Lehre Uns zu Beten – Teil 2 (Prinzipien Für Erfolgreiche Gebete)

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Vorbemerkung:

Dies ist der 2. Teil unserer vorab veröffentlichten Broschüre, „Lehre Uns Zu Beten!“

Prinzipien Für Erfolgreiche Gebete

Die folgenden in der Bibel deutlich für uns offenbarten Prinzipien zeigen uns, wie wir unseren Vater in richtiger Weise anrufen müssen, wenn wir uns erfolgreiche Gebete erhoffen. Wir ermutigen Sie, diese Grundsätze sorgfältig zu studieren, wenn es Ihr Wunsch ist, mit Gott dem Vater in eine engere, tiefere und bedeutsamere Kommunikation einzutreten.

1. Bitten Sie

Die Bibel gebietet uns und ermutigt uns dazu, zu beten. Wir lesen, dass wir Gott BITTEN sollen, sich unserer Bedürfnisse anzunehmen. Es gibt keinerlei Garantie dafür, dass Gott uns gibt, was wir benötigen, wenn wir ihn nicht darum bitten. Es mag sogar erforderlich sein, ihn mehr als einmal zu bitten.

In Matthäus 7,7-11 lesen wir: „BITTET, so wird euch gegeben; SUCHET, so werdet ihr finden; KLOPFET AN, so wird euch aufgetan. Denn WER da BITTET, der empfängt; und WER da SUCHT, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan… euer Vater im Himmel [wird] Gutes geben denen, die ihn BITTEN!“

Jakobus sagt uns, dass wir möglicherweise nicht das haben, was wir benötigen, weil wir schlicht und einfach nicht darum bitten (Jakobus 4,2). Obwohl Gott der Vater um unsere Bedürfnisse WEISS, noch bevor wir sie ansprechen (Matthäus 6,8), so erwartet er dennoch von uns, dass wir um die Gewährung unserer Bedürfnisse BITTEN, denn dies zeigt ihm, dass wir verstehen, dass all unsere Segnungen von ihm kommen und dass wir diese zu schätzen wissen. Gott wird so viel mehr für uns tun—mehr, als wir uns überhaupt vorstellen oder „ausdenken“ können, wenn er sieht, dass wir eine richtige Gesinnung haben und dankbar für das sind, was er bereits jetzt für uns TUT (vergleichen Sie Epheser 3,20; Gute Nachricht und Hoffnung für Alle).

Christus betonte, dass uns Gottes Heiliger Geist gegeben wird, wenn wir den Vater darum BITTEN (Lukas 11,13; lesen Sie hierzu Johannes 4,10, wo der Heilige Geist mit „lebendigem Wasser“ verglichen wird). Wir können Gott sogar darum bitten, auf das Leben anderer Menschen einzuwirken, die möglicherweise sündigen, sodass diese zur Reue kommen und seine Vergebung erlangen. Gott sagt uns, dass er dies tun WIRD, wenn wir ihn darum bitten (siehe 1.Johannes 5,16) und wenn andere Voraussetzungen vorliegen, auf die wir noch eingehen werden.

2. Bitten Sie im Glauben

Wenn wir Gott um etwas bitten, so müssen wir daran glauben, dass Gott unseren Wunsch erfüllen kann und wird. Wenn wir daran zweifeln, dass Gott unsere Gebete erhört, wie können wir dann eine Antwort erwarten? (Vergleichen Sie Jakobus 1,5-8). Christus stellte die Frage, ob er zur Zeit seiner Wiederkehr bei den Menschen in einer ansonsten treulosen und Gott feindlich gesinnten Generation den erforderlichen Glauben finden wird (Lukas 18,8; neue Lutherbibel 2009).

Wir müssen beten, ohne zu zweifeln (1.Timotheus 2,8). In Matthäus 21,21-22 wird uns sogar folgendes überwältigendes Versprechen gegeben: „Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt… [und] wenn ihr zu diesem Berge [sinnbildlich für ein großes, in unserem Leben bestehendes Problem] sagt: Heb dich und wirf dich ins Meer!, so wird’s geschehen. Und alles, was ihr bittet im Gebet, WENN IHR GLAUBT, so werdet ihr’s empfangen.“ (Vergleichen Sie auch Markus 11,22-24.)

Dies erfordert VIEL Glauben. Wenn wir „kleingläubig“ sind, so WERDEN wir zweifeln (Matthäus 14,31). Wenn wir nur wenig Glauben haben, dann werden wir in schwierigen Situationen furchtsam sein und uns ängstigen (Matthäus 8,26). Uns wird gesagt, dass unser Glaube WACHSEN muss, aber da nur Gott unseren Glauben „mehren“ kann (Lukas 17,5 in derSchlachterbibel; vergleichen Sie Markus 9,23-24), müssen wir IHN bitten, uns mehr Glauben zu geben. Ohne Glauben wird Gott für uns keine großen Werke tun (Matthäus 13,58; Markus 6,5-6). Wir lesen, dass Gott die Menschen ihrem Glauben gemäß behandelt hat (Matthäus 9,29; vergleichen Sie Apostelgeschichte 14,9).

Bitten wir Gott, uns zu heilen, so wird er dies bewerkstelligen, WENN wir den Glauben haben, dass er es tun wird (Jakobus 5,14-15; Lukas 7,50; wiederum gibt es weitere Voraussetzungen, die später in dieser Broschüre besprochen werden). Christus heilte die Tochter einer Frau, weil der Glaube der Mutter „groß war“ (Matthäus 15,28). Wenn wir uns in Schwierigkeiten befinden oder in Prüfungen Hilfe benötigen, so bitten wir Gott im Glauben um Hilfe, ohne uns über die gegebenen Umstände zu sorgen, die vielleicht ausweglos erscheinen mögen. BEI GOTT IST NICHTS UNMÖGLICH (Matthäus 19,26), und wenn wir glauben, so wird auch für uns nichts unmöglich sein (Markus 9,23)!

Wir müssen lernen, im Glauben zu wandeln, und nicht im Schauen (2.Korinther 5,7). Wir lesen von Abraham in Römer 4,18-21;Elberfelder Bibel), dass er „gegen [menschliche] Hoffnung auf [göttliche] Hoffnung hin geglaubt hat“ und „nicht schwach im Glauben [war]“ und „nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes [zweifelte]“. Vielmehr war er „voller Gewissheit, dass er [Gott], was er verheißen habe, auch zu tun vermöge“. Er gab uns damit ein richtiges Beispiel. Darum lesen wir, dass „…wenn wir wissen, dass er alle unsere Bitten erhört, so WISSEN wir (zugleich), dass die Bitten, die wir vor ihn gebracht haben, uns schon GEWÄHRT SIND“ (1.Johannes 5,15; Menge Bibel).

Unser Glaube muss so stark sein, dass wir wissen, dass Gott uns unsere Bitte gewähren wird, noch BEVOR wir sie tatsächlich erfüllt bekommen. Gott wird uns, wenn wir nicht „kleingläubig“ sind, Speise, Trank, Kleidung und sichere Unterkunft geben (Matthäus 6,30; Lukas 12,28).

3. Beten Sie freimütig, kühn, tapfer, mutig und mit freudiger Zuversicht und frohem Vertrauen

Wenn wir den Glauben haben, dass Gott unsere Gebete erhört und beantwortet, dann müssen wir mit „Freimut“ oder „mutiger Tapferkeit“ vor Gottes Thron erscheinen. Wenn wir uns ihm in schüchterner oder ängstlicher Weise nähern, dann zeigen wir ihm, dass wir nicht wirklich daran glauben, dass er für uns tun wird, worum wir ihn bitten.

Wir sind daher aufgefordert, „mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade“ (Hebräer 4,16; Schlachterbibel). Das griechische Wort für „Freimütigkeit“ lautet parrhesia, was so viel bedeutet wie „freie, offene Äußerung“ oder „freie, offene Aussprache“. „Freimütigkeit“ ist definiert als „mutig sein, offenherzig, unerschrocken, furchtlos, kühn oder kraftvoll in der Ausdrucksweise“.

Das griechische Wort für „Freimütigkeit“ oder “Freimut“ hat sodann auch die Bedeutung von Tapferkeit freudiger Zuversicht. Dieneue Lutherbibel 2009 schreibt, „mit frohem Vertrauen“ und die Lutherbibel von 1891 schreibt, „mit Freudigkeit“.  

Paulus sagt uns, dass wir nicht den Mut verlieren und aufgeben dürfen, weil wir doch Freimut und frohes Vertrauen durch Christus sowie Zuversicht durch seinen Glauben haben. Das schließt das Verbot ein, im Gebet nachzulassen (Epheser 3,12-13). Wir sind angewiesen, „zu Gott [zu] kommen mit aufrichtigem Herzen und im festen Glauben“, da wir „durch das Blut, das Jesus Christus am Kreuz für uns vergossen hat [der für unsere Sünden gestorben ist, wodurch uns Vergebung gewährt wird], frei und ungehindert ins Allerheiligste [Gottes Tempel im Himmel] eintreten [können]“ … und da Jesus „unser Hohepriester [ist] und… nun über das Haus Gottes [herrscht], seine Gemeinde [die Kirche, für die er vor Gott dem Vater eintritt].“ (Vergleichen Sie Hebräer 10,19-22, Hoffnung für Alle).

Christus sprach FREIMÜTIG [im oben erklärten Sinne] zu den Menschen und zeigte damit seine unerschütterliche Überzeugung (vergleichen Sie Johannes 7,25-26). Hieraus folgt also, dass Christi Jünger dieselbe Art des Freimuts und der Kühnheit in ihrem Leben manifestieren müssen (Philipper 1,19-20, vergleichen Sie auch 1.Timotheus 3,13 in derSchlachterbibel).

Dies beinhaltet ebenfalls, „freimütig“ für Jesus Christus und die Wahrheit Gottes einzustehen (Epheser 6,19-20; Apostelgeschichte 4,8-13.29.31).

Es schließt gleichermaßen die richtige Art von „Freimütigkeit“ Gott gegenüber mit ein. Wir lesen in 1.Johannes 4,17-18 in derSchlachterbibel, dass „die Liebe bei uns vollkommen geworden [ist], dass wir Freimütigkeit haben (rev. Lutherbibel 1984: „Zuversicht“; neue Lutherbibel 2009: „zuversichtliches Vertrauen“) am Tag des Gerichts… Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.“

Solange wir in Christus bleiben, können wir „Zuversicht“ oder „Freimütigkeit“ haben, und wir werden nicht zuschanden werden, wenn er kommt (1.Johannes 2,28; vgl. rev. Lutherbibel 1984 und Schlachterbibel). Von daher sind wir ermahnt, unser Vertrauen oder unsere „Freimütigkeit“ nicht wegzuwerfen, sondern vielmehr an unserer „Freimütigkeit“ bis zum Ende standhaft festzuhalten (Hebräer 3,6; Elberfelder Bibel).

Diese Art der „Freimütigkeit“ muss in unserem Leben entwickelt und bewahrt werden. Wir lesen, dass der Gerechte furchtlos wie ein junger Löwe ist (Sprüche 28,1), und wenn wir nach Gottes Willen leben, dann können wir freimütig und kühn sein, auch wenn wir demütig im Gebet vor seinen Thron kommen, um ihm unser Anliegen zu Gehör zu bringen. Johannes bestätigt dies in 1.Johannes 5,14: „Und das ist die Freimütigkeit,  die wir ihm gegenüber haben, dass er uns hört, wenn wir seinem Willen gemäß um etwas bitten“ (Schlachterbibel; die neue Lutherbibel 2009 sagt: „Und das ist das zuversichtliche Vertrauen…“).

4. Halten Sie Gottes Gebote

Auch wenn wir Gott „freimütig“ und im Glauben um sein Wohlwollen und seine Unterstützung bitten, können wir nicht auf eine positive Antwort von ihm hoffen, wenn wir in Sünde leben und diese bewusst nicht ablegen wollen. Wir alle sündigen und bedürfen Gottes Vergebung, aber wir müssen unsere Sünden bereuen und den WEG der Ungerechtigkeit verlassen, indem wir aufhören, die Sünde zu PRAKTIZIEREN.

Wir lesen in 1.Korinther 13,2, dass wir nichts sind, wenn wir keine göttliche Liebe (agape im Griechischen) haben, und das wäre sogar dann der Fall, wenn wir allen Glauben hätten und Berge versetzen könnten. Göttliche Liebe – die Liebe Gottes – ist definiert als das Halten der Gebote (1.Johannes 5,3; Elberfelder Bibel). In 2.Johannes 6 lesen wir: „Und das ist die Liebe, dass wir LEBEN nach seinen Geboten; das ist das Gebot, wie ihr’s gehört habt von Anfang an, dass ihr darin lebt.“ 

Römer 13,10 sagt uns: „…so IST nun die Liebe die ERFÜLLUNG des Gesetzes“ (Schlachterbibel; vgl. auch neue Lutherbibel 2009). Wenn wir in Sünde leben und nicht davon ablassen wollen, dann haben wir die Liebe Gottes NICHT in uns, und ohne einen Lebensweg, der Gott wohlgefällig ist, können wir nicht davon ausgehen, dass Gott unsere Gebete beantwortet.

Wir lesen in 1.Johannes 3,22: „… und was immer wir bitten, das empfangen wir von ihm, WEIL wir seine Gebote halten und TUN, was vor ihm wohlgefällig ist“ (Schlachterbibel).

Solange wir gemäß unseren fleischlichen Begierden handeln, können wir Gott nicht gefallen (Römer 8,8). Ohne Glauben ist es uns unmöglich, Gott zu gefallen (Hebräer 11,6), und Glaube ist tot, wenn er sich nicht durch Werke oder Gehorsam gegenüber Gottes Geboten manifestiert (Jakobus 2,17). Gott verlangt von uns, dem Glauben gehorsam zu sein (Römer 1,5; Römer 16,26; Apostelgeschichte 6,7).

Wir sollen vor Gott würdig „wandeln zu allem Wohlgefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk und wachsend durch die Erkenntnis Gottes“ (Kolosser 1,9-10; Elberfelder Bibel; die rev. Lutherbibel 1984 schreibt: „… dass ihr ihm in allen Stückengefallt“). Es gefällt Gott, wenn wir Gutes tun und mit anderen teilen (Hebräer 13,16).

Wenn wir Gott gefallen wollen, dann müssen wir die Sünde ablegen und die Gerechtigkeit anziehen. Schließlich wird uns gesagt, dass Gott „ferne von den Gottlosen [ist]; aber der Gerechten Gebet erhört er“ (Sprüche 15,29). „Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet…“ (1.Petrus 3,12). Uns wird versprochen, dass „[d]es Gerechten Gebet [viel] vermag, wenn es ernstlich ist“ (Jakobus 5,16; die Menge Bibel schreibt: „das Gebet eines Gerechten besitzt eine große Kraft, wenn es ernstlich ist“).

Wie definiert die Bibel Gerechtigkeit? In Psalm 119,172 lesen wir in der Elberfelder Bibel: „…Denn alle deine Gebote sind Gerechtigkeit.“ Wenn wir also von Gott erhört werden wollen, dann müssen wir ein gerechtes Leben führen, was wir dadurch tun, dass wir seine Gebote befolgen, was ihm wohlgefällig ist.

Paulus sagt uns in 1.Thessalonicher 4,1-5, dass er den Geschwistern erklärt hat, wie sie leben sollen, um Gott zu gefallen, wozu gehört, die Unzucht zu meiden. Er sagt sodann in den Versen 6 und 7: „Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder… Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinheit, sondern zur Heiligung.“

Christus wusste, dass der Vater seine Gebete immer erhörte (Johannes 11,42). Er hatte die Zuversicht und die feste Überzeugung, dass der Vater ihn nicht allein lassen würde, „weil ich“, wie er sagte „allezeit das tue, was ihm wohlgefällig ist“ (Johannes 8,29; Menge Bibel). Wenn wir dasselbe tun, so können wir die Gewissheit haben, dass Gott der Vater uns jederzeit erhören wird.

Christus sagt uns, dass wir erbitten können, was wir wollen, und es wird uns zuteilwerden, solange wir in ihm bleiben – indem wir seinem Beispiel folgen und ihn sein Leben durch uns leben lassen  – und solange seine Worte und Gebote in uns bleiben (Johannes 15,7; Schlachterbibel).

5. Bringen Sie Frucht

Wenn wir uns darauf konzentrieren, Gottes Gebote zu halten und zu tun, was ihm wohlgefällig ist, dann WERDEN wir die Frucht des gerechten Charakters hervorbringen (vergleichen Sie Galater 5,22-23). Und wenn wir dies tun, so können wir die feste Zuversicht und Versicherung haben, dass Gott unsere Bitten beantworten wird.

Christus sagt uns in Johannes 15,16: „…ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe.“

6. Beten Sie im Namen Jesu Christi

Wir haben soeben gelesen, dass wir zu Gott dem Vater im Namen Jesu Christi beten sollen (vergleichen Sie auch Johannes 14,13; 16,23-24.26). Was dies genau bedeutet, werden wir später in dieser Broschüre detailliert besprechen.

7. Beten Sie allezeit

Manche Menschen gehen fälschlicherweise davon aus, dass wir nur zu bestimmten Zeiten zu Gott beten sollen (vielleicht am Morgen, bevor wir zur Arbeit gehen, oder am Abend vor dem Zubettgehen), und dass diese Gebete dann für den Rest des Tages ausreichend wären. Dies ist jedoch EINDEUTIG NICHT, was die Bibel lehrt!

Vielmehr sollen wir mit Gott wandeln, so wie Mose es tat, „denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn“ (Hebräer 11,27). Tatsächlich sollen wir mit Gott „leben“ (1.Mose 5,22; 6,9; 24,40 in der Elberfelder Bibel und der neuen Lutherbibel 2009), und Gott muss mit uns „leben“, und zwar durch seinen Heiligen Geist, der in uns ist. Gott der Vater und Jesus Christus kamen zu uns, um Wohnung bei uns zu nehmen (Johannes 14,23).

Hieraus ergibt sich, dass wir „ohne Unterlass“ zu Gott beten sollen (1.Thessalonicher 5,17). Wir sollen in der Tat „allezeit“ zu Gott beten (Epheser 6,18). Dies bedeutet, dass wir eine kontinuierliche Kommunikation mit Gott haben müssen, die sogar all unsere Gedanken mitumfassen sollte. Christus sagte uns, dass wir „…allezeit beten und nicht nachlassen sollten“, und dass Gott jenen helfen wird, die Tag und Nacht zu ihm rufen (Lukas 18,1.7).

Wir müssen „… allezeit wach [sein] und bete[n]“, damit wir während der Großen Trübsal beschützt werden und bei Christi Wiederkehr vor ihm stehen können, da wir für „würdig geachtet“ worden sind (Lukas 21,36; neue Lutherbibel 2009). Paulus wiederholte, dass wir „Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus“ dankbar sein sollen (Epheser 5,20). Er ermutigt uns auch, „beharrlich im Gebet“ zu sein (Römer 12,12).

David verstand die Notwendigkeit, in ständigem Kontakt mit Gott zu stehen. Er betete des Tages und des Nachts (Psalm 22,3). Er betete „[a]bends und morgens und mittags“ (Psalm 55,18). Er betete „den ganzen Tag“ (Psalm 86,3; Elberfelder Bibel).

Sodann betete Asaf am Tag seiner Bedrängnis und des Nachts, ohne abzulassen (Psalm 77,3), und Heman der Esrachiter schrie Tag und Nacht zu Gott (Psalm 88,2; neue Lutherbibel 2009). In Psalm 32,6 lesen wir, dass „… alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst. Darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an sie gelangen.“

Manchmal mag es den Anschein haben, dass Gott unsere Gebete nicht erhört, jedoch müssen wir verstehen, dass Gott möglicherweise unsere Beharrlichkeit prüft. Wenn dem so ist, dann wäre es sicherlich nicht an der Zeit, das Beten aufzugeben, sondern wir sollten vielmehr noch inniger und mit größerer Beharrlichkeit beten (vergleichen Sie Matthäus 20,29-31; Lukas 11,5-8). Wir lesen in Psalm 27,14, in der Schlachterbibel: „Harre auf den HERRN! Sei stark, und dein Herz fasse Mut, und harre auf den HERRN!“

Wir haben das Versprechen, dass wir mit Freuden ernten werden, wenn wir mit Tränen säen (Psalm 126,5), und dass das Weinen den Abend lang währt, des Morgens jedoch Freude sein wird (Psalm 30,5). So sollen wir still und geduldig darauf warten, dass der HERR eingreift, während wir seinen Weg bewahren (Psalm 37,7.34). Gott wird denen wohltun, „die auf ihn harren“ (Jesaja 64,3), und David berichtet von seiner diesbezüglichen Erfahrung wie folgt: „Voll Zuversicht hoffte ich auf den HERRN, und er wandte sich mir zu und hörte meinen Hilfeschrei“ (Psalm 40,2; Hoffnung für Alle).

Unter solchen Umständen der Bedrängnis und der Not wäre es keineswegs verkehrt, Gott um eine schnelle Antwort zu bitten, die ganze Zeit über aber niemals daran zu zweifeln, dass Gott für uns da ist, dass er sich unserer Nöte und Probleme bewusst ist, und dass er dann zu unserem Besten zu einer Zeit eingreifen WIRD, wenn er es für richtig hält (vergleichen Sie Psalm 13,2; Psalm 71,12.14.20; Psalm 89,47; Psalm 141,1; Psalm 143,7-11).

Zusammenfassung

Um erfolgreich zu beten, müssen wir also: 1) bitten; und zwar 2) im Glauben; und 3) mit „Freimut“, Kühnheit oder freudiger Zuversicht; während wir 4) Gottes Gebote halten; 5) Frucht bringen; 6) im Namen Jesu Christi beten; und 7) allezeit beten. Wenn wir dies tun, so werden wir von Gott dem Vater zu seiner Zeit das erhalten, was wir von ihm erbeten haben.

Verfasser: Norbert Link

(Fortsetzung folgt)