Was ist die Bedeutung der Verheißung Gottes im Hinblick auf „ein Land, darin Milch und Honig fließt“?

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Wir finden im Alten Testament oft eine Beschreibung des Gelobten Landes als einem Land, „darin Milch und Honig fließt“. Den ersten Hinweis hierauf können wir finden, als Gott Mose im brennenden Busch erschien. Er sagte zu ihm, dass er sein Volk „errette[n werde] aus der Ägypter Hand und sie aus diesem Lande hinaufführe[n werde] in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt“ (2.Mose 3:8, revidierte Lutherbibel 2017, wie auch im folgenden).

Diese Verheißung wurde später oft wiederholt, z.B. in 4.Mose 14:8; 5.Mose 31:20; und Hesekiel 20:15. Kommentare sagen uns, dass sich die Verheißung auf die Fruchtbarkeit und Fülle bezog, die auf das auserwählte Volk Gottes warteten. Die Erwähnung von „Milch“ deutete darauf hin, dass Israels Vieh, das aus Rindern, Schafen und Ziegen bestand, viel Weide finden würde; und der Bezug auf „Honig“ sollte das reiche Ackerland beschreiben, auf dem die Bienen viele Pflanzen fanden, aus denen sie Nektar produzieren konnten. „Honig“ könnte sich auch auf die Süße von Datteln bezogen haben, die im Land wuchsen. All dies würde bedeuten, dass das Versprechen sowohl Reichtum als auch Fruchtbarkeit beinhaltete.

Die Webseite gotquestions gibt dazu folgenden Kommentar ab:

„Gott nannte das neue Land ‚gut und umfangreich‘. Aus dem hebräischen übersetzt bedeutet das Wort ‚gut‘ angenehm, schön und fruchtbar und beinhaltet auch wirtschaftliche Vorteile… gleichzeitig mit der Förderung der Anbauqualität des Landes erwähnt Gott, dass die Feinde im Land besiegt werden müssen. Die Nationen, die von Israel aus dem Land vertrieben wurden, das mit ‚Milch und Honig überfließt‘, waren von großer Zahl, und sie schätzten dieses Land so sehr, dass sie bereit waren, dafür zu kämpfen und zu sterben.

„Später lesen wir von den Aufzeichnungen über die zehn… Kundschafter, die von Mose in das verheißene Land gesandt wurden. Die zehn Kundschafter waren sich nicht einig darüber, ob Israel die Bewohner des Landes besiegen könnte, aber sie waren sich darüber einig, dass es ein Land war…. ‚darin Milch und Honig fließen’. Und das war es, was sie Mose in 4.Mose

13:27 gesagt haben. Die Frucht, die die Kundschafter Mose zeigten, war ein Büschel von Weintrauben oder eine Weinrebe, die auf einer Stange von zwei Männern getragen wurde (Vers 23). Sie brachten auch einige Granatäpfel und… Feigen aus Kanaan mit.”

Gott schloss während der Zeit des Mose einen Bund mit der Nation Israel, der auch Gottes Verheißung beinhaltete, die Nation in das verheißene Land zu bringen. Mose sagte dem Volk in 5.Mose 9:5, warum dies geschehen sollte: „Denn du kommst nicht herein, ihr Land einzunehmen, um deiner Gerechtigkeit und deines aufrichtigen Herzens willen, sondern der HERR, dein Gott, vertreibt diese Völker um ihres gottlosen Treibens willen, damit er das Wort halte, das er geschworen hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob.“

Aus dem gleichen Grund wurde auch dem Volk Juda in Jeremia 11:3-5 erklärt: „Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Verflucht sei, wer nicht gehorcht den Worten dieses Bundes, die ich euren Vätern gebot an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, aus dem glühenden Ofen, und sprach: Gehorcht meiner Stimme und tut, ganz wie ich euch geboten habe, so sollt ihr mein Volk sein, und ich will euer Gott sein, damit ich den Eid halten kann, den ich euren Vätern geschworen habe, ihnen ein Land zu geben, darin Milch und Honig fließt, so wie es heute ist.“

Gott schloss einen Bund mit der Nation Israel zu der Zeit, als er sie aus der Sklaverei herausführte, um seine bedingungslose Verheißung zu erfüllen, die er Abraham durch einen Bund oder Vertrag gegeben hatte. Aber Gott erwartete von der Nation, dass sie ihm gehorchen würde—zumindest im Großen und Ganzen. Da Gott ihnen nie die Gabe des heiligen Geistes angeboten hatte, wusste er, dass sie ihm nicht so gehorchen konnten, wie es wahre Christen tun können, die den heiligen Geist erhalten haben. Dennoch erwartete Gott einen gewissen Grad an Gehorsam. Als sie sich aber kontinuierlich weigerten, dies zu tun, vertrieb er sie aus dem Land.

Ähnlichkeiten mit dem Gelobten Land zeigten sich zuvor im Garten Eden—einem perfekten Paradies voller üppiger Bäume, Früchte und Pflanzen; der Ort, an dem Adam und Eva wirklich alles hatten. Aber aufgrund ihres Ungehorsams wurden sie aus dem Garten vertrieben, sozusagen einem Land, „darin Milch und Honig fließen.“

Erneut zitieren wir von gotquestions:

„Es gibt viele Gebiete in Israel, die öde und unfruchtbar sind, aber das widerspricht nicht der Tatsache, dass dieses Land insgesamt mit ‘Milch und Honig fließt‘. Es gibt viele Gebiete in Israel, die extrem fruchtbar sind und viele Arten von Obst und Gemüse hervorbringen. Das Gebiet nördlich des heutigen Israel ist das biblische Mesopotamien, das auch als der ‚Fruchtbare Halbmond’ bekannt ist. Und das ist er—sehr fruchtbar und halbmondförmig. Es ist auch richtig, dass die Bibel über schwere Dürren und Hungersnöte im Land Israel berichtet, aber diese Zeiten waren mit dem Gericht Gottes über das sündige Volk verbunden (5.Mose 11:16-17; 1 Könige 18:1-2, 18)…

„Gottes Beschreibung des Verheißenen Landes als ‚ein Land, in dem Milch und Honig fließen‘, ist eine wunderschöne grafische Art, den landwirtschaftlichen Reichtum des Landes hervorzuheben. Gott führte sein Volk aus der ägyptischen Sklaverei in ein wohlhabendes Land der Freiheit und des Segens und der Erkenntnis des HERRN.”

Gott hatte ursprünglich eine schöne Welt geschaffen. Leider wird die Welt durch die Gier und das sündige Verhalten der Menschen in vielerlei Hinsicht zerstört, und die Menschheit als Ganzes hat das, was Gott geschaffen hat, als selbstverständlich angesehen. Aus diesem Grund ist Gott zornig, und die Menschheit wird in Zukunft noch einmal bestraft werden. Wir lesen, dass Christus kommen wird, um diejenigen zu vernichten, die die Erde vernichten oder zerstören (Offenbarung 11:18).

Christus wird in nicht allzu ferner Zukunft alle Dinge wiederherstellen, einschließlich der Schönheit unseres Planeten. Wir  schrieben in unserer Broschüre „Menschliches Leid—Weshalb… und wie lange noch?“:

„Christus, der Bote des Neuen Bundes, wird kommen, um die ursprüngliche Pracht dieser Erde ‚wiederaufzurichten‘ oder besser wiederherzustellen (Jesaja 49,8). Die Erde war zum Schöpfungszeitpunkt so wundervoll, dass die Engel Gott dafür priesen. Sie jauchzten vor Freude, als sie ihre großartige Schönheit bewunderten (vgl. Hiob 38,4-7). Sie wurde nicht wüst und leer erschaffen, denn Gott ist der Urheber von Schönheit und Harmonie. Was immer er tut, ist schön und spiegelt seinen Charakter des Lichts, des Glanzes, der Pracht und der Herrlichkeit wider. (Wie die Erde in einen wüsten Zustand versetzt wurde, entnehmen Sie bitte unserer Broschüre, ‚Evolution—ein Märchen für Erwachsene.‘)

„Und so wird Christus die Schönheit auf Erden WIEDERHERSTELLEN.

„Im Zuge dessen wird Christus auch herrliche Lebensbedingungen für die Überlebenden von den Völkern Israels und Judas wiederherstellen, indem er sie ins Gelobte Land zurückführen wird (Jesaja 49,6). Zum heutigen Zeitpunkt lebt nur ein winziger Teil des Hauses Israel und Judas im Gelobten Land. Nur wenige der Juden (Nachfahren von Juda, Levi und Benjamin) und so gut wie keiner von den Nachfahren des Hauses Israel leben dort. Das Gelobte Land, wie wir es heute kennen, ist jedoch kein Land, wie Gott es vorgesehen hatte. Denn es ist ein Land voller Gewalt, Hass und Krieg. Doch sobald Christus zurückgekehrt ist und seine Herrschaft angetreten hat, wird das Gelobte Land in ein Land verwandelt werden, worin wieder Milch und Honig fließen werden – ein Land des Wohlstands, der Schönheit, des Friedens und der Fülle für jeden (Joel 2,23-27).“

Wir können auch einige geistliche Lektionen in Gottes Verheißung an sein physisches Volk sehen, es mit einem Land zu versorgen, in dem Milch und Honig fließen. In 1.Petrus 2:2 wird eine Parallele zwischen Milch und Gottes Wort gezogen, und Honig wird ebenfalls mit Gottes Wort in Psalm 119:103 verglichen.

Da Gott uns sein Wort offenbart hat, wenn wir bekehrte Christen sind, müssen wir uns täglich davon ernähren. So wie Gottes Geist mit Strömen lebendigen Wassers verglichen wird, die in uns hinein und aus uns heraus fließen, so muss Gottes Wort für uns wie Milch und Honig sein, die zu uns hin und von uns fort fließen.

Wir sollten es nicht als selbstverständlich ansehen, was Gott in unserem Leben für uns getan hat; die Tatsache, dass er uns aus dieser Welt heraus berufen hat und uns sein Wort verstehen ließ, sodass wir ein Leben führen können, das in Gottes Augen angenehm ist, und sodass wir uns auf eine zukünftige Zeit vorbereiten können, wenn wir mithelfen werden, diesen Planeten wieder zu verschönern—nicht nur ein Land, sondern einen ganzen Planeten, der von Milch und Honig überfließt.

Die Nation Israel zur Zeit des Mose hatte Gott auf ihrer Seite, der sie auf wunderbare Weise aus der Sklaverei und dem Land Ägypten herausführte. Doch sie vergaßen Gottes Macht und Wunder sehr schnell, als sie in der Wüste waren, und sie kehrten sich wieder sündhaftem Verhalten zu, weil es ihnen an Glauben und Gehorsam mangelte.

Aber Gott war immer wieder barmherzig und gab ihnen die Möglichkeit zu gehorchen, aber schließlich hatte er genug, und viele von seinem Volk wurden getötet. Bis auf wenige Ausnahmen konnte niemand von denen, die aus Ägypten befreit worden waren, aufgrund ihres Ungehorsams und ihres mangelnden Glaubens in das Gelobte Land einziehen. Sie hatten die Geschenke, die Gott ihnen anbot, als selbstverständlich angesehen.

Als geistliche Israeliten, die Gott aus dieser Welt heraus berufen hat, waren wir auch einmal „Sklaven“ dieser Welt, die von Satan regiert wird. Wir müssen unserer fleischlichen Natur entfliehen und unseren alten Menschen loswerden—unsere sündigen fleischlichen Wünsche—um etwas Besseres zu werden, um erneuert zu werden, um ein neuer Mensch zu werden.

Durch unsere richtige Taufe haben wir den heiligen Geist Gottes empfangen und wurden gezeugte Kinder der Familie Gottes. Wir leben noch immer in dieser Welt, aber wir sollten nicht Teil dieser Welt sein. Vielmehr sollen wir ein Teil Christi und seines geistlichen Leibes sein, um ein gottgefälliges Leben zu führen, das auf dem basiert, was er anordnet. Wir werden weiterhin mit Prüfungen, Versuchungen und Schwierigkeiten konfrontiert werden, die wir überwinden müssen, wenn wir auf diesem schmalen Weg weitergehen, der uns in unser „Verheißenes Land“ führt—wenn wir die Verheißungen erben, die Gott für uns bereithält: das ewige Leben in Gottes reichem und wohlhabendem Königreich und seiner Familie.

Verfasser: Michael Link

Ursprüngliche Übersetzung aus dem Englischen: Marc Völler