben alle: „…dieser Mensch war gerecht (oder: ein Gerechter).“ Die RSV sagt: „Als nun der Zenturio sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser Mann war unschuldig.“ Die Gute Nachricht übersetzt ähnlich: „Der römische Offizier, der die Aufsicht hatte, sah das alles und gab Gott die Ehre. ‚Dieser Mann war bestimmt unschuldig,‘ sagte er.“

Die Bibel bestätigt, dass Christus ermordet wurde. Es war keine Hinrichtung einer gesetzlich angeklagten und gesetzlich verurteilten Person. Christi Jünger hatten keine Angst, den Mördern ins Angesicht zu sagen, was sie getan hatten. Die folgenden Schriftstellen werden dies beweisen. Wiederum, keine dieser Passagen geben Anlass zu irgendwelchen anti-semitischen Gefühlen, weil die Jünger, die diese Dinge sagten, selbst Juden waren.

In Apostelgeschichte 2,22-23 berichtet Petrus: „Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – diesen Mann, der durch Gottes Ratschluss und Vorsehung dahingegeben war, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht.“

In Apostelgeschichte 5, beginnend mit Vers 27, wurden die Apostel – Petrus befand sich auch unter ihnen – wiederum dem Sanhedrin vorgeführt. Wir lesen: „Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der Hohepriester fragte sie und sprach: Haben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen. Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt.“

Die Zürcher Bibel sagt, dass sie Christus „umgebracht“ hatten. Die Elberfelder Bibel schreibt genauer: „… den ihr ermordet habt…“ Sie alle hatten Jesus ermordet. Der Plural „ihr“ zeigt unmissverständlich, dass die Antwort von Petrus an alle Mitglieder des Sanhedrin gerichtet war – nicht nur an den Hohepriester allein.

Petrus ging hier nicht zimperlich mit den Worten um. Er sagte zu denen, die schuldig waren, dass sie an Christus einen Mord begangen hatten.

Stephanus sagte im wesentlichen dasselbe in Apostelgeschichte 7,51-52, als er vom Sanhedrin vor Gericht gezerrt wurde: „Ihr Halsstarrigen, mit verstockten Herzen und tauben Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr. Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet, die zuvor verkündigten das Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid.“

Auch Paulus – ein Pharisäer von Pharisäern vor seiner Bekehrung – ging nicht zimperlich mit Worten um. Er sagte in Apostelgeschichte 13,27-28: „Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Oberen haben, weil sie Jesus nicht erkannten, die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat vorgelesen werden, mit ihrem Urteilsspruch erfüllt. Und obwohl sie nichts an ihm fanden, das den Tod verdient hätte, baten sie doch Pilatus, ihn zu töten.“

JESUS CHRISTUS WURDE ERMORDET!

Die Bibel betont immer wieder, dass der unschuldige Jesus Christus ermordet wurde. Dies ist sehr wichtig zu verstehen, da Christus für Sie und für mich gestorben ist! In diesem Sinne haben auch wir ihn getötet! Wir sind alle schuldig, wie auch diejenigen, die Christus buchstäblich auslieferten und töteten, weil Christus nicht hätte sterben müssen und nicht gestorben wäre, wenn wir keine Sünden begangen hätten. Er starb für einen jeden von uns, so dass ein jeder von uns Vergebung erlangen kann, vorausgesetzt, wir bereuen unsere Sünden und glauben an und akzeptieren seinen Opfertod.

Es steht außer Frage, dass Christus ermordet wurde. Beachten Sie 1. Thessalonicher 2,14-16: „Denn, liebe Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa nachgefolgt, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt dasselbe erlitten von euren Landsleuten, was jene von den Juden erlitten haben. Die haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen feind. Und um das Maß ihrer Sünden allewege vollzumachen, wehren sie uns, den Heiden zu predigen zu ihrem Heil. Aber der Zorn Gottes ist schon in vollem Maß über sie gekommen.“ Diese Aussage trifft auch auf uns alle zu, wenn wir nicht unsere Sünden bereuen und eine Gott wohlgefällige Beziehung mit ihm entwickeln.

Christus wusste von Anfang an, was mit ihm geschehen würde. Er wusste, dass er mit menschlichen Ungerechtigkeiten konfrontiert werden würde, einschließlich seiner illegalen Gefangennahme und seiner illegalen strafrechtlichen Verfolgung und Verurteilung. All dies war keine Überraschung für ihn. Zum Beispiel erwähnte er in Matthäus 20,17-19, dass er wusste, dass man ihn geißeln und töten würde. Wie wir in Johannes 6,64 lesen können, wusste er ebenfalls von Anfang an, dass Judas sein Verräter sein würde.

Hebräer 12,1-2 erzählt uns, WARUM Christus gewillt war, auf diese Erde zu kommen, um für uns zu sterben. Wir zitieren aus der Elberfelder Bibel: „Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so grosse Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.“

Die Menge Bibel schreibt hier ähnlich: „… der um den Preis der Freude, die ihn… erwartete, den Kreuzestod erduldete…“ Die Gute Nachricht sagt: „Er hat das Kreuz auf sich genommen… weil eine so grosse Freude auf ihn wartete.“ Und die Zürcher Bibel schreibt: „… Jesus, der, um die vor ihm liegende Freude zu erlangen, das Kreuz erduldete…“ (Als Randbemerkung sei gesagt, dass die revidierte Lutherbibel diese Stelle unrichtig übersetzt.)

Welche Freude ist hier gemeint, die auf Christus wartete—die vor ihm lag? Jesus freute sich, dass Sie und ich seine Geschwister werden können—seine Jünger—sodass wir letztendlich Eintritt erlangen können in das Reich Gottes. Er wusste, dass seine Folter und sein Tod notwendig waren, damit wir mit Gott versöhnt werden können. Deshalb erduldete er seine Schmach mit Freude—mit der freudigen Gewissheit, dass wir durch ihn Erlösung finden können. Christus war willens, all die von ihm erfahrenen Gesetzwidrigkeiten zu erdulden—seine illegale Gefangennahme, seine illegale Folterung und seine illegale Kreuzigung—weil sein Opfer notwendig war, um die Strafe zu bezahlen, die wir für unsere Sünden verdient haben, nämlich den ewigen Tod.

Ähnliche Ungerechtigkeiten könnten auch den heutigen Nachfolgern Christi zustoßen. Wenn das geschieht, müssen wir uns wie Christus verhalten. 1. Petrus 2,21-23 fasst seine Handlungsweise wie folgt zusammen: „Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet.“

Obwohl Christus alle Kräfte der Engel und alle göttliche Macht des Vaters zur Verfügung standen, setzte er sich nicht gewaltsam zur Wehr, als er illegal verhaftet wurde. Er forderte sogar Petrus auf, sein Schwert in die Scheide zu stecken, und er heilte das Ohr des Knechtes des Hohenpriesters, den Petrus verletzt hatte, wahrscheinlich bei dem Versuch, ihn zu töten (Lukas 22,50-51; Johannes 18,10). Christus beschimpfte nicht, als er beschimpft wurde. Ihm widerfuhr keine Gerechtigkeit—im Gegenteil, er wurde „aus (dem) Gericht hinweggenommen“ (Jesaja 53,8). Keine rechtmässige Gerichtsverhandlung fand jemals gegen ihn statt. Er bat Gott, seinen Anklägern und Mördern zu vergeben, und er betete für sie, als er am Kreuz hing (Jesaja 53,12).

Hebräer 12,3-4 ermahnt uns, dieselbe Geisteshaltung wie Christus zu haben: „Gedenkt an den, der soviel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst. Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde (wie Christus es tat).“ Als Christus im Garten Gethsemane war, betete er so stark und mit solcher Energie, dass seine Schweißtropfen wie große Blutstropfen wurden (Lukas 22,44). Christus kam im Fleisch. Er war vollständig Mensch. Aber er erhielt Kraft von Gott – nicht nur, als er im Garten war, sondern sein ganzes Leben hindurch – so dass er in der Lage war, gehorsam und gerecht im Fleisch zu leben. Und auch wir müssen uns bemühen, dasselbe zu tun.

Teil 5

DIE ZEIT VON CHRISTI KREUZIGUNG UND
AUFERSTEHUNG

Die christliche Welt ist verwirrt, was die Zeiten von Christi Geburt und Tod anbetreffen. Wann wurde Christus geboren? Wie lange war er tot und begraben? Wann wurde er gekreuzigt? Wann ist er wieder auferstanden? Hat Christus uns vor seinem Tod wissen lassen, wie lange er tot sein würde? Falls ja, haben sich seine Voraussagungen erfüllt?

In diesem Kapitel werden wir den Zeitpunkt von Christi Tod und seiner Auferstehung besprechen. Für eine kurze Übersicht über die Geburt Christi lesen Sie bitte den Begleitartikel in dieser Broschüre.

In Matthäus 12,38-40 erklärte Christus, dass er sich für drei Tage und drei Nächte im Grab befinden würde: „Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an und sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war (Zürcher Bibel: „Bauch des Meerungetüms“; Die Gute Nachricht: „Bauch eines Seeungeheuers“), so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.“

Christus sprach hier zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und betitelte sie als ein „böses und abtrünniges Geschlecht“. Er sagte, dass das einzige Zeichen, das IHNEN gegeben würde, das Zeichen des Propheten Jona war. Wie sich Jona drei Tage und drei Nächte im Bauche des Seeungetüms befand, so würde sich Christus drei Tage und drei Nächte – also volle 72 Stunden – im Grabe befinden. Christi Aussage geht jedoch noch weiter. Er stellte klar, dass er nicht weniger als drei Tage und drei Nächte im Grabe bleiben, und dass er sich nicht länger als 72 Stunden im Grabe befinden würde. Wie das Seeungeheuer Jona lebendig ans trockene Land ausspie, so würde Christus zurück ins Leben gerufen werden und das Grab nach drei Tagen und drei Nächten verlassen.

Christus sprach nicht von Teilen von oder Anteilen an drei Tagen. In Johannes 11,9 definierte er den Anteil am Tageslicht mit zwölf Stunden, und danach, in Vers 10, implizierte er, dass die Nacht (der dunkle Anteil eines Tages) weitere zwölf Stunden dauerte. Auch befand sich Jona für ganze drei Tage und ganze drei Nächte im Bauch des Fisches. Und Christus sagte, dass er sich genau so lange im Grabe befinden würde, wie Jona im Bauche des Fisches war.

Die Schrift sagt uns, dass Christus tatsächlich dieses Zeichen erfüllte. Der Engel des Herrn sprach zu den Frauen: „ … er ist auferstanden, wie er gesagt hat …“ (Matthäus 28,6). Gott der Vater ließ seinen Sohn Jesus Christus wieder auferstehen, genau zum angegebenen Zeitpunkt, wie von Jesus vorhergesagt. Das bedeutet, dass Christus nicht an einem Freitag gekreuzigt wurde und an einem Sonntag wieder auferstand, da dies nicht das Zeichen erfüllte, sich für drei Tage und drei Nächte im Grabe zu befinden. Von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen sind es keine 72 Stunden. Wie wir zeigen werden, wurde Christus stattdessen an einem Mittwoch getötet und am späten Mittwochnachmittag in ein Grab gelegt, genau vor Sonnenuntergang. Er wurde drei Tage und drei Nächte später ins Leben zurückgerufen und verließ das Grab am späten Samstagnachmittag, genau vor Sonnenuntergang, wie vorhergesagt.

Die Römer wurden Zeugen davon, wie ein Engel vom Himmel herniederkam und den Stein von Christi Grab zur Seite schob. Sie erzählten dem Hohenpriester davon, aber wurden mit Geld bestochen, um die Wahrheit zu verschleiern (Matthäus 28,11-15). Der Hohepriester und die Ältesten haben absichtlich das einzige Zeichen, dass Christus der Heiland war, unterschlagen und verleugnet.

Nach seiner Auferstehung erschien Christus vielen und bezeugte damit, dass er der Messias war. In 1. Korinther 15,3-8 erzählt uns Paulus über die vielen Anlässe, an denen Christus seinen Aposteln und Jüngern erschien. In dieser Schriftstelle beschreibt Paulus noch nicht einmal alle Manifestationen von Christus (vgl. zum Beispiel Matthäus 28,9-10 und Lukas 24,13-35).

Als ein menschliches Wesen vollbrachte Christus viele Zeichen und Wunder. Aber keines dieser Zeichen bewies, dass er der Messias war. Zu jener Zeit haben die Menschen ihn nur als einen Propheten angesehen, der in der Lage war, Wunder zu vollbringen, aber diese Wunder bewiesen ihnen keineswegs, dass er DER Christus war. Seine wahren Jünger erkannten ihn als den Sohn Gottes, aber dieses Wissen musste ihnen von Gott dem Vater offenbart werden (vgl. Matthäus 16,13-17).

Der Beweis, dass Christus der Heiland war, liegt in seiner Auferstehung von den Toten als ein verherrlichtes göttliches Wesen. Der Beweis liegt in der Tatsache, dass er TOT war, und dass er zu (geistigem, ewigem) Leben auferweckt wurde. Er konnte sich nicht selbst auferwecken oder ins Leben zurückbringen. Er sagte: „Ich kann nichts von mir aus tun“ (Johannes 5,30). Nur Gott der Vater konnte ihn auferstehen lassen (vgl. Apostelgeschichte 2,24; 3,13-15). DIESE TATSACHE war das Zeichen seiner Rolle als Heiland. Mit anderen Worten, Christus sagte den Menschen folgendes: „Wenn ich sterbe, und wenn ich für drei Tage und drei Nächte begraben liege und danach zurück ins Leben gerufen werde, DANN werdet ihr wissen, dass ich der Christus bin.“

Wir sollten in der Lage sein, klar zu erkennen, dass dieses Zeichen das falsche Konzept total widerlegt, dass Christus an einem „Karfreitag“ getötet und an einem „Ostersonntag“ wieder auferstanden ist, da er sich dann nicht für 72 Stunden im Grab befunden hätte. Dieses Zeichen widerspricht ebenfalls vollständig der falschen Lehre, dass Christus, während er hier auf Erden war, „vollständig Gott und vollständig Mensch“ gewesen ist; dass nur der „menschliche Teil“ starb, aber nicht der „göttliche Teil“; und dass der „göttliche Teil“ den „menschlichen Teil“ wieder auferstehen ließ – dass Christus sich selbst auferweckte. Diese falsche Lehre des orthodoxen Christentums (gemeinhin bekannt als die „zwei Naturen von Christus“) VERNEINT DAS EINZIGE ZEICHEN, das Christus einem „bösen und abtrünnigen Geschlecht“ gegeben hat, und das ihn als Messias bestätigte: er war tot und für 72 Stunden begraben, und dann brachte Gott der Vater ihn als ein verherrlichtes Gottwesen zurück ins Leben.

Christi übernatürliche Geburt war kein Zeichen für das „böse und abtrünnige Geschlecht“ seiner Zeit, da die Menschen nicht glaubten, dass er von Maria übernatürlich empfangen worden war. Sie glaubten, dass Maria Unzucht getrieben hatte (vgl. Johannes 8,41). Die wunderbaren Geschehnisse waren jedoch zu der Zeit von Christi Geburt ein Zeichen für die Schafhirten auf dem Felde (Lukas 2,12) sowie für Maria selbst (Lukas 2,19). Maria war natürlich schon durch die vorausgehende Erscheinung und Verkündigung durch Gottes Engel auf Christi übernatürliche Geburt vorbereitet worden (Lukas 1,26-38).

Für diejenigen von uns, die glauben, ist Christi übernatürliche Geburt eine äußerst wichtige und fundamentale Lehre, aber jene, die nicht glauben, erkennen sie schwerlich als ein Zeichen an. Es ist jedoch traurig, dass sogar viele, die sich selbst Christen nennen, daran zweifeln, dass Christus gezeugt wurde, wie in der Schrift beschrieben. Wenn sie jedoch glauben, dass Christus der Messias war und ist, MÜSSEN sie an Christi übernatürliche Geburt glauben, UND an seine Existenz als ein herrliches Gottwesen noch VOR seiner Geburt als ein menschliches Wesen (vgl. Johannes 17,5).

Viele Schriftstellen beweisen, dass Jesus Christus tot war und sich für drei Tage und drei Nächte im Grab befand. Zusätzlich zu Matthäus 12,40 lesen Sie bitte Christi Aussagen in Matthäus 27,62-64 und Markus 8,31. Einige Male sagte Christus, dass er getötet und „am dritten Tage“ wieder auferstehen würde (Matthäus 16,21; vgl. Matthäus 17,22-23; Lukas 9,22). Es folgt ein Zitat von Mulburn Cockrell „Three Days and Three Nights“, in „Message of the Christian Jew“, April 1983, ein Redakteur des “Berea Baptist Banner”: „Es sei denn wir glauben, dass die Bibel Fehler enthält, so wissen wir, dass alle Schriftstellen miteinander harmonieren müssen. Deshalb muss ‚nach drei Tagen’ (Markus 8,31) dasselbe bedeuten wie ‚der dritte Tag’ (Matthäus 16,21).“

Lassen Sie uns nun sehr sorgsam die Schriftstellen untersuchen, um festzustellen, wann genau Jesus Christus auferweckt worden ist. Indem wir dann drei Tage und drei Nächte zurückzählen, können wir ebenfalls bestimmen, wann Christus ins Grab gelegt worden ist.

Wir lesen in Matthäus 28,1-6, in der Elberfelder Bibel: „Aber spät am Sabbat, in der Dämmerung des ersten Wochentages, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. Und siehe, da geschah ein grosses Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Ansehen aber war wie der Blitz und sein Kleid weiss wie Schnee. Aber aus Furcht vor ihm bebten die Wächter und wurden wie Tote. Der Engel aber begann und sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht, denn ich weiss, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her, seht die Stätte, wo der Herr gelegen hat.“

Diese Schriftstelle sagt aus, dass Christus zu dem Zeitpunkt schon auferstanden war, als die Frauen zum Grabe kamen. Uns wird gesagt, dass sie “spät am Sabbat“ kamen, „in der Dämmerung des ersten Wochentages,“ als die Dämmerung des ersten Tages der Woche anbrach. Die Elberfelder Bibel merkt an: „Der Tag begann… mit Sonnenuntergang.“

Viele Kommentare weisen darauf hin, dass sich die Formulierung in Matthäus 28:1 auf das ENDE des SABBATTAGES bezieht, also den Samstagabend oder den späten Samstagnachmittag, und NICHT auf den Sonntagmorgen. Luther hat unrichtigerweise Matthäus 28:1 in der Weise übersetzt, dass der Sabbat „vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach.“ Doch war der Sabbat noch nicht ganz vorüber; in jedem Falle bezieht sich auch bei Luther das Anbrechen des ersten Wochentages (des Sonntags) auf den Samstagabend, und nicht auf den Sonntagmorgen.

Die Interlinear Literal Translation of the Greek New Testament übersetzt diesen Vers wie folgt: „Nun spät am Sabbat, als die Abenddämmerung begann hin zum ersten (Tag) der Woche, kam Maria von Magdala …“

A.T. Robertson’s Harmony of the Gospel kommentiert: „Diese Formulierung hat seinerzeit viel Kopfzerbrechen gemacht, aber der Gebrauch des umgangssprachlichen griechischen Koine rechtfertigt die Übersetzung, dass der Besuch der Frauen kurz vor Ende des Sabbats erfolgte (vor 18.00 Uhr).“

Cockrell schreibt: „Wann sagt die Bibel, dass Jesus von den Toten auferstanden ist? Die beiden Marias kamen zum Grab ‚am Ende des Sabbats’ (Matthäus 28,1). Der Sabbat endet immer mit Sonnenuntergang: ‚vom Abend an bis wieder zum Abend’ (3. Mose 23,32). Dann gingen sie am Samstag noch vor Sonnenuntergang zum Grab. Jesus war schon vor ihrer Ankunft von den Toten auferstanden (Matthäus 28,1-8) …“

Die Moffat Bibel übersetzt: „Am Ende des Sabbats, als der erste Tag anbrach …“

Die Lamsa Bibel zitiert: „Am Abend des Sabbattages, als der erste Tag der Woche anzubrechen begann …“

Die Menge Bibel gibt diesen Vers etwas ungenau wie folgt wieder, wobei sich die Bemerkung in Klammern in dem Text findet: „Nach Ablauf des Sabbats aber, als der erste Tag nach dem Sabbat (= der erste Wochentag) anbrechen wollte…“

Und schließlich schreibt die Zürcher Bibel: „Nach dem Sabbat aber, als es zum ersten Tag der Woche aufleuchtete…“ Folgender Zusatz ist als Anmerkung im Anhang zu lesen (unter Nummer 138):

„Als Anfang des Tages galt bei den Juden der Sonnenuntergang. Der Ausdruck Luk. 23, 54: ‚der Sabbat leuchtete auf‘ bedeutet also nicht, dass der Morgen anbrach, sondern dass die Lichter für den Abend angezündet wurden… Ob Matt. 28,1 ebenso der Abend gemeint ist, mit dem der Sabbat schloss und der erste Wochentag begann, ist nicht sicher.‘

Wenn man jedoch das bisher Gesagte in Betracht zieht, dann ist es klar und eindeutig, dass sich Matthäus 28,1 auf das Ende des Sabbattages bezieht, und NICHT auf den Sonntagmorgen.

Bitte beachten Sie zum Beispiel die folgenden Kommentare von „The Easter Sermons of Gregory of Nyssa“, zusammengefasst von Andreas Spira und Christoph Klock, 1981, Seiten 265, 266 und 269: „Das einzige Zeugnis hinsichtlich der Zeit der Auferstehung wird in Matthäus 28,1 gegeben: ‚Spät am Sabbat… Das bedeutet, erklärt Gregory, dass es schon spät am Abend war (dieser Abend war der Beginn der Nacht vor dem ersten Tag der Woche), als der Engel kam … Matthäus allein bezeugt die Stunde der Auferstehung am Samstagabend … Die Zeit der Auferstehung ist gemäß Matthäus 28,1 am Samstagabend … Die Zeit der Auferstehung (war) ‚spät am Sabbat’.“

Diese Tatsache wird ebenfalls bestätigt, wenn wir die Bedeutung des griechischen Wortes betrachten, das in Matthäus 28,1 mit „spät am Sabbat“ übersetzt wurde. Das griechische Wort ist „opse“. Seine Bedeutung beschreibt den Abend. Es hat keinen Bezug zu „früh am Morgen“. Vergleichen Sie Markus 13,35 und Markus 11,19, wo das Wort „opse“ korrekt mit „am Abend“ oder „abends“ wiedergegeben wurde.

Andere Schriftstellen bestätigen, dass Christi Auferstehung lange vor Sonntagmorgen stattgefunden hat. Wir lesen, dass Maria von Magdala am ersten Tag der Woche zum Grab kam, als es noch dunkel oder finster war, und Jesus zu dieser Zeit schon auferstanden war (Johannes 20,1). Das bedeutet, dass Christus nicht an einem Sonntagmorgen bei Sonnenaufgang auferstanden ist, sondern dass er bereits auferstanden war, „als es noch finster war“. Auch spricht Johannes 20,1 nicht unbedingt über Geschehnisse, die am Sonntagmorgen stattfanden, „als es noch finster war“, sondern über Ereignisse am Samstagabend, als es zunehmend finster wurde. Im Griechischen steht für das Wort „noch“ der Ausdruck „eti“. Dieser Ausdruck kann auch mit „mehr“ oder „weiter“ oder „noch mehr“ übersetzt werden, wie auch in Offenbarung 9,12 geschehen: „Das erste Wehe ist vorüber, siehe, es kommen noch zwei Wehe danach.“ Die New International Version schreibt: „…zwei weitere Wehen kommen noch“; und die New Jerusalem Bible sagt: „Es gibt noch zwei weitere, die kommen.“ Auch Hebräer 11,32 bestätigt: „Und was soll ich noch mehr sagen?“ Dies könnte bedeuten, dass Johannes‘ Bericht uns sagt, dass Maria zum Grabe kam, als es begann, „noch mehr“ zu dunkeln – oder „dunkler zu werden“, nachdem sie begonnen hatte, zum Grab zu gehen, als es anfing, dunkler zu werden, d.h., bei Sonnenuntergang. Dies würde sich dann ebenfalls klar auf Ereignisse am Samstagabend, und nicht am Sonntagmorgen beziehen.

Doch wie ist zu erklären, dass Johannes 20,1 in der Lutherbibel sagt, Maria kam „früh, als es noch finster war, zum Grab“?

Eine ähnliche Wortwahl findet sich in der Schriftstelle in Lukas 24,1, die lautet: „Aber am ersten Tag der Woche sehr früh kamen sie zum Grab und trugen bei sich die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten.“ Diese Passage bezieht sich wahrscheinlich nicht auf Geschehnisse am Sonntagmorgen, sondern auf Ereignisse, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag stattfanden. World Studies in the New Testament von Martin Vincent, Band 1, Seite 433, erklärt die korrekte Bedeutung der Formulierung, „am ersten Tag der Woche sehr früh“, wie folgt: „Wortwörtlich ‚zur tiefen Dämmerung, oder die Dämmerung, die dunkel war’ … Plutarch sagte über Alexander, dass dieser ‚bei tiefer Dämmerung’ aß, d.h. spät in der Nacht.“ Auf jeden Fall spricht Lukas 24,1 (wie Johannes 20,1) ohnehin nicht den Zeitpunkt der Auferstehung an, sondern die Ankunft der Frauen am Grabe, nachdem der Stein schon vom Grab weggerollt worden war (Lukas 24,2).

Einige behaupten, die Bibel lehre eine Auferstehung am Sonntagmorgen, und zitieren Markus 16,9 als Beweis. Die revidierte Lutherbibel schreibt: „Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte.“

Die meisten Kommentare und Übersetzer geben jedoch zu, dass es sich hierbei um eine Fehlübersetzung handelt. Das Original im Griechischen lautet: „Nun bereits auferstanden früh (am) ersten (Tag) der Woche er erschien zuerst Maria von Magdala …“ (vgl. The Englishman’s Greek New Testament, giving the Greek Text of Stephens 1550 … together with an Interlinear Literal Translation.)

Markus 16,9 sagt nicht, dass Christus am ersten Tag der Woche auferstanden ist. Dieses würde im Widerspruch zu Matthäus 28,1 stehen, wie bereits ausgeführt. Die Schriftstelle in Markus 16,9 beschreibt den Zeitpunkt, als er Maria von Magdala erschien, und dass er zuerst ihr erschien, nachdem er bereits auferstanden war; sie sagt uns nicht, wann er von den Toten auferstand. Cockrell erklärt: „Markus 16,9 erzählt uns von Jesu erstem Erscheinen gegenüber Maria von Magdala früh am ersten Tag der Woche, dem Samstag nach Sonnenuntergang. Je früher nach Sonnenuntergang dies geschah, desto früher war es am ersten Tage der Woche….“

Bedenken Sie, dass das original griechische Manuskript keine Satzzeichen kennt. Die Formulierung „früh am ersten Tag der Woche“ steht im Zusammenhang mit der Zeit von Christi Erscheinen, nicht mit der Zeit seiner Auferstehung. Wenn das Komma an einer anderen Stelle, nämlich nach „auferstanden“ gesetzt wird, liest sich der ganze Satz gemäss dem griechischen Urtext ganz anders: „Nun bereits auferstanden, früh (am) ersten (Tag) der Woche er erschien zuerst Maria von Magdala …“. Oder, in besserem Deutsch: „Als er nun bereits auferstanden war, erschien er früh am ersten Tag der Woche zuerst Maria von Magdala…“

Mit anderen Worten: Als der erste Tag der Woche begann, war Jesus bereits auferstanden, die Auferstehung hatte kurz vor Sonnenuntergang am letzten Tage der Woche stattgefunden, dem wöchentlichen Sabbat.

Auch gibt es für Markus 16,9 eine weitere Erklärung: Stellen Sie sich vor, Sie wären für eine Weile krank, aber würden an einem Montagabend wieder gesund sein. Sie besuchen Ihre Freunde ein paar Stunden später zum ersten Mal seit einigen Tagen. Man könnte diese Situation korrekt wie folgt wiedergeben: „Als Sie am frühen Dienstagmorgen gesund waren, besuchten Sie Ihre Freunde.“ Diese Darstellung sagt nicht aus, dass Sie am Dienstagmorgen gesund geworden sind, aber als Sie Ihre Freunde am Dienstagmorgen besuchten, waren Sie gesund. Auch Markus 16,9 sagt nicht aus, dass Jesus am ersten Tag der Woche auferstanden ist, sondern, als er Maria am ersten Tag der Woche erschien, war er bereits auferstanden.

Lassen Sie uns hier einen anderen Kommentar zitieren, der die Tatsache erklärt, dass Jesus Christus am späten Samstagnachmittag, kurz vor Sonnenuntergang, auferstanden ist. George Carlow, A Defense of the Sabbath, veröffentlichte ein Buch in 1847. Er schrieb auf den Seiten 103 und 111: „Jesus musste am Abend auferstehen, um die festgelegte Zeit zu beenden, während der er tot (im Grab) liegen würde. Diese Zeitspanne wurde von Christus feierlich bekannt gegeben: ‚Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein’ (Matthäus 12,40). Es ist also vernünftig zu glauben, dass, da man Christus am Kreuz sterben sah, noch bevor der Tag zu Ende war, er also auch auferstanden sein musste, noch bevor der dritte Tag sich dem Ende zuneigte—dass also die Auferstehung rechtzeitig stattfand … Jesus Christus ist am Abend von den Toten auferstanden, als der Sabbat endete.“

Jedoch gibt es eine Schriftstelle in Markus 16,2, die klar darüber berichtet, was am Sonntagmorgen stattfand, bei Sonnenaufgang. Sie beschreibt jedoch wiederum nicht die Zeit der Auferstehung, sondern den Zeitpunkt, an dem die Frauen zum Grabe kamen. Wir lesen: „Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.“

Da wir aus anderen Schriftstellen wissen, dass einige der Frauen das Grab am Samstagabend besuchten, und wir auch wissen, dass Markus 16,2 die Ankunft einiger Frauen am Grab am Sonntagmorgen beschreibt, müssen wir daraus schließen, dass diese biblischen Aufzeichnungen verschiedene Besuche zum Grab von mehreren Frauen beschreiben. Mit anderen Worten, sie fanden nicht alle zum selben Zeitpunkt statt. Dies wird auch durch die Tatsache unterstützt, dass der Zweck der Besuche unterschiedlicher Natur war. Matthäus 28,1 sagt uns, dass Frauen kamen, um das Grab zu sehen. Markus 16,1 und Lukas 24,1 sagen uns, dass bestimmte Frauen kamen, um Christus einzusalben. Wir sehen auch, dass es nicht immer dieselben Frauen waren, die hier erwähnt werden. Während Matthäus 28,1 Maria von Magdala und die andere Maria erwähnt, erwähnt Markus 16,1 die zwei Marias und Salome. Lukas 24,1 identifiziert nicht die Frauen, aber deutet an, dass eine Vielzahl von Frauen an verschiedenen Zeiten zum Grabe gingen (vgl. Lukas 23,55). Johannes 20,1 und Markus 16,9 erwähnen nur Maria von Magdala.

Einige, im letzten Versuch, eine Sonntagmorgen-Auferstehung zu rechtfertigen, weisen auf einen angeblichen Widerspruch zwischen Matthäus 28,9 und Johannes 20,17 hin. Während es Christus in Johannes 20,17 Maria nicht erlaubte, ihn zu berühren, da er noch nicht zum Himmel aufgefahren war, wurde er von einigen Frauen in dem Bericht von Matthäus berührt. Die Erklärung ist scheinbar die, dass er in der Zwischenzeit zum Himmel aufgefahren und danach zur Erde zurückkehrt ist, und deshalb nun berührt werden konnte. Deshalb, so das Argument, muss die Aufzeichnung der Geschehnisse in Matthäus zeitlich den Ereignissen in der Aufzeichnung von Johannes folgen.

Aber wie wir gesehen haben, spricht die Aufzeichnung in Johannes nicht unbedingt über Ereignisse, die am Sonntagmorgen stattfanden, sondern am Samstagabend, als es begann, dunkel zu werden. Wir können jedoch feststellen, dass Matthäus und Johannes unterschiedliche Wörter benutzen, wenn sie von der „Berührung“ Christi sprechen. In Matthäus 28,9 wird uns gesagt, dass die Frauen seine Füßen umfassten und ihn anbeteten. Im Bericht von Johannes kommt die Auffassung zum Ausdruck, dass Maria in ihrer Freude versuchte, ihn an sich zu ziehen und ihn dadurch fest- und aufzuhalten. Die Ryrie Study Bible kommentiert zu Johannes 20,17: „Rühre mich nicht an – akkurater wäre wohl zu übersetzen: ‚Halte mich nicht so lange fest oder hänge dich nicht an mich’ (um ihn zu hindern oder aufzuhalten).“ Die NIV übersetzt: „Halte mich nicht fest.“ Die New King James Bible sagt: „Klammere dich nicht an mich.“ Die RSV sagt: „Halte mich nicht.“

Der Unterschied in Christi Reaktion gegenüber den Frauen war dieser: Maria von Magdala wollte sich an ihm festhalten, und sie weigerte sich, ihn loszulassen (Johannes 20,17). Die Frauen in Matthäus‘ Aufzeichnung waren ängstlich (Matthäus 28,8, 10). Sie wollten ihn berühren, um Trost zu erhalten und um sicherzustellen, dass er es wirklich war (vgl. Lukas 24,36-39; Johannes 20,25).

Da Christus am Samstagnachmittag auferweckt wurde – nachdem er drei Tage und drei Nächte tot im Grab gelegen hatte – musste er an einem Mittwochnachmittag getötet und begraben worden sein, genau 72 Stunden früher. Aber wie kann dies sein? Wie konnte Christus an einem Mittwoch getötet und begraben worden sein?

Diejenigen, die noch niemals etwas über diese Wahrheit gehört haben, mögen sehr erstaunt sein zu erfahren, dass die Bibel tatsächlich lehrt, dass Christus an einem Mittwoch getötet und begraben worden ist. Cockrell weist auf folgendes hin: „Gemäß der Bibel wurde Jesus Christus noch vor Sonnenuntergang am Samstag wieder auferweckt … Im Hinblick auf Matthäus 28,1 wurde gezeigt, dass Jesus aus dem Grabe kam, als der Sabbat zu Sonnenuntergang endete und der erste Tag der Woche begann, dies würde also die Kreuzigung auf den Mittwoch kurz vor Sonnenuntergang verlegen … Gemäß der Autoren der Evangelien verstarb Jesus zur neunten Stunde (15.00 Uhr) und wurde noch am selben Tage zu Sonnenuntergang begraben … Wenn Jesus bei Sonnenuntergang am Mittwoch begraben wurde, und bei Sonnenuntergang am Samstag auferstanden ist, hat er das Zeichen von Jona erfüllt. Er wäre Mittwochnacht, Donnerstagnacht und Freitagnacht im Grabe gewesen – volle ‚drei Nächte’. Er wäre während des Tages am Donnerstag, Freitag und Samstag im Grabe verblieben – volle ‚drei Tage’. Zusammen genau ‚drei Tage und drei Nächte’. Somit haben wir eine wortwörtliche Erfüllung des Wortes von Christus in Matthäus 12,40.“

Zahlreiche Kommentatoren stimmen mit der historischen und biblischen Tatsache überein, dass Jesus Christus an einem MITTWOCH starb und begraben wurde. Bitte beachten Sie die folgende Auswahl:

Donald Grey Barnhouse, Eternity, Juni 1958: „ … frühe christliche Traditionen, bescheinigt von der Didascalia Apostolorum sowie von Epiphanius und Victorinus von Pettau (der im Jahre 304 n. Chr. verstarb), bezeichnen den Dienstagabend als die Zeit, zu der das letzte Abendmahl (das Passamahl) stattfand, und beschreiben ein Fasten am Mittwoch, um der Gefangennahme (und dem anschließenden Verhör und der Kreuzigung) von Christus zu gedenken.“

W.L. Pettingill, Bible Questions Answered, Seite 182: „Für uns ist es vollkommen offensichtlich, dass die Kreuzigung an einem Mittwoch stattfand.“

Finis Dake, Dake’s Annotated Reference Bible, Seite 13, bemerkt zu Matthäus 12,40: „Christus war für ganze drei Tage und ganze drei Nächte tot. Er wurde an einem Mittwoch genau vor Sonnenuntergang ins Grab gelegt, und wurde am Ende des Samstags vor Sonnenuntergang wieder auferweckt.“

R. A. Torrey, Difficulties and Alleged Errors and Contradictions in the Bible, 1907, Seiten 104-109: „ … der Tag, an dem Christus gekreuzigt wurde, war Mittwoch … alles in der Schrift harmoniert perfekt mit dem Mittwoch als Tag der Kreuzigung. Es ist erstaunlich, wie viele prophetische und klassische Schriftstellen des Alten Testamentes erfüllt werden, und wie viele scheinbare Widersprüche in den Geschichten der Evangelien klargestellt werden, wenn wir zu dem Verständnis gelangen, dass Jesus an einem Mittwoch, und nicht an einem Freitag, gestorben ist.“

George Carlow, A Defense of the Sabbath, Seite 109: „Christus wurde gekreuzigt und starb … Mittwoch, am Ende des Tages, an dem unser gesegneter Jesus begraben wurde, von diesem Tag bis zum Ende des siebenten Tages, des Sabbats, waren es drei Tage und drei Nächte, die Zeitspanne, die unser Herr vorhergesagt hatte, die er im Grabe liegen würde. Matthäus 12,40.“

James A. Walther, The Chronology of Passion Week, in Journal of Biblical Literature, Juni 1958: „Hinweise in der Didascalia, in Epiphanius, in Victorinus von Pettau … unterstützen das Datieren des Passa auf den Dienstag (Dienstagnacht) und die darauf folgende Gefangennahme von Jesus auf die Morgenstunden des Mittwochs.“

Und letztendlich erklärt die Companion Bible, herausgegeben von der Universitätspresse Oxford, im Anhang 156, dass Christus an einem Mittwoch gekreuzigt worden ist.

Aber wieder fragen wir, wie kann es sein, dass Christus an einem Mittwoch gekreuzigt wurde? Ist es nicht aufgrund von Johannes 19,30-42 offensichtlich, dass Christus an dem „Rüsttag vor dem Sabbat“, gekreuzigt wurde, also an einem Freitag?

Wiederum, lassen Sie uns sorgsam die Schriftstelle im 19. Kapitel von Johannes überprüfen. Wir lesen: „Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied. Weil es aber RÜSTTAG war und die Leichname nicht am Kreuz bleiben sollten DEN SABBAT ÜBER – DENN DIESER SABBAT WAR EIN HOHER FESTTAG –, baten die Juden Pilatus … (dass) sie abgenommen würden … Danach bat Josef von Arimathäa … den Pilatus, dass er den Leichnam Jesu abnehmen dürfe … Da kam er und nahm den Leichnam Jesu ab. Es kam aber auch Nikodemus … und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit wohlriechenden Ölen … Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde … ein neues Grab … Dahin legten sie Jesus wegen des RÜSTTAGS der Juden, weil das Grab NAHE war“ (Verse 30-31, 38-42).

Aufgrund dessen behaupten einige, dass der „Rüsttag“ sich auf den Tag vor dem wöchentlichen Sabbat bezieht, und deshalb lehren sie, dass Christus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Wäre dies wahr, dann war Christus nicht unser Messias, da er SCHEITERTE, DAS EINZIGE ZEICHEN ZU ERFÜLLEN, das er als BEWEIS für seine Eigenschaft als Heiland gegeben hatte! Wenn er an einem Freitag gekreuzigt worden ist, dann war er NICHT für drei Tage und drei Nächte im Grab! Jesus Christus wäre dann ein BETRÜGER gewesen, und IHNEN und MIR könnten die Sünden nicht vergeben werden.

Diejenigen, die behaupten, der Rüsttag beziehe sich auf den Tag vor dem wöchentlichen Sabbat, übersehen die Tatsache, dass sich das Wort „Sabbat“ sowohl auf den wöchentlichen Sabbat als auch auf die sieben jährlichen Heiligen Tage beziehen kann, die ebenfalls in der Bibel „Sabbat“ genannt werden. Die Elberfelder Bibel übersetzt, dass z.B. der jährliche Versöhnungstag ein „Sabbat völliger Ruhe“ ist. Jährliche Sabbate können auf einen jeglichen Tag der Woche fallen. Die Elberfelder Bibel erklärt, dass der Rüsttag „ein Wochentag vor dem Sabbat oder einem Fest war“.

In Johannes 19 bezieht sich der Rüsttag auf einen jährlichen heiligen Tag, NICHT auf den wöchentlichen Sabbat. Es war der „Rüsttag für das Passafest“ (Johannes 19,14). Dies bezieht sich, nebenbei bemerkt, auf das gesamte Passafest, und speziell auf den ersten Tag der Ungesäuerten Brote – den ersten jährliche heiligen Tag des Jahres gemäß dem hebräischen Kalender. Die Bibel sagt, dass „dieser“ Sabbat ein „hoher Festtag“ war (Johannes 19,31), womit ein jährlicher heiliger Sabbattag beschrieben wird. In dem Jahr der Kreuzigung fiel dieser besondere jährliche Festtag oder HOHE Sabbat auf einen Donnerstag (der am Mittwochabend, zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs, begann).

Cockrell erläutert hierzu: „Der erste Tag der Passawoche, egal, auf welchen Tag er fiel, war immer ein jährlicher Sabbat … Die Bibel stellt klar und deutlich fest, dass Jesus an dem ‚… Rüsttag … das ist der Tag vor dem Sabbat’, gekreuzigt und beerdigt wurde (Markus 15,42). Johannes sagt uns: ‚Es war aber am Rüsttag für das Passafest’ (Johannes 19,14) … Es war der Vorbereitungstag, um den Passa-Sabbat zu halten – den jährlichen Sabbat, der immer auf den 15ten Tag des ersten Monats fällt. Johannes 19,31 fügt hinzu: ‚denn dieser Sabbat war ein hoher Festtag …’ Seine Besonderheit lag darin, dass er der jährliche Sabbat des Passafestes war.“

Matthäus 28,1 offenbart ebenfalls – korrekt übersetzt – dass es tatsächlich zwei „Sabbate“ während der Kreuzigungswoche gab, einen wöchentlichen Sabbat (der von Freitagabend bis Samstagabend gehalten wird) und einen jährlichen Sabbat (der in der Kreuzigungswoche auf Mittwochabend bis Donnerstagabend fiel).

Cockrell erklärt: „Matthäus macht es deutlich, dass zwei Sabbate vergangen waren, nachdem Jesus gekreuzigt wurde. Die King James Bible gibt dies wie folgt wieder: ‚Am Ende des Sabbats, als es anfing dunkel zu werden und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um das Grab zu sehen’ (Matthäus 28,1). Fast alle Übersetzer haben sich erlaubt, diesen Vers ‚traditionsgemäß‘ zu übersetzen. Im Griechischen Text steht jedoch nicht ‚Sabbat’, sondern ‚Sabbate’ (im Genitiv und im Plural). Korrekt übersetzt würde der Vers wie folgt lauten: ‚Am Ende der Sabbattage …’ Dies gestattet die Existenz eines jährlichen Sabbats am Donnerstag und eines regulären Sabbats am Samstag.“

Die Fenton Bible gibt diesen Vers mit „nach den Sabbaten“ wieder, und sie beinhaltet die folgende Fußnote: „Das griechische Original ist im Plural, ‚Sabbate’…“

Alfred Marshall’s Parallel New Testament in Greek and English übersetzt ebenfalls diese Klausel als „nach den Sabbaten“.

Im Griechischen steht in dem Absatz für das Wort „Sabbat“ („nach dem Sabbat“) „sabbata“. Das ist der Plural für „sabbaton“, und sollte einheitlich auch an anderen Stellen im Plural übersetzt werden. Leider hat Luther solche Stellen nahezu konsequent falsch wiedergegeben.

Zum Beispiel lesen wir in einer Anmerkung der Elberfelder Bibel zu Matthäus 12,10, dass der Satz, „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“, richtig mit „an den Sabbaten“ übersetzt werden sollte (eben weil das Wort im Plural steht, d.h., „sabbata“).

Lukas 4,31 liest sich in der Elberfelder Bibel wie folgt: „ … und lehrte sie an den Sabbaten (Griechisch: „sabbata“).“

Ein weiteres Beispiel können wir in Apostelgeschichte 17,2 finden. Diese Stelle übersetzt selbst Luther hier einmal ausnahmsweise richtig, wenn er schreibt; „Wie nun Paulus gewohnt war, ging er zu ihnen hinein und redete mit ihnen an drei Sabbaten (Griechisch: „sabbata“) von der Schrift…“

Ein interessantes Beispiel kann auch in Apostelgeschichte 16,13 ausfindig gemacht werden. Luther übersetzt völlig falsch: „Am Sabbattag gingen wir hinaus vor die Stadt an den Fluss …“ Im Griechischen ist das Wort für Sabbat „sabbata“ – im Plural – und sollte als Sabbattage oder Sabbate wiedergegeben werden. Kommentare weisen darauf hin, dass dies zur Zeit des Pfingstfestes geschah. Der Sabbat, auf den hier Bezug genommen wird, beschreibt den wöchentlichen Sabbat und den folgenden jährlichen heiligen Pfingsttag, der immer auf einen Sonntag fällt. Das Wort „sabbata“ beschreibt eine Zeitperiode von zwei Sabbaten (Samstag und Sonntag). Dasselbe Konzept wird in Matthäus 28,1 vermittelt. Auch hier ist das griechische Wort „sabbata“, deshalb sollte es heißen: „Am Ende der Sabbate“, oder „ … der Sabbattage“.

Es gibt zusätzliche Beweise, dass es während der Kreuzigungswoche zwei Sabbate gab. Wir lesen in Markus 16,1: „Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.“

Aber wir lesen in Lukas 23,54-56: „Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an. Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde. Sie kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz.“

Haben Sie den anscheinenden Widerspruch bemerkt, wenn man an der Idee festhält, dass es während der Kreuzigungswoche nur einen Sabbat gab – den wöchentlichen Sabbat? Markus 16,1 sagt uns, dass die Frauen Öle nach dem Sabbat kauften. Lukas 23,56 sagt uns, dass sie die Öle noch vor dem Sabbat bereiteten, und während des Sabbats ruhten. Offensichtlich ist es, dass man Öle nur dann bereiten kann, wenn man sie zuerst gekauft hat. Das heißt – es sei denn, man möchte behaupten, dass die Bibel Widersprüche enthält (aber dann wäre sie wertlos) –, dass es in dieser Woche zwei Sabbate gegeben haben muss: Die Frauen kauften die Öle und bereiteten sie nach dem jährlichen Sabbat am Donnerstag (vgl. Markus 16,1), dann ruhten sie an dem wöchentlichen Sabbat am Samstag (vgl. Lukas 23,54-56), und kamen dann nach dem wöchentlichen Sabbat zum Grab, um Christus einzusalben.

Cockrell stellt fest: „Die traditionellen Übersetzungen erzeugen einen Widerspruch zwischen Markus und Lukas. In Markus 16,1 wird uns gesagt, dass der Sabbat vorbei war, als die Öle gekauft wurden… In Lukas 23,56 wird uns gesagt, dass die Frauen die Öle und Salben bereiteten und am Sabbattag ruhten. Wenn Jesus nur am Sabbat im Grabe gewesen wäre, würden Markus und Lukas sich widersprechen. Aber wenn er an zwei Sabbattagen, mit einem Werktag dazwischen, im Grab war, dann harmonieren Markus und Lukas miteinander.“

Einige behaupten, Lukas 24,21 widerlege die Tatsache, dass Christus an einem Mittwoch gekreuzigt, und an einem Samstagnachmittag, vor Sonnenuntergang, wieder auferweckt wurde. Sie sagen, diese Schriftstelle verneine die Tatsache, dass Christus für drei Tage und für drei Nächte tot im Grabe lag. Lukas berichtet dort über die beiden Jünger auf ihrem Weg zum Dorf namens Emmaus. Sie reisten am Sonntagmorgen und sagten, dass „… heute der dritte Tag (ist), dass dies geschehen ist.“

Cockrell erklärt: „Einige machen viel Aufhebens um den ‚dritten Tag’ in Lukas 24,21, und sie behaupten, dass, wenn die Kreuzigung an einem Mittwoch stattfand, Sonntag der vierte Tag gewesen wäre, als diese Dinge geschahen. Aber die Antwort ist einfach. Diese Dinge fanden statt (einschließlich der Versiegelung des Grabes und dessen Bewachung am folgenden Tage, einem Donnerstag), als der Donnerstag (mit Sonnenuntergang am Mittwoch) begann. Sie waren an einem Donnerstag beendet, und der erste Tag seit Donnerstag würde also der Freitag sein, der zweite Tag seit Donnerstag wäre dann der Samstag, und der „dritte Tag“ seit Donnerstag wäre demnach der Sonntag, der erste Tag der Woche. So, der angebliche Widerspruch ist in Wirklichkeit eine Unterstützung der Mittwoch-Kreuzigung. Aber hätte die Kreuzigung an einem Freitag stattgefunden, keine Berechnung könnte den Sonntag als den ‚dritten Tag (beschreiben), dass dies geschehen ist.‘“

Jesus Christus ist unser Messias. Er erfüllte das Zeichen als Heiland genauso, wie er es vorhergesagt hatte. Er starb und war für drei Tage und drei Nächte im Grab. Aber er ist nicht mehr tot. Er lebt heute! Er dient als unser Hoherpriester, und wir warten auf seine Rückkehr, sein zweites Kommen!

Teil 6

DIE NOTWENDIGKEIT FÜR DAS OPFER CHRISTI

Wir haben alle gehört, dass gesagt wird, „Christus starb für unsere Sünden“. Was bedeutet das für die Menschheit? Was bedeutet das für Sie als Individuum? Warum ist es wichtig, dass Sie diese Aussage verstehen? Oder ist es wichtig? Haben Sie jemals darüber nachgedacht, warum es so viel für Sie bedeuten sollte?

In diesem Kapitel helfen wir Ihnen zu verstehen, warum es ABSOLUT NOTWENDIG war, dass Jesus Christus für Sie und für mich gestorben ist! UND welche Konsequenzen der Tod Jesu für uns haben sollte bezüglich der Art und Weise, wie wir unser Leben führen! Sie werden dann in der Lage sein, die folgende Frage zu beantworten: Was bedeutet es wirklich, wenn wir sagen, dass „Christus für unsere Sünden gestorben ist“?

WIR ALLE HABEN GESÜNDIGT!

Vorab ist es fundamental zu verstehen, dass jedes menschliche Wesen ein Sünder ist – JEDER SÜNDIGT! Nur ein Mensch sündigte nicht, und das war Jesus Christus. Aber Sie und ich sind nicht diese Person. Wir können nicht von uns sagen, dass wir nicht gesündigt haben, und dass wir nicht mehr sündigen werden. 1. Könige 8,46 lehrt uns, dass es keinen Menschen gibt, der nicht sündigt. Prediger 7,20 sagt: „Denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden, dass er … nicht sündige.“ 1. Johannes 1,8-10 erklärt, dass, wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, wir uns selbst betrügen und die Wahrheit nicht in uns ist, und wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, wir Gott zum Lügner machen und sein Wort nicht in uns ist.

Hiob hat sich selbst betrogen, weil er dachte, er wäre ohne Sünde (Hiob 10,5-7). Glauben wir das auch manchmal von uns selbst? Wenn wir das tun, machen wir Gott zum Lügner, weil es Gott ist, der sagt, dass wir ALLE gesündigt haben und immer noch SÜNDIGEN. Jedes menschliche Wesen braucht regelmäßige Vergebung seiner Sünden, weil jedes menschliche Wesen gesündigt hat und immer noch sündigt.

Römer 5,12 sagt uns auch, dass alle Menschen gesündigt haben und infolgedessen alle schuldig geworden und zum Tode verdammt worden sind. Römer 6,23 sagt, „der Sünde Sold ist der Tod“. Sold, oder Lohn, ist etwas, das wir für unsere Arbeit verdienen. Wenn wir sündigen, werden wir dafür bezahlt: Unser Lohn für Sünde ist der Tod – der ewige Tod –, wovon es KEINE AUFERSTEHUNG zum ewigen Leben gibt. Römer 3,9.23 erklärt, dass wir alle unter der Sünde sind und des Ruhmes ermangeln, den wir bei Gott haben sollten. Unter der Sünde sein bedeutet, dass die Sünde über uns herrscht. Wir sind Sklaven der Sünde. Und als Sünder können wir nicht zu Gottes Ruhm gelangen. Gott möchte, dass wir seine Herrlichkeit – ewiges Leben – erlangen, aber wir werden es nicht erhalten, so lange wir „Sünder“ sind – so lange wir den Weg der Sünde praktizieren.

Hier ist der EINZIGE Weg, wie wir den Ruhm Gottes erlangen können, den uns Gott durch eine Auferstehung geben möchte: Wir müssen eingestehen und anerkennen, was wir sind und was CHRISTUS für uns tat, und wir müssen uns dementsprechend in unserem täglichen Leben verhalten.

Um vollständig zu schätzen, dass es NUR der Tod und die Auferstehung und das Leben Jesu Christi sind, die uns vom ewigen Tod verschonen, so dass wir das ewige Leben erlangen können, müssen wir zuerst begreifen, dass es NICHTS gibt, was Sie und ich in diesem Leben vollbringen könnten, um der Todesstrafe zu entgehen, die wir uns wegen unserer Sünden verdient haben. Zum Beispiel ist das Konzept der Buße, die als freiwillige Selbstbestrafung verstanden wird, um für das eigene Fehlverhalten zu „sühnen“, eine Idee, die in der Bibel überhaupt nicht gelehrt wird. (Als Anmerkung sei gesagt, dass die Wortwahl „Buße“ in der Lutherbibel unglücklich ist; es sollte in allen Fällen das Wort Reue gebraucht werden; Reue beschreibt eine Sinnesänderung und eine Kehrtwendung im Leben.)

Im wesentlichen sind wir überführte Kriminelle, die auf ihre Hinrichtung warten, die ganz bestimmt ausgeführt würde, es sei denn, wir werden begnadigt und erlangen Barmherzigkeit, so dass unsere Hinrichtung nicht vollstreckt wird. Römer 3,19-20 macht es klar, dass, wenn wir das Gesetz heute halten, damit nicht unsere vergangenen Sünden gerechtfertigt oder ausgelöscht werden. Sprüche 20,9 stellt die Frage: „Wer kann sagen: ‚Ich habe mein Herz geläutert und bin rein von meiner Sünde’?“ Es ist eine rhetorische Frage, da kein menschliches Wesen dies sagen kann. NICHTS, was immer wir auch tun mögen, kann uns von der Todesstrafe erretten, die wir uns verdient haben, da wir gegen Gottes Gesetz verstoßen haben. Wir können unsere Sünden nicht einfach annullieren.

CHRISTUS HAT NIE GESÜNDIGT!

Wie schon zuvor angesprochen, gibt es nur EIN menschliches Wesen, das niemals sündigte. Dieses menschliche Wesen war Jesus Christus. Wie schon in Teil II vollständig behandelt, gab er seine Göttlichkeit auf, um ein menschliches Wesen zu werden. Aber er hatte Gottes heiligen Geist in sich, ohne Maß oder Begrenzung, seit der Zeit seiner Empfängnis (Johannes 3,34), und es war Gottes Geist in ihm, der ihm die Kraft gab, der Sünde zu widerstehen und sie zu überwinden. Christus hat nie gesündigt! Er fragte in Johannes 8,46: „Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen?“

1. Petrus 2,21-22 bestätigt, dass Christus keine Sünde beging. Hebräer 4,15 sagt uns, dass er ohne Sünde war, obwohl er in allem versucht worden ist, wie wir heute versucht werden.

Aber es war keine einfache Aufgabe für Christus, sündenlos zu bleiben. Als ein menschliches Wesen wurde er mit denselben Versuchungen konfrontiert, mit denen Sie und ich konfrontiert werden, und es war für Christus NICHT UNMÖGLICH zu sündigen! Warum sonst sollte es Satan versucht haben, ihn zur Sünde zu verführen? Warum sonst musste Christus zu Gott beten, ihm die Stärke zu geben, der Sünde zu widerstehen? Warum sonst bat er Gott, ihm die Kraft zu geben, sich dem Willen Gottes unterzuordnen?

Hebräer 5,7-9 erklärt, dass Christus mit lautem Schreien und mit Tränen zu Gott betete, um ihn vom zweiten Tode zu erretten – dem ewigen Tod. Manche meinen, diese Stelle beziehe sich auf den ersten Tod, den alle Menschen sterben müssen, aber das ist nicht der Fall. Wir lesen, dass Christus zu Gott gebetet hat, ihn vom Tod zu erretten, und dass er auch erhöhrt wurde. Gott erhörte sein Gebet nicht, ihm vom ersten Tod zu erretten, aber er erhörte ihn im Hinblick auf den zweiten oder ewigen Tod. Er erhörte Christi Gebet, ihn nicht in Versuchung zu führen, sondern von dem Bösen (Satan) zu erlösen, damit er nicht sündigte. Lukas 12,49-50.22.44 zeigt, dass er VERZWEIFELT über seinen physischen Tod war. Als ein menschliches Wesen wollte er nicht solch einen schrecklichen Tod erleiden. Lukas 22,39-43 berichtet, dass Gott der Vater ihm einen Engel sandte, der ihn stärkte, so dass er die ihm vorherbestimmte Verhaftung und Kreuzigung durchstehen konnte. Matthäus 26,39-44 sagt uns, dass Christus zum Vater betete, um die Hilfe zu erhalten, die er brauchte, um seinen Willen dem Willen des Vaters unterzuordnen.

Und so sehen wir, dass Christus nicht sündigte, obwohl es menschlich gesehen für Christus MÖGLICH war zu sündigen! Doch Christus überwand die Sünde! Er war siegreich im Kampf gegen die Sünde! Er gab NIEMALS den Versuchungen nach! Dies ist sehr wichtig für uns zu verstehen, da nur aufgrund seines Todes unsere Sünden bezahlt werden und wir Vergebung erhalten können. WARUM ist das der Fall? Weil das Leben von Christus weitaus wertvoller war, als das Leben aller Menschen zusammen genommen, da er es war, der die Menschheit geschaffen hat (vgl. Kolosser 1,16). Der Wert des Schöpfers ist unbestreitbar viel größer als der Gesamtwert alles Erschaffenen.

CHRISTUS BEZAHLTE FÜR UNSERE SÜNDEN

Christus wurde ein menschliches Wesen, um uns von unseren Sünden und der Strafe für unsere Sünden zu befreien. Verstehen wir wirklich vollkommen und schätzen wir, was dies bedeutet und beinhaltet?

Johannes 1,29 bezeichnet Christus als das Lamm, das der Welt Sünden trägt – wie eine Bürde, unter der die Welt leidet. Er trug diese Sünden davon. Jesaja 53,6,11 bestätigt, dass Gott der Vater unsere Sünden auf Christus warf. Er trug UNSERE Sünden! Jesus war in seinem ganzen menschlichen Leben das Lamm, das würde sterben müssen, und er trug unsere Sünden davon (Jesaja 53,7).

Als das Lamm Gottes wurde er durch sein Blut die „Versöhnung“ für diejenigen, die „aus dem Glauben an Jesus sind“, wie Römer 3,25-26 erklärt. Die Anmerkung in der New King James Bible schreibt, dass das Wort „Versöhnung“ die Bedeutung von „Gnadenthron“ hat. In Hebräer 9,5 wird es auch von Luther als „Gnadenthron“ übersetzt. Die NIV gibt es als „Sühneopfer“ wieder. Es wird hiermit versinnbildlicht, dass Jesus Christus mit seinem Blut für unsere Sünden bezahlte.

Gott der Vater übersieht unsere Sünden; er „geht“ an ihnen „vorüber“, wenn er sie mit Christi Blut bedeckt sieht, genau wie der Todesengel an den Häusern der Israeliten vorüberging, als er das Blut des Passalammes an ihren Türpfosten sah. Der Todesengel verschonte die Israeliten und tötete sie nicht, als er das Blut des Passalammes sah. Unsere Sünden werden uns ebenfalls nicht töten aufgrund dessen, was Christus – das wahre Passalamm – für uns getan hat. JEDOCH bedeckt Christi Blut nur die Sünden, die wir FRÜHER begangen haben (vgl. erneut Römer 3,25-26). Das heißt, nachdem wir unsere Sünden bereut und uns Gott zugewendet und Vergebung für unsere Sünden erlangt haben, indem wir das Opfer Christi in Anspruch nehmen, dürfen wir NICHT wieder umkehren und erneut den Weg der Sünde gehen. Wir haben keinen FREIBRIEF zur Sünde, nachdem unsere vorherigen Sünden vergeben wurden (vgl. Römer 6,1-2).

Wie Christus eines menschlichen Todes starb, so müssen WIR die Sünde abtöten. Das bedeutet, wir dürfen „nicht mehr sündigen“! Christus hat von einem jeden von uns die Sünde weggenommen und auf sich selbst gelegt, wie ein Lamm, das eine Last trägt, und er starb mit ihnen. WIR dürfen diese bereuten Sünden nicht wiederaufleben lassen, für die und mit denen Christus gestorben ist!

Aber wir haben bereits gelesen, dass wir von Zeit zu Zeit sündigen WERDEN. Sogar jetzt gibt es NIEMANDEN, der nicht sündigt. Dies geschieht, weil wir schwach sind, und weil wir immer noch Gewohnheiten haben, die manchmal an die Oberfläche kommen. Wir mögen ihnen leicht nachgeben, weil wir vielleicht nicht so nahe zu Gott sind, wie wir es sein sollten. Auf jeden Fall sündigen wir, weil wir immer noch Fleisch und Blut sind, aber wir mögen und wollen es nicht. Wir versuchen, davon loszukommen. Wir möchten es nicht mehr tun. Trotzdem, wenn es geschieht, und wir dann wieder zur Besinnung und Einkehr gelangen und bereuen, und verzweifelt versuchen, es nicht wieder zu tun, wird Gott uns sogar dann vergeben – wegen Christi Tod. 1. Johannes 2,1-2 sagt uns: „ … Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Christus kam, um für uns zu sterben, um die Todesstrafe für uns zu zahlen, so dass wir – Sie und ich – nicht den ZWEITEN Tod sterben müssen.

DAS VOLLKOMMENE OPFER

Um für unsere SÜNDEN STERBEN zu können – um ein vollkommenes Opfer zu werden, das der Vater annehmen würde – musste Christus bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die wie folgt aufgeführt sind:

Er musste ein menschliches Wesen werden. Galater 4,4-5 erklärt, dass er von einer Frau geboren werden musste, was bedeutet, dass er Fleisch und Blut werden musste, ein menschliches Wesen. Geistwesen können nicht sterben.
Er musste für uns zur Sünde werden, wie 2. Korinther 5,21 erklärt. Das heißt nicht, dass er sündigte, als er Mensch war. Aber es bedeutet, dass er zur Sünde WURDE, dass er in den Augen des Vaters die Sünde personifizierte, so dass sein vergossenes Blut die Sünde BEDECKEN und sie wegwischen konnte. Er, das Lamm Gottes, hat unsere Sünden auf sich geladen, und er WURDE in diesem Sinne zu DIESEN SÜNDEN. In Gottes Augen sind, als Christus starb, somit all diese Sünden mit ihm gestorben.
Er musste für uns zu einem Fluch werden, wie es Galater 3,13 beschreibt. Er wurde ein Fluch für uns, als er am Kreuz hing. Indem er ein Fluch für uns wurde, befreite er uns von dem Fluch, unter dem wir standen. Als wir gegen Gottes Gesetz verstießen und sündigten, zogen wir den Fluch des Gesetzes – die Todesstrafe – auf uns. Beachten Sie, dass, wenn wir sündigen, wir unter dem Fluch des Gesetzes stehen. Galater 3,10 sagt uns: „Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue!“ Jakobus 2,10 fügt hinzu: „Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.“ Wenn wir auch nur eines von Gottes Gesetzen brechen, sind wir der Übertretung des gesamten Gesetzes Gottes schuldig, und der Fluch von Gottes Gesetz – die Todesstrafe für Sünde – liegt auf uns. Würde dieser Fluch nicht beseitigt werden, müssten wir den zweiten Tod sterben – den ewigen Tod. Lesen Sie das ernüchternde Beispiel, das Christus in Matthäus 25,41-46 gibt, in dem er sich auf Menschen bezieht, die gesündigt haben, weil sie sich weigerten, anderen in der Not zu helfen. Offensichtlich sündigten sie bösartig und mit voller Absicht, so dass ihre Strafe (der Fluch) der ewige Tod im gehenna Feuer sein wird. Aber Christus ist für uns zum Fluch geworden, so dass der Fluch von uns genommen werden KANN, WENN und FALLS wir bereuen und sein vollkommenes Opfer annehmen und auf uns beziehen und anwenden.
Er musste in der Form von sündigem Fleisch kommen, wie Römer 8,3 erklärt: „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war (Menschen waren zu schwach, das Gesetz zu halten), das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch.“ Christus war ein menschliches Wesen wie Sie und ich. Er war denselben menschlichen Versuchungen ausgesetzt, mit denen wir konfrontiert sind. Er hatte dieselbe menschliche Natur, die wir haben. Er kam in der Form von sündigem Fleisch. Er sündigte nicht, aber sein sündhaftes Fleisch versuchte ihn zur Sünde. Christus überwand jedoch alle sündhaften Lüste, und indem er das tat, „verdammte er die Sünde im Fleisch“, was beweist, dass der Mensch, mit Hilfe von Gottes Geist in ihm, Sünde überwinden kann. Er kam „um der Sünde willen“ als ein menschliches Wesen. Er musste die Sünde IM FLEISCH überwinden, und das ist genau, was er tat.
Christus musste es erfahren, von Gott dem Vater getrennt zu sein. Matthäus 27,45-46 berichtet, dass kurz vor Christi Tod, während er am Kreuz hing, er den Vater fragte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Ja, in der Tat, WARUM?
WARUM hatte Gott ihn verlassen? Bevor wir dies beantworten, müssen wir verstehen, was die unmittelbare Konsequenz von Sünde ist. Jesaja 59,1-2 erklärt, dass unsere unbereuten Sünden uns von Gott trennen. Gott wird unsere Gebete nicht erhören, wenn wir in Sünde leben. Dieser Zustand kann mit einer Wand verglichen werden, die dann zwischen Gott und uns steht.

Habakuk 1,13 fügt hinzu, dass Gott Böses nicht ansehen oder akzeptieren kann. Gut und böse sind unvereinbare Gegensätze, und Gott, der gut ist, kann und wird Böses niemals anerkennen. Gott schenkt einem Gebet von einem reuelosen Sünder keinerlei Beachtung. 5. Mose 23,10-15 erklärt das Prinzip, dass Gott in einem Menschen nichts Unreines sehen möchte. Wenn die Unreinheit nicht beseitigt wird, wird er sich von uns abwenden und uns verlassen. Schließlich weist auch Psalm 5,5 darauf hin, dass Gott es keinem gottlosen und bösen Menschen erlaubt, vor ihm zu bestehen. Gott wird niemanden erhören, der stolz ist über seine Sünden, und der nicht willens ist zu bereuen.

Aber warum hat Gott Christus verlassen, der niemals sündigte, der niemals stolz oder unrein oder böse war?

Wir wissen, dass Christus für uns zur Sünde wurde und dass der Fluch des Gesetzes für unsere Sünden auf ihm lastete, als er gekreuzigt wurde. Wir lesen ebenfalls, dass zur Zeit seiner Kreuzigung, kurz vor seinem Tode, etwas Bemerkenswertes geschah. Uns wird gesagt, dass es über dem ganzen Land von der sechsten bis zur neunten Stunde DUNKEL wurde. Was hat diese Periode von Dunkelheit für eine Bedeutung?

Dunkelheit symbolisiert Sünde, wie viele Schriftstellen beweisen (vgl. Römer 13,12; Epheser 5,8-14). Als Christus alle Sünden der Menschheit auferlegt bekam und dadurch zur Sünde „wurde“, musste er in diesem Sinne Trennung von Gott, dem Vater, erfahren. Gott der Vater sah, dass Christus alle Sünden der Menschheit trug, und er konnte diesen Anblick der Sünden wegen der Reinheit seiner Augen nicht ertragen (vgl. erneut Habakuk 1:13). Erinnern Sie sich, solche Sünden umfassten Massenmorde, Sexualverbrechen, schreckliche Kriege, Vergewaltigungen, Abtreibungen, Kannibalismus, das Hinschlachten der eigenen Kinder in Anbetung scheußlicher Götzen, Folterungen, Hexereien, dämonische Anbetungen, Holocausts, Märtyrertum der Heiligen – einschließlich all der bösen, üblen, verachtenswerten und beklagenswerten Abscheulichkeiten, die Menschen getan haben und noch immer tun – und all diese Widerlichkeiten wurden auf Christus gelegt!

Christus war WILLENS, sich selbst als Opfer für uns zu geben. Und der Vater war WILLENS, seinen Sohn durch diese Tortur gehen zu lassen, und er wusste, dass er sich von ihm trennen musste in dem Zeitpunkt, als Christus starb.

Und was für ein Opfer das war! Christus, der von allen verlassen wurde, hatte immer Trost gefunden im Wissen, dass Gott, der Vater, ihn niemals verlassen würde (vgl. Johannes 16,32). Aber genau zu diesem Zeitpunkt MUSSTE Gott, der Vater, IHN VERLASSEN, nicht, weil Christus etwas Schlimmes getan hatte, sondern aufgrund dessen, was WIR getan haben und immer noch tun.

CHRISTUS STARB, SO DASS WIR MIT UNSEREM
VATER VERSÖHNT WERDEN KÖNNEN

Wir haben gesehen, dass Christi Tod und Opfer notwendig waren, so dass es uns ermöglicht wird, von Gott Vergebung für unsere Sünden zu erhalten. Was sonst noch hat Christi Tod bewirkt?

Christus starb für uns, so dass wir persönlichen Zugang zu Gott dem Vater erlangen können. Wir waren aufgrund unserer Sünden von Gott abgeschnitten – von ihm getrennt. Wir konnten Gott nicht persönlich erreichen. Aber als Christus starb, geschah etwas Bemerkenswertes. Matthäus 27,50-51 berichtet, dass der Vorhang des Tempels in Jerusalem von oben bis unten in zwei Stücke zerriss. Dieser Tempel in Jerusalem symbolisierte den Tempel Gottes im Himmel. Der Vorhang wurde von oben bis unten zerrissen, was bedeutet, dass Gott im Himmel es bewirkte, nicht irgendjemand auf Erden. Dieses Ereignis stellt bildlich die Tatsache dar, dass von diesem Punkt an die Gebete der reuigen Menschen Gott in seinem himmlischen Tempel erreichen können, weil ihre Sünden, die sie zuvor von Gott trennten, vergeben wurden. Wie Offenbarung 8,3-4 beschreibt, haben wir nun persönlichen Zugang zu Gott. Lesen Sie auch Hebräer 10,19-22: „Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum (Gottes Thron im Himmel), den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist: durch das Opfer seines Leibes, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes (die Kirche), so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser.“

Der Vorhang, der (sinnbildlich) verhinderte, dass unsere Gebete zu Gott, dem Vater, gelangten, wurde von Gott selbst zerrissen, was zeigt, dass Gott das Opfer Christi als ausreichende Bezahlung für unsere Sünden angenommen hatte! Es zeigt ebenfalls, dass unsere Gebete nunmehr vor Gott gebracht werden können, und dass sie angenommen werden. Wir haben diesen besonderen Zugang zu Gott, dem Vater, so lange wir in einem Zustand der Reinheit von Sünde, d.h. sündenlos, sind, und so lange wir aufrichtig bereuen, wenn wir erneut sündigen, so dass Gott „uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1,9).

Christus starb für uns, so dass wir mit Gott, dem Vater, versöhnt und wieder vereinigt werden können.

Wir lesen in Römer 5,10, dass „wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren …“ Kolosser 1,21-22 fügt hinzu: „Auch euch, die ihr einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken, hat er nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes …“

Christus hat uns wieder mit Gott dem Vater versöhnt. Wir wurden Gottes Freunde. Die Feindseligkeit erlosch. Versöhnung bedeutet, eine „Freundschaft nach einer Entfremdung wieder herzustellen“. Aber die Bedeutung ist viel tiefer. Das Wort beinhaltet das Wort „Sohn“. Versöhnung mit Gott beschreibt die Tatsache, dass wir ganz buchstäblich Gottes Söhne und Töchter werden sollen—geistige Mitglieder in der Familie und dem Reich Gottes. Ohne Christi Tod würden wir immer noch Gottes Feinde sein, und niemals seine Freunde werden können, geschweige denn seine Söhne und Töchter.

CHRISTUS STARB, SO DASS WIR BEFREIT WERDEN KÖNNEN

Christus starb, so dass wir erlöst werden können. Matthäus 20,28 sagt uns, dass Christus kam, um sein Leben als ein „Lösegeld“ für viele zu geben (vgl. Menge Bibel und Elberfelder Bibel). Um etwas als Lösegeld für eine Person zu geben bedeutet, „die Befreiung einer Person für einen geforderten Preis zu sichern, z. B. aus Gefangenschaft oder Haft“.

Wovon genau hat Christus uns erlöst oder befreit?

Christus befreite und erlöste uns von Übertretungen, Sünden, Ungerechtigkeit und unserer sündigen Natur. Hebräer 9,12 sagt uns, dass wir „ewige Erlösung“ erlangt haben. „Erlösung“ bedeutet „wieder Besitz erlangen durch Zahlung eines Preises; auszahlen, freilassen“. Wir sind für alle Ewigkeit von Übertretungen oder Sünden freigemacht worden (vgl. Hebräer 9,15). Titus 2,14 fügt hinzu: „… der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.“ Wir sind „von aller Ungerechtigkeit“ befreit worden. Sünde sollte nicht mehr über uns HERRSCHEN können, stattdessen sollen wir über die Sünde regieren.

Zusätzlich erlöste uns Christus von Satan, dem Teufel. Wir lesen in Kolosser 1,13-14, dass er uns von der Macht der Finsternis errettet hat, und dass wir Erlösung erhalten haben durch Christi Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Wir sind durch die Vergebung unserer Sünden freigelassen bzw. von Satan befreit worden! Ursprünglich hatte Satan Macht über uns gehabt, weil wir durch unsere Sünden zu seinen Sklaven, und, zur selben Zeit, zu Feinden Gottes geworden sind. Aber, wie uns in Hebräer 2,14-15 gesagt wird: „Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er’s gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten.“

Christus befreite uns vom Teufel und seiner Macht. Der Teufel war ein Menschenmörder seit Anbeginn. Er verführte die Menschheit zur Sünde. Da der Tod die Strafe für Sünde ist, konnte Satan über sie herrschen. Wir waren nicht Gottes Kinder, sondern Satans. Beachten Sie Johannes 8,44: „Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an …“

Die Menschheit wurde vom Teufel gefangen genommen und versklavt durch seine Wege der Rebellion, des selbstsüchtigen Wettbewerbes, Hasses, Mordes und Falschheit. Christus kam, um die Menschen von Satans geistlicher Gefangenschaft zu befreien, indem er das geforderte Lösegeld für sie bezahlte. Er befreite uns von Sünde und Satan. ABER, wenn wir weiterhin den Weg der Sünde gehen, ohne zu bereuen, werden wir wieder unter Satans Herrschaft kommen, und Satan wird uns wieder versklaven – er wird dann GEWONNEN haben! Beachten Sie 2. Timotheus 2,24-26: „Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streitsüchtig sein, sondern freundlich gegen jedermann, im Lehren geschickt, der Böses ertragen kann und mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweist, ob ihnen Gott vielleicht Buße (besser: Reue) gebe, die Wahrheit zu erkennen und wieder nüchtern zu werden aus der Verstrickung des Teufels, von dem sie gefangen sind, zu tun seinen Willen.“

Wir haben gesehen, dass Christus gestorben ist, um uns von unserer sündigen Natur zu befreien, sowie von der Sünde selbst, und vom Teufel und seiner Macht. Christus hat uns durch seinen Tod gekauft! Wir wurden das Eigentum von Christus und Gott dem Vater. Das Lösegeld, das Christus zahlte, war sein eigenes Blut (vgl. Apostelgeschichte 20,28; 2. Petrus 2,1; 1. Korinther 7,23; Offenbarung 5,9). Wir wurden von Gott ausgelöst oder gekauft, um sein Eigentum zu werden. Wir sind Gottes Besitz! Als Gottes Eigentum müssen wir Gottes Weg folgen und so leben, wie uns dies von unserem Eigentümer, Gott dem Vater und Jesus Christus, befohlen wird. Römer 6,11, 13, 22 sagt uns: „So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus … gebt euch selbst Gott hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit … Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben.“

Wir sahen, dass Christi Tod uns befreit hat. Unsere Erlösung BEGANN mit seinem Tod. Aber unsere letztendliche Befreiung und Erlösung – wenn wir wiedergeboren werden – liegt noch immer in der Zukunft. Wir lesen in Epheser 4,30: „Und betrübt nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung.“ Beachten Sie bitte auch Epheser 1,13-14: „In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand (Anzahlung) unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.“

Was ist dann unsere endgültige Erlösung? Wovon müssen wir letztendlich befreit werden?

Römer 8,23 erklärt: „Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes.“ Unsere letztendliche Bestimmung ist die Befreiung von diesem sterblichen, zeitlichen und vergänglichen Körper aus Fleisch und Blut, und die Erlangung eines herrlichen, unsterblichen, ewigen geistigen Leibes. Sollten wir bei der Wiederkehr Christi noch am Leben sein, so werden wir augenblicklich in ein unsterbliches Geistwesen verwandelt, oder, wenn wir vor seiner Wiederkehr verstorben sind, so werden wir als ein unsterbliches Geistwesen auferstehen (vgl. 1. Korinther 15,51-54).

CHRISTUS STARB, SO DASS WIR GERECHTFERTIGT WERDEN KÖNNEN

Schließlich starb Christus, so dass wir gerechtfertigt werden können. Römer 5,9 weist auf folgendes hin: „Um wieviel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind!“ Aber diese Gerechtsprechung bedeutet nicht, dass wir weiterhin in Sünde leben können. Vielmehr lesen wir im nächsten Vers: „Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wieviel mehr werden wir selig (gerettet) werden (das Heil erlangen) durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind.“ Christi Leben bewirkt unser Heil, während uns sein Tod rechtfertigte und mit Gott versöhnte. Aber wie?

Römer 8,3-4 erklärt: „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.“

Die gerechten Anforderungen von Gottes Gesetz werden IN uns erfüllt. Dies ist nur möglich, wenn Christus IN uns lebt, durch seinen heiligen Geist! Nur so können wir gerettet werden und durch sein Leben leben. Christus lebt sein Leben der Überwindung und des Sieges über die Sünde IN UNS. Er IST wieder in das Fleisch GEKOMMEN, in unser Fleisch (2. Johannes 7, Elberfelder Bibel). Er lebt heute sein Leben in uns—in Menschen aus Fleisch und Blut. Er lebt in uns durch den heiligen Geist, und wir müssen in unserem täglichen Leben der Führung des heiligen Geistes folgen (vgl. Römer 8,14: „Denn welche der Geist Gottes treibt (besser: leitet), die sind Gottes Kinder“). Wir müssen es Christus erlauben, sein Leben in uns zu leben.

Wir selbst, aus uns selbst heraus, sind nicht gerecht oder rechtschaffen. Gott allein ist gerecht. Wir müssen Gottes Gerechtigkeit suchen und versuchen, sie zu erhalten. Gott muss uns seine Gerechtigkeit als ein Geschenk geben (vgl. Römer 5,17). Wir müssen unsere Gerechtigkeit durch Gottes Gerechtigkeit ersetzen. Das ist es, was Hiob lernen musste, der „seine“ Gerechtigkeit nicht aufgeben wollte. Wenn wir die Gabe von Gottes Gerechtigkeit erhalten, müssen wir es dem gerechten Christus erlauben, sein Leben fortgesetzt in uns zu leben. Paulus sagte in Galater 2,20 über sich selbst: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes (richtig, getreu dem Grieschischen: „des Sohnes Gottes“—die Rede ist von dem Glauben Jesu Christi, der in uns und durch uns leben muss).“

Es wird von uns verlangt herauszufinden, in welchem Ausmaße Christus sein Leben in uns lebt (vgl. 2. Korinther 13,5). Es wird von uns verlangt herauszufinden, in welchem Ausmaße wir gewillt sind, Christus in uns zu gestatten, die Sünde und unsere sündige Natur zu überwinden und zu bekämpfen.

Alles beginnt mit unserer Annahme von Jesus Christus als unseren persönlichen Heiland und Erlöser. Einige haben sich gefragt, ob wir den Ausdruck „Wir müssen Jesus Christus als unseren persönlichen Heiland akzeptieren“ gebrauchen sollten. Der Grund für ihre Besorgnis ist, dass dieser Ausdruck von vielen protestantischen Kirchen benutzt wird, die sagen, dass Christus uns so annimmt, wie wir sind, ohne irgendeine Notwendigkeit unsererseits, uns zu ändern. Dieses Konzept, dass wir so bleiben können wie wir sind, ist natürlich vollkommen falsch. Die Bibel lehrt, dass wir uns ÄNDERN MÜSSEN, und dass Jesus Christus uns nicht so annimmt, „wie wir sind“. Wir müssen bereuen, BEVOR Christus uns annimmt. Ohne Reue können wir ja gar nicht sein Opfer annehmen, das er für uns brachte.

Die bloße Tatsache, dass einige einen bestimmten biblischen Ausdruck oder ein richtiges Konzept missbrauchen und falsch anwenden, ist für uns nicht Grund genug, einen richtigen Ausdruck nicht mehr zu gebrauchen oder ein richtiges Konzept nicht mehr zu lehren. Zum Beispiel predigen viele ein falsches Evangelium (vgl. Galater 1,6-9), oder sogar einen falschen „Jesus“ (vgl. 2. Korinther 11,4). Das bedeutet jedoch nicht, dass Gottes Kirche es deshalb unterlassen sollte, die Begriffe „Evangelium“ oder „Jesus“ zu gebrauchen.

In Bezug auf die Redewendung, „Jesus Christus als unseren persönlichen Heiland anzunehmen“, hat die Kirche eine ähnliche Sprache schon seit langem benutzt (wie sie auch schon seit sehr langer Zeit die Wörter „Evangelium“ oder „Jesus“ gebraucht hat). Schon im Jahre 1948 schrieb Herbert W. Armstrong, der verstorbene Gründer der Weltweiten Kirche Gottes (von der sich die heutige Kirche des Ewigen Gottes ableitet), über „unsere Annahme von (Christi) Tod, Grablegung und Auferstehung“ und unseren Glauben „an Jesus Christus als unseren persönlichen Heiland“ (vgl. Broschüre der Weltweiten Kirche Gottes bezüglich der Wassertaufe, copyright 1948).

Diese Ausdrücke sind biblisch. Wir verstehen natürlich, dass der Glaube an Christus (vgl. Apostelgeschichte 19,4; Römer 10,14, Philipper 1,29; 1. Timotheus 1,16) beinhaltet, dass wir ihm gehorsam sind (vgl. Matthäus 7,21-23; Lukas 6,46; Johannes 15,14). Wir müssen Christi Opfer und Jesus Christus als unseren persönlichen Heiland annehmen. Zur gleichen Zeit müssen wir auch Gott den Vater als unseren persönlichen Heiland und Erlöser annehmen, da BEIDE diesen Titel verdienen. Erinnern Sie sich, wir lasen in Johannes 3,16, dass „Gott (der Vater) die Welt (so) geliebt (hat), dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Uns wird in mehreren Schriftstellen mitgeteilt, dass Jesus Christus unser persönlicher Heiland und Erlöser ist. Jesaja 43,3 zitiert wie folgt den „HERRN“ des Alten Testamentes, Jesus Christus: „Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, DEIN HEILAND.“ Doch es wird uns auch in Lukas 1,47 gesagt, dass Gott der Vater unser persönlicher Heiland ist. Als Maria von einem Engel erfuhr, dass sie Jesus gebären würde, sagte sie: „Mein Geist freut sich Gottes, MEINES HEILANDES.“ Einige meinen, Maria beziehe sich hier auf Christus. Doch Maria hatte gerade von dem Engel erfahren, dass sie einen Sohn mit Namen Jesus gebären würde, der der Sohn GOTTES des Höchsten genannt werden würde, und dass GOTT DER HERR ihm den Thron seines Vaters David geben würde (Lukas 1,31-32). Nun betet Maria zu dem Herrn (Lukas 1,46), und ihr Geist freut sich Gottes, ihres Heilandes (Vers 47).

Christus wurde von den Samaritern als der „Welt Heiland“ angesehen (Johannes 4,42). Zur gleichen Zeit wird Gott der Vater als der lebendige Gott bezeichnet, „welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen“ (1. Timotheus 4,10). Wenn Paulus im ersten Timotheusbrief von Gott spricht, bezieht er sich auf den Vater, und unterscheidet ihn von dem Sohn und dem Herrn Jesus Christus. Vgl. auch 1. Timotheus 1,1: „Paulus, ein Apostel Christi Jesu nach dem Befehl Gottes, UNSERES HEILANDES, und Christi Jesu, der unsere Hoffnung ist…“ Beachten Sie auch folgende Stelle in 1. Timotheus 2,3-6:

„Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde.“

In 2. Timotheus 1,10 wird wiederum Christus als unser Heiland identifiziert, und in Titus 1,4 wünscht Paulus dem Titus „Gnade und Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, UNSERM Heiland!“

WIR MÜSSEN JESUS CHRISTUS ANNEHMEN

Die Bibel offenbart das Konzept, dass wir Jesus Christus als unseren persönlichen Heiland und Erlöser ANNEHMEN müssen – und was er alles für uns getan hat und noch tut. Das heißt, wir müssen Christus als denjenigen akzeptieren, der für einen jeden von uns individuell gestorben ist, und der dadurch für uns einen Weg des Entkommens vom Tode ermöglicht hat, so dass wir Erlösung erlangen können. Christus starb für Sie und mich! Die erstaunliche und verblüffende Wahrheit ist, dass, wenn Sie die einzige Person hier auf Erden wären, und Sie nur einmal gesündigt hätten, Christus für Sie gestorben wäre, um Ihnen Erlösung anbieten zu können. Deshalb muss sein Tod von uns ganz persönlich verstanden werden. Paulus verstand es so. Obwohl er erklärte, dass Christus für uns alle starb, betonte er auch das ganz persönliche Opfer, das Christus für ihn erbracht hatte. Er erklärte in Galater 2,20, dass Christus, der Sohn Gottes, „MICH geliebt… und sich selbst für MICH dahingegeben“ hat.

Wir lesen in Kolosser 2,6: „Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm.“ Die Gute Nachricht gibt diese Stelle wie folgt wieder: „Ihr habt Jesus Christus ALS Herrn ANGENOMMEN. Bleibt in lebendiger Verbindung mit ihm!“

Vor der Taufe müssen wir Jesus Christus als unseren persönlichen Heiland annehmen, der willens war, für uns und unsere Sünden mit seinem Opfer unsere Todesstrafe zu bezahlen (vgl. Römer 6,23). Wir müssen ebenfalls Jesus Christus als denjenigen annehmen, der nunmehr sein Leben in uns lebt. Letzten Endes, wie wir bereits gesehen haben, WERDEN WIR DURCH CHRISTI LEBEN IN UNS GERETTET WERDEN. Römer 5,8-10 sagt: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn BEWAHRT werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes (der Prozess unserer Erlösung begann mit der Annahme von Christi Opfer), als wir noch Feinde waren, um wieviel mehr WERDEN WIR SELIG (GERETTET) WERDEN DURCH SEIN LEBEN, nachdem wir nun versöhnt sind.“ Christus ist willens, sein Leben in uns zu leben, aber wir müssen seiner Führung folgen und uns ihm unterordnen. Unsere letztendliche Erlösung wird dann eintreten, wenn wir in Geistwesen verwandelt worden sind.

Wir lesen, dass wir durch Christi LEBEN „gerettet werden“. Paulus sagte in Galater 2,19-20: „…Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir …“ Beide, Gott der Vater und Jesus Christus, leben durch den heiligen Geist in einer bekehrten Person. Christus sagt uns in Johannes 14,23: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und WIR werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ (Um mehr über die biblische Lehre zu erfahren, dass Gott der Vater und Jesus Christus in einer bekehrten Person leben, und zwar durch den von ihnen ausgehenden heiligen Geist, lesen Sie bitte unsere kostenlose Broschüre „Ist Gott eine Dreieinigkeit?“)

Christus, der Gott war, wurde ein Mensch. Er starb für uns. Gott der Vater ließ ihn wieder auferstehen und stellte seine frühere Herrlichkeit als ein Gottwesen wieder her. Er ist LEBENDIG! Er ist der Mittler zwischen Gott und Mensch (1. Timotheus 2,5). Er ist unser Hoherpriester, der uns vor Gott dem Vater vertritt. Er hilft uns in Zeiten der Not, da er selbst erfahren hat, wie es ist, im Fleisch zu leben. Und, was am Wichtigsten ist: er lebt sein Leben nun in uns, durch den heiligen Geist Gottes, um uns zu helfen und um immer vollkommener zu werden, so dass auch wir verherrlichte Gottwesen in der Familie und dem Königreich Gottes werden können.

Paulus erklärt diesen Prozess und die wunderbare Aufgabe und Funktion von Jesus Christus in Epheser 5,25-27: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad (Taufe) im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.“

Indem wir Christus erlauben, sein Leben in uns zu führen, wird die Kirche—Christi Braut—bereit sein, wenn die Zeit der letztendlichen Erlösung gekommen ist (vgl. Offenbarung 19,6-8). Die Frage ist, werden auch Sie bereit sein?

Teil 7

DER TAG VON CHRISTI WIEDERKEHR

Christus versprach, dass er am Ende dieses Zeitalters zu dieser Erde zurückkehren würde, um das Reich Gottes zu errichten.

In Matthäus 24,3 stellten die Apostel Christus drei Fragen: „Sage uns, wann wird das geschehen? und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?“ Christus hatte zuvor von der Zerstörung des Tempels in Jerusalem gesprochen (Verse 1-2). Die Jünger wollten mehr über die Zerstörung des Tempels wissen und glaubten irrtümlicherweise, dass dieses Ereignis zum Zeitpunkt der Wiederkehr Christi stattfinden würde. Wie wir wissen, wurde der Tempel im Jahre 70 n. Chr. zerstört, aber Christi Wiederkehr würde noch nicht für eine lange Zeit stattfinden. Christus erklärte ihnen, dass noch zahlreiche bedeutende Ereignisse geschehen müssten, bevor er zurückkäme.

In Markus 13,4 werden die Apostel mit dieser Frage zitiert: „Sage uns, wann wird das geschehen? und was wird das ZEICHEN sein, wenn das alles vollendet werden soll?“

In den Aufzeichnungen von Matthäus und Markus wies Christus darauf hin, dass seinem Kommen und dem Ende dieses Zeitalters das Predigen des Evangeliums in aller Welt und zu allen Nationen vorausgehen muss. Er sagte in Matthäus 24,14: „Und es WIRD gepredigt WERDEN dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“ Er wird in Markus 13,10 wie folgt zitiert: „Und das Evangelium muss zuvor gepredigt werden unter allen Völkern.“ Die Tatsache, dass das Predigen des Evangeliums vom Reich Gottes unter allen Völkern als ein ZEICHEN für Christi Wiederkehr gegeben wurde, zeigt, dass dieses Evangelium der Welt seit langem NICHT gepredigt wurde. Natürlich, „ein“ Evangelium wurde gepredigt – das Evangelium „über“ Christus –, aber nicht das Evangelium Christi, das VON Christus verkündet wurde – genau dieselbe Nachricht, die Christus überbrachte. Christus war ein Übermittler mit einer Nachricht von Gott dem Vater, und er brachte und verkündete das Evangelium, die gute Nachricht von dem Königreich Gottes (vgl. Markus 1,1, 14-15). Das Reich Gottes ist die herrschende Familie Gottes, die z.Zt. aus dem Vater und dem Sohn besteht, sowie aus gezeugten, doch noch nicht wiedergeborenen Kindern Gottes. Die Kirche Gottes hat den Auftrag, die Verpflichtung und Verantwortung, genau dieselbe Nachricht des Evangeliums vom Reich Gottes—der Familie Gottes, die über die Erde herrschen wird—heute zu verkünden.

DAS ZEICHEN VON CHRISTI WIEDERKEHR

Wie zuvor erwähnt, baten die Jünger Christi um ein „ZEICHEN“ für sein Kommen. Das griechische Wort für „ZEICHEN“ ist „semeion“. Es vermittelt die Bedeutung von einem „Signal“ (Young’s Analytical Concordance to the Bible) oder einem „Hinweis“ (W.E. Vine, Expository Dictionary of New Testament Words). Es kann ebenfalls die Bedeutung von “Wunder” haben (Strong’s Exhaustive Concordance of the Bible).

Als Bestätigung dafür, dass Christus der Messias war, wurde den ungläubigen Juden zu Christi Zeiten – von Christus ein „böses und abtrünniges Geschlecht“ genannt (Matthäus 16,4) – nur das „ZEICHEN“ von Jona gegeben. Wie Jona zum „ZEICHEN“ für die Leute von Ninive wurde (Lukas 11,30) – er verbrachte drei Tage und drei Nächte im Bauche des Wales –, so würde Christus für die Juden seiner Zeit zum „ZEICHEN“ werden (gleicher Vers) – er würde drei Tage und drei Nächte (72 Stunden) im Grab verbringen (Matthäus 12,39-40).

Tragischerweise hat das orthodoxe Christentum das EINZIGE Zeichen zurückgewiesen, das Christus den Juden gab und das seine Eigenschaft als Heiland belegte. Viele bekennende Christen behaupten fälschlicherweise, dass Christus sich nur vom Freitagabend bis Sonntagmorgen im Grabe befand, viel weniger als die prophezeiten 72 Stunden. Sie haben dadurch Jesus Christus verworfen – den einzigen Namen, durch den die Menschheit gerettet werden kann (Apostelgeschichte 4,12).

Zusätzlich gab ein Engel den Schafhirten auf dem Felde ein ZEICHEN, dass Christus geboren worden war—das Zeichen von einem „Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen(d)“ (Lukas 2,12).

Diese ZEICHEN sollten den Menschen zur Zeit Jesu Christi bezeugen, dass der Messias erschienen war und dass Christus der lang erwartete Messias war. Ebenso ist die Tatsache, dass das wahre Evangeliums vom REICH GOTTES heute in der ganzen Welt als ein Zeugnis gepredigt wird – zum Beispiel durch Hilfsmittel wie der Druckerpresse und dem Internet – ein ZEICHEN für diejenigen, die verständig sind (Daniel 12,10) und glauben, dass Christi Wiederkehr unmittelbar bevorsteht.

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass das wahre Evangelium vom Reich Gottes zu Lebzeiten von Herbert W. Armstrong, dem verstorbenen Leiter der Kirche Gottes, der ganzen Welt gepredigt wurde. Beachten Sie dieses Zitat sogar von denen, die diese Verkündigung ablehnten: „Trotz der moderaten Größe seiner Bewegung war Herbert W. Armstrong in religiösen Zirkeln länger als ein halbes Jahrhundert eine wohlbekannte Persönlichkeit. Es war schwer, irgendjemanden zu finden, der nicht eine Ausgabe der Zeitschrift ‚Klar & Wahr’ gesehen, oder das Radio- bzw. Fernsehprogramm ‚Die Welt von Morgen’ gehört oder gesehen hatte“ (Christianity Today, 10. Juni, 2002, „From the Fringe to the Fold“).

Es ist ebenfalls eine unbestreitbare Tatsache, dass Herr Armstrong im Jahre 1986 verstarb, und dass Christus noch nicht wiedergekehrt ist. Das bedeutet, dass Gottes Kirche weiterhin die Verpflichtung hat, das Evangelium der Welt als ein Zeugnis zu predigen. Christus machte es sehr klar, dass das Evangelium bis zum Zeitpunkt seiner Wiederkehr weiter gepredigt werden würde. Er sagte seinen Jüngern in Matthäus 28,19-20, dass er bei ihnen sein wird „alle Tage bis an der Welt ENDE“, und dass sie „zu Jüngern (machen sollten) alle Völker“ (eine logische Konsequenz des Predigens des Evangeliums in der ganzen Welt, vgl. Römer 10,14-15). Christus sagte ebenfalls, dass diejenigen, die Gottes Werk—das Predigen seines Evangeliums—ausführen würden, diese Aufgabe noch nicht einmal zum Zeitpunkt seiner Wiederkehr beendet haben würden, auch nicht in den Städten Israels (Matthäus 10,23).

Christus sagte seinen Dienern, dass sie nicht unproduktiv sein und nicht nachlassen sollten, das Werk Gottes zu TUN, bis Christus zurückkehrt (Matthäus 24,46; Jakobus 1,25). Falls sie sich weigerten, das Evangelium zu predigen, obwohl sie die Hilfsmittel dafür besitzen würden, und wenn sie fälschlicherweise glaubten und verkündigten, dass das Werk beendet wäre, dann würden sie von Christus hierfür zur Rechenschaft gezogen werden. Heutzutage gibt es einige, die die Schriften unterschiedlich verstehen und auslegen, im Glauben, sie verstünden es besser. Wenn dies der Fall ist und sie eine egoistische und selbstgerechte Gesinnung beibehalten, werden sie NICHT für wert geachtet werden, all den Dingen zu entfliehen, die geschehen werden (Lukas 21,36)!

Zusätzlich zu dem sichtbaren ZEICHEN des weltweiten Predigens des Evangeliums sprach Christus über „große ZEICHEN vom Himmel her“ (Lukas 21,11). Dies ist ein Bezug auf die „himmlischen Zeichen“, die in Offenbarung 6,12-17 beschrieben werden, und die der großen Trübsal folgen und dem Tag des Herrn unmittelbar vorausgehen (der ungefähr ein Jahr vor Christi Wiederkehr beginnen könnte). Die große Trübsal, die in vielen Bibelversen erwähnt wird (Luther übersetzt vielfach „Bedrängnis“), beschreibt die nationale Gefangenschaft des modernen Hauses Israel und Juda (die Commonwealth Nationen, hauptsächlich Großbritannien, sowie die USA und die heutigen Juden) und ein Märtyrertum von vielen Heiligen (Offenbarung 6,9-11).

Christus erwähnte, dass zu jener Zeit „ZEICHEN geschehen (werden) an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen“ (Lukas 21,25-26). Beachten Sie den direkten Kontext dieser Ereignisse: „Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht“ (Verse 27-28).

Wir sehen, dass die „himmlischen Zeichen“ ebenfalls ein Hinweis auf Christi unmittelbar bevorstehende Wiederkehr sind, da sie den Beginn des Tages des Herrn einleiten – Gottes Herrschaft über die Menschheit. Christus führt in Matthäus 24,29-30 näher aus: „Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und dann wird erscheinen das ZEICHEN des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“

Wenn sich dieses ZEICHEN „des Menschensohnes“ von den „himmlischen Zeichen“ unterscheidet, worum handelt es sich dann? Es könnte sich auf Offenbarung 15,1 beziehen: „Und ich sah ein andres Zeichen am Himmel, das war groß und wunderbar …“ Dieses Zeichen weist auf das Ausgießen der letzten sieben Plagen hin – nachdem der Tag des Herrn begonnen hat –, die den Zorn Gottes beenden. Einige dieser Plagen werden UNVERZÜGLICH NACH Christi Wiederkehr ausgegossen. Jedoch spricht die Bibel nicht eindeutig darüber, was genau mit dem „ZEICHEN des Menschensohnes“ in Matthäus 24,30 gemeint ist. Einige meinen, dass es sich auf Christi Erscheinen am Himmel beziehen könnte. Der Broadman Bible Commentary erklärt: „Das Zeichen des Menschensohnes ist von unbekannter Bedeutung, obwohl es sich mehr direkt auf Jesus bezieht als auf astronomische Zeichen. Der griechische Genitiv erlaubt den Gedanken, dass der Menschensohn selbst das Zeichen ist, d.h. ‚das Zeichen, welches ist der Menschensohn’.“

In dem Fall würde dies ein weiterer Beweis dafür sein, dass Christi Wiederkunft für jedermann sichtbar sein, und nicht im Geheimen stattfinden wird. Andererseits kann dieses ZEICHEN des Menschensohnes nicht als Antwort auf die Frage der Jünger, was das ZEICHEN seiner Wiederkehr und das Ende des Zeitalters sein würde, gedeutet werden. Offensichtlich sagte Christus nicht: „Das Zeichen meiner Wiederkehr ist meine Wiederkehr.“ Stattdessen identifizierte er eindeutig das fortgesetzte Predigen seines wahren Evangeliums in der ganzen Welt als DAS Zeichen seiner unmittelbaren Wiederkehr, während zusätzlich erkennbare globale Ereignisse stattfinden würden (dazu gehören zum Beispiel die Entstehung einer politisch/militärisch/wirtschaftlich/religiösen Supermacht in Europa als die zehnte und letzte Wiederauferstehung des früheren heiligen Römischen Reiches; ein Krieg im Nahen Osten; ein militärischer Angriff auf die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien, und den Staat Israel; und kosmische Zeichen oder Störungen).

Christus nimmt genau auf jene Zeit Bezug und warnt seine dann lebenden Jünger, nicht durch falsche ZEICHEN oder Wunder verführt zu werden. Er sagte, dass während und kurz vor jener Zeit der großen Trübsal, „falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun (werden), so dass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten“ (Matthäus 24,24). Eine ihrer Verführungskünste wird darin bestehen, fälschlicherweise zu behaupten, Christus wäre schon zurückgekehrt und warte nur darauf, seine Jünger „in der Wüste“ zu treffen (Vers 26). Mit anderen Worten, sie werden eine Version der bekannten FALSCHEN Theorie einer „heimlichen Entrückung“ predigen und behaupten, dass Christus zweimal wiederkehren wird – erstmals, um seine Jünger zu sich zu nehmen, und zweitens, um Gottes Reich hier auf Erden zu errichten. „Falsch“, sagt Christus, und „Glaubt nicht diesen falschen Lehren“, warnt er. Vielmehr: „Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, SO WIRD AUCH DAS KOMMEN des Menschensohns sein“ (Vers 27).

Christus warnte, dass kurz vor seiner Wiederkehr „der Mensch der Bosheit“ offenbart werden muss (2. Thessalonicher 2,3). Diese Person wird an anderen Stellen als der „falsche Prophet“ identifiziert. Er wird bei Christi Wiederkehr noch am Leben sein, aber Christus wird ihn „umbringen mit dem Hauch seines Mundes“ (Vers 8). Dieser „Sohn des Verderbens“ und „der Widersacher“ (Verse 3 und 4)—ebenfalls „der Böse“ genannt – „wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften ZEICHEN und Wundern“ (Vers 9). Das Buch der Offenbarung sagt uns, dass dieser „falsche Prophet“ die Menschen mit seinen Zeichen verführen wird. Wir lesen in Offenbarung 13,14: „… und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die ZEICHEN, die zu tun vor den Augen des Tieres (einem politischen und militärischen Führer) ihm Macht gegeben ist.“ Uns wird ebenfalls in Offenbarung 19,20 gesagt, dass „das Tier ergriffen (wurde) und mit ihm der falsche Prophet, der vor seinen Augen die ZEICHEN getan hatte, durch welche er die verführte, die das Zeichen des Tieres angenommen und das Bild des Tieres angebetet hatten…“

Wir sehen also, dass die Macht, ZEICHEN oder Wunder zu vollbringen, NICHT unbedingt ein Beweis dafür ist, dass diese Person ein Nachfolger des wahren Gottes ist. Einige versuchen verzweifelt, Macht zu erhalten, um Zeichen und Wunder zu vollbringen, wie Simon der Zauberer, der Petrus Geld anbot, um die Macht zu erhalten, anderen den heiligen Geist durch Auflegung seiner Hände zu gewähren (Apostelgeschichte 8,18-19). Aber Petrus erwiderte ihm, dass sein „Herz… nicht rechtschaffen vor Gott (war)“ (Vers 21), und dass er diese seine Einstellung bereuen sollte (Vers 22). Die historische Aufzeichnung zeigt jedoch, dass er nicht bereute, sondern weiterhin Zauberei betrieb (Vers 9), und dadurch viele Menschen verführte. Christus warnte, dass in der Endzeit, kurz vor seinem Kommen, „falsche Propheten“ oder „Prediger“ (nicht nur DER falsche Prophet) erscheinen würden, um „viele“ mit falschen Zeichen und Wundern zu verführen. Wenn möglich, so warnte Christus, würden sogar die „Auserwählten“ verführt werden.

Christus sagte, wir sollten nicht einschlafen oder aufgeben. Er sagte, dass nur diejenigen, die bis zum Ende beharren oder aushalten, gerettet werden (Matthäus 24,13). Anstatt sich auf Zeichen und Wunder zu konzentrieren, müssen wir sicherstellen, dass wir BEREIT sind, wenn Christus wiederkehrt, denn er wird zu einer Stunde kommen, wenn wir es nicht erwarten (vgl. Matthäus 24,44).

Die Tatsache, dass Jesus Christus zu dieser Erde zurückkehren wird, ist äußerst wichtig. Jedoch genauso wichtig, und vielleicht sogar noch wichtiger, ist die Frage, WARUM Jesus Christus zurückkehren wird.

WARUM JESUS CHRISTUS WIEDERKEHREN WIRD

Wie wir schon gezeigt haben, ist die Wiederkehr von Jesus Christus eine der fundamentalsten und grundlegendsten Lehren und Doktrinen in der Bibel. Es ist vielleicht DIE entscheidendste Lehre des wahren Christentums, weil sie unsere Zukunft betrifft. OHNE die Wiederkehr von Christus würden Sie und ich KEINE Zukunft haben.

Einige haben versucht, die Wiederkehr Christi zu „vergeistigen“ und dadruch abzulehnen, dass sie sagen, Christus sei schon zu Pfingsten zurückgekehrt, indem er seinen Geist auf die ersten Jünger ausgoss. Aber die Bibel lehrt dies NICHT. Stattdessen, gemäß den Worten unseres Heilandes, wird Christus buchstäblich zurückkehren, in eigener Person. Es gibt dutzende, wenn nicht sogar hunderte von Passagen, die diese Wahrheit mehr als deutlich wiedergeben. Wenn wir uns einige dieser Schriftstellen nochmals ansehen, werden wir deutlich erkennen, WARUM Christus zu dieser Erde zurückkehren wird.

Apostelgeschichte 1,9-11 informiert uns: „Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“

Christus wird auf genau dieselbe Art und Weise wiederkehren, wie die Jünger ihn gen Himmel auffahren sahen. Er wird nicht im Geheimen kommen, und er wird auch nicht im übertragenen Sinne kommen, d.h. nur durch seinen heiligen Geist. Er fuhr völlig sichtbar für die Menschen vom Ölberg gen Himmel auf, und er wird auch so zu dem Ölberg zurückkehren, völlig sichtbar für die Menschen (vgl. Sacharja 14,4).

Johannes 14,1-3 sagt uns einen der Gründe, warum Christus wiederkehren wird. Wir lesen: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen (oder: Regierungspositionen). Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.“

Derzeit bereitet Christus für jeden von uns eine Position oder ein Regierungsamt vor, und wenn er wiederkommt, dann werden wir mit und unter ihm herrschen und IMMER bei ihm sein, wo auch immer er sein wird.

Dies zeigt das außerordentliche Verlangen Christi, UNS in seiner Nähe zu haben. Beachten Sie Johannes 17,24: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.“

Gleichzeitig erwartet Christus, dass WIR dasselbe Verlangen haben, mit Christus zu sein, wie Johannes 12,26 betont: „Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein.“

Christus möchte mit uns dieselbe intime Beziehung haben, die er mit dem Vater hat. Wir lesen in Johannes 1,18, dass er „in des Vaters Schoß ist“. Und so sollen auch wir „im Schoße Christi“ sein; was bedeutet, dass wir eine sehr enge Beziehung mit Christus haben sollen, wie er eine sehr enge Beziehung mit dem Vater hat. Christi Wiederkehr zur Erde wird dies für uns möglich machen, da wir für immer mit und bei ihm sein werden.

Einen zweiten Grund für Christi Wiederkehr finden wir in 1. Thessalonicher 4,16-17: „Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“

Hier sehen wir einen zusätzlichen Aspekt, der mit Christi Wiederkehr in Zusammenhang steht – unsere Wiederauferstehung und Verwandlung zu einem unsterblichen, ewigen Leben, so dass wir immer mit Christus sein KÖNNEN.

Um es anders auszudrücken: Christus wird wiederkehren, um uns ewiges Leben zu GEBEN! Johannes 5,25 betont: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde … dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden, die werden leben.“ Diejenigen, die gestorben sind, werden die Stimme des wiederkehrenden Jesus Christus bei ihrer Auferstehung HÖREN.

Johannes 5,28-29 fügt hinzu: „Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“

Diejenigen, die in Christus gestorben sind, werden zu ewigem Leben auferweckt werden. Sie werden die Stimme Christi hören, wenn er sie aus ihren Gräbern rufen wird. Die anderen – diejenigen, die starben, ohne das wahre Evangelium, das Christus brachte, gehört oder verstanden zu haben – werden Christi Stimme dann nicht hören. Sie werden sie später vernehmen, wie es uns das Buch der Offenbarung, Kapitel 20, und andere Schriftstellen lehren.

1. Korinther 15,51-52 offenbart uns dieselbe Wahrheit – dass die Toten in Christus unverweslich und unsterblich auferstehen werden, sobald sie zur Zeit der letzten Posaune die Stimme des wiederkehrenden Jesus Christus hören. Einige, in denen Christus lebt, werden noch am Leben sein, wenn Christus wiederkehrt. Diese werden umgehend verwandelt, im Bruchteil einer Sekunde, wenn die letzte Posaune ertönt.

Matthäus 24,31 sagt uns, dass der wiederkehrende Christus seine Engel, die ihn begleiten, aussenden wird, um seine Auserwählten von allen vier Winden zu sammeln. Wenn er zur Erde zurückkehrt, werden die Engel alle seine Auserwählten zu Christus bringen, um ihn in der Luft zu treffen. Christus wird wiederkehren, „wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen“ (Vers 27), bevor er seine Füße auf den Ölberg setzt (Sacharja 14,4). (Diese Schriftstelle in Matthäus 24,27 weist auf die Herrlichkeit hin, die er bei seiner Wiederkehr besitzen wird. Erinnern Sie sich, wie Jesus in Lukas 10,18 sagte, dass er Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen sah.)

Ein dritter Grund für Christi Wiederkehr ist in Hebräer 9,27-28 offenbart. Wir lesen: „Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweitenmal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil.“

Christus wird erscheinen, um uns das Heil zu bringen—unsere Erlösung—um uns auferstehen zu lassen und in Unsterblichkeit zu verwandeln, so dass wir wiedergeborene Mitglieder der Familie Gottes sein können. Beachten Sie 1. Johannes 3,1-2: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht. Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“

Wir werden ihm gleich sein—ein herrliches göttliches Wesen! Kolosser 3,4 erklärt: „Wenn aber Christus, euer Leben sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.“ Jedoch werden wir nicht dieselbe Autorität besitzen wie Christus – wie ja auch Christus nicht die gleiche Autorität besitzt wie der Vater. Wir werden unter Christus Könige und Priester sein.

Ein vierter Grund, warum Christus zu dieser Erde zurückkommen wird, ist, um die Menschheit zu BEFREIEN! Wenn all die schrecklichen Ereignisse stattfinden, die in Matthäus 24 und Lukas 21 beschrieben werden, dann werden wir ermutigt, an unsere unmittelbare Zukunft zu denken. Lukas 21,27-28 berichtet: „Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Zu jenem Zeitpunkt wird unsere Erlösung, unsere Befreiung oder Freilassung nahe sein. Philips übersetzt diesen letzten Vers mit: „Denn ihr werdet bald frei sein.“

Die Menschheit hat sich immer schon nach Freiheit gesehnt, und sogar Kriege zu dem angeblichen Zweck geführt, um Frieden und Freiheit zu bringen. Global jedoch sind Freiheit und Frieden bestenfalls zeitweilig und mehr die Ausnahme als die Regel. Doch was ist die „Freiheit“, die uns Christus bringen wird?

Christus wird uns vom Tod befreien (vgl. 1. Korinther 15,54-55). Wir werden niemals mehr sterben. Wir können nicht mehr sterben. Wenn wir in Geistwesen verwandelt worden sind, wird der Tod keine Realität mehr für uns sein.

Christus wird uns von Sünde befreien, die zum Tode führt (vgl. Römer 7,22-25). Wir werden niemals mehr sündigen. Als göttliche Wesen können wir nicht mehr sündigen (1. Johannes 3,9). Wenn wir verwandelt worden sind, wird Sünde keine Realität mehr für uns sein.

Christus wird uns von den satanischen Einflüssen befreien, die uns heute weitgehend zur Sünde motivieren und inspirieren (vgl. 2. Timotheus 2,26; Römer 16,20). Wenn Christus wiederkehrt, wird er Satans Herrschaft über diese Welt ablösen, und Satan wird für 1.000 Jahre gefangen genommen werden, so dass er nicht mehr in der Lage sein wird, irgend jemanden zu verführen.

Christus wird uns von Kriegen befreien, indem er uns Frieden bringt (vgl. Jesaja 2,4; Jesaja 9,4-6). Wenn Christus wiederkehrt, wird diese Welt in Aufruhr sein. Armeen werden sich gegenseitig in solch einem Ausmaße bekämpfen, dass kein Mensch überleben würde, wenn Christus nicht wiederkäme, um diesem Irrsinn ein Ende zu bereiten. Christus wird wiederkommen, um KRIEGE zu BEENDEN! Die Elberfelder Bibel gibt Psalm 46,9-10 wie folgt wieder: „Kommt, schaut die Grosstaten des HERRN, der Entsetzen verbreitet auf Erden! Der Kriege beschwichtigt bis ans Ende der Erde, Bogen zerbricht und Speere zerschlägt, Wagen mit Feuer verbrennt.“ Die Menge Bibel schreibt, dass Christus „den Kriegen ein Ziel setzt“, d.h., ein Ende bereitet.

Christus kommt NICHT wieder, UM einen Krieg zu beginnen! Erkennen wir den Unterschied? Natürlich, wenn Christus zurückkehrt, wird er anfangs gegen solche kämpfen müssen, die gegen ihn streiten wollen. Aber sein Wunsch und seine Motivation sind, Frieden zu bringen, nicht Krieg.

Christus wird die heutigen Nachfahren des alten Hauses Israel und des alten Hauses Juda von buchstäblicher Sklaverei befreien (vgl. Jesaja 27,13). Christus kommt zurück, um sich den Völkern Israels und Judas als Gott zu offenbaren; um sie aus der Sklaverei zu befreien und in das verheißene Gelobte Land zu führen (Jeremia 16,14-15; 23,7-8); und um ihnen letztendlich den heiligen Geist zu geben (Hesekiel 37,11-14; die Elberfelder Bibel übersetzt Verse 14 wie folgt: „Und ich gebe meinen Geist in euch, dass ihr lebt…“). Dies wird geschehen, wenn die große Posaune erschallt. Es wird zur Zeit der ersten Auferstehung geschehen – die natürlich die Auferstehung des gerechten Königs Davids mit einschließen wird (vgl. Jeremia 30,8-9).

Einer der bedeutendsten Gründe, weshalb Christus zu dieser Erde wiederkehren wird, kann in Apostelgeschichte 3,19-23 gefunden werden. Christus—der Prophet—wird zurückkehren, um ALLES wiederzubringen. Er wird wiederherstellen, was von diesem Planeten entfernt wurde—das Reich oder die Regierungsherrschaft Gottes über diese Erde. Satan ersetzte die Gottesherrschaft mit seiner Herrschaft der Habgier, des Stolzes, der Selbstsucht, des Konkurrenzkampfes, der Prahlerei, des Hasses und des Krieges. Aber Christus wird wiederkehren, um Satans Herrschaft zu beenden. Christus wird die Herrschaft antreten und das Königreich oder die Regierung Gottes auf dieser Erde errichten.

Ein weiterer Grund, WARUM Christus zu dieser Erde zurückkehren wird, ist die Bekehrung nicht-israelitischer und nicht-jüdischer Völker. Diese allgemeine Bekehrung wird zusätzlich zu der Bekehrung der modernen Nationen der Häuser von Israel und Juda eingeleitet werden. Wenn Christus wiederkehrt und seine Herrschaft antritt—wenn er auf dem Thron Davids sitzen wird—dann werden die „Heiden“ beginnen zuzuhören (vgl. Apostelgeschichte 15,16-17).

Ein weiterer wichtiger Grund, warum Christus zu dieser Erde zurückkehren wird, ist, dass er seinen Auserwählten auf dieser Erde und über diese Erde Herrschaft übertragen wird, wie es deutlich in Offenbarung 2,26-27; 3,21; 5,8-10 und 20,4.6 erklärt wird. Christus wird zurückkehren, um uns gemäß unseren Werken zu BELOHNEN—wie wir unser Leben gelebt haben (Offenbarung 22,12). Je mehr wir überwunden haben, desto höhere Regierungspositionen werden wir erhalten.

Christus wird jedoch nicht nur kommen, um die Gerechten zu belohnen, sondern auch, um die Ungerechten zu bestrafen (vgl. Maleachi 3,2, 5). Wir lesen in Judas 14-15, dass der Herr „mit vielen tausend heiligen Engeln“ kommen wird, um „Gericht zu halten“ (Die Gute Nachricht).

WERDEN WIR FÜR SEINE WIEDERKEHR BEREIT SEIN?

Wir haben in dieser Broschüre gesehen, wer Jesus Christus war, und wer und was er heute ist und tut. Es ist entscheidend, dass wir das große Geheimnis über Jesus Christus verstehen und auch daran glauben, denn es gibt sonst keine Erlösung, und „in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden“ (Apostelgeschichte 4,12). Wir haben auch gesehen, dass Jesus Christus, unser Gott und Heiland, zu dieser Erde zurückkehren wird, um das Reich Gottes zu errichten.

Wir müssen uns auf Christi Wiederkehr vorbereiten und für sie bereit sein. In Offenbarung 3,20 gibt Christus diese Warnung: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“

Christus versprach uns, dass er wiederkehren würde. Er sagt zu uns, die wir in der letzten Generation, der „Endzeit“ leben: „Siehe, ich komme bald. Selig ist, der die Worte der Weissagung in diesem Buch bewahrt … Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir … Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald“ (Offenbarung 22,7, 12, 20).

Lassen Sie uns ebenso Christi antworten, wie es Johannes in Offenbarung 22,20 tat: „Amen, ja, komm, Herr Jesus!“
Wann wurde Christus geboren?

Professor J.M. Golby, Britischer Historiker und Mitverfasser des Buches „The Making of the Modern Christmas“, kommentierte während eines Fernsehinterviews im Jahre 1991 wie folgt:

„Die christliche Kirche ist immer schon sehr schlau gewesen, andersartige Praktiken einfließen zu lassen und Dinge anzunehmen, und diese dann ins Christentum zu integrieren. Zu heidnischen Zeiten gab es die Feiern der Wintersonnenwende, und es gab religiöse heidnische Feste, die sich sehr mit Begebenheiten wie dem Untergehen der Sonne befassten. Während des Winters ging sie unter – würde sie jemals wiederkommen? Und so gab es einen Tag, an dem man die Sonne feierte. Und die mithraische Religion, welche im späten römischen Reich eine sehr wichtige Rolle spielte, hatte einen ganz speziellen Tag, um dies zu zelebrieren. Zufälligerweise fiel diese Feier auf den 25. Dezember, den die christliche Kirche dann als den Tag von Christi Geburt annahm … Es steht nichts in den Evangelien, was darauf hinweisen könnte, dass Christus an einem 25. Dezember geboren wurde. Tatsächlich steht fest, dass er an dem Tag nicht geboren worden sein konnte. Es wären keine Schafhirten auf den Feldern gewesen. Es ist einfach die falsche Jahreszeit …“

Zusätzlich zu der Tatsache, dass sich am 25. Dezember keine Schafhirten auf den Feldern befanden, gibt es noch einen anderen Grund, warum Christus nicht um den 25. Dezember herum geboren worden sein konnte. Dr. Cunningham Geikie diskutiert diesen zusätzlichen Grund in „Holy Days and Holidays“, in dem Artikel „Christmas at Bethlehem“. Er schreibt: „Der fünfundzwanzigste Tag im Dezember … hat weniges zu seinen Gunsten (in Bezug auf das Datum von Christi Geburt), auch im Hinblick auf die Tatsache, dass es der Tag war, an dem im Altertum die Wiederkehr der Sonne von ihrer Winterabwesenheit gefeiert wurde … Es konnte auf keinen Fall in jener Saison gewesen sein, da solch eine Zeit sicherlich nicht von den Behörden für eine öffentliche Volkszählung gewählt worden wäre, die erforderte, dass die Bevölkerung aus allen Teilen des Landes zu ihren Geburtsstätten hin reisen mussten; Sturm und Regen machten Reisen im Winter unsicher und unangenehm …“

Die Tatsache, dass Schafhirten draußen auf den Feldern übernachteten (vgl. Lukas 2,8), und dass eine öffentliche Schätzung oder Volkszählung zurzeit von Christi Geburt durchgeführt wurde (vgl. Lukas 2,1-7) beweist klar und deutlich, dass Christus nicht irgendwann um den 25. Dezember herum geboren wurde. Schafe befanden sich in den Wintermonaten niemals auf dem Felde. Von Mitte Oktober bis Mitte März wurden die Schafe in Ställen oder Scheunen gehalten. Während dieser Zeit gab es zu viel Regen, Wind und sogar Frost und Schnee.

Die Zeitung Wynne Progress publizierte am 21. Dezember 1967 einen Artikel mit dem Titel „The Christmas Story“, in dem darauf hingewiesen wird, dass es unzählige Widersprüche zwischen den Aufzeichnungen der Bibel und den christlichen Traditionen gibt. Es wird folgendes bemerkt: „Was den 25. Dezember anbetrifft, wurde dieser im 4. Jahrhundert n. Chr. von der Kirche erwählt … Es sieht so aus, als wäre diese Wahl aufgrund eines Wunsches diktiert worden…, ein römisches Fest zu christianisieren, nämlich die Wintersonnenwende. Die biblischen Aussagen beweisen eindeutig, dass Jesus während des Spätsommers oder frühen Herbstes geboren wurde. Das ist die Jahreszeit, wenn palästinensische Schafhirten ihre Herden aufs Feld bringen, um sie dort zur Nachtzeit grasen zu lassen“ (Hervorhebungen durch uns).

Der siebte Monat des hebräischen Kalenders, der Monat des Tishri im September/Oktober, endet mit dem Beginn der Regensaison. Während des achten Monats, dem Monat des Marcheschwan im Oktober/November, ist das Wetter regnerisch. Der neunte Monat, Chislev im November/Dezember, markiert den Beginn des Winters mit Regen und Schnee. Christus machte es in Matthäus 24,20 klar, dass eine Flucht seiner Kirche besser nicht „im Winter geschehe“, da dies aufgrund schwerer Wetterbedingungen sehr unangenehm sein würde. Im Hohelied 2,11 lesen wir ebenfalls: „ … der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei und dahin.“ Beachten Sie auch Esra 10,9.13: „Da versammelten sich alle Männer … in Jerusalem auf den dritten Tag, den zwanzigsten im neunten Monat. Und alles Volk saß … zitternd wegen… des strömenden Regens … Aber es ist viel Volk hier, und es ist Regenzeit, und man kann nicht draußen stehen …“ Schließlich, der zehnte Monat, Tebeth im Dezember/Januar, wird als der kälteste Monat im Jahr bezeichnet, mit Hagel und Schnee.

Auf keinen Fall kann Christus Ende Dezember geboren worden sein, da eine öffentliche Volkszählung stattfand, und weil Schafhirten und Schafe über Nacht auf den Feldern verblieben. Auch wenn es zu dieser Zeit nicht geschneit hätte, das kalte Wetter und der Regen würde es Schafhirten und Schafen unmöglich gemacht haben, die Nacht über im Freien zu verbringen. Außerdem hätten die römischen Autoritäten nicht diese Jahreszeit gewählt, um eine öffentliche Volkszählung durchzuführen. Anstatt einer Geburt im Winter ist es vielmehr sehr wahrscheinlich, dass Christus im Spätsommer oder Frühherbst geboren worden ist.

Für mehr Informationen zu diesem Thema lesen Sie bitte unsere kostenlose Broschüre „Das Geheimnis des Weihnachtsfestes.“

Ging der Dieb am Tage seines Todes ins Paradies ein?

Wenn Christus für drei Tage und drei Nächte tot war, wie können wir dann sein angebliches Versprechen an den bereuenden Dieb am Kreuz verstehen, dass sich beide am selben Tage ihres Todes im Paradies befinden würden? Wir lesen in Lukas 23,39-43:

„Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns! Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst (oder: hineinkommst)! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Das Wort „Paradies“ in Lukas 23,43 ist eine Übersetzung des griechischen Wortes „paradeisos“, was „Park“ oder „Garten“ bedeutet. Das Wort „paradeisos“ erscheint noch zwei weitere Male im Neuen Testament.

Eine dieser Stellen ist 2. Korinther 12,2-4: „Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren – ist er im Leib gewesen? ich weiß es nicht; oder ist er außer dem Leib gewesen? ich weiß es auch nicht; Gott weiß es –, da wurde derselbe entrückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen – ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es –, der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann.“

Paulus sprach über ein menschliches Wesen, offensichtlich über sich selbst, der in einer Vision in den dritten Himmel entrückt wurde – an den Platz, wo sich Gottes Thron befindet. Paulus setzte diesen dritten Himmel mit dem „Paradies“ gleich.

Offenbarung 2,7 erklärt ferner: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.“ Zur Zeit befinden sich also das Paradies Gottes und Gottes Thron im Himmel.

Desweiteren lesen wir, dass das neue Jerusalem, eine Stadt, die Gott für uns im Himmel bereitet, zur Erde herabkommen wird (Offenbarung 3,12). Offenbarung 22,1-3 erklärt, in der Elberfelder Bibel:

„Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der hervorging aus dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte ihrer Straße und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölf Früchte trägt … Und keinlerlei Fluch wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen.“

Wir lasen bereits, dass der Thron Gottes und der Baum des Lebens in Gottes Paradies sind. Offenbarung 22,1-3 lehrt uns, dass sich der Thron Gottes und der Baum des Lebens im neuen Jerusalem befinden werden, wenn es zur Erde herabkommen wird. Das bedeutet dann, dass das Paradies Gottes letztendlich hier auf Erden sein wird.

Jesus Christus sagte dem Dieb am Kreuz, dass er mit Christus im Paradiese sein wird, NACHDEM es hier auf Erden etabliert worden ist. Christus versprach ihm nicht, ihn mit sich in den Himmel zu nehmen; vielmehr versprach er ihm den Himmel auf Erden.

Der Dieb glaubte scheinbar auch, dass Christus bei seiner Auferstehung in das Reich Gottes „hineinkommen“ würde—dass er ein unsterbliches Geistwesen in der Gottfamilie werden würde—und so bat er Christus, dann an ihn, den Dieb, zu denken.

Der Dieb bat Christus ganz spezifisch, seiner zu gedenken, wenn Christus sein Reich hier auf Erden errichten wird, wenn er wiederkommt. Er glaubte nicht, dass er mit Christus in den Himmel eingehen würde. Der Zusammenhang dieser Unterhaltung war, dass die Juden Christus als den König dieses Reiches, der über sie herrschen würde, zurückgewiesen hatten. Im Gegensatz dazu sagte der Dieb sinngemäß zu Christus: „Ich glaube an dich. Ich glaube, dass du der König bist. Ich glaube daran, dass du Gottes Reich und Gottes Regierungsherrschaft hier auf Erden errichten wirst.“ Und deshalb versicherte Christus dem Dieb, dass er dort sein würde, wenn das Reich Gottes auf der Erde und über die Erde herrschen wird, und wenn die Erde zu einem Paradies geworden ist.

Der Dieb bat Christus nicht, mit ihm in den Himmel zu gehen. Beachten Sie, wie die Moffat Übersetzung Lukas 23,42 wiedergibt: „Und er fügte hinzu, Jesus, vergiss mich nicht, wenn du kommst, um zu regieren.“

Die Jerusalem Bible hat folgende Anmerkung zu diesem Vers: „‚Jesus’, sagte er, ‚Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.’ Anders: ‚… in deiner königlichen Macht’, d.h. um dein Reich zu etablieren. Variation: ‚… wenn du kommst mit (d.h. im Besitz von) deinem Reich.’“

Die Zürcher Bibel übersetzt Lukas 23,42 wie folgt: „Jesus, gedenke meiner, wenn du mit deiner Königsherrschaft kommst.“ Die Gute Nachricht schreibt: „Denk an mich, Jesus, wenn du König bist.“

Der Broadman Bible Commentary schreibt folgendes über diesen Vers: „Dann dreht sich der reumütige Dieb Jesus zu mit der Bitte, seiner zu gedenken, wenn er in seiner königlichen Macht kommt … (Diese Wiedergabe der RSV – besser als „in deinem Reich“) wird von hervorragenden Autoritäten unterstützt und passt besser in diesem Zusammenhang.“

Aber, WARUM sagte Christus, dass der Dieb „heute“ mit ihm im Paradiese sein würde, also noch am Tag ihres Todes? Oder, hat er das überhaupt gesagt?

Wir sollten uns zuerst fragen, ob Christus selbst an dem Tag, an dem er starb, ins Paradies einging. Die Bibel sagt uns, dass er es NICHT tat. Stattdessen lag er für drei Tage und drei Nächte tot im Grab. Er sagte, dass dies das einzige Zeichen dafür sein würde, dass er der Messias war. Er sagte, dass, wie sich Jona drei Tage und drei Nächte im Bauche des Seeungeheuers befand, er auch drei Tage und drei Nächte im Grab sein würde (Matthäus 12,40). Und sogar noch NACH seiner Auferstehung (nach diesen drei Tagen und drei Nächten) sagte er zu Maria von Magdala in Johannes 20,17: „Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch NICHT aufgefahren zum Vater.“

Sogar nach drei Tagen und drei Nächten im Grabe war er immer noch nicht ins himmlische Paradies aufgefahren. Er fuhr sodann allerdings Sonntagfrüh zum Himmel auf und kehrte sofort zur Erde zurück. Doch Christus ging nicht am Tage, an dem er starb, ins Paradies ein– und somit auch der Dieb nicht. Und doch hatte Christus ihm, laut Wiedergabe der Lutherbibel, folgendes versprochen: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

WAS hat Christus denn nun wirklich gesagt – und, WAS meinte er damit?

Im originalen Griechischen stehen keine Kommas. Beachten Sie, was uns die Lamsa Übersetzung in einer Fußnote zu Lukas 23,43 sagt: „Altertümliche Texte waren nicht interpunktiert. Das Komma (oder: die Interpunktion) könnte vor oder nach ‚heute’ stehen.“

Das bedeutet, dass anstatt der Aussage: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein“, diese Schriftstelle auch wie folgt übersetzt werden kann: „Wahrlich, ich sage dir heute: Du wirst mit mir im Paradies sein.“

Beachten Sie die wortwörtliche buchstäbliche Wiedergabe dieser Passage in der Englishman’s Greek New Testament: „Und sagte zu ihm Jesus: Wahrlich ich sage dir heute mit mir du sollst sein im Paradiese.“

Die Companion Bible erklärt im Anhang, in Paragraph 173, dass die Interpretation dieses Verses ausschließlich von der Interpunktion abhängt, die wiederum gänzlich auf menschliches Ermessen angewiesen ist. Sie erklärt, dass griechische Manuskripte bis zum neunten Jahrhundert keinerlei Interpunktionen aufwiesen, und sogar nach dieser Zeit gab es nur Punkte, die die Wörter voneinander abgrenzten. Der Broadman Bible Commentary gibt zu: „Es ist möglich, das Komma (oder die Interpunktion) nach ‚heute’ zu setzen…“

Christus versprach dem Dieb also nicht, dass er am Tage seines Todes im Paradies sein würde. Aber als er seine reuevolle Einstellung sah, versprach er ihm an demselben Tage, dass er im Paradies sein würde – hier auf Erden, in der Zukunft.

Wie ist Christus gestorben?

Diese Frage wird vielleicht einige überraschen. Ist es nicht offensichtlich, dass Christus durch die Kreuzigung starb? Dies stimmt natürlich, aber die Frage muss dennoch gestellt und beantwortet werden: Wie – genau – ist er verstorben?

Christus starb durch das Vergießen seines Blutes (Markus 14,24), und es ist sein vergossenes teures Blut, durch das wir erlöst werden können (1. Petrus 1,18-19).

Wenn wir die Aufzeichnung von Matthäus in der Lutherbibel lesen, werden wir nicht genau herausfinden, wie Christus gestorben ist. Der Grund dafür ist, dass diese Übersetzung einen ausschlaggebenden Vers am Ende von Matthäus 27,49 unterschlägt. Einige Übersetzungen, sowie viele alte Manuskripte, haben jedoch diesen fehlenden Vers bewahrt. Zum Beispiel lauten die Verse 49 und 50 in der Moffat Übersetzung, wobei die fehlenden Worte in Klammern gesetzt sind, wie folgt: „Die andern aber sprachen: Halt, lasst uns sehen, ob Elia komme und ihm helfe! (Eine Lanze an sich reißend, stach ein anderer in seine Seite und heraus kamen Wasser und Blut.) Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.“

Die Fenton Bible übersetzt den fehlenden Vers wie folgt: „Aber ein anderer nahm einen Speer und stach in seine Seite, als Blut und Wasser herauskamen.“

A.T. Robertson, Harmony of the Gospels, bemerkt in einer Fußnote zu Matthäus 27,49: „Viele alte und zuverlässige Quellen fügen hinzu: Und ein anderer nahm einen Speer und stach in seine Seite, und heraus kamen Wasser und Blut.“

Die Revised Standard Version, und die revidierte Revised Standard Version, schreiben folgendes in einer Fussnote: „Andere alte Quellen fügen hinzu: Und ein anderer nahm einen Speer und bohrte ihn in seine Seite, und heraus kamen Wasser und Blut.“

Der Vaticanus—ein griechisches Neues Testament, das um 300 n. Chr. geschrieben wurde—beinhaltet ebenfalls den fehlenden Vers. Er lautet: „Und ein anderer nahm einen Speer und stach in seine Seite, und da flossen Wasser und Blut heraus.“ Auch der Sinaiticus Codex enthält diesen Vers, und das Gleiche gilt für den Codex Ephraemi. Gemäß The Testament in Greek von Wescott und Hort, das im Jahre 1896 veröffentlicht wurde, erscheint der fehlende Vers auch in fast allen syrischen, ägyptischen, armenischen, gotischen und äthiopischen Übersetzungen. Er erscheint ebenfalls in den Schriften des Origenes (um 200 n. Chr.). Walton’s Biblia Sacra Polyglotta, veröffentlicht in 1657, behauptet in Band VI, auf Seite 6 des Anhangs, dass, als die King James Bible geschrieben wurde, dieser fehlende Vers noch immer als eine Randbemerkung zu dem griechischen Text erschien.

Wir müssen in der Aufzeichnung von Johannes einer zusätzlichen Schriftstelle Beachtung schenken. Wir lesen in Johannes 19,32-34: „Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.“

Die Art und Weise, wie diese Schriftstelle wiedergegeben wurde, scheint auszusagen, dass der Soldat den Speer in Christi Seite stieß, als dieser schon gestorben war. Jedoch das Wort „stieß“ ist im griechischen Originaltext in der Aorist-Zeitform geschrieben, die die Art und Weise einer Handlung beschreibt, und nicht die Zeit der Handlung. Sie bezieht sich auf eine Handlung, die in einem einzigen Moment geschieht, und nicht fortwährend, aber sie sagt uns nicht, wann diese Aktivität stattfindet. Nur der Zusammenhang kann dies klarstellen. Deshalb könnte die Schriftstelle in Johannes 19,34 ebenfalls korrekt wie folgt übersetzt lauten: „… sondern einer der Soldaten HATTE seine Seite mit einem Speer DURCHSTOCHEN.“ Von dem fehlenden Vers in Matthäus 27,49 wissen wir, dass Johannes 19,34 im Imperfekt übersetzt werden muß—der Soldat stieß die Lanze nicht in Christi Seite, als dieser schon tot war, sondern er tötete ihn, als er ihm die Lanze in die Seite stach.

Christus vergoss sein Blut und starb, als ein Soldat seine Seite mit einem Speer oder einer Lanze durchbohrte. Offenbarung 1,7 bezeugt: „Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben.“ Vergleichen Sie dies auch mit Sacharja 12,10. Wir lesen ebenfalls in Lukas 2,34-35: „Und Simeon segnete sie (Maria und Joseph) und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser (Jesus) ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden.“ Schließlich prophezeite Jesaja 53,5 über Christus: „Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.“ Die Elberfelder Bibel übersetzt genauer: „Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen…“ (Ebenso bringt es die Zürcher Bibel).

Die Aufzeichnungen des Neuen Testamentes bestätigen, dass Jesus buchstäblich vor seinem Tod am Kreuz mit einer Lanze oder einem Speer durchbohrt wurde, was seinen Tod zur Folge hatte, und dass dies die Art und Weise war, wie er starb.

Chronologischer Ablauf der Geschehnisse während der Kreuzigungswoche

Dienstagabend bis Mittwochabend*

• Jesus und seine Jünger essen das Passa am Dienstagabend, nach Sonnenuntergang

• Jesus wird verraten und Dienstagnacht gefangen genommen (Matthäus 26,47)

• Jesus wird Dienstagnacht und zu Beginn des Mittwochs, nach Mitternacht, vor Hannas und Kaiphas gebracht (Johannes 18,13, 24)

• Jesus wird in den frühen Stunden des Mittwochmorgen verspottet und geschlagen (Lukas 22,63)

• Jesus wird während des Tages des Mittwochs gegeißelt und gekreuzigt. Er stirbt Mittwochnachmittag gegen 15.00 Uhr (Matthäus 27,46-50). Dies ist der Rüsttag oder der Vorbereitungstag auf den jährlichen heiligen Festtag—den jährlichen Sabbat des ersten Tages der Ungesäuerten Brote (Lukas 23,54; Markus 15,42; Johannes 19,31)

• Jesus wird am Mittwoch bei Sonnenuntergang von Josef von Arimathäa und Nikodemus beerdigt (Matthäus 27,57-66; Johannes 19,38-42)

Donnerstag

• Erster Tag der Ungesäuerten Brote, ein Festtag, ein jährlicher Sabbattag

• Die Frauen ruhen sich an diesem jährlichen Sabbat aus (Markus 16,1)

• Dies ist der erste 24-Stunden-Tag, an dem sich Jesus im Grabe befindet

Freitag

• Die Frauen kaufen und bereiten die Öle und Salben, nachdem der jährliche Sabbat vorüber ist (Markus 16,1; Lukas 23,56)

• Dies ist der zweite 24-Stunden-Tag, an dem sich Jesus im Grabe befindet

Samstag

• Wöchentlicher Sabbat, an dem die Frauen ausruhen, nachdem sie am Freitag die Öle und Salben gekauft und vorbereitetet hatten (Lukas 23,56)

• Dies ist der dritte 24-Stunden-Tag, an dem sich Jesus im Grabe befindet

• Christus wird am Samstagabend auferweckt, am Ende des wöchentlichen Sabbats, gegen Sonnenuntergang, genau drei Tage und drei Nächte nach seinem Tod und seiner Grablegung (Matthäus 28,1)

• Einige Frauen kommen am Ende des wöchentlichen Sabbats, um das Grab zu sehen (Matthäus 28,1)

Samstagabend, nach Sonnenuntergang

• Maria von Magdala besucht das Grab, als es dunkel ist (Johannes 20,1)

• Einige Frauen besuchen das Grab „sehr früh“ oder bei tiefer Dämmerung, spät in der Nacht (Lukas 24,1)

Sonntagmorgen

• Einige Frauen besuchen das Grab am Sonntagmorgen, bei Sonnenaufgang (Markus 16,2)

• Zwei Jünger gehen zu Emmaus und besprechen „am dritten Tag“ die Ereignisse, die am Donnerstag angefangen hatten (Lukas 24,13-21)

*Beachten Sie, dass nach dem hebräischen Kalender die Tage mit Sonnenuntergang beginnen und enden

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Unsere umfangreiche Literatur (Broschüren und wöchentliche „Updates“ in Englisch) und andere Aktivitäten, wie z. B. „live“ Sendungen unserer Predigten und unsere „StandingWatch“- und „AufPostenStehen”-Videoprogramme, unsere wöchentlichen deutschen Videopredigten, sowie die Unterhaltung unserer Webseiten und die Verschickung von CDs und DVDs (in englischer und deutscher Sprache), werden kostenlos angeboten. Dies wird durch freiwillige Spenden ermöglicht.

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