Das Geheimnis des Weihnachtsfestes

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Vorwort

Mit dieser Broschüre möchten wir Sie über das Geheimnis jenes Festes aufklären, das zu Ehren der Geburt unseres Erlösers, Jesus Christus, gehalten wird: das Weihnachtsfest. Doch haben Sie sich jemals gefragt, ob Weihnachten ein biblisches Fest ist?

Warum hat die frühe christliche Kirche das Weihnachtsfest nicht gehalten? Wie ist Weihnachten zu einem christlichen Fest geworden? Warum wird es am 25. Dezember gefeiert, obwohl Christus mit Sicherheit nicht an diesem Tag geboren wurde? Und was haben Weihnachtsbräuche wie der Weihnachtsbaum mit der Geburt Jesu Christi zu tun?

Einleitung

Mit dieser Broschüre möchten wir Sie über das Geheimnis jenes Festes aufklären, das zu Ehren der Geburt unseres Erlösers, Jesus Christus, gehalten wird: das Weihnachtsfest. Doch tut es das wirklich? Haben Sie sich jemals gefragt, was hinter Weihnachten steckt und welchen Wahrheitsgehalt dieses Fest tatsächlich birgt?Ist Weihnachten ein biblisches Fest? Wird es in der Bibel erwähnt oder angeordnet? Woher stammt Weihnachten einschließlich seiner Bräuche? Wie ist Weihnachten zu einem christlichen Fest geworden? Was haben Weihnachtsbräuche mit der Geburt Jesu Christi zu tun? Und wie sieht letztendlich die Haltung Gotteszum Weihnachtsfest aus? Ist er damit einverstanden, oder missbilligt er es? Die Antworten mögen Sie in Erstaunen versetzen!

Weihnachtsfeste vor Christus

Eigentlich ist der Ursprung Weihnachtens mit seinen Bräuchen überhaupt kein Geheimnis. Jede gute Enzyklopädie sowie zahlreiche andere Publikationen enthalten Angaben zu den Ursprüngen und Bräuchen des Weihnachtsfestes.

Im 1994 im Reader’s Digest-Verlag erschienenen Buch mit dem Titel „Why in the World?“ („Warum in aller Welt?“) wird auf Seite 190 die Frage aufgeworfen: „Weshalb feiern wir Weihnachten?“ Dazu schreibt der Verfasser: „Wenn Sie diese Frage verwundern sollte und die Antwort darauf klar scheint, dann lesen Sie weiter… Das dem Weihnachtsfest sehr ähnliche Sacaea-Fest wurde bereits Jahrtausende vor der Geburt Christi zelebriert. 2000 v. Chr. wurde im heutigen Irak ein von Umzügen und Belustigungen begleitetes, fünftägiges Fest mit Geschenkaustausch und der Darbietung von Schauspielen begangen, das die Wintersonnenwende markierte und das neue Jahr einleitete… Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Bräuche aus dem Osten nach Zentraleuropa gelangten… Im tiefen Winter entzündete man Feuer in der Hoffnung, die sterbende Sonne wieder zu beleben und Wärme auf die Erde zurückzubringen. Zudem wurden Häuser mit immergrünen Tannen- und Distelzweigen geschmückt, um den ruhenden Samen und leblosen Pflanzen zu zeigen, dass nicht alles tot war. Als dann die Sonne zu strahlen begann, erfreute man sich am Erfolg der Tätigkeiten und hegte fortan keine Zweifel mehr an diesem magisch anmutenden Brauch.“

„Weiter nördlich, entlang der Ostsee sowie in Skandinavien, ehrte ein Fest namens Yule die Götter Odin und Thor. Große Scheiterhaufen loderten, Gesänge ertönten, berühmte Legenden wurden nacherzählt und die Dorfbewohner tranken hemmungslos aus ihren mit Honigwein gefüllten Hörnern.

In Band 6 der 11. Auflage betont die Encyclopedia Britannica (1910-11) auf Seite 294, dass „der 25. Dezember lange vor der Einführung in das Christentum ein Fest in Britannien war… Die alten Angelsachsen begannen das Jahr am 25. Dezember…“

Reader’s Digest fährt auf Seite 190 des Buches „Why in the World?“ fort: „Mitte Dezember fanden im Römischen Reich die Saturnalien statt, eine wochenlange Orgie von ausgelassenen Feiern und wilden Gelagen, während die Sonne ihren niedrigsten Stand erreichte. Die Wintersonnenwende – der Wendepunkt des Jahres, an dem die Spanne des Tages zunimmt – wurde durch einen heiligen Tag namens Dies Natalis Invicti Solis („Geburtstag des unbesiegten Sonnengottes“) markiert. Während der Saturnalien schmückten Römer ihre Häuser mit Lorbeeren und Grün; Freunde beschenkten sich… Es war eine Zeit der allgemeinen Freude mit guten Vorsätzen und Wünschen für alle Menschen.

„Auch die Perser entfachten Feuer zur Wintersonnenwende. Ihr Fest wurde zu Ehren des Lichtgottes und des Hüters vor dem Bösen, Mithra, gehalten. Söldner und Händler trugen diesen Mithraskult bis nach Europa weiter, wo dieser Glaube für einige Zeit mit dem Christentum konkurrierte.“ (Auf die Verehrung dieser persischen Gottheit Mithra sowie weiterer heidnischer Götter werden wir in dieser Broschüre noch eingehen.)

Verschiedene Terminvorschläge für Weihnachten

Es ist kein genaues Datum für die Geburt Christi bekannt, nur eines ist gewiss: er ist zur Zeit der späten Herrschaft von Herodes des Großen geboren, dem König über Judäa, der im Jahr 4 v. Chr. starb. Für Jahrhunderte nach seinem Tode wurden etliche verschiedene Termine von April bis Dezember vorgeschlagen, um das Weihnachtsfest abzuhalten. Der 6. Januar, an welchem man die Taufe Christi wähnte, wurde weithin als Weihnachtstag eingehalten und wird dies in einigen Ländern von orthodoxen Christen noch heute…“

„Im Laufe der Zeit haben sich Christen fast überall darauf geeinigt, Weihnachten auf den 25. Dezember festzulegen, ein Datum, das sich ungefähr mit den Festen zur Wintersonnenwende, Yule sowie den  Saturnalien, deckt…“

Frühe Christen hielten kein Weihnachten

Band 6 der elften Auflage der Encyclopedia Britannica (1910-11) ergänzt auf Seite 293: „Im Jahre 245 hat Origenes… den Unsinn des feierlichen Abhaltens der Geburt Christi–‚als sei er ein Pharaonenkönig‘–als eine Sünde verworfen.“

Auch andere frühchristliche Schriftsteller hatten ähnliche Einwände gegen Weihnachtsfeste aufzuweisen, wie das Protestant Church Lexicon (1959) auf Seite 1742 des dritten Bands betont: „Die Kirche zur Zeit der Märtyrer verabscheute geradezu ein solches Geburtstagsfest und verwies auf die heidnischen Geburtstagsfeierlichkeiten und ihre Kulte.“

Tom Flynn schreibt auf Seite 42 seines Buches „The Trouble with Christmas“ („Der Ärger mit Weihnachten“): „(W)enn Sie die Welt des Neuen Testaments nach Völkern absuchen wollten, die Geburtstagen eine Bedeutung beimaßen, so würde sich Ihre Suche schnell auf die Heiden beschränken. Die Römer feierten die Geburtstage der Cäsaren, und die meisten nicht-christlichen, im Mittelmeerraum angesiedelten Religionen legten nicht minder Wert auf Geburtstagsfeste für ein ganzes Pantheon übernatürlicher Gestalten.“

Auch Band 3 der Lexikonreihe Religion in Geschichte und Gegenwart stimmt damit überein: „Das Begehen des Weihnachtsfestes am 25. Dezember kommt in der Kirche erst Mitte des 4. Jahrhunderts auf. Bis dahin allerdings war der Widerstand dagegen in einigen Fällen sehr massiv (Origenes, Arnobius, Clemens von Alexandria, Epiphanius), da es als ein heidnischer Brauch angesehen wurde, die Geburt von Königen mit Festlichkeiten zu begehen.

Die Catholic Encyclopedia aus dem Jahre 1914 fügt auf Seite 724 des dritten Bandes ergänzend hinzu: „Weihnachten zählte nicht zu den ersten Festen der Kirche. Irenäus und Tertullian ließen es in ihren Listen von Festen unberücksichtigt; Origenes… versicherte… dass in der Schrift allein Sünder, nicht jedoch Heilige, ihre Geburtsfeste begehen.“

Ein jüngerer Beitrag zum wöchentlich erscheinenden Nachrichtenmagazin U.S. News & World Report namens „In Search of Christmas“ („Auf der Suche nach Weihnachten“) erklärt auf Seite 56 in der am 23. Dezember 1996 erschienenen Ausgabe: „Die frühesten Feierlichkeiten anlässlich der Geburt fanden überraschend spät statt. Bis zum vierten Jahrhundert gibt es keine Aufzeichnungen von offiziellen Abhaltungen der Geburt Christi… Der Kirchenvater des dritten Jahrhunderts, Origenes, hatte es als Sünde hingestellt, auch nur daran zu denken, den Geburtstag Christi zu halten… Im Neuen Testament ist nirgends die Rede von Christen, die sich versammeln, um der Geburt Christi zu gedenken…“

Fahren wir mit einem Zitat aus der Reader’s Digest-Publikation „Why in the World?“ auf Seite 190 fort: „Im England nach dem Bürgerkrieg wurden Weihnachtsfeierlichkeiten von Oliver Cromwell und den Puritanern als heidnisch und ungläubig geächtet… Dieselbe Situation herrschte in der Neuen Welt ab 1621 vor, als der Gouverneur der Plymouth-Kolonie, William Bradford, ein Gesetz erließ, das das Begehen des Weihnachtsfestes untersagte…“

In einem Fernsehinterview im Jahre 1991 äußerte sich der britische Wissenschaftler und Professor J. M. Golby, Mitverfasser des Buches „The Making of the Modern Christmas“ („Die Erschaffung des modernen Weihnachten“), zur Tatsache, dass gewisse protestantische Reformer das Weihnachtsfest missbilligten, und weshalb sie dies taten. Er wies darauf hin: „Calvin und Knox waren aus verschiedenen Gründen stark gegen das Weihnachtsfest, einer davon war… dass es nicht in den Evangelien erwähnt wird–warum also das Weihnachtsfest begehen? Zweitens, bis zum 17. Jahrhundert und zur Reformation, war die ganze Verbindung von Weihnachten mit der römisch-katholischen Kirche – der Prunk, das Zeremoniell, die Festgelage etc. – ein Gräuel. Das ist ein weiterer Grund gewesen, warum Leute wie Knox Weihnachten verurteilten…“

In den Vereinigten Staaten entwickelte sich das Weihnachtsfest „so verschieden wie die Leute waren, die die Neue Welt besiedelten. Katholiken, Episkopalen, Lutheraner sowie holländische Siedler erfreuten sich sowohl in der Kirche als auch außerhalb der Kirche daran, während Baptisten, Presbyterianer und Quäker dazu neigten, die Einhaltung dieses Feiertages zu meiden“ (Life-Redaktion: „The Pageantry of Christmas“, zu deutsch „Der Weihnachtsprunk“, Seite 60).

In einem Bericht der New York Times vom 26. Dezember 1855 konnte man lesen: „Die Kirchen der Presbyterianer, Baptisten und Methodisten waren am 25. Dezember geschlossen bis auf jene, in denen manche Missionsschulen ein Fest abhielten. Sie erkennen den Tag nicht als heilig an, doch die episkopalischen, katholischen und deutschen Kirchen hatten allesamt geöffnet.“

Der heidnische Ursprung der Weihnachtsbräuche

Wir wissen, dass Weihnachten mit einer Vielzahl von Bräuchen verbunden ist. Betrachten wir uns einmal genauer die Ursprünge von einigen der populärsten Weihnachtsbräuche.

Weihnachtsgesänge

Aus der Reader’s Digest-Publikation „Why in the World?“ erfährt man auf Seite 192: „Die ersten mit lateinischen Texten und feierlichem Klang versehenen Weihnachtslieder wurden vermutlich im vierten Jahrhundert komponiert, als die Römische Kirche das Fest zu einem Feiertag erhob. Gesänge jedoch reichen zurück bis zu den Heiden. Die Griechen setzten sie in Aufführungen ein, und Römer sangen sie während den Saturnalien… Jahrhundertelang waren Gesänge auf Grund ihrer heidnischen Verbindung von der Kirche verboten worden.

Weihnachtsgeschenke

Ein weiterer, sehr weit verbreiteter Brauch zu Weihnachten ist es, sich zu beschenken. Es wird behauptet, dass dieser Brauch mit dem biblischen Beispiel der Magier bzw. der Weisen aus dem Morgenland entstand, die dem Christkind Geschenke überbrachten. Allerdings betont Reader’s Digest auf Seite 194 in „Why in the World?“: „Die Römer überbrachten an ihren Saturnalien Geschenke… Wie bei vielen anderen saisonalen Traditionen ist es auch hier schwierig zu sagen, ob die Tradition der Weihnachtsgeschenke heidnischen oder christlichen Ursprungs ist.“

Doch es ist nicht sehr schwierig zu erkennen, dass dieser Brauch in seinem Ursprung heidnisch ist. Die Encyclopedia of Religion verdeutlicht in der Fassung von 1987 in ihrem Artikel zu „Weihnachten“ die Verbindung zwischen dem Austausch von Geschenken und den heidnischen Bräuchen: „Sich zu Weihnachten zu beschenken entstand vermutlich mit den heidnischen römischen Bräuchen des Beschenkens (strenae) zu Neujahr.“

Dem beipflichtend, gibt die Bibliotheca Sacra auf den Seiten 153-155 von Band 12 an: „Der Austausch von Geschenken zwischen Freunden ist sowohl für Weihnachten als auch für die Saturnalien charakteristisch und muss durch die Christen von den Heiden übernommen worden sein, wie die Ermahnung Tertullians verdeutlicht.“

Doch was ist von dem Gedanken zu halten, dass sich der weihnachtliche Brauch des Geschenkaustausches von der Tatsache ableitet, dass die Magier Christus beschenkten? Offen gesagt, gibt es da überhaupt keine Verbindung. Die Magier bzw. die Weisen aus dem Morgenland suchten den „König der Juden“. Als sie sich Christus, dem König, näherten, brachten sie ihm – dem orientalischen Brauch gemäß – Geschenke. Unter sich wurden keine Geschenke ausgetauscht. Es ist auch interessant, die Art der Geschenke zu untersuchen, die sie Jesus überreichten.

Im 1990 erschienenen Buch „Wunder und Rätsel der Heiligen Schrift“ von Das Beste, einer Reader’s Digest-Publikation, wird auf Seite 278 betont, dass der Mönch Aelfric im 10. Jahrhundert in einer seiner Predigten schrieb: „’Das Gold gebührt einem König; Weihrauch gehört zum Gottesdienst; und mit Myrrhe werden die Körper von Toten behandelt, damit sie sich besser erhalten. Diese… Weisen beteten Jesus an und brachten ihm symbolträchtige Geschenke dar. Das Gold bedeutete, dass er ein wahrer König ist (vgl. Offenbarung 19,16), der Weihrauch, dass er der wahre Gott ist (und unser Hohenpriester, vgl. Hebräer 4,14.15), die Myrrhe, dass er damals sterblich war, aber nun unsterblich bleibt bis in die Ewigkeit.’“

Wir sollten ebenso erwähnen, dass die Magier Christus nicht wie die Hirten in derselben Nacht, in der Christus geboren wurde, besuchten. Vielmehr besuchten sie Josef, Maria und das Christkind eine beträchtliche Zeit nach der Geburt Jesu. Sie erschienen lediglich in Jerusalem, nachdem Jesus in Betlehem geboren war (Matthäus 2,1). Als die Weisen in Betlehem eintrafen, befand sich die Familie in einem Haus (Matthäus 2,11) – nicht mehr in einem Stall (Lukas 2,6.7). Zu dieser Zeit war Jesus kein neugeborenes Baby mehr. Herodes befahl die Tötung aller männlicher Kinder, die zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte (Matthäus 2,16).

Die Magier bzw. die Weisen werden in der „Weihnachtsgeschichte“ übrigens auch sonst falsch dargestellt. Das P.M.-Magazin veröffentlichte vor einiger Zeit einen Artikel mit dem Titel: „Was wissen wir über die Heiligen Drei Könige?“ Darin heißt es:

„Dass sie (die Magier) zu Königen wurden, geht auf den Theologen Tertullian (160-220) zurück. Er schrieb: ‚… denn der Orient hatte in der Regel Magier zu Königen.‘ Schon waren aus den Weisen der Bibel Könige geworden… (Nach der persischen Tradition waren die) Magier Nachkommen eines uralten medischen Priestergeschlechts… Im Evangelium wird überhaupt nicht gesagt, wie viele es waren. Die orientalischen Kirchen sprechen von zwölf Magiern.

„Bei Jakob von Edessa (640 bis 708), einem der bedeutendsten alten Schriftsteller der syrischen Jakobiten-Kirche, liest sich das so: ‚Die Magier waren aus Persien, aber es waren nicht nur drei, wie sie die Maler für das Volk darzustellen pflegen, weil dies von der Dreiheit der Gaben Gold, Myrrhe und Weihrauch herrührt, sondern eher zwölf, wie in mehreren Erzählungen steht. Die da kamen, waren Fürsten und hochangesehene Leute des Lands Persien. Sie wurden von viel Volk begleitet, von einem Lager von mehr als tausend Männern, so dass Jerusalem bei ihrer Ankunft in große Aufregung geriet.’“

Der Artikel spekuliert auch, dass die Anzahl der Magier auf „drei“ reduziert wurde, nicht wegen der drei verschiedenen Präsente, sondern weil ein weiteres Argument für die Dreifaltigkeit gesucht wurde. Angeblich liegen die Überreste der „Drei Könige“ im Dom zu Köln. Allerdings gibt P.M. an, dass die Gewänder, in welche die Gebeine eingehüllt sind, in Syrien hergestellt wurden und aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus stammen.

Die christliche Kirche „übernahm“ den heidnischen Brauch des gegenseitigen Beschenkens am 25. Dezember und integrierte ihn in ihren eigenen „Glauben“, indem sie ihm einen „christlichen“ Mantel gab. Dieser Brauch stammt nicht aus der Bibel und leitet sich nicht von dem Besuch der Magier in Betlehem ab; er hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass die Magier Christus Geschenke brachten.

Der Weihnachtsmann

Mit dem zur Weihnachtszeit üblichen Austausch von Geschenken eng verknüpft, ist die Gestalt des Weihnachtsmannes bzw. des Nikolaus. Unzählige Eltern haben ihren verwunderten Kindern erzählt, dass es „dieser alte Mann mit dem weißen Bart und dem roten Anzug“ gewesen ist, der heimlich ihre Geschenke unter den Weihnachtsbaum legte, während sie schliefen oder „zufällig“ nicht zuhause waren. Und die ahnungslosen Kinder glaubten ihren Eltern natürlich, bis sie die Wahrheit herausfanden. War es eine „harmlose“ Lüge? Kinder werden mit dem implizierten Verständnis groß, dass nicht jede Lüge falsch ist, und übertragen das auf ihr eigenes Leben. Oder sie wollen ihren Eltern auch in anderen Bereichen des Lebens nicht mehr trauen.

Der Legende nach gab es einen katholischen Priester, der im Dezember angeblich Geschenke an die Kinder verteilte. Dieser Priester soll der Bischof von Myra gewesen sein und hieß „Nikolaus“. Der Überlieferung nach starb er am 6. Dezember 326 n. Chr. So die „offizielle“ Erklärung, weshalb heutzutage der „Nikolaustag“ am 6. Dezember gehalten wird. Viele Historiker bezweifeln jedoch, dass diese Legende wahr ist. Selbst die Existenz eines solchen Priesters wird in Frage gestellt.

Ein Protokoll, das 1969 unter Papst Paul VI. erschienen ist, lässt Zweifel aufkommen, ob Nikolaus ein Heiliger war oder nur ein „sagenumwobener“ Held, sofern er überhaupt jemals gelebt hat. Seit 1969 hat es die katholische Kirche ihren Anhängern freigestellt zu entscheiden, ob sie Nikolaus als Heiligen verehren wollen oder nicht.

Auf der anderen Seite ist es eine historische Tatsache, dass Heiden einen Gott verehrten, der große Gemeinsamkeiten mit dem heutigen Nikolaus aufweist. Diese heidnische Gottheit war der alte germanische Gott „Wodan“, in Skandinavien auch „Odin“ genannt. Wodan oder Odin war ein Sonnengott, der nach heidnischem Glauben für die Welt sein Leben gab und für neun Nächte „in einem Baum“ oder an einem Kreuz hing, von einem „Speer durchbohrt“.

In der skandinavischen Legende wird Odin (oder Wodan) als „Alles-Vater“ bezeichnet. Er wurde als „der oberste Gott in der heidnischen Dreifaltigkeit angesehen… und diese Trinität wurde zum Schöpfer der Menschheit“ (vgl. Seite 52 des 1948 erschienenen Buches „4000 Years of Christmas“, zu deutsch „4000 Jahre Weihnachten“, von Earl W. Count). In der germanischen Legende hatte Wodan (oder Odin) einen heiligen Baum, unter dem man Geschenke finden konnte, wenn man sich dem Baum am 25. Dezember näherte. Zudem war der Tag, an dem man Wodan verehrte, der 6. Dezember. Wodan oder Odin wird als alter, auf einem Pferd sitzender Mann mit einem großen Hut dargestellt, der mit einem weiten Mantel bekleidet ist und einen langen, grauen Bart trägt. Obwohl der heutige Nikolaus in einigen Ländern auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten sitzt, war dies nicht immer der Fall. Der Überlieferung nach saß der Weihnachtsmann ursprünglich auf einem (weißen) Pferd.

Earl W. Count, B. D., Ph. D., Professor der Anthropologie, erklärt auf den Seiten 11 und 54 seines Buches „4000 Years of Christmas“: „Wir wissen nicht wirklich, wann das Christkind… geboren wurde; oder den Zeitpunkt und Ort des ersten Weihnachtsfestes; oder wie genau das über die Jahrhunderte hinweg abgelaufen ist, dass ein Bischof-Heiliger aus Kleinasien und ein heidnischer Gott der Germanen zusammenkamen, um zu Nikolaus zu werden… Unser größtes Interesse gilt allerdings der Tatsache, dass Wodan (oder Odin) zum Weihnachtsmann, oder besser gesagt, zum Nikolaus, wurde.

Andere heidnische Gottheiten könnten ebenso Einfluss auf die heutige Vorstellung des Weihnachtsmannes gehabt haben. In der Antike dienten Feuerstellen als natürliches Tor für Sonnen- und Lichtgötter, wenn sie ihre Heimat besuchten. Jedes Jahr reisten jene Götter, in roten, spitzen und feurigen Hauben und mit einem roten Mantel bekleidet, aus dem fernen Himmel an, um die Heimat zu besuchen und Belohnungen oder Bestrafungen zu verteilen. Es sollte nicht allzu schwer sein, die Verbindung zwischen dem antiken Aberglauben von Feuergeistern und der modernen Vorstellung vom Weihnachtsmann zu erkennen, der den Schornstein benutzt, um durch den mit Schuhen und Strümpfen behängten Kamin zu klettern.

Woher stammt der Name „Nikolaus“ oder die Bezeichnung „Weihnachtsmann“ eigentlich? In Offenbarung 2,6 lernen wir die Sekte der Nikolaiten kennen, die falsche Lehren und Praktiken verbreiteten. (Sie predigten insbesondere die Irrlehre der „Gnade ohne Werke“. Die Bibel jedoch lässt keinen Zweifel daran, dass – auch wenn das „ewige Leben“ uns durch Gnade, sozusagen als Geschenk Gottes, angeboten wird – wir nach unseren Werken belohnt werden (vgl. Offenbarung 22,12).) Der Gründer dieser Sekte, Nikolaus, war ein heidnischer Konvertit, der sich später wieder von seiner Bekehrung löste. Dieser „Nikolaus“ ist niemand anderer als unser heutiger „Nikolaus“ oder der „Weihnachtsmann“.

Auch Wassergeister oder -götter wurden in heidnischen Legenden als „Nick“ oder „Nickel“ verehrt, und zwar am Tage des 6. Dezembers. Weibliche Götter des Wassers wurden „Nixen“ genannt. In diesen Legenden wird der Weihnachtsmann bzw. St. Nikolaus von einem Diener namens „Knecht Ruprecht“ begleitet. Auf Seite 62 des von der Life-Redaktion veröffentlichten „The Pageantry of Christmas“ („Der Weihnachtsprunk“) heißt es: „Knecht Ruprecht, der Gehilfe des Heiligen Nikolaus, … war genauso in der Lage zu strafen wie zu belohnen, und die Hörner auf seinem Kopf enthüllen seinen dämonischen Ursprung… Er war auch als der Schwarze Peter bekannt.“ In Österreich und Ungarn wird er Krampus genannt. Er wird als Teufel dargestellt. Der Spiegel beschrieb ihn am 2. Dezember 2008 als das dämonische Gegenstück des Weihnachtsmannes.

Weihnachtskerzen und -gebäck

Weihnachtskerzen spielen eine extrem wichtige Rolle im Zuge der Weihnachtsfeierlichkeiten. Doch aus welchem Grund zündet man zu Weihnachten Kerzen an? Reader’s Digest erklärt auf Seite 195 des Buches „Why in the World?“: „Die Menschen in der Antike, die sich der wechselnden Jahreszeit gewahr wurden, zündeten Feuer an, um den Frühling zur Rückkehr zu animieren. Die Römer schmückten während der Saturnalien ihre Häuser mit brennenden Kerzen und immergrünem Laub… Wenn wir heute einen Baum mit Kerzen oder Lichterketten versehen, folgen wir dieser Tradition des antiken Roms.

Es ist ebenso „gebräuchlich“, zur Weihnachtszeit Gebäck herzustellen. Auch dies ist ein heidnischer Brauch, den die Römische Kirche übernommen und in ihr Glaubenssystem integriert hat. Die Kalifornische Staatszeitung veröffentlichte in ihrer Ausgabe des 21. Dezembers 1984 einen Artikel mit dem Titel „Älter als Weihnachten“. Darin erklärte sie auf Seite 25, dass der Brauch, besonders geformtes Gebäck zu dieser Zeit des Jahres (Weihnachtszeit) zu backen, älter ist als Weihnachten selbst. Die Ägypter, wie die Römer, opferten ihren Göttern am Ende des Jahres laibförmiges Gebäck sowie aus Paste oder Natron gefertigte Tiere und Menschen. Fast die selben symbolischen Figuren können bei  germanischen Stämmen vorgefunden werden, die zu dieser Zeit die Fruchtbarkeitsgottheit mit Brotopfern um den Segen für Haus und Ackerland baten. Der Artikel schreibt auch, dass sich jahrhundertelang der Aberglaube unter den Menschen hielt, dass außergewöhnlich geformtes Gebäck die Fähigkeit besäße, Glück herbeizuführen und das Schicksal zu beeinflussen.

Der Weihnachtsbaum

Der vielleicht am meisten gepflegte Brauch von allen findet sich im Weihnachtsbaum wieder. Der immergrüne Weihnachtsbaum war schon lange vor Christi Geburt ein Objekt der heidnischen Verehrung. Er veranschaulicht in großem Ausmaß die heidnischen und dämonischen Ursprünge des Festes sowie die Einverleibung heidnischer Bräuche in das orthodoxe Christentum.

Ziehen wir zuerst ein Zitat aus der Reader’s Digest-Publikation „Why in the World?“ heran. Auf Seite 210 wird die Frage erörtert, weshalb Leute des Glücks wegen auf Holz klopfen. „Der Glaube, dass böse Geister besänftigt werden, wenn man auf Holz klopft, geht auf die Heiden zurück, die Bäume als Wohnstätte der Götter ansahen. Diese Götter… erwählten einige Bäume, die immergrün sein sollten, ein Zeichen der Unvergänglichkeit. Einen Baum zu berühren ist ein Zeichen des Respekts gegenüber Göttern, eine Bitte um einen Gefallen oder Dank für ein bereits erbrachtes Privileg.“

Einer dieser heidnischen Götter, der in heiligen Bäumen wohnte, war Attis von Phrygien (Attis wird in dieser Broschüre noch ausführlicher behandelt). Er war ein Gott der Vegetation und ein „Baumgeist“. James G. Frazer betont auf den Seiten 297 und 298 seines Buches „The Golden Bough“ („Der goldene Zweig“): „Das ursprüngliche Merkmal von Attis als ein Baumgeist ergab sich schlicht aus der Rolle, die der Tannenbaum in seiner Legende und dem Ritual spielt… Nach seinem Tode soll sich Attis in einen Tannenbaum verwandelt haben… Zur Frühlingstagundnachtgleiche (22. März) wurde im Wald ein Tannenbaum gefällt und zum Altar der (phrygischen Gottheit) Kybele gebracht, wo er wie eine Gottheit behandelt wurde. Geschmückt wurde der Baum mit Wollbändern und Veilchenkränzen, die aus dem Blut des Attis hervorgegangen sein sollen.“

Attis war nicht der einzige „Baumgeist“. Der ägyptische Gott Osiris war ebenso ein Baumgeist. Er war ein heidnischer Gott, „dessen alljährlicher Tod und Auferstehung in vielen Ländern gefeiert wurde“ (James G. Frazer, The Golden Bough, Seite 301). Frazer weist auf Seite 309 auch darauf hin, dass „in Inschriften Osiris als ‚der im Baum‘ beschrieben wird“.

Außerdem stellt uns Frazer den griechischen Gott Dionysos bzw. Bakchos vor, den Gott des Weines, der die Gestalt eines Stieres hatte. „Wie von anderen Göttern der Vegetation… glaubte man auch, dass Dionysos eines gewaltsamen Todes gestorben und wieder zum Leben erweckt worden war; und seine Leiden, sein Tod und die Auferstehung wurden in heiligen Riten verordnet“ (Frazer, Seite 322). Zudem war Dionysos „ebenso ein Gott der Bäume allgemein. Dementsprechend heißt es, dass fast alle Griechen dem ‚Dionysos des Baumes‘ opferten. In Böotien war einer seiner Titel ‚Dionysos im Baum‘… Unter den ihm geopferten Bäumen befanden sich neben der Weinrebe auch der Tannenbaum. Das Orakel von Delphi befahl den Korinthern, einen bestimmten, ‚dem Gott gleichenden‘ Tannenbaum anzubeten“ (Frazer, Seiten 321-322).

Man glaubte, dass der Tannenbaum das Domizil der heidnischen Götter war. Diese Götter sollen sich angeblich sogar in Tannenbäume verwandelt haben. Auf Grund dessen wurde der Tannenbaum mit Veilchen verziert und wie eine Gottheit oder ein göttliches Wesen behandelt – in der Tat wurde er wie ein Gott verehrt. Die Parallelen zum heutigen Brauch, einen immergrünen Baum bzw. einen Tannenbaum zu Weihnachten zu dekorieren und Weihnachtslieder davor zu singen, sind verblüffend. Die Tatsache, dass sich diese Praktiken aus der Verehrung heidnischer Götter oder Dämonen ableitet, ist schlichtweg beängstigend!

Ralph Woodrow schrieb auf Seite 152 seines 1981 erschienenen Buches „Babylon, Mystery Religion“ („Babylon–die Mysterien-Religion“): „Der Weihnachtsbaum… fasst die Idee von der Baumverehrung zusammen… vergoldete Nüsse und Kugeln symbolisieren die Sonne… Alle Feierlichkeiten der Wintersonnenwende sind in Weihnachten umgewandelt worden… Der Weihnachtsbaum (wurde) von den Ehren für die Tanne Odins (übernommen).“

Wie heidnische Bräuche „christianisiert“ wurden

Professor Golby machte im Fernsehinterview weitere Äußerungen bezüglich der Inkorporation der heidnischen Ursprünge Weihnachtens mitsamt seiner Bräuche in die „christliche“ Religion: „Weihnachtsbäume sind immergrün… Offensichtlich sind sie Teil eines alten heidnischen Festes… Das meiner Meinung nach erstaunlichste an der christlichen Kirche ist die Art und Weise, wie sie Dinge annimmt und in sich aufnehmen konnte, und zwar, heidnische Figuren anzunehmen und sie in die Kirche zu integrieren.

Francis Owen pflichtet dem in seinem Werk „The Germanic People“ („Das germanische Volk“) bei. Dort heißt es auf Seite 209: „Viele der Überzeugungen dieser antiken germanischen Religion… wurden durch die Lehren der christlichen Kirche nur oberflächlich verändert. Gefestigte Überzeugungen und alte, traditionelle Bräuche sind schwer zu beseitigen.“

Es ist eine historische Tatsache, dass die christliche Kirche heidnische Weihnachtsbräuche nicht beseitigte, sondern sie vielmehr begrüßte und in ihre christlichen Praktiken integrierte, indem sie ihnen eine „christliche“ Bedeutung verlieh. In einem Auszug aus „The Pageantry of Christmas“ („Der Weihnachtsprunk“) der Life-Redaktion heißt es auf Seite 10:

Die Anhänger des Mithras, eines persischen Sonnengottes, dessen Kult von zurückkehrenden Legionären nach Rom mitgebracht wurde und zum Hauptkonkurrenten des Christentums avancierte, feierten am 25. Dezember den ,Geburtstag der unbesiegten Sonne’ (Dies Solis Invicti Nati). Die Römer selbst hatten während der Saturnalien lange Zeit die Sonnenwende gefeiert, und dabei den Gott des Ackerbaus, Saturn, verehrt… Der Austausch von Geschenken wurde zu einem wichtigen Teil dieser Festlichkeiten (der Saturnalien). Zuerst einfacher Natur – Wachskerzen oder Tonfiguren – wurden sie immer aufwändiger. Die Christen begannen alte Bräuche aufzunehmen und ihnen einen christlichen Mantel überzuziehen, um den Glauben weiter verbreiten zu können. Viele Kirchenväter hegten Bedenken gegen dieses Vorgehen…

„Die meisten christlichen Missionare, die aus dem zerfallenden Römischen Reich nach Zentral- und Westeuropa weiterzogen, befolgten die Anweisung von (Papst) Gregor des Großen. Er schrieb im Jahre 597, dass sie nicht ‚unvermittelt‘ von den heidnischen Bräuchen ablassen sollten, sondern sie der ‚Lobpreisung an Gott‘ anzupassen hätten.

„Im Norden fanden Missionare heidnische Anhänger der Götter Odin und Thor vor, die zur Weihnachtszeit riesige Feuer anzündeten, um die Finsternis des Winters zu vertreiben. In Zentraleuropa machten sie den Glauben ausfindig, dass beim Tode der alten Sonne Hexen und feurige Dämonen die Erde aufsuchten, um die Fruchtbarkeit des neuen Jahres zu vernichten, durch Geschenke aber davon abgebracht werden könnten. In Großbritannien entdeckten sie Druiden, die dem Sieg des Immergrünen über die winterliche Finsternis Anerkennung zollten. Die den Rat von Gregor des Großen befolgenden Missionare machten keine Anstalten, diese ‚bösen Bräuche‘ abzuschaffen. Infolgedessen bestehen viele dieser Bräuche heute als geschätzte Weihnachtstraditionen fort.“

Viele andere Forscher und Autoren sind zu demselben Ergebnis gekommen. Arthur Weigall schrieb auf Seite 209 seines Werks „The Paganism in our Christianity“ („Das Heidentum in unserem Christentum“): „Die Politik der Kirche ist es, alte heidnische Feiertage dem christlichen Konzept anzupassen, und nicht, sie zu unterdrücken… Das Weihnachts- und Osterfest… sind heidnischen, nicht christlichen, Ursprungs.“

Earl W. Count erläutert auf den Seiten 25 bis 27 von „4000 Years of Christmas“ („4000 Jahre Weihnachten“): „(Während der Saturnalien) waren die Hallen der Römer mit Zweigen von Lorbeeren und grünen Bäumen geschmückt, mit brennenden Kerzen und Lampen – da die umherschwebenden Geister der Finsternis sich vor Licht fürchteten… Den Christen waren die Saturnalien, die einem schändlichen, nicht-existenten Gott (Saturn) huldigten, ein Gräuel… Die Kirchenväter mussten zu ihrer Beunruhigung feststellen, dass sie sich… einer Invasion heidnischer Bräuche ausgesetzt sahen. Die Gewohnheit an die Saturnalien war zu stark, um sie einfach zu ignorieren. Zuerst waren sie durch die Kirche verboten worden, doch vergebens… Wenn die Saturnalien nicht verboten werden könnten, so sollten sie wenigstens gebändigt werden. Die Kirchenväter bemühten sich nun, das Fest auf die christliche Sonne der Gerechtigkeit zu übertragen… Schließlich ist es der Kirche gelungen, die Fröhlichkeit, das Grün, die Beleuchtung und die Geschenke des Saturns anzunehmen und sie dem Kind von Betlehem zu geben.“

Das Nachrichtenmagazin U.S. News & World Report stimmt dem auf Seite 59 ihrer Ausgabe vom 23. Dezember 1996 zu: „Am weitesten verbreitet ist die Ansicht, dass der Feiertag eine beabsichtigte ‚Christianisierung‘ der Saturnalien und weiterer heidnischer Feste war… Wie es ein Historiker sagte: ‚Die heidnischen Römer wurden zu Christen – doch die Saturnalien blieben.’“

Auf Seite 191 des Reader’s Digest-Artikels „Why in the World?“ heißt es: „Die Kirche nahm auf der gesamten Welt eine generell pragmatische Haltung ein. Sie war nicht in der Lage, die heidnischen Exzesse, die Teil der Feierlichkeiten geworden waren, zu verhindern, und so bemühte sie sich, sie von ihren unerwünschten Eigenschaften zu befreien und die aufpolierten Bräuche in das Weihnachtsfest zu integrieren, als ob sie heilig wären. Die alten Weihnachtsbräuche haben nicht nur überlebt, sondern es sind neue hinzugekommen. Weihnachten ist zu einer magischen Mischung aus christlicher Verehrung und heidnischen Vergnügungen geworden, zu einem Fest, das auf Grund großer Beliebtheit fortdauert.“

Ja, Weihnachten mitsamt der Bräuche sind heidnischen, nicht christlichen Ursprungs. Anstatt das Fest auszumerzen, verlieh ihm die Römisch-Katholische Kirche eine „christliche“ Bedeutung. Doch das macht es noch lange nicht christlich. In der Dezember-Ausgabe der U.S. Catholic von 1981 räumt das Magazin auf Seite 32 ein: „Es ist unmöglich, Weihnachten von seinen heidnischen Anfängen zu trennen.“

Auch das Nachrichtenmagazin U.S. News & World Report verdeutlicht auf Seite 60 ihrer obigen Ausgabe vom 23. Dezember 1996, dass die Puritaner „richtig lagen, als sie betonten… dass Weihnachten nichts anderes ist als ein heidnisches Fest mit christlicher Fassade.“

Weihnachtsfeierlichkeiten von der Kirche zu Rom angeordnet

Da die Kirche nicht in der Lage war, die Weihnachtsfestlichkeiten zu verbieten, hat sie – wie wir bereits gesehen haben – den Bräuchen eine oberflächlich „christliche“ Bedeutung verliehen und sie somit zugelassen. Später wurden sie sogar angeordnet.

Religion in Geschichte und Gegenwart schreibt in ihrer dritten Ausgabe: „Der Ursprung (des christlichen Festes) von Weihnachten muss in der Kirche zu Rom gesehen werden.“

Die Encyclopedia Americana (1944) schreibt: „Zur Erinnerung an dieses Ereignis (Geburt Jesu) wurde im vierten Jahrhundert ein Fest errichtet. Im fünften Jahrhundert ordnete die westliche Kirche an, dieses Fest immer am Tag des alten römischen Festes zur Geburt des Sonnengottes Sol zu feiern, da kein genaues Datum der Geburt Jesu bekannt war.“

Es war die Römisch-Katholische Kirche, die ihren Anhängern auferlegte, die heidnischen Weihnachtsbräuche zu halten, zum Zeichen des „Sieges Christi, der wahren Sonne, über den heidnischen Kult“ der Sonnenanbetung (Religion in Geschichte und Gegenwart).

Wie die TV Week, ein TV-Programmheft für die Woche vom 17. bis 23. Dezember 2000 und wöchentliche Beilage der San Diego Union Tribune, auf Seite 7 schreibt, entwickelte sich Weihnachten „vom Festtag der aufgegangenen Sonne zum Festtag des aufgegangenen Sohnes“. Und nicht-katholische Konfessionen, die Weihnachten heute als ein christliches Fest halten, tun das nicht in Befolgung eines biblischen Gebots, sondern in Folgsamkeit gegenüber der Führung der Katholischen Kirche.

Verehrung des heidnischen Gottes Mithra heute

Auf den persischen Gott Mithra bzw. Mithras haben wir schon an mehreren Stellen Bezug genommen. Wir haben auch gesehen, dass das Christentum den Mithraskult nicht beseitigt, seine Lehre und Bräuche vielmehr übernommen hat. Richten wir unsere Aufmerksamkeit nun auf die heidnische Verehrung dieses persischen Gottes Mithra, da es sehr faszinierend ist zu sehen, in welchem Ausmaß mit dem Mithraskult einhergehende Lehren und Bräuche im heutigen Christentum überlebt haben. Die Wahrheit ist sehr erstaunlich!

Vor einigen Jahren erschien im P.M.-Magazin ein Artikel mit dem Titel „Können Sie sich vorstellen, an Mithras zu glauben?“, der wie folgt beginnt:

„Ein Vorfrühlingstag des Jahres 180 nach Christus. Ein ganz normaler Sonntag in der Hafenstadt Ostia vor den Toren Roms. Reger Betrieb in den verschiedenen Stadtvierteln. Überall sieht man Gruppen von Männern durch die engen Straßen flanieren… Aber niemand nimmt Notiz von diesen Gruppen… Jeder weiß, wohin die Männer gehen: Es ist Sonntag, Tag der Sonne – die Männer sind auf dem Weg zum Gottesdienst.

„Sind das Christen? Erleben wir hier eine typische Szene aus den frühen Tagen dieser Religion? Nein – die Männer huldigen einen anderen Gott. Mithras heißt das überirdische Wesen, von dem sie sich Erlösung erhoffen. Und jedes Jahr im Winter feiern sie seinen Geburtstag: in der Nacht zum 25. Dezember mit einer Art Gottesdienst, den wir heute als Mitternachtsmesse bezeichnen würden…

„Der Mithras-Kult beeinflußt noch heute unser Leben… Mithras war der Hauptgott der römischen Legionäre. Allein in Deutschland wurden vierzig Mithras-Heiligtümer ausgegraben – zwölf von ihnen rund um Frankfurt… Es war Kaiser Konstantin, der im Jahr 325 im Konzil von Nizäa (in der heutigen Türkei) darauf drängte, seine Untertanen unter einem Glauben zu vereinigen… Obwohl der Kaiser selbst dem Sonnenkult anhing (er wurde erst auf dem Totenbett getauft), entschied er sich für das Christentum als gemeinsames Glaubensbekenntnis aller Römer. Um die neue Religion für die Mithras-Anhänger akzeptabel zu machen, erklärte er den Sonntag zum allgemeinen Feiertag im ganzen Reich…

„Noch eine kaiserliche Entscheidung sollte Christen und Mithraisten näherbringen: Der Geburtstag Jesu wurde auf denselben Tag gelegt, an dem auch Mithras geboren sein soll (Im Jahr 354 wird dafür der 25. Dezember zum erstenmal erwähnt). Bis dahin hatten die Christen keine Weihnacht gefeiert…

Der Artikel beinhaltete zahlreiche Bilder und Fotos. Unter einer dieser Abbildungen heißt es: „Im späten Mithras-Kult taucht der ‚dreifaltige Gott’ auf… Welche Verwandtschaft zur christlichen ‚Dreifaltigkeit’ besteht, liegt nahe…“

Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass die Bibel nirgends von einer Dreifaltigkeit spricht. Gott besteht aus zwei Wesen – dem Vater und dem Sohn. Der Heilige Geist ist keine Person oder ein drittes Wesen innerhalb der Gott-Familie, sondern vielmehr die von Gott ausströmende Kraft. Hieran kann man deutlich erkennen, wie sich unbiblische Lehrmeinungen über die Dreieinigkeit ihren Weg in das Christentum bahnten – durch heidnische Glaubenssysteme wie das des Mithraskults, eines Kultes, der durch die Römische Kirche aufgenommen und gleichzeitig „christianisiert“ wurde.

Der große Einfluss und Effekt, den heidnische, im Mithraskult verankerte Konzepte auf das orthodoxe Christentum hatten, darf nicht unterschätzt und kann nicht oft genug betont werden. Lesen Sie einen Auszug aus „Mithras, The Fellow in the Cap“ (in etwa: „Mythras, der Bursche in der Kapsel“) von Esme Wynne-Tyson. Auf den Seiten 22 und 24 heißt es dort: „Von Beginn an wurde Mithras mit der Sonne und dem Licht gleichgestellt… Kurz gesagt, er ist ein heidnischer Christus… Mithras war nicht nur der Sonnengott, sondern auch der Vermittler zwischen der Menschheit und den höheren Wesen… Sein Geburtstag wurde nach dem Mithras-Kalender am 25. Dezember festlich begangen. Der Sonntag… wurde auf ihn geweiht und war als der Tag des Herrn lange vor dem christlichen Zeitalter bekannt. Seine Wiedergeburt wurde zu Ostern festlich gewürdigt.

Edward Carpenter betont auf Seite 21 seines Buches aus dem Jahre 1921 „Pagan & Christian Creeds: Their Origin and Meaning“ („Heidnische & Christliche Bekenntnisse: Ihre Entstehung und Bedeutung“):

Mithra wurde in einer Höhle am 25. Dezember geboren. Er wurde von einer Jungfrau geboren… Seine bedeutenden Feste waren die Wintersonnenwende und die Frühlingstagundnachtgleiche (Weihnachten und Ostern). Er hatte zwölf Gefährten bzw. Jünger (die zwölf Monate). Er wurde in einer Grabstätte beigesetzt, von der er jedoch wieder auferstanden ist; und seine Auferstehung wurde alljährlich mit großer Freude zelebriert. Er wurde als Erlöser und Vermittler bezeichnet; und mitunter auch als Lamm dargestellt.“

John M. Robertson schrieb in „Pagan Christs, Studies in Comparative Hierology“ („Heidnische Christen, Studien zur vergleichenden Hierologie“) auf den Seiten 305, 306 und 327:

„Der erste Tag der Woche, Sonntag, war offensichtlich seit jeher Mithra geweiht… Es gibt genaue Angaben hinsichtlich der beiden bedeutendsten Mithras-Zeremonien oder -Feste, nämlich Weihnachten und Ostern…, der Geburt des Sonnengottes sowie der Periode seiner Opferung und seines Sieges. Weihnachten ist ein Sonnenfest unbekannten Alters, das die frühen Christen für ihren Christus übernahmen… (Dies wird) von kompetenten christlichen Gelehrten nicht länger in Abrede gestellt… Die Wahrheit ist…: der Mithraskult wurde nicht verworfen; er wurde lediglich umgewandelt. Er war schon zu weitgehend akzeptiert, um einfach beseitigt werden zu können; die Frage war lediglich, ob er weiterhin mit dem Christentum konkurrieren oder von ihm übernommen werden sollte.“

Wie wir bereits gesehen haben, ist er übernommen worden. Und viele, wenn nicht die meisten, dieser heidnischen Bestandteile, Bräuche und Lehren wurden ebenso übernommen und haben einen „christlichen“ Mantel erhalten. Aus diesem Grund hält die orthodox-christliche Welt den Sonntag, obwohl Gott uns sagt, den Sabbat zu heiligen – nämlich die Zeit von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag (vgl. 2.Mose 20,8-11).

Lesen wir nun ein bemerkenswertes Zitat von H. G. Wells, Autor von Science-Fiction-Büchern wie „Die Zeitmaschine“ und „Der Unsichtbare“. Er verfasste auch „The Outline of History“ („Die Geschichte unserer Welt“), worin er auf Seite 543 betont: „Es scheint, als ob die Christen anstelle des Sabbats vom Mithraskult den Sonntag als den bedeutendsten Tag der Verehrung übernahmen.“

Und das haben sie tatsächlich. Dank des Mithraskults und anderer heidnischer Lehren hält man heute alljährlich heidnische Festtage wie Weihnachten und Ostern. Gleichzeitig werden von orthodoxen Christen jene Tage des Jahres nicht heilig gehalten, die Gott geheiligt hat, wie das Passa, das Fest der ungesäuerten Brote, das Pfingstfest, den Posaunentag, den Versöhnungstag oder das Laubhüttenfest (vgl. 3.Mose 23). Die Anpassung des Mithraskults und Erweiterung durch andere heidnische Lehren sind die Gründe, weshalb nicht-christliche Bräuche begrüßt und als „christliche“ Lehren geglaubt werden.

Lesen wir ein Zitat aus Funk and Wagnall’s New Encyclopedia, Band 17, zum „Mithraismus“: „…der Mithraskult (verehrte) den persischen Gott des Lichtes und der Weisheit in der Antike… Mithra wurde zum Sonnengott. Die Sonne wurde in seinem Namen angebetet… Er war ein großer Konkurrent zum Christentum in der römischen Welt… der Mithraismus war dem Christentum in vielerlei Hinsicht ähnlich, zum Beispiel was… die Verehrung der Hirten bei der Geburt Mithras, die Übernahme des Sonntags und des 25. Dezembers (Mithras Geburtstag) als heilige Tage und den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele betrifft.“

Nirgends in der Bibel wird uns geboten, Hirten „anzubeten“ oder zu verehren. Jene, die das heutzutage direkt oder indirekt tun, z.B. dadurch, dass sie das Krippenspiel nachstellen, folgen eigentlich den heidnischen Anhängern des Mithras. Auch lehrt die Bibel nicht, wir hätten eine unsterbliche Seele. Ganz im Gegenteil lehrt uns Gott: „… die Seele, die sündigt, sie soll sterben“ (Hesekiel 18,4.20, Elberfelder-Bibel). Wenn wir bereuen, wird unsere „Seele vom Tode errette(t)“ (Jakobus 5,20). Statt eine Seele zu haben, unsterblich oder nicht, ist der Mensch vielmehr eine Seele (vgl. 1.Mose 2,7 in der Elberfelder-Bibel: „… so wurde der Mensch eine lebende Seele“). Und wenn der Mensch nicht aufhört zu sündigen, wird er den ewigen Tod sterben. Die Lehrmeinung, eine unsterbliche Seele zu haben, rührt daher nicht von der Bibel, sondern vom Heidentum und den Lehren des Mithras-Kultes und weiterer heidnischer Götter.

Der Mithraismus ist nicht ausgestorben, sondern hat im Christentum überlebt, wie es auch Funk and Wagnall’s New Encyclopedia, Band 24, unter „Sun Worship“ („Sonnenanbetung“) verdeutlicht: „…im antiken Persien war die Verehrung der Sonne ein wesentlicher Bestandteil des Mithraskults… Die Sonnenanbetung überlebte in Europa selbst nach Einführung des Christentums, wie es durch ihr getarntes Fortbestehen in solch traditionellen christlichen Praktiken wie dem Osterfeuer oder dem Anzünden des Weihnachtsscheites zu Weihnachten zu erkennen ist.“

Der Mithraismus war die Staatsreligion Persiens. Auf eine herrschende Gewalt in der Antike wird auch in der Bibel angespielt. In Esra 1,8 und 4,7 lesen wir von dem persischen Schatzmeister „Mitredat“. Dieser Name bedeutet wörtlich „Mithras Geschenk“. Zumeist bedeutende Menschen wurden nach der persischen Gottheit benannt.

Verehrung des heidnischen Gottes Attis heute

Obwohl der Mithraskult einen großen Einfluss auf das Christentum ausübte, war die Mithras-Verehrung keineswegs die einzige heidnische Religion, die ihren Weg in das Christentum fand. Wie wir bereits gesehen haben, wurde die heidnische Verehrung weiterer Götter wie Saturn, Thor, Odin bzw. Wodan ebenfalls übernommen. Und das gilt auch für Elemente des Kultes um Attis, eines Gottes aus Phrygien. In der Woman’s Encyclopedia of Myths and Secrets lesen wir folgendes über Attis:

„Der Kult um Attis übte großen Einfluss auf das frühe Christentum aus… Attis war ein Sohn der irdischen Inkarnation der jungfräulichen Gottheit Nana, den sie empfing, als sie eine Mandel oder einen Granatapfel verzehrte… Er wuchs zu einem leidtragenden Opfer und Erlöser heran, um durch seinen Tod die Menschheit zu erlösen. Sein Leib wurde von seinen Anhängern in Form von Brot verzehrt. Er ist als der ‚allerhöchste Gott‘ wiederauferstanden… Seine Passion wurde am 25. März festlich begangen (andere Quellen geben den 22. März an), genau neun Monate vor dem Fest zu Ehren seines Geburtstages am 25. Dezember… Der Tag des Todes von Attis war der Schwarze Freitag… Als dieser Gott starb und begraben wurde, stieg er in die Unterwelt hinab. Am dritten Tage wurde er von den Toten auferweckt… das war der Sonntag; der Gott erhob sich in Herrlichkeit… Hernach hielten die Christen den Ostersonntag mit Karnevalszügen, die von den Mysterien des Attis herrührten.“

In seinem Werk „Encyclopedia of God“ schreibt Michael Jordan folgendes über Attis: „Zur Zeit der Christen nahm das Osterfest das Datum an, an dem die Riten um Attis gefeiert wurden.“

Haben Sie sich jemals gefragt, warum die christliche Welt Ostern mit der Begründung hält, Christus sei an einem Freitag gekreuzigt worden und an einem Sonntag wiederauferstanden? Dabei erwähnt die Bibel Ostern nicht einmal. (Zwar hat die alte Lutherbibel mitunter fälschlicherweise das griechische Wort für „Passa“ mit „Ostern“ wiedergegeben; dieser offensichtliche Irrtum wurde jedoch von fast allen modernen Bibelübertragungen korrigiert.)

Nirgends gibt die Bibel an, dass Christus an einem Freitag getötet worden und an einem Sonntag wiederauferstanden sei. Das hätte er auch gar nicht, weil er für drei Tage und drei Nächte – 72 Stunden – tot im Grab lag – so lange wie Jona im Bauch des Fisches gewesen ist (Matthäus 12,40). Von Freitag Nachmittag bis Sonntag Morgen sind es keine drei Tage und drei Nächte. Sowohl die Geschichte als auch die Bibel belegen, dass Christus am Mittwoch Nachmittag gekreuzigt wurde und am Samstag vor Sonnenuntergang wiederauferstanden ist. Doch wie wir bereits gelesen haben, sind heidnische Götter wie Attis angeblich an einem Freitag getötet worden und an einem Sonntag wiederauferstanden. Und so haben diese heidnischen Bräuche Eingang in die Lehren und Praktiken der Römischen Kirche gefunden, indem heidnische Götter wie Attis durch Christus ersetzt wurden und der Götzenverehrung ein „christlicher“ Mantel verliehen wurde.

Satan – der Verfasser eines universalen Mythos

Es ist offensichtlich, dass diese Legenden, die sich einander ähneln und verschiedene heidnische Götter und Bräuche sowie Riten umfassen, alle Teil eines „universalen Mythos“ sind, wie es John M. Robertson in „Pagan Christs“ („Heidnische Erlöser“) auf Seite 307 treffend bezeichnet.

Auch Edward Carpenter schrieb in seinem Werk „Pagan & Christian Creeds“ („Heidnische & Christliche Bekenntnisse“), beginnend auf Seite 25: „Die Ähnlichkeit dieser alten, heidnischen Legenden und Glaubensrichtungen zu christlichen Traditionen war in der Tat so groß, dass dies bei den frühen Kirchenvätern Aufsehen erregte und ihren unverhüllten Zorn hervorrief. Sie hatten keinen Zweifel an der Gemeinsamkeit (und folgerten)…, dass der Teufel – um die Christen zu verwirren – vor Jahrhunderten die Heiden dazu veranlasste, gewisse Überzeugungen und Praktiken anzunehmen… Justin der Märtyrer beschreibt beispielsweise die Institution des (so genannten) Abendmahls wie in den Evangelien und fährt fort: ‚welches die frevelhaften Teufel in dem Mysterium des Mithras imitiert haben (wir könnten ebenso gut Attis anführen) und dasselbe zu tun fordern. Dass das Brot und der Wasserkelch in den mystischen Riten für die Einzuweihenden mit Zaubersprüchen versehen werden, weißt Du oder kannst Du ergründen.’ Tertullian verrät uns auch, dass ‚der Teufel sogar den hauptsächlichen Teil der göttlichen Mysterien durch die Mysterien seiner Götzen imitiert.’“

Die Bibel nimmt an zahlreichen Stellen Bezug auf solche dämonischen, heidnischen Nachahmungen dessen, was Christus tun würde oder tat. In Hesekiel 8,13-15 wird beispielsweise die Verehrung des „Tammus“ als ein Gräuel beschrieben. Der Legende nach wurde Tammus bzw. Adonis von einer Jungfrau zur Wintersonnenwende geboren und von einem Eber getötet. Jedes Jahr beweinten ihn Jungfrauen. Im Frühjahr wurde ein Fest zu Ehren seiner Auferstehung gehalten (Carpenter, Seite 22). Dieser Gott Tammus war ein sumerischer bzw. syrischer Vegetationsgott, eine heidnische Nachahmung von Jesus Christus.

In 1. Korinther 10,14-21 nimmt Paulus Bezug auf heidnische Riten wie jene des Mithras oder des Attis. Paulus beschreibt sie als Götzendienst und ermahnt die Christen in Korinth, die—wie gezeigt—mit dem Mithraskult vertraut waren, nicht damit in Berührung zu kommen:

„Darum, meine Lieben, flieht den Götzendienst! (…) Der gesegnete Kelch, den wir (während des alljährlichen Gedenkens an den Tod Christi zu Passa) segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir (zu Passa) brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? (…) Was will ich nun damit sagen? Dass das Götzenopfer etwas sei? Oder dass der Götze etwas sei? Nein, sondern was man (die Heiden, Schlachter-Bibel) da opfert, das opfert man den bösen Geistern (den Dämonen, Schlachter-Bibel) und nicht Gott. Nun will ich nicht, dass ihr in der Gemeinschaft der bösen Geister seid. Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister.“

Die Verehrung heidnischer Götter und die Teilnahme an ihren Bräuchen wird in der Bibel der Verehrung von bösen Geistern bzw. Dämonen gleichgestellt. Und diese heidnischen Riten, die in manchen Fällen den christlichen Praktiken ähneln mögen, mit der wahren Verehrung Gottes zu vermischen, wird mit Götzendienst gleichgesetzt. Satan wusste, dass Gott Jesus Christus senden würde, um für die Menschen zu sterben. Zahlreiche Schriften des Alten Testaments sagen das Kommen Christi detailliert voraus.

Satans Strategie, sich Gott zu widersetzen, war zweigeteilt.

Auf der einen Seite beeinflusste er die Menschen, den universalen Mythos eines heidnischen Erlösers zu erschaffen. Dieser Erlöser würde unter verschiedenen Namen verehrt werden und einige Gemeinsamkeiten mit Jesus Christus und dem haben, was er vollbringen würde. Ziel dieser Verführung war, die Menschen zu überzeugen, in Christus später nur einen „weiteren“ Erlöser zu sehen.

Viele Historiker sind der Überzeugung, dass Satans universaler Mythos mit Nimrod in 1.Mose 10,8-12 begann. Es heißt, dass dieser „gewaltige Jäger“ seine eigene Mutter Semiramis heiratete. Als er gestorben war, regte Satan Semiramis an, den Gedanken zu verbreiten, Nimrod sei immer noch als Geistwesen am Leben. Sie behauptete, dass ein ausgewachsener immergrüner Baum über Nacht aus einem toten Baumstumpf entsprungen sei, und dass an jedem Jahrestag seines Geburtstags, dem 25. Dezember, Nimrod diesen Baum aufsuchen und dort Geschenke hinterlassen würde. Eine leicht veränderte Version dieser Darstellung besagt, dass der immergrüne Baum angeblich Nimrods Sohn Tammus symbolisiert und Nimrod als Tammus zum Leben zurückkehrte. Semiramis wurde hernach unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt und als „Himmelskönigin“ verehrt.

Der zweite Teil des teuflischen Planes, sich Gott zu widersetzen, bestand darin, jene, die an Jesus Christus, den Sohn Gottes, glauben und ihm folgen würden, mit den (schon existierenden) Erscheinungen heidnischer Religionen zu konfrontieren und sie zu bewegen, diese „zur Ehre und Herrlichkeit Christi“ anzunehmen. Leider sind über die Jahrhunderte viele bekennende Christen der Taktik und dem bösen Plan Satans zum Opfer gefallen, indem sie heidnische Lehren, Bräuche und Riten in den Gottesdienst einfügten.

Gegenargumente der fleischlichen Gesinnung

Einige mögen erwidern: „Was soll’s? Warum Weihnachten nicht trotzdem halten? Auch wenn Weihnachten ein heidnisches Fest ist und die Bräuche heidnischen Ursprungs sind, tue ich es doch, um Christus zu ehren. Auch wenn die Bibel nicht befiehlt, das Fest zu halten, stellt Gott es uns nicht frei, den Geburtstag seines Sohnes zu feiern, wann immer wir wollen? Und davon abgesehen, wenn wir das ‚Heidnische‘ an Weihnachten nicht mögen, warum nicht Weihnachten allein zu Ehren Christi halten und alle heidnischen Bräuche einfach ignorieren?“

Wir können mit allen möglichen Argumenten aufwarten, nur um an alteingesessenen Traditionen und Glaubensvorstellungen festzuhalten. Wir möchten unsere Taten viel lieber rechtfertigen als die Wahrheit anzunehmen, und es wird schnell klar, wie sehr unser Glaube und unsere Bräuche von einander abhängen. Änderung ist schwer, selbst wenn wir erkennen, dass wir im Irrtum sind.

Zum Beispiel wissen wir sehr gut, dass Weihnachten völlig kommerzialisiert und durch den Kommerz aufrecht gehalten wird. Wie das Nachrichtenmagazin U.S. News & World Report in dem Artikel vom 23. Dezember 1996 auf Seite 64 berichtet: „Weihnachten in ein rein religiöses Fest umzuwandeln, mag jene erfreuen, die das ‚gute alte Weihnachtsfest‘ herbeiwünschen… Doch einem solchen Fest ‚würde das kulturelle Echo und die Bedeutung eines tief in der Marktwirtschaft verwurzelten Feiertags fehlen‘. Wenn es mit Weihnachten so weit käme… ‚würden wir es wahrscheinlich gar nicht mehr halten‘.“

Und während Weihnachten als „die Zeit des Friedens“ gilt, „die Zeit zu vergeben und zu verzeihen“, ist es eine bekannte Tatsache, dass in der westlichen Welt zu Weihnachten mehr Verbrechen begangen werden als zu jeder anderen Zeit. Es ist eine Zeit, in der der Alkoholismus um sich greift. Es ist eine Zeit, in der die Unvernunft und Verantwortungslosigkeit im Handel seinen Höhepunkt erreichen, wenn Leute ihre Kreditkarten überziehen und sich in Schulden stürzen, die sie niemals zurückzahlen können, nur um ihrer „Verpflichtung“ nachzukommen, andere zu beschenken. Eltern lügen ihre Kinder an und erzählen ihnen, der Nikolaus würde durch den Kamin kommen, um Weihnachtsgeschenke zu hinterlassen, oder eben überhaupt keine, wenn sie sich nicht gut benehmen.

Wir wissen, was die Welt zu Weihnachten sagt, doch was hat Gott zu diesem Fest zu sagen? Auch wenn der Ausdruck „Weihnachten“ in der Bibel nie erwähnt wird, gibt es irgendwelche Hinweise oder Richtlinien, wie man mit diesem Thema umzugehen hat? Absolut! Schauen wir sie uns an.

Vermische nicht heidnische Bräuche mit dem Gottesdienst!

Wussten Sie, dass der Dienst an Gott und Christus zwar aufrichtig gemeint, aber doch vergebens sein kann? Christus brachte in Matthäus 15,7-9 klar und deutlich zum Ausdruck (Schlachter-Bibel): „Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht: ‚Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.‚“

Wer könnte bezweifeln, dass das Weihnachtsfest eine Erfindung von Menschengeboten ist? An keiner Stelle in der Bibel werden wir aufgefordert, das Weihnachtsfest zu halten. Und Christus sagte, diese Art von Gottesdienst, die auf menschlichen Traditionen beruht, ist „vergeblich“, also sinnlos, wenn sie den Anforderungen Gottes widerspricht. Es wird ausdrücklich vorgegeben, wie wir Gott zu dienen haben.

Beachten wir, was Gott in 5.Mose 12,29-31 und 13,1 zu Israel sagte, wie es ihm dienen sollte und wie nicht: „Wenn der HERR, dein Gott, vor dir her die Völker ausrottet, zu denen du kommst, ihr Land einzunehmen, und du es eingenommen hast und darin wohnst, so hüte dich, dass du dich nicht verführen lässt, es ihnen nachzutun, nachdem sie vertilgt sind vor dir, und dass du nicht fragst nach ihren Göttern und sprichst: Wie haben diese Völker ihren Göttern gedient? Ebenso will auch ich es tun! So sollst du dem HERRN, deinem Gott, nicht dienen; denn sie haben ihren Göttern alles getan, was dem HERRN ein Gräuel ist und was er hasst; (…) Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Ihr sollt nichts dazutun und nichts davontun.

Das Weihnachtsfest oder generell ein Fest zur Geburt Christi ist ein klarer Verstoß gegen das oben erwähnte Gebot. Das Weihnachtsfest, wie sein Zeitpunkt, wurden vom Heidentum übernommen. Das gilt auch für die Bräuche dieses Festes. Bekennende Christen, die das Weihnachtsfest halten, mögen der Meinung sein, dies zu Ehren Gottes zu tun – doch sie wiederholen exakt jene Riten, die die Heiden ausführten, um ihren Göttern zu dienen – und Gott ermahnt uns: „So sollst du dem Herrn, deinem Gott, nicht dienen!!!“ Sie haben Weihnachten zum Gottesdienst hinzugefügt, während sie gleichzeitig Gottes wahre Jahresfeiertage nicht mehr beachten.

Beachten wir die Erläuterung der Ryrie Study Bible bezüglich der Passage in 5.Mose 12,30: „Die Israeliten sollten sich nicht einmal nach der Art der Verehrung durch die Kanaaniter erkundigen, damit sie nicht versucht würden, Aspekte in ihren Gottesdienst aufzunehmen.

Wer könnte ernsthaft abstreiten, dass genau dies in Bezug auf das Weihnachtsfest geschehen ist? Das orthodoxe Christentum hat heidnische Feiertage wie Weihnachten und Ostern übernommen, anstatt sie abzulehnen. Heidnische Bräuche wurden der Verehrung von Jesus Christus angepasst, anstatt sie zu verwerfen. Diese Praxis wird „Synkretismus“ genannt und ist in der Schrift strengstens untersagt. Gott befiehlt uns, keinen Anteil daran zu nehmen.

2. Korinther 6,14-17 sagt uns: „Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? (…) Was hat der Tempel Gottes gemein mit den Götzen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes (…). Darum ‚geht aus von ihnen und sondert euch ab‘, spricht der Herr; ‚und rührt nichts (geistlich) Unreines an, so will ich euch annehmen.“

Weihnachtsgebäck in der Schrift verurteilt

Jeremia 7,16 beschreibt einen religiösen Brauch, den das antike Israel und Juda pflegten, der aber von Gott verurteilt wird: „Du sollst für dies Volk nicht bitten und sollst für sie weder Klage noch Gebet vorbringen, sie auch nicht vertreten vor mir; denn ich will dich nicht hören. Siehst du nicht, was sie tun in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems? Die Kinder lesen Holz, die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen kneten den Teig, dass sie der Himmelskönigin Kuchen backen, und fremden Göttern spenden sie Trankopfer mir zum Verdruss.“

Die „Himmelskönigin“ wird als die assyro-babylonische Gottheit Ischtar bzw. Ištar oder auch Ostera identifiziert (vgl. die Kommentare zu Jeremia 7,18 in der Ryrie Study Bible sowie in Rienecker’s Lexikon zur Bibel), von der sich der Name „Ostern“ ableitet. Ischtar ist nur eine andere Bezeichnung für Semiramis, der Mutter und Frau Nimrods. Wenngleich sich Jeremia 7,18 vorrangig auf die Osterbräuche bezieht, beinhaltet diese Passage auch Weihnachtsgebäck. Wie wir bereits festgestellt haben, gab es diesen Brauch lange vor irgendeinem „christlichen“ Weihnachtsfest und wurde zu Ehren heidnischer Gottheiten gepflegt.

Weihnachtsbaum in der Schrift verurteilt

Beachten wir ebenso Jeremia 10,2-5: „So spricht der HERR: Ihr sollt nicht den Gottesdienst der Heiden annehmen und sollt euch nicht fürchten vor den Zeichen des Himmels, wie die Heiden sich fürchten. Denn ihre Götter sind alle nichts. Man fällt im Walde einen Baum, und der Bildhauer macht daraus mit dem Schnitzmesser ein Werk von Menschenhänden, und er schmückt es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel und Hammer, dass es nicht umfalle. Sie sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie können nicht reden; auch muss man sie tragen, denn sie können nicht gehen. Darum sollt ihr euch nicht vor ihnen fürchten; denn sie können weder helfen noch Schaden tun.“

Hier finden wir eine Beschreibung des Weihnachtsbaumes. Einige haben behauptet, dieses 10. Kapitel des Jeremiabuches handele nur von einem hölzernen Götzenbild, das aus einem Baum geschnitzt wurde, und nicht davon, einen Weihnachtsbaum zu schmücken. Erinnern wir uns jedoch daran, dass die Heiden glaubten, ihre Götter, wie z.B. Attis, Osiris sowie Dionysos, lebten als Baumgeister in Tannenbäumen. Sie waren der Überzeugung, dass ihre Götter sich tatsächlich in solche Bäume verwandelten, und so trugen sie diese als heilig erachteten Bäume zu einer bestimmten Kultstätte, schmückten sie und verehrten sie wie Götter.

In Jeremia 10 wird jegliche Art religiöser Verehrung verurteilt, die das Schmücken von Tannenbäumen oder „grünen Bäumen“ (1. Könige 14,23) sowie religiöse Lehren, die mit solchen Bräuchen zusammenhängen, beinhalten. In Jeremia 10,8 heißt es weiter: „Sie sind alle Narren und Toren; denn dem Holz zu dienen, ist ein nichtiger Gottesdienst.“

Einige werden auch behaupten, nicht den Weihnachtsbaum an sich zu verehren, und es sei deshalb auch völlig in Ordnung, zu Weihnachten einen Tannenbaum zu schmücken. Gott sieht das jedoch nicht so. Als die Israeliten ein goldenes Kalb herstellten, argumentierten sie ähnlich. 2.Mose 32,1-5 berichtet: „Als aber das Volk sah, dass Mose ausblieb und nicht wieder von dem Berge zurückkam, sammelte es sich gegen Aaron und sprach zu ihm: Auf, mach uns einen Gott, der vor uns hergehe! Denn wir wissen nicht, was diesem Mann Mose widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführt hat. Aaron sprach zu ihnen: Reißet ab die goldenen Ohrringe an den Ohren eurer Frauen, eurer Söhne und eurer Töchter und bringt sie zu mir. Da riss alles Volk sich die goldenen Ohrringe von den Ohren und brachte sie zu Aaron. Und er nahm sie von ihren Händen und bildete das Gold in einer Form und machte ein gegossenes Kalb. Und sie sprachen: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat! Als das Aaron sah, baute er einen Altar vor ihm und ließ ausrufen und sprach: Morgen ist des HERRN Fest.

Die Israeliten benutzten ein heidnisches Götzenbild eines Tieres, um Gott zu verehren. Nicht weil sie glaubten, Gott sähe aus wie ein Kalb, oder dass das Kalb ein lebendiges Wesen sei, sondern um es als Kultobjekt zu gebrauchen, das Gott repräsentieren sollte. Sie dachten, sie würden damit Gott anbeten – denn immerhin hielten sie ein Fest zu Ehren des Herrn – und der Gebrauch eines heidnischen Kultobjekts zu diesem Zweck wäre in Gottes Augen willkommen. Dasselbe kann man von dem in Jeremia 10 beschriebenen Weihnachtsbaum behaupten. Dieser Baum mit seiner goldenen, silbernen, blauen und roten Dekoration (Jeremia 10,9) – heutzutage könnte man auch „silbernes Lametta“ hinzufügen – wurde als ein Objekt der Verehrung gebraucht, um Gott zu dienen. Doch das ist genau das, was Gott verbietet.

Als zur Zeit Mose die Israeliten das goldene Kalb schufen, erfanden sie ihre eigenen Kultobjekte und eigene Mittel zur Verehrung, und sie bestimmten selbst den Zeitpunkt ihres religiösen Festes. Diese Riten hatten sie offensichtlich während ihres Aufenthalts im heidnischen Ägypten angenommen. Doch Gott hat diese Art der Verehrung verurteilt, und er tut das auch heute noch. In seinen Augen haben sie „schändlich gehandelt“ (2.Mose 32,7) und das Kalb „angebetet“, nicht Gott (2.Mose 32,8). Gott ist ein eifersüchtiger Gott. Er besteht darauf, auf die Art und Weise verehrt zu werden, die er für uns festgelegt hat. Ansonsten wird unser Gottesdienst nicht akzeptiert und ist vergebens (Markus 7,5-9.13).

Könnte Christus im Dezember geboren worden sein?

Wir haben zahlreiche Fakten aufgeführt, die aufzeigen, dass jenes Fest, das wir „Weihnachten“ zu nennen pflegen, von verschiedenen Kulturen bereits Jahrtausende vor der Geburt Christi begangen wurde. Wir haben etliche Passagen verschiedener Publikationen gelesen, die die heidnischen Wurzeln Weihnachtens mitsamt der zugehörigen Bräuche dargelegt haben, die in keinem Zusammenhang mit Christus stehen. Selbst wenn es angebracht wäre, den Geburtstag Christi zu feiern (was es nicht ist), wissen wir denn, wann er geboren wurde?

Wieder wollen wir Professor J.M. Golby zitieren, dem Mitautor des Buches mit dem Titel „The Making of the Modern Christmas“ („Die Entstehung des heutigen Weihnachtens“). In dem zuvor erwähnten Fernsehinterview aus dem Jahre 1991 machte er diese aufschlussreichen Kommentare über den Ursprung von Weihnachten und seiner Bräuche:

„Die christliche Kirche war immer sehr geschickt, wenn es darum ging, andere Praktiken aufzunehmen und sonstigen Dingen zuzustimmen, um sie dem Christentum zuzuwenden. In heidnischen Zeiten hatte man Feste anlässlich der Wintersonnenwende sowie religiöse Feste, die heidnisch waren und sehr mit Dingen wie Sonnenuntergängen zusammenhingen. Und während des Winters ging (die Sonne) unter – doch würde sie jemals zurückkehren? Und so hatte man einen Tag, an dem man die Sonne feierte. Und der Mithraskult, der im späten Römischen Reich eine bedeutende Rolle spielte, hatte einen bestimmten Tag, um dies zu feiern. Und dieser Tag fiel auf den 25. Dezember, den die christliche Kirche dann zum Geburtstag Christi erklärt und übernommen hat… In den Evangelien gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass Christus am 25. Dezember geboren wurde. Es ist klar, dass dies nicht der Fall war. Es wären dann keine Hirten auf dem Felde gewesen. Es ist einfach die falsche Jahreszeit…“

Neben der Tatsache, dass am 25. Dezember keine Hirten auf dem Felde gewesen wären, gibt es einen weiteren Grund, weshalb Christus nicht um dieses Datum herum hätte geboren werden können. Dr. Cunningham Geikie beschäftigt sich mit diesem weiteren Grund in „Holy Days and Holidays“ („Heilige Tage und Feiertage“). In dem Artikel „Christmas at Betlehem“ („Weihnachten in Betlehem“) schreibt er: „Der 25. Dezember… hat wenig (mit der Geburt Christi zu tun) abgesehen von der Tatsache, dass er in der Antike der Tag war, an dem die Rückkehr der Sonne aus ihrer winterlichen Abwesenheit feierlich begangen wurde… (Christi Geburt) hätte kaum zu dieser Jahreszeit sein können, denn eine solche Zeit wäre von der Obrigkeit für eine öffentliche Schätzung, die die Anreise der Bevölkerung aus allen Teilen in ihre Geburtsstätten erforderlich machte, sicherlich nicht gewählt worden. Sturm und Regen hätten die Reise unsicher und unangenehm gestaltet…“

Die Tatsache, dass Hirten auf dem Feld waren (vgl. Lukas 2,8) und zum Zeitpunkt der Geburt Christi eine Volksschätzung ausgeführt wurde (vgl. Lukas 2,1-7) zeigt uns deutlich, dass Christus nicht annähernd am 25. Dezember geboren wurde. Schafe waren in den Wintermonaten niemals auf dem Feld. Von Mitte Oktober an bis Mitte März wurden Schafe in den Ställen oder Scheunen gehütet. Während dieser Zeit gab es zu viel Wind und Regen, selbst Schnee und Frost.

Die Zeitung Wynne Progress publizierte am 21. Dezember 1967 einen Artikel mit dem Titel „The Christmas Story“ („Die Weihnachtsgeschichte“), worin auf zahlreiche Unstimmigkeiten zwischen biblischen Berichten und weihnachtlichen Traditionen hingewiesen wurde. Darin hieß es: „Was das Datum des 25. Dezembers angeht, das im vierten Jahrhundert n. Chr. von der Kirche festgelegt wurde… so scheint dies gewählt worden zu sein… um das römische Fest, das die Wintersonnenwende markierte, zu christianisieren. Biblischen Berichten zufolge wurde Jesus im Spätsommer oder Frühherbst geboren. Das ist die Zeit des Jahres, in der palästinensische Hirten ihre Herden auf die Felder führen, um sie bei Nacht weiden zu lassen.“

Schauen Sie sich Tabellen des israelitischen Jahres an, wie sie z.B. in Rienecker’s Lexikon zur Bibel unter„Jahr“ veröffentlicht wurden. Sie zeigen, dass der siebte Monat, der Monat Tischri oder Ethanim im September/Oktober, mit Beginn der Regenzeit endet. Während des achten Monats, des Monats Marcheschwan oder Bul im Oktober/November, ist das Wetter regnerisch.

Der neunte Monat Chislew im November/Dezember markiert mit Regen und Schnee den Beginn des Winters. Christus betonte auch, dass eine Flucht seiner Kirche besser nicht „im Winter“ (Matthäus 24,20) geschehen sollte, da dies auf Grund strenger Wetterverhältnisse sehr beschwerlich sein würde. Im Hoheslied Salomos heißt es in Kapitel 2, Vers 11: „(D)er Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei und dahin.“ Beachten wir auch Esra 10,9.13: „Da versammelten sich alle Männer (…) in Jerusalem auf den dritten Tag, den zwanzigsten im neunten Monat. Und alles Volk saß auf dem Platz vor dem Hause Gottes, zitternd wegen der Sache und des strömenden Regens. (…) Aber es ist viel Volk hier, und es ist Regenzeit, und man kann nicht draußen stehen (…).“

Der zehnte Monat Tebeth im Dezember/Januar schließlich wird als der „kälteste Monat des Jahres mit Hagel und Schnee“ bezeichnet. Es ist ein Unding zu glauben, dass Christus am Ende des Monats Dezember geboren worden sein könnte, da zur Zeit seiner Geburt eine Volksschätzung im Gange war und Hirten über Nacht mit ihren Schafen auf dem Feld blieben. Selbst wenn es zu Ende des Monats Dezember nicht geschneit hätte, wäre es sowohl für die Hirten als auch für die Schafe unmöglich gewesen, dem kalten Wetter und dem Regen auf dem Felde bei Nacht zu trotzen. Darüber hinaus hätten die römischen Behörden nicht zu dieser Zeit eine Schätzung des Volkes veranlasst. Anstatt im Winter geboren worden zu sein, ist es – wie wir bereits erwähnt haben – viel wahrscheinlicher, dass Christus im Spätsommer oder im Frühherbst geboren wurde.

Nirgendwo wird in der Bibel gesagt, dass wir Christi Geburtstag festlich begehen sollten, und ganz bestimmt nicht zur Weihnachtszeit, und schon gar nicht mit auf heidnischen Vorstellungen beruhenden Bräuchen und Riten.

Du sollst dem Wort Gottes nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen!

Mose erinnerte das alte Israel eines zeitlosen Grundsatzes bezüglich der wahren Verehrung Gottes. Wir lesen in 5.Mose 4,1.2: „Und nun höre, Israel, die Gebote und Rechte, die ich euch lehre, dass ihr sie tun sollt, auf dass ihr lebet und hineinkommt und das Land einnehmt, das euch der HERR, der Gott eurer Väter, gibt. Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun (Elberfelder-Bibel: ‚Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon wegnehmen‘), auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes, die ich euch gebiete.“ (Vgl. 5.Mose 13,1; Offenbarung 22,18.19).

Dieselbe Ermahnung finden wir in Sprüche 30,5.6: „Alle Worte Gottes sind durchläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen. Tu nichts zu seinen Worten hinzu, dass er dich nicht zur Rechenschaft ziehe und du als Lügner dastehst.“

Die gesamte „Weihnachtsgeschichte“ ist eine „Lüge“ und Irreführung, die von Menschen unter dem Einfluss Satans, dem „Vater der Lüge“ (vgl. Johannes 8,43-45), fabriziert wurde. Wenn wir also behaupten, Weihnachten sei ein Fest zu Ehren Gottes, fügen wir eigene Ideen dem Wort Gottes hinzu, das kein Wort über das Weihnachtsfest verliert. Gott wird uns zur Rechenschaft ziehen und wir werden, gemäß Sprüche 30,6, als „Lügner“ dastehen, da wir Gott auf falsche Weise verehrt und solcherart Verehrung befürwortet haben.

Nehmen wir ebenso zur Kenntnis, wie der Apostel Paulus an die Christen in Korinth herantrat. Erinnern wir uns, die Korinther waren vor ihrer Bekehrung in allen möglichen heidnischen Praktiken verwickelt, einschließlich der Verehrung des Mithras und seiner Bräuche sowie des Anbetens eines speziellen Tannenbaums. Paulus war sich dessen ohne Zweifel bewusst und so sagte er in 1.Korinther 4,6: „Dies aber, liebe Brüder, habe ich im Blick auf mich selbst und Apollos gesagt um euretwillen, damit ihr an uns lernt, was das heißt: Nicht über das hinaus, was geschrieben steht!“

Eine ähnliche Mahnung wird im zweiten Johannesbrief wiedergegeben. Dort heißt es in Vers 9: „Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn.“

Jene, die Weihnachten feiern, „gehen über das, was geschrieben steht, hinaus“ und „bleiben nicht in der Lehre Christi“ und „haben Gott nicht“—wie es in 2.Johannes 9 formuliert ist.

Die Hauptsumme aller Lehren

Wir haben Ihnen die wahren Ursprünge des Weihnachtsfestes mitsamt seiner Bräuche dargelegt und anhand der Bibel aufgezeigt, was Gott über Weihnachtsfeierlichkeiten denkt. Mit diesem Wissen stellen Sie sich selbst die Frage: „Sollte ich weiterhin Weihnachten feiern?“ Wir meinen, die Antwort ist offensichtlich. Der entscheidende Schritt liegt bei Ihnen (5.Mose 30,15.16.19.20). Sie haben die Hauptsumme aller Lehren gehört, die Prediger 12,13 wie folgt zusammenfasst: „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.“ Wir fordern Sie auf, danach zu handeln.