Das Buch Sacharja – Prophezeiungen für die heutige Zeit! – Teil 2

Drucken

Vorbemerkung:

Hier ist der 2. Teil der erweiterten und überarbeiteten deutschen Übersetzung unserer englischen Broschüre „The Book of Zechariah—Prophecies for Today!“

Teil 1

Die Neun Visionen von Sacharja

(Sacharja Kapitel 1-6)

 

Die erste Vision

Die Pferde

(Sacharja 1,8-11)

In Sacharjas erster Vision, die in Sacharja 1,8 beginnt, sieht der Prophet Engel, die sich sowohl als Menschen als auch als Pferde manifestieren.

Beachten Sie den exakten Wortlaut: „(8) Ich sah in dieser Nacht, und siehe, ein MANN saß auf einem roten PFERDE, und er hielt zwischen den Myrten im Talgrund, und hinter ihm waren rote, braune und weiße PFERDE. (9) Und ich sprach: Mein Herr, wer sind diese? Und der ENGEL, der mit mir redete, sprach zu mir: Ich will dir zeigen, wer diese sind. (10) Und der MANN, der zwischen den Myrten hielt, antwortete: Diese sind’s, die der HERR ausgesandt hat, die Lande zu durchziehen. (11) Sie aber antworteten dem ENGEL des HERRN, der zwischen den Myrten hielt, und sprachen: Wir haben die Lande durchzogen, und siehe, alle Lande liegen ruhig und still.“

Die in dieser ersten Vision und auch in anderen Visionen im Buch Sacharja erwähnten Pferde beschreiben Engel oder Geistwesen.

In unserer kostenlosen Broschüre „Engel, Dämonen und die Geistige Welt“ haben wir ausführlich erklärt, dass diese Pferde tatsächlich Engelwesen sind. Nachfolgend stellen wir einige Auszüge vor:

Einige Engel schauen wie Pferde aus.

„Wir finden zusätzliche Berichte in der Bibel, die Engel als feurige Pferde beschreiben. Lesen Sie zum Beispiel 2.Könige 2, Verse 11-12: ‚Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander. Und Elia fuhr im Wetter gen Himmel. Elisa aber sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater, du Wagen Israels und sein Gespann! und sah ihn nicht mehr.‘


„Eine ähnliche Aufzeichnung kann in 2.Könige 6, Verse 15-17, gefunden werden: ‚Und der Diener des Mannes Gottes stand früh auf und trat heraus, und siehe, da lag ein Heer um die Stadt mit Rossen und Wagen. Da sprach sein Diener zu ihm: O weh, mein Herr! Was sollen wir nun tun? Er sprach: Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind! Und Elisa betete und sprach: HERR, öffne ihm die Augen, dass er sehe! Da öffnete der HERR dem Diener die Augen, und er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.‘…

„Der Engel, der direkt mit Sacharja gesprochen hatte, wird als ein Mann beschrieben. Die Pferde, die die Lande hin und her durchzogen, werden ‚die vier Winde unter dem Himmel‘ genannt. Es sind Geistwesen, oder Engelwesen, die wie Pferde ausschauen. In Offenbarung 5, Vers 6, werden einige dieser Wesen beschrieben als ‚die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande‘…

„Wir finden eine andere Beschreibung der Engelwesen, die wie Pferde aussehen, in den berühmten Schriftstellen in Offenbarung 19, Verse 11 und 14, in denen die Wiederkehr von Jesus Christus zu dieser Erde beschrieben wird. Beachten Sie, was die Bibel hier in dieser wenig verstandenen Passage sagt: ‚Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit… Und ihm folgt das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen.‘

„Uns wird hier gesagt, dass Christus und seine himmlischen Armeen auf weißen Pferden reiten werden. Diese Pferde müssen Geistwesen sein, da sie vom Himmel auf die Erde herniederkommen. Die reitenden himmlischen Armeen sind engelsgleiche Wesen, die wahrscheinlich wie Menschen aussehen. Wie wir später noch in dieser Broschüre sehen werden, sind bestimmte Engel ‚Krieger‘. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Mächte des Bösen zu bekämpfen. Andere Engel, wie solche, die wie Pferde ausschauen, haben andere oder zusätzliche Funktionen, einschließlich der Aufgabe, Christus und seine als Krieger dienenden Engel zu ‚transportieren‘.“

Engel können in Form und Gestalt von Tieren, einschließlich Pferden, erscheinen oder sich als solche manifestieren, oder auch in Form und Gestalt von Menschen.

Während die meisten Kommentare die erste Vision Sacharjas streng und ausschließlich auf die Zeit und die Lebensumstände Sacharjas anwenden, befassen sich alle neun Visionen jedoch hauptsächlich mit der Endzeit, kurz vor der Wiederkunft Christi. Natürlich SIND gewisse Aspekte auf Ereignisse der Tage Sacharjas beschränkt, aber selbst dann gibt es einige grundlegende Prinzipien, die auch für unsere Zeit gelten, wie dies im weiteren Verlauf deutlich werden wird.

Eine Welt in Ruhe

In Sacharjas erster Vision wird ein Bild von einer Welt gezeichnet, die ruhig und still ist (siehe Vers 11).

Wie Adam Clarke’s Commentary on the Bible zu Vers 11 sagt:

„Es herrscht allgemeiner Frieden im Persischen Reich und in anderen Staaten, mit denen Judäa verbunden ist; aber die Juden sind immer noch in Bedrängnis. Weder ist ihre Stadt bereits wiederhergestellt, noch ist ihr Tempel gebaut.“

Albert Barnes‘ Notes on the Bible ergänzt:

„Kriege, obwohl sie bald wieder ausbrechen würden, waren im zweiten Jahr des Darius eine Zeit lang unterbrochen [als Sacharja seine erste Vision empfing]. Die Ruhe, in der sich die Welt befand, deutet auf den Kontrast der immer noch andauernden Unruhen hin, die dem Volk Gottes zugedacht sind. Eine solche Ruhe war Israel nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft versprochen, aber noch nicht erfüllt worden. Durch die Feindseligkeit der Samariter war der Bau des Tempels behindert worden und wurde gerade erst wieder aufgenommen. Die Mauer von Jerusalem war noch zerstört… ihre vom Feuer niedergebrannten Tore nicht wiederhergestellt. Jerusalem selbst war eine Ruine… seine Häuser nicht erbaut…“


Die Ryrie Studienbibel erklärt:

„Gottes Erkundungstruppen berichteten, dass die Erde still und ruhig ist, d.h., den heidnischen Nationen ging es noch immer gut, sie lebten in Selbstvertrauen und Sicherheit, während Israel unterdrückt war.“

Eine kurzlebige Ruhe

Die friedliche Ruhe der Welt war nur von kurzer Dauer. Wie bereits erwähnt, würden bald Kriege zwischen dem persischen und dem griechischen Reich ausbrechen. Auf jeden Fall stand die friedliche Ruhe der heidnischen Nationen in Gegensatz zu dem „geknechteten“ Zustand Israels.

Tatsächlich zeigt die Reaktion des Engels des Herrn in Vers 12, dass diese „Ruhe“ im Widerspruch zu dem Zustand Israels war: „Da hob der Engel des HERRN an und sprach: HERR Zebaoth, wie lange noch willst du dich nicht erbarmen über Jerusalem und über die Städte Judas, über die du zornig bist schon siebzig Jahre?”

Wir lesen auch in Vers 15, dass die Nationen, die sich Jerusalem widersetzten, „sorglos“ (Zürcher Bibel 2007) oder „trotzigsichere Heiden“ waren (Zürcher Bibel 1970)—ohne sich der Zerstörung bewusst zu sein, die über sie kommen würde.

Gottes Zorn für siebzig Jahre

Wir lesen, dass Gott siebzig Jahre lang zornig auf Israel war. Worauf bezieht sich diese Zeitspanne?

Clarke’s Commentary on the Bible weist darauf hin:

„Das kann nicht die Dauer der Gefangenschaft bedeuten, die fast zwanzig Jahre zurückliegt. Es muss schlicht und einfach die Zeit sein, die von der Zerstörung des Tempels an bis hin zu der Zeit vergangen ist, zu der der Engel sprach. Da der Tempel im neunzehnten Jahr des Nebukadnezar zerstört wurde und diese Vision im zweiten Jahr des Darius erfolgte, war die Zeitspanne von annähernd siebzig Jahren zwischen diesen beiden Perioden erfüllt.“

Die Nelson Study Bible stimmt dem zu und führt aus:

„Die siebzig Jahre beziehen sich auf die Zeit des Exils, in der der Tempel in Trümmern lag (586-515 v. Chr., siehe Jer. 25,7-14).“

Es ist wichtig zu beachten, dass Sacharjas erste Vision DUALER Natur ist, wie dies auch bei ALLEN neun Visionen Sacharjas der Fall ist. Die Visionen waren auf seine Zeit anwendbar, gelten aber auch für diejenigen, die in der heutigen Zeit nicht willens sind, ihrem Schöpfer gehorsam zu sein, und sie sprechen uns sowohl auf nationaler als auch auf individueller Ebene an. Gott will unsere Aufmerksamkeit erlangen!

Siebzig Jahre des Zorns, die sich in der Endzeit nicht wiederholen

Es gibt jedoch keinen prophetischen Hinweis darauf, dass eine Zeitspanne von siebzig Jahren der Zerstörung eines physischen oder geistlichen Tempels für Ereignisse der Endzeit gelten wird. Das heißt, es gibt in der Prophezeiung keinen Hinweis darauf, dass die modernen Nationen Israel und Juda nachdem sie im Krieg besiegt und von ihren Feinden gefangen genommen worden sind—noch siebzig Jahre lang versklavt bleiben werden, bevor Christus zurückkehrt, um sie aus der Sklaverei zu führen.

Wir können auch nicht sagen, dass der noch zu erbauende physische Tempel für 70 Jahre vor Christi Kommen zerstört sein wird oder dass der geistliche Tempel—die Kirche—vor der Wiederkunft Christi für siebzig Jahre in Trümmern liegen wird. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall.

Eine Kirche in Ruhe

Die endzeitliche Kirche Gottes wurde mit Beginn der 30er Jahre wiederbelebt. Aber es IST richtig, dass der Bau des geistlichen Tempels—der Kirche—noch nicht abgeschlossen ist, und dass die Verkündigung des Evangeliums vom Reich Gottes noch fortgesetzt werden muss.

Andererseits ist ein Abfall von der Wahrheit vor Christi Rückkehr prophezeit. Leider stehen wir jetzt vor einer Situation, in der viele in seiner Kirche (dem geistlichen Israel) desillusioniert und frustriert sind. Sie sind durch ihre eigenen persönlichen Probleme festgefahren und haben den Eifer verloren, das Werk Gottes zu vollenden und die Sünde in ihrem eigenen Leben zu überwinden. Sie streben nicht mehr nach ihrer Perfektion und Vollkommenheit.

Darüber hinaus sehen wir auch eine schreckliche Selbstzufriedenheit innerhalb der modernen Nationen des physischen Israel—insbesondere in den USA und Großbritannien. (Für weitere Informationen über die Identität der modernen Häuser Israel und Juda, lesen Sie bitte unsere kostenlose Broschüre „Niedergang und Aufstieg von Großbritannien und Amerika“.)

Auch wenn die Anzeichen der nationalen Katastrophe und des Unglücks eindeutig zu sehen sind, glauben viele in den USA immer noch an den „American Way of Life“, von dem sie denken, dass er all ihre Probleme meistern wird. In England ist es aufgrund ihres Stolzes auf ihr vergangenes „British Empire“ nicht viel anders. Ihr Vertrauen auf sich selbst—und nicht auf Gott—wird der Untergang dieser Länder sein.

Der verhältnismäßige Friede oder die „Ruhe“, beziehungsweise ein „entspanntes“ und „sorgloses“ Leben in dieser Welt, hat die Sinne vieler Menschen eingeschläfert, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche Gottes. Sie sind sich des Sturms nicht bewusst, der diesen Planeten bald verschlingen und „plötzliche Zerstörung“ bringen wird (vergleichen Sie 1.Thessalonicher 5,2-3).

Das Werk wird vollendet werden

Wir lesen in Sacharja 1,13, dass Gott dem Engel mit „freundlichen“ und „tröstlichen“ Worten antwortete. Vers 14 besagt, dass Gott voller Eifer ist für Jerusalem und für Zion. Vers 16 fügt hinzu, dass sein Haus oder sein Tempel dort wieder aufgebaut werden wird.

Der physische zweite Tempel würde tatsächlich während der Zeit Sacharjas, innerhalb von vier Jahren nach seiner ersten Vision, fertig gestellt werden. Dies zeigt uns, dass, wenn Gott eingreift, um sein Volk zu motivieren, bestimmte Aspekte seines Werkes zu vollenden, dies innerhalb einer sehr kurzen Zeit geschehen wird! Auch der physische dritte Tempel wird in Jerusalem überraschend schnell gebaut werden—und wenn der Bau beginnt, wird er in weitaus kürzerer Zeit vollendet sein als in vier Jahren wie unter Sacharja.

Wiederum zeigen die historischen Ereignisse, was für UNSERE heutige Zeit prophezeit ist. Als der Prophet Habakuk die plötzliche Zerstörung ankündigte, zitierte er Gottes Worte in Habakuk 1,5: „Schauet hin unter die Heiden, sehet und verwundert euch! Denn ich will etwas tun zu euren Zeiten, was ihr nicht glauben werdet, wenn man davon sagen wird.“

Habakuk sagte in Vers 6 weiter, dass Gott die Chaldäer erwecken wird, um andere zu bestrafen. Das wird in der Zukunft durch die modernen Chaldäer oder Europäer geschehen. Doch Paulus wandte diese Textstelle in Habakuk 1,5 auch auf die Verrichtung eines anderen „unglaublichen“ Werkes an—das Werk der Verkündigung des Evangeliums (Vergleichen Sie Apostelgeschichte 13,41). Da die Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt zu einem Zeugnis das Zeichen der bevorstehenden Wiederkunft Christi ist (Matthäus 24,14), können wir sehen, dass ein äußerst wirkungsvolles Werk der Verkündigung des Evangeliums noch immer stattfinden muss—so einzigartig, dass sie es „nicht glauben [werden], wenn man davon sagen wird“ (Vergleichen Sie erneut Habakuk 1,5).

Paulus erklärt auch in Römer 9,28, dass dieses endzeitliche Werk schnell und kurz sein wird: „… denn er wird DAS WERK VOLLENDEN und es ABKÜRZEN in Gerechtigkeit, denn der HERR wird ein ABGEKÜRZTES Werk tun auf der Erde“ (neue Lutherbibel 2009).

Die Zeit ist kurz

Wenn Christus zurückkehrt, wird sich seine Braut—seine Kirche—bereit gemacht haben, und sie wird mit leuchtend weißem, reinen Leinen bekleidet sein (Offenbarung 19,7-8; Zürcher Bibel 2007). Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder „in der Kirche“ bereit sein wird.

Vielmehr warnt uns Christus in Offenbarung 16,15: „Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Blöße sehe…“ Christus warnt ebenfalls seine Endzeitgemeinde in Laodizea: „[Du] weißt nicht, dass du… bloß [bist]. Ich rate dir, dass du… von mir kaufst… weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde…“ (Offenbarung 3,17-18).

Die Zeit ist kurz (1.Korinther 7,29). Satan ist sich dessen bewusst (Offenbarung 12,12). Er weiß, dass Gott ihn in Kürze unter unsere Füße treten wird (Römer 16,20). Er weiß, dass alle Dinge, die im Buch der Offenbarung geschrieben sind, in Kürze und bald geschehen müssen (Offenbarung 1,1; 22,6). Die Frage lautet: Wissen die Mitglieder in der Kirche Gottes dies ebenfalls? Und wenn sie es wissen, HANDELN sie dementsprechend?

Lassen Sie uns die prophetische Warnung von Sacharjas erster Vision beherzigen. Er hat sie für uns aufgeschrieben, „auf die das Ende der Zeiten gekommen ist“ (1.Korinther 10,11).

(Fortsetzung folgt)

Autor: Norbert Link, mit zusätzlichem Material von Dave Harris

Ursprüngliche Übersetzung aus dem Englischen: Daniel Blasinger, mit Unterstützung von Cristian Popescu, Anastasia Maier und Christian Mrosek