Dinge im Stillen tun

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In Matthäus 23 lesen wir, dass Jesus die Einstellung und Vorgehensweise der Schriftgelehrten und Pharisäer tadelte. Einiges von dem, was sie lehrten, war durchaus richtig, aber ihr Verhalten war das von Heuchlern.

„Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Alles nun, was sie euch sagen [insofern es in Einklang mit Gottes Gesetz steht], das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen’s zwar, tun’s aber nicht. Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür krümmen. Alle ihre Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Kleidern groß. Sie sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen und haben’s gern, dass sie auf dem Markt gegrüßt und von den Leuten Rabbi genannt werden“ (Matthäus 23,1-7).

Indem sie ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern groß machten, demonstrierten sie der Außenwelt, dass sie sich für religiöser hielten als andere. Sie gefielen sich darin, von anderen bei dem, was sie taten, gesehen zu werden. Sie liebten es, bei Festen und in den Synagogen obenan bei Tisch zu sitzen, mit ihren religiösen Titeln angesprochen und von allen und jedem gegrüßt zu werden. Dieses Verhalten war pure Selbstdarstellung und nicht etwa religiöse Fürsorge für das Wohl der anderen. Sie stellten sicher, dass ihre Werke von den Menschen gesehen wurden.

Jesus jedoch verurteilte solcherlei Verhalten. In Matthäus 6,1-4 lesen wir: „Habt aber acht, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, auf dass dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten“ (revidierte Lutherbibel 2017).

Der Lohn für die religiösen Menschen jener Zeit war der Beifall des Volkes. Jesus sagte dagegen, seine Nachfolger sollten ihre wohltätigen Taten, wie auch immer sie aussehen mögen, im Stillen und im Verborgenen tun, damit der Vater sie sehen und segnen würde; Menschen also, die nicht nach Lob von anderen suchten.

Ein Redner drückte es so aus: „Wenn Sie zulassen, dass Sie Ihre Wohltätigkeit, Ihr Gebet und Ihr Fasten ins Rampenlicht stellen, dann haben Sie das Ziel verfehlt. Sie mögen das Lob der anderen bekommen, aber das ist alles, was Sie bekommen werden. Was Sie dagegen nicht bekommen werden, sind jene Segnungen, die Gott für Sie bereithält, wenn Sie gute Taten heimlich und im Stillen vollbringen.“

All dies kam mir in den Sinn, als ein anonymer Wohltäter in der zweiten Hälfte des letzten Jahres die Global Church of God im Vereinigten Königreich regelmäßig mit einer großzügigen Spende bedacht hat. Die Spenden werden auch in diesem Jahr weiterhin pünktlich an uns gesandt.

Im Laufe der Jahre haben wir von Zeit zu Zeit anonyme Spenden erhalten, aber aufgrund ihrer Anonymität waren wir nie in der Lage, den unbekannten Wohltätern für ihre Hilfe bei dem Werk zu danken, das wir im Dienste Gottes tun. Und gleiches gilt auch für diese Person. Sollten Sie also diesen Leitartikel lesen, Ihnen gilt unser aufrichtiger Dank für Ihre Großzügigkeit.

Wir wissen nicht, warum diese Großzügigkeit anonym war, und es mag gute Gründe dafür gegeben haben, aber Gott, der in das Herz schaut, wird die Motivation kennen, und das ist alles, was zählt. Es ist natürlich nichts Falsches daran, seine Identität als Spender der Kirche preiszugeben. Dies kann in einigen Ländern aus unterschiedlichen Gründen sogar notwendig sein; beispielsweise, um von der Kirche eine Quittung für Steuerzwecke zu erhalten oder weil die nationale Regierung einer Kirche, die zu viele anonyme Spenden erhält, nicht wohlwollend gegenüberstehen könnte.

Vielleicht haben wir alle schon einmal im Gespräch bestimmte Dinge erwähnt, die wir getan haben, um anderen zu helfen. Das mag gut und richtig sein und kann als Motivation für andere dienen, das Gleiche zu tun. Wir müssen jedoch darauf achten, dass wir nicht aufgrund falscher Motivation das Lob anderer suchen. Gott sieht alles, was vor sich geht (vergleichen Sie Matthäus 10,29), und das sollte für jeden von uns Motivation genug sein.

Für uns sollte zählen, was Gott wichtig ist, und nicht das Lob der Mitmenschen.

Verfasser: Brian Gale (Vereinigtes Königreich) 

Ursprüngliche Übersetzung: Daniel Blasinger