Gibt es eine Vorherbestimmung?

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Einleitung

VORHERBESTIMMUNG … Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie dieses Wort hören? Wenn Ihre Antwort lautet, dass es ein biblischer Begriff ist, dann haben Sie recht. Aber wissen Sie auch, was er eigentlich bedeutet?

Manche sagen, dass Gott vorherbestimmt oder „vor-entschieden“ hat, wer ewig leben und wer im ewigen Feuer der Hölle Qualen erleiden soll. Andere betrachten die Vorherbestimmung als eine Art allumfassenden Fatalismus – egal was wir wollen, Gott hat bereits alles vorherbestimmt. Wieder andere behaupten, dass Gott überhaupt nichts vorherbestimmt hat, da dies den freien Willen des Menschen zunichtemachen würde.

Funk & Wagnall’s Standard Desk Dictionary gibt uns die folgende Definition der Ausdrücke „Vorherbestimmung“ und „vorherbestimmen“: „Durch göttlichen Erlass oder Vorsatz vorbestimmen… Schicksal; Bestimmung… Vorbestimmung aller Dinge durch Gott, einschließlich der Erlösung oder Verdammnis des Menschen.“

Wie erklären wir also die biblische Verwendung des Begriffs „Vorherbestimmung“?

In der vorliegenden Broschüre werden wir diese Frage beantworten und Ihnen aufzeigen, wie das biblische Konzept der Vorherbestimmung eng mit der Existenz mehrerer himmlischer Bücher verwoben ist. Und wir beziehen uns hier keineswegs nur auf die biblischen Bücher der Heiligen Schrift, die in den deutschen Fassungen aus 66 Büchern besteht. So überraschend es für diejenigen auch klingen mag, die davon noch nie gehört haben: Es gibt tatsächlich mehrere „geistige Bücher“, und diesen Büchern kommt im Leben der Menschheit große Bedeutung zu – und dies gilt ganz besonders für wahre Christen.

Es ist allerdings nicht unsere Absicht, die „geistige Welt“ im Rahmen dieser Broschüre ausführlich zu besprechen. Wir haben bereits eine kostenlose Broschüre zu diesem Thema veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Engel, Dämonen und die Geistige Welt“ und wird Ihnen dabei helfen, besser zu begreifen, wer und was Gott ist, und was Gott heute TUT. Nachdem Sie diese beiden Broschüren gelesen haben, sollte es für Sie nicht weiter verwirrend sein, sich die Existenz von Büchern zu vergegenwärtigen, die aus Geist bestehen, anstatt aus Materie.

 

Kapitel 1

DAS BUCH DES LEBENS

 

Das bedeutendste aller himmlischer Bücher oder Schriftrollen, die Gottes wahre Kinder betreffen, wird in der Heiligen Schrift zahlreiche Male erwähnt. Viele jedoch, die diese Hinweise gelesen haben, sind fälschlicherweise davon ausgegangen, dass dieses besondere Buch lediglich ein figurativer Ausdruck sei und kein tatsächlich existierendes, wenn auch geistiges Buch. Das Gegenteil ist der Fall! Das Buch, von dem wir hier sprechen, ist ein SEHR reales Buch! In der Heiligen Schrift wird es als „das Buch des Lebens“ bezeichnet.

In Offenbarung 3,5 lesen wir beispielsweise: „Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich [Jesus Christus] werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“

Für sich betrachtet und ohne den Versuch, diese Schriftstelle zu „interpretieren“, wird uns hier eindeutig gesagt, dass die Namen wahrer Christen in einem bestimmten Buch – dem Buch des Lebens – niedergeschrieben sind, und dass die Namen nicht daraus getilgt werden, solange diese Christen darin fortfahren, zu überwinden. Wir können aus diesem Vers ebenfalls entnehmen, dass es möglich ist, dass ihre Namen aus dem Buch des Lebens getilgt werden können.

Zum Ende des Buches der Offenbarung, in Kapitel 21, begegnet uns das Buch des Lebens erneut. Wir lesen in Vers 27: „Und es wird niemals jemand in sie [das neue Jerusalem] hineingehen, der verunreinigt, noch jemand, der Gräuel und Lüge verübt, sondern nur die, welche geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes“ (Schlachterbibel). Jesus Christus – das Lamm – ist der EIGENTÜMER des Buches des Lebens. Es ist sein Buch! Es scheint, dass er ebenfalls der AUTOR des Buches ist. Er ist derjenige, der die Namen bestimmter Menschen aus dem Buch austilgen kann, und demzufolge scheint er selbst es gewesen zu sein, der die Namen von Anbeginn an in das Buch eingetragen hat. Wir erfahren auch einige zusätzliche Charaktereigenschaften jener, deren Namen (zu der in Offenbarung 21 beschriebenen Zeit) im Buch des Lebens stehen werden – sie verunreinigen sich nicht und verüben keine Gräuel oder keine Lügen.

Nur ein Kapitel zuvor wird uns von einer Zeit berichtet, in der alle, die ohne die Chance gestorben sind, Jesus Christus zu KENNEN und ihn als ihren persönlichen Erlöser anzunehmen, diese Möglichkeit erhalten werden. Diese Zeit wird in den Bibelkommentaren gemeinhin als „das Große Weiße Throngericht“ bezeichnet. Zu jener Zeit wird Jesus Christus diese Menschen zu physischem Leben auferwecken. Die Darstellung in Offenbarung 20 zeigt, dass sie vor Gottes Thron stehen werden, und wir lesen in Vers 12: „… Und ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens.“

Tatsache ist, dass das Große Weiße Throngericht eine Zeitspanne der Beurteilung sein wird. Wenn zum Ende dieser Zeit „jemand nicht gefunden wurde geschrieben im Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl“ (Offenbarung 20,15). Dieser feurige Pfuhl ist der „zweite“ oder „endgültige“ ewige Tod, von dem es keine Auferstehung geben wird (Vers 14). Diejenigen, deren Namen im Buch des Lebens aufgeschrieben sind, werden dem ewigen Tod entgehen. Sie sind „heilig“ und somit vor dem zweiten Tod geschützt (Vers 6).

Der Prophet Jesaja erwähnte die Tatsache, dass jene, die heilig sind und deren Namen im Buch des Lebens geschrieben stehen, dem ewigen Tod entgehen WERDEN. Wir lesen in Jesaja 4,3: „Und wer da wird übrig sein in Zion und übrigbleiben in Jerusalem, der wird heilig heißen, ein jeder, der aufgeschrieben ist zum Leben in Jerusalem.“ Die Hoffnung für Alle schreibt hier: „Gott selbst hat ihre Namen in einem Buch aufgeschrieben und sie zum Leben bestimmt.“ Die Söhne Korahs schrieben etwas Ähnliches in Psalm 87,6: „Wenn der Herr Menschen aus allen Völkern in sein Buch einträgt…“ (Neue Genfer Übersetzung 2011).

Es ist ebenfalls offenbart, dass Gott unter bestimmten Umständen die Namen von Menschen aus dem Buch des Lebens tilgen oder es ablehnen kann, diese dort niederzuschreiben. Wir lesen in Hesekiel 13,9: „Und meine Hand soll über die Propheten kommen, die Trug reden und Lüge schauen. Sie sollen in der Gemeinschaft meines Volks nicht bleiben und in das Buch des Hauses Israel nicht eingeschrieben werden und ins Land Israels nicht kommen – und ihr sollt erfahren, dass ich Gott der HERR bin“ (revidierte Lutherbibel 2017).

In dieser Schriftstelle erfahren wir, dass zumindest zur Zeit der Erfüllung von Hesekiels Prophezeiung die Namen der falschen Propheten nicht in Gottes Aufzeichnungen niedergeschrieben sein würden – dem Buch des Lebens.

Christus sagt uns im dritten Kapitel des Buches der Offenbarung, dass er die Namen derer, die überwinden, nicht aus dem Buch des Lebens austilgen wird (vergleichen Sie Vers 5).

Jedoch lesen wir in Offenbarung 22,19 folgendes: „… und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt, und von den Dingen, die in diesem Buch [dem Buch der Offenbarung] geschrieben stehen“ (Schlachterbibel).

Auch wenn einige mit beachtlichen Gründen behaupten, dass in dieser von der Lutherbibel 1984 übersetzten Bibelstelle vom „Baum des Lebens“ anstatt dem „Buch des Lebens“ die Rede ist, so ist es dennoch wahr, dass Gott die Namen bestimmter Personen aus dem Buch des Lebens AUSTILGT, wenn es berechtigt ist.

Mose wusste ebenfalls um die Existenz eines himmlischen, geistigen Buches, und er verstand, dass Gott in der Lage ist, Namen daraus zu tilgen. Jedoch musste Mose erkennen, wer diejenigen sein würden, deren Namen getilgt werden. Als Israel sich schwer gegen Gott versündigte, indem es ein goldenes Kalb anfertigte, flehte Mose seinen Schöpfer an, ihnen zu vergeben: „… Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich einen Gott von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde; wenn nicht, dann tilge mich aus deinem Buch, das du geschrieben hast“ (2.Mose 32,31-32).

Wir sollten die Tatsache zur Kenntnis nehmen, dass Mose es zu dieser Zeit als gegeben ansah, dass sein Name bereits im Buch des Lebens niedergeschrieben war, und dass Gott dieses Buch BEREITS geschrieben HATTE. Dies ist ein wichtiges Mosaikstück zum richtigen Verständnis der Vorherbestimmung.

Was Mose hier zu Gott sagte, war, dass er bereit war, um des Volkes willen den zweiten Tod zu sterben. Eine solche Haltung war Gott sehr wohlgefällig, und in der Tat würde Paulus später eine ähnliche Aussage treffen (vergleichen Sie Römer 9,1-4). Aber selbstverständlich ist das keineswegs die Art und Weise, wie es funktioniert. Christus starb den ERSTEN – physischen – Tod um unser aller willen, damit WIR nicht den zweiten – ewigen – Tod sterben müssen, wenn wir unsere Sünden bereuen, Christus als unseren persönlichen Erlöser anerkennen, und ihm bis zum Ende unseres Lebens treu und ergeben bleiben. Und so sagte Gott zu Mose in Vers 33: „Ich will den aus meinem Buch tilgen, der an mir sündigt [ohne jemals zu bereuen].“

Dr. James Moffatt bringt dies noch deutlicher: „Ich tilge die Sünder aus meiner Liste der Lebendigen.

Gott sagte Mose keineswegs, dass jedes Mal, wenn jemand sündigt, dessen Name aus dem Buch des Lebens getilgt wird. Mit Ausnahme von Jesus Christus, der niemals gesündigt hat, als er im Fleisch hier auf Erden wandelte, sündigt JEDER MENSCH (Römer 3,9; 1.Johannes 1,8.10; Prediger 7,20; 1.Könige 8,46). Dies gilt sogar für bekehrte Christen, und es schloss Mose nicht aus. Aber Gott hatte nicht vor, den Namen von Mose aus dem Buch des Lebens zu tilgen. Gott bezog sich hier auf „Sünder“ – solche, die kontinuierlich die Sünde praktizieren oder auf dem Weg der Sünde fortschreiten und NICHT BEREUEN WOLLEN! Gott sprach hier über jene, die den Heiligen Geist empfangen hatten – geheiligte Christen – und die die unvergebbare Sünde begehen (vergleichen Sie Kapitel 5 dieser Broschüre). Die unvergebbare Sünde ist es, die zum zweiten oder ewigen Tod führt (vergleichen Sie Hebräer 10,26; 6,4-6).

David erklärte später das Schicksal derer, die die unvergebbare Sünde begehen: „Tilge sie aus dem Buch des Lebens, dass sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten“ (Psalm 69,29). Die Pattloch Bibel 1979 übersetzt hier wie folgt: „Sie seien gelöscht aus dem Buch der Lebendigen, nicht aufgezeichnet bei den Gerechten!“ Und in der Interlinear Bibel lesen wir wortwörtlich: „Tilge sie aus dem Buch des Lebens; ja, lass sie nicht mit den Gerechten geschrieben werden.“

 

WANN WERDEN NAMEN IN DAS BUCH DES LEBENS GESCHRIEBEN?

Die Frage, die wir nun besprechen wollen, lautet: „WANN schreibt Gott die Namen in sein Buch des Lebens?“ Über dieses Thema wurde viel spekuliert. Manche sagen, dass Gott es tut, wenn er jemanden zur Reue oder zum Heil beruft. Andere meinen, dass er es tut, wenn die Person getauft wird und den Heiligen Geist erhält. Wiederum andere lehren, dass Gott die Namen von bekehrten Christen in dem Augenblick in sein Buch des Lebens einträgt, in dem diese Christen im Glauben oder „im Herrn“ sterben. Es existieren noch viele andere Vorstellungen, aber was sagt Gott selbst in seinem inspirierten, niedergeschrieben Wort hierzu?

Die Wahrheit ist, dass Gott uns Andeutungen gibt. Wir können mit Sicherheit behaupten, dass die Bibel an keiner Stelle aussagt, dass Gott die Namen von bestimmten Personen erst im Buch des Lebens einträgt, wenn diese „im Glauben“ sterben. Aus den biblischen Belegen geht vielmehr deutlich hervor, dass Gott die Namen in das Buch schreibt, BEVOR jemand im Glauben stirbt.

Paulus sagt eindeutig, dass die Namen von bekehrten Christen (jene, die bereut haben, auf richtige Weise getauft wurden und den Heiligen Geist empfangen haben) BEREITS im Buch des Lebens niedergeschrieben WAREN, als sie noch lebten. Er sagt in Philipper 4,3: „… nimm dich ihrer an, die mit mir gekämpft haben für das Evangelium, samt Clemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens SIND“ (Schlachterbibel). Die Lutherbibel sagt: „… deren Namen im Buch des Lebens stehen.“

Für weitere Informationen darüber, wer in den Augen Gottes ein bekehrter Christ ist, lesen Sie bitte unsere kostenlose Broschüre „Die Taufe – Voraussetzung für das Heil?

Zudem erklärt der Engel Gabriel dem Propheten Daniel, dass in der Endzeit, wenn die Große Trübsal über die Erde hereinbricht, Michael, der in der Bibel als ein Erzengel identifiziert wird, sich erheben und „für die Kinder deines Volkes“ einstehen wird – die wahren bekehrten Christen (Daniel 12,1; Schlachterbibel). Gabriel fährt fort, dass zu jener Zeit „dein Volk errettet werden [wird], alle, die im Buch geschrieben stehen“ (gleicher Vers).  Es werden also zumindest all jene „errettet“, deren Namen zu jenem Zeitpunkt im Buch des Lebens aufgeschrieben sind. Wir sehen eindeutig, dass Gott ihre Namen nicht erst im Augenblick ihres Todes in das Buch des Lebens schreibt – sondern, dass ihre Namen bereits VOR ihrem Tod eingetragen wurden.

Des Weiteren lesen wir, dass die Namen bestimmter Personen bereits im Buch des Lebens aufgeschrieben waren, BEVOR sie bekehrt wurden. In Lukas 10,20 sagte Christus zu 70 Jüngern: „… Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben SIND.“ Es ist wichtig zu begreifen, dass sie zu jener Zeit noch nicht den Heiligen Geist empfangen hatten. Die Gabe des Heiligen Geistes war den Jüngern Christi nicht allgemein zugänglich, solange Christus noch im Fleisch hier auf Erden wandelte (vergleichen Sie Johannes 7,39). Sie wurde der neutestamentlichen Kirche am Pfingsttag gewährt, wie in Apostelgeschichte 2 berichtet wird.

Dies bedeutet, dass die Namen der 70 Jünger bereits VOR deren Bekehrung in Gottes Buch des Lebens aufgeschrieben waren. Und ihre Namen würden im Himmel aufgeschrieben bleiben [wo Gottes Buch des Lebens aufbewahrt ist], solange sie nicht die unvergebbare Sünde begehen. Dies gilt für JEDEN Christen in JEDER Generation! Solange ein wahrhaft bekehrter Christ, dessen Name im Buch des Lebens verzeichnet ist, nicht dauerhaft und unwiderruflich von Gott abfällt, indem er die unvergebbare Sünde begeht, solange bleibt sein Name im Buch des Lebens aufgeschrieben und wird nicht daraus getilgt oder gelöscht.

Paulus erklärt dies deutlich in Hebräer 12,22-23: „Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln, und zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten.“

Ist die Tatsache, dass die Namen der 70 Jünger vor ihrer Bekehrung im Himmel verzeichnet waren, eine ungewöhnliche Ausnahme? Oder spiegelt dies ein Muster wieder, dass Gott auf all jene anwendet, die in diesem Leben zum Heil berufen werden? Mit anderen Worten: Werden die Namen der „Herausgerufenen“ (Mitglieder der Kirche Gottes) vor ihrer Bekehrung im Buch des Lebens verzeichnet, oder erst danach?

 

VOR DER BEKEHRUNG?

Kurz vor der Wiederkunft Jesu Christi auf diese Erde wird ein mächtiger und starker politischer Herrscher, genannt „das Tier“, auf der Weltbühne erscheinen, um viele von Gottes Volk zu vernichten. Das Schicksal dieses Mannes steht bereits fest oder ist vorherbestimmt, wenn man so will. Er wird aus der Vergangenheit „aufsteigen“ oder hervorkommen wie einer, der aus einem „Abgrund“ aufsteigt, und wird in die „Verdammnis“ oder ins „Verderben“ fahren (vergleichen Sie Offenbarung 11,7; 17,8; erster Satz; Menge Bibel). Dies ist eine unerschütterliche, unabänderliche Prophezeiung über einen Mann, der sich noch nicht auf dieser Erde manifestiert hat oder „offenbart“ wurde. [Das muss jedoch keineswegs bedeuten, dass „das Tier“ die unvergebbare Sünde begehen und für immer im feurigen Pfuhl vernichtet werden wird. Beachten Sie Kapitel 5 dieser Broschüre.]

Er wird sich sehr bald zeigen, ganz so wie es von Johannes vor fast 2.000 Jahren prophezeit wurde. Jene, die zu Gott gehören, werden diese Tatsache verstehen und beachten, da sie die ganze Zeit über wachsam und sich dem Lauf des Weltgeschehens bewusst waren. Aber andere, „… die auf der Erde wohnen, deren Namen NICHT geschrieben stehen im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen…“ (Offenbarung 17,8; zweiter Halbsatz; Schlachterbibel). Sie werden das Tier anbeten, so wie viele Deutsche und Österreicher, sowie auch andere, Adolf Hitler im wahrsten Sinne des Wortes angebetet und ihn als ihren Erretter und Heiland bezeichnet haben.

Diese Schriftstelle im zweiten Satz von Offenbarung 17,8 mag uns einen Hinweis darauf geben, WANN die Namen in das Buch des Lebens geschrieben werden. Bedenken Sie, dass es dort heißt: „… deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens vom Anfang der Welt an …“ (Lutherbibel 1984). Wie verstehen wir den Ausdruck „vom Anfang der Welt an“ oder „von Grundlegung der Welt an“? Manche sagen, diese Formulierung verweist auf die Tatsache, dass das Buch des Lebens vom Anfang der Welt an existierte. Andere wiederum sind der Meinung, dieser Satz offenbare, dass einige Namen seit Grundlegung der Welt im Buch des Lebens festgehalten sind, während die Namen derer, die sich über das Tier wundern werden, nicht von Anfang der Welt an niedergeschrieben worden sind.

Welches Verständnis ist richtig?

Lassen Sie uns zunächst einige alternative Übersetzungen und Wiedergaben zu Rate ziehen, um die Bedeutung zu klären.

In der Zürcher Bibel 1931 lesen wir: „… deren Name von Grundlegung der Welt an nicht geschrieben steht im Buch des Lebens…“

Die Einheitsübersetzung 2016 schreibt: „… die Bewohner der Erde, deren Namen seit der Erschaffung der Welt nicht im Buch des Lebens verzeichnet sind…“

Die Gute Nachricht Bibel 2000 wie auch Die Große Bibel bringen es wie folgt: „… alle, deren Namen nicht seit Erschaffung der Welt im Buch des Lebens stehen…“ Die Gute Nachricht Bibel 1974 schreibt: „seit Beginn der Welt“.

Dadurch, dass der Ausdruck „deren Namen … nicht stehen“ dem Ausdruck „seit Erschaffung der Welt“ vorangestellt ist, wird der Gedanke vermittelt, dass die Namen unbekehrter Christen nicht vom Anfang der Welt an aufgeschrieben sind. Im Gegensatz dazu aber wird ausgedrückt, dass die Namen der wahren Christen vom Anfang der Welt an im Buch des Lebens aufgeschrieben sind.

Die meisten Übersetzungen stellen den Satzteil „vom Anfang der Welt an“ hinter den Ausdruck „Buch des Lebens“; beispielsweise, „deren Name nicht geschrieben steht im Buch des Lebens vom Anfang der Welt an“ (revidierte Lutherbibel 2017) [der griechische Originaltext gestattet beide Möglichkeiten]. Dies könnte darauf hindeuten, muss es aber nicht, dass die Übersetzer das Verständnis bevorzugen, dass es das Buch des Lebens ist, das vom Anfang der Welt an, also seit Grundlegung der Welt an, existierte.

Es gibt eine weitere Textstelle im Buch der Offenbarung, die die Ausdrücke „Buch des Lebens“ und „von Grundlegung der Welt an“ anspricht. In dieser Bibelstelle beschreibt Johannes das Tier als eine politische Persönlichkeit und den falschen Propheten als einen religiösen Führer. Jene, die nicht zu Gott gehören, werden von diesem falschen Propheten verführt werden, der durch die Befähigung Satans mächtige Wunder vollbringen wird. Johannes fasst diese prophetischen Ereignisse im Voraus wie folgt zusammen: „Und alle, die auf der Erde wohnen, werden sich anbetend vor ihm [dem falschen Propheten] niederwerfen, jeder, dessen Name nicht im Lebensbuch des Gotteslammes aufgeschrieben ist, das schon vor Anbeginn der Welt geschlachtet wurde“ (Offenbarung 13,8; Das Buch. Neues Testament 2009).

Nach der vorangehend zitierten Übersetzung ist die klare Bedeutung, dass das Lamm – Jesus Christus – schon vor Anbeginn der Welt geschlachtet war. Das bedeutet, es war schon vor dem Anfang der Welt festgelegt oder vorherbestimmt, dass Jesus Christus auf diese Erde kommen würde, um für unsere Sünden zu sterben. Johannes Greber NT 1936 bringt den Vers wie folgt: „Von den Bewohnern der Erde werden ihm alle diejenigen ihre Verehrung zollen, deren Namen nicht im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, – jenes Lammes, das sich seit Grundlegung der Welt als Schlachtopfer bereitgestellt hatte.“

In manchen Übersetzungen heißt es allerdings: „…deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes, das geschlachtet worden ist, von Grundlegung der Welt an“ (Schlachterbibel). Diese Übersetzung könnte auf drei Möglichkeiten des Verständnisses des Satzes hinweisen:

  • Das Lamm war vom Anfang der Welt an geschlachtet; oder
  • das Buch des Lebens existierte vom Anfang der Welt an; oder
  • die Namen derjenigen, die den falschen Propheten anbeten, waren nicht vom Anfang der Welt an im Buch des Lebens aufgezeichnet, während die Namen jener, die zu Gott gehören, vom Anfang der Welt an im Buch des Lebens niedergeschrieben waren.

Die meisten Übersetzungen geben die Bibelstelle auf eine dritte Weise wieder [im Griechischen sind alle drei alternativen Übertragungen möglich]:

Zürcher Bibel 2007: „… dessen Name nicht seit Anbeginn der Welt aufgeschrieben ist im Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist.“

Einheitsübersetzung 2016: „… deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt geschrieben steht im Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet wurde.“

Menge Bibel: „… deren Namen nicht im Lebensbuche des geschlachteten Lammes seit Grundlegung der Welt geschrieben stehen.“

Gute Nachricht: „… deren Namen nicht seit der Erschaffung der Welt [oder seit Beginn der Welt] im Lebensbuch des geopferten Lammes stehen.“

revidierte Lutherbibel 2017: „… deren Namen nicht vom Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist.“

Neue Genfer Übersetzung 2011: „… alle außer denen, deren Namen seit der Erschaffung der Welt im Buch des Lebens eingetragen sind, im Buch des Lammes, das geopfert wurde.“

Neue evangelistische Übersetzung 2020: „… alle außer denen, deren Namen seit Gründung der Welt im Lebensbuch des geopferten Lammes stehen.“

Hoffnung für Alle: „… deren Namen nicht schon seit Beginn der Welt im Lebensbuch des geopferten Lammes stehen.“

Alle diese oben zitierten Übersetzungen vermitteln das Verständnis, dass die Namen derer, die den falschen Propheten anbeten werden, nicht seit Grundlegung der Welt im Buch des Lebens niedergeschrieben sind, während die Namen derjenigen, die zu Gott gehören, bereits von oder vor Grundlegung der Welt an im Buch des Lebens aufgezeichnet wurden.

 

SIND GOTT DIE NAMEN BEKANNT?

Lassen Sie uns einen Schritt weiter gehen und folgende Frage stellen: Ist es biblisch gesehen überhaupt MÖGLICH zu behaupten, dass die Namen bestimmter Menschen – also von jenen, die in diesem Leben, vor der Wiederkunft Christi, zu bekehrten Christen werden – von oder vor Grundlegung der Welt an im Buch des Lebens niedergeschrieben wurden? Also manchmal mehrere Tausende von Jahren VOR ihrer Geburt?

Noch einmal: Ist es biblisch gesehen möglich, zu behaupten, dass Gott schon vor Tausenden von Jahren wusste, dass bestimmte Individuen mit spezifischen Namen existieren und in diesem Leben, noch vor der Wiederkunft Christi, zum Heil berufen werden würden, und dass Gott ihre Namen seit oder sogar vor Grundlegung der Welt in seinem Buch des Lebens niedergeschrieben hat?

Um es noch etwas anders zu formulieren: Ist es biblisch gesehen möglich, dass Gott bei der Erschaffung des Menschen oder vielleicht schon davor bestimmt hat, wen genau er in diesem Leben, vor Christi Wiederkunft, zum Heil berufen würde? Natürlich mit der Möglichkeit, dass eine solche Person noch abfallen könnte, so dass ihr Name aus dem Buch des Lebens getilgt werden müsste? Und waren Gott ihre Namen bekannt, oder hat er diese Personen bereits von der Grundlegung der Welt an benannt?

Bevor man nun aufgrund dieser Vorstellung erschauert und sie als zu absonderlich oder unglaubwürdig abtut, lassen Sie uns einige interessante Bibelstellen zu Rate ziehen, die dieses Konzept in der Tat unterstützen.

Gott sagte zu dem Propheten Jeremia: „Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker“ (Jeremia 1,5). Wir erfahren hier, dass sowohl Gott der Vater als auch Jesus Christus den Propheten Jeremia kannten, BEVOR dieser im Leib seiner Mutter bereitet wurde, obwohl wir nicht erfahren, wie lange vor seiner Geburt Gott ihn bereits kannte.

In Esra 1,1 lesen wir, dass König Kyrus von Persien in Erfüllung von Gottes Prophezeiungen in Jesaja 44,28 und Jesaja 45,1 eine Verkündigung zum Wiederaufbau des Tempels erließ. Es ist bemerkenswert, dass diese Prophezeiungen Kyrus namentlich erwähnten, obwohl sie hunderte von Jahren vor dessen Geburt niedergeschrieben wurden. Doch obwohl Gott Kyrus für einen bestimmten Zweck berief, so hat er ihn doch nicht zu seinen Lebzeiten zum Heil berufen.

In 1.Könige 13,2 prophezeite ein Mann Gottes, dass ein Kind „mit Namen Josia“ die Priester Baals auf einem Altar opfern und darauf ihre Knochen verbrennen würde. König Josia von Juda erfüllte diese Prophezeiung über 400 Jahre später (vergleichen Sie 2.Könige 23,15-16).

Auch Prediger 6,10 legt eine interessante Beobachtung dar: „Was da ist, ist längst mit Namen genannt, und bestimmt ist, was ein Mensch sein wird. Darum kann er nicht hadern mit dem, der ihm zu mächtig ist.“

In der Schlachterbibel heißt es: „Was immer entstanden ist, längst wurde es mit Namen genannt!“ In der Free Bible 2004 lesen wir: „Was entsteht, schon längst war sein Name genannt.“ Die Pattloch Bibel 1979 übersetzt: „Was ist, ward längst vorherbenannt, und längst bekannt, was der Mensch sein wird.“ In der Zürcher Bibel 2007 steht: „Was war, ist längst mit Namen benannt“, und die Einheitsübersetzung 2016 drückt es folgendermaßen aus: „Was auch immer jemand war, er hat vorher schon seinen Namen bekommen.“

Paulus, ein Apostel Jesu Christi, der Christen unter seinem ursprünglichen Namen Saulus verfolgte, würde später behaupten, dass „… es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat“ (Galater 1,15). Obwohl diese Bibelstelle nicht ausdrücklich offenbart, dass Gott Paulus bereits vor seiner Geburt mit Namen kannte, so kann dies doch sehr wohl angenommen werden. Wir könnten hier anfügen, dass Gott Saulus einen neuen Namen verlieh – den des Paulus. Die Bibel berichtet von weiteren Beispielen, in denen Gott in der Tat den Namen einer Person änderte und ihm oder ihr einen neuen Namen verlieh. Dies ist insofern interessant, wenn man bedenkt, dass Gott möglicherweise in solchen Fällen die geänderten Namen bestimmter Personen im Buch des Lebens niedergeschrieben haben könnte, anstelle ihrer ursprünglichen „Geburtsnamen“.

Paulus macht eine ähnliche Beobachtung hinsichtlich Gottes Vorkenntnis in Römer 9,10-13, wo er Gottes Geheimnis der Auserwählung bespricht: „… als Rebekka von ein und demselben, von unserem Vater Isaak, schwanger war, als [die Kinder] noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten — damit der gemäß der Auserwählung gefasste Vorsatz Gottes bestehen bleibe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden —, wurde zu ihr gesagt: ‚Der Ältere wird dem Jüngeren dienen‘; wie auch geschrieben steht: ‚Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehasst‘“ (Schlachterbibel).

Auch hier wird angedeutet, dass Gott den älteren Esau und den jüngeren Jakob mit Namen kannte, bevor sie geboren waren, und dass er Jakob bereits vor seiner Geburt berufen und Esau vor seiner Geburt verworfen hatte. In diesem Sinne „liebte“ Gott den Jakob und „hasste“ Esau – was bedeutet, dass Gott den Esau im Vergleich weniger liebte, soweit es um den Zeitpunkt der Auserwählung ging.

Wir stellen fest, dass Gott wusste oder dafür sorgte, dass der König von Persien, der eine Verkündigung zum Wiederaufbau Jerusalems erlassen würde, den Namen Kyrus tragen würde. Gleiches gilt für den König von Juda, der die Priester des Baal auf einem Altar opfern würde. Dieser würde den Namen Josia erhalten. Gott ließ Zacharias durch seinen Engel Gabriel verkünden, dass er einen Sohn mit Namen Johannes haben würde (Lukas 1,13), und er sorgte durch sein übernatürliches Eingreifen dafür, dass der Junge von seinen Eltern tatsächlich so genannt wurde (Lukas 1,59-63). Wie lange vor dessen Geburt oder Empfängnis wusste Gott, dass Johannes der Täufer existieren würde, „zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist“ (Lukas 1,17)?

Eine weitere Frage wäre, wie lange Gott vor der Geburt Jesu Christi wusste, dass der Messias, mit Namen Jesus Christus, kommen würde, um für die Menschheit zu sterben? Die Antwort auf die letzte Frage ist offensichtlich. Gott wusste dies mindestens von dem Zeitpunkt an, als der Mensch die Sünde begangen hatte, wie in 1.Mose 3,15 offenbart wird: „Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir [Satan dem Teufel] und dem Weibe [Eva] und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen [Christus]; der soll dir den Kopf zertreten [er wird Satan entmachten, vergleichen Sie Römer 16,20], und du [Satan der Teufel] wirst ihn in die Ferse stechen [was auf die Kreuzigung Christi hindeutet].“

Christus war dazu ausersehen oder vorherbestimmt, dem Stamm Juda zu entspringen, ein Nachfahre Abrahams und Davids zu sein, und gekreuzigt zu werden (vergleichen Sie Jesaja 53,7-9). Es war auch vorherbestimmt, dass die Soldaten das Los um seine Kleider werfen würden (vergleichen Sie Matthäus 27,35) und dass er schließlich wiederauferweckt werden würde (vergleichen Sie Apostelgeschichte 2,25-35). Es gibt zahlreiche alttestamentliche Prophezeiungen über den Messias, die durch das Kommen Christi als Mensch auf diese Erde und seine spätere Auferstehung erfüllt wurden, und die allesamt lange vor dem Eintreten der Ereignisse prophezeit worden waren.

 

VON ANFANG AN…

Ebenfalls erwähnenswert ist, was über das Wissen Christi über seinen Verräter Judas ausgesagt wird. Wir lesen in Johannes 6,64: „… Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.“

Was ist mit „von Anfang an“ gemeint? Seit wann genau wusste Christus, wer ihm nicht glauben würde, und wann wusste er, dass es Judas sein würde, der ihn verriet? Wusste er lediglich vor seinem Leben als Mensch, dass ihn ein Judas verraten würde – also irgendeine Person, die für diese Aufgabe in Frage käme –, oder war das Vorwissen Christi weitaus spezifischer?

Christus wusste, dass einer der Zwölf, die er erwählte, „ein Teufel“ war (Johannes 6,70). In Johannes 17,12 betete Christus zum Vater: „… die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verlorengegangen als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt würde“ (Schlachterbibel). Petrus, einer der ursprünglichen Apostel Christi, erklärte später, dass Judas vom Apostelamt „abfiel“ und „an den Ort gegangen [ist], der ihm bestimmt war“ (Apostelgeschichte 1,25; Einheitsübersetzung 2016).

Wir fragen erneut: Wie lange vor dem Verrat des Judas wussten Gott der Vater und Jesus Christus, dass Judas der Verräter sein würde?

Bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen dürfen wir Gottes Fähigkeit, die Zukunft vorauszusehen und zu kontrollieren, keineswegs unterschätzen. Judas 4 erinnert uns an das Folgende: „Denn es haben sich einige Menschen eingeschlichen, über die schon längst das Urteil geschrieben ist… “ Wie lange war es her, dass Gott von diesen Menschen Notiz genommen hatte? Paulus fragt in Römer 9,22: „Da Gott seinen Zorn erzeigen und seine Macht kundtun wollte, hat er mit großer Geduld ertragen die Gefäße des Zorns, die zum Verderben bestimmt waren…?“ (revidierte Lutherbibel 2017). [Vergleichen Sie hierzu Sprüche 16,4: „Der HERR macht alles zu seinem Zweck, auch den Gottlosen für den bösen Tag.“]

Doch Paulus belässt es nicht dabei. In Römer 9,23 fährt er fort: „…auf dass er den Reichtum seiner Herrlichkeit kundtue an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er zuvor bereitet hatte zur Herrlichkeit. So hat er auch uns berufen…“ (Verse 23-24; revidierte Lutherbibel 2017). Lesen Sie das noch einmal! Uns wird hier gesagt, dass Gott UNS – SIE und mich – ZUVOR für die Herrlichkeit bereitet hat. Dies ist eine sehr spezifische und detaillierte Aussage, die eine besondere Gruppe von Menschen anspricht. Sie stellt fest, dass Gott UNS berufen hat, und dass Gott UNS im Voraus bereitet hat! Mit diesem Verständnis mögen wir uns fragen, wie lange es her ist, dass diese Vorbereitung stattgefunden hat? Geht sie zurück auf die Jahre unserer Kindheit, oder geht sie sogar noch weiter zurück, etwa bis zu unseren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern? Wo und wann genau hat Gott damit begonnen, uns für seine Herrlichkeit vorzubereiten?

Beachten Sie die Aussage des Paulus in Römer 8,28-30: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er ausersehen hat [oder besser: zuvor gekannt hat, so die King James Bible], die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes…  Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.“

Dies ist erneut eine sehr spezifische Aussage, die sich auf bestimmte Personen bezieht. Lange bevor Gott sein Volk zum Heil beruft, hat er es bereits ausersehen oder gekannt und vorherbestimmt. Noch einmal, wie lange zuvor? Bedenken Sie, dass Gott Jeremia bereits kannte, bevor dieser geboren wurde. Bei uns ist es nicht anders. Gott kannte uns ebenfalls vor unserer Geburt.

In Epheser 1,4-5.11-12 geht Paulus näher auf diesen Umstand ein: „…wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens… Und in ihm haben wir auch ein Erbteil erlangt, die wir vorherbestimmt waren nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Rat seines Willens wirkt, damit wir zum Preis seiner Herrlichkeit seien, die wir zuvor (oder zuerst, als Erste) auf den Christus gehofft haben“ (Elberfelder Bibel).

Einige sind der Meinung, dass Gott von oder vor Grundlegung der Welt an bestimmte Positionen festgelegt hat, und dass er anschließend bestimmte Personen dazu beruft, diese Positionen auszufüllen, allerdings ohne diese Personen im Voraus gekannt zu haben. JEDOCH verwendet die Bibel im Zusammenhang mit Vorherbestimmung weder das Wort noch das Konzept von „Positionen“. Vielmehr sagt die Bibel ganz eindeutig, dass Gott UNS vor der Grundlegung der Welt dazu vorherbestimmt hat, in diesem Leben, vor der Wiederkunft Jesu Christi, zum Heil berufen zu werden. Tatsächlich sagt die Bibel, dass Gott UNS zuerst berufen hat, damit wir bestimmte Positionen oder „Wohnungen“ ausfüllen können, die Christus JETZT für uns vorbereitet (vergleichen Sie Johannes 14,2). Mit anderen Worten, Christus bereitet jetzt einen „Platz“ oder eine Herrschaftsposition im Reich Gottes für UNS vor – jene von uns, die er vor der Grundlegung der Welt vorherbestimmt hatte. Und wie wir sehen werden, sind unsere Herrschaftspositionen davon abhängig, wie wir uns in diesem Leben verhalten.

Wir lasen zuvor, in Offenbarung 17,8 und 13,8 anhand mehrerer Übersetzungen, dass die Namen wahrer Christen vor Grundlegung der Welt im „Buch des Lebens“ niedergeschrieben wurden. Wir lesen in Epheser 1,4, dass wir, WENN wir wahre Christen sind, von Gott erwählt und vorherbestimmt wurden „ehe der Welt Grund gelegt war“. Dies bedeutet also, um beide Bibelstellen miteinander in Einklang zu bringen, dass jene Übersetzer Recht haben, die Offenbarung 17,8 und 13,8 dergestalt wiedergeben, dass sie sagen, die Namen derer, die das Tier und den falschen Propheten anbeten werden, sind nicht von Grundlegung der Welt an im Buch des Lebens verzeichnet worden. Daraus folgt, dass die Namen derjenigen, die zu Gott gehören, bereits von oder vor Grundlegung der Welt an im Buch des Lebens verzeichnet sind. Dies ist fürwahr eine ehrfurchtgebietende Tatsache, die es zu begreifen gilt! Aber das ist noch nicht alles!

In 1.Petrus 1,2 lesen wir, dass wir „auserwählt [oder „ausersehen“] sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters“ (Schlachterbibel). Paulus erklärt in 2.Thessalonicher 2,13, dass wir „… Gott allezeit für euch… danken [müssen], vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an erwählt hat zur Erettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit“ (Elberfelder Bibel).

Wir werden daran erinnert, dass Christus „von Anfang an“ wusste, wer ihm nicht glauben und wer ihn verraten würde. Der Grund, warum Christus im Voraus wusste, wer diejenigen waren, die nicht glauben würden, liegt einzig und allein in der Tatsache, dass Christus diesen ungläubigen Menschen kein gläubiges Herz schenken würde. Nur wenn Gott uns zur Wahrheit BERUFT und unser Herz ÖFFNET, können wir verstehen und glauben. Vorherbestimmung hat also mit der Entscheidung Gottes zu tun, wann er eine bestimmte Person in dieser heutigen Zeit beruft, und wen er vor dem zweiten Kommen Jesu Christi nicht beruft,

Paulus sagt in 2.Timotheus 1,8-9: „Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes. Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt…“

Wusste Gott also seit der Grundlegung der Welt oder sogar noch früher – vor Anbeginn der Zeit – dass und wann er bestimmte Menschen zum Heil berufen würde? Basierend auf dem Zeugnis der Heiligen Schrift lautet die Antwort eindeutig: Ja! Und die Bibel deutet ebenfalls an, dass Gott genau wusste, wen er zu dieser gegenwärtigen Zeit berufen würde.

In Apostelgeschichte 13,48 heißt es: „… und alle wurden gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren.“ Die Elberfelder Bibel übersetzt: „… und es glaubten, so viele zum ewigen Leben verordnet waren.“ In der Neuen Genfer Übersetzung 2011 lesen wir: „… Alle, die dazu bestimmt waren, das ewige Leben zu erhalten, kamen zum Glauben“, und die Menge Bibel bringt die Stelle wie folgt: „… und alle, soweit sie zum ewigen Leben verordnet waren, wurden gläubig.“

Apostelgeschichte 2,47 wirft weiteres Licht auf diese Angelegenheit. Die Einheitsübersetzung 2016 schreibt: „… Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.“ Obwohl manche Kommentare dies für eine ungenaue Wiedergabe halten, stimmen andere mit dieser Übersetzung überein. Die Henne Rösch Bibel (Paderborner Bibel) 1934 schreibt: „… Der Herr aber führte ihnen täglich die zu, die das Heil erlangen sollten“, und in der Zürcher Bibel 2007 lesen wir: „… Der Herr aber führte ihrem Kreis Tag für Tag neue zu, die gerettet werden sollten.“

 

EINE BESTIMMTE ANZAHL BERUFENER

Das Buch der Offenbarung bekräftigt das Konzept, dass Gott nicht nur wusste, wen genau er in dieser Zeit zum Heil berufen wollte, sondern er bestimmte ebenfalls, dass eine festgesetzte Anzahl an berufenen Christen erreicht werden müsse, bevor gewisse Ereignisse in der Endzeit eintreten können. In Offenbarung 6,11 werden wir mit christlichen Märtyrern bekannt gemacht, die im Laufe der Jahrhunderte getötet wurden. Wir lesen: „Und ihnen wurde gegeben einem jeden ein weißes Gewand, und ihnen wurde gesagt, dass sie ruhen müssten noch eine kleine Zeit, bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch noch getötet werden sollten wie sie.“

In diesem Zusammenhang werden wir an jene Worte erinnert, die Christus nach seiner Auferstehung an Petrus richtete: „… wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde…“ (Johannes 21,18-19). Christus wusste bereits im Voraus, wann und auf welche Weise Petrus den Tod finden würde.

Erinnern wir uns auch an Offenbarung 7,4-8, wonach 144.000 Christen versiegelt werden, bevor die vier Engel der Erde Schaden zufügen können. Diese Christen werden versiegelt, um vor dem Zorn Gottes geschützt zu werden. Wir stellen fest, dass genau 12.000 aus jedem Stamm Israels (mit Ausnahme des Stammes Dan) versiegelt werden. Sobald ihre Anzahl vollständig ist, können die Engel damit beginnen, Gottes Zorn über die Erde, die Bäume und das Meer auszugießen (Vers 3).

Aufgrund der bisher angeführten biblischen Beweise können wir sagen, dass diese 144.000 dazu vorherbestimmt waren, in diesem Leben, vor der Wiederkunft Christi, zum Heil berufen zu werden. In der Tat wird uns gesagt, dass ihre Anzahl zuerst vollständig sein muss, bevor Christus auf diese Erde zurückkehren kann und wird.

Der Kommentar von Fritz Rienecker schreibt zum Thema „Erwählung“ und Römer 8,28 folgendes: „Hiernach ist also die Prädestination ein vorlaufendes Handeln Gottes, durch das er bestimmte Menschen dieser Bruderschaft [der Gemeinde] schon vor ihrer Geburt zuordnet, damit sie einst Christus gleichgestaltet werden und zu seiner Herrlichkeit gelangen (Joh[annes] 17,24; Gal[ater] 1,15f).“

Vorherbestimmung oder Prädestination bedeutet jedoch keineswegs, dass wir, die Gott in dieser Zeit zum Heil berufen hat, garantiert das ewige Leben erlangen werden. Aber es BEDEUTET, dass wir von Gott vorherbestimmt – prädestiniert – wurden, um in diesem Leben zum Heil berufen zu werden, so dass wir das ewige Leben zum Zeitpunkt der Auferstehung erlangen KÖNNEN. Es ist jedoch auch möglich, dass wir dabei versagen.

Die Vorherbestimmung hat also mit dem Zeitpunkt unserer Berufung zum Heil zu tun. Sie hat ebenfalls mit der Tatsache zu tun, dass unsere Namen – die Namen derer, die in diesem Leben berufen werden – im Buch des Lebens niedergeschrieben sind, und das seit oder vor Grundlegung der Welt – vor Anbeginn der Zeit –, und dass unsere Namen in diesem Buch verzeichnet bleiben, solange wir nicht die unvergebbare Sünde begehen.

Beachten Sie das folgende Zitat aus Herbert W. Armstrongs Broschüre „Vorherbestimmung—Lehrt sie die Bibel?“, Copyright 1957, auf den Seiten 14 und 15:

„… Vorherbestimmung… hat… nur etwas mit dem ZEITPUNKT Ihrer Berufung zu tun – ob Sie JETZT, in diesem gegenwärtigen Zeitalter, berufen werden, oder später! Beachten Sie dies in Römer 8,29-30: ‚Denn welche er zuvor gekannt hat…‘ Wie GROSS Gott ist! Wenn Sie jetzt berufen sind, dann hat Gott Sie ‚zuvor gekannt‘—kannte SIE Tausende von Jahren, bevor sie geboren wurden… Vorherbestimmung hat etwas mit der BERUFUNG zu tun. Nicht aber damit, ob man gerettet oder verloren ist. Diejenigen, die jetzt, in diesem Zeitalter, berufen sind, waren [Gott] vorher bekannt und vorherbestimmt, jetzt berufen zu sein – als die ERSTEN, die ihre Hoffnung auf Christus setzen. Alle anderen werden später berufen! Gott … HAT lange im Voraus entschieden, wen er in der ERSTEN Berufung berufen würde, um Priester oder König in seinem Reich zu sein—Anteil an der Errettung ANDERER zu haben“ (Hervorhebung im Original und von uns).

Um es noch einmal zu bekräftigen: Gott hat bereits vor Tausenden von Jahren vorherbestimmt, wen er vor der Wiederkunft Christi zum Heil berufen würde. Er wird viele, ja tatsächlich die weitaus meisten, erst NACH der Wiederkunft Christi berufen, während des Millenniums, wenn Christus 1.000 Jahre auf dieser Erde herrschen wird, oder während der Zeit des Großen Weißen Throngerichts oder der Zweiten Auferstehung. Während jener Zeitspanne wird das Buch des Lebens für sie geöffnet werden, so dass ihre Namen zu jener Zeit in das Buch des Lebens eingetragen werden KÖNNEN.

Wenn SIE heute zum Heil berufen sind – wenn SIE dazu ausersehen und vorherbestimmt wurden, in diesem Leben berufen zu werden – dann WEISS Gott, dass Sie es schaffen können, und er ist zuversichtlich, dass Sie es auch schaffen WERDEN (siehe Kapitel 6 dieser Broschüre). Soweit es Gott betrifft, haben Sie es bereits geschafft; ihr Name ist im Buch des Lebens verzeichnet; in Gottes Augen sind Sie bereits in seinem Reich. (Für eine ausführlichere Erörterung dieser Wahrheit, lesen Sie bitte Kapitel 6 dieser Broschüre. Wir verstehen natürlich, dass Gottes Reich noch nicht auf dieser Erde errichtet worden ist, noch, dass irgendein Mensch, außer Jesus Christus, bislang in Gottes Reich eingegangen ist; jedoch wird dies in sehr naher Zukunft geschehen, wenn Christus zurückkommt). Einzig und allein SIE können diese Entwicklung aufhalten, indem Sie sich von Gott abwenden! Nur SIE können die Entscheidung treffen, den von Gott für Sie festgelegten und vorherbestimmten Plan ABZULEHNEN! Nur SIE können sich entscheiden, aufzugeben!

Bitte tun Sie das nicht! Die Zeiten sind hart, und sie werden noch härter werden – aber Sie KÖNNEN und Sie WERDEN es schaffen, wenn Sie Gott die Führung in ihrem Leben überlassen. HÖREN Sie NICHT AUF, seiner Führung zu folgen, und Sie WERDEN in wenigen Jahren in seinem Reich SEIN.

 

Kapitel 2

DAS BUCH DER ERINNERUNG

 

Das Buch des Lebens ist keineswegs das einzige himmlische Buch, das in der Bibel Erwähnung findet. Es existieren darüber hinaus noch weitere himmlische Bücher, die in der Bibel aufgeführt werden. Auch sie besitzen Bedeutung für unsere Berufung und stehen mit dem Konzept der Vorherbestimmung in direktem Zusammenhang.

Eine Publikation mit dem Titel „Bible Facts“ weist auf den Seiten 114 und 115 auf Folgendes hin: „Das am häufigsten erwähnte himmlische Buch ist das Buch des Lebens. Es handelt sich um die Aufzeichnung einer Liste jener, die wahre Gläubige sind und jener, die dies nicht sind. In der Offenbarung werden diejenigen, deren Namen im Buch des Lebens verzeichnet sind, dem ewigen Gericht entgehen. Die meisten anderen himmlischen Bücher sind in irgendeiner Weise mit dem Buch des Lebens verbunden.“

Ein sehr wichtiges himmlisches Buch, das in zahlreichen Schriftstellen erwähnt wird, ist das „Buch der Erinnerung“, in vielen deutschen Übersetzungen auch „Gedenkbuch“ genannt. Manche lehren, dass dieses Buch mit dem Buch des Lebens identisch sei, aber das ist keineswegs der Fall. Es handelt sich um zwei verschiedene Bücher.

Das Buch der Erinnerung wird in Maleachi 3,16 erwähnt: „Da redeten die miteinander, die den HERRN fürchteten, und der HERR merkte auf und hörte. Und ein Buch der Erinnerung wurde vor ihm geschrieben für die, die den HERRN fürchten und seinen Namen achten“ (Elberfelder Bibel).

Wie im Verlauf dieser Broschüre deutlich werden wird, sind im „Buch der Erinnerung“ Taten, Worte und Gedanken von Menschen aufgezeichnet, aufgrund derer sie gerichtet werden und die entweder Lohn oder Strafe erhalten werden. Das „Buch des Lebens“ hingegen enthält die Namen derer, die das ewige Leben erhalten werden.

Beachten Sie, wie die Zürcher Bibel 1931 die Stelle in Maleachi 3,16 bringt: „… Und es ward vor ihm ein Gedenkbuch geschrieben für die, welche den Herrn fürchten und seinen Namen achten.“ In der Grünewald (Riessler Storr Bibel) 1924 finden wir folgende Übersetzung: „… ‚Der Herr vernimmt es und behält es.‘ In ein Gedächtnisbuch, das vor ihm liegt, wird eingeschrieben, was alle die betrifft, die vor dem Herrn sich fürchten und die vor seinem Namen Ehrfurcht haben.“

Sagt uns die Bibel, was in Gottes Buch der Erinnerung aufgezeichnet wird? Ja, in der Tat.

In Psalm 56,9 erklärt David: „Meines Elends Tage hast du gezählt, meine Tränen in deinem Krüglein gesammelt; ja gewiß, sie stehen in deinem Buche verzeichnet“ (Menge Bibel).

Die Schlachterbibel gibt die Bedeutung wie folgt wieder: „Du zählst, wie oft ich fliehen muss; sammle meine Tränen in deinen Schlauch! Stehen sie nicht in deinem Buch?“ In der Neuen Genfer Übersetzung 2011 finden wir folgende Übersetzung: „Du hast dir genau gemerkt, wie oft ich nun schon auf der Flucht war. Du kennst jede meiner Tränen. Ist nicht ‚die kleinste Einzelheit‘ in deinem Buch festgehalten?“ Und in der Pattloch Bibel 1979 steht: „Mein Elend hast du aufgeschrieben, meine Tränen sind gesammelt in deinem Krug, in deinem Buch.“ Der jüdische Kommentar Soncino, Books of the Bible, merkt an: „Alle seine Leiden sind aufgezeichnet in Gottes Buch der Erinnerung, vgl. Maleachi 3,16.”

 

WAS GENAU HAT GOTT VORAUSGESEHEN?

In Psalm 139,16 scheint David noch einen großen Schritt weiter zu gehen. Er ruft aus: „Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.“

Was meinte David mit diesen Bemerkungen? Hat Gott tatsächlich den Ablauf von Davids Tagen vorausgesehen, bevor dieser geboren wurde? Und wenn dem so ist, wie hat Gott das bewerkstelligt?

Betrachten wir noch ein paar weitere Übersetzungen dieser Bibelstelle.

Die Herder Bibel 2005 schreibt: „In dein Buch sind alle geschrieben, festgelegt die Tage, ehe einer noch war.“ Die Zürcher Bibel 1931 bringt es wie folgt: „Deine Augen sahen all meine Tage, in deinem Buche standen sie alle; sie wurden geschrieben, wurden gebildet, als noch keiner von ihnen da war.“

Die Einheitsübersetzung 1980 bestätigt dies: „Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war.“ Und Dr. James Moffat schreibt: „Alle Tage meines Lebens wurden von dir vorausgesehen, niedergeschrieben in deinem Buch, noch ehe sie Gestalt annahmen, wurden sie mir zugewiesen, bevor einer von ihnen mir gehörte.“

Die meisten bekannten deutschen Übersetzungen geben den Vers ähnlich wieder. In der neuen Lutherbibel 2009 heißt es: „Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als es noch keinen von ihnen gab.“ Die Menge Bibel schreibt: „… und in deinem Buch standen eingeschrieben alle Tage, die vorbedacht waren, als noch keiner von ihnen da war.“ In der revidierten Lutherbibel 2017 lesen wir: „Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.“ Die Hoffnung für Alle interpretiert den Vers wie folgt: „Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben – noch bevor einer von ihnen begann!“ Und in der Elberfelder Bibel lesen wir schließlich: „Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen (da war).“

Diese Übersetzungen vermitteln allesamt den Gedanken, dass Gott die Anzahl der Tage Davids in seinem Buch der Erinnerung aufgezeichnet hatte, bevor David geboren wurde.

Andere Übersetzungen gehen noch einen Schritt weiter. So interpretiert zum Beispiel die Gute Nachricht Bibel 2000 die Stelle wie folgt: „Du sahst mich schon fertig, als ich noch ungeformt war. Im Voraus hast du alles aufgeschrieben; jeder meiner Tage war schon vorgezeichnet, noch ehe der erste begann.“ Neues Leben. Die Bibel bringt es folgendermaßen: „Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Lebens war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann.“ Die Zürcher Bibel 2007 schreibt: „Noch bevor ich geboren war, sahen mich deine Augen, in deinem Buch war alles verzeichnet, die Tage waren schon geformt, als noch keiner von ihnen da war.“ Und in der Neuen evangelistischen Übersetzung 2012 lesen wir: „Du hast mich schon gesehen, als ich noch ein Embryo war. Und in dein Buch waren sie alle geschrieben, die Tage, die schon gebildet waren, noch ehe der erste begann.“

Die Ryrie Studienbibel kommentiert den Vers wie folgt: „Der letzte Teil des Verses bedeutet, dass Davids Lebenstage in Gottes Buch geschrieben wurden, was Gottes vorheriges Wissen und seinen Plan für jede Einzelheit in Davids Leben bestätigt.“

Aber entspricht dies der Wahrheit? Wusste Gott alles über David – was er tun würde –, bevor er geboren wurde? Wie wir sehen werden, lautet die Antwort auf diese Frage: „Nein.“ Nicht, weil Gott es nicht hätte vorhersehen können; vielmehr, weil er sich dafür entschieden hat, nicht alles im Voraus wissen zu wollen, um den freien Willen des Menschen zu ermöglichen. (Doch selbst wenn Gott sich dafür entschieden hätte, es im Voraus zu wissen, so hätte dies keinen Einfluss auf unsere Entscheidungen.) Auf der anderen Seite ist es eindeutig, dass Gott SEHR VIEL über David wusste, BEVOR er geboren wurde. Sogar als Gott ihn berief, sagte er, dass er David gefunden hatte, einen Mann nach seinem eigenen Herzen, der seinen ganzen Willen tun würde (Apostelgeschichte 13,22).

Es gibt einige Übersetzungen, deren Wiedergabe von Psalm 139,16 eine andere Bedeutung anbieten.

In der King James Bible heißt es: „Deine Augen sahen mein Wesen, da es noch unvollkommen war; und in deinem Buch waren alle meine Glieder geschrieben, die im Werden waren, als noch keines von ihnen da war.“ Und in der Pattloch Bibel 1979 finden wir folgende Übersetzung: „Schon meine unfertigen Teile sahen deine Augen, und in deinem Buch waren sie alle eingetragen; die Lebenstage wurden gebildet, als noch keiner von ihnen da war.“

Warum gibt es so viele unterschiedliche Versionen und Ansätze, Psalm 139,16 zu übersetzen? Der Grund für diese verschiedenen Interpretationen wird deutlich, wenn wir berücksichtigen, dass die Übersetzer jeweils bestimmte Worte hinzugefügt haben, die im hebräischen Original nicht vorkommen. Wenn wir The Interlinear Bible Hebrew/English, The King James Version, in der deutschen Übertragung zu Rate ziehen, dann sehen wir, was der Originaltext tatsächlich besagt:

„Deine Augen sahen meinen Embryo; und in deinem Buch waren alle geschrieben; die Tage, sie wurden gebildet, und keines unter ihnen.“

Die Übersetzer fügten Worte wie „Tage“, „meine Glieder“ oder „Gestalt annehmen“ hinzu, um zu vermitteln, was Gott ihrer Ansicht nach in seinem Buch über David niedergeschrieben hatte. Dass Gott in seinem Buch der Erinnerung etwas über David geschrieben hatte, bevor er geboren wurde, ist offensichtlich. Jedoch mussten die Übersetzer entscheiden, was genau Gott im Voraus wusste und in seinem Buch aufgezeichnet hatte.

Der jüdische Soncino Kommentar erklärt dazu: „Die älteren Kommentare behandelten durchweg alle Gliedmaßen, die sich aus dem Embryo entwickeln würden, als das betreffende Thema [d.h. das, was von Gott im Voraus in seinem Buch der Erinnerung aufgezeichnet wurde]. Heute geht man davon aus, dass hierbei die Lehre von der Vorherbestimmung vorliegt. Gott hat ein Buch, in dem über jeden Menschen, vom Embryonalstadium an, die Anzahl der Tage aufgezeichnet ist, die er leben würde.“

Ist das wahr? Bestimmt Gott von vorne herein, oder weiß er im Voraus, wie lange jeder Mensch leben wird?

 

DIE ANZAHL DER TAGE

Wir wissen, dass dies im weitesten allgemeinen Sinne grundsätzlich zutreffend ist, wenn wir Psalm 90,10 betrachten. Wir lesen dort: „Die Tage unserer Jahre sind siebzig Jahre, und, wenn in Kraft, achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mühe und Nichtigkeit, denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin“ (Elberfelder Bibel).

Aber dieser Bibelvers macht keine konkreten Angaben in Bezug auf einzelne Personen. Wir wissen zum Beispiel, dass manche Menschen in unserer heutigen Zeit 100 Jahre alt und sogar noch etwas älter werden.

Lehrt oder gestattet die Bibel das Konzept, dass die genaue Lebensspanne zumindest bestimmter Personen von Gott vor ihrer Geburt festgelegt oder vorherbestimmt wurde?

Es scheint, dass Hiob dieser Überzeugung gewesen sein könnte, es sei denn, er sprach nur in allgemeinen Begriffen. In Hiob 14,1.5 lesen wir in der Schlachterbibel: „Der Mensch, von der Frau geboren, lebt [nur] kurze Zeit und ist voll Unruhe … Wenn doch seine Tage bestimmt sind, die Zahl seiner Monate bei dir [festgelegt] ist und du ihm ein Ziel gesetzt hast, das er nicht überschreiten kann…“

Die neue Lutherbibel 2009 gibt die Aussage Hiobs in Vers 5 wie folgt wieder: „… die Anzahl seiner Monate steht bei dir“. Die Gute Nachricht Bibel 2000 schreibt: „… auf Tag und Monat hast du es beschlossen.“ In der Neuen evangelistischen Übersetzung 2014 heißt es: „… [Es] steht die Zahl seiner Monate fest, [Du] hast… ihm die Schranke gesetzt, die er niemals überschreiten kann…“. In der Henne Rösch Bibel (Paderborner Bibel) 1934 steht: „Da seine Tage genau bemessen [sind]…“ Die Lamsa-Übersetzung bringt es wie folgt: „Seine Tage sind bestimmt und die Zahl seiner Monate ist verordnet.“ In der Elberfelder Bibel heißt es: „Wenn seine Lebenstage festgesetzt sind, die Zahl seiner Monate bei dir feststeht, wenn du ihm sein Ziel gesetzt hast, dass er es nicht überschreiten kann…“ In der Menge Bibel lesen wir: „Wenn denn seine Tage genau bemessen sind, wenn die Zahl seiner Monde bei dir feststeht…“  Und die Zürcher Bibel 2007 schreibt: „Wenn seine Tage feststehen, die Zahl seiner Monde bei dir…“

Der Soncino Kommentar merkt an: „Gott hat die Grenzen des Lebens der Menschen genau festgelegt.“

Aber wie? Hat Gott im Voraus festgesetzt, wie lange bestimmte Menschen leben werden? Und wenn ja, kann dies von Gott aufgrund der individuellen Umstände geändert werden?

Bevor man ungläubig den Kopf schüttelt, lassen Sie uns noch ein paar weitere biblische Fakten bedenken.

 

LEBENSSPANNEN UND LANDESGRENZEN DER VÖLKER

In Apostelgeschichte 17,26-28 wird uns gesagt, dass Gott die Zeiten des Bestehens der Völker im Voraus festgelegt hat, noch bevor diese existierten: „Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir…“

Eine weitere Aussage über Gottes Vorwissen und Vorausbestimmung, was die Existenz von Nationen betrifft, finden wir in 5.Mose 32,8: „Als der Höchste den Völkern Land zuteilte und der Menschen Kinder voneinander schied, da setzte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israels.“ Diese Aussage ist höchst bemerkenswert, denn als Gott die Söhne Adams trennte oder zerstreute (vergleichen Sie zum Beispiel 1.Mose 11,8) und ihnen ihr Land gab, da existierten Israel, der Sohn Isaaks, oder die Kinder Israels noch gar nicht. Die Person, die Jakob oder Israel genannt wurde, würde erst viele Jahre später geboren werden, und das Volk Israel würde erst viele hundert Jahre später entstehen. Dennoch sagt Gott, dass er die Grenzen der Völker „nach der Zahl der Söhne Israels“ festgelegt hat. Diese Aussage bestätigt sein Wissen um die zukünftige Existenz der Söhne Israels und impliziert darüber hinaus, dass ihm sogar ihre Zahl bekannt war. Paulus bestätigt diese Tatsache in Römer 11,2: „Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor ersehen hat!“ (Schlachterbibel).

Die Bibel betont Gottes Vorwissen in Bezug auf die Lebensspanne bestimmter Nationen und ihrer Anführer. Zum Beispiel lesen wir in 1.Mose 15,13.16, dass Gott zu Abram sagte, dass die Kinder Israels (die es noch nicht gab) „vierhundert Jahre lang“ in Ägypten geplagt werden würden und dass sie „nach vier Menschenaltern wieder hierher kommen [würden]; denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll.“ Gott hat den Amoritern eine bestimmte Zeit zugestanden, in dem Land zu leben, aber sobald diese Zeit abgelaufen war, würde Israel sie vertreiben und das Land in Besitz nehmen.

In Daniel 7,12 wird uns ebenfalls gesagt, dass bestimmte weltbeherrschende Reiche für eine gewisse, ihnen vorherbestimmte Zeit existieren würden. In dieser Prophezeiung werden die heidnischen Weltreiche als „Tiere“ bezeichnet. Wir lesen: „Und mit der Macht der andern Tiere war es auch aus; denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lang ein jedes leben sollte.“ Andere Übersetzungen bestätigen die beabsichtigte Bedeutung. Die Menge Bibel führt aus: „Auch den übrigen Tieren wurde dann ihre Macht genommen und ihnen ihre Lebensdauer auf Jahr und Tag bestimmt.“ Die Einheitsübersetzung 2016 stellt fest: „Doch ließ man ihnen das Leben bis zu einer bestimmten Frist.“ Und die Elberfelder Bibel übersetzt: „… Lebensdauer wurde ihnen gegeben bis auf Zeit und Stunde.“

Wir haben bereits von einer endzeitlichen politischen Persönlichkeit gelesen, die in den Prophezeiungen des Buches der Offenbarung „das Tier“ genannt wird. Gott hat vorherbestimmt, dass das „Tier“, also sowohl der politische Führer als auch die Regierung, die er repräsentieren wird, für „eine Stunde“ an der Macht sein wird (Offenbarung 17,12). Während dieser Zeit wird das Tier das Volk Gottes verfolgen (vergleichen Sie Offenbarung 13,7). In Daniel 7,25 wird uns gesagt, dass der betreffende biblische Begriff („eine Stunde“) in diesem Fall dreieinhalb Zeiten oder Jahre (Menge Bibel) zu bedeuten scheint.

Das „Tier“ oder die politische Persönlichkeit repräsentiert lediglich den Anführer der letzten Wiederauferstehung des alten römischen Reiches. Wie wir in unseren Broschüren „Europa in der Prophezeiung – die Erfüllung von Endzeit-Ereignissen“, „Niedergang und Aufstieg von Großbritannien und Amerika“, „Die Zehn Europäischen Wiederauferstehungen des Ehemaligen Römischen Reiches“, undDie biblische Prophezeiung—von nun bis in Ewigkeiterläutern, würde das alte Römische Reich seit dem Fall des antiken Roms zehnmal wiederauferstehen. Die Bibel sagt uns in Offenbarung 13,5, dass das wiederbelebte Römische Reich genau „zweiundvierzig Monate“ seit der Heilung seiner tödlichen Wunde (vergleichen Sie Vers 3) existieren würde. Die Geschichte bestätigt, dass es tatsächlich 1.260 Jahre lang herrschte (42 prophetische Monate bestehen aus 1.260 prophetischen Tagen oder Jahren), von der Heilung der „tödlichen Wunde“ unter Justinian im Jahr 554 n. Chr. an bis hin zum Sturz von Napoleon I. im Jahr 1814 n. Chr.

Nach dem Sturz Napoleons würden noch zwei weitere Auferweckungen des alten Römischen Reiches stattfinden. Eine hat bereits stattgefunden – die letzte und endgültige zeichnet sich jetzt gerade in Europa ab.

Das Konzept, dass Gott zuweilen die Lebensspanne von Nationen, Königen und Individuen vorherbestimmt, wird biblisch unterstützt.

 

KANN GOTTES VORHERBESTIMMUNG GEÄNDERT WERDEN?

Auf der anderen Seite deutet die Bibel an, dass Gott zuweilen Tage und Jahre verlängert oder verkürzt, je nach dem Verhalten des Menschen. In Sprüche 10,27 lesen wir: „Die Furcht des HERRN mehrt die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.“ In Psalm 55,24 heißt es: „… Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht bis zur Hälfte bringen.“ Wir mögen uns daran erinnern, wie Gott Sodom und Gomorra zerstörte, als er dort keine zehn Menschen finden konnte, die gerecht waren.

Wir lesen von einer interessanten Episode im Leben von König Hiskia. Als Gott Hiskia sagte, dass er bald sterben würde, betete der König ein herzzerreißendes Gebet. Daraufhin verlängerte Gott das Leben Hiskias um 15 Jahre (vergleichen Sie Jesaja 38,5.10). Ebenso berichtet das Buch Jona, dass Gott Jona nach Ninive sandte, um dem Volk zu verkünden, dass ihre Stadt in 40 Tagen zerstört werden würde. Aber die Menschen von Ninive haben Reue gezeigt und Gott verlängerte ihr Leben, indem er sie und ihre Stadt nicht auslöschte. Wir lesen auch in 2.Mose 32,10, dass Gott anscheinend bereit war, die Israeliten zu töten, als diese ein goldenes Kalb angefertigt hatten. Als Mose jedoch für sie Fürsprache einlegte, lenkte Gott ein und verlängerte dadurch das Leben der Israeliten, indem er sie zu jener Zeit nicht vernichtete. Jedoch sagte Gott zu einem späteren Zeitpunkt, dass die Israeliten 40 Jahre lang in der Wüste umherwandern würden, und dass keiner aus der älteren Generation wegen ihrer Rebellion das Gelobte Land betreten würde.

Es ist wichtig, dass wir Gott in unserem Leben suchen. Uns wird gesagt, dass das ernsthafte, inbrünstige Gebet eines Gerechten vieles vermag (Jakobus 5,16). Gott hat uns eine bestimmte Zeit zugewiesen, damit wir unsere Beziehung zu ihm aufbauen. Und er sagt uns, dass wir ihn suchen sollen, solange er zu finden ist (Jesaja 55,6).

 

VERZÖGERTE ODER BESCHLEUNIGTE PROPHEZEIUNGEN

Prophezeiungen sind sicher, aber wir müssen erkennen, dass es Gottes Vorrecht ist zu bestimmen, WANN die Prophezeiungen erfüllt werden. Gott kann entscheiden, Endzeitprophezeiungen zu verzögern oder zu beschleunigen, was von bestimmten Faktoren abhängig sein mag. Betrachten wir dazu einige Beispiele.

 

Beschleunigung der Wiederkunft Jesu Christi?

In 2.Petrus 3,12 lesen wir, dass wir „die Ankunft des Tages Gottes“ – die Wiederkunft Christi – erwarten und beschleunigen sollen (Elberfelder Bibel). Dieser Abschnitt spricht ganz besonders die Christen der Endzeit an. Die wörtliche griechische Übersetzung von 2.Petrus 3,12 lautet nach der Deutschen Interlinearübersetzung 1979: „..erwartend und beschleunigend die Ankunft des Tages Gottes, wegen dessen Himmel, in Brand gesetzt werdend, sich auflösen werden und Elemente, in Glut verzehrt werdend, schmelzen.“ Der Begriff „entgegeneilen“ (wie er unter anderem in der revidierten Lutherbibel 2017 verwendet wird) ist keine korrekte Wiedergabe. Die Neue Genfer Übersetzung 2011 schreibt: „Wartet auf den großen Tag Gottes; verhaltet euch so, dass er bald anbrechen kann!“ Die Zürcher Bibel 1970 schreibt: „…indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt…“

Im Zusammenhang mit dem Begriff „beschleunigen“ mögen wir ebenfalls Jesaja 62,7 betrachten, wo es heißt: „…lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden!“

Wie WIR die Wiederkunft Christi in gewissem Maße beschleunigen oder verzögern könnten, kann man in 2.Petrus 3,9 nachlesen: „Der Herr zögert nicht, die Verheissung zu erfüllen, wie einige meinen, sondern ist geduldig mit euch; er will nicht, dass einige zugrunde gehen, sondern vielmehr, dass alle den Weg der Umkehr einschlagen“ (Zürcher Bibel 2007).

Obwohl der Zeitrahmen hier den gesamten Plan Gottes umfasst, so wird doch aus dem Zusammenhang ersichtlich, dass die Endzeitgeneration in diesem Vers besonders angesprochen wird. Der Zusammenhang hier ist das Kommen Christi, wie die Verse 3-4 sehr deutlich machen: „Ihr sollt vor allem wissen, dass IN DEN LETZTEN TAGEN Spötter kommen werden… und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens?…“

Nach 2.Petrus 3,9 kann Gott das Kommen Jesu Christi verzögern, WENN Kirchenmitglieder, die Gott in seinem Reich haben WILL, noch nicht bereit sind, weil es ihnen an ernsthafter Reue mangelt. Die Ryrie Studienbibel weist auf folgendes hin: „Den Glaubenden sagt Petrus nun, dass die scheinbare Verzögerung der Wiederkunft Christi ihren Grund darin hat, … dass Gott will, dass noch mehr Menschen Buße tun [bereuen].“

 

Allein der Vater „weiß es“

Einige sind der Meinung, dass der genaue Zeitpunkt der Wiederkunft Christi schon seit Tausenden von Jahren feststeht und dass der Vater ihn „kennt“. Sie beziehen sich dabei auf Matthäus 24,36, wo es heißt: „Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ Beachten Sie, dass Markus 13,32 bestätigt, dass nicht einmal der Sohn Gottes – Jesus Christus – den genauen Zeitpunkt kennt.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Wiederkunft Christi verzögert oder beschleunigt werden kann, ist es sehr zweifelhaft, dass Gott der Vater den genauen Tag und die Stunde der Wiederkunft Christi schon seit Tausenden von Jahren „kennt“. Wie wir erklären werden, ist die tatsächliche Bedeutung der Aussage Christi in Matthäus 24,36 und Markus 13,32, dass es in der Autorität des Vaters liegt, zu ENTSCHEIDEN, wann der Moment der Wiederkunft Christi gekommen ist. Wir müssen jedoch begreifen, dass dieser genaue Zeitpunkt in der Tat von bestimmten Ereignissen abhängig ist.

Es ist notwendig, dass wir Matthäus 24,36 und Markus 13,32 zusammen mit Apostelgeschichte 1,6-7 lesen: „Die Versammelten fragten ihn also und sprachen: Herr, wirst du nun das Königreich Israel wieder herstellen? Er aber sprach zu ihnen: Euch kommt es nicht zu, Zeiten und Zeitumstände zu wissen, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat“ (Leander van Ess 1859).

Man könnte annehmen, dass Gott allwissend ist, aber ist Ihnen bewusst, dass es bestimmte Dinge gibt, die Gott nicht wissen will? Zum Beispiel wollte Gott zu der Zeit, als er uns zu seiner Wahrheit berief, nicht wissen, ob wir es in sein Reich schaffen oder ob wir die unvergebbare Sünde begehen würden. Nichtsdestotrotz ist er absolut zuversichtlich, dass wir es schaffen werden (siehe Kapitel 5 und 6 in dieser Broschüre).

Nach Strong’s Exhaustive Concordance of the Bible, Nr. 1492, bedeutet das griechische Wort für „weiß“ in Matthäus 24,36 und Markus 13,32 eigentlich „sehen“ (wörtlich oder bildlich), und es kann auch implizit – jedoch ausschließlich bei Verwendung im Perfekt – „wissen“ bedeuten. Darüber hinaus kann es übersetzt werden mit „SICH BEWUSST SEIN, SEHEN, BETRACHTEN, SICHER SEIN, SAGEN, VERSTEHEN, WÜNSCHEN.“

Wir sollten ebenfalls bedenken, dass Christi Aussage in beiden Bibelstellen in Matthäus 24,36 und Markus 13,32 lautet, dass weder Menschen, noch Engel, noch Christus selbst den Zeitpunkt wissen, sondern allein „mein Vater“. Hier findet sich KEIN VERB, das auf „mein Vater“ folgt, demzufolge muss das Verb hinzugefügt werden.

Die Stelle in Apostelgeschichte 1,7 sagt keineswegs, dass Gott der Vater den genauen Zeitpunkt der Wiederkunft Christi „kennt“. Sie besagt lediglich, dass es nicht Sache der Jünger Christi ist, ihn zu „wissen“. In Bezug auf den Vater heißt es, dass er es seiner eigenen Macht oder Autorität „vorbehalten“ hat, diesen Tag zu bestimmen. Liest man Matthäus 24,36 und Markus 13,32 zusammen mit Apostelgeschichte 1,7, so wird deutlich, dass die Verben, um die Matthäus 24,36 und Markus 13,32 ergänzt werden sollten, Gottes AUTORITÄT verdeutlichen müssten, das Datum festzulegen. Insofern ist die oben zitierte Übersetzung von Apostelgeschichte 1,7, wie von Leander van Ess wiedergegeben, korrekt, vergleichen Sie ebenfalls die Lutherbibel 1891 und 1912 („Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat.“).

Eine mögliche Wiedergabe von Matthäus 24,36 und Markus 13,32 wäre also: „Aber von jenem Tag und jener Stunde weiß niemand [‚versteht‘, ‚kann sich sicher sein‘], auch nicht die Engel des Himmels, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater [‚ist sich sicher‘, ‚versteht es‘, ‚sagt es‘, im Sinne von: ‚entscheidet es‘].“

Die Bibel lehrt keineswegs, dass der Vater bereits vor Tausenden von Jahren entschieden hat, WANN genau er seinen Sohn zurückschicken wird. Wenn er dies getan hätte, WIE KÖNNTE Christus es dann NICHT gewusst haben? Manche behaupten, dass Christus es heute weiß, wohingegen er es vor 2.000 Jahren noch nicht wusste. Die Aussagen Christi beziehen sich jedoch auf den Zeitpunkt seiner Wiederkunft. Christi Hauptgedanke war, dass er es nicht weiß oder sich dessen nicht sicher ist (da er die Entscheidung nicht trifft). Aus diesem Grund ist es für den Menschen sinnlos zu versuchen, es herauszufinden.

 

Gottes 6.000-Jahres-Plan

Sowohl die Bibel als auch die hebräische Tradition vermitteln das Konzept, dass Gott dem Menschen etwa 6.000 Jahre zugestanden hat, um sich selbst zu regieren. An diese Zeitspanne werden sich 1.000 Jahre der göttlichen Herrschaft unter Jesus Christus hier auf Erden anschließen. Da Gott den Menschen am sechsten Tag erschaffen hat, dem der wöchentliche Sabbat des 7. Tages folgte, hat er der Menschheit 6.000 Jahre der Selbstbestimmung zugeteilt, die von Gottes Sabbatherrschaft von 1.000 Jahren des Friedens und der Ruhe im Millennium abgelöst werden (vergleichen Sie hierzu Hebräer 4,4.9.11).

Einige haben auf 2.Petrus 3,8 hingewiesen und behauptet, dass Gott dem Menschen genau 6.000 Jahre zugestanden hat, um diese Erde zu regieren, und dass nach genau 6.000 Jahren Christus wiederkommen wird. Das ist jedoch nicht das, was in 2.Petrus 3,8 ausgesagt wird. Die Schriftstelle besagt, „dass ein Tag vor dem Herrn WIE tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag.“

Diese Schriftstelle liefert uns kein festes Datum. Das griechische Wort für „wie“ lautet „hōs“, und es kann auch mit „ungefähr“ übersetzt werden. (Vergleichen Sie Young’s Analytical Concordance to the Bible, unter “about”.) Tatsächlich übersetzt die Authorized Version (King James Bible) dieses Wort 14 Mal mit „ungefähr“. In der revidierten Lutherbibel 1984 wird das Wort „hōs“ in Markus 8,9 und Lukas 8,42 mit „etwa“, in Lukas 2,37 mit „an die (vierundachtzig Jahre)“, und in Johannes 1,39 mit „um die (zehnte Stunde)“ übersetzt. Alle diese Übersetzungen des Wortes „hōs“ sind zutreffend.

Strong’s weist unter Nr. 5613 darauf hin, dass das griechische Wort „hōs“ „äußerst vielfältig verwendet wird“, und u.a. die Bedeutung von „ungefähr“ vermittelt.

Daraus können wir erkennen, dass 2.Petrus 3,8 das Prinzip erläutert, dass in den Augen Gottes ein Tag UNGEFÄHR 1.000 Jahre andauert – nicht notwendigerweise genau 1.000 Jahre.

 

Keine weitere Verzögerung

Gott sagt, dass eine Zeit kommen wird, zu der er das, was er sich vorgenommen hat, nicht länger hinauszögern wird. Beachten Sie Offenbarung 10,6. Es heißt hier, dass „keine Zeit mehr sein“ wird. Die Neue Genfer Übersetzung 2011 sagt uns, „dass es keinen Aufschub mehr geben wird!“ In der neuen Lutherbibel 2009 lesen wir, „dass es nun keinen Zeitaufschub mehr geben soll“. In der Elberfelder Bibel finden wir neben der Übersetzung „keine Frist“ ebenfalls die Anmerkung „kein Aufschub“. Die Menge Bibel übersetzt „kein Verzug“, und die Ryrie Studienbibel kommentiert den Vers wie folgt: „Es wird keine Frist mehr sein.“ Noch deutlicher bringen es die Neuen evangelistischen Übersetzungen 2012 und 2014 und die Gute Nachricht Bibel 2000: „Die Frist ist abgelaufen!“ Die Gute Nachricht Bibel 1975 sagt: „Die Frist wird nicht mehr verlängert.“ Die Interpretation der Hoffnung für Alle bringt es auf den Punkt: „Gott wird nicht länger warten!“

Das Expository Dictionary of New Testament Words von W.E. Vine stellt auf Seite 333 unter „season“ fest, dass das griechische Wort „chronos“ in Offenbarung 10,6 mit „Verzögerung“ übersetzt werden muss. In der Elberfelder Studienbibel finden wir die Anmerkung, dass die im Neuen Testament ausschließlich im Plural vorkommende Wendung „immer auf die Endzeit, auf das Ende der Welt bezogen“ ist.

Da wir in Offenbarung 10,6 lesen, dass es keine weitere Verzögerung geben wird, verstehen wir, dass es ZUVOR eine Verzögerung GEGEBEN HAT.

Hesekiel 12,25.28 unterstützt das Konzept einer Verzögerung vor der Wiederkunft Christi. Es heißt dort: „Denn ich, der HERR, ich rede; das Wort, das ich rede, das soll auch geschehen und NICHT WEITER hinausgezögert werden … Keines meiner Worte soll MEHR hinausgezögert werden …“ (Schlachterbibel).

Diese Bibelstelle scheint zu besagen, dass Gottes Worte oder Prophezeiungen zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgeschoben oder verzögert wurden, aber dass die Zeit kommen wird, in der sie nicht mehr aufgeschoben oder verzögert werden. Das wäre gleichzusetzen mit der Stelle in Offenbarung 10,6, die sagt, dass es keinen „Zeitaufschub“ oder keine „Frist“ mehr geben wird.

 

Bedingte Prophezeiungen

Einige Prophezeiungen sind an Bedingungen geknüpft, die davon abhängen, ob der Mensch von seinen bösen Wegen umkehrt. Es ist prophezeit, dass die USA und das Vereinigte Königreich in einem kommenden Krieg vernichtet werden. Obwohl es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass die USA oder das Vereinigte Königreich Reue zeigen werden, so IST es dennoch möglich. Wenn sie es tun, oder wenn genügend Menschen bereuen, dann kann Gott die Zerstörung der USA und des Vereinigten Königreichs zurückhalten. Es hat den Anschein, dass Gott Sodom und Gomorra nicht zerstört hätte, wenn er zehn Gerechte gefunden hätte, obwohl er zuvor zu Abraham gesagt hatte, dass er die beiden Städte zerstören würde. Etwas Ähnliches KÖNNTE ebenfalls für das moderne Amerika und das Vereinigte Königreich MÖGLICH SEIN, ebenso für andere Nationen.

Die Bibelstelle in Jeremia 18,7-11 unterstützt diese Schlussfolgerung. Sie besagt, dass Gott von dem Unheil ablassen wird, das er über eine Nation bringen will, sofern diese Nation bereut. Gott verlangte von Jona zu verkünden, dass Ninive in 40 Tagen zerstört werden würde. Das KLANG wie eine bedingungslose Prophezeiung, aber so war es in Wirklichkeit nicht, denn als Ninive bereute, ließ Gott von dessen Vernichtung ab. Wie das Buch Nahum jedoch zeigt, wurde Ninive zu einem späteren Zeitpunkt zerstört. Das Buch Jona enthält also einen klassischen Fall einer VERZÖGERTEN Prophezeiung.

Es gibt auch Stellen im Buch Joel, die offen lassen, ob Gott den „Tag des Herrn“ zu einem bestimmten Zeitpunkt über die Menschheit bringen wird oder nicht, was von der Reaktion und Reue der Menschen abhängig sein könnte (vergleichen Sie Joel 2,12-14). Es kann also sein, dass sich der Zeitpunkt für bestimmte Ereignisse verschieben mag. Zum Beispiel sagt uns Römer 9,28, dass Gott sein Werk ABKÜRZEN wird (neue Lutherbibel 2009; Elberfelder Bibel).

 

Gottes Geduld ist nicht grenzenlos

Unabhängig davon, ob Gott sich dafür entscheidet, die Erfüllung einer Prophezeiung zu beschleunigen oder zu verzögern, eine Sache IST sicher: Gottes Geduld ist nicht grenzenlos, wie uns das Gleichnis in Lukas 13,6-9 zeigt. Christus hatte seine Zuhörer soeben gewarnt, dass sie umkommen würden, wenn sie nicht umkehrten (Verse 1-5). Er fuhr mit einem Gleichnis über einen Feigenbaum fort, der drei Jahre lang keine Früchte getragen hatte. Dem Baum wird ein viertes und letztes Jahr gewährt, um entweder Früchte zu tragen oder nach dieser Zeit abgehauen zu werden. Dieses Gleichnis deutet an, dass Gott einem Kirchenmitglied eine Frist setzt, um zu bereuen und Frucht zu bringen.

Christus warnte in Johannes 15,2.6: „Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen … Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen.“ Gott hat seiner Kirche – und der gesamten Menschheit – eine gewisse Zeit zur Umkehr zugestanden. Aber es wird der Zeitpunkt kommen, an dem Gott sich entscheiden WIRD, Christus zurückzusenden. Gott wird nicht ewig warten, bis alle in der Kirche – und in der Welt – bereuen. Wie in den Tagen Jeremias wird die Zeit kommen, wenn Gott keine Gebete mehr für die Menschen in der Welt erhören wird (vergleichen Sie Jeremia 7,16; 11,14; 14,11). Es wird eine Zeit geben, wenn er keinen weiteren Aufschub duldet und wenn er sein Werk abkürzen wird. Das ist der Grund, warum wir in Jesaja 46,13 (Einheitsübersetzung 1980) lesen: „Ich habe meine Gerechtigkeit nahegebracht, sie ist nicht mehr fern und meine Rettung verzögert sich nicht. Ich schaffe Rettung in Zion und verleihe Israel meine strahlende Pracht.“

Die Erfüllung von Gottes Prophezeiungen mag zwar eine Weile auf sich warten lassen, aber es wird die Zeit kommen, in der es keinen Aufschub mehr geben wird. Wir lesen in Habakuk 2,2-3 (Schlachterbibel): „Da antwortete mir der HERR und sprach: Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann! Denn die Offenbarung wartet noch auf die bestimmte Zeit, und doch eilt sie auf das Ende zu und wird nicht trügen. WENN SIE SICH VERZÖGERT [auch aufgrund von Gottes Langmut und Geduld mit Kirchenmitgliedern], so warte auf sie, denn sie wird gewiss eintreffen und NICHT AUSBLEIBEN“ [sobald Gott den genauen Zeitpunkt bestimmt hat, wenn er seinen Sohn zurücksenden und die Herrschaft der Menschen über diese Erde beenden wird].

 

EINE WARNUNG!

Das Bemühen, genau herauszufinden, wann Christus wiederkommt, birgt eine große Gefahr in sich. Ein Problem ist, dass Menschen, die glauben, Gott zögert das Kommen Jesu Christi hinaus und daraus schlussfolgern, dass es noch in weiter Ferne liegt, in ihrem christlichen Leben und im Fortschreiten ihrer Bekehrung nachlässig werden können (vergleichen Sie Matthäus 24,48-50). Auf der anderen Seite kann die Annahme, das Kommen Christi stünde kurz bevor, ein Gefühl des Fatalismus hervorrufen, besonders bei jüngeren Menschen, die vielleicht denken mögen: „Warum sollte ich an eine Karriere denken, da sowieso alles bald vorbei sein wird?“

Es muss uns gelingen, eine ausgewogene Herangehensweise zu pflegen. Wir sollten so leben, als hätten wir noch unser ganzes Leben vor uns, mit langfristigen Zielen, und zugleich müssen wir uns bemühen, geistlich stets auf die Wiederkunft Christi vorbereitet zu sein. Wir müssen weiterhin aufmerksam die Weltereignisse verfolgen und verstehen, die zur Errichtung von Gottes Reich hier auf Erden führen werden.

 

Werden Prophezeiungen „vergehen“ oder „weggetan“?

Manche berufen sich auf 1.Korinther 13,8 und behaupten, diese Stelle besage, dass sich bestimmte (bedingungslose) Prophezeiungen nicht erfüllen werden. Das ist jedoch keineswegs das, was diese Bibelstelle aussagt. Es heißt, dass „das prophetische Reden aufhören wird.“ Später, in Vers 13, sagt Paulus: „Die Liebe hört niemals auf.“

Der Gegensatz besteht hier zwischen etwas, das ewigen Bestand hat, und etwas, das nur eine Zeit lang Bestand hat und dann verschwindet.

Bitte beachten Sie, dass Paulus in Vers 8 unterschiedliche Worte für „aufhören“ verwendet. Im Griechischen lautet das Wort „aufhören“, das sich auf „Liebe“ bezieht, „ekpipto“, was laut der Young’s Analytical Concordance to the Bible „abfallen oder weggehen“ bedeutet. Das griechische Wort, das sich auf das Aufhören von „Prophetie“ bezieht, lautet „katargeo“. Es bedeutet, laut Young’s, „nutzlos machen“. Strong’s Exhaustive Concordance of the Bible gibt als eine mögliche Übersetzung den Ausdruck „verschwinden“ an.

Während die Liebe immer Bestand haben wird (da sie Teil des Charakters Gottes ist – tatsächlich IST Gott die Liebe selbst, vergleichen Sie 1.Johannes 4,8), werden Prophezeiungen oder Weissagungen vergehen. Sie werden zu einem Ende kommen. Sie werden erfüllt werden. Das könnte sich auf inspirierte Predigten von Menschen beziehen (denn es wird eine Zeit kommen, in der alle Menschen in Geistwesen verwandelt sein werden, oder diejenigen, die sich nicht für Gottes Reich qualifiziert haben, werden aufgehört haben zu existieren). Andererseits könnte es sich auf Prophezeiungen oder Weissagungen für die Zukunft beziehen. Wenn das hier gemeint ist, dann werden sie in dem Moment vergehen oder weggetan werden oder aufhören, wenn die prophezeiten Ereignisse eingetreten sind.

Wir sehen also, dass Paulus keineswegs sagt, dass einige von Gottes bedingungslosen Prophezeiungen nicht in Erfüllung gehen werden.

 

Vorherbestimmte bedingungslose Prophezeiungen

Bedingungslose Prophezeiungen sind gewiss oder „vorherbestimmt“, und der freie Wille des Menschen kann daran nichts ändern. Gott war sich von Anfang an sicher, dass der alte Pharao das Volk Israel nicht ziehen lassen würde, es sei denn, Gott würde ihn dazu zwingen (vergleichen Sie Römer 9,17; 2.Mose 3,19).

Es war vorherbestimmt, dass das alte Römische Reich zehnmal wiederauferstehen würde, und es ist vorherbestimmt, dass in der Endzeit, wenn das alte Römische Reich zum letzten Mal wiederaufersteht, ein falscher Prophet und ein „Tier“ (ein militärischer Führer) auf dieser Welt Verwüstung anrichten werden. Wir können also erkennen, dass das Konzept der „Vorherbestimmung“ auch auf bedingungslose Prophezeiungen zutrifft, die Gott vorhergesehen und dazu bestimmt hat, zur rechten Zeit einzutreten. Zum Beispiel lesen wir, dass König Nebukadnezar von Ereignissen träumte, die sich in der Endzeit ereignen würden.

Der Prophet Daniel legte dem König die Bedeutung des Traums aus. Er sagte ihm in Daniel 2,28-29.45: „Aber es ist ein Gott im Himmel, der kann Geheimnisse offenbaren. Der hat dem König Nebukadnezar kundgetan, was in künftigen Zeiten geschehen soll … der, der Geheimnisse offenbart, hat dir kundgetan, was geschehen wird.  … So hat der große Gott dem König kundgetan, was dereinst geschehen wird. Der Traum ist zuverlässig, und die Deutung ist richtig.“

Wenn wir darüber nachsinnen, was wir bisher aus der Bibel gelernt haben, gestaltet sich der Versuch zunehmend schwieriger, vollumfänglich zu „erklären“, was genau Gott alles weiß – und wie er es weiß. Wahrlich sehen wir heute nur „schemenhaft“ wie in einem trüben Spiegel (1.Korinther 13,12, Hoffnung für Alle). Gottes Kräfte und Fähigkeiten sind den unseren so weit überlegen. Gott ist zu Dingen fähig, von denen wir absolut kein Verständnis haben. Gott wendet sich heute an uns alle, wenn er fragt: „Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist ihn? Wen fragt er um Rat, der ihm Einsicht gebe und lehre ihn den Weg des Rechts und lehre ihn Erkenntnis und weise ihm den Weg des Verstandes? … Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Abbild wollt ihr von ihm machen? … Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei? … sein Verstand ist unausforschlich“ (Jesaja 40,13-14.18.25.28).

Wir sollten nicht versuchen, genau herauszufinden, wie Gott bestimmte Dinge tut, wenn er sich entscheidet, uns das nicht zu offenbaren. Wichtiger noch, wir sollten das großartige Verständnis, das Gott uns offenbaren will, niemals missachten oder abtun, nur weil wir es möglicherweise nicht begreifen können (vergleichen Sie Johannes 1,5).

Gott zeichnet in einem Buch der Erinnerung die Prüfungen, Taten, Worte und Gedanken der Menschen auf. Er kann sogar im Voraus die Anzahl der Tage und andere Details von bestimmten Personen und sogar Nationen niederschreiben, obwohl diese von ihm verändert werden können, was von den Umständen abhängig sein mag. Wir werden in Kapitel 4 dieser Broschüre noch mehr über die Rolle und Funktion von Gottes Buch der Erinnerung erfahren.

Im nächsten Kapitel werden wir Ihnen weitere Einzelheiten über die ehrfurchtgebietende Macht Gottes sowie sein Verständnis und seine Fähigkeiten zeigen.

 

Kapitel 3

DAS BUCH DER WAHRHEIT

 

Die Bibel enthält viele bedingungslose Prophezeiungen – die meisten davon beziehen sich auf die Endzeit – deren Erfüllungen unmittelbar vor uns liegen. Viele sind mit der Ölbergprophezeiung vertraut, die Jesus Christus seinen Jüngern gab. Auch das Buch der Offenbarung ist eine Prophezeiung für unsere Zeit. Die längste zusammenhängende und ununterbrochene alttestamentliche Prophezeiung findet sich im elften Kapitel des Buches Daniel. Bibelforscher verstehen, dass diese Prophezeiung in endzeitlichen Ereignissen gipfelt. Einige erkennen, dass viele Verse im elften Kapitel historische Ereignisse beschreiben, die bereits eingetreten sind; Ereignisse, die zu der Zeit, als Daniel sie niederschrieb, noch weit in der Zukunft lagen. Aber nur sehr wenige begreifen die ERSTAUNLICHE TATSACHE, dass der gesamte Inhalt des elften und zwölften Kapitels des Buches Daniel von Gott in einem himmlischen Buch niedergeschrieben worden war, lange bevor sein Inhalt dem alten Propheten Daniel überhaupt offenbart wurde!

Als Gott den Engel Gabriel zu Daniel sandte, um ihm zu offenbaren, was in der Zukunft geschehen würde, leitete Gabriel seine Offenbarungen mit diesen Worten ein: „Doch zuvor will ich dir kundtun, was geschrieben ist im Buch der Wahrheit…“ (Daniel 10,21). Die Zürcher Bibel 2007 nennt es die „Schrift der Wahrheit!“ Die Buber Rosenzweig Übersetzung 1929 schreibt: „… was verzeichnet ist in einer getreuen Schrift…“ Nach der Interlinear Übersetzung lautet der hebräische Originaltext: „Aber ich will dir zeigen, was geschrieben steht im Manuskript der Wahrheit.“

Ein möglicher Hinweis auf das „Buch der Wahrheit“ findet sich auch in Jesaja 34,16, wo es heißt: „Sucht nun in dem Buch des HERRN und lest…“ Beachten Sie ebenfalls das „Büchlein“ in Offenbarung 10,2.10. Ein Engel gab Johannes eine himmlische Niederschrift, die er verschlingen sollte; d.h., er sollte den Inhalt verschlingen, damit er prophezeien und den Inhalt dieses Büchleins weitergeben könnte. Es ist möglich, dass dieses „Büchlein“ ein Teil des himmlischen Buches der Wahrheit ist, auf das in Daniel 10 Bezug genommen wird.

In Die Große Bibel steht über das in Daniel 10,21 erwähnte Buch der Wahrheit: „Die menschliche Geschichte von ihrem Anbeginn bis zum Ende ist… von Ewigkeit her in einem… Dokument aufgezeichnet. Wenn der Engel zu Daniel sagt, dass er ihm verkünden wird, was in diesem Buch geschrieben steht, will er damit ausdrücken, dass er ihm die unabänderlichen Ratschlüsse göttlicher Vorsehung offenbaren will (auf Seite 2200) … Mit Kapitel 11 beginnt die Enthüllung des Inhalts des ‚Buches der Wahrheit‘…, in das Gott das Geschick der Menschen und Völker eingeschrieben hat (auf Seite 1607).“

Lassen Sie uns die Ereignisse, die im himmlischen Buch der Wahrheit niedergeschrieben waren und die der Engel Daniel offenbarte, im Detail betrachten. Bitte bedenken Sie, Gott hat diese Ereignisse schon vor Tausenden von Jahren niedergeschrieben, bevor sie eintraten bzw. eintreten würden. Und beachten Sie, wie detailliert und spezifisch diese Prophezeiungen sind.

 

PROPHEZEIUNGEN IN DANIEL 11

In Daniel 11,3 lesen wir von einem „mächtigen König“, der „mit großer Macht“ über die bekannte alte Welt herrschen würde. In einer anderen Prophezeiung identifiziert der Engel diesen König als den König von Griechenland (Daniel 8,21). Die Geschichte bestätigt, dass dieser König, der sich nach Daniels Tod erheben sollte, Alexander der Große war.

In Daniel 11,4 lesen wir, dass sein Reich „in die vier Winde des Himmels zerteilt“ werden würde; mit anderen Worten, es würde in vier Teile geteilt werden. Die Geschichte bestätigt, dass nach Alexanders Tod im Juni 323 v.Chr. vier seiner Generäle, die sogenannten Diadochen, zu Herrschern über vier Teile von Alexanders Reich wurden. Ptolemäus Soter regierte Ägypten, einen Teil Syriens und Judäa. Seleukos (Nikator) regierte den Rest Syriens, Babylonien und das Gebiet östlich von Indien. Lysimachus (Nikator) regierte Kleinasien, und Kassander regierte Griechenland und Makedonien.

Aber die Prophezeiung in Daniel 11 wird noch weitaus konkreter. Daniel 11,6 sagt uns, dass „die Tochter des Königs des Südens […] zum König des Nordens kommen [wird], um ein Abkommen zu treffen“ (Zürcher Bibel 2007). Die Geschichte bestätigt, dass diese Prophezeiung im Jahre 250 v.Chr. erfüllt wurde. Zu jener Zeit war der König des Südens – der König, der über Ägypten herrschte – Ptolemaios Philadelphos. Der Name seiner Tochter war Berenike. Diese war es, die zum König des Nordens ging – dem König mit Namen Antiochos II. Theos, der über Syrien herrschte. Mit ihm schloss sie einen Heiratsvertrag.

Aber Daniel 11,6 sagt uns ebenfalls in der Schlachterbibel, dass sie „die Macht nicht behalten [wird], und auch er wird nicht bestehen, noch seine Macht…“ Vielmehr wird sie „dahingegeben werden, sie und die sie kommen ließen und der sie gezeugt hat [ihr Vater], und der sie eine Zeit lang zur Frau genommen hatte [ihr Ehemann]“ (Schlachterbibel). Und tatsächlich, als Berenikes Vater verstarb, ließ sich ihr Mann Antiochos von ihr scheiden und nahm seine erste Frau zurück, die in der Folge Antiochos und Berenike ermordete.

Daniel 11,7 sagt uns, dass jemand „aus der gleichen Wurzel, der sie entstammte“, in diesem Fall ein Bruder, „gegen das Heer zu Feld ziehen [wird], ja, er wird in die Festung des Königs des Nordens eindringen und sie siegreich überwältigen“ (Schlachterbibel). Die Geschichte zeigt uns, dass im Jahr 245 v.Chr. Berenikes Bruder mit dem Namen Ptolemaios Euergetes III. in Syrien einfiel, um den Mord an seiner Schwester zu rächen. Er gewann den Krieg und plünderte die Region.

Einen weiteren wirklich bemerkenswerten Höhepunkt in dieser ausgedehnten Prophezeiung erreichen wir in Daniel 11,20: „An seine Stelle tritt einer, der einen Steuereintreiber durch die Zierde des Reiches ziehen lässt. Doch wird er schon nach kurzer Zeit beseitigt, aber nicht öffentlich und nicht im Kampf“ (Einheitsübersetzung 2016).

Die Geschichte lehrt uns, dass im Jahr 190 v.Chr. der „König des Nordens“ – zu der Zeit Antiochos der Große – verstarb. Sein Sohn Seleukos IV. sandte einen Steuereintreiber mit Namen Heliodoros nach Judäa. Seleukos selbst regierte nur elf Tage lang (eine „kurze Zeit“), weil Heliodoros ihn vergiftete.

Daniel 11,21 fährt fort: „An die Stelle des verstorbenen Königs wird ein verachtenswerter Mann treten. Er ist zwar nicht für die Thronfolge bestimmt, setzt sich aber unerwartet durch und reißt die Herrschaft durch Intrigen an sich“ (Hoffnung für Alle).

Die Geschichte identifiziert diese verachtenswerte Person als Antiochos IV. Epiphanes. Er eroberte das Königreich durch Intrigen oder Schmeicheleien, nachdem er Heliodoros, den früheren Steuereintreiber, verjagt hatte. Wir lesen, dass er gegen den „Fürst des Bundes“ kämpfen würde (Vers 22). Die Geschichte bestätigt dies, da er versuchte, den jüdischen Hohepriester zu ersetzen. Vers 25 prophezeit, dass er gegen den König des Südens – zu der Zeit der König von Ägypten – kämpfen würde, was auch geschah. Vers 28 sagt uns: „Zunächst macht sich der König aus dem Norden mit reicher Beute auf den Heimweg. Unterwegs greift er das Volk an, mit dem Gott selbst einen heiligen Bund geschlossen hat. Nachdem er dort gewütet hat, kehrt er in sein eigenes Land zurück“ (Hoffnung für Alle). Aus der Geschichte wissen wir, dass er viele Juden auf seinem Rückweg niedermetzelte.

Er entweihte außerdem den Tempel, schaffte die täglichen Opfer ab und errichtete das Standbild eines heidnischen Gottes im Tempel. Dies geschah im Jahr 167 v.Chr. und wurde in Daniel 11,31 prophezeit: „… Und seine Heere werden kommen und Heiligtum und Burg entweihen und das tägliche Opfer abschaffen und das Gräuelbild der Verwüstung aufstellen.“

Sämtliche Prophezeiungen, die im Voraus in Daniel 11 aufgezeichnet wurden, sind exakt so eingetreten, wie sie Hunderte von Jahren zuvor vorausgesagt wurden. Und erinnern Sie sich, bevor sie Daniel verkündet wurden, waren sie bereits in Gottes himmlischem „Buch der Wahrheit“ niedergeschrieben worden.

Es kann absolut keinerlei Zweifel daran bestehen, dass Gott weit im Voraus das Eintreten gewisser Ereignisse gekannt oder sogar vorherbestimmt hat. Er hat auch schon lange im Vorfeld die Personen gekannt oder vorherbestimmt, die an diesen Ereignissen beteiligt sein würden.

Gott hat einen Zeitplan. Er hat bestimmt – vorherbestimmt – wann gewisse Ereignisse eintreten werden.

 

VORHERBESTIMMTE PROPHEZEIUNGEN

Beachten Sie Daniel 11,27.29.35, wo wir lesen, dass gewisse Ereignisse nur zu bestimmten Zeiten stattfinden werden. Psalm 102,14 trifft folgende Aussage über diese zukünftige Zeit: „Du wirst aufstehen, wirst dich Zions erbarmen. Denn es ist Zeit, ihn zu begnadigen, denn gekommen ist die bestimmte Zeit“ (Elberfelder Bibel).

Gott handelt oft innerhalb eines festgelegten Zeitplans. Er sagte zu Jeremia: „… Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe“ (Jeremia 29,10; vergleichen Sie Jeremia 25,11-13).

Außerdem hat Gott lange vor Eintreffen der prophezeiten Ereignisse bestimmt – vorherbestimmt –, was in der Zukunft geschehen wird.

In Jesaja 42,9 wird Gott mit den Worten zitiert: „Siehe, das Frühere ist eingetroffen, und Neues verkündige ich; ehe es eintritt, lasse ich es euch hören“ (Schlachterbibel 1951).

Jesaja 46,9-10 fügt an: „Gedenkt des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott, und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht. Ich habe von Anfang an verkündigt, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich.“

Jesaja 48,5-7 fährt fort: „…so habe ich es dir damals angekündigt; ehe es geschah, habe ich es dich hören lassen… Von nun an lasse ich dich Neues hören und Verborgenes, was du nicht wusstest. Jetzt erst ist es geschaffen worden und nicht schon früher; und vor dem heutigen Tag hast du nichts davon gehört…“ (Schlachterbibel).

 

WIE IST DAS MÖGLICH?

Wie ist das überhaupt möglich? Wie konnte Gott vor Tausenden von Jahren wissen, was geschehen würde und was bestimmte Menschen tun würden?

Ein Teil der Antwort wird in Bibelstellen wie Esra 1,1 enthüllt: „Im ersten Jahr des Kyrus, des Königs von Persien, erweckte der HERR – damit erfüllt würde das Wort des HERRN, das durch den Mund Jeremias gesprochen warden Geist des Kyrus, des Königs von Persien, dass er in seinem ganzen Königreich mündlich und auch schriftlich [den Bau des Tempels] verkünden ließ…“

Wir lesen hier, dass Gott dem Jeremia eine Prophezeiung gab. Und als die Zeit der Erfüllung gekommen war, beeinflusste Gott den König Kyrus, so zu handeln, wie es prophezeit war. Es gibt zahlreiche Beispiele in der Bibel, wo ein solches Vorgehen Gottes beschrieben wird.

Zum Beispiel lesen wir in Psalm 105,14.16-17.23-25 von Gottes übernatürlichem Eingreifen, um seinen Willen auszuführen: „… da gestattete er keinem Menschen, sie zu bedrücken, und ihretwegen wies er Könige zurecht… Er rief eine Hungersnot über das Land herbei; jeden Brotstab zerbrach er. Er sandte einen Mann vor ihnen her: Josef wurde als Knecht verkauft.… Dann kam Israel nach Ägypten… Und er machte sein Volk sehr fruchtbar, er machte es stärker als seine Bedränger. Er wandelte ihr Herz, sein Volk zu hassen, Arglist zu üben an seinen Knechten“ (Elberfelder Bibel).

Gott hatte zukünftige Ereignisse in seinem Buch der Wahrheit aufgeschrieben, und er bewirkte Umstände im Leben der Menschen, die diese Ereignisse schließlich herbeiführen würden.

 

DAS BUCH MIT SIEBEN SIEGELN

Das Buch der Offenbarung ist mit Berichten prophetischer Ereignisse angefüllt, die im Voraus niedergeschrieben wurden. Und wir sollten die Tatsache zur Kenntnis nehmen, dass diese Ereignisse bereits in himmlischen Büchern aufgezeichnet waren, bevor sie Johannes in einer Vision offenbart wurden. Beachten Sie in diesem Zusammenhang Offenbarung 5,1: „Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln“ (revidierte Lutherbibel 2017). Dieses Buch, das mit sieben Siegeln versehen ist, könnte sehr wohl Teil von Gottes himmlischem „Buch der Wahrheit“ sein. Als Jesus Christus die Siegel öffnete, eines nach dem anderen, begannen sich die Ereignisse, die in dem Buch niedergeschrieben waren, vor Johannes in einer Vision zu entfalten. Johannes sah all diese zukünftigen Ereignisse, als ob er einen Film sehen würde. Und beachten wir, wie präzise diese Geschehnisse sind – viele dieser Ereignisse haben bisher noch gar nicht stattgefunden. Aber sie werden, genau wie beschrieben, in sehr naher Zukunft eintreten.

In Offenbarung 6,8 lesen wir, dass, wenn das vierte Siegel geöffnet wird, „ein Viertel der Menschheit durch Krieg, Hungersnot, Seuchen und wilde Tiere umkommen [wird]“ (Neue Genfer Übersetzung 2011). Dies ist eine sehr präzise Anzahl von getöteten Menschen. Gott wusste schon vor mehr als 2.000 Jahren über die genaue Zahl der Todesfälle Bescheid.

 

Das siebte Siegel

Beachten Sie die äußerst detaillierten Beschreibungen in Offenbarung 8,7-12, wenn das siebte Siegel des Buches geöffnet wird und Engel auf der Bildfläche erscheinen, um die ersten vier Posaunen zu blasen: „…und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte … und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut, und der dritte Teil der lebendigen Geschöpfe im Meer starb, und der dritte Teil der Schiffe wurde vernichtet… Und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele Menschen starben von den Wassern… und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, so dass ihr dritter Teil verfinstert wurde und den dritten Teil des Tages das Licht nicht schien, und in der Nacht desgleichen.“

Einige behaupten, die numerischen Hinweise in der Offenbarung, wie zum Beispiel „der dritte Teil“, wären rein symbolischer Natur. Sie behaupten, dass nicht wirklich der dritte Teil der lebendigen Geschöpfe im Meer sterben wird. Gottes numerische Hinweise variieren jedoch, sodass es keinerlei Grund zu der Annahme gibt, dass der Begriff „der dritte Teil“ nicht wörtlich zu verstehen ist. Warum würde Gott sonst sagen, dass bei einem bestimmten Ereignis „der dritte Teil“ der lebenden Meeresbewohner sterben wird, wohingegen er bei einem späteren Ereignis sagt, dass „alle“ Geschöpfe des Meeres sterben werden (siehe Offenbarung 16,3)? Dies bedeutet, dass Gott vor über 2.000 Jahren bereits wusste, dass in der Zukunft der „dritte Teil der lebendigen Geschöpfe im Meer“ sterben würde, sobald ein spezifisches Ereignis eintritt.

Wenn der fünfte Engel seine Posaune bläst, wird ein mächtiges Heer auf der Weltbühne erscheinen. Wir lesen in Offenbarung 9,5.10, dass ihnen “… Macht gegeben [wurde], nicht dass sie sie töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang; und ihre Qual war wie eine Qual von einem Skorpion, wenn er einen Menschen sticht… und in ihren Schwänzen war ihre Kraft, Schaden zu tun den Menschen fünf Monate lang…“

Dies sind in der Tat äußerst detaillierte Beschreibungen von zukünftigen Ereignissen.

Wenn der sechste Engel seine Posaune bläst, „wurden losgelassen die vier Engel, die bereit waren für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, zu töten den dritten Teil der Menschen“ (Offenbarung 9,15). Diese Bibelstelle sagt uns eindeutig, dass Gott vor Tausenden von Jahren verfügt (und im Buch der Wahrheit niedergeschrieben) hat, dass der dritte Teil der Menschheit an einem eindeutig festgelegten Zeitpunkt durch vier Engel getötet werden wird. Diese Tatsache kann keineswegs wegdiskutiert werden.

Vers 16 fährt fort: „Die Zahl der Scharen des Reiterheeres betrug zweihundert Millionen – ich hörte nämlich ihre Zahl“ (Menge Bibel). Weiter geht es in den Versen 18-21: „Von diesen drei Plagen wurde getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel… Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, bekehrten sich doch nicht von den Werken ihrer Hände, dass sie nicht mehr anbeteten die bösen Geister und die goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, die weder sehen noch hören noch gehen können, und sie bekehrten sich auch nicht von ihren Morden, ihrer Zauberei, ihrer Unzucht und ihrer Dieberei.“

Wir sollten hier mehrere Tatsachen zur Kenntnis nehmen: Erstens hat Gott dem Johannes vor fast 2.000 Jahren offenbart, dass kurz vor der Wiederkunft Christi eine Armee von zweihundert Millionen „Reitern“ den dritten Teil der Menschheit töten würde. Aber Gott wusste ebenfalls, dass der Rest der Menschheit, der diesen Angriff überleben würde, NICHT bereuen würde. Das ist insofern eine bemerkenswerte Tatsache, da später, in einer anderen Situation, die Menschen bereuen und Gott die Ehre geben WÜRDEN (vergleichen Sie Offenbarung 11,13). Gott wusste also, wann einige Menschen bereuen werden, und wann die meisten es nicht tun würden. Woher weiß Gott, wann einige zur Reue kommen werden? Wir können diese Frage zum Teil beantworten: Weil es GOTT ist, der uns die Reue gewährt (Römer 2,4) – also wusste er im Voraus, wem er die Gabe der Reue zu einer bestimmten Zeit anbieten würde. Was sich dem menschlichen Verständnis entzieht, ist die Tatsache, dass Gott nicht nur wusste, wann er einigen die Gabe der Reue anbieten würde, sondern darüber hinaus auch im Voraus wusste, wer seine Gabe letztendlich annehmen oder ablehnen würde.

 

Die zwei Zeugen

Wir lesen auch, dass die zwei Zeugen 1.260 Tage oder dreieinhalb Jahre lang predigen werden. Außerdem werden die Heiden Jerusalem für den gleichen Zeitraum, nämlich 42 Monate lang, besetzen (Offenbarung 11,2-3). Auch dies ist vorherbestimmt worden. Sodann wird uns gesagt, dass die zwei Zeugen getötet werden (Vers 7), und „die auf Erden wohnen, freuen sich darüber und sind fröhlich und werden einander Geschenke senden; denn diese zwei Propheten hatten gequält, die auf Erden wohnten“ (Vers 10). Doch nach dreieinhalb Tagen wird Gott die beiden Zeugen auferwecken, und sie werden hinaufsteigen „in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde. Und zu derselben Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt stürzte ein; und es wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Menschen, und die andern erschraken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre“ (Verse 12-13).

An dieser Stelle erfahren wir, dass einige Menschen bereuen werden, wenn diese Ereignisse geschehen. Dreieinhalb Tage zuvor frohlockten sie noch angesichts des Mordes an den zwei Zeugen. Und all das hatte Gott schon vor Tausenden von Jahren in sein himmlisches Buch der Wahrheit geschrieben.

Eine weitere sehr spezifische Prophezeiung finden wir in Offenbarung 14,20, wenn Christus wiederkommt und gegen diejenigen vorgeht, die ihn bekämpfen wollen. Wir lesen: „Und die Kelter wurde draußen vor der Stadt getreten, und das Blut ging von der Kelter bis an die Zäume der Pferde, tausendsechshundert Stadien weit.“ Das Wort „Stadien“ beschreibt ein antikes Längenmaß von etwa 185 Metern. Die mit dem Blut der erschlagenen Soldaten bedeckte Fläche wird also ungefähr 296 Kilometer betragen. Selbst diese Zahl hat Gott lange vor den eigentlichen Ereignissen aufgeschrieben.

Wenn der siebte Engel seine Posaune bläst, werden sieben Schalen des Zorns Gottes auf die Erde ausgegossen werden. Auch hier wird uns sehr deutlich gesagt, was zu jener Zeit geschehen wird. Zum Beispiel wird jedes lebendige Wesen im Meer umkommen (Offenbarung 16,3). Die Menschen werden von der großen Hitze versengt werden, und sie werden nicht bereuen, sondern den Namen Gottes lästern (Vers 9). Wenn dann die Finsternis über das Reich des „Tieres“ hereinbricht, werden die Menschen sich auch nicht von ihren bösen Werken bekehren, sondern stattdessen Gott im Himmel verfluchen (Verse 10-11).

Schließlich, wenn das gewaltigste Erdbeben in der Menschheitsgeschichte viele Städte vernichten wird (Verse 18-19), und wenn großer Hagel vom Himmel auf die Menschen fallen wird, werden sie sich auch zu jener Zeit nicht bekehren (Vers 21).

 

Sieben Epochen der Kirche

Weiterhin skizziert Gott die Geschichte der neutestamentlichen Kirche in den ersten drei Kapiteln des Buches der Offenbarung und weist unter anderem darauf hin, dass es sieben zeitliche Epochen geben wird. In einer der Epochen würde Satan die Christen für „zehn Tage“ ins Gefängnis werfen. Gott beschreibt auch die vorherrschenden Eigenschaften der Christen in jeder dieser Epochen, und zwar lange vor ihrer Geburt (vergleiche Kapitel 2 und 3 der Offenbarung). In den folgenden Kapiteln des Buches der Offenbarung umreißt Gott die Geschichte der falschen Kirche und des politischen Systems, über das sie herrschen wird. Gott weist darauf hin, dass das Römische Reich zehnmal wiederauferstehen wird, und dass die falsche Kirche sieben dieser Auferstehungen anführen wird. Außerdem werden, wie wir bereits besprochen haben, sowohl ein religiöser Führer als auch ein politischer Führer eindeutig identifiziert. Diese beiden Individuen werden gegen den wiederkehrenden Christus kämpfen, während zwei christliche Führungspersönlichkeiten, die zwei Zeugen, 1.260 Tage lang prophezeien werden, bevor sie von dem politischen Führer getötet werden.

Gott wusste dies alles im Voraus. Es ist vorherbestimmt, dass es geschieht. Diese Prophezeiungen sind in Gottes himmlischem Buch der Wahrheit niedergeschrieben – ebenso wie in der Bibel, der Heiligen Schrift – und sie werden mit Sicherheit eintreten.

Die Bibel erwähnt weitere himmlische Bücher oder Schriftrollen, die bestimmte Prophezeiungen enthalten (beachten Sie zum Beispiel Hesekiel 2,9; 3,1; und Sacharja 5,1-3). Es ist anzunehmen, dass alle diese Schriftrollen Teil von Gottes himmlischem Buch der Wahrheit sind.

 

ZU SCHWER, UM ES ZU GLAUBEN?

Wenn wir nun all jene Dinge bedenken, die Gott bereits im Voraus weiß, warum sollte es dann so fantastisch oder unlogisch sein zu glauben, dass er auch uns kannte, bevor wir geboren wurden?

Beachten wir die Aussage des Paulus in 1.Korinther 2,7: „Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit.“

Paulus sagt auch in 2.Thessalonicher 2,13-14: „Wir aber sind es Gott schuldig, allezeit für euch zu danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an zur Errettung erwählt hat in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch berufen hat durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt“ (Schlachterbibel).

Wir können also voller Zuversicht glauben, dass Gott uns auch heute noch beobachtet, und dass er will, dass wir es in sein Reich schaffen. Vorherbestimmung, wenn sie auf uns angewandt wird, hat mit dem Zeitpunkt unserer Berufung zum Heil zu tun. Aber wenn wir einmal wahrhaft berufen sind, dann verlässt Gott uns nicht (vergleichen Sie Johannes 6,37-40; Philipper 1,6). Vielmehr sagt Paulus in Epheser 2,10: „Denn seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus zu guten Werken erschaffen, die Gott für uns im Voraus bestimmt [oder vorherbestimmt] hat, damit wir mit ihnen unser Leben gestalten“ (Einheitsübersetzung 2016).

Lassen Sie uns dieses Kapitel mit den folgenden, ermutigenden Worten unseres großen Gottes und Erlösers abschließen: „Gedenkt an die Anfänge von der Urzeit her, dass Ich Gott bin und keiner sonst; ein Gott, dem keiner zu vergleichen ist. Ich verkündige von Anfang an das Ende, und von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, werde ich vollbringen… Ja, ich habe es gesagt, ich führe es auch herbei; ich habe es geplant, und ich vollbringe es auch“ (Jesaja 46,9-11; Schlachterbibel).

 

Kapitel 4

BÜCHER WURDEN AUFGETAN

 

Wir haben bisher, im Zusammenhang mit der Vorherbestimmung, einige der himmlischen Bücher Gottes besprochen.

Wir haben gesehen, dass das Buch des Lebens existiert, in dem die Namen derer stehen, die in dieser Zeit, vor der Wiederkunft Christi, zum Heil berufen sind. Das Buch des Lebens zeichnet die Namen derjenigen auf, die das ewige Leben erben sollen. Wir sahen auch die Existenz eines anderen Buches, das das Buch der Erinnerung genannt wird. Sodann haben wir gelernt, dass Gott ein weiteres Buch besitzt, das Buch der Wahrheit, in dem er bestimmte Ereignisse aufgeschrieben hat, lange bevor sie tatsächlich eintreten.

Wir werden nun die Tatsache besprechen, dass Menschen, je nachdem, wie sie ihr Leben führen, einen bestimmten Lohn erhalten werden.

Wie geht Gott mit unseren Sünden um? Stehen unsere Sünden in Verbindung zu einem der himmlischen Bücher Gottes? Wie hängen unsere Sünden mit dem Konzept der Vorherbestimmung zusammen? Und was ist mit all den Menschen, die in diesem Leben nicht zum Heil berufen werden? Wie wird Gott diese Menschen richten?

Wir wissen, dass diejenigen, die in diesem Leben nicht zum Heil berufen werden und vor der Wiederkunft Christi sterben, in der zweiten Auferstehung – auch die Zeit des Großen Weißen Throngerichtes genannt – zu physischem Leben auferweckt werden. Wie wir gesehen haben, wird das Buch des Lebens zu jener Zeit für sie geöffnet werden. Ihre Namen waren vorher nicht im Buch des Lebens verzeichnet. Nur die Namen derer, die dazu vorherbestimmt sind, in diesem Zeitalter zum Heil berufen zu werden, waren bereits im Buch des Lebens niedergeschrieben. Das Buch des Lebens wird für die Menschen geöffnet werden, die zur Zeit des Großen Weißen Throngerichts zu physischem Leben auferweckt werden. Ihre Namen KÖNNEN zu dem Zeitpunkt in das Buch des Lebens geschrieben werden.

Das Buch des Lebens ist jedoch nicht das einzige Buch, das geöffnet werden wird. Die Bibel sagt uns, dass auch andere Bücher geöffnet werden. Was sind diese anderen Bücher? Haben sie irgendeine Relevanz für Sünden? Und werden diese Bücher nur für diejenigen existieren, die in der Zukunft leben werden, oder existieren sie bereits schon heute?

Beachten wir die folgende interessante Passage in Daniel 7,9-10: „Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden, und einer, der uralt war, setzte sich. Sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar auf seinem Haupt rein wie Wolle; Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder loderndes Feuer. Und von ihm ging aus ein langer feuriger Strahl. Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht wurde gehalten, UND DIE BÜCHER WURDEN AUFGETAN.“

Um welche Bücher handelt es sich?

Dr. James Moffat übersetzt: „… das Gericht wurde gehalten und die Aufzeichnungen wurden geöffnet.“

Aus dem Zusammenhang heraus scheint sich diese Bibelstelle im Buch Daniel auf die Zeit der Wiederkunft Christi zu beziehen. Dann wird ein Gericht tagen, und die Bücher werden geöffnet werden.

Eine ähnliche Aussage, die Ereignisse 1.000 Jahre nach der Wiederkunft Christi beschreibt, findet sich in Offenbarung 20,11-12. Sie bezieht sich auf diejenigen, die während der Zeit des Großen Weißen Throngerichts zu physischem Leben auferweckt werden. Wir lesen: „Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß; vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie gefunden. Und ich sah die Toten, groß und klein, stehen vor dem Thron, UND BÜCHER WURDEN AUFGETAN. Und ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, WAS IN DEN BÜCHERN GESCHRIEBEN STEHT, nach ihren Werken.“

Was sind das für Bücher?

Diese Textstelle könnte sich auf die Bücher der Bibel beziehen. Mit Sicherheit werden wir nach den Maßstäben gerichtet, die in Gottes heiligem Wort, der Bibel, offenbart sind. Aber es existiert noch eine weitere Möglichkeit, worauf sich diese Bücher beziehen könnten.

Beachten wir, wie andere Übersetzungen diese Stelle in Offenbarung 20 wiedergeben.

Die Neue Genfer Übersetzung 2011 sagt: „Es wurden Bücher aufgeschlagen, ,in denen stand, was jeder getan hatte,‘ und aufgrund dieser Eintragungen wurden die Toten gerichtet…“

Neues Leben. Die Bibel bringt es wie folgt: „Und die Toten wurden nach dem gerichtet, was in den Büchern über sie geschrieben stand, nach dem, was sie getan hatten.“

In der Neuen evangelistischen Übersetzung 2020 lesen wir: „Es wurden Bücher aufgeschlagen, in denen alle Taten aufgeschrieben sind. Und aufgrund dieser Eintragungen wurden die Toten gerichtet. Jeder bekam das Urteil, das seinen Taten entsprach.“

Und die Gute Nachricht Bibel 2000 interpretiert es folgendermaßen: „Den Toten wurde das Urteil gesprochen; es richtete sich nach ihren Taten, die in den Büchern aufgeschrieben waren.“

Angesichts dieser unterschiedlichen Übersetzungen, die allesamt anzudeuten scheinen, dass die Taten des Menschen in Büchern niedergeschrieben werden und der Mensch aufgrund dieser Taten gerichtet wird, erinnern wir uns an das, was wir bereits über das „Buch der Erinnerung“ wissen.

Rieneckers Lexikon zur Bibel, Seiten 468-469; 2.Sonderauflage 1991; 19. Gesamtauflage, führt aus: „In den Gerichtsakten Gottes, den ‚Büchern‘, ist alles festgehalten, was ein Mensch einst gedacht, gesagt und getan hat. Alles wird offenbar. Nur eine Möglichkeit gibt es, dem G[ericht] zu entrinnen und freigesprochen zu werden: Der Name muss in dem ‚anderen Buch‘, dem ‚Buch des Lebens‘ stehen.“

In Halley’s Bible Handbook heißt es: „Jede Tat und jede Motivation wird aufgezeichnet worden sein… Die ‚Bücher‘ werden die Aufzeichnungen über das Leben der Menschen enthalten.“

Der Kommentar von Jamieson, Fausset and Brown erklärt, dass die Bücher, die in Offenbarung 20 erwähnt werden, „… die Bücher der Erinnerungen Gottes [sind], sowohl der Bösen als auch der Guten… Neben dem allgemeinen Buch, das die Werke aller aufzeichnet, gibt es ein spezielles Buch für die Gläubigen, in dem ihre Namen geschrieben stehen… das Buch des Lebens des Lammes.“

Adam Clarke kommentiert: „Alle Taten der Menschen, seien sie gut oder böse, sind in einem Buch niedergeschrieben, und über alles werden sie Rechenschaft ablegen müssen.“

Herbert W. Armstrong, der verstorbene menschliche Leiter der Kirche Gottes, sprach dieses Thema 1984 in einer Predigt an. Er erklärte, dass die Bücher, die geöffnet werden, die guten und die bösen Werke enthalten, die aufgeschrieben wurden, und erwähnte in diesem Zusammenhang ausdrücklich Matthäus 12,36-37.

Nimmt man Daniel 7 und Offenbarung 20 zusammen, so scheint es, dass der Prozess, für seine aufgezeichneten Taten, ob gut oder böse, Rechenschaft ablegen zu müssen, für JEDEN gilt. Er gilt für jene, die jetzt zum Heil berufen sind UND für diejenigen, die später berufen werden. Es gilt für bekehrte Christen in diesem Leben, wie auch für jene, die in der Zweiten Auferstehung zum Leben erweckt werden.

Wie kann das sein?

Beachten wir zunächst einmal, wie Gott das Gericht über jene beschreibt, die vor der Wiederkunft Christi berufen wurden.

 

WIE BEKEHRTE CHRISTEN GERICHTET WERDEN

In Römer 14,10-12 lesen wir die Warnung des Paulus an bekehrte Christen: „Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen … So wird also jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben“ (Schlachterbibel).

Paulus spricht die Zukunft an. Wir alle WERDEN – irgendwann in der Zukunft – vor dem Richterstuhl Christi erscheinen, und wir alle WERDEN Rechenschaft darüber ablegen, was wir in diesem Leben getan haben. Beachten Sie nun 2.Korinther 5,10: „Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.“

Erinnern Sie sich an die Worte aus Maleachi 3,16 in der Elberfelder Bibel und Psalm 56,9 in der Menge Bibel? Alle Dinge, die wir getan, gesagt oder gedacht haben, wurden im Buch der Erinnerung aufgezeichnet. Wenn Sie so wollen, dann stellen Sie sich vor, dass, wenn Sie vor Christus stehen, er dieses besondere Buch aufgeschlagen vor sich liegen hat. Und auf der Grundlage dessen, was dort geschrieben steht, wird er Sie richten.

Prediger 11,9; 12,13-14 bestätigt dies: „So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend … aber wisse, dass dich Gott um das alles vor Gericht ziehen wird … Lasst uns die Hauptsumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen. Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.“

Wie wir zuvor bereits festgestellt haben, ist dieses Gericht keineswegs nur auf bekehrte Christen beschränkt. Paulus erklärt im zweiten Kapitel des Römerbriefs, dass auch die Heiden nach ihren Taten, Worten und Gedanken gerichtet werden, wenn ihre Zeit des Gerichts gekommen ist. Wir lesen von ihrem Gericht, das hauptsächlich während der Zeit des Großen Weißen Throngerichts stattfindet: „Alle, die ohne [die Erkenntnis vom] Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verloren gehen; und alle, die unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durchs Gesetz verurteilt werden … an dem Tag, an dem Gott das Verborgene der Menschen durch Christus Jesus richten wird, wie es mein Evangelium bezeugt“ (Römer 2,12.16).

JEDER wird gerichtet werden! Hebräer 9,27 sagt uns, dass es dem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, und danach das Gericht. Es trifft natürlich zu, dass das Gericht für das Haus Gottes – seine Kirche – bereits begonnen hat (1.Petrus 4,17). Aber es ist noch nicht beendet. Es gibt noch ein Gericht, das für jeden nach seinem Tod stattfindet – einschließlich für das Haus Gottes (1.Korinther 4,5).

Für bekehrte Christen wird sich dieses kommende Gericht nach dem Tod nicht mit der Frage des ewigen Lebens oder Todes befassen. Diejenigen, die in Christus sterben, werden nicht dahingehend gerichtet und bewertet, ob sie das ewige Leben erben werden, da sie den ewigen Tod nicht sehen werden (Johannes 5,24.28-29). Ihr Urteil oder ihre Abrechnung hat jedoch mit ihrem Lohn zu tun (vergleichen Sie Lukas 19,13.15-19). Und ihr Lohn wird davon abhängen, wie sie in ihrem Leben mit den „Talenten“ umgegangen sind, die ihnen durch Gottes Heiligen Geist verliehen wurden (vergleichen Sie Matthäus 25,14-23).

Wahre Christen, die in Christus gestorben sind, werden zur Zeit seiner Wiederkunft zum ewigen Leben auferweckt. Aber auch sie werden, obwohl sie zu jenem Zeitpunkt bereits unsterbliche Geistwesen sind, noch vor dem Richterstuhl Christi erscheinen müssen, um ihren Lohn zu empfangen. In Matthäus 25,19 lesen wir: „Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen.“

Die Elberfelder Bibel schreibt: „Nach langer Zeit aber kommt der Herr [Christus] jener Knechte und rechnet mit ihnen ab.“ Und zu jenen, die die Gabe des Heiligen Geistes in sich genutzt haben, um ihre Probleme zu überwinden, wird er sagen: „Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!“ (Vers 21).

Die Kehrseite trifft ebenfalls zu: Wir werden auch für die bösen Dinge, die wir getan haben, Rechenschaft ablegen müssen – Dinge, die uns daran gehindert haben, so viel zu überwinden, wie wir es hätten tun sollen. Wir lesen in Matthäus 12,36-37: „Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.“

Angesichts der Tatsache, dass wir alle in vielerlei Hinsicht versagt haben, besonders mit unserer Zunge (vergleichen Sie Jakobus 3,1-2), gibt es dann überhaupt noch Hoffnung für uns? Sünden, die wir nicht bereuen, werden zunächst einmal in Christi Buch der Erinnerung verbleiben. Die Bibel sagt uns jedoch, dass unsere Sünden aus Gottes himmlischer Aufzeichnung getilgt werden KÖNNEN. Wie können wir sicherstellen, dass diese Sünden ausgemerzt werden?

 

WIE SÜNDEN GETILGT WERDEN

Paulus erklärt den gesamten Vorgang in Hebräer 4,11-16: „So lasst uns nun bemüht sein, zu dieser Ruhe zu kommen, damit nicht jemand zu Fall komme durch den gleichen Ungehorsam. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig … und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen. Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.“

Gottes Barmherzigkeit schließt die Vergebung unserer Sünden mit ein, wenn wir im Gebet vor ihn treten und ihn darum bitten. 1.Johannes 1,8-9 sagt uns: „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“

Gott wird unsere Gebete erhören, wenn wir kühn und voller Reue vor seinen Thron der Gnade treten, ihm unsere Sünden bekennen und ihn um Vergebung bitten. Wir tun dies, indem wir anerkennen, dass Jesus Christus bereits mit seinem Blut für unsere Strafe – den ewigen Tod – bezahlt hat.

Was geschieht danach?

Kolosser 2,13-14 sagt uns: „Und er hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. Er hat den Schuldbrief [d.h. die Aufzeichnung unserer Sünden] getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet.“

Die Menge Bibel schreibt, dass Christus den „gegen uns lautenden Schuldschein… ausgelöscht“ hat.

In der Einheitsübersetzung 2016 lesen wir, dass Christus „den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen [d.h. den ewigen Tod], die uns anklagten, aufgehoben“ hat.

Wenn unsere Sünden vergeben sind, werden sie „getilgt“, „ausgelöscht“ oder „durchgestrichen“. Apostelgeschichte 3,19 sagt uns: „Ändert also euren Sinn und bekehrt euch, damit getilgt werden eure Sünden“ (Pattloch Bibel 1979).

Dieser Ausdruck, „getilgt“, ist äußerst bemerkenswert. Wie wir uns erinnern, sagte Christus in Offenbarung 3,5, dass er die Namen der wahren Christen nicht aus dem Buch des Lebens „austilgen“ wird, solange sie überwinden und ihm treu bleiben. Der gleiche Begriff, „[aus]tilgen“, wird in 2. Mose 32,32-33 verwendet, wo Gott sagt, dass er den reuelosen Sünder aus seinem Buch des Lebens „tilgen“ wird. Im Kontrast hierzu wird uns in Apostelgeschichte 3,19 gesagt, dass Gott unsere aufgezeichneten SÜNDEN aus seinem Buch der Erinnerung tilgen wird, WENN WIR BEREUEN und SEINE Gnade empfangen, sodass unsere Sünden vergeben werden können.

Wir finden diese Tatsache in Jesaja 43,25 bestätigt: „Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.“ Diese Verheißung wird in Jeremia 50,20 wiederholt: „Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels suchen, spricht der HERR, aber es wird keine da sein, und die Sünden Judas, aber es wird keine gefunden werden; denn ich will sie vergeben denen, die ich übrigbleiben lasse.“

Wenn Gott unsere Sünden vergibt, dann tilgt er sie aus seinem Buch der Erinnerung. Selbst wenn jemand in diesem Buch nach ihnen suchen würde, so könnten sie doch nicht gefunden werden. Gott löscht sie nicht nur aus seinen schriftlichen Aufzeichnungen, er löscht sie auch aus seiner eigenen Erinnerung in dem Sinne, dass er nicht mehr an sie denkt und sie gegen uns vorbringt.  In Jeremia 31,34 lesen wir: „… denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“

Auf der anderen Seite gilt: Wenn Sünden nicht bereut werden, so bleiben sie in Gottes Aufzeichnungen UND in Gottes Erinnerung erhalten und stehen weiterhin gegen uns. Sie werden nicht ausgetilgt werden. Nehemia 3,37 sagt uns: „Decke ihre Missetat nicht zu, und ihre Sünde tilge nicht vor dir…“

Bemerkenswert ist ebenfalls die Verwendung des Begriffs „zudecken“ im Hinblick auf die „Missetat“. Paulus verwendet diesen Begriff auch in Römer 4,7, wo er aus Davids Schriften in den Psalmen zitiert: „Glückselig sind die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind“ (Schlachterbibel).

Wie werden unsere Sünden zugedeckt? Die Formulierung legt nahe, dass das Blut Christi sie „zudeckt“ oder „bedeckt“, da wir alleine durch das vergossene Blut Christi Vergebung der Sünden erlangen können. Es wird der Eindruck vermittelt, dass man die aufgezeichneten Sünden nicht mehr erkennen, finden oder lesen kann, weil das Blut Christi sie „zudeckt“.

 

WIE MAN SATAN ÜBERWINDET

Wenn wir all diese Konzepte zusammennehmen, dann sind wir in der Lage, eine bedeutsame Bibelstelle im zwölften Kapitel des Buches der Offenbarung besser zu begreifen. Zunächst wird uns gesagt, dass Satan, „der Verkläger unserer Brüder […] verworfen [ist], der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott“ (Vers 10). Weiter heißt es in Vers 11: „Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt, bis hin zum Tod.“

WAS waren die Anklagen Satans? Dass die Geschwister gesündigt hatten.

WIE überwanden sie die Anklagen Satans „durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses“? Sie überwanden Satan, indem sie Gott ihre Sünden bekannten („durch das Wort ihres Zeugnisses“) und um Vergebung für ihre Sünden baten. Sie taten dies, indem sie das Opfer Christi als ausreichende Bezahlung beanspruchten („durch des Lammes Blut“). Und so wie Satan sie „Tag und Nacht“ verklagte, so beteten sie „Tag und Nacht“ um Vergebung (vergleichen Sie Lukas 18,7).

WARUM vergab Gott ihnen ihre Sünden? Weil sie aufrichtige und WAHRHAFTIGE REUE zeigten! Dies manifestierte sich darin, dass sie bereit waren, alles für Gott aufzugeben, wenn nötig auch ihr physisches Leben („[sie] haben ihr Leben nicht geliebt bis hin zum Tod“).

Die Anschuldigungen Satans wurden zurückgewiesen, weil keine Sünde mehr erkennbar oder auffindbar war. Die Sünden waren aus Gottes himmlischem Buch der Erinnerung getilgt oder ausgelöscht worden. Sie waren durch das Blut des Lammes zugedeckt worden. Satan hatte keinen Grund mehr, die Geschwister anzuklagen. Es gab sozusagen keine „Beweise“ mehr für die Missetaten, weil diese von Gott selbst aus den himmlischen Aufzeichnungen gelöscht worden waren.

Alles, was im Buch der Erinnerung verblieb, waren die guten Taten und Gedanken des einzelnen Christen. Aus diesem Grund müssen wir heute sicherstellen, dass wir in Zeiten der Not vor den Gnadenthron Gottes treten und um seine Vergebung bitten, damit unsere Sünden durch Gott den Vater und Jesus Christus vergeben, getilgt und vergessen werden können. Sie sind IMMER gewillt, uns unsere Sünden zu vergeben, wenn wir aufrichtig bereuen und bereit sind, unsere Wege zu ändern. Einzig die „unvergebbare Sünde“ wird nicht vergeben werden (siehe Kapitel 5).

Wenn die große Schar der Menschen während der Zeit des Großen Weißen Throngerichts auferweckt wird, um Gottes Wort gelehrt zu bekommen und mit ihren aufgezeichneten Sünden konfrontiert zu werden, dann werden die meisten Menschen tief und aufrichtig bereuen, was sie getan haben. Sie werden Vergebung erlangen, und ihre Sünden werden aus den himmlischen Aufzeichnungen getilgt werden, genau wie die unseren heute und die Sünden derer, die noch vor der Zeit des Großen Weißen Throngerichts berufen werden. Das Buch des Lebens wird für sie geöffnet werden. Und nach einer gewissen Zeit des Lebens im Fleisch, der Überwindung ihrer fleischlichen Natur und ihrer schlechten Angewohnheiten, werden auch sie in der Lage sein, ihr potenzielles Erbe des ewigen Lebens im Reich oder der Familie Gottes zu erlangen. Und ihr Lohn wird sich, wie bei uns heute, nach dem bemessen, in welchem Grade sie überwunden haben.

VIELE SIND BERUFEN, ABER WENIGE SIND AUSERWÄHLT

Die Bibel lehrt, dass Gott in der heutigen Zeit nur sehr wenige zum Heil beruft. Diejenigen, die auf ihre Berufung reagieren und sich bekehren, werden als Erstlinge oder Erstfrüchte bezeichnet (vergleichen Sie Jakobus 1,18; Offenbarung 14,4). Manche versuchen, das biblische Konzept der Vorherbestimmung, so wie es in dieser Broschüre erklärt wird, zu widerlegen, indem sie behaupten, dass Gott nicht im Voraus weiß, wen er berufen und erwählen wird. Stattdessen behaupten sie, dass Gott viele aufgrund ihres früheren Verhaltens in diesem Leben „beruft“, und dass er dann entscheidet, jene auszuwählen oder anzunehmen, die auf ihre Berufung reagieren, während er diejenigen zurückweist, die ihre Berufung ablehnen.

Diejenigen jedoch, die heute wahrhaft berufen sind, waren Gott vorher bekannt und Gott hat sie zuvor vorherbestimmt, in diesem Leben berufen zu werden (Römer 8,28). Sie wurden auserwählt, BEVOR sie richtig oder falsch gehandelt hatten – das heißt, sie wurden NICHT aufgrund ihrer Werke berufen (vergleichen Sie Römer 9,11-12; 2.Timotheus 1,8-9). Jene, die wahrhaft berufen sind, sind auch auserwählt und treu oder „gläubig“ (vergleichen Sie Offenbarung 17,14; rev. Lutherbibel 2017 und Elberfelder Bibel). Die Bibel lehrt keineswegs, dass Gott heute zwar viele zum Heil beruft, die meisten jedoch ihre Berufung ausschlagen und nur einige wenige darauf reagieren und zu Auserwählten und Gläubigen werden. Wenn das wahr wäre, dann hätten diejenigen, die ihre geistliche Berufung zum ewigen Heil abgelehnt haben, die unvergebbare Sünde begangen – und das ist ganz eindeutig verkehrt. Heute beruft und erwählt Gott nur wenige (vergleichen Sie 1.Korinther 1,26-29), und wenn er sie zur wahren Bekehrung leitet, dann werden sie ihm zum größten Teil treu bleiben (obwohl es möglich ist, dass einige, die wahrhaftig zum Heil berufen sind, die unvergebbare Sünde begehen).

Es ist selbstverständlich richtig, dass der Erwählungsprozess Gottes mit der Manifestation unserer Berufung beginnt, jedoch endet er keineswegs damit (2.Petrus 1,10). Diejenigen, die von Gott berufen sind und deren Namen in Gottes Buch des Lebens geschrieben stehen, sind Gottes „auserwähltes“ Geschlecht oder Volk (1.Petrus 2,9; Apostelgeschichte 9,15; und auch Jakobus 2,5 in der Elberfelder Bibel). Sie sind „die Auserwählten“ (Matthäus 24,24.31). Wir lesen in Epheser 1,3-5, dass „der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus … uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt … Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus“ (Schlachterbibel).

Wir lesen ebenfalls in 2.Thessalonicher 2,13-14: „Wir aber sind schuldig, Gott allezeit für euch zu danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an erwählt hat zur Errettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus“ (Elberfelder Bibel).

Wenn die Bibel von der Vorherbestimmung derer spricht, die in der heutigen Zeit wahrhaftig zum Heil “berufen“ sind, so umfasst dies ebenfalls das Konzept, dass diese Menschen dazu „ausersehen“ sind, zu den „Auserwählten“ gezählt zu werden.

Christus sagt in Johannes 15,16.19: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat … ich habe euch aus der Welt heraus erwählt. Das ist der Grund, warum sie euch hasst“ (Neue Genfer Übersetzung 2011). Gott beruft uns in sein eigenes Reich und zu seiner Herrlichkeit (1.Thessalonicher 2,12). Es wird uns auch gesagt: „Treu ist er, der euch beruft; er WIRD ES auch TUN“ (1.Thessalonicher 5,24; Schlachterbibel). Wir sind „Berufene Jesu Christi“ – die „berufenen Heiligen“ (Römer 1,6.7; 8,28; Elberfelder Bibel). Judas 1 nennt uns „die Berufenen, die durch Gott, den Vater, geheiligt und in Jesus Christus bewahrt sind“ (Schlachterbibel). In Hebräer 3,1 werden wir als „heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung“ (Elberfelder Bibel) bezeichnet. Und in 2.Petrus 1,10 werden die wahren Jünger Gottes ermahnt, ihre „Berufung und Erwählung festzumachen“. Gleichzeitig lesen wir in Markus 13,20 von der bevorstehenden Großen Trübsal: „Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er diese Tage verkürzt“ (Menge Bibel).

Wir sehen also, dass diejenigen, die wirklich zum Heil „berufen“ sind, auch als „Erwählte“ oder „Auserwählte“ bezeichnet werden.

Was aber meinte Christus, als er sagte, dass viele berufen, aber wenige auserwählt sind (vergleichen Sie Matthäus 22,14, sowie Matthäus 20,16; neue Lutherbibel 2009; Schlachterbibel; Elberfelder Bibel; Menge Bibel)?

Wie jede Wortanalyse zeigen wird und wie wir in dieser Broschüre erklären, verwendet die Bibel das Wort „berufen“ auf viele verschiedene Arten. Einige wurden von Gott zu einem bestimmten Zweck berufen – nicht jedoch zum Heil. In Matthäus 22,14 zum Beispiel hat das Konzept, „berufen“ zu sein, die Bedeutung, zur Hochzeit als Gäste eingeladen zu sein (Vers 3). Allerdings beschränkt sich das Gleichnis weder auf die zum ewigen Heil Berufenen, noch bezeichnet es die zur Hochzeit Eingeladenen als die Braut oder die „Frau“ des Lammes (so wie es in Offenbarung 19,7 der Fall ist). Vielmehr waren die Eingeladenen „Gäste“. Diese Gäste, die in den Versen 3 bis 8 erwähnt werden, scheinen das alttestamentliche Israel zu beschreiben – die leiblichen Nachkommen Abrahams – sowie die religiösen Führer zur Zeit des ersten Kommens Christi. Wir müssen begreifen, dass dem alttestamentlichen Israel das ewige Heil niemals angeboten wurde. Dennoch sagt die Bibel, dass sie alle zur Hochzeit berufen wurden. Allerdings nicht in dem Sinne, dass sie zum ewigen Heil „berufen“ wurden – sondern lediglich als „Gäste“.

Sie waren dazu berufen, auf einer physischen Ebene eine Beziehung zu Gott zu haben, jedoch lehnten sie sogar diese Art von Beziehung ab (vergleichen Sie Matthäus 21,33-46, insbesondere die Verse 43 und 45, die verdeutlichen, dass Christus von den Pharisäern und Hohenpriestern sprach). Lukas 13,34 offenbart, dass Christus die Kinder Jerusalems oftmals versammeln wollte, jedoch waren sie nicht gewillt, diese physische „Berufung“ anzunehmen, sondern sie zogen es vor, die Propheten zu töten und diejenigen zu steinigen, die zu ihnen gesandt wurden.

Bitte beachten Sie ebenfalls Matthäus 8,11-12: „Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern.“ Christus wendet sich hier an die Pharisäer und Hohenpriester und nennt sie die „Kinder des Reichs“. Aber sie waren nie zum Heil berufen. Die Tatsache, dass sie in die Finsternis hinausgestoßen werden, bedeutet keineswegs, dass sie die unvergebbare Sünde begangen haben. Es bedeutet jedoch, dass sie bei der ersten Wiederkunft Christi nicht in das Reich Gottes eingehen werden (vergleichen Sie die Parallelstelle in Lukas 13,28-30, die zeigt, dass sie, die dachten, sie würden „die Ersten“ im Reich sein, tatsächlich „die Letzten“ sein werden. Ihre Chance, sich zu einem späteren Zeitpunkt zu qualifizieren, werden sie, wie in dieser Broschüre besprochen, noch erhalten).

Dies zeigt uns, dass viele, einschließlich die modernen Häuser Israels und Judas, zu einer physischen Beziehung mit Gott „berufen“ sind. Jedoch sind heute nur wenige dazu auserwählt, eine geistliche Beziehung mit Gott zu haben, die zum ewigen Leben führt.

Der Zusammenhang der Worte Christi in Matthäus 20,16, dass viele berufen, aber wenige auserwählt sind, bezieht sich auf unterschiedliche Funktionen und Ämter in der Kirche und potenziell im Reich Gottes. Während alle bekehrten Christen von Gott zum Heil berufen wurden, besitzt doch nicht jeder in der Kirche das gleiche Amt oder die gleiche Funktion. Einige sind dazu auserwählt, bestimmte Funktionen zu übernehmen. Manche sind dazu auserwählt, Apostel, Evangelisten, Pastöre, Älteste oder Diakone zu sein, während andere nicht zu solchen Funktionen bestimmt sind. Auch, was die Zukunft betrifft, könnten einige, die erst wenige Jahre vor ihrem Tod berufen und auserwählt wurden, eine höhere Position im Reich Gottes haben als andere, die „in der Kirche aufgewachsen“ sind und ihr ganzes Leben lang in der Gemeinschaft der Gläubigen verbracht haben.

Nichts von alledem schmälert die Wahrheit, dass Gott diejenigen vorherbestimmt hat, die er in dieser Zeit wahrhaftig zum Heil beruft. Im Gleichnis von dem Sämann, in Matthäus 13,18-23, werden vier Arten von Menschen erwähnt, die alle das Wort Gottes hören. Aber nur eine Person nimmt das Wort an und bringt Frucht (Vers 23), während die anderen drei aufgeben und abfallen. Bedeutet das, dass sie alle wirklich von Gott zum Heil berufen worden waren? Und bedeutet es, dass Gott überrascht war, als die ersten drei abfielen, obwohl er sie doch dazu vorherbestimmt hatte, in dieser Zeit berufen zu werden? Wohl kaum! Gott wusste sehr wohl, dass nur die vierte Person auf seine Berufung reagieren und ihr folgen würde, denn Gott kennt die Herzen und Gedanken der Menschen. Nur die vierte Person war dazu vorherbestimmt, in diesem Leben berufen und auserwählt zu werden.

Wenn Gott vorherbestimmt hat, jemanden in diesem Leben wahrhaftig zum ewigen Heil zu berufen, dann hat er diese Person auch vorherbestimmt, auserwählt zu werden, in der Erwartung, dass sie treu und fest bleiben wird. Viele, die denken mögen, dass sie von Gott zum Heil berufen seien, sind in Wirklichkeit gar nicht berufen (Matthäus 7,21-23; Matthäus 15,13).

 

Kapitel 5

DIE UNVERGEBBARE SÜNDE

 

Wir alle haben schon einmal von der unvergebbaren oder unverzeihlichen Sünde gehört. Wenn es jedoch darum geht, eine wahrheitsgemäße Erklärung dafür zu vermitteln, was diese Sünde tatsächlich ist, dann besitzen nur sehr wenige das richtige Verständnis.

Das orthodoxe Christentum hat in dem Versuch, Angst in den Herzen seiner Anhänger zu schüren, erklärt, dass diejenigen, die die unvergebbare Sünde begehen, auf ewig im Höllenfeuer leben und die unendlichen Qualen der Folter und Strafe erleiden müssen. Die Schreie derer, die jetzt angeblich in der Hölle sind, steigen in Qual und Verzweiflung zum Himmel empor – aber man hört sie im Himmel nicht, weil die „geretteten Seelen“, die angeblich im Himmel sind, jedes Bewusstsein für und jedwede Erinnerung an die Existenz der unglücklichen Seelen, die in der Hölle leiden, verloren haben. So umgeht das orthodoxe Christentum – vor allem der Protestantismus – die quälende Frage, wie die „Erlösten“ denn in Glückseligkeit und Freude leben können, während sie hören, wie ihre Lieben in der Hölle auf immer und ewig gequält werden.

Der römische Katholizismus hat einen anderen „Ausweg“ angeboten. Er lehrt, dass jene „Seelen“, die sich angeblich im Fegefeuer oder in der Hölle befinden, befreit werden können. Dies ist u.a. deshalb möglich, wenn Gott von denjenigen, die hier auf der Erde zurückbleiben, genügend Gebete dargebracht werden, SOFERN sie dies oft und regelmäßig über viele, viele Jahre hinweg tun. Es werden also Messen für die Toten abgehalten, um die Erinnerung an ihr Leiden in der Hölle zu bewahren. Gleichzeitig aber haben wir noch von keinem gläubigen Katholiken gehört, der nach den Worten der Priester bei der Beerdigung zum Zeitpunkt seines Todes nicht in den Himmel gekommen ist. Der Katholizismus hat es versäumt, dieses offensichtliche Paradox zu erklären. Genauso wie er es versäumt hat, zu erklären, wie ein Toter den ewigen Schlaf schlafen kann, während er gleichzeitig im Himmel lebt. Und warum sollte es eine Auferstehung von den Toten zur Zeit der Wiederkunft Christi geben, wenn doch die Seele bereits in Glückseligkeit, Pracht und Glück im Himmel lebt? In jedem Fall würde nichts von alledem auf diejenigen zutreffen, die die unvergebbare Sünde begangen haben. Nach dem Katholizismus sind diese dazu verdammt, für immer und ewig in der Hölle gequält zu werden.

Der Protestantismus, insbesondere der sogenannte Fundamentalismus, der nicht an ein Fegefeuer oder eine Vorhölle glaubt, lehrt, dass jeder, der Jesus Christus in diesem Leben nicht angenommen hat, die unvergebbare Sünde begangen hat. Er ist verdammt zu niemals endender Qual im Höllenfeuer. Der römische Katholizismus ist „flexibler“ und lässt ein Fegefeuer zu. Aber auch er scheint zu lehren, dass man die Dreieinigkeit, Jesus Christus und wohl auch die Jungfrau Maria in diesem Leben annehmen muss, um den Qualen der Hölle zu entkommen.

Einige moderne Strömungen behaupten andererseits, dass es überhaupt keine unvergebbare Sünde gibt. Sie sagen, dass ausnahmslos JEDER Mensch gerettet werden und das ewige Leben erlangen wird.

Die Bibel lehrt jedoch nichts von alledem. Gemäß Gottes geschriebenem Wort kommt der Mensch nach seinem Tod weder in den Himmel, noch lebt er weiter in der Hölle, im Fegefeuer oder der Vorhölle. Er besitzt keine unsterbliche Seele. In der Tat sagt Gott, dass der Mensch eine sterbliche Seele IST (Hesekiel 18,4; Schlachterbibel; Elberfelder Bibel). Der Mensch schläft einen „Schlaf“ des Todes – ohne Bewusstsein – in Erwartung der Auferstehung von den Toten. Es gibt kein Fegefeuer, keine Hölle in der Art, wie sie vom orthodoxen Christentum gelehrt wird, und keine zwingende Voraussetzung für jeden Menschen, Christus in diesem Leben anzunehmen. Tatsächlich sind die meisten Menschen nicht vorherbestimmt, heute zum Heil berufen zu werden. Sie werden ihre Chance zu einem späteren Zeitpunkt erhalten, während des Millenniums (sofern sie die schreckliche Zeit unmittelbar vor der Wiederkunft Christi überlebt haben) oder (für diejenigen, die vorher gestorben sind) während des Zeitraums des Großen Weißen Throngerichts – eines biblischen Konzeptes, das sich dem orthodoxen Christentum entzieht.

Es gibt eine unvergebbare Sünde, die zum ewigen Tod führen wird. Johannes sagt uns in 1.Johannes 5,16-17: „Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tode, so mag er bitten, und Gott wird ihm das Leben geben – denen, die nicht sündigen zum Tode. Es gibt aber eine Sünde zum Tode; bei der sage ich nicht, dass jemand bitten soll. Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; aber es gibt Sünde nicht zum Tode.“

Die Strafe für jede Sünde – unabhängig vom „Grad“ derselben – ist der Tod (Römer 6,23). Das bedeutet, selbst eine Sünde wie Trunkenheit zieht die Todesstrafe nach sich (vergleichen Sie 1.Korinther 6,9-10; Galater 5,19-21). Wenn wir aber unsere Sünden bereuen, so erhalten wir Vergebung – das heißt, die Todesstrafe wird aufgehoben. Die Sünde, die nicht zum Tod führt, ist die Sünde, die bereut wird. Die Sünde, die zum Tod führt, ist die unvergebbare Sünde – eine Sünde, die der Sünder nicht bereuen kann, weil er nicht bereuen will! Die Bibel lehrt, dass diejenigen, die die unvergebbare Sünde begehen, vernichtet werden. Sie werden nicht für immer und ewig im Höllenfeuer leiden, aber das Höllenfeuer – Gehenna im Griechischen – wird sie verbrennen, schnell, innerhalb weniger Sekunden. Ihr Schicksal ist eine ewige Strafe, also eine Strafe mit ewigen Folgen, keineswegs eine ewig andauernde Bestrafung. Sie werden aufhören zu existieren, und es wird so sein, als hätten sie niemals gelebt! Sie werden zu Asche werden. Innerhalb eines kurzen Augenblicks werden sie vollständig verbrannt sein.

Auch wenn die Strafe bei weitem nicht so schrecklich ist, wie sie im orthodoxen Christentum dargestellt wird, so ist sie dennoch furchtbar. Schließlich wird diesen Menschen die Möglichkeit genommen, für immer und ewig als Gottwesen mit Gott dem Vater und Jesus Christus zu leben – die Möglichkeit, in vollständiger Harmonie und Glück zu existieren und ein produktives Leben zu führen, das vollkommen erfüllend ist. Niemand sollte sich über das Schicksal derer freuen, die die unvergebbare Sünde begehen, und wir sollten sie um jeden Preis vermeiden!

Also, was ist diese Sünde genau und wie begehen wir sie?

Die unvergebbare Sünde kann jede Sünde sein, die wir begehen, WENN sie unsere absichtliche, böswillige, vorbestimmte, willentliche und hasserfüllte Entscheidung widerspiegelt, gegen Gott zu rebellieren. Damit manifestiert sich eine Lebensweise, die in böswilligem Gegensatz zu Gottes Wahrheit steht – der Wahrheit, die wir klar verstanden, akzeptiert und angenommen, aber dann verworfen haben. Es ist eine Sünde, die nicht bereut werden kann, weil der Sünder, der sie begeht, nicht bereuen will! Er hat beschlossen, dass er Gott nicht gehorsam sein will, und dass er Gott und seinen Lebensweg hasst! Satan ist das Musterbeispiel für jemanden, der die unvergebbare Sünde begangen hat. Er ist Gottes unerbittlicher Feind geworden. Er hasst alles, wofür Gott steht, und ist bereit, gegen Gott zu kämpfen, um dessen Herrschaft und seine Regierung zu stürzen. Er ist der Zerstörer – der gottlose und böse Fürst dieser Welt!

Dies bedeutet, dass nicht jede Sünde die unvergebbare Sünde ist. Wie wir bereits gelesen haben, gibt es Sünden, die nicht zum ewigen Tod führen. Wir ALLE sündigen – und die Strafe für die Sünde ist der ewige Tod. Aber wir können vor dem ewigen Tod gerettet werden, wenn wir unsere Sünden bereuen und das Opfer Christi annehmen, um Vergebung zu erlangen. Es gibt niemanden, der nicht sündigt. Wenn wir aber sündigen und danach zur Besinnung kommen, dann sollen wir die Sünde bereuen. Wir sollen uns wünschen, es nicht getan zu haben, den anderen Weg zu gehen und den Wunsch hegen, es nie wieder zu tun. Wir lieben Gott und seinen Lebensweg noch immer und wir hassen Gott nicht, wenn er uns sagt, wir sollen eine bestimmte Sünde nicht begehen! Gottes Vergebung ist kein Freibrief, um in der Sünde fortzufahren – aber durch aufrichtige Reue können wir Vergebung für unsere Sünden erlangen.

Dies ist eine völlig andere Gesinnung als die, die Satan hat.

ABER, Satans Gesinnung nahm keineswegs mit seiner hasserfüllten, rebellischen Einstellung, die er heute hat, ihren Anfang. Er hat sich diese Einstellung ANGEEIGNET, eine Haltung, die mit nur EINER Sünde begann – der Sünde des Hochmuts (vergleichen Sie Hesekiel 28,17)! Er bereute diese eine Sünde nicht, was wiederum zu weiteren Sünden führte, bis seine GESAMTE EINSTELLUNG EINE EINSTELLUNG DES HASSES GEGEN GOTT GEWORDEN WAR!

 

WIE ES BEGINNT…

In Römer 1 erklärt Paulus, wie Menschen die unvergebbare Sünde begehen können. Obwohl Paulus hier allgemein über Heiden spricht, die eine gewisse Erkenntnis von Gottes Existenz hatten, so kann diese Passage auch auf die wahren Nachfolger Gottes angewendet werden.

Zuallererst müssen sie Gott kennen (Römer 1,21; Elberfelder Bibel). Sie wissen auch um das gerechte Urteil Gottes (Vers 32), jedoch versäumen sie es, Gott zu verherrlichen (Vers 21; Elberfelder Bibel). Wir sehen also, dass die unvergebbare Sünde mit Nachlässigkeit BEGINNT. Wird sie nicht bereut, dann führt diese Nachlässigkeit, Gott zu verherrlichen, zu weiteren Problemen. Und so, nachdem sie es unterlassen haben, Gott zu verherrlichen, versäumen sie als Folge davon, Gott zu danken (Vers 21; Elberfelder Bibel).

Aus einer solchen andauernden Nachlässigkeit wird eine bestimmte Einstellung erwachsen. Wir lesen, dass ihre Gedanken oder Überlegungen beginnen, sich mit Nichtigkeiten oder Torheit abzugeben (Vers 21; Elberfelder Bibel) und dass ihre unverständigen Herzen verfinstert werden (Vers 21).

Wenn dieser Prozess eintritt und man nicht von dieser Gesinnung umkehrt, dann ist man in ernsthafter Gefahr. In Römer 1,25 werden weiterhin Menschen beschrieben, die „Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt“ oder die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauscht haben (Schlachterbibel).

Römer 1,28 fährt darin fort, zu zeigen, dass die Menschen nicht einmal mehr „Gott der Anerkennung würdigten“ (Schlachterbibel) oder, wie es die revidierte Lutherbibel 2017 bringt, „es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen“, so dass sie schließlich, wie Vers 30 deutlich macht, Gott HASSEN werden (Hoffnung für Alle; Die Gute Nachricht). Nun haben sie Gott, seinen Lebensweg, und seine Autorität über ihr Leben vollständig und endgültig abgelehnt. Sie haben sich mit vorsätzlichem Hass und Bosheit dazu entschlossen, ein Leben nach ihren eigenen Werten und Maßstäben zu führen—ein Leben, das in eindeutigem Widerspruch zu Gottes Geboten steht, die sie einmal klar verstanden und ursprünglich freudig angenommen hatten. Sie haben die unwiderrufliche Entscheidung getroffen, ihr Verhalten und ihren Hass auf Gott und seine Werte NICHT zu bereuen, und alles begann mit der Nachlässigkeit, das Richtige zu tun.

 

HEBRÄER 6,4-6

Beachten wir, wie die Bibel die unvergebbare Sünde in verschiedenen Bibelstellen beschreibt und definiert.

Hebräer 6,4-6 sagt uns: „Denn es ist unmöglich, solche, die einmal die Erleuchtung empfangen und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das köstliche Gotteswort und die Kräfte der zukünftigen Welt gekostet haben und dann doch abgefallen sind, noch einmal zur Sinnesänderung zu erneuern, weil sie für ihre Person den Sohn Gottes von neuem kreuzigen und ihn der Beschimpfung preisgeben“ (Menge Bibel).

Beachten Sie, wie die unvergebbare Sünde begangen wird: Die Menschen fallen ab. Es heißt wörtlich, dass sie „den Abfall“ oder die „Apostasie“ begehen. Sie hatten einmal die Erleuchtung empfangen, die himmlische Gabe geschmeckt, waren des Heiligen Geistes teilhaftig geworden, hatten das köstliche Gotteswort verstanden und praktiziert und die Kräfte der zukünftigen Welt gekostet.

Wenn solche Menschen abfallen, ist es für sie unmöglich, ERNEUT zur Reue zu gelangen. Sie HATTEN einst bereut, aber jetzt sind sie an einem Punkt angelangt, an dem sie nicht mehr bereuen wollen. Sie wollen das Opfer Christi zur Vergebung ihrer Sünden nicht mehr annehmen. Reue ist ein Geschenk Gottes, aber es ist an uns, dieses Geschenk anzunehmen. Wenn wir die Reue nicht annehmen und sodann in unserem Leben anwenden, dann zwingt Gott sie uns keineswegs auf. Es scheint also mit Trägheit, mangelndem Eifer und Gleichgültigkeit zu BEGINNEN (vergleiche Verse 11 und 12). Es ENDET mit der Unmöglichkeit, umzukehren, weil man nicht mehr umkehren will. Paulus spricht hier eindeutig von Menschen in der Kirche – Menschen, die einst Gottes Geist in sich wohnen HATTEN.

 

HEBRÄER 10,26-29

Hebräer 10,26-29 sagt uns: „Denn wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit erlangt haben, so bleibt uns fortan kein Opfer für die Sünden mehr übrig, sondern nur ein angstvolles Warten auf das Gericht und die Gier des Feuers, das die Widerspenstigen verzehren wird… eine wieviel härtere Strafe, denkt doch, wird dem zuerkannt werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt worden ist, für wertlos geachtet und mit dem Geist der Gnade Spott getrieben hat!“ (Menge Bibel).

Beachten Sie noch einmal, wie die unvergebbare Sünde begangen wird. Menschen sündigen vorsätzlich, NACHDEM sie die ERKENNTNIS DER WAHRHEIT erlangt haben! Sie treten den Sohn Gottes mit Füßen! Sie erachten das Blut des Bundes für wertlos, durch das sie geheiligt oder für einen heiligen Zweck ausgesondert wurden. Und sie treiben ihren Spott mit dem Heiligen Geist der Gnade! Sie wollen nicht ERNEUT Reue zeigen und das Opfer Christi zur Vergebung ihrer Sünden annehmen. Aus diesem Grund ist für sie kein weiteres Opfer möglich.

Wiederum sehen wir, dass sich dies auf Gottes Volk in der Kirche bezieht – diejenigen, die Gottes Heiligen Geist in sich wohnen hatten. Aber sie haben ihn abgelehnt und deshalb Gottes Geist wieder verloren. Dies zu begreifen ist eine ernsthafte, ernüchternde Angelegenheit.

Paulus gibt spezifische Warnungen, wie wir die Möglichkeit, die unvergebbare Sünde zu begehen, VERMEIDEN können. Dazu gehört, dass wir die Versammlungen der Kirche nicht verlassen (Vers 25), dass wir unser Vertrauen nicht wegwerfen (Vers 35), und dass wir nicht in die Verdammnis zurückweichen (Vers 39). Vielmehr ermutigt er uns, folgende Dinge zu tun: Wir sollen im Gebet kühn und freimütig vor Gott treten und darauf vertrauen, dass er unsere Gebete hört und erhört (Vers 19; Elberfelder Bibel und neue Lutherbibel 2009). Wir müssen an dem Bekenntnis unserer Hoffnung festhalten, ohne zu wanken (Vers 23). Wir sollen einander zur Liebe anreizen (Vers 24), weiterhin der früheren Tage gedenken, als wir berufen wurden (Vers 32), und wir müssen zur Errettung unserer Seele glauben (Vers 39).

 

2.PETRUS 2,18-21

Eine weitere Bibelstelle, die den Begriff der unvergebbaren Sünde anspricht, findet sich in 2.Petrus 2,18-21: „Denn sie reden stolze Worte, hinter denen nichts ist, und reizen durch Unzucht zur fleischlichen Lust diejenigen, die kaum entronnen waren denen, die im Irrtum ihr Leben führen, und versprechen ihnen Freiheit, obwohl sie selbst Knechte des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwunden ist, dessen Knecht ist er geworden. Denn wenn sie durch die Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus entflohen sind dem Unrat der Welt, werden aber wiederum in diesen verstrickt und von ihm überwunden, dann ist’s mit ihnen am Ende ärger geworden als vorher. Denn es wäre besser für sie gewesen, dass sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, als dass sie ihn kennen und sich abkehren von dem heiligen Gebot, das ihnen gegeben ist.“

Diese Verse richten sich in erster Linie an falsche Lehrer oder Prediger, die in der Kirche Gotteslästerliches lehren. Sie waren dem Unrat dieser Welt durch die Erkenntnis des HERRN und Heilands JESUS CHRISTUS entkommen. Sie HATTEN einst Gottes Geist – den Geist, der ihnen diese Erkenntnis gab –, aber sie verwarfen ihn und wurden zunächst wieder in dem Unrat dieser Welt verstrickt und schließlich davon überwunden!

Petrus sagt hier, dass es besser für sie gewesen wäre, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, denn dann hätten sie zu einem späteren Zeitpunkt immer noch eine Chance gehabt, von Gott berufen zu werden. Sie KANNTEN die Wahrheit, aber haben sie leider ABGEWIESEN und sich von dem heiligen Gebot abgewandt, das ihnen gegeben, anvertraut und offenbart worden war. Dieser Abschnitt zeigt detailliert, WIE Menschen die unvergebbare Sünde begangen haben – Sie KANNTEN und VERSTANDEN Gottes Lebensweg, gingen ihn für eine Zeit lang und kosteten dadurch die Kräfte der kommenden Welt, aber dann wandten sie sich für immer davon ab.

 

MATTHÄUS 12,31-32

Beachten wir nun die folgende Warnung Christi an die Pharisäer, in Matthäus 12,31-32: „Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den [Heiligen] Geist wird nicht vergeben… weder in dieser noch in jener Welt.“

Christus warnte sie, dass man keine Vergebung erhält, wenn man den Heiligen Geist lästert (vergleichen Sie auch Markus 3,28-29). Was hat er damit gemeint?

Wir müssen den Zusammenhang beachten, in dem dies zum Ausdruck kommt. Christus hatte durch die Kraft Gottes Dämonen ausgetrieben (Matthäus 12, 22-23.28). Die Pharisäer wussten das. Der Pharisäer Nikodemus hatte Christus in Johannes 3,2 gesagt: „…Meister, wir [die Pharisäer] wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.“ Aber sie waren neidisch auf Christus (vergleichen Sie Matthäus 27,18), und so erzählten sie dem Volk, dass Christus mit Hilfe des Satans Dämonen austreibe (vergleichen Sie Matthäus 12,24). Sie wussten, dass dies eine Lüge war! Sie wussten, dass sie mit dieser Behauptung die Kraft von Gottes Heiligem Geist lästerten oder ablehnten – die einzige Kraft, die uns bekehren und in uns ein besseres Herz hervorbringen kann.

Christus sprach hier gleich mehrere Probleme an. Er warnte die Pharisäer, dass sie aufgrund ihrer Worte gerichtet werden würden (Verse 36-37). Er warnte sie ebenfalls, dass Lästerung gegen den Heiligen Geist – das absichtliche, vorsätzliche, hasserfüllte und böswillige Leugnen und Ablehnen des Wirkens von Gottes Heiligem Geistes – nicht vergeben werden würde. Der Grund ist eindeutig: Wenn jemand DIE GABE des Heiligen Geistes ABLEHNT, der allein Reue und Bekehrung bewirken kann, dann wird Gott seine Gabe niemandem aufzwingen.

Die Nelson Study Bible kommentiert: „Die Sünde, die nicht vergeben wird, ist die hartnäckige Weigerung, auf die Überführung durch den Heiligen Geist zu achten und die Vergebung, die Christus anbietet, anzunehmen.“

Der Broadman Bible Commentary erklärt: „Sie sahen auf ein offensichtliches Werk Gottes und nannten es das Werk des Satans. Ihr Problem war nicht ein Problem des Verstandes, sondern des Herzens. Das war vorsätzliche Blindheit… Durch vorsätzliche Ablehnung von Gottes Geist verweigert man sich selbst seiner einzigen Hilfe zur Umkehr und zum Glauben… Jesus sagt keineswegs, dass Gott jemals unwillig wäre zu vergeben, sondern dass der Mensch sich selbst in einen unvergebbaren Zustand bringt. Das hat mit einem Zustand im Menschen zu tun…“

Der New Bible Commentary: Revised weist auf folgendes hin: „Die Lästerung gegen den Geist… wird nicht vergeben werden, weil diejenigen, die darin verharren, sich selbst in eine Lage bringen, in der sie keine Vergebung empfangen können.“

Beachten Sie jedoch, dass Christus den Pharisäern nicht sagte, dass sie die unvergebbare Sünde begangen HATTEN. Er warnte sie, dass sie diesen Punkt erreichen könnten, wenn sie in ihrer hasserfüllten Ablehnung von Christus und Gott dem Vater fortfahren würden.

Wir sollten ebenfalls beachten, dass in Markus 3,22 nicht nur die Pharisäer, sondern auch die Schriftgelehrten Christus bezichtigten, mit Hilfe des Satans Dämonen auszutreiben.

Also beschuldigten auch die Schriftgelehrten, obwohl sie es besser wussten, Christus, von Dämonen besessen zu sein, und lehnten damit die Kraft des Heiligen Geistes Gottes ab, der in Christus wohnte und durch den er diese mächtigen Wunder wirken konnte (vergleichen Sie Apostelgeschichte 10,38). Auch sie waren in Gefahr, die unvergebbare Sünde zu begehen (vergleichen Sie Markus 3,28-30). Im Endeffekt sagte Christus ihnen: Wenn ihr mit eurem Verhalten fortfahrt, Gott zu widerstehen und ihr euch weiterhin beharrlich weigert zu bereuen, dann könntet ihr einen Punkt erreichen, an dem es für euch unmöglich wird, zu bereuen. Ihr werdet dann die endgültige, unwiderrufliche Entscheidung getroffen haben, niemals zu bereuen und euch zu ändern. Eine solche Haltung wird zu Hass und Abneigung gegen Gott und seine Wege führen.

Einige der Schriftgelehrten und Pharisäer mögen zur Umkehr gebracht worden sein. Wir lesen in Apostelgeschichte 6,7: „Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.“

Obwohl es möglich ist, dass jemand die unvergebbare Sünde begehen kann, ohne jemals den Heiligen Geist Gottes in sich gehabt zu haben, so ist dies doch höchst unwahrscheinlich. Um an den Punkt zu gelangen, die unvergebbare Sünde zu begehen, muss eine Person zunächst sehr wohl wissen, dass Gott in ihrem Leben wirkt. Doch dann entscheidet sie sich, Gott böswillig und hasserfüllt abzulehnen. Und das nicht nur in einem Moment der Verzweiflung, des Hasses oder der Wut, sondern in einer kontinuierlichen, unwiderruflichen Handlungsweise. Eine Person in einer solchen Situation lästert die Kraft des Heiligen Geistes, indem sie diesen vollständig und total ablehnt, obwohl sie weiß, dass sie damit GOTT ablehnt.

Der Schlüssel ist, dass solche Personen nicht bereuen können, weil sie nicht bereuen wollen! Sie haben verstanden, was ihnen angeboten wird, aber sie haben – in Hass und mit Bosheit – Gottes Angebot abgelehnt, und das für alle Ewigkeit. Sie werden NIEMALS wieder eine Gelegenheit bekommen!

 

HABEN SIE ES GETAN?

Wir sahen, dass es normalerweise nur möglich ist, die unvergebbare Sünde zu begehen, wenn jemand Gottes Heiligen Geist empfangen hat. Aufgrund dieser Erkenntnisse können wir bestimmte Schlussfolgerungen ziehen (obwohl natürlich Gott alleiniger Richter ist, und keineswegs der Mensch):

Adam und Eva haben die unvergebbare Sünde wohl nicht begangen. Sie hatten nicht den Heiligen Geist Gottes empfangen. Sie hatten keine Haltung des Hasses und der Bosheit gegen Gottes Lebensweise entwickelt. Sie sündigten in Schwäche, aber nicht in Bosheit.

Judas Iskariot hat die unvergebbare Sünde wohl auch nicht begangen. Gott hat ihn zu seiner Zeit niemals zum Heil berufen. Vielmehr wurde er von Gott dazu berufen und auserwählt, den vorherbestimmten Zweck des Verrats an Christus zu erfüllen (vergleichen Sie Johannes 6,70-71). Christus wusste von Anfang an, wer derjenige war, der ihn verraten würde. Aber wir bemerken ebenfalls, dass Judas, als er erkannte, was er getan hatte, Reue empfand und versuchte, den Schaden wiedergutzumachen. Als ihm das nicht gelang, erhängte er sich in Verzweiflung – auch das war vorhergesehen. Obwohl wir hier keine göttliche Reue sehen, da Gott ihm zu diesem Zeitpunkt keine göttliche Reue anbot, so erkennen wir doch menschliche Reue und Angst. Wir sehen keinen Hass und keine Bosheit gegenüber Gott, also können wir davon ausgehen, dass Judas die unvergebbare Sünde nicht begangen hat. Es ist natürlich richtig, dass Christus sagte, es wäre besser für Judas gewesen, wenn er nicht geboren worden wäre (vergleichen Sie Matthäus 26,24). Gott wusste im Voraus, dass Judas Christus verraten wollte und dass Judas mit dieser Erinnerung würde leben müssen. Aber die Worte Christi können keineswegs dergestalt interpretiert werden, dass Judas die unvergebbare Sünde begangen hat.

Das Tier und der falsche Prophet werden wohl ebenfalls nicht die unvergebbare Sünde begehen, wenn Christus wiederkommt. Wiederum, sie sind vorherbestimmt oder berufen, eine bestimmte Rolle in prophetischen Ereignissen zu erfüllen – wie der alte Pharao zur Zeit des Moses. Aber sie werden zu jener Zeit nicht zum Heil berufen sein, und sie werden Gottes Heiligen Geist nicht empfangen. Sie werden von Satan verführt und dämonisch besessen sein, aber sie werden nicht voll und ganz begreifen, was sie tun. Wenn Christus sie zu BEGINN des MILLENNIUMS in einen feurigen Pfuhl wirft, dann wird das lediglich ein Vorläufer des feurigen Pfuhls NACH dem Millennium und dem Großen Weißen Throngericht sein. Nur diejenigen, die zur Zeit der DRITTEN Auferstehung in jenen endgültigen feurigen Pfuhl geworfen werden, werden die unvergebbare Sünde begangen haben.

Nach allem, was wir aus der Bibel ersehen können, werden sogar Herrscher wie Hitler, Mussolini, Stalin, Napoleon, Karl der Große, Alexander der Große oder Cäsar im Großen Weißen Throngericht auferweckt werden. Ihnen wird zu dem Zeitpunkt die erste Gelegenheit angeboten werden, Christus anzunehmen. Dann wird es selbstverständlich ihre Entscheidung sein, das Angebot anzunehmen oder abzulehnen – es wird dieselbe Wahl sein, die wahren Christen heute gegeben wird.

Hat Salomo die unvergebbare Sünde begangen? Wir wissen es nicht mit Sicherheit. Was wir wissen, ist, dass er Gottes Heiligen Geist in sich hatte. Wir wissen ebenfalls, dass er von Gottes Lebensweg abwich, weil er von seinen vielen fremdländischen Frauen heidnischen Glaubens verführt wurde. Was wir nicht wissen, ist, ob er Reue zeigte oder nicht. Die Tatsache, dass er das Buch Prediger schrieb, mag darauf hindeuten, dass er gegen Ende seines Lebens tatsächlich bereute. Immerhin sagt er ganz zu Ende des Buches: „Fürchte Gott und halte seine Gebote“ (Prediger 12,13). Das wäre ein seltsamer Ausspruch von jemandem, der die unvergebbare Sünde begangen hat, also von einem Menschen, der voller Hass und Bosheit Gott und seine Gebote abgelehnt hat.

Es scheint, dass König Saul die unvergebbare Sünde begangen hat. Er hatte eindeutig den Geist Gottes in sich, jedoch verlor er den Geist und wurde stattdessen von einem Dämon geplagt. In der Bibel wird nicht erwähnt, dass König Saul jemals Reue zeigte. Vielmehr konsultierte er ganz zu Ende seines Lebens eine Hexe, anstatt zu bereuen und sich Gott zuzuwenden.

Ein Wesen, das, wie bereits erwähnt, ganz offenkundig die unvergebbare Sünde begangen hat, ist Satan der Teufel. Er wurde als Erzengel und Cherub mit dem Namen Luzifer – der Lichtbringer – erschaffen. Doch aus ihm wurde der Widersacher Gottes und der Fürst der Finsternis. Er ist voller Hass, Bosheit und Zorn auf Gott und hat sich dazu entschlossen, NIEMALS von seinen bösen Wegen umzukehren! Aus diesem Grund kann er nicht bereuen! Er ist für immer dem Untergang geweiht.

Hat Esau die unvergebbare Sünde begangen? Einige haben gefolgert, dass er es getan hat, indem sie die folgende Stelle in Hebräer 12,14-17 zitiert haben: „Dem Frieden jagt nach mit allen und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird. Gebt acht, dass niemand hinter der Gnade Gottes zurückbleibt, dass nicht ein bitterer Schössling aufschiesst und eine Plage wird und viele durch ihn angesteckt werden und dass kein Unzüchtiger oder Gottloser unter euch sei, einer wie Esau, der für ein einziges Essen sein Erstgeburtsrecht hergab. Ihr wisst ja, dass er verworfen wurde, als er hinterher den Segen erben wollte, denn er fand keine Gelegenheit mehr zur Umkehr, obwohl er sie unter Tränen suchte“ (Zürcher Bibel 2007).

Indem sie die obige Bibelstelle zitieren, haben einige angedeutet, dass wir die unvergebbare Sünde alleine durch Nachlässigkeit und Zeitablauf begehen können, obwohl wir willens sind, zu bereuen, und obwohl wir Reue und Vergebung begehren. Aber ist es das, was Hebräer 12,14-17 sagt?

Die Bibelstelle enthält eine eindeutige Warnung, dass wir eifrig sein sollen, um Gottes Lebensweg zu folgen. Paulus warnt uns, keinesfalls zuzulassen, dass uns Bitterkeit überkommt, denn sie kann andere und uns selbst plagen. Er ermahnt uns, darauf zu achten, dass wir uns nicht wie der weltliche oder gottlose Mensch Esau verhalten, der sein Erstgeburtsrecht nicht wertschätzte und der zurückgewiesen wurde, als er den Segen erlangen wollte. All das ist soweit klar. Es bedeutet jedoch keineswegs, dass ESAU die unvergebbare Sünde begangen hat.

Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass er jemals den Heiligen Geist hatte. Paulus verwendet Esau als Beispiel. Er mahnt diejenigen von uns, die Gottes Heiligen Geist haben, sich nicht so zu verhalten, wie Esau es getan hat.

Paulus warnt uns in Hebräer 2,1-3 davor, am Ziel vorbeizutreiben, weil die unvergebbare Sünde mit Nachlässigkeit beginnen kann. Er warnt uns auch in Hebräer 3,7-19 davor, unser Herz durch den Betrug der Sünde zu verstocken und fordert uns auf, nicht ein böses, ungläubiges Herz zu entwickeln – eine rebellische Haltung – und dadurch von Gott abzuweichen. Paulus MAHNT uns also, dass wir eifrig sein sollen, wie auch Petrus uns in 2.Petrus 1,10 mahnt, dass wir „umso eifriger“ (Schlachterbibel) bestrebt sein sollen, unsere Berufung und Auserwählung fest zu machen.

ABER – und das ist der springende Punkt: Einige sind beim Lesen von Hebräer 12,17 zu dem Schluss gekommen, dass Esau eifrig und unter Tränen Gott um Reue ersuchte, aber keine Umkehr fand. Dies würde bedeuten, dass Gott sich entschieden hatte, ihm keine Umkehr oder Reue mehr zu gewähren. Sie schlossen daraus, dass auch wir die unvergebbare Sünde begehen können, obwohl wir unbedingt bereuen WOLLEN.

Diese Schlussfolgerung ist biblisch eindeutig verkehrt. Jemand begeht die unvergebbare Sünde, weil er KEINE Vergebung erlangen KANN. Und er kann keine Vergebung erlangen, weil er nicht bereuen WILL.

Beachten Sie, wie andere Übersetzungen Vers 17 wiedergeben, wodurch die beabsichtigte Bedeutung weitaus klarer wird:

Zum Beispiel lesen wir in der Neuen Genfer Übersetzung 2011: „Ihr wisst, wie es ihm später erging: Als er den Segen bekommen wollte, der ihm als dem Erstgeborenen zustand, musste er erfahren, dass Gott ihn verworfen hatte. Er fand keine Möglichkeit mehr, ‚das Geschehene‘ rückgängig zu machen, so sehr er sich auch unter Tränen darum bemühte.“

Die Menge Bibel bringt es folgendermaßen: „Ihr wißt ja, daß er auch später, als er den Segen zum Erbe erlangen wollte, abgewiesen wurde; denn er fand keinen Raum zu einer Gesinnungsumkehr, obgleich er sie unter Tränen suchte.“

Die entscheidende Frage lautet: Von wessen Reue oder Gesinnungsumkehr ist in dieser Bibelstelle die Rede? Wessen Entscheidung wollte Esau rückgängig machen? Seine eigene, oder die von Isaak?

Erinnern Sie sich, dass Esau seinen Vater Isaak anflehte, dass er—der Vater—seine Entscheidung ändern sollte und bat ihn, ihm ebenfalls den Segen zu geben. Aber Isaak sagte sinngemäß: „Ich kann meine Meinung nicht ändern, und ich kann nicht rückgängig machen, was ich getan habe – ich habe Jakob gesegnet, und Jakob wird gesegnet bleiben“ (vergleichen Sie 1.Mose 27,33-41).

„Reue“ bedeutet einfach „Sinneswandel“. Das griechische Wort ist „metanoia“. Es wird oft für unsere geistliche Umkehr verwendet – die Wege dieser Welt zu verlassen und Gottes Weg zu gehen –, aber es muss sich nicht notwendigerweise auf diese Art der Umkehr beziehen. Es bedeutet schlicht und einfach „Sinneswandel“.

Strong’s Exhaustive Concordance of the Bible bietet uns unter Nr. 3341 die folgende Definition als eine Möglichkeit an: „Umkehrung der Entscheidung eines anderen.“

In dieser spezifischen Bibelstelle in Hebräer 12,17 bezieht sich Paulus auf die Tatsache, dass Esaus Vater Isaak seine Meinung nicht ändern würde.

Beachten Sie, wie die Zürcher Bibel 1931 diese Passage wiedergibt, wobei sich die in Klammern gesetzten Worte in dieser Übertragung finden: „… denn er fand keinen Raum für eine Änderung des Sinnes (seines Vaters), obschon er sie mit Tränen (bei ihm) suchte.…“

Dieser Abschnitt sagt uns also keineswegs, dass Esau unter Tränen versuchte, zu bereuen, aber dass Gott sich weigerte, ihm diese Reue zu gewähren, und Esau deshalb die unvergebbare Sünde beging. Beachten Sie auch, dass sich das Wort „sie“ in dem Satz „obwohl er SIE mit Tränen suchte“ von der griechischen Satzstruktur her sowohl auf „Umkehr“ oder „Sinneswandel“ beziehen kann, aber auch auf „Segen“. Mit anderen Worten, der griechische Urtext gestattet auch diese Übersetzung (vergleichen Sie die Fußnote der Elberfelder Bibel):

„… denn er fand keinen Raum zur Buße, obgleich er sie [o. ihn; das griech. Fürwort kann sich sowohl auf ‚Segen‘ als auch auf ‚Buße‘ beziehen] mit Tränen eifrig suchte.“

Besonders deutlich wird der Sinn in der Bibelübersetzung von Adolf Ernst Knoch 1939:

„Denn ihr wißt, daß er auch nachher, da er den Segen als Losteil genießen wollte, verworfen wurde; denn er fand keine Gelegenheit, seinen Vater zur Umkehr des Sinnes zu bewegen, obgleich er dies unter Tränen ernstlich suchte.“

Die Albrecht Bibel 1929 bringt es ebenso eindeutig:

„Als er dann nachher, wie ihr wißt, den Segen doch erlangen wollte, da wurde er (von seinem Vater) zurückgewiesen. Er fand keine Möglichkeit, den Sinn (des Vaters) zu ändern, obwohl er unter Tränen darum bat.“

Wie auch immer man es nimmt, diese Bibelstelle kann keineswegs für die Behauptung herangezogen werden, dass wir die unvergebbare Sünde begehen können, obwohl wir eifrig und unter Tränen versuchen, unsere Sünden zu bereuen. Das wäre ein völliger Widerspruch zum Konzept der unvergebbaren Sünde.

 

VORHERBESTIMMUNG UND DIE UNVERGEBBARE SÜNDE

Niemand ist dazu vorherbestimmt, die unvergebbare Sünde zu begehen. Das Konzept ist biblisch verkehrt, dass Gott „von Grundlegung der Welt an“ vorherbestimmt hat, dass einige die unvergebbare Sünde begehen werden, die dazu ganz individuell auserwählt waren. Gott gibt uns einen freien Willen. Es liegt an uns, zu entscheiden, was wir tun wollen. Gott hat größtes Vertrauen, dass wir uns für sein Reich qualifizieren, wenn er uns in diesem Leben zum Heil beruft, uns Umkehr und Vergebung gewährt und uns seinen Heiligen Geist gibt (siehe nächstes Kapitel). Das bedeutet aber keineswegs, dass es für uns unmöglich ist, die unvergebbare Sünde zu begehen.

Als Gott die Engel erschuf und ihnen einen freien Willen gab, da WUSSTE er nicht, dass sich ein Drittel von ihnen gegen ihn wenden würde. Aber weil Engel Geschöpfe mit freiem Willen sind, WUSSTE er, dass es möglich war.

Als Gott König Saul berief und ihm seinen Heiligen Geist gab, wusste Gott nicht, dass König Saul abfallen würde. In der Tat hatte Saul alle notwendigen Voraussetzungen, um zu bestehen. Er hätte sich nicht gegen Gott auflehnen müssen. Er hätte Erfolg haben können. Aber weil er versagte, dient er uns als Warnung, seinem schlechten Beispiel nicht zu folgen.

Manche mögen die Frage stellen: Wenn Gott allwissend ist, wie ist es dann möglich, dass er nicht weiß, ob jemand die unvergebbare Sünde begehen wird oder nicht? Hat Gott nicht einen Fehler gemacht, als er König Saul berief—angesichts der Tatsache, dass dieser sich als Versager herausstellte?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Gott hat sich dazu ENTSCHIEDEN, es nicht wissen zu wollen. Er KÖNNTE es ganz sicher wissen, wenn er es wollte. Er besitzt die Fähigkeit, in die Zukunft zu schauen. Aber Gott hat sich dazu entschieden, dass er nicht wissen will, ob jemand, den er zum Heil beruft, am Ende von ihm abfallen wird. Wenn Gott heute jemanden beruft, MUSS die Person NICHT abfallen! In der Tat besitzen diejenigen, die Gott heute zum Heil beruft, alles, was sie benötigen, um ihre Berufung zu erfüllen.

Wenn Gott Prüfungen in unserem Leben zulässt, dann geschieht das mit der Absicht, uns geistlich zu stärken, damit wir mit den Prüfungen umgehen und sie überwinden können. Gott prüft uns, damit wir nicht sündigen! Es ist Satan, der uns in Versuchung führt, damit wir sündigen. Und während wir mit unseren Prüfungen umgehen, lernt Gott mehr über uns. Er lernt uns durch die Entscheidungen kennen, die wir in unserem Leben treffen. Er sieht, wie wir handeln und reagieren. Aber Gott hat sich entschieden, nicht im Voraus wissen zu wollen, wie wir handeln werden, obwohl er das größte Vertrauen hat, dass wir uns so verhalten werden, wie es ihm wohlgefällig ist.

Zum Beispiel haben wir zuvor gelesen, dass Gott ENTSCHIEDEN hat, sich nicht an Sünden zu erinnern und sie gegen uns vorzubringen, die er vergeben hat. Er blendet sie insoweit einfach aus – löscht sie aus seiner Erinnerung. Gott kann das mit der Vergangenheit tun und er kann das mit der Zukunft tun. Er ENTSCHLIESST sich, nicht im Voraus wissen zu wollen, ob jemand die unvergebbare Sünde begehen wird oder nicht, auch wenn er weiß, dass manche es tun werden.

Wir lesen, dass Gott zur Zeit Noahs die Bosheit des Menschen bedauerte und dass er es bereute, ihn erschaffen zu haben (1.Mose 6,5-6). In Jeremia lesen wir, dass es Gott niemals auch nur in den Sinn kam, dass Menschen solche bösen Dinge tun könnten (Jeremia 19,5; 32,35).

Um es noch einmal zu sagen: Wenn es um die unvergebbare Sünde oder bestimmte schwerwiegende Sünden im Allgemeinen geht, hat Gott beschlossen, nichts darüber im Voraus wissen zu wollen.

Gleichzeitig zeigt die Bibel deutlich, dass das böse Verhalten einiger Menschen im Voraus festgelegt – vorherbestimmt – ist. Wir haben die Beispiele von Judas Iskariot und dem zukünftigen „falschen Propheten“, sowie dem Pharao von Ägypten behandelt. Wir haben auch von einem zukünftigen König von Assyrien gelesen – niemand anderer als das „Tier“ im Buch der Offenbarung –, den Gott benutzen wird, um das moderne Israel zu bestrafen (Jesaja 10,5-7.12). Gott benutzt diese Personen, um die Prophezeiung herbeizuführen. JEDOCH hat dieses böse Verhalten nichts mit dem Begehen der unvergebbaren Sünde zu tun. Auch wenn Gott böse Menschen benutzt, um seine Absichten auszuführen, so „zwingt“ er sie nicht, die unvergebbare Sünde zu begehen. Es ist keineswegs so, als hätten sie nie eine Chance gehabt! Sie werden immer noch ihre Gelegenheit bekommen, sich in der Zweiten Auferstehung für Gottes Reich zu qualifizieren.

 

WIE MAN DIE UNVERGEBBARE SÜNDE NICHT BEGEHT

Gott warnt uns davor, die unvergebbare Sünde zu begehen. Er sagte zu seiner Gemeinde in Philadelphia: „… halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!“ (Offenbarung 3,11). Es ist also denkbar, dass wir unsere Krone verlieren KÖNNTEN, aber es ist nicht sehr wahrscheinlich für diejenigen, die in diesem Leben wahrhaftig von Gott berufen wurden. Es  IST jedoch möglich. Paulus warnte die Gemeinde in Galatien: „Aber zu der Zeit, als ihr Gott noch nicht kanntet, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Götter sind. Nachdem ihr aber Gott ERKANNT habt, ja vielmehr VON GOTT ERKANNT SEID, wie wendet ihr euch dann WIEDER den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von neuem dienen wollt? Ihr haltet bestimmte [heidnische] Tage [oder Festtage wie Sonntag] ein und Monate und Zeiten und Jahre [einschließlich Weihnachten und Ostern]. Ich fürchte für euch, dass ich vielleicht vergeblich an euch gearbeitet habe … Bin ich denn damit euer Feind geworden, dass ich euch die Wahrheit vorhalte?“ (Galater 4,8-11.16).

Wenn wir jedoch bereuen WOLLEN und wenn wir Vergebung erhalten WOLLEN, dann wird Gott sie uns gewähren. Nur diejenigen, die sich dauerhaft, hasserfüllt und böswillig WEIGERN, Reue zu zeigen, werden keine Vergebung erhalten. Diese Menschen, und nur diese, sind diejenigen, die die unvergebbare Sünde begehen.

Wir haben die unvergebbare Sünde nicht begangen, solange wir den Wunsch haben, Gottes Weg zu gehen und uns zu ändern – indem wir die falschen Dinge hassen, die wir tun. Und solange wir Gottes Heiligen Geist in uns haben wollen, der uns befähigt, unsere sündige Natur zu überwinden (auch wenn wir manchmal ausrutschen und sündigen mögen), solange haben wir die unvergebbare Sünde nicht begangen.

Wenn wir Gott und seinen Weg lieben, und wenn wir wollen, dass Gott uns hilft, jene Züge auszumerzen, die an unserem Charakter verkehrt und schlecht sind, dann wird Gott uns helfen. Und dann brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, dass wir die unvergebbare Sünde begangen haben.

Lassen Sie uns die GROSSARTIGE LIEBE erkennen, die Gott uns entgegenbringt! Gott hat uns zum Heil berufen, und er will, dass wir es schaffen! Nur wir selbst können verhindern, dass wir siegreich sind. Beachten Sie Judas 24-25: „Dem einen Gott aber, der die Macht hat, euch vor jedem Fehltritt zu bewahren und euch untadelig und voll Jubel vor seine Herrlichkeit treten zu lassen, ihm, der uns durch Jesus Christus, unseren Herrn, rettet, gebührt die Herrlichkeit, Hoheit, Macht und Gewalt vor aller Zeit und jetzt und für alle Zeiten. Amen“ (Einheitsübersetzung 2016).

Gott kann und wird uns helfen, unsere sündige Natur zu überwinden. Er wird uns helfen, die unvergebbare Sünde nicht zu begehen. Aber es liegt an uns, uns von ihm helfen zu lassen.

 

Kapitel 6

WIR WERDEN ERFOLGREICH SEIN!

 

Wahre Christen sollten eine ständige Haltung der Dankbarkeit und Wertschätzung gegenüber Gott für die physischen und geistlichen Segnungen pflegen, die er uns gibt. Es gibt einen höchst bedeutsamen Grund, WARUM wir Gott gegenüber wahrhaft dankbar sein KÖNNEN. Dieser Grund ist die Verheißung, dass wir, wenn wir berufen sind, es in Gottes Reich schaffen WERDEN!

Ja, Gott hat uns dazu berufen, ERFOLGREICH ZU SEIN. Wenn Gott irgendwelche Zweifel hätte, ob wir erfolgreich sein würden, dann hätte er uns nicht in dieser Zeit berufen. Gott ist SICHER und GEWISS, dass wir es schaffen werden! Wie sicher sind WIR?

Beachten wir Gottes absolute Überzeugung, dass SIE, wenn Sie eines von Gottes gezeugten Kindern sind, es in sein Reich schaffen WERDEN. Machen Sie sich zunächst einmal klar, dass es, soweit wie es Gott betrifft, bereits beschlossene Sache ist. Nur EINE Person kann Sie davon abhalten, sich zu qualifizieren, und diese Person sind SIE SELBST! Wie wir im letzten Kapitel gesehen haben, IST es für diejenigen, die wirklich zum Heil berufen sind, möglich, die „unvergebbare Sünde“ zu begehen. Hier sehen wir die Begründung, warum das Konzept „einmal gerettet – immer gerettet“, verkehrt ist. Wir wurden von unseren vergangenen Sünden errettet (Matthäus 1,21; vergleichen Sie Römer 3,25-26). Wir erfahren jetzt in diesem Augenblick Rettung (Apostelgeschichte 2,47), und wir werden in der Zukunft gerettet – wenn Christus wiederkommt (Römer 5,10; neue Lutherbibel 2009). Nur wer bis zum Ende ausharrt, wird vollends gerettet werden (Matthäus 24,13; Schlachterbibel; Elberfelder Bibel; Menge Bibel). Wir müssen unsere Ängste und Zweifel besiegen, und deswegen müssen wir auch unsere Fleischeslust überwinden, die uns dazu verführt, in diese Welt zurückzukehren. ABER, in Gottes Augen WIRD diese Schlacht gewonnen werden! Es ist keineswegs unmöglich, erfolgreich zu sein! Im Gegenteil, es ist sogar sicher, dass wir erfolgreich sein WERDEN, solange wir es Gott gestatten, in uns zu wohnen und unser Leben zu leiten. Und DAS ist der Grund, WARUM wir wahrhaft dankbar sein können, zu jeder Zeit, in diesem Moment und auf ewig!

 

KEIN RAUM FÜR ZWEIFEL

Wenn wir Gottes Geisteshaltung und seine unerschütterlichen Verheißungen für uns berücksichtigen, dann kann keinerlei Raum für Zweifel existieren. Sie werden feststellen, dass Gott seine „Angebote“ keineswegs in einer fragwürdigen, zweifelhaften Formulierung präsentiert.

Wenn wir zum Beispiel Epheser 1,3-14 lesen, stellen wir fest,

  • dass Gott uns mit ALLEM geistlichen Segen gesegnet hat;
  • dass er uns erwählt hat, EHE der Welt Grund gelegt war;
  • dass wir VORHERBESTIMMT wurden, seine Söhne und Töchter zu sein;
  • dass er uns in dem Geliebten, Jesus Christus, begnadet hat;
  • dass wir in ihm die Erlösung durch sein Blut HABEN;
  • dass wir in ihm bereits zu Erben EINGESETZT WURDEN; und
  • dass wir bereits mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden, der Garantie, Anzahlung, Unterpfand und Beweis für unser Erbe ist.

Es gibt KEINEN Raum für Zweifel! Dies alles ist nicht in einer „ungewissen“ Sprache formuliert. In den Augen Gottes ist es bereits vollbracht – ein abgeschlossenes und vollendetes Ereignis! Was für ein fantastischer Segen!

Wir lesen auch in 2.Petrus 1,2-11,

  • dass Gottes göttliche Macht uns ALLE DINGE gegeben hat, die zum ewigen Leben gehören;
  • dass wir niemals straucheln werden, wenn wir unseren Teil tun; und
  • dass uns Gott REICHLICH Eingang in sein Reich gewähren wird.

Solange wir entschlossen sind, unsere Berufung und Erwählung fest zu machen, solange WERDEN wir siegen! Wiederum finden wir keinerlei Raum für Zweifel oder Unsicherheit.

In Philipper 1,3-6, gemäß der Schlachterbibel, war Paulus davon überzeugt, dass Gott sein gutes Werk in den Geschwistern vollenden würde, nachdem er es in ihnen begonnen hatte, indem er sie aus dieser Welt herausgerufen und ihnen seinen Heiligen Geist gegeben hat. Das bedeutet, sie WÜRDEN es in das Reich Gottes schaffen. Auch hier wird keinerlei Zweifel oder Unsicherheit ausgedrückt.

In 2.Thessalonicher 3,3-5 lesen wir, dass der „Herr… euch stärken und bewahren [wird] vor dem Bösen“, und dass Paulus und seine Mitarbeiter „das Vertrauen zu euch in dem Herrn [haben], dass ihr tut und tun werdet, was wir gebieten.“

Beachten Sie auch das Vertrauen, das Christus in Petrus hatte. Christus war überzeugt, dass Petrus sich bekehren, sein Glaube nicht scheitern, und er es in das Reich Gottes schaffen würde. Christus sagte Petrus in Lukas 22,32: „Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder.“ Später dann, in Johannes 21,18, prophezeite Christus, dass Petrus einen gewaltsamen Tod sterben würde, jedoch würde er dies im Glauben tun. Johannes fügt in Vers 19 die folgende Bemerkung hinzu: „Dies sagte er aber, um anzudeuten, durch was für eine Todesart Petrus Gott verherrlichen würde…“ (Menge Bibel).

In Römer 8,1 sagt uns Paulus, dass es keine Verdammnis für diejenigen gibt, die gemäß dem Geist wandeln (Schlachterbibel).

In Römer 8,28-30 weist Paulus ganz konkret und ohne Umschweife darauf hin,

  • dass Gott uns ausersehen oder zuvor gekannt hat;
  • dass Gott uns vorherbestimmt hat;
  • dass Gott uns berufen hat;
  • dass Gott uns gerecht gemacht hat;
  • dass Gott uns verherrlicht HAT. Wir sind noch nicht verherrlicht, aber in Gottes Augen ist es schon so gut wie geschehen.

Die Nelson Study Bible weist auf folgendes hin: „Vorherbestimmen bedeutet ‚im Voraus abgrenzen‘, beziehungsweise ‚jemandes Grenze oder seine Beschränkungen im Voraus festlegen‘. Das englische Wort horizon [Horizont] ist eine Ableitung von diesem griechischen Wort. Die endgültige Bestimmung oder der Horizont des Christen wurde durch Gott seit Ewigkeit her festgelegt—seinem Sohn gleich gemacht zu werden. Beachten Sie, dass die in Römer 8,29-30 verwendeten Worte vorherbestimmt, berufen, gerecht gemacht und vor allem verherrlicht alle in der Vergangenheitsform stehen. Das liegt daran, dass Gott aus seiner ewigen Perspektive heraus diesen Prozess bereits als abgeschlossen ansieht… Dennoch müssen wir alle im Lauf der Zeit den Prozess durchlaufen, dem Bild von Gottes Sohn gleichgestaltet zu werden.“

Gleiches gilt für die Zeit, als Christus als Mensch hier auf Erden wandelte. In Johannes 17,5 bittet Christus den Vater, ihm die Herrlichkeit zu geben, die er früher bereits innehatte, bevor er ein Mensch wurde; ja, bevor die Welt überhaupt existierte. Als er um seine frühere Herrlichkeit bat, da besaß er sie in jenem Augenblick noch nicht. Sie würde ihm zur Zeit seiner Auferstehung gegeben werden. Aber in Johannes 17,22 lesen wir, dass Christus sagte, er HABE den Geschwistern die Herrlichkeit (die er noch nicht hatte) GEGEBEN. Auch sie hatten sie noch nicht empfangen. Aber in den Augen von Christus war es so gut wie geschehen. Christus geht sogar noch in Johannes 17,24 einen Schritt weiter. Er sagt dort, dass er will, dass die Geschwister die Herrlichkeit Christi sehen, die Gott ihm GEGEBEN HAT. Aber auch hier gilt, dass Christus diese Herrlichkeit noch nicht hatte, als er diese Aussage traf. Er WUSSTE jedoch, dass Gott sie ihm zur Zeit seiner Auferstehung von den Toten geben würde. Haben WIR DIESELBE Zuversicht, dass Gott UNS seine und Christi Herrlichkeit geben wird?

In Römer 4,17 lesen wir, Gott „ruft das, was nicht ist, dass es sei.“ Andere Übersetzungen machen die Bedeutung klarer. Die Living Bible sagt: „Gott … spricht von zukünftigen Ereignissen mit so viel Gewissheit, als ob sie bereits Vergangenheit wären.“ In der Menge Bibel lesen wir, dass Gott „das noch nicht Vorhandene benennt, als wäre es schon vorhanden.“

Christus WUSSTE, dass er vom Vater die Herrlichkeit erhalten würde, die er besaß, bevor er ein Mensch wurde. Christus machte diese Aussagen VOR seiner letzten Prüfung des Leidens und der Kreuzigung. Er war ZUVERSICHTLICH, dass er nicht versagen würde! Und sein Vater war ebenso zuversichtlich! Obwohl Christus seine Herrlichkeit noch nicht innehatte, so sprach er doch mit Überzeugung und Gewissheit, als ob er sie bereits empfangen hätte.

Eine weitere positive und gewisse Aussage finden wir in Römer 8,37-39. In diesem Abschnitt beschreibt Paulus seine Überzeugung, dass absolut NICHTS ihn daran hindern könnte, in das Reich Gottes zu gelangen, was ihm Gottes Liebe versprochen hatte. Dies soll keineswegs bedeuten, dass er sich nicht sorgfältig in den Bereichen prüfte, in denen er sich verbessern musste. Aber er wusste, dass wir durch Christus in uns in der Lage sind, die gerechten Anforderungen des Gesetzes zu erfüllen (Verse 3-4). Er wusste ebenfalls, dass Christus ihn erlöst hatte und dass er ihn auch weiterhin von diesem todverfallenen Leib, der ihn zur Sünde verführte, erlösen würde (Römer 7,24-25). Noch einmal: Solange Paulus Christus erlaubte, in ihm zu leben und sein Leben zu leiten und zu lenken, solange konnte er SICHER sein, dass er es schaffen würde. Und er sprach keineswegs nur von sich selbst, sondern von jedem, in dem Gottes Geist wohnt.

Paulus sagt in Römer 8,37: „Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.“ Die Neue Genfer Übersetzung 2011 schreibt: „In all dem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch den, der uns ‚so sehr‘ geliebt hat.“ Und die Hoffnung für Alle interpretiert wie folgt: „Mitten im Leid triumphieren wir über all dies durch Christus, der uns so geliebt hat.“

Noch einmal, wenn Gott uns zum Heil beruft, dann ist er zuversichtlich, dass wir es schaffen können und werden. Beachten Sie erneut Apostelgeschichte 2,47. In der Zürcher Bibel 2007 und in der Elberfelder Bibel lesen wir von ihnen als den Menschen, „… die gerettet werden sollten.“ So auch die neue Lutherbibel 2009. Die Jerusalem Bible sagt, dass sie dazu bestimmt waren, gerettet zu werden.

In Gottes Augen waren sie nicht dazu bestimmt, zu versagen; sie waren vielmehr dazu bestimmt, erfolgreich zu sein! Wir lesen in Lukas 12,32: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es HAT eurem Vater wohlgefallen, EUCH das Reich zu geben.“

Das bedeutet keineswegs, dass jeder, der früher einmal an Versammlungen der Kirche Gottes teilnahm und die Kirche dann später verließ, die unvergebbare Sünde begangen hat. Viele, die gegangen sind, waren nie wahrhaft berufen. Sie nahmen lediglich an, dass sie es waren, aber sie hatten nie wahre Reue gezeigt und sich Gott UNTERGEORDNET. Wir lesen in 1.Johannes 2,19: „Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, dass sie alle nicht von uns sind“ (Schlachterbibel).

Die New King James Bible macht es noch deutlicher, wenn sie sagt, dass “keiner von ihnen zu uns gehörte.“

Jedoch sieht es anders aus mit jenen, die „eine Salbung von dem [haben], der heilig ist“ (Vers 20) – das bedeutet, die Gottes Heiligen Geist empfangen haben (vergleichen Sie Hoffnung für Alle; Gute Nachricht Bibel 2000; Neue evangelistische Übersetzung 2020). Wie wir zuvor bereits erklärt haben, wissen wir mit Sicherheit, dass der Name jedes Einzelnen, der Gottes Heiligen Geist empfangen hat, zuvor IN Gottes Buch des Lebens NIEDERGESCHRIEBEN WORDEN WAR. Die einzelnen Namen STEHEN IN dem Buch, und Gott wird den Namen einer solchen Person nur dann entfernen, wenn diese Person die unvergebbare Sünde begeht. Aber davon geht Gott nicht aus. Er hat sich keineswegs die Mühe gemacht, Ihren Namen in seinem Buch niederzuschreiben, in der Erwartung, diesen wieder zu löschen. Soweit es Gott betrifft, ist er zuversichtlich, dass Ihr Name in seinem Buch erhalten bleibt.

Wenn Gott uns beruft und uns seinen Geist gibt, dann sind wir seine Geist-gezeugten Kinder. Gott wird uns niemals abtreiben (vergleichen Sie Römer 11,29). Nur wir selbst können uns abtreiben und damit eine geistliche Fehlgeburt verursachen. Aber Gott WILL, dass seine Kinder in seine Familie hineingeboren werden.

Wenn wir 1.Johannes 3,1-2 lesen, sollten wir von der Erkenntnis überwältigt sein, dass Johannes WUSSTE, er würde Christus bei dessen Wiederkunft gleich sein. Er WUSSTE, dass er es schaffen würde. Er hatte keinen Zweifel daran. WISSEN Sie das auch über SICH SELBST?

Wie konnte Johannes das wissen? Er sagt uns in Vers 3, dass er kontinuierlich darin fortfuhr, sich zu reinigen. Er hat nicht gesagt: „Ich habe es geschafft, es gibt nun nichts mehr, was ich tun muss.“ Nein, er fuhr darin fort, zu kämpfen, um weiterhin siegreich zu sein! Aber er WUSSTE, dass er erfolgreich sein würde, weil Christus selbst durch seinen Geist in ihm war und ihm half.

Auf seinem Weg zum Sieg musste er das Gesetz Gottes immer vollkommener halten, wie auch 1.Johannes 5,2-3 erklärt: „Hieran wissen wir, daß wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben, und seine Gebote halten. Denn dieses ist die Liebe Gottes, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer“ (Elberfelder Bibel 1871).

Die Liebe Gottes in ihnen half Paulus und Johannes dabei, das Gesetz zu halten – dem Gesetz gehorsam zu sein.

Die Herder Bibel 2005 sagt, „…[s]eine Gebote sind nicht schwer zu erfüllen.“ Die Gute Nachricht Bibel 2000 übersetzt, „…seine Gebote sind nicht schwer zu befolgen.“ Prof. Herbert Jantzen schreibt in Neues Testament 2009: „…und seine Gebote sind nicht eine Last“, und die Neue evangelistische Übersetzung 2014 schreibt vom „Befolgen seiner Gebote, und das ist nicht schwer.“ Dies wird in Matthäus 11,28-30 bestätigt, wo wir lesen, dass wir das Joch Christi auf uns nehmen sollen, denn Christi Joch ist sanft und seine Last ist leicht.

Wir sind Sklaven Christi, der uns mit dem Preis seines kostbaren Blutes erkauft hat. Wir müssen ihm als unserem Meister gehorchen. Aber seine Gebote sind für uns nicht schwer zu befolgen. Zu Beginn unserer Bekehrung schienen sie vielleicht schwierig. Vielleicht war es nicht leicht für uns, den Zehnten zu geben und den Sabbat oder die Heiligen Tage zu halten. Möglicherweise fiel es uns noch schwer, kein Schweinefleisch zu essen, nicht zu stehlen, nicht zu lügen oder keinen Ehebruch zu begehen. Aber mit der Zeit sollte es immer leichter geworden sein, sich Gott gegenüber gehorsam zu erweisen. Diejenigen, die treu in Gottes Kirche verweilt und in der Wahrheit standhaft geblieben sind, haben eine gottgefällige Gewohnheit entwickelt, den Sabbat zu halten, den Zehnten zu geben oder sich für die jährlichen Heiligen Tage frei zu nehmen. Wir müssen in unserer Bekehrung Fortschritte machen!

 

STREBEN NACH EINEM VORHERBESTIMMTEN ZIEL?

Ziehen wir die Tatsache in Betracht, dass Gott uns vorherbestimmt hat, in diesem Leben zum Heil berufen zu werden, und er voller Zuversicht ist, dass wir uns bewähren und in das Reich Gottes eingehen werden, dann mögen sich folgende Fragen stellen: Warum ist es dann notwendig, tatsächlich nach diesem Ziel zu streben? Wenn alles vorherbestimmt ist, dann könnten wir genauso gut träge werden und damit aufhören, unsere Sünden zu überwinden, da unser Erfolg ja gesichert ist. Richtig?

 

Falsch! Das ist ein Trugschluss!

Wie wir gesehen haben, IST es möglich, abzufallen! Es beginnt mit der Vernachlässigung dessen, was wir in unserem täglichen Leben tun sollen, und setzt so den Prozess in Gang, der zur ewigen Verdammnis führt – zur dauerhaften, vollständigen Auslöschung.

Wenn wir wirklich zum Heil berufen sind und Gottes Heiliger Geist in uns wohnt, und wenn wir uns die Kraft seines Geistes zu Nutze machen und kontinuierlich zur Überwindung einsetzen, dann würden wir nicht einmal daran denken, auf Gottes Weg gleichgültig oder nachlässig zu werden. Gottes Geist in uns wird uns MOTIVIEREN, unsere Schwächen zu überwinden! Er wird uns INSPIRIEREN, uns anzustrengen und hart für Gott und seinen Weg zu arbeiten, damit uns der Eintritt in sein Reich reichlich gewährt wird.

Wir könnten das folgende Beispiel und die dazugehörige Analogie verwenden: Ein äußerst erfolgreicher Sportler ist aufgrund seiner Erfahrungen in der Vergangenheit zuversichtlich, dass er im nächsten Rennen gut abschneiden wird. Gleiches gilt auch für seinen Trainer. Wenn der Sportler jedoch aufhört, sich auf das nächste Rennen vorzubereiten, wenn er beginnt, sich falsch zu ernähren, einem exzessiven Lebensstil frönt, Schlaf und Bewegung vernachlässigt und sein tägliches Training einstellt, ist sein Erfolg alles andere als garantiert. Das Gleiche gilt für unser geistliches Leben. Wenn wir unseren Teil tun, ist unser geistlicher Erfolg garantiert, und solange Gottes Geist in uns wohnt und uns führt und leitet, SIND wir „Gottes Kinder“ (Römer 8,14). Das bedeutet, dass wir, nachdem wir unseren Teil getan haben, erfolgreich sein WERDEN! Und welche Sünden wir auch immer auf unserem Weg zum endgültigen Erfolg begehen, Gott wird sie uns vergeben, wenn wir aufrichtig bereuen.

 

GOTTES ERWARTUNGEN AN UNS

Lassen Sie uns nun weitere Bibelstellen betrachten, in denen präzise die Erwartungen beschrieben werden, die Gott und Christus an uns haben, damit wir uns für den Eintritt in das Reich Gottes qualifizieren können. Matthäus 19,29 sagt uns, dass JEDER, der seine Verwandten, Freunde oder seinen Besitz um Christi und des Evangeliums willen verlassen hat, das ewige Leben erben wird. Auch hier gibt es keinen Raum für Zweifel. Vergleichen Sie ebenfalls Lukas 18,29-30.

In Matthäus 25,34 lesen wir, dass das Reich Gottes für die Gesegneten des Vaters – für Sie und mich – seit Anbeginn der Welt vorbereitet ist! Gott WILL uns dort haben! Er hätte uns nicht JETZT zum Heil berufen, wenn wir es nicht schaffen könnten. Gott weiß, dass wir es schaffen KÖNNEN! Gott weiß, dass wir es schaffen WERDEN, solange wir uns ihm kontinuierlich unterordnen, ohne aufzugeben.

Wenn wir an Gott und an die Tatsache glauben, dass wir ihm gehorchen müssen und dies auch praktizieren, dann sind wir BEREITS VOM TOD ZUM LEBEN ÜBERGEGANGEN (vgl. Johannes 5,24). Wir HABEN das ewige Leben BEREITS! Es ist so gut wie schon geschehen! Wiederum finden wir hier keinerlei Raum für Zweifel.

Johannes 6,54 bestätigt, dass wir ewiges Leben HABEN, solange wir engagiert bleiben und unseren Bund mit Gott erneuern, indem wir an der jährlichen Passaversammlung in würdiger Weise teilnehmen. Christus WIRD uns zum ewigen Leben auferwecken. In Gottes Denkweise gibt es daran KEINEN Zweifel. Und in uns darf es auch keinen Zweifel geben.

Wie sollen wir dann 1.Petrus 4,18 verstehen, wo es heißt: „Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird dann der Gottlose und Sünder bleiben?“

Es heißt „kaum.“ Wir lesen hier nicht „nur knapp.“ Der Zusammenhang hier ist das Leiden (vergleichen Sie die Verse 12-16 und Vers 19). Paulus sagte, dass wir viele Bedrängnisse oder viel Leid erdulden müssen, um in Gottes Reich einzugehen (Apostelgeschichte 14,22).

Das griechische Wort für „kaum“, molis, wird u.a. definiert als „mit Mühe, mit viel Arbeit“ (Strong’s, Nr. 3433).

In Johannes Greber NT 1936 heißt es: „Und wenn der Gottestreue nur mit Mühe sein Heil erlangt, wo wird dann der Gottlose und von Gott Abgefallene bleiben?“

Vine’s Expository Dictionary of New Testament Words sagt, dass das Wort molis die Verbindung mit Schwierigkeiten verdeutlicht. In Lukas 9,39 wird es von der Menge Bibel mit „nur schwer“ übersetzt.

Die Interlinear-Bibel (The Englishman’s Greek New Testament) übersetzt das Wort ebenfalls mit „mühsam“.

1.Petrus 4,18 sagt uns also keineswegs, dass unsere Errettung in Gottes Augen ein großes Fragezeichen ist – dass wir es vielleicht nicht schaffen, und wenn doch, dann nur knapp. Vielmehr ist Gott davon überzeugt, dass wir es schaffen werden – wir müssen jedoch Prüfungen, Verfolgung und Versuchungen aushalten. Aber, wie wir bereits gelesen haben, ist es für uns nicht beschwerlich, Gottes Gesetz zu halten.

 

WEITERE ZUSICHERUNGEN

In Kolosser 1,12-13 wird uns gesagt, dass wir tüchtig gemacht wurden oder qualifiziert sind, des Erbes teilhaftig zu werden. Wir lesen, dass Gott UNS von Satan ERLÖST und in das Reich seines Sohnes VERSETZT HAT. Soweit es Gott betrifft, sind wir bereits dort.

Erinnern Sie sich, dass während der „Verklärung auf dem Berg“ einige von Christi Jüngern Christus selbst, Elia und Mose sahen, wobei Christus in seinem verherrlichten Zustand gezeigt wurde (vergleichen Sie Matthäus 17,2-3). Gott der Vater zeigte ihnen diese Erscheinung oder Vision (siehe Vers 9), denn für den Vater gab es auch vor Christi Tod keinen Zweifel, dass Christus in seinem Reich sein würde.

Gott bezeugte sein Wissen über Abrahams Gottesfurcht noch zu dessen Lebzeiten (1.Mose 22,12). Mit anderen Worten sagte Gott, dass Abraham es schaffen würde. Er sagte auch, dass David, als er ihn zum König salbte, den ganzen Willen Gottes tun würde (Apostelgeschichte 13,22). Dies bedeutet nicht, dass David niemals sündigen würde. Aber es bedeutet, dass Gott David und sein Herz gut genug kannte, um vorauszusehen, dass er seine Sünden bereuen würde.

Gott sagt uns im Buch der Offenbarung, dass sich die Braut – Gottes Kirche – zur Zeit der Wiederkunft Christi bereitgemacht hat (vergleichen Sie Offenbarung 19,7; Elberfelder Bibel).

Beachten Sie die Zuversicht, die Gott von uns erwartet; sogar, wenn es um unsere Gebete geht. Es wird uns gesagt, dass wir durch die Wunden oder Striemen Christi geheilt sind (Jesaja 53,5; vgl. auch Elberfelder Bibel). Es wird uns ebenfalls gesagt, dass uns die Bitten, die wir vor ihn gebracht haben, SCHON GEWÄHRT SIND (1.Johannes 5,15; Menge Bibel). Das bedeutet, bevor wir tatsächlich die Erfüllung unserer Gebete in physischer Hinsicht sehen – einschließlich eines Gebets um Heilung von Krankheit –, sind wir geistlich gesehen bereits sicher, dass wir das Erbetene erhalten haben. Wir müssen dieses Konzept – dieselbe Zuversicht – auf unseren Eintritt in Gottes Reich anwenden. Wir haben zuvor gelesen, dass wir nach Gottes ewigem Vorsatz oder Ratschluss berufen und vorherbestimmt sind. Es ist Gottes Absicht, uns in sein Reich zu bringen.

In Titus 1,2 lesen wir von unserer „Hoffnung des ewigen Lebens, das Gott, der nicht lügen kann, vor ewigen Zeiten verheißen hat“ (Schlachterbibel). Diese Hoffnung jedoch ist keine ungewisse Hoffnung. Es ist nicht so etwas wie: „Nun, vielleicht werde ich das ewige Leben erhalten, vielleicht aber auch nicht. Wer weiß das schon?“ Vielmehr ist es eine positive Hoffnung – das feste Wissen, dass UNS das ewige Leben GEGEBEN WERDEN WIRD! Gott hat es verheißen, und es ist seine Absicht, es uns zu geben!

 

GOTT WIRD AUSFÜHREN, WAS ER SICH VORGENOMMEN HAT!

Gottes Absicht und Ratschluss werden bestehen! Gott wird ausführen, was er sich vorgenommen hat! Sein unveränderlicher Wille in dieser Hinsicht und die Gewissheit unserer Hoffnung werden in Hebräer 6,17-19 ausgedrückt. In dieser Bibelstelle erfahren wir, dass sich Gottes Absicht NICHT ändern kann und dass Gott NICHT lügen kann, so dass wir WISSEN KÖNNEN, dass wir es, soweit es Gott betrifft, schaffen WERDEN!

Die Gute Nachricht Bibel 2000 übersetzt Hebräer 6,17-19 auf diese Weise: „So bekräftigte auch Gott seine Zusage mit einem Eid. Damit wollte er den Menschen, denen die Zusage galt, die feste Gewissheit geben, dass seine Absicht unumstößlich ist. Er wollte uns doppelte Sicherheit geben: durch die Zusage und durch den Eid; und da Gott nicht lügen kann, ist auf beide unbedingt Verlass. Das soll uns einen starken Ansporn geben, dass wir unsere Zuversicht nicht preisgeben und an der Hoffnung auf die uns zugesagte Erfüllung festhalten. Diese Hoffnung ist für uns wie ein sicherer und fester Anker, der hineinreicht bis ins innerste Heiligtum, in das Allerheiligste hinter dem Vorhang im himmlischen Tempel.“

Manchmal schauen wir vielleicht auf uns selbst und mögen sagen, dass wir niemals in der Lage sein werden, zu überwinden. Wir müssen jedoch begreifen, dass es Christus in uns ist, der uns die Kraft zum Überwinden gibt, und wir müssen uns daran erinnern, dass bei Gott nichts unmöglich ist (Lukas 1,37; Matthäus 19,26).

Wir sind vorherbestimmt worden, bevor die Zeit ihren Anfang nahm – von Grundlegung der Welt an und bereits davor –, von Gott in dieser Zeit zum Heil berufen zu werden. Gott will, dass wir in seinem Reich sind (vergleichen Sie Lukas 12,32). Er sandte seinen eingeborenen Sohn, Jesus Christus, um für uns zu sterben, damit wir uns qualifizieren KÖNNEN. So sehr will er es, dass Sie das ewige Leben in seiner Familie erben.

Wie sehr wollen Sie es?