Sollten SIE im Krieg kämpfen?

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Einleitung

Was sagt uns die Bibel über unsere christliche Verantwortung, wenn es darum geht, für unser Land zu kämpfen?

Ist es zutreffend, so wie einige lehren, dass die Bibel Christen gestattet, wenn nicht sogar gebietet, sich im Militär zu engagieren und am Kriegsdienst zu beteiligen, sei es, um ein anderes Land anzugreifen, oder um das eigene Land gegen Aggressoren zu verteidigen? Gestatten oder verlangen die Lehren Christi und seiner Nachfolger, dass wir zu den Waffen greifen, um gegen diejenigen zu kämpfen, die uns, unseren Lieben oder unserem Land schaden wollen und mit Vernichtung drohen?

Sollte sich ein wahrer Nachfolger Christi an Kriegen beteiligen, die von den Mächten dieser Welt geführt werden, ganz gleich, mit welcher „logischen“ Argumentation ein solches Vorgehen gerechtfertigt wird?

Was zivile und religiöse Führungspersönlichkeiten sagen

Bevor wir uns mit den äußerst klaren Lehren der Bibel befassen, wollen wir uns einige Aussagen von zivilen und religiösen Führern zu diesem Thema betrachten. Denken Sie darüber nach, ob Sie den folgenden Zitaten zustimmen oder sie ablehnen:

Papst Pius XII. erklärte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs: „Nichts ist mit dem Frieden verloren. Aber alles kann mit dem Krieg verloren sein.“

General Omar Bradley äußerte sich kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wie folgt: „Die Welt hat… Macht ohne Gewissen erlangt. Wir leben in einer Welt von nuklearen Giganten und ethischen Kleinkindern. Wir wissen mehr über den Krieg als über den Frieden, mehr über das Töten als über das Leben.“ Er sagte ebenfalls: „Wir haben die Atombombe gebaut, aber die Bergpredigt vergessen.“

Papst Paul VI. erklärte 1965 in einer Rede der UN-Versammlung: „Wenn Sie Brüder sein wollen, dann lassen Sie die Waffen aus ihren Händen fallen. Man kann nicht lieben mit Angriffswaffen in den Händen.“

Dwight D. Eisenhower drückte seinen Standpunkt folgendermaßen aus: „Es gibt nur eine Lösung für unsere Generation: Es ist die Rückkehr zu einem Leben, das auf der Bergpredigt Christi basiert.“

In seiner Predigt „Die dauerhafteste Kraft“ sagte Martin Luther King Jr. einst: „Vermeidet stets die Gewalt. Wenn ihr der Versuchung erliegt, in eurem Kampf Gewalt anzuwenden, werden die noch ungeborenen Generationen eine lange und trostlose Nacht der Bitterkeit erleben, und euer Hauptvermächtnis an die Zukunft wird eine endlose Herrschaft des sinnlosen Chaos sein.“

Andererseits wird der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt mit folgenden Worten zitiert: „Man kann ein Land nicht mit der Bergpredigt regieren.“

In einem katholischen Katechismus, der 1975 in der Schweiz veröffentlicht wurde, heißt es: „Die Anweisungen in der Bergpredigt sind nicht wörtlich zu nehmen, weil das sowohl im privaten wie im öffentlichen Leben zu unhaltbaren Zuständen führen würde.“

Das Book of Common Prayers erläutert: „Es ist recht, dass christliche Männer auf Geheiß des Staates zu den Waffen greifen und im Krieg dienen.“

Francis A. Schaeffer sagte in „A Christian Manifesto“: „Ich bin kein Pazifist, denn in dieser gefallenen Welt, in der wir leben, bedeutet Pazifismus, dass wir jene Menschen im Stich lassen, die unsere Hilfe am Meisten brauchen.“

C.S. Lewis schrieb in „Mere Christianity“: „Liebt man seinen Feind dadurch, dass man ihn nicht bestraft? Nein, denn sich selbst zu lieben, bedeutet auch nicht, dass man sich nicht selbst der Bestrafung unterwerfen sollte – sogar dem Tod. Wenn man einen Mord begangen hätte, wäre es aus christlicher Sicht richtig, sich der Polizei zu stellen und verurteilt zu werden. Deshalb ist es meiner Meinung nach vollkommen richtig, wenn ein christlicher Richter einen Menschen zum Tode verurteilt oder ein christlicher Soldat einen Feind tötet.“

Wer hat Recht? Würden Sie diesen Aussagen zustimmen?

Ist es für einen Christen „vollkommen richtig“, über einen anderen Menschen zu urteilen – sei es als Richter, als Geschworener oder als Schöffe im Strafverfahren? Ist es für einen Christen „vollkommen richtig“, einen anderen Menschen zu töten – sei es als Soldat oder als Polizist? Und was ist mit unschuldigen Zuschauern – den sprichwörtlichen und unvermeidlichen „Kriegsopfern“ oder „Kollateralschäden?“

Albert Einstein bemerkte: „Bloße Lippenbekenntnisse für den Frieden sind leicht, aber wirkungslos. Was gebraucht wird, ist aktive Beteiligung im Kampf gegen Krieg und jedweder Angelegenheit, die zum Krieg führt.“

Schreckliche Folgen des Krieges

In dieser Broschüre werden wir einige interessante Zitate berühmter Persönlichkeiten betrachten, die womöglich etwas zum Thema Krieg und Frieden verstanden haben, was die meisten Menschen leider nicht begriffen haben. Unabhängig von den Schlussfolgerungen unserer Diskussion sollte jedoch eine Tatsache klar sein: Jeder Krieg hat schreckliche Folgen, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch in Bezug auf Leid und Schmerz.

Am 26. Oktober 2004 berichtete die Washington Post: „Der Wirtschaftswissenschaftler William D. Nordhaus von der Yale University schätzt, dass der Erste Weltkrieg die Vereinigten Staaten knapp 200 Milliarden Dollar gekostet hat. Der Vietnamkrieg kostete von 1964 bis 1972 etwa 500 Milliarden Dollar.“

Der Stern Online veröffentlichte einen schockierenden Artikel, in dem die schrecklichen psychologischen Folgen für aus dem Krieg zurückkehrende Soldaten beschrieben wurden. Der Artikel wurde am 15. Juli 2004 veröffentlicht und trug den Titel „Das Trauma des Krieges“:

„Ärzte und Wissenschaftler untersuchten deutsche Soldaten, die aus dem Kosovo und Afghanistan zurückkehrten, und ihre erschreckenden und beunruhigenden Ergebnisse schilderten: ‚Einige berichten, dass sie ihre Kinder bei der Hausaufgabenhilfe geschlagen haben, was sie früher nie getan hätten…‘ In akuten Fällen sind die Männer nicht aggressiv, sondern gefühlsmäßig taub. ‚Sie spüren keine Gefühlsregung mehr, weder Freude noch Trauer.‘… Viele versuchen beinahe instinktiv, die Erinnerung an das Erlebte zu vermeiden: Sie ziehen sich zurück, trinken oder nehmen Drogen. ‚Einige werden depressiv, meiden Freunde und vermeiden bewusst oder unbewusst bestimmte Orte, damit sie nicht von ihren Gefühlen überschwemmt werden‘… Die schlimmste Ausprägung kann das ‚Berserker-Syndrom‘ sein, wenn Soldaten, die aus dem Krieg zurückkehren, Amok laufen und sich und andere Menschen töten.“

In dem Artikel wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass „Traumatisierungen [aufgrund von Kriegserlebnissen] … mittlerweile auch biochemisch im Gehirn nachweisbar“ sind.

Am 7. Mai 2004 veröffentlichte ABC News einen aufschlussreichen Artikel, in dem die furchtbaren Auswirkungen des Krieges angesprochen wurden. In dem Artikel heißt es:

„Die Einzelheiten der Vorfälle im Gefängnis von Abu Ghraib im Irak [wo irakische Gefangene von US-Soldaten gefoltert wurden] müssen noch aufgearbeitet werden. Aber die Antwort scheint für Experten der Kriegspsychologie und andere Fachleute für psychische Gesundheit, die von ABC NEWS kontaktiert wurden, offensichtlich zu sein – ein solches Verhalten ist in Zeiten militärischer Konflikte nicht ungewöhnlich, und das Potenzial, andere zu misshandeln, kann in jedem von uns liegen. ‚Im Krieg passieren Dinge, oft aus Affekt, Erschöpfung, Frustration – ein Kamerad wird getötet, eine Einheit angegriffen‘, behauptet Samuel Watson, ein ehemaliger Infanterieoffizier im Vietnamkrieg, der jetzt Privatdozent für öffentliche Gesundheit an der University of Pittsburgh ist… Und Dr. Carlyle Chan, Professor für Psychiatrie am Medical College of Wisconsin in Milwaukee, sagt, dass der Missbrauch von Gefangenen angesichts der Traumata, die Soldaten erleben können, wahrscheinlich häufiger vorkommt, als wir glauben möchten.“

Der Artikel fragt weiter: „Was treibt Soldaten dazu, andere in Kriegszeiten zu misshandeln? Der Schlüssel, so die Experten, liegt in der ‚MILITÄRKULTUR‘, in der die Soldaten und Wachleute eingebunden sind. Im Krieg wird ‚der Feind nicht als ein menschliches Wesen dargestellt, das einem selbst ähnlich ist, sondern als Tier, das wild und zielstrebig auf Zerstörung aus ist‘, sagt Rona M. Fields, Direktorin für kognitive Wissenschaften am Center for Advanced Defense Studies an der George-Washington-Universität in Washington, D.C. Diese Entmenschlichung, erklärt Evans, ist eine psychologische Verteidigung gegen die schrecklichen Ereignisse, die Soldaten im Krieg erleben. Wird der Feind erst einmal als WENIGER ALS EIN MENSCH wahrgenommen, kann es leicht sein, ihn entsprechend zu behandeln.

„Eine weitere Motivation für US-Soldaten, irakische Gefangene zu misshandeln, könnte schlicht VERGELTUNG gewesen sein, meint Dr. Paul Ragan, ein Navy-Psychiater während der ‚Operation Wüstensturm‘ und jetzt Privatdozent für Psychiatrie an der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee. ‚Das emotionale Zentrum des Gehirns, oder das limbische System, will zurückschlagen…‘“

ABC News stellte die folgende Frage: „Was aber, wenn die militärische Führung selbst den Soldaten befiehlt, sich missbräuchlich zu verhalten? Wären normale Menschen bereit, moralisch abscheuliche Befehle zu befolgen?“

Die Geschichte der Menschheit hat hinlänglich bewiesen, dass die Frage tragischerweise mit „Ja“ beantwortet werden muss. Nationalsozialisten, die in Konzentrationslagern gearbeitet und diese beaufsichtigt haben, verteidigten ihre brutalen Folterungen und Morde mit den Worten: „Ich habe nur Befehle befolgt.“ Und so fährt ABC News fort, einen anderen Experten zu zitieren: „Gewöhnliche Menschen, die einfach nur ihrer Arbeit nachgehen, ohne besondere Feindseligkeiten zu hegen, können zu Akteuren in einem schrecklichen zerstörerischen Prozess werden…, [selbst] wenn die zerstörerischen Auswirkungen ihrer Arbeit offenkundig sind, und sie aufgefordert werden, Handlungen auszuführen, die mit den grundlegenden Normen der Moral unvereinbar sind.“

Die neutestamentliche Lehre zum Krieg

Was ist also die biblische Sicht des Krieges? Wir werden uns zunächst die sehr klaren und entscheidenden Lehren zum Thema Krieg und Frieden im Neuen Testament ansehen.

Als allgemein anerkannte Selbstverständlichkeit werden wir von Christus und seinen Aposteln dazu aufgefordert, mit ALLEN Menschen in Frieden zu leben. Das schließt natürlich das Verbot ein, gegen andere zu kämpfen, Vergeltung zu üben oder sie zu verdammen. In Römer 12,17-21 lesen wir: „Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: ‚Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.‘ Vielmehr, ‚wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln‘. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

Uns wird gesagt, wir sollen das Böse mit Gutem überwinden. Es wird uns ebenfalls gesagt, dass dies bedeutet, dass wir uns NICHT rächen sollen, sondern unserem Feind stattdessen zu essen und zu trinken geben sollen. Offensichtlich heißt das, dass wir ihn nicht töten sollen. Denn das wäre „böse.“ Vielmehr sollen wir das Böse mit „Gutem“ überwinden. Indem wir unserem Feind zu essen und zu trinken geben, sammeln wir feurige Kohlen auf sein Haupt; das bedeutet, er wird unsere guten Taten sehen und beschämt sein, wenn er seine Feindseligkeit gegen uns mit unserem guten Willen ihm gegenüber vergleicht.

Dieses biblische Prinzip lehrt, WIE man das Böse mit dem Guten überwindet: Nicht, indem man eine Waffe benutzt und die Person tötet [was böse ist], sondern indem man ihr hilft und für sie sorgt [was gut ist].

Römer 14,19 sagt uns: „Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.“ Und 1.Petrus 3,8-12 fügt hinzu: „Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. Denn ‚wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun.‘“

Beachten Sie, dass es als „böse bezeichnet wird, NICHT den Frieden zu suchen und ihm nachzujagen. Unsere Zungen zu hüten, dass sie nichts Bösen reden, bedeutet, nichts Böses über unseren Feind zu sagen. Jeder Krieg beginnt mit Worten, mit Propaganda, mit hasserfüllten Kommentaren über andere, bis die Entscheidung einer Regierung, ein fremdes Land – den Feind – anzugreifen und zu bekämpfen, in den Augen der Bürger gerechtfertigt erscheint. So hätte beispielsweise Adolf Hitler niemals so viele Deutsche davon überzeugen können, dem „totalen Krieg“ zuzustimmen, wenn seine Propagandamaschinerie unter Joseph Goebbels das Volk nicht schon lange im Voraus sorgfältig auf eine solche Sichtweise vorbereitet hätte.

Gott sagt in seinem Wort, dass er uns als gerecht ansieht, wenn wir uns vom Bösen abwenden oder wenn wir es unterlassen, Böses gegen andere zu sprechen oder zu tun. Jedoch ist das reine Verzichten auf das Böse nur die Hälfte des Bildes. Wir müssen das Bild vervollständigen, indem wir den Frieden wahrhaft suchen, indem wir ihm aktiv nachjagen, was faktisch bedeutet, dass wir Frieden schaffen. Wir müssen den Frieden so sehr wollen, dass wir uns darum bemühen, ihn zu schaffen, und Sie können sicher sein, dass ein solches Bemühen sowohl in unseren Worten ALS AUCH in unseren Taten deutlich erkennbar sein wird.

Ein deutscher Fernsehmoderator, Dr. Franz Alt, schrieb ein Buch mit dem Titel „Frieden ist möglich“, in dem er den Weg zum Frieden und den Weg zum Krieg wie folgt beschreibt: „Nichts bleibt folgenlos. Lange bevor ein Krieg ausbricht, wird er vorbereitet, das heißt, er hat vorher in den Gedanken der Menschen und in den Medien schon begonnen…“

Und in seinem Buch, „Liebe ist möglich,“ schrieb er: „Unsere Geschichtsbücher sind beherrscht von Alexander und Cäsar, Nero und Napoleon, Hitler und Stalin. Jesus… [ist] nur [eine Fußnote]… Wir lernen die falschen Dinge über die falschen Menschen. Wir orientieren uns zu sehr an den Vertretern der Gewalt anstatt an den maßgeblichen und sinnstiftenden Menschen…  Was hat für uns mehr Realität – der Glaube an Gott — oder die Rüstung? Wem trauen wir mehr zu – dem Sohn Gottes oder den Weltmächten? Von wem erwarten wir das Heil: vom Geist, der lebendig macht, oder von den Waffen, die den Tod bringen?“

Der Weg des Friedens

Beachten wir, was Jakobus, der Halbbruder Jesu Christi, in Jakobus 3,18 sagt: „Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften.“

Hier sehen wir die Beziehung zwischen Gerechtigkeit – oder rechtem Leben – und der Schaffung von Frieden. Christus lehrt uns in Matthäus 5,6-10: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich“ (revidierte Lutherbibel 2017).

Wenn es uns nach Gerechtigkeit hungert und dürstet, was sich darin äußert, dass wir andere nicht durch unsere Worte oder Taten verletzen, dann erweisen wir ihnen Barmherzigkeit. Unsere Herzen werden zunehmend reiner, wenn wir Christi Weg der Barmherzigkeit, des Mitgefühls und des Friedens gehen. Es wird uns immer besser gelingen, Gottes unverfälschtes, reines Wort an die Stelle der falschen Konzepte dieser Welt zu setzen, die fälschlicherweise lehren, dass Zorn, Verurteilung und letztlich Krieg die Antwort auf unsere Probleme sind.

Denken Sie an die berühmten Worte von General Douglas McArthur, die er am Ende des Zweiten Weltkriegs äußerte: „Es muss durch den Geist geschehen [d.h., durch eine neue Denkweise], wenn wir den Leib retten wollen.“

Albert Einstein sagte etwas Ähnliches, als er über die Zerstörungskraft von Atombomben sprach: „Eine neue Art des Denkens ist unumgänglich, wenn die Menschheit überleben und gedeihen will.“

Leider hat sich die große Mehrheit der Menschheit dieser neuen Denkweise, die vor Tausenden von Jahren in der Bibel offenbart wurde, nicht angeschlossen.

Vielmehr ist die Menschheit der Philosophie des Krieges nachgefolgt – eine Philosophie, die beispielsweise von Mao-Tse-Tung folgendermaßen formuliert wurde: „Wir wollen den Krieg loswerden – wir wollen keinen Krieg. Aber wir können den Krieg nur durch den Krieg abschaffen. Wenn wir keine Waffen wollen, müssen wir zu den Waffen greifen.“

Diese verkehrte Philosophie hat keineswegs Frieden gebracht, und sie wird auch niemals Frieden bringen. Demgegenüber hatte Mahatma Ghandi etwas verstanden, was die meisten Menschen nicht begreifen, als er sagte: „Die Abwesenheit von Gewalt ist kein Zeichen von Schwäche, sondern sie ist die Waffe eines tapferen Herzens.“

Die Reinheit der Lehre Gottes wird uns davon überzeugen, Friedensstifter zu werden. Ironischerweise müssen wir, wenn wir für den Frieden eintreten, ihn anstreben und praktizieren, mit Verfolgung durch andere rechnen, die an das Konzept des Krieges glauben und es lehren. Aber wenn wir Kinder Gottes sein wollen, dann müssen wir Friedensstifter sein – wir müssen den Weg lehren und leben, der zum Frieden führt. Wir müssen den entgegengesetzten Weg ablehnen, der nur zu Krieg, Elend und Tod führt. Als wahre Nachfolger Christi dürfen wir uns nicht am Krieg beteiligen, in welcher Form es auch sein möge.

Christus macht uns sehr deutlich, was er meint, wenn er uns befiehlt, unsere Feinde NICHT zu bekämpfen, sondern mit ihnen in Frieden zu leben. In Matthäus 5,43-45 sagte er: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben‘ und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“ (vergleichen Sie ebenfalls Lukas 6,27-28.35-36).

Wir sollten uns folgende Frage stellen: Wie passen diese Lehren mit der Philosophie des Hasses und des Krieges zusammen – dem Konzept, dass wir uns mit Gewalt an denen rächen müssen, die uns überfallen haben; die versuchen, sich unseres Landes und unseres Besitzes zu bemächtigen; die sich anschicken, unsere Ideale und unsere Lebensweise zu unterdrücken?

Christus trat für eine friedvolle Lebensweise ein und überließ es Gott dem Vater, Rache an seinen Feinden zu üben, und dasselbe müssen wir ebenfalls tun! Die Bibel erklärt uns den einzigen Weg zum Frieden, einen Weg, den wir erlernen und in die Praxis umsetzen MÜSSEN. Dieser Weg ist von den Menschen im Großen und Ganzen weder gelehrt noch angewandt worden. Vielmehr möchte die Welt uns glauben machen, dass „dieser Weg nicht funktioniert.“ Sogar das bekennende Christentum lehrt oftmals, dass er erst dann praktikabel sein wird, wenn alle anderen bereits so leben. Aber Christus sagt uns etwas ganz anderes, und wenn wir SAGEN, dass wir Christi Jünger sind – die wahren Nachfolger Christi – dann müssen wir TUN, was er befiehlt. Denken Sie daran, was Christus sagte: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut [geschweige denn glaubt] nicht, was ich euch sage?“ (Lukas 6,46).

Professor Dr. Rossi, ein Siebenten-Tags-Adventist aus der Schweiz, schrieb in Conscience and Liberty: „Kriege beginnen im Geist des Menschen, und der Kampf um Leben und Frieden muss in diesem Geist gewonnen werden.“

Johannes der Täufer wurde von Gott berufen, die Menschen auf das erste Kommen Jesu Christi vorzubereiten, der uns den Weg zum Frieden lehren würde. Wir lesen die folgende Prophezeiung in Lukas 1,76.79: „Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten… [damit er erscheine,] um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens“ (Einheitsübersetzung 2016).

Beachten wir ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Johannes die Menschen „auf den Weg des Friedenslenkte. Als römische Soldaten zu ihm kamen und ihn fragten, was sie tun sollten, sagte er zu ihnen: „Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!“ (Lukas 3,14). Wenn sie niemandem Gewalt antun durften, dann war es ihnen erst recht nicht gestattet, ihre Feinde im Krieg zu töten.

Jesus Christus kam, um den Frieden zu verkünden – und den WEG zum Frieden – nicht den Krieg. In Apostelgeschichte 10,36 heißt es, dass Gott der Vater „Frieden verkündigt durch Jesus Christus.“ Gott möchte, dass die Menschen den Weg zum Frieden verstehen, traurigerweise jedoch haben sich die meisten geweigert, die Lehren Christi anzunehmen. Und noch trauriger ist, dass die meisten Menschen, die sich heute zum Christentum bekennen, sich weiterhin weigern, Christi Lehren über Krieg und Frieden tatsächlich ANZUNEHMEN und ZU PRAKTIZIEREN. Seine Lehren sind von bestechender Einfachheit. Sie sind nicht schwer zu verstehen, jedoch haben Menschen versucht, sie sehr kompliziert zu machen, weil sie unwillig sind, diese Lehren zu akzeptieren.

Einst beklagte Christus, dass das alte Jerusalem den Weg zum Frieden nicht kannte. Das ist auch heute noch so. Wir lesen in Lukas 19,41-42: „Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist’s vor deinen Augen verborgen.“

Der Weg des Friedens war vor ihren Augen verborgen, weil sie nicht den Wunsch hegten, ihre Augen zu öffnen, um zu sehen, was Christus ihnen zeigte. Wie steht es um unsere Augen, unseren Verstand, unsere Herzen? Sind sie geöffnet oder sind sie noch verschlossen?

Wenn die Menschen nicht zulassen, dass Gott ihnen die Augen öffnet, können sie den Weg zum Frieden weder erkennen noch begreifen. Paulus hat diese Tatsache in Römer 3,17 angesprochen. Das ist der Grund, warum wir heute keinen Frieden haben. Der Mensch hat den Weg des Hasses, der Rache und des Krieges eingeschlagen, den Paulus in Römer 3,10-16 so anschaulich beschreibt. Der wahre Grund für all dieses Übel findet sich in Vers 18: „Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen.“

Der Weg des Krieges ist dem Weg des Friedens diametral entgegengesetzt. Das ist offensichtlich, wenn wir bedenken, woher Kriege kommen, wie sie entstehen und warum.

„Krieg oder Frieden – was wählen?“

Wie sehr haben wir uns an den Krieg gewöhnt? Würden wir mit den meisten Menschen darin übereinstimmen, dass unsere Kriege – obwohl nicht unbedingt zu begrüßen – dennoch eine Notwendigkeit darstellen? Glauben wir, dass unsere Kriege zumindest einige unserer Probleme lösen und dauerhaften Frieden bringen werden? Sind wir bereit, den Tod Tausender unschuldiger Menschen im Verlauf der Kriege der Menschheit hinzunehmen, weil wir glauben, dass diese „Opfer“ notwendige Begleitumstände für das Endziel des Friedens sind?

Die Bibel sagt uns, dass Satan die ganze Welt verführt hat (Offenbarung 12,9). Es ist Satan, der Urheber des Krieges, der die Menschen glauben gemacht hat, dass Zerstörung zum Aufbau führt – dass Krieg zu Frieden führen kann.

Der Mensch will Frieden. Jedoch weiß der Mensch nicht, wie er ihn erreichen kann. Selbst sogenannte Friedensgespräche führen keineswegs zu dauerhaftem Frieden und Brüderlichkeit. Paulus sagt uns in Römer 3,11.15-17: „Da ist keiner, der verständig ist… Ihre Füße eilen, Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist lauter Schaden und Jammer, und den Weg des Friedens kennen sie nicht.“ Petrus war bereit, mit dem Schwert zu töten, um Jesus zu verteidigen. Sein Meister musste ihm sagen: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen“ (Matthäus 26,52). Dieselbe Botschaft finden wir in Offenbarung 13,10 wiederholt: „…wenn jemand mit dem Schwert tötet, so soll er durchs Schwert getötet werden“ (Schlachterbibel). Als die „Donnersöhne“ Jakobus und Johannes sich anschickten, Feuer vom Himmel zu rufen, um die Samariter zu vernichten, wies Christus sie mit den Worten zurecht: „Ihr wisst nicht, welches Geistes Kinder ihr seid. Denn der Menschensohn ist nicht gekommen, die Seelen der Menschen zu vernichten, sondern
zu erretten“ (Lukas 9,55-56; neue Lutherbibel 2009).

6000 Jahre menschlicher Geschichte voller Schmerz und Leid haben bewiesen, dass unsere Kriege keinen Frieden bringen, sondern nur zu weiteren Kriegen führen. Wenn wir uns allein das letzte Jahrhundert ansehen, dann erkennen wir, dass es ohne den Ersten Weltkrieg keinen Zweiten Weltkrieg gegeben hätte. Und wie uns die Prophezeiung offenbart, wird es in naher Zukunft einen Dritten Weltkrieg geben – den tödlichsten von allen –, der zu einem großen Teil durch die beiden vorangegangen Kriege hervorgerufen werden wird. In der Tat ziehen Kriege nur weitere Kriege nach sich. Der Mensch ist nicht in der Lage, alle Kriege zu beenden!

Gott hat seinem Volk Verständnis gegeben, auch das Verständnis, dass der Weg des Friedens nicht durch die Kriege der Menschen zu finden ist. Gott wird Jesus Christus auf diese Erde zurücksenden, um ALLE KRIEGE ZU BEENDEN, wie es in der Schlachterbibel in Psalm 46,10 heißt: „… der den Kriegen ein Ende macht bis ans Ende der Erde.“ Im Reich Gottes – der Regierung Gottes AUF DIESER ERDE unter der Herrschaft Jesu Christi – wird der Mensch nicht mehr lernen, Krieg zu führen (Jesaja 2,4; Micha 4,3). Christus wird der Friede-Fürst genannt (Jesaja 9,5), und uns wird gesagt, dass des Friedens kein Ende sein wird (Jesaja 9,6; vergleichen Sie Psalm 72,7).

Christus hat seine Kirche beauftragt, allen Völkern seinen Weg des Friedens zu verkünden (Epheser 6,15; Apostelgeschichte 10,36). Das bedeutet, dass wir selbst diesen Weg beschreiten müssen! Als seine wahren Jünger werden wir uns nicht an einem von Menschen geführten Krieg beteiligen UND wir werden solche Kriege auch nicht befürworten. Wir werden nicht zulassen, dass wir erneut der Täuschung anheimfallen zu denken, dass irgendein menschlicher Krieg gerechtfertigt ist. Vielmehr werden wir zum Frieden raten (vergleichen Sie Sprüche 12,20: „Die Böses planen, haben Trug im Herzen; aber die zum Frieden raten, haben Freude.“) Wir werden heute das tun, was Jesus Christus tun wird, wenn er auf Erden regiert: Wir werden den Völkern „Frieden gebieten“ (Sacharja 9,10).

Gottes Weg des Friedens und Satans Weg des Krieges sind totale Gegensätze. Ein wahrer Christ wird nichts praktizieren oder gutheißen, was anderen Zerstörung und Schmerz bringt – und Krieg bringt ganz offenkundig IMMER Zerstörung und Schmerz für andere. Unser Gewissen muss die menschliche Kriegsführung ablehnen. Deshalb werden wir „Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen“ genannt. Beachten Sie den Auftrag Christi an seine Endzeitgemeinde: „Siehe auf den Bergen die Füße eines guten Boten, der da Frieden verkündigt!“ (Nahum 2,1). Vergleichen Sie auch Römer 10,15 in der neuen Lutherbibel 2009: „… wie lieblich sind die Füße derer, die das Evangelium des Friedens verkünden, die das Evangelium des Guten verkünden!“

Christus hat uns befähigt, anderen den Frieden zu verkünden, weil Christus uns durch seinen heiligen Geist SEINEN FRIEDEN gegeben hat, damit er in uns wohnt (Johannes 14,27; vergleichen Sie Kolosser 3,15). Wie erwähnt, richtet Christus unsere Füße auf den Weg des Friedens (Lukas 1,79) – fernab von der zerstörerischen Straße des Krieges. Wir sind aufgerufen, dem Frieden mit jedem Menschen nachzujagen (Hebräer 12,14), weil wir wissen, dass die Frucht der Gerechtigkeit für uns in Frieden gesät wird, wenn wir Frieden stiften (Jakobus 3,18; vergleichen Sie Matthäus 5,9 in der neuen Lutherbibel 2009: „Glückselig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder heißen“). Wenn wir selbst den Frieden suchen und ihm nachjagen (vgl. auch 1.Petrus 3,11); wenn wir uns bemühen, soviel es an uns liegt, mit allen Menschen Frieden zu haben (Römer 12,18); dann können wir von Christus als seine Botschafter des Friedens eingesetzt werden. Wir sollen seine Regierung, sein Reich, seine Herrschaft repräsentieren, und somit können wir uns niemals – weder in Wort noch in Tat – an den kriegerischen Wegen dieser Welt beteiligen.

Wir sollen einen Weg des GEBENS beschreiten und verkünden. Die Kriege dieser Welt sind das Ergebnis des Weges des NEHMENS. Jakobus 4,1-2 sagt uns: „Woher kommen Kriege und Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht daher: aus euren Begierden, die in euren Gliedern streiten?… ihr streitet und führt Krieg und habt nichts, weil ihr nicht bittet…“ (neue Lutherbibel 2009).

Warum zieht der Mensch gegen seinen Nächsten in den Krieg? Weil er das besitzen will, was sein Nächster besitzt, oder aber, weil er dafür sorgen will, dass sein Nächster nicht das bekommt, was er selbst besitzt. Gleichzeitig bittet der Mensch Gott nicht um Hilfe, und selbst wenn er ihn bittet, dann lebt er keineswegs so, wie Gott es von ihm erwartet. Gottes Verheißung in Sprüche 16,7 liest sich wie folgt: „Wenn eines Menschen Wege dem HERRN wohlgefallen, so lässt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen.“

Wenn unser Feind hungrig und durstig ist, dann sollen wir ihm zu essen und zu trinken geben und so „feurige Kohlen auf sein Haupt häufen“ (Sprüche 25,21-22; vgl. auch Römer 12,20). Der fleischliche Verstand dagegen sagt: „Das funktioniert nicht. Man kann ein Land nicht mit der Bergpredigt regieren.“ Und so hat der Mensch niemals ernsthaft versucht, diesen Weg des Lebens zu gehen. Stattdessen hat der Mensch Satans Weg des Krieges, der Zerstörung und des Todes gewählt, und als Folge davon steht der Mensch nun vor der unübersehbaren Perspektive, alles menschliche Leben von der Erde zu tilgen.

Die Jünger Gottes – seine Kinder – MÜSSEN anders sein. Wir haben heute die einmalige Gelegenheit, der Welt den Frieden zu predigen – durch unsere Worte UND durch unsere Taten. Vielleicht werden einige zuhören und es in ihrem Leben anzuwenden versuchen. Was für eine Überraschung werden sie erleben, wenn sie herausfinden, dass Gottes Lebensweg IN DER TAT funktioniert!

Der Ursprung des Krieges

Jakobus 4,1-4 erklärt unmissverständlich den Ursprung des Krieges: „Woher kommen Kriege und Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht daher: aus euren Begierden, die in euren Gliedern streiten? Ihr wollt etwas und bekommt es nicht; ihr tötet und neidet und könnt nichts erreichen; ihr streitet und führt Krieg und habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Begierden zu verschwenden. Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun ein Freund der Welt sein will, der wird Gottes Feind sein“ (neue Lutherbibel 2009).

Jakobus nennt uns Freunde dieser Welt, wenn wir uns an Kriegen und Kämpfen beteiligen. In Zeiten patriotischer und nationalistischer Euphorie kann man leicht als „Feind“ angesehen werden, wenn man durch Kriegsdienstverweigerung auffällt; dann nämlich, wenn man aufgerufen ist, Teil der Menge, des Volkes, der Nation zu sein, um den Krieg „unserer Nation“ zu unterstützen, zu befürworten und zu billigen. Es werden Zweifel aufkommen und Fragen gestellt werden, wie: „Ist diese Person vielleicht heimlich ein Spion, ein verborgener Unterstützer des Feindes, ein Verräter, ein Deserteur oder gar ein Feigling?“

Wir könnten in diesem Zusammenhang an den Propheten Jeremia denken. Er lehrte die Juden, nicht gegen die Chaldäer unter Nebukadnezar anzukämpfen, sondern sich zu ergeben, denn Gott hatte verfügt, dass das sündhafte Jerusalem in die Hände des babylonischen Königs gegeben werden sollte (Jeremia 27,1-22). Dem König und dem Volk von Juda gefiel diese Botschaft natürlich nicht, und so sperrten sie Jeremia ein und beschuldigten ihn zu Unrecht, ein Verräter zu sein (vergleichen Sie Jeremia 37,1-16).

Andererseits wird eine Person, die sich wie alle anderen für den Krieg einsetzt, sofort als Patriot betrachtet. Aber wir müssen begreifen, dass die kriegführenden Nationen dieser Zeit, in der wir leben, Teil dieser Welt sind, nicht Teil der zukünftigen Welt Gottes, in der er über die Nationen herrschen wird. Dies ist eine Welt, in der Zeiten des Friedens die Ausnahme und Zeiten des Krieges die Regel sind. Dies ist eine Welt, die eine bestimmte Handlung in Friedenszeiten als das Kapitalverbrechen des Mordes ansehen mag, in Kriegszeiten jedoch als heldenhaften Akt der Befreiung deklariert. Die Bibel sagt jedoch, dass wir Feinde Gottes sein werden, wenn wir Freunde dieser Welt (und ihrer Wege) sind.

Wir wollen hier einen anderen einflussreichen Befürworter des Friedens zitieren, einen wahren Christen, der von nationalen und internationalen Politikern und Regierungsvertretern sogar als „inoffizieller Botschafter des Friedens“ und als „Brückenbauer zwischen den Nationen“ bezeichnet wurde. Dieser Mann war Herbert W. Armstrong, der bis zu seinem Tod im Jahr 1986 zahlreiche Bücher und Broschüren schrieb. Wir zitieren Auszüge aus seiner englischsprachigen Broschüre „Military Service and War“ („Militärdienst und Krieg“), die 1967 geschrieben und 1985 neu aufgelegt wurde (S. 54, 65, 67, 68, 70; Hervorhebung im Original):

„Krieg ist so unnötig. Krieg ist FALSCH!… Beinahe alle wahrhaft großen religiösen und politischen Führer der Welt haben die völlige SINNLOSIGKEIT des Krieges anerkannt… Durch die Geißel des Krieges wurden mehr Leben vorzeitig ausgelöscht, mehr Leiden verursacht, mehr Häuser zerstört und niedergerissen, und mehr Zeit und Eigentum verschwendet als durch jedes andere Mittel in der Geschichte der Menschheit! Und Krieg hat NIEMALS die Probleme der Menschen gelöst oder dauerhaften Frieden gebracht. Stattdessen bringt er nur weiteren Krieg hervor!… Unzählige Millionen Leben werden ausgelöscht, verkrüppelt oder ruiniert. Und Millionen junger Männer werden dazu erzogen, zu wirksamen Killern zu werden – zu Mördern! In der Tat ist eine der verheerendsten Anklagen gegen den Krieg, dass er in ganzen Völkern den Geist der Gewalt und des MORDENS hervorbringt… Mehr als jede andere Sache bewirkt der Krieg den Geist des Mordens! Und dieser böse Geist wächst und nimmt heute in der ganzen Welt zu… Krieg bedeutet zu lernen, wie man hasst und tötet!… wir müssen erkennen, dass der Geist des Krieges der Geist des MORDENS ist – und ihn mit all unserer Kraft vermeiden…“

In einem früheren Artikel vom September 1939 erklärte Herbert Armstrong das Folgende (Hervorhebung weggelassen): „Gott gebietet uns, nicht zu kämpfen oder zu töten, weder für Cäsar noch für irgendjemand anderen… Gottes Gesetze verbieten Kampf, Zwietracht oder Mord… Christus hat Zwietracht, Kampf, Töten und Hassen verurteilt… Ich kann mich nicht persönlich an Krieg oder Töten beteiligen… Ich kann nicht zur Waffe greifen oder am Krieg teilnehmen… Politik und Krieg, auch wenn die andere Nation im Unrecht und der Übeltäter sein mag, sind von der Welt… [Ich lehne das Töten ab, weil] es Sünde ist, und deren Sold ist der Tod… Es ist verkehrt, weil Gott es verurteilt, und ich glaube, er verurteilt es, weil es nichts als menschliches Leid, Elend und Tod zur Folge hat. Ich glaube, dass niemand jemals einen Krieg GEWINNT – es stellt sich allenfalls die Frage, welche Seite der größere Verlierer ist. Ich glaube, dass Gottes Wege GERECHT und RICHTIG sind.“

Töten im Krieg verstößt gegen die Zehn Gebote

Einige haben gesagt, dass das Töten im Krieg nicht gegen die Zehn Gebote verstößt. Jakobus 4,1-2 beweist jedoch, dass, gemäß der Bibel, das Töten im Krieg Mord IST. In diesem Abschnitt, der sich mit dem Krieg befasst, setzt Jakobus in Vers 2 den Krieg mit „Mord“ gleich, wenn er sagt: „ihr mordet und neidet und könnt es doch nicht erlangen; ihr streitet und kämpft, doch habt ihr es nicht“ (Schlachterbibel). Viele Übersetzungen haben hier: „… ihr streitet und führt Krieg…“ Das griechische Wort für „Mord“ ist „phoneuo.“ Jesus verwendet dasselbe Wort in Matthäus 5,21, wo er eines der Zehn Gebote zitiert („Du sollst nicht töten“ oder „morden“ – auf Griechisch „phoneuo“). Sowohl Jesus als auch Jakobus machen also deutlich, dass das Gebot „Du sollst nicht töten“ das Gebot gegen das Töten im Krieg beinhaltet.

Dies wird auch deutlich, wenn man die Aussage Christi in Lukas 22,36-38 betrachtet, wo er die Jünger auffordert, Schwerter zu kaufen. Aus welchem Grund hat er das getan? Damit die Prophezeiung erfüllt werden konnte. Und was war die Prophezeiung, die erfüllt werden musste? Dass er, Christus, zu den Übeltätern gerechnet werden würde. Die Schlachterbibel schreibt in Lukas 22,37 „unter die Gesetzlosen“, in der Zürcher Bibel 2007 heißt es „zu den Missetätern.“ Die New King James Bible schreibt noch genauer: „Er wurde zu den Übertretern gezählt.“ Welcher „Übertretung“ waren die Jünger schuldig, um als „gesetzlos“ zu gelten? Als Petrus das Schwert ergriff, um den unschuldigen Christus gegen eine unrechtmäßige Verhaftung zu verteidigen, machten sie sich des versuchten Mordes schuldig. (Eine ausführliche Erörterung dieser Schriftstelle finden Sie in einem besonderen Artikel in dieser Broschüre.) Beachten Sie, dass die Jünger Schwerter hatten, und die Tatsache, dass Petrus später ein Schwert benutzen würde, um jemanden zu verletzen oder gar zu töten, stellte eine Übertretung dar. Es war Sünde, denn Sünde ist die Übertretung des Gesetzes der Zehn Gebote (vergleichen Sie 1.Johannes 3,4, Zürcher Bibel 1970).

Ebenso wie Johannes der Täufer und Jesus Christus den Frieden verkündet und gelehrt haben, müssen auch wir bereit sein, selbst angesichts von Widrigkeiten und Verfolgung aktiv für den Frieden zu arbeiten. In Epheser 6,15 zählt Paulus Stiefel zu der Waffenrüstung Gottes, die wir anlegen sollen, um bereit zu sein, für das Evangelium des Friedens einzutreten. Das Evangelium vom Reich Gottes wird auch als Evangelium des Friedens bezeichnet, da es eine zukünftige Zeit des Friedens ankündigt, in der es absolut keinen Krieg mehr geben wird – eine Zeit, die es seit dem Tag, als Kain seinen Bruder Abel erschlug, in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht mehr gegeben hat.

In einer Publikation wurde die militärische Beteiligung von Christen in einigen Kriegen entschuldigt, ja sogar befürwortet. Auch warnte Jesus in Lukas 22,35-38 seine Jünger vor gefährlichen Zeiten, in denen sie sich verteidigen und Schutz suchen müssten. Dies hört sich nicht gerade nach Pazifismus an. Können Sie bitte diese Textstelle in Bezug auf Ihre kategorische Haltung gegen die Beteiligung von Christen am Kriegsdienst erläutern?

Lesen wir einleitend die Passage Lukas 22,35-38 im Kontext:

„Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr da je Mangel gehabt? Sie sprachen: Niemals. [Gott gab auf sie Acht.] Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch die Tasche, und wer’s nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß das an mir vollendet werden, was geschrieben steht: ‚Er ist zu den Übeltätern gerechnet worden’ [wörtlich: „zu den Übertretern“]. Denn was von mir geschrieben ist, das wird vollendet. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.“

Diese Textpassage genügt bei weitem nicht zur Rechtfertigung der Anteilnahme eines Christen am Krieg. Tatsächlich besagt sie genau das Gegenteil. „Zwei Schwerter“ würden bei der unabwendbaren Verfolgung durch die Römer wohl kaum zur Verteidigung ausgereicht haben. Des Weiteren stellt Christus selbst klar, warum sie Schwerter kaufen sollten — so dass die Prophezeiung über ihn erfüllt werden konnte. Doch welche konkrete Voraussage musste erfüllt werden? Und welches Vergehen haben sich jene Jünger mit Schwertern zu Schulden kommen lassen, dass sie zu den Übeltätern oder besser Übertretern gerechnet worden sind?

Zuerst muss bemerkt werden, dass die Sünde die Übertretung des Gesetzes Gottes darstellt (vgl. 1.Johannes 3,4; Zürcher Bibel). In Matthäus 26,51 erfahren wir, dass Petrus mit seinem Schwert einen Knecht schlug, um Christus zu „verteidigen.“ Demzufolge hat sich Petrus durch diese Tat der Übertretung gegen das sechste Gebot schuldig gemacht (siehe 2.Mose 20,13; 1.Johannes 3,15; Matthäus 5,21.22.43-48; Lukas 6,27-36). Schenken wir insbesondere Matthäus 26,51-52 Beachtung: „Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren [dies war Petrus], streckte die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“

Christus befürwortet es ganz und gar nicht, dass seine Jünger Waffen zu ihrer Verteidigung oder zum Schutze anderer einsetzen — sei es im Krieg oder in Friedenszeiten. Die Hauptaussage des obigen Zitats verdient besondere Aufmerksamkeit: „WER das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert UMKOMMEN.“ In dem Moment, als Petrus das Schwert nahm, um einen anderen Menschen zu verletzen oder zu töten, hat er gegen das Gesetz Gottes verstoßen und wurde damit zu einem Übertreter. Die übrigen Jünger entwickelten zweifellos ähnliche, seine Tat unterstützende Gefühle. Sie waren alle mit Christus, so dass er zu den Übertretern gezählt wurde.

Überdies ist zu berücksichtigen, dass zu jener Zeit weder Petrus noch die anderen Jünger Christi bekehrt waren. Ihre Einstellung sowie ihr Verhalten änderte sich jedoch nach ihrer Bekehrung (vergleichen Sie u.a. 1.Petrus 2,21-23). Aus Jakobus 4,1-3 erfahren wir, dass Kriege ursprünglich aus den Gelüsten unserer Glieder herrühren, welche gegeneinander streiten. Vers 4 fährt fort: „Ihr Abtrünnigen, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist?“ Wenn wir uns also mit der Kriegsmaschinerie anfreunden und uns an ihr beteiligen — so macht Jakobus deutlich — werden wir zu Feinden Gottes.

Kommen wir wieder auf Matthäus 26 zurück, wo Christus erklärt, dass sein Schutz nicht vom Menschen, sondern von Gott ausgeht: „Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte?“ (Vers 53). Mit Vers 54 fährt er jedoch fort: „Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, dass es so geschehen muß?“ Er wäre von Gott in Schutz genommen worden, wenn die Zeit für das Eingreifen Gottes reif gewesen wäre. Eine ähnliche Erklärung gab Jesus in Johannes 18,36: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt.“ Christus sprach hier keineswegs von seinen elf Jüngern, die lediglich im Besitz von zwei Schwertern waren. Sie hätten Christi Gefangennahme durch die „große Schar mit Schwertern und […] Stangen“ (Matthäus 26,47) sicherlich nicht verhindern können. Vielmehr meinte er mit seinen Dienern die zwölf Legionen Engel (vergleichen Sie erneut Matthäus 26,53).

Gläubige Jünger Christi sollen nicht an den Kriegen dieser Welt teilnehmen, denn Christus verdeutlicht: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“ Wir glauben an Christus und sein Wort; darum sollen wir nicht umkommen, sondern letztendlich ewiges Leben erlangen (vgl. Johannes 3,15).

Offenbarung 13,10 beinhaltet eine ähnliche Aufforderung zu Geduld und Glaube. Dies hängt mit einer zukünftigen Verfolgung der Heiligen durch die Tiermacht und dem Tier zusammen – einem starken militärischen Machtblock und seinem Repräsentanten (Vers 7). „Hat jemand Ohren, der höre!“ (Vers 9), so leitet Christus seine Warnung ein, die lautet: „Wer andere in Gefangenschaft führt [dies gilt sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten], wandert selbst in Gefangenschaft; wer mit dem Schwert tötet, muss selbst durch das Schwert den Tod finden“ [Menge Bibel]. Er warnt SEINE KIRCHE DER ENDZEIT ausdrücklich davor, nicht am Krieg teilzunehmen, denn „[h]ier ist Geduld [oder das standhafte Ausharren, so Menge] und Glaube der Heiligen“ vonnöten.

Christi wahre Jünger werden die nötige Geduld aufbringen, einen Krieg zu überstehen, ohne dabei Gegengewalt anzuwenden. Sie werden den festen Glauben an Gott haben, dass er sie beschützen kann und wird, und dass sie in jedem Fall nie dazu gezwungen sind, sein heiliges Gesetz zu verletzen.

Lukas 22,36-38 lehrt uns nicht, uns zu unserem eigenen Schutze im Falle eines Krieges zu bewaffnen. Wenn wir solchermaßen handeln, sind wir „Übertreter“, „Übeltäter“ und „Feinde“ Gottes.

Eine friedliche Welt in der Zukunft

Betrachten wir nun einige der bemerkenswerten Prophezeiungen, die auf eine Zeit hindeuten, in der die Welt ganz anders aussehen wird als heute. Während wir weiterlesen, sollten wir uns die Frage stellen, inwiefern diese Bibelstellen auch für uns in dieser heutigen Welt gelten. Wir sind dazu berufen, Botschafter Christi zu sein – Repräsentanten des Reiches Gottes, das bald auf dieser Erde errichtet werden wird. Wir sollen Pioniere einer zukünftigen besseren Welt sein! Unser heutiges Leben soll widerspiegeln, wie die gesamte Menschheit ihr Leben in dieser zukünftigen besseren Welt führen wird.

In Jesaja 28,6 wird erklärt, dass das Volk Gottes, anstatt Streit zu schüren oder Krieg zu führen, „den Kampf zurücktreiben [wird] zum Tor.“ Das ist es, was das Volk Gottes bereits heute tun sollte. Wir sollen Friedensstifter sein, keine Kriegstreiber. Wir sollen heute den Frieden verkünden, nicht nur mit Worten, sondern auch mit unseren Taten, wie Jesaja 52,7 deutlich zeigt: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen…“ Die Elberfelder Bibel schreibt: „… der frohe Botschaft bringt, den Frieden verkündet, die gute Botschaft bringt, der Heil verkündet…“

Wenn Gottes Herrschaft auf dieser Erde beginnt, dann wird der verkündete Frieden Wirklichkeit geworden sein. Die Menschen werden nicht zum Militär gehen, um zu lernen, wie man den Feind hasst und wie man im Krieg kämpft; vielmehr wird man sie lehren, wie man in Frieden lebt. In Jesaja 2,2-4 wird prophezeit: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung [wörtlich: GESETZ, einschließlich des Gesetzes, das besagt: „Du sollst nicht töten“] ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. DENN ES WIRD KEIN VOLK WIDER DAS ANDERE DAS SCHWERT ERHEBEN, UND SIE WERDEN HINFORT NICHT MEHR LERNEN, KRIEG ZU FÜHREN.“

Wenn Christus, der Friedefürst genannt wird, seine Herrschaft auf dieser Erde antritt, dann wird er nicht länger zulassen, dass Kriege geführt werden. Ja, Christus wird allen Kriegen ein ENDE setzen, wie wir in Jesaja 9,4-6 lesen: „Denn jeder Stiefel derer, die gestiefelt einherstapfen im Schlachtgetümmel, und jeder Mantel, der durchs Blut geschleift wurde, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die HERRSCHAFT RUHT AUF SEINER SCHULTER; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst. DIE MEHRUNG DER HERRSCHAFT UND DES FRIEDENS wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich… von nun an bis in Ewigkeit…“ (Schlachterbibel).

Wenn wir den Zweck der bevorstehenden Wiederkunft Christi richtig verstehen, dann erkennen wir, dass Christus nicht zurückkehren wird, um in einem Krieg zu kämpfen, sondern vielmehr, um ALLE Kriege zu BEENDEN. In Psalm 46,10 heißt es in der revidierten Lutherbibel 2017 über Gott, dass er „den Kriegen EIN ENDE MACHT IN ALLER WELT,… BOGEN ZERBRICHT, SPIESSE ZERSCHLÄGT und WAGEN MIT FEUER VERBRENNT.“ Christus wird kommen, um diejenigen Völker zu zerstreuen, die gerne Krieg führen (vergleichen Sie Psalm 68,31).

Gott wird sich keineswegs der Methoden des Krieges bedienen, um den Menschen zu helfen. Hosea 1,7 prophezeit: „Aber dem Hause Juda will ich Erbarmen erweisen und ihnen Rettung schaffen durch (mich), den HERRN, ihren Gott; NICHT aber will ich ihnen Rettung schaffen DURCH BOGEN, SCHWERT UND KRIEG (oder: Waffen), auch nicht durch Rosse und Reiter“ (Menge Bibel). Vielmehr wird Gott alle Waffen und Kriegsgeräte vernichten, wie uns Hosea 2,20 erklärt: „[Ich] will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen und will sie sicher wohnen lassen.“

In Sacharja 9,10 wiederholt Gott diese Prophezeiung für die Zukunft: „Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.“

Zu dieser Zeit werden die Menschen auf Gott hören und ihre Waffen vernichten. Im zweiten Kapitel des Buches Jesaja lesen wir, dass sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden werden. Hesekiel 39,9-10 bestätigt diese Tatsache: „Und die Bürger in den Städten Israels werden herausgehen und Feuer anzünden und die Waffen verbrennen, kleine und große Schilde, Bogen und Pfeile, Keulen und Spieße… sie brauchen kein Holz auf dem Felde zu holen oder im Walde zu schlagen, sondern von den Waffen werden sie Feuer machen…“

Die christliche Verpflichtung – heute!

Wahre Christen sollten begreifen, dass sie sich bereits Gottes Einstellung zu Frieden und Krieg zu eigen gemacht haben müssen, weil sie wissen, dass FRIEDEN die Realität der zukünftigen Welt unter Gottes Herrschaft sein wird, nicht KRIEG. Sie müssen HEUTE durch ihr gutes Beispiel vorangehen und anderen zeigen, dass wir den Weg des Friedens leben und den Weg des Krieges vermeiden können.

Es ist klar, dass wir uns nicht am Krieg beteiligen können – weder im wörtlichen Sinne noch in dem Sinne, dass wir den Krieg mit unseren Aussagen befürworten oder auch nur Gedanken an den Krieg hegen. Vielmehr müssen wir „alles Denken“ in den Gehorsam gegen Christus gefangen nehmen (vergleichen Sie 2.Korinther 10,5). Das bedeutet, wir müssen sicher sein, dass unsere Gedanken mit den Gedanken Christi übereinstimmen, und wenn wir Gedanken des Krieges statt des Friedens hegen, dann müssen wir diese Gedanken aus unserem Verstand ausmerzen.

Dazu gehört auch die Gewohnheit, sich extrem gewalttätige Filme anzusehen oder an gewalttätigen Videospielen teilzunehmen, in denen der Krieg verherrlicht und als Lösung für unsere Probleme dargestellt wird. Wenn wir nicht aufpassen, könnte eine solche Gewohnheit dazu führen, dass wir unser Gewissen so weit abstumpfen, dass uns das Töten normal erscheint. Einige videogestützte interaktive Unterhaltungsprogramme wurden vom Militär erworben und eingesetzt, da sie sich wirksamer als die eigenen Trainingsprogramme darin erwiesen haben, menschliche Instinkte gegenüber dem wahllosen Töten anderer Menschen, einschließlich Frauen und Kinder, zu desensibilisieren.

Im Falle einer Einberufung und einer Prüfung durch den Einberufungsausschuss müssen diejenigen, die sich als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen bezeichnen, dem Prüfungsausschuss glaubhaft vermitteln, dass sie tatsächlich der festen Überzeugung sind, nicht am Krieg teilnehmen und töten zu können. Die Gewohnheit, extrem gewalttätige Filme zu schauen, in denen Tötungen und Morde nur zur Unterhaltung dargestellt werden, kann bei den Prüfungsausschüssen Fragen hinsichtlich der eigenen Überzeugungen aufwerfen.

Gleiches gilt für alles, was wir reden, denn wir wissen, wie Christus uns in Matthäus 12,34-37 lehrt, dass wir für jedes nichtsnutzige Wort, das wir reden, Rechenschaft ablegen müssen.

Anstatt den Krieg mit Worten zu befürworten, zu billigen oder zu unterstützen, lesen wir in Sprüche 12,20: „[D]ie zum Frieden raten, haben Freude.“ Wenn wir für den Weg des Friedens eintreten, dann wird der „Gott der Liebe und des Friedens“ mit uns sein (vergleichen Sie 2.Korinther 13,11).

Sprüche 16,7 sagt uns: „Wenn eines Menschen Wege dem HERRN wohlgefallen, so lässt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen.“ Glauben wir das wirklich? Oder denken wir, dass Gottes Weg nicht praktikabel ist und wir stattdessen das tun müssen, was die Welt seit Tausenden von Jahren tut – zu versuchen, Frieden durch Krieg zu schaffen? Auf KEINEN Fall! Die Geschichte selbst hat bewiesen, dass wir auf diese Weise NIEMALS wahren Frieden erfahren und genießen können.

Friede auf Erden?

Wir hören oft die bekannten Worte „Friede auf Erden, Wohlgefallen unter den Menschen.“ Die führenden Politiker der freien Welt sprechen immer wieder von diesem hehren Ideal des Friedens zwischen den Nationen. Und doch scheint es, dass, egal welchen Kurs diese wohlmeinenden Führer in dieser Hinsicht auch einschlagen, der Frieden sich ihnen weiterhin entzieht.

Wenn wir die Zustände in der Welt, zwischen den Menschen und zwischen den Nationen, untersuchen, finden wir Konflikte, Aufruhr und eine Welt ohne den Frieden, der so sehr ersehnt wird. Warum ist das der Fall? Warum entzieht sich der Frieden den Völkern der Welt, obwohl so viele Anstrengungen in Form von Verhandlungen zwischen den Nationen unternommen werden und die religiösen Führer in vielen Teilen der Welt ständig vom Frieden sprechen? Warum ist die Realität so weit vom Ideal entfernt?

Wir lesen in Lukas 2,13-14: „Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Aber was ist die wahre Bedeutung dieser Botschaft, die den Hirten verkündet wurde, als diese in jener ereignisreichen Herbstnacht vor etwa zweitausend Jahren ihre Herden hüteten?

Die Pattloch Bibel 1979 übersetzt diesen Vers (Lukas 2,14) wie folgt: „Ehre ist Gott in der Höhe und auf Erden Friede unter Menschen eines guten Willens!“

Die Albrecht Bibel 1926 schreibt es eindeutig: „Preis gebührt Gott in Himmelshöhen, und auf Erden ist nun Friede unter Menschen, die Gott wohlgefallen!“

Die Übertragung der Amplified Bible verbindet die beiden Gedanken: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden unter den Menschen, an denen er Wohlgefallen hat – Menschen guten Willens, die ihm wohlgefällig sind.“

Die Ryrie Studienbibel geht in den Überlegungen noch weiter und merkt an: „Der verheißene Friede wird nicht allgemein allen Menschen gegeben, die eine positive Einstellung gegenüber Gott haben, sondern einzelnen Menschen, die Empfänger seiner Gunst und Gnade sind.“

In Adam Clarks „Commentary on the Holy Bible“ lesen wir: „Die Menschen befinden sich in einem Zustand der Feindschaft mit dem Himmel und untereinander. Die fleischliche Gesinnung bedeutet Feindschaft gegen Gott. Wer sündigt, der führt Krieg gegen seinen Schöpfer. Wenn die Menschen durch den Tod seines Sohnes mit Gott versöhnt sind, dann lieben sie sich gegenseitig. Sie haben Frieden mit Gott, Frieden in ihrem eigenen Gewissen und Frieden mit ihren Nächsten; Gottes Wohlgefallen wohnt unter ihnen, spricht in ihnen und wirkt durch sie.“

Jesus Christus sagt in Matthäus 10,34-36: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.“ Als Christus zum ersten Mal kam, brachte er nicht den universellen Frieden in diese Welt. Eines der Ziele seines Kommens war es, seine Kirche zu gründen und einige aus dieser Welt herauszurufen, damit sie eine andere Gesinnung erlangen und entwickeln würden. Christus sagte voraus, dass dies zu Konflikten mit denjenigen führen würde, die in dieser Zeit nicht von Gott berufen sind.

Wie aber erhält man des allmächtigen Gottes Gunst und Gnade? Man muss den Weg des Friedens erlernen! Beachten Sie, was im Buch Jesaja steht: „Ihre Füße laufen zum Bösen, und sie sind schnell dabei, unschuldig Blut zu vergießen. Ihre Gedanken sind Unheilsgedanken, auf ihren Wegen wohnt Verderben und Schaden. Sie kennen den Weg des Friedens nicht, und Unrecht ist auf ihren Pfaden. Sie gehen auf krummen Wegen; wer auf ihnen geht, der hat keinen Frieden“ (Jesaja 59,7-8).

Und im Buch Jeremia lesen wir: „Denn sie gieren alle, klein und groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: ‚Friede! Friede!‘, und ist doch nicht Friede“ (Jeremia 6,13-14).

Hesekiel prophezeit für die Endzeit: „Schrecken kommt; und sie suchen Frieden, doch da ist  keiner“ (Hesekiel 7,25; Elberfelder Bibel). Aber warum ist das der Fall? Gott sagt uns, dass die Menschen den Weg des Friedens nicht kennen. Der Grund dafür ist natürlich, dass sie den Weg Gottes ablehnen. Das Weihnachtsfest ist ein Beispiel dafür. Weihnachten ist eindeutig vom Heidentum abgeleitet, ebenso wie Ostern. Während die Menschen heidnische Feste in direkter Rebellion gegen das Gebot Gottes feiern, weigern sie sich gleichzeitig, seine Festtage zu feiern, die Gott gebietet. (Für weitere Informationen darüber, welche Feste wir halten und welche Feiertage wir meiden sollten, lesen Sie bitte unsere kostenlosen Broschüren „Gottes heilige Jahresfeste“ und „Das Geheimnis des Weihnachtsfestes“). Sie feiern den Sonntagsgottesdienst, weigern sich aber, Gottes Sabbat zu halten. Sie entscheiden selbst darüber, welche der Gebote Gottes sie befolgen und wie sie die Heilige Schrift anwenden wollen.

David stellt in den Psalmen die Frage: „Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,13-15).

In Psalm 37 fährt David fort: „Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das Land erben. Noch eine kleine Zeit, so ist der Gottlose nicht mehr da; und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg. Aber die Elenden werden das Land erben und ihre Freude haben an großem Frieden“ (Verse 9-11). Und in Psalm 119,165 sagt David wiederum: „Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.“ Er sagt weiter: „HERR, ich warte auf dein Heil und tue nach deinen Geboten. Meine Seele hält sich an deine Mahnungen und liebt sie sehr. Ich halte deine Befehle und deine Mahnungen; denn alle meine Wege liegen offen vor dir.“ (Psalm 119,166-168).

Natürlich können wir anhand dieser Worte erkennen, warum Gott David als einen Mann nach seinem Herzen bezeichnete (Apostelgeschichte 13,22). Die Heilige Schrift sagt uns in Sprüche 14,12: „Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.“ Der Weg, den die Welt angenommen hat, ihm zu folgen, ist kein anderer als der Weg Satans, denn dies ist gegenwärtig Satans Welt. Aber die Bibel zeigt uns, dass die Wege Satans verworfen werden müssen!

Ein solches Handeln erfordert natürlich Gottes Eingreifen in das Leben des Einzelnen wie auch in die Welt als Ganzes. Damit die Welt in Einklang mit Gottes Weg kommt, muss Gott mit Macht eingreifen, um Satans Herrschaft auf der Erde zu beenden. Aber die gute Nachricht ist, dass Gott genau das zu tun gedenkt! Wenn er nicht genau zum richtigen Zeitpunkt eingreifen würde, dann würde ALLES Leben auf der Erde erlöschen. Was für ein ernüchternder Gedanke!

Beachten Sie Christi Worte in Matthäus 24: „Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch (wörtlich: „kein Fleisch“) selig werden (wörtlich: „gerettet werden“; d.h., am Leben bleiben), aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt“ (Verse 21-22).

Christus kam nicht vor 2,000 Jahren auf diese Erde, um Frieden auf Erden zu bringen. Er kam im Fleisch, um uns zum Vorbild ein vollkommenes Leben zu führen; er kam, um den Herrscher dieser Welt, Satan den Teufel, zu besiegen; und er kam, um sich als unser Erlöser zu qualifizieren. Doch wenn er wiederkommt, wird er als König aller Könige und Herr aller Herren erscheinen (Offenbarung 19,16), und er wird vollkommene Herrschaft über die Erde etablieren, die Gottes Weg des Lebens lehren wird, mit vollkommenem Frieden für alle Ewigkeit (Micha 4,1-4).

Ein gerechter Krieg?

Christianity Today veröffentlichte am 28. Oktober 2003 einen aufschlussreichen Artikel, der mittels antiker historischer Aufzeichnungen beweist, dass die frühen Christen entschieden gegen Militärdienst und Krieg waren. In dem Artikel heißt es (Hervorhebung hinzugefügt): „Die frühe Kirche verstand, dass der Krieg schon so lange existiert wie die Menschheit selbst, und [dass Krieg] mit SÜNDE Hand in Hand geht. Es ist ein beständiger Grundsatz in der gesamten christlichen Tradition, dass der KRIEG DIE FOLGE VON SÜNDE IST. Die Reaktionen auf den Krieg selbst folgten jedoch zwei grundlegenden Denkweisen: dem Pazifismus und der Vorstellung, dass bestimmte Kriege gerecht sein können.“

Der Artikel zeigt weiter auf, dass die frühe christliche Kirche den PAZIFISMUS predigte und auch praktizierte. Später jedoch entwickelte sich aufgrund heidnischer Einflüsse und der christlichen Beteiligungen in die Angelegenheiten des Staates das Konzept des sogenannten „gerechten Krieges.“

Der Artikel fährt fort: „Der Pazifismus ist charakteristisch für die FRÜHEN JAHRHUNDERTE DES CHRISTENTUMS. Ein Beispiel war der nordafrikanische Kirchenlehrer Tertullian (160-220 n. Chr.), der die Christen regelmäßig ermahnte, SICH VON DER HEIDNISCHEN KULTUR ZU DISTANZIEREN. Er schrieb: ‚Wie soll man im Heer dienen, selbst in Friedenszeiten, ohne das Schwert, das Jesus Christus weggenommen hat? … Es ist uns nicht gestattet, eine Uniform zu tragen, die eine sündige Handlung symbolisiert‘ (‚Über den Götzendienst‘, 19.3). Der römische Kirchenälteste Hippolytus aus dem dritten Jahrhundert verfasste die ‚Traditio Apostolica‘ [‚Apostolische Tradition‘], Kanon 16 (ca. 215 n. Chr.), die sich gegen den Dienst im Militär als eine Angelegenheit der Kirchenordnung aussprach: ‚Ein Soldat in den unteren Rängen soll niemanden töten. Wenn es ihm befohlen wird, soll er nicht gehorchen, und er soll keinen Eid ablegen. Wenn er diese Anweisung nicht befolgen will, soll er [aus der Kirche] entlassen werden.‘“

In dem Artikel heißt es weiter: „Die konstantinische Ära brachte einen Wandel mit sich. Zuvor ausgegrenzte Christen wurden nun in die ANGELEGENHEITEN DES STAATES verwickelt. Obwohl es vor der Zeit Konstantins viele christliche Soldaten gab, WURDEN die zuvor ausgegrenzten Christen ERST DANN IN DIE ANGELEGENHEITEN DES STAATES VERWICKELT, als die Kirchenväter BEGANNEN, IHRE OPPOSITION GEGEN MILITÄRISCHE AKTIONEN GRADUELL ANZUPASSEN. Die Frage lautete nun, wie man ein Christ bleiben konnte, wenn die Forderungen des Staates die Anwendung von Gewalt verlangten, um das Böse zu bekämpfen oder Schaden zu verhindern.“ Wie in dem Artikel dargelegt, führte dies zur katholischen Lehre vom „gerechten Krieg.“

Augustinus von Hippo (354-430 n. Chr.) lehrte, dass der Krieg, gleichwohl böse (!), als letztes Mittel gerechtfertigt ist, nachdem die friedlichen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Es entstand ein kompliziertes Regelwerk, das den „gerechten Krieg“ definierte. Thomas von Aquin (1224-1274 n. Chr.) war daran maßgeblich beteiligt. Diese von Menschen erdachten Regeln besagen, dass ein „gerechter Krieg“ von einer angemessenen staatlichen (menschlichen) Autorität erklärt werden muss; dass er aufgrund eines moralisch legitimen Zweckes (von Menschen definiert) geführt werden muss; dass er die Zielsetzung haben muss, ein (von Menschen definiertes) Unrecht zu korrigieren; und dass er auf die richtige Art und Weise geführt werden muss, d.h., Zivilisten dürfen nicht absichtlich verletzt werden (aber wir alle wissen, dass jeder Krieg zum Tod von Zivilisten führt – die so genannten „Kriegsopfer“).

Auf der Grundlage dieser Ideen akzeptierten die protestantischen Führer der Reformation die Kriegsführung. Der Schweizer Reformator Zwingly fand in einer Schlacht den Tod!

Christus hat jedoch das Konzept eines „gerechten Krieges“, der von Menschen geführt wird, keineswegs gebilligt. Er hat uns sehr deutlich gezeigt, dass sich seine Jünger NICHT in irgendeiner Form an der Kriegsführung beteiligen sollen. Wenn es jemals einen sogenannten gerechten Krieg gegeben hat, einen Krieg, der gerechtfertigt gewesen wäre – oder wenn es jemals eine physische Handlung gegeben hat, mit der man sich selbst oder andere verteidigt hätte, die akzeptabel, wenn nicht sogar empfehlenswert gewesen wäre – dann wäre es der Versuch des Petrus gewesen, den vollkommen unschuldigen Jesus vor der illegalen Verhaftung durch die Römer und die Juden zu schützen.

Aber als Petrus im Garten Gethsemane das Schwert zog und dem Knecht des Hohepriesters ein Ohr abhieb, sagte Christus zu ihm: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen“ (Matthäus 26,52).

Eine ähnliche Warnung und Wiederholung der Aussage Christi an Petrus finden wir in Offenbarung 13,10, wo wir in der Zürcher Bibel lesen: „Wenn jemand in Gefangenschaft [führt], geht er [selbst] in Gefangenschaft; wenn jemand mit dem Schwerte töten wird, muss er [selbst] mit dem Schwerte getötet werden. Hier ist die Standhaftigkeit und der Glaube der Heiligen [vonnöten],“ damit sie angesichts der Verfolgung nicht mit dem Schwert töten, sondern sich treulich darauf verlassen, dass Gott ihre Kämpfe für sie austrägt.

Erinnern wir uns auch an die Begebenheit, als Jakobus und Johannes bereit waren, die Samariter zu vernichten, die sich geweigert hatten, Christus und ihnen Unterkunft zu gewähren. Wir lesen in Lukas 9,54-56: „Als das aber seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sagten sie: ‚Herr, wenn du willst, sagen wir, dass Feuer vom Himmel herabfällt und sie vernichtet, wie es Elia auch tat.‘ Er aber wandte sich um, tadelte sie und sagte: ‚Ihr wisst nicht, welches Geistes Kinder ihr seid. Denn der Menschensohn ist nicht gekommen, die Seelen der Menschen zu vernichten, sondern zu erretten.‘ Und sie gingen in ein anderes Dorf“ (neue Lutherbibel 2009).

Der Geist Satans

Der Geist, dem Jakobus und Johannes in diesem Moment folgten, war der Geist des Satans. Satan ist ein Zerstörer, insbesondere durch die Methoden des Krieges, wie Offenbarung 9,11 zeigt. Dort wird ein kriegerisches Heer beschrieben, das von Satan angeführt wird, dem „Engel des Abgrunds; sein Name heißt auf Hebräisch Abaddon und auf Griechisch hat er den Namen Apollyon.“ Das Wort Abbadon bedeutet „Zerstörung“, und das Wort Apollyon bedeutet „Zerstörer.“

Während Christus sagte, er sei nicht gekommen, um das Leben [die Seelen] der Menschen zu vernichten, ist Satan im Gegensatz dazu derjenige, dessen erklärtes Ziel es ist, so viele Menschenleben wie möglich zu vernichten.

Satan wird in Johannes 8,44 auch als „Mörder von Anfang an“ bezeichnet. Im Griechischen lautet das Wort für „Mörder“ „anthropoktonos.“ Es bedeutet wörtlich „Menschenmörder“ oder „Menschentöter“. Dasselbe griechische Wort wird in 1.Johannes 3,15 verwendet: „Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder [‚anthropoktonos‘], und ihr wisst, dass kein Menschenmörder [‚anthropoktonos‘] ewiges Leben als bleibenden Besitz in sich trägt“ (Menge Bibel).

Wer also seinen Nächsten tötet, sei es in Friedenszeiten oder im Krieg, wird in der Bibel als „Menschenmörder“ oder „Mörder“ bezeichnet, und ein solcher Mensch hat kein ewiges Leben in sich.

„Meine Diener würden darum kämpfen…“

Als Christus aufgefordert wurde, sich vor Pilatus zu verteidigen, sagte er ihm: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt“ (Johannes 18,36).

Wir müssen mehrere Gesichtspunkte beachten, die Christus in diesem Vers hervorhebt: Erstens sagte Christus zu Pilatus, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei und dass deshalb seine Diener nicht in dieser Welt kämpfen würden. Manche haben behauptet, Christus habe sich auf seine menschlichen Jünger bezogen, als er von seinen Dienern sprach. Selbst wenn das zuträfe, dann wäre es ihnen auch heute nicht gestattet, in einem Krieg zu kämpfen, da die Herrschaft Christi über diese Welt noch in der Zukunft liegt.

Weiterhin sollten wir bedenken, dass Christus sagte, WENN sein Reich von dieser Welt wäre, DANN würden seine Diener kämpfen, „… [damit er] nicht den Juden überantwortet würde.

Dies war eine Aussage, die Christus zum damaligen Zeitpunkt gegenüber Pilatus traf. In der Tat sagte er: Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, das heißt, wenn ich zu dieser Zeit gekommen wäre, um das Reich Gottes auf dieser Erde zu errichten, dann würden meine Diener gegen jene kämpfen, die versuchen, die Errichtung des Reiches Gottes zu verhindern.

WER WAREN die Diener, von denen Christus sprach? Sicherlich nicht die wenigen menschlichen Jünger, die zu dieser Zeit bei ihm waren! Sie wären der römischen Armee niemals gewachsen gewesen.

Auf wen also bezieht sich Christus?

In Matthäus 26,53 finden wir die Antwort aus dem Munde Christi selbst, die er an Petrus richtete, der versuchte, für ihn zu kämpfen: „Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte?“ Eine römische Legion bestand aus 5.000 Soldaten. Zwölf Legionen Engel würden dann 60.000 Engel umfassen!

Als Christus von seinen Dienern sprach, die nicht zulassen würden, dass er verhaftet wird, wenn er zu der damaligen Zeit gekommen wäre, um das Reich Gottes zu errichten, meinte er mehr als zwölf Legionen von Engeln – die weitaus mächtiger waren und sind als alle menschlichen Armeen zusammen. Er sprach keineswegs über seine menschlichen Jünger. Ihnen hatte er zuvor gesagt, dass er sie nicht länger Diener, sondern Freunde nannte, da er ihnen seinen Willen offenbart hatte. Wir lesen in Johannes 15,15, in der New King James Bible: „Ich nenne euch von nun an nicht mehr Diener, denn ein Diener weiß nicht, was sein Meister tut, aber ich habe euch Freunde genannt, denn alle Dinge, die ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.“

Was Christus in Johannes 18,36 zu Pilatus sagte, war im Grunde genommen folgendes: „Wenn ich heute gekommen wäre, um mein Reich zu errichten, dann würden meine Diener, die Engel meines Vaters, nicht zulassen, dass man mich gefangen nimmt und tötet.“ Aber wir verstehen, dass das erste Kommen Christi nicht dem Zweck diente, das Reich Gottes auf dieser Erde zu errichten. Vielmehr bestand einer der Zwecke darin, dass Christus für Sie und für mich gestorben ist! Seine Wiederkunft hingegen wird dem Zweck dienen, das Reich Gottes auf dieser Erde zu errichten! Und so finden wir, dass die Engel für und mit dem wiederkehrenden Christus gegen diejenigen kämpfen werden, die sich ihm zu dieser Zeit widersetzen werden. In Offenbarung 19,14.21 lesen wir: „Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen… Und die andern wurden erschlagen mit dem Schwert, das aus dem Munde dessen ging, der auf dem Pferd saß. Und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.“ Eine Beschreibung dieser Schlacht lesen wir auch in Sacharja 14,3-4.12-15.

Die Aussagen Jesu Christi in Johannes 18,36 bieten seinen menschlichen Nachfolgern keineswegs die Rechtfertigung, im Krieg zu kämpfen. Die biblische Lehre ist sehr klar – ein Christ, der Christus und seinen Lehren folgen will, wird nicht im Krieg kämpfen.

Gottes 6,000-Jahres Plan für die Menschen

Im ersten Kapitel des ersten Buches Mose lesen wir, dass Gott die Sieben-Tage-Woche und den Sabbat als siebten Tag der Woche geschaffen hat. Der Mensch soll am siebten Tag der Woche ruhen, wie auch Gott geruht hat (2.Mose 20,9-11). Die Bibel lehrt ebenfalls, dass in Gottes prophetischem Plan ein Tag vor ihm wie 1.000 Jahre ist (2.Petrus 3,8). Adam starb an dem „Tag“, an dem er von der verbotenen Frucht aß (1.Mose 2,17). Gleichwohl er 930 Jahre alt wurde (1.Mose 5,5), starb er, noch bevor der erste 1.000-jährige „Tag“ vollendet war. (Dies war auch das Verständnis der frühen kirchlichen Kommentatoren wie Methodios).

In Hebräer 4,4.11 wird der siebte Tag der Woche – der Sabbat – als Sinnbild der friedlichen „Ruhe“ dargestellt, die eintritt, wenn Christus auf diese Erde zurückgekehrt ist, um die Menschheit zu regieren. Christus wird 1.000 Jahre lang regieren (Offenbarung 20,4). Da der letzte „Tag“ von Gottes Plan – seine Herrschaft über den Menschen – etwa 1.000 Jahre lang andauert, entsprechen die vorangegangenen sechs „Tage“ etwa 6.000 Jahren der Herrschaft des Menschen über den Menschen.

Das Konzept, dass jeder Wochentag ein Jahrtausend des göttlichen Plans repräsentiert, war im Verlauf der Geschichte bekannt. Rabbi Elias schrieb vor etwa 200 Jahren: „Die Welt währt sechstausend Jahre: zweitausend vor dem Gesetz, zweitausend unter dem Gesetz und zweitausend unter [dem] Messias.“ Edward Gibbon stellte in „Decline and Fall of the Roman Empire“ fest, dass die Tradition eines 7.000-Jahres-Plans „dem Propheten Elia zugeschrieben wurde“ und dass diese Tradition der frühen Kirche „sorgfältig eingeschärft“ wurde.

Der apokryphe „Barnabasbrief“ beispielsweise ist zwar nicht Teil der inspirierten Heiligen Schriften der Bibel, verweist aber dennoch auf das, was die Juden zur Zeit der Niederschrift des Autors glaubten (wahrscheinlich schon 70-79 n. Chr., vergleichen Sie „Encyclopedia Britannica“, Band 3, Copyright 1959, „Barnabas, Epistle of“). In dem Brief stellt der Autor, der sich selbst „Barnabas“ nennt, fest: „… Gebt acht Kinder, was das ‚er vollendete in sechs Tagen‘ bedeutet. Dies bedeutet, dass der Herr in sechstausend Jahren das Weltall vollenden wird. Der Tag bezeichnet nämlich bei ihm tausend Jahre… Wenn sein Sohn kommt… dann wird er recht zur Ruhe kommen am siebten Tage“ (Dr. Hans Windisch, 1920).

Die „Encyclopedia Judaica“ bestätigt, dass die Rabbiner zur Zeit Jesu Christi lehrten, dass der siebte „Welttag“ die 1.000 Jahre des Messias sein würde.

Irenäus, ein Schüler von Polykarp, der selbst ein Jünger des Johannes war, wich später weitgehend von der Wahrheit ab. Er hielt jedoch an der Tradition des 7.000-jährigen Plans Gottes fest. In der Schrift „Gegen die Häresien“ schrieb er um 150 n. Chr.: „Denn der Tag des Herrn ist tausend Jahre, und in sechs Tagen wurde die Schöpfung vollendet; es ist daher offensichtlich, dass sie am Ende des sechsten Jahrtausends zu Ende sein wird.“

Andere, von denen bekannt ist, dass sie an den 7.000-Jahres-Plan Gottes geglaubt und ihn gelehrt haben, sind Rabbi Ketina, Lactantius, Victorinus, Hippolyt von Rom, Justin Martyr und Methodios. Im Jahr 1552 schrieb Bischof Latimer: „Die Welt ist dazu bestimmt, 6.000 Jahre zu bestehen, wie alle gelehrten Männer bestätigen.“

Obwohl niemand den genauen Zeitpunkt der Wiederkunft Christi kennt (vergleichen Sie Matthäus 24,36.44), können wir anhand bekannter Daten und der sich überschneidenden Altersangaben der biblischen Patriarchen zeigen, dass Adam etwa 4.000 Jahre vor Christus erschaffen wurde. Das bedeutet also, dass die Wiederkunft Christi auf diese Erde nicht allzu weit entfernt sein kann.

Wahre Christen kämpfen nicht

2.Korinther 10,3-5 erklärt: „Denn obwohl wir im Fleisch leben, kämpfen wir doch nicht AUF FLEISCHLICHE WEISE. Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. Wir zerstören damit Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus.“

Paulus beschreibt hier einen geistlichen Krieg gegen die bösen Mächte der Dämonenwelt, nicht einen fleischlichen Krieg gegen andere Menschen. Beachten Sie Epheser 6,11-12: „Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“

Christen weigerten sich, zu kämpfen

Man kann diese eindeutigen Passagen unmöglich lesen und trotzdem zu dem Schluss kommen, dass Christus oder Paulus den Christen erlaubten, in den Kriegen dieser Welt zu kämpfen. Und so haben sich jene, die den klaren Lehren des Neuen Testaments gefolgt sind, im Laufe der Geschichte geweigert, an Kriegen teilzunehmen, wie bereits erwähnt wurde. Bitte beachten Sie auch die folgenden ergänzenden Zitate:

Professor Rossi schrieb in „Conscience and Liberty“: „Die Christen des ersten Jahrhunderts… waren entschieden gegen jedwede Form des Krieges. In der Mitte des zweiten Jahrhunderts erklärte der christliche Philosoph Justin Martyr seinen heidnischen Lesern: „Und wir, die wir uns dereinst am Krieg, am gegenseitigen Morden und an allen Arten von Sünden erfreuten, haben überall auf der Welt unsere Waffen in Instrumente des Friedens verwandelt…“

Edward Gibbon schrieb in „The Triumph of Christendom in the Roman Empire“ auf Seite 41 über die frühe Kirche: „… sie weigerten sich, aktiv an der zivilen Verwaltung oder der militärischen Verteidigung des Reiches teilzunehmen.“

In „De corona militis“ („Vom Kranze des Soldaten“) schrieb Tertullian (150-225 n. Chr.): „Ich denke, wir müssen uns zuerst fragen, ob die Kriegsführung für Christen überhaupt angemessen ist… Soll man es für rechtmäßig halten, den Umgang mit dem Schwert zu pflegen, wenn doch der Herr verkündet, dass derjenige, der zum Schwert greift, durch das Schwert umkommen wird?“

Tertullian wird ebenfalls mit folgenden Worten zitiert: „Das göttliche Banner und das menschliche Banner passen nicht zusammen, ebenso wenig wie die Standarte Christi und die Standarte des Teufels. Der Christ kann nur ohne das Schwert Krieg führen; denn der Herr hat das Schwert abgeschafft.“

In der September/Oktober-Ausgabe 1985 der Zeitschrift „Liberty“ wurden die folgenden Aussagen gemacht (Hervorhebung hinzugefügt): „Bis zum Ende des zweiten Jahrhunderts war die Kirche anscheinend entschieden pazifistisch. Vor 170 n. Chr. existiert keine einzige Aufzeichnung über einen christlichen Soldaten. Ein Heide namens Celsius tadelte 173 n. Chr. die Christen für ihren Pazifismus: ‚Wenn alle Menschen so handeln würden wie ihr, würde nichts verhindern, dass der König in völliger Abgeschiedenheit und Wüstenei zurückbleibt, und die Kräfte des Reiches würden in die Hände der wildesten und gesetzlosesten Barbaren fallen.‘ Justyn Martyr charakterisierte die frühe Kirche, indem er schrieb: ‚Wir, die wir uns vormals gegenseitig ermordet haben, führen heute nicht nur keinen Krieg gegen unsere Feinde, sondern wir sterben gerne im Bekenntnis zu Christus… [Justin Martyr (100-165 n. Chr.) schrieb ebenfalls: ‚Wir selbst waren bestens vertraut mit Krieg, Mord und allem Bösen, aber wir alle, auf der ganzen weiten Erde, haben unsere Kriegswaffen eingetauscht. Wir haben unsere Schwerter gegen Pflugscharen und unsere Speere gegen Ackergeräte ausgetauscht.‘] Nach dem Jahr 170 n. Chr. tauchen jedoch Hinweise auf christliche Soldaten auf… Das weltliche Heidentum durchtränkte die Religion, und die Kirche erlag seinem militaristischen Einfluss… Christen, zunächst durch Verfolgung der römischen Regierung entfremdet, wurden alsbald selbst zur Römischen Regierung. Im Jahr 314 n. Chr. erklärte das Konzil von Arles, dass Christen offiziell in die Armee eintreten könnten, und im Jahr 416 n. Chr. durften AUSSCHLIESSLICH Christen eintreten. Kaiser Konstantins Bekehrung zum Christentum trug dazu bei, die Pflugscharen der Christen in Schwerter zu verwandeln…

Die Paulikianer, die um 550 n. Chr. lebten, predigten gegen die Teilnahme am Krieg. Gleiches taten auch die Waldenser im 12. und 13. Jahrhundert. Später beschlossen einige Waldenser, dass sie im Krieg kämpfen könnten, während andere sich weigerten, dies zu tun. Ein Waldenser schrieb 1655: „Die Christen, die angeblich für Gott und die Religion kämpfen, können ihre Taten nicht rechtfertigen, weil sie etwas tun, was Gott nicht befohlen hat, ja sogar, was Christus verboten hat.“

Der Artikel in „Liberty“ fuhr fort: „Während der Reformation und in den folgenden Jahrhunderten weigerten sich Mennoniten, Hussiten, Quäker, die Brethren Church und Zeugen Jehovas, an Kriegen teilzunehmen. Die größeren protestantischen Organisationen rechtfertigten die Kriegsführung, solange sie in der Lage waren, die Rechtmäßigkeit eines jeden Konflikts zu rationalisieren. Die kaiserlichen Armeen marschierten ‚für Gott, den Kaiser und das Vaterland‘, während auf der anderen Seite des Ärmelkanals Reverend Winnington-Ingram, der Bischof von London, die jungen Engländer aufforderte, ‚die Deutschen zu töten… die Guten und die Bösen, die Jungen und die Alten und sogar diejenigen, die unseren Verwundeten Freundlichkeit erwiesen haben… Wie ich schon tausendmal gesagt habe, betrachte ich ihn als einen Krieg der Reinheit.‘“

Der historische Bericht ist eindeutig. Diejenigen, die der klaren Lehre Jesu Christi in Bezug auf Frieden und Krieg folgten, WEIGERTEN sich, sowohl zu kämpfen als auch dem Militär beizutreten.

In der Ausgabe vom 23. April 1865 der Church of God-Publikation „Hope of Israel“ hieß es: „Wir danken Gott, dass Präsident Lincoln… solcherlei Gesetze erlassen hat, die Gottes Heilige von der Teilnahme am Krieg befreien.“ Im April 1917 traf Andrew Dugger, Präsident der Church of God (Seventh Day), mit Präsident Wilson zusammen und erreichte, dass die Mitglieder der Kirche vom Kriegsdienst befreit wurden. Während des Korea- und des Vietnamkriegs bat Herbert W. Armstrong von der (nicht mehr existenten) Worldwide Church of God die Regierung darum, Kirchenmitglieder als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen anzuerkennen.

Wahre Christen werden sich weder an einem Krieg beteiligen, noch werden sie einen Krieg befürworten! Jeder, der dazu aufruft, in den Krieg zu ziehen, trägt eine schwere Verantwortung. Wenn junge Menschen einem solchen Rat folgen, dann werden sie im Krieg getötet oder töten andere – darunter unschuldige Zivilisten, Witwen und Kinder (junge Menschen, die womöglich sogar Mitglieder einer Kirche sind, die dann junge Menschen aus derselben Kirche töten). Und da Gott, der Richter über uns alle, eine solche Kriegsführung für sündhaft erklärt, wird er auch diejenigen zur Verantwortung ziehen, die dies befürwortet haben.

Die neutestamentliche Lehre über den Krieg verbietet den Christen, sich am Krieg zu beteiligen, denn der Geist des Krieges ist der Geist des Mordes und steht damit eindeutig im Widerspruch zu den Lehren Christi, die sich beispielsweise in der Bergpredigt widerspiegeln. In der Zukunft wird der Weg des Krieges nicht mehr gelehrt werden. Aus diesem Grund ist es heute unsere Pflicht, Gottes Weg des Friedens zu lehren und zu leben, nicht Satans Weg des Krieges. Christus sagte zu Petrus, dass jeder, der das Schwert ergreift, durch das Schwert umkommen wird. Er tadelte die „Donnersöhne“ – Jakobus und Johannes – für ihren Wunsch, die Samariter zu vernichten, und sagte ihnen, dass sie nicht wüssten, welchem Geist sie folgten—welche geistliche Gesinnung sie zum Ausdruck brachten.  Und doch war es Johannes, der später als ein „Apostel der Liebe“ bekannt wurde.

Satan ist der Erfinder des Krieges

Widmen wir uns ein wenig mehr diesem Geist dieser Welt, der für das Elend, das Leiden, das Töten und die Kriege der Menschen verantwortlich ist. Wir haben bereits im Jakobusbrief gesehen, dass Kriege von Begierden herrühren, die in unserem Geist streiten. Aber woher kommen diese Begierden?

Wenn wir einmal vollständig begreifen, wer der Urheber des Krieges ist, dann können wir auch deutlich erkennen, warum wir uns niemals am Krieg beteiligen dürfen.

Im ersten Buch Mose lesen wir, dass Gott am Anfang „die Himmel und die Erde“ schuf (1.Mose 1,1; neue Lutherbibel 2009). Als dies geschah, jauchzten Gottes Engel (die „Morgensterne“ und die „Gottessöhne“) vor Freude, weil diese ursprüngliche friedliche Schöpfung voller Majestät, Schönheit und Pracht war (vergleichen Sie Hiob 38,4-7).

Die Bibel offenbart uns ebenfalls, dass ein mächtiges und starkes Geistwesen, Luzifer genannt, von Gott vor dessen Thron im dritten Himmel (vergleichen Sie Jesaja 14,12; Hesekiel 28,14-15) gelehrt und ausgebildet wurde, um über die Erde zu herrschen. Weil er mit dem, was Gott ihm gegeben hatte, nicht zufrieden war, rebellierte er gegen Gott! Er versuchte, Gott von seinem himmlischen Thron zu stoßen – Gott zu ersetzen und „wie er“ zu werden, oder vielleicht sogar selbst Gott zu werden. Sein Unterfangen misslang, und er wurde auf die Erde zurückgeworfen, zusammen mit etwa einem Drittel aller Engel, die er für seine Ansichten gewonnen hatte (Hesekiel 28,16; Jesaja 14,13-15; Offenbarung 12,3-4; Lukas 10,18). Luzifers Name wurde in Satan geändert (Offenbarung 12,9), und seine Engel wurden Dämonen genannt. Sie sind ebenfalls als böse oder „vertraute“ (Authorized Version) Geister bekannt—„vertraut“, weil sie sich mit den Menschen „vertraut machen wollen, um sie zu verführen.

Diese Rebellion der ENGEL war die erste aufgezeichnete Schlacht oder der erste Krieg in der Geschichte der Schöpfung! Satan – damals Luzifer genannt – war der Verursacher. Dieser Krieg endete in der totalen Zerstörung, in Tod, Verfall und Finsternis—die Erde war wüst und leer geworden. (1.Mose 1,2, wenn es korrekt aus dem Hebräischen übersetzt wird, liest sich wie folgt: „Und die Erde WURDE wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe.“ Weitere Informationen finden Sie in unseren kostenlosen Broschüren „Evolution – ein Märchen für Erwachsene?“ und „Himmel und Erde… vor und nach dem ersten Menschen!

Dieser erste aller Kriege war vorsätzlich geplant! In der Tat hatte Luzifer seine Rebellion sehr sorgfältig vorbereitet! Wir wissen nicht, wie lange es dauerte, bis Luzifer auf die ihm unterstellten Engel einwirkte, nachdem Gefühle der Lust, der Gier, des Neides und des Stolzes begonnen hatten, seinen Geist zu erfüllen. Er bombardierte sie mit seiner Kriegspropaganda, bis auch sie bereit waren, ihrem Anführer beim ersten gewaltsamen Angriff auf andere Wesen nachzufolgen. Aber wir können sicher sein, dass es ein sorgfältig durchdachter Plan war, den Schöpfer zu stürzen!

Satan hat den Krieg erfunden, und auch heute noch ist er für den Krieg verantwortlich. Er erzeugt diesen kriegerischen Geist und hält ihn weiter aufrecht, indem er die Nationen zu Kriegen gegeneinander aufwiegelt, ohne sich um die enormen Verluste an Menschenleben und das Leid zu scheren. Er stachelt auch auf individueller Ebene die Gemüter der Menschen mit dem Geist des Hasses und der Streitsucht an. Getreu seiner Natur wird er noch einmal – in naher Zukunft – zum Verursacher eines umfassenden Krieges werden, diesmal auf dieser Erde. Aus der Prophetie wissen wir ebenfalls, dass Satan kurz vor der Wiederkunft Christi einen weiteren geistlichen Krieg gegen Gott und die Heiligen Engel führen wird. Offenbarung 12,7-9 beschreibt diesen Krieg.

Die Bibel berichtet in Offenbarung 12,13, dass Satan wieder auf die Erde zurückgeworfen und mit ungeheurem, unkontrolliertem Zorn und schrecklicher Wut erfüllt sein wird! (Tatsächlich gibt es einige Hinweise darauf, dass dieses Ereignis bereits stattgefunden haben könnte.) In dieser Geistesverfassung wird er die Menschen dazu bringen, den gewalttätigsten und bösartigsten Krieg zu führen, der je von Menschen auf diesem Planeten geführt wurde! Er wird so verheerend sein, dass die gesamte Menschheit mit Sicherheit untergehen würde, wenn Gott nicht buchstäblich in letzter Minute eingreifen würde, um diesen sinnlosen Kampf zu beenden. Allein der wiederkehrende Jesus Christus – der König aller Könige und der Herr aller Herren – wird in der Lage sein, Satan aufzuhalten und die totale Vernichtung der Menschheit zu verhindern (vergleichen Sie Matthäus 24,21-22).

Obwohl Gott zu dieser Zeit schnell und übernatürlich eingreifen wird, um dem Krieg ein Ende zu setzen, wird die Menschheit zu Beginn der Herrschaft Christi noch immer willens sein zu kämpfen. Sie werden von ihren eigenen Begierden dazu getrieben, die Teil ihrer von Satan inspirierten Natur geworden waren. In Hesekiel 38 lesen wir, dass sich Völker aus dem Osten anschicken werden, die friedlichen Völker Israels zu überwinden. Dies wird gleich zu Beginn des „Millenniums“ geschehen – einer Zeitspanne von etwa 1.000 Jahren, in der Gott auf dieser Erde herrschen und der Satan gebunden sein wird, so dass er die Völker nicht mehr verführen kann. Diese Völker werden ihre Lust am Kämpfen und Morden, die sie von Satan übernommen haben, noch nicht abgelegt haben. Es wird in der Tat eine Weile dauern, auch im Millennium, bis der physische Mensch seine von Satan inspirierte menschliche Natur überwinden und sie allmählich durch die Natur Gottes ersetzen kann.

Aber selbst nach diesem Ereignis, das zu BEGINN des Millenniums stattfindet, beschreibt die Bibel noch einen weiteren zukünftigen Krieg, der ausgetragen wird, „wenn die tausend Jahre vollendet sind“ (Offenbarung 20,7), oder besser, „wenn sie dabei sind, sich zu vollenden.“ Dieser Krieg wird stattfinden, bevor das „Große Weiße Throngericht“ beginnt, das in Offenbarung 20,11-12 erwähnt wird. (Für weitere Informationen über das „Große Weiße Throngericht“ lesen Sie bitte unsere kostenlosen Broschüren „Die Mysterien im Buch der Offenbarung“, „Gottes Heilige Jahresfeste“ und „Gottes Heiliger Sabbat“). Erinnern Sie sich, dass Satan in das Gefängnis des Abgrundes geworfen wurde, damit er, wie wir in Offenbarung 20,3 lesen, „die Völker nicht mehr verführen“ kann. Und was war, ist und wird Satans größte Täuschung sein?

Offenbarung 20,7-10 liefert uns die Antwort auf diese wichtige Frage: „Und wenn die tausend Jahre vollendet sind („dabei sind, sich zu vollenden“), wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer. Und sie stiegen herauf auf die Ebene der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie. Und der Teufel, der sie verführte, wurde geworfen in den Pfuhl von Feuer und Schwefel…“

Wir sehen, dass der Mensch unter dem Einfluss und der Täuschung Satans bereit sein wird, erneut in den Krieg zu ziehen. Ein Mensch, der heute im Krieg töten will oder glaubt, dass Krieg unsere Probleme lösen wird, ist von Satan verführt. Schließlich lesen wir, dass Satan die ganze Welt verführt (Offenbarung 12,9).

Der Mensch muss NIEMALS im Krieg kämpfen. Wir sehen, dass in diesem allerletzten zukünftigen Krieg, an dem Menschen beteiligt sind, Gott den Kampf für seine menschlichen Diener führen wird, indem er den Feind durch Feuer vom Himmel verzehrt. Dieses Mal wird es für Gott der richtige Zeitpunkt sein, um einzugreifen und den Feind zu vernichten. Es war jedoch keineswegs der richtige Zeitpunkt oder Anlass dafür, als Jakobus und Johannes darum baten, dass Feuer vom Himmel fallen möge – und damit im Wesentlichen Gott aufforderten, die Samariter zu verzehren. Wir müssen das Kämpfen Gott überlassen. Es ist weder unser Vorrecht noch unsere Verantwortung, und wenn wir anders denken und handeln, als Gott es uns sagt, dann begeben wir uns direkt in die trügerische Hand Satans.

Nach diesem letzten Krieg oder „Kampf“, von dem Offenbarung 20,7-11 berichtet, wird es nie wieder einen Krieg geben! Können Sie sich eine Welt OHNE KRIEG vorstellen? Eine Welt, angefüllt mit FRIEDEN und HARMONIE? Offenbarung 21,4 prophezeit uns: „[U]nd Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“

Warum hat das alte Israel gekämpft?

Aber wenn Krieg unchristlich ist, warum hat das alte Israel dann gekämpft und getötet? Und hier noch ein paar weitere Fragen, die biblische Antworten verdienen! Warum erlaubte Gott Israel, im Krieg zu kämpfen? Warum hat Gott Israel bei verschiedenen Gelegenheiten sogar befohlen zu kämpfen? Wenn es für den Menschen immer eine Sünde ist, im Krieg zu kämpfen, hat dann David – ein Mann nach Gottes eigenem Herzen – gesündigt, als er im Krieg kämpfte? Hat Mose gesündigt, als er Israel befahl, gegen Amalek zu kämpfen?

Manche mögen anmerken, dass es für die Menschen im Alten Testament in Ordnung war, zu kämpfen, weil Gott ihr Befehlshaber war. Israel war irgendwie dazu berechtigt, weil es unter einer Art anderer Verwaltung lebte. Aber diese Erklärung KANN KEINESWEGS richtig sein und zeigt in der Tat ein völlig falsches Verständnis vom Charakter und der Absicht Gottes sowie seines Gesetzes!

Gott ist derselbe in EWIGKEIT – gestern, heute und für immer. Sein Charakter, seine Werte, seine Denkweise haben sich nicht geändert und werden sich auch nicht ändern! Gott sieht die Person nicht an (Apostelgeschichte 10,34). Wenn es für UNS heute Sünde ist, zu kämpfen und zu töten – und genau das ist der Fall –, dann war es für die Menschen im Alten Testament ebenfalls Sünde, zu kämpfen und zu töten. Die meisten derjenigen, die zu Zeiten des Alten Testaments kämpften, waren fleischlich – unbekehrt – wie die meisten Menschen heute. Dennoch, wie Christus zu Petrus sagte, muss jeder, der das Schwert ergreift und tötet, selbst mit dem Schwert getötet werden, es sei denn, er kommt zur Reue und erlangt Vergebung seiner Sünden. Das Töten im Krieg ist eine der Sünden, die ein Mensch aufrichtig bereuen und dafür Vergebung erlangen muss.

Doch unbekehrte Menschen haben mit dem Schwert getötet und haben nicht bereut, und sind doch gleichwohl friedlich „im Bett“ gestorben. Galt der Ausspruch Christi also nicht für sie? Doch, Christi Aussage gilt uneingeschränkt. Sie werden in der Auferstehung zu physischem Leben zur Reue kommen—wenn nicht, werden sie im feurigen Pfuhl verbrannt werden, also durch das Schwert des Wortes Gottes umkommen.

Aber einige im Alten Testament, wie David, Mose und Josua, die im Krieg kämpften und töteten, waren bekehrt. Sie hatten den heiligen Geist Gottes! Sie lebten unter den Bedingungen des Neuen Bundes, so wie wir es heute tun. Sie werden in der ersten Auferstehung—im Reich Gottes–sein. Und doch lesen wir nicht ausdrücklich, dass sie ihre Kriegführung bereut haben, bevor sie starben. Wir werden später auf diese Erwiderung eingehen, ganz besonders im Hinblick auf David und auch auf Simson. Doch um es nochmals zu sagen: Weil es für uns falsch ist, im Krieg zu töten, muss es auch für David, Mose und Josua falsch gewesen sein, im Krieg zu töten; sonst wäre Gott NICHT derselbe in Ewigkeit! Wenn er unterschiedliche Normen und Gesetze für unterschiedliche Menschen anwenden würde, dann würde er in der Tat die Person ansehen – was ein Verstoß gegen die Bibel wäre, sein eigenes geschriebenes Wort!

Einige sagen, dass David, Mose und Josua berechtigt waren zu töten, weil Gott es ihnen befohlen hatte. Wir werden auf alle diese Argumente eingehen, aber lassen Sie uns zunächst festhalten, dass sowohl Mose als auch David in einigen Kriegen Menschen getötet haben, die KEINESWEGS von Gott befohlen wurden. Wir lesen zum Beispiel nicht, dass Gott David befohlen hat, 200 Philister zu töten. Vielmehr forderte Saul – nicht Gott – David auf, 100 Philister zu töten, wenn er sein Schwiegersohn werden würde, und David reagierte darauf, indem er 200 Philister tötete (1.Samuel 18,25-27). War diese Tötung gerechtfertigt? Wenn nicht, wo ziehen Sie die Grenze? Wie wir sehen werden, war Davids Töten im Krieg keineswegs gerechtfertigt – unter keinen Umständen!

Das bedeutet, dass sie entweder vor ihrem Tod bereut haben, oder dass sie es in der Auferstehung tun werden, wenn sie das volle Ausmaß ihrer Schuld begreifen werden.

Gehen wir in unserer Betrachtung des Alten Testaments zurück zum allerersten Krieg, den das alte Israel führte und sehen wir uns an, wie das Volk Israel beschloss, ein kriegerisches Volk zu werden.

Wie Israel zu einer kriegführenden Nation wurde

Wie bereits zuvor erwähnt, verfasste Herbert W. Armstrong im Jahre 1967, also noch früh in der jüngeren Geschichte der Kirche Gottes, eine Broschüre mit dem Titel „Military Service and War“ („Militärdienst und Krieg“). Darin erklärt er, WIE Israel sich dazu entschied, in den Krieg zu ziehen, und WARUM Gott Israel gebrauchte, indem er manchmal sogar befahl, zu kämpfen.

Wir beginnen mit einem Zitat von den Seiten 24-26 der Broschüre: „Genau hier, bevor sie den Berg Sinai erreichten – bevor sie die gewaltige Stimme von Gott selbst vernahmen, die seine Zehn Gebote donnernd verkündete – demonstrierte Gott das Prinzip, dem er folgen würde, um sein Volk davor zu bewahren, sich dem Militärdienst unterziehen zu müssen oder im Krieg zu kämpfen oder Menschenleben zu nehmen!… ‚Da sprach Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht, steht fest und SEHT zu, WAS für ein Heil der HERR heute an euch TUN WIRD… Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.‘ [2.Mose 14,13-14]. Die Israeliten sollten nicht kämpfen – sondern STILL SEIN! Sie sollten sehen, wie Gott sie vor Pharaos ARMEE rettete. Gott wollte IHNEN ZEIGEN, dass er ihre Kriege für sie führen würde! Sie sollten FRIEDEN halten!“

Herr Armstrong fährt fort, indem er erklärt, dass Israels Glaube an Gottes Hilfe nur von kurzer Dauer war. Schon bald begannen sie zu zweifeln, als sie nach Mara kamen und nur bitteres Wasser vorfanden (2.Mose 15,24). Auch in der Wüste beklagten sie sich über den Mangel an Nahrung (2.Mose 16,2-3). Und in Refidim verloren sie ebenfalls den Glauben und forderten Gott heraus, indem sie mit ihm haderten (2.Mose 17,1-2).

Wir zitieren weiter aus Herrn Armstrongs Broschüre von den Seiten 29-32:

„Jetzt kommen wir zu dem ENTSCHEIDENDEN EREIGNIS, das erklärt, WARUM Israel in den Krieg zog. Immer wieder hatten sie gemurrt, sich beschwert, angeklagt, nicht gehorcht, den GLAUBEN VERLOREN – trotz der ständigen WUNDER, die Gott wirkte. Nun, als Gott ein weiteres Wunder tat und Wasser aus einem Felsen sprudeln ließ, ZWEIFELTE das Volk daran, dass Gott mit ihnen war. Sie forderten den EWIGEN GOTT heraus und fragten: ‚Ist der HERR unter uns oder nicht?‘ (2.Mose 17,7).

„Bedenken Sie einmal, was nun geschehen war. Wiederholt hatte Gott diesen Menschen auf ehrfurchtgebietende und wundersame Weise gezeigt, dass er beabsichtigte, ihre Schlachten für sie zu schlagen… Diese Menschen ZWEIFELTEN nach all diesen ÜBERWÄLTIGEN BEWEISEN an Gottes Treue – ZWEIFELTEN an seiner Macht – ja sie ZWEIFELTEN sogar an seiner Existenz selbst. Sie waren ungehorsam. Sie beschritten den Weg der SÜNDE! Sie hatten in der Tat ihre eigene ‚Gott ist tot‘-Bewegung!…

„Zu diesem Zeitpunkt zog Amalek, ein heidnischer König, in großer Stärke mit einer Invasionsarmee gegen die Israeliten. Dieses Mal GESTATTETE Gott den Israeliten, die bittere Lektion am eigenen Leib zu erfahren. Er erlaubte ihnen zu SÜNDIGEN. Gott hindert die Menschen nicht gewaltsam daran, zu sündigen.

„Mose, der mit seiner Geduld am Ende war, als er versuchte, dieses widerspenstige, rebellische Volk dazu zu bringen, an Gott zu glauben und ihm zu VERTRAUEN, sprach zu Josua: ‚Erwähle uns Männer, zieh aus und kämpfe gegen Amalek‘ (2.Mose 17,9). Weil Mose nicht den Glauben hatte, für ihren Schutz auf Gott zu vertrauen, befürchtete er, dass sie abgeschlachtet werden würden. Gleichwohl Mose schwach wurde und den Befehl zum KRIEG gab, war es doch DAS VOLK selbst, das sich für den Krieg ENTSCHIEDEN HATTE, weil es nicht auf Gott vertraute. Es war völlig unnötig, dass sich die Israeliten bewaffneten und Krieg führten. Es war FALSCH! Es war SÜNDE. Aber Gott überließ ihnen die Entscheidung… Dieser Vorfall war der Wendepunkt... Sie hatten eine Kostprobe des Krieges erhalten. Sie hätten sich danach davon abwenden und auf Gott anstatt auf ihre eigene Kraft vertrauen können – und sollen. Aber sie taten es nicht… Durch ihren fortwährenden Unglauben, ihr mangelndes Vertrauen auf GOTT und ihr alleiniges Vertrauen auf PHYSISCHE KRIEGSFÜHRUNG trafen sie die ENTSCHEIDUNG, zu einer KRIEGFÜHRENDEN NATION zu werden, so wie alle Völker der Erde!“

Auf Seite 33 geht Herr Armstrong auf die Frage ein, warum Gott den Israeliten zeitweise befahl, Krieg zu führen: „Diese Nachkommen Abrahams hatten die Entscheidung getroffen, ein kämpfendes, kriegführendes Volk zu sein. Diese Entscheidung hatten sie selbst getroffen. Und da sie diese Entscheidung getroffen hatten…, gab Gott ihnen Anweisungen, das auszuführen, was an Kämpfen – und Töten – notwendig war, um Gottes PLAN zu erfüllen, sie in das Gelobte Land zu bringen! Aber das machte den Krieg nicht RICHTIG. Ob man das Richtige oder das Falsche TUT – das ist die Entscheidung des MENSCHEN! Diese Israeliten hätten nicht zu kämpfen brauchen! Es war also AUFGRUND Israels Unglauben und Ungehorsam, dass Gott ihnen GESTATTETE, zu SÜNDIGEN, indem sie zu den Waffen griffen. Und deshalb gebrauchte Gott sie als seine Werkzeuge, um die Völker zu vertreiben, die sich unrechtmäßig in ihrem Land aufhielten. Selbst zu diesem späteren Zeitpunkt hätten die Israeliten BEREUEN, ihre Entscheidung ändern und auf Gott vertrauen können, dass er ihre Schlachten für sie schlägt… Nachdem sie die Sünde des ZWEIFELS begangen hatten, machten diese Israeliten sich der SÜNDE DES KAMPFES schuldig – der SÜNDE DES KRIEGES!“

Weiter auf Seite 36: „Jedoch kann man folgende Frage stellen: Wenn Krieg falsch ist – wenn er SÜNDE ist – wenn er Gottes WEG für den Menschen zuwiderläuft, WARUM hat Gott dann den Israeliten zeitweise tatsächlich befohlen, in den Krieg zu ziehen und zu töten?

„Beachten Sie die BEIDEN folgenden TATSACHEN:

„1) Israel hatte gesündigt, weil es a) nicht darauf VERTRAUTE, dass Gott für sie kämpft, und b) Gottes Gebot gegen den Krieg nicht befolgte. Sie hatten sich dafür ENTSCHIEDEN, ein kriegerisches Volk zu sein. Diese Entscheidung war FALSCH. Doch Gott zwingt den Menschen dazu, sich zu entscheiden, OB er sündigt. Wenn er es dann tut, bringt er die Strafe über sich. DIE TATSACHE muss also anerkannt werden, dass Israel SICH NICHT AUF GOTT VERLASSEN WOLLTE, UM ZU KÄMPFEN, sondern sich dazu ENTSCHIED, ein kriegerisches Volk zu sein.

„2) Gottes PLAN muss bestehen bleiben, unabhängig davon, was Menschen tun. Es war Gottes PLAN, Israel in das Heilige Land zu führen und bestimmte Völker daraus zu vertreiben, wie er es den Kindern Abrahams, Isaaks und Israels VERSPROCHEN hatte… Da Israel sich nicht auf GOTT verlassen wollte, um diese Völker zu vertreiben und sich stattdessen entschied, ein kriegerisches Volk zu sein, gebrauchte Gott sie, um seinen PLAN zu erfüllen… Er befahl ihnen, das zu tun, was nötig war, damit SEIN PLAN erfüllt wurde!“

Es gibt heute in bestimmten Organisationen manche, die es rechtfertigen, in den Krieg zu ziehen und daran teilzunehmen, oder die behaupten, dass das alte Israel NICHT gesündigt hat, als es im Krieg kämpfte. Sie irren sich, denn sie verstehen weder den Charakter Gottes noch die Absicht und den Sinn von Gottes Gesetz, den Zehn Geboten. Lassen Sie uns Herrn Armstrongs Worte von Seite 38 seiner Broschüre zitieren:

„Der göttliche GEBER des menschlichen Lebens hat das Recht, die Leben zu nehmen, die er gegeben hat. Sie gehören IHM. Aber wenn ein Mensch oder eine Nation – aus freier Entscheidung und eigener Initiative – menschliches Leben nimmt, so ist das eine SÜNDE. Das Leben, das er nimmt, gehört nicht ihm – sondern GOTT! Er begeht nicht nur Mord – er STIEHLT oder raubt, was GOTT gehört. Auch das eigene Leben gehört Gott. Der Selbstmord nimmt ein menschliches Leben, das Gott gehört!

„Wenn Gott das Töten für den Menschen zu einer der zehn grundlegenden SÜNDEN erklärt hat – und wenn er es für den Menschen überflüssig gemacht hat, in den Krieg zu ziehen, indem er versprochen hat, sich auf übernatürliche Weise selbst der Kriege anzunehmen, dann hat das Volk, das sich ENTSCHEIDET, eine kriegerische Nation zu sein, SÜNDE begangen. Und jeder Einzelne, der sich ihrer militärischen Organisation anschließt, begeht SÜNDE.

„Israel hatte diese Entscheidung getroffen. Andere Völker ebenfalls – alle hatten sie getroffen. Da die Nationen dieser Welt kämpfen, gestattet Gott ihnen, diese SÜNDE zu begehen. Doch um SEINEN PLAN auszuführen, bestimmt Gott selbst den Ausgang von Kriegen. Und da Israel IHN bereits als kriegsführende Macht abgelehnt hatte, befahl ER ihnen nun, SEINEN PLAN auszuführen, der erfüllt werden muss! Aber das konnte Israel keineswegs davon freisprechen, dass es absichtlich rebelliert und sich entschieden hatte, in Übertretung von GOTTES WEG in den Krieg zu ziehen.“

Das alte Israel sündigte, als es in den Krieg zog. SIE hatten sich DAFÜR ENTSCHIEDEN, anstatt auf Gottes Rat zu warten (vergleichen Sie Psalm 106,7-15, besonders Vers 13). Und wenn der Mensch auf eigene Faust Entscheidungen trifft, ohne Gottes Rat einzuholen, dann liegt er zumeist falsch (vergleichen Sie als weiteres Beispiel Josua 9,14). Gott, der Urheber des Friedens, will nicht, dass die Menschen im Krieg kämpfen. Wenn Christus wiederkehrt, dann wird er den Frieden auf der Erde wiederherstellen – wenn „kein Volk wider das andere das Schwert erheben [wird], und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen“ (Jesaja 2,4).

Die Menschen werden in Frieden leben, wie es ursprünglich von Gott vorgesehen war. Heute sind wir die Botschafter Christi für diesen zukünftigen Weg. Wir sollen nicht dem sündigen Beispiel der alten Israeliten folgen, die sich gegen Gottes Verheißungen und seine klaren Gebote auflehnten. Der Mensch hat sich dazu entschieden, Gott nicht zu gehorchen und zu sündigen, indem er in den Krieg zog. Gott, der gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist, verurteilt die menschliche Kriegsführung und hat dies IMMER getan. Wir sollen für unsere Feinde beten und ihnen Gutes tun, statt gegen sie zu kämpfen und uns zu rächen. Wir sollen Gott die „Rache“ überlassen (Römer 12,19-20). Die biblische Lehre zu diesem Thema ist klar und beständig.

Wir haben von der Begebenheit gelesen, als Gott für Israel kämpfte und die ägyptische Armee vernichtete, damit Israel nicht kämpfen musste. Hier sind einige weitere Beispiele aus der Bibel, in denen Gott seine große Macht demonstriert hat, die uns zeigen, dass der Mensch im Krieg überhaupt nicht kämpfen muss, wenn er sich nur auf Gottes Hilfe verlässt.

König Joschafat musste nicht kämpfen

Die Bibel berichtet in 2.Chronik 20,1-30 von einer Begebenheit, in der König Joschafat sich voll und ganz auf Gottes Hilfe verließ. Infolgedessen musste er nicht kämpfen. In Vers 4 lesen wir, dass der König und das ganze Volk angesichts eines drohenden Angriffs ihrer Feinde zusammenkamen, „den HERRN zu suchen; auch aus allen Städten Judas kamen sie, den HERRN zu suchen.“ In Vers 12 gibt der König zu, dass er hilflos ist: „Wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern unsere Augen sehen nach dir.“ Jahasiël wird inspiriert, ihm zu antworten: „Ihr sollt euch nicht fürchten und nicht verzagen vor diesem großen Heer; denn NICHT IHR kämpft, SONDERN GOTT“ (Vers 15). Dem König wurde ebenfalls gesagt: „[T]retet nur hin und steht und seht die Hilfe des HERRN“ (Vers 17).

Weil der König und das Volk das nötige Vertrauen in Gottes Macht hatten, „ließ der HERR einen Hinterhalt kommen über die Ammoniter und Moabiter und die vom Gebirge Seïr, die gegen Juda ausgezogen waren, und sie wurden geschlagen. Es stellten sich die Ammoniter und Moabiter gegen die Leute vom Gebirge Seïr, um sie auszurotten und zu vertilgen. Und als sie die Leute vom Gebirge Seïr alle aufgerieben hatten, kehrte sich einer gegen den andern und sie wurden einander zum Verderben. Als aber Juda an den Ort kam, wo man in die Wüste sehen kann, und sie sich gegen das Heer wenden wollten, siehe, da lagen nur Leichname auf der Erde; keiner war entronnen… Und der Schrecken Gottes kam über alle Königreiche der Länder, als sie hörten, dass der HERR gegen die Feinde Israels gestritten hatte. Also hatte das Königreich Joschafats Frieden, und sein Gott gab ihm Ruhe ringsumher“ (Verse 22-24.29-30).

Der Weg des Krieges vs. der Weg des Friedens

Die folgenden exemplarischen Bibelstellen beschreiben zwei entgegengesetzte Lebenswege – den Weg, der zum Krieg führt, und den Weg, der zum Frieden führt. Der objektive Leser kann beim besten Willen nicht zu dem Schluss kommen, dass beide Wege zu den gleichen Ergebnissen führen. NUR Gottes Weg des Friedens führt zum Frieden – und ein Christ soll DIESEM Weg folgen, während er den Weg des Krieges ABLEHNT.

Der Weg des KRIEGES

„Stecke dein Schwert an seinen Platz! Denn ALLE, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert UMKOMMEN!“ (Matthäus 26,52; Schlachterbibel).

„[W]enn jemand mit dem Schwert tötet, so soll er durchs Schwert getötet werden…“ (Offenbarung 13,10; Schlachterbibel).

„Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden“ (1.Mose 9,6).

„Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Frauen…“ (1.Samuel 15,33).

„Aber ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen…“ (Psalm 37,15).

„Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?“ (2.Samuel 2,26).

„Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Mörder“ (1.Johannes 3,15; revidierte Lutherbibel 2017).

„Woher kommt der Kampf unter euch, woher der Streit? Kommt’s nicht daher, dass in euren Gliedern die Gelüste gegeneinander streiten? Ihr seid begierig und erlangt’s nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft…“ (Jakobus 4,1-2).

„Weil du dich auf den König von Aram verlassen hast und nicht auf den HERRN, deinen Gott… [damit hast Du] töricht getan, darum wirst du auch von nun an Krieg haben“ (2.Chronik 16,7.9).

„[D]em HERRN sind ein Gräuel die Blutgierigen…“ (Psalm 5,7).

„Der HERR prüft den Gerechten, aber den Frevler hasst er und den, der Gewalttat liebt“ (Psalm 11,5; revidierte Lutherbibel 2017).

„Ihre Füße eilen, Blut zu vergießen… und den Weg des Friedens kennen sie nicht“ (Römer 3,15.17).

„Wenn doch auch du erkenntest… was zum Frieden dient! Aber nun ist’s vor deinen Augen verborgen“ (Lukas 19,42).

„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen…“ (Epheser 6,12).

„Denn obwohl wir im Fleisch leben, kämpfen wir doch nicht auf fleischliche Weise“ (2.Korinther 10,3).

Der Weg des FRIEDENS

„Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein“ (2.Mose 14,14).

„Doch will ich mich erbarmen über das Haus Juda und will ihnen helfen durch den HERRN, ihren Gott; ich will ihnen aber nicht helfen durch Bogen, Schwert, Rüstung, Ross und Wagen“ (Hosea 1,7).

„Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes“ (Psalm 20,8).

„Er hat meine Seele erlöst und ihr Frieden verschafft vor denen, die mich bekriegten“ (Psalm 55,19; Schlachterbibel).

„Meine Stärke, deiner will ich harren, denn Gott ist meine feste Burg“ (Psalm 59,10; Menge Bibel).

„…der den Kriegen ein Ende macht bis ans Ende der Erde, der den Bogen zerbricht, den Speer zerschlägt und die Wagen mit Feuer verbrennt!“ (Psalm 46,10; Schlachterbibel).

„Denn uns ist ein Kind geboren… und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende…“ (Jesaja 9,5-6).

„Denn der Menschensohn ist nicht gekommen, die Seelen der Menschen zu vernichten, sondern zu erretten“ (Lukas 9,56; neue Lutherbibel 2009).

„…und will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen…“ (Hosea 2,20).

„Denn er wird Frieden gebieten den Völkern…“ (Sacharja 9,10).

„[R]edet herzlich zu (meiner Stadt) Jerusalem und ruft ihr zu, dass ihr Kriegsdienst… ein Ende erreicht hat, weil ihre Schuld abgetragen ist…“ (Jesaja 40,2; Menge Bibel).

„[Z]erstreue die Völker, die gerne Krieg führen“ (Psalm 68,31).

„Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen“ (Jesaja 2,4).

„Und die Bürger in den Städten Israels werden herausgehen und Feuer anzünden und die Waffen verbrennen…“ (Hesekiel 39,9).

„Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut denen Gutes, die euch hassen, betet für die, die euch beleidigen und verfolgen…“ (Matthäus 5,44; neue Lutherbibel 2009).

„Vergeltet niemand Böses mit Bösem… Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden… wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken… Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Römer 12,17-21).

„Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient…“ (Römer 14,19).

„[E]r suche Frieden und jage ihm nach“ (1.Petrus 3,11).

„Wenn eines Menschen Wege dem HERRN wohlgefallen, so lässt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen“ (Sprüche 16,7).

„[D]er HERR wird sein Volk segnen mit Frieden“ (Psalm 29,11).

„Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften“ (Jakobus 3,18).

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5,9; revidierte Lutherbibel 2017).

„[D]ie zum Frieden raten, haben Freude“ (Sprüche 12,20).

„Wie lieblich sind die Füße derer, die Frieden verkündigen“ (Römer 10,15; Schlachterbibel).

„Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen…“ (Jesaja 52,7).

„[H]altet Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein“ (2.Korinther 13,11).

König Hiskia brauchte nicht zu kämpfen

Ein weiteres eindrucksvolles Beispiel für Gottes wunderbares Eingreifen – in diesem Fall zugunsten von König Hiskia und seinem Volk – finden wir im zweiten Buch Chronik in Kapitel 32. In den Versen 20-22 lesen wir, dass der König von Assyrien nach Hiskias „treuem Verhalten“ Gott gegenüber (Vers 1) damit begann, Jerusalem zu belagern. Doch weil der König und der Prophet Jesaja großes Vertrauen in Gott bewiesen (Vers 20), sandte Gott „einen Engel; der vertilgte alle Kriegsleute und Obersten und Hauptleute im Lager des Königs von Assur, dass er mit Schanden wieder in sein Land zog… So half der HERR dem Hiskia und denen zu Jerusalem aus der Hand… des Königs von Assur“ (Verse 21-22).

Stellen Sie sich nur vor, was heute erreicht werden könnte, wenn jene, die behaupten, Anhänger der Lehren Jesu Christi zu sein, sich mit reumütigem Herz an Gott wenden und ihn um Schutz und Hilfe bitten würden, indem sie sich vollkommen auf ihn verlassen und darauf vertrauen, dass er ihren Kampf für sie führt. Stattdessen haben wir uns so weit von dem ewigen Gott – unserem Schöpfer und Bewahrer – entfernt, dass ein solcher Gedanke absurd klingt! Gott hat sich nicht geändert, aber er wird unsere Kämpfe nicht für uns austragen, wenn wir keinen Glauben an ihn haben, sondern uns lieber dafür ENTSCHEIDEN, uns auf uns selbst zu verlassen.

Gott kämpfte für Israel

Kehren wir zu dem Beispiel der alten Israeliten zurück. Wir haben gesehen, dass Gott ihnen, als er sie aus dem Land Ägypten herausführte, zeigte, dass er für sie kämpfen würde. Sie brauchten nicht zu kämpfen. Es war zu keiner Zeit Gottes Wunsch, dass Israel kämpfen sollte. Beachten Sie, was er den Israeliten sagte: „Ich will meinen Schrecken vor dir her senden und alle Völker verzagt machen, wohin du kommst, und will geben, dass alle deine Feinde vor dir fliehen. Ich will Angst und Schrecken vor dir her senden, die vor dir her vertreiben die Hiwiter, Kanaaniter und Hetiter“ (2.Mose 23,27-28).

Später erinnerte Mose die Israeliten an Gottes Absicht, die Feinde durch Hornissen zu vertreiben (5.Mose 7,20; revidierte Lutherbibel 2017), und in Josua 24,12 erfahren wir, dass Gott GENAU das getan hat: „Und ich sandte die Hornissen vor euch her; die vertrieben sie vor euch, die beiden Könige der Amoriter, UND NICHT DEIN SCHWERT NOCH DEIN BOGEN“ (revidierte Lutherbibel 2017).

Selbst nachdem Israel beschlossen hatte, eine kriegerische Nation zu werden, machte Gott sehr deutlich, dass Israel das Land nicht wegen des Schwertes einnahm. Gott wollte, dass die Israeliten begreifen – und er will, dass wir heute begreifen – wie nutzlos und verkehrt Krieg doch ist! Es war GOTT – und Gott allein – der ihnen das Gelobte Land gab! Gott sagt, dass er es ihnen NICHT durch das Schwert gegeben hat.

Psalm 44,4.7-9 macht deutlich: „Denn sie haben das Land NICHT eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen… Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen; sondern du hilfst uns von unsern Feinden und machst zuschanden, die uns hassen. Täglich rühmen wir uns Gottes und preisen deinen Namen ewiglich. SELA.“

Auch wenn Israel beschlossen hatte, in den Krieg zu ziehen, so war es doch GOTT, der den „Hauptkampf“ führte. So lesen wir zum Beispiel in Josua 10,11.14: „Und als sie vor Israel flohen den Weg hinab nach Bet-Horon, ließ der HERR große Steine vom Himmel auf sie fallen bis Aseka, dass sie starben. Und von ihnen starben viel mehr durch die Hagelsteine, als die Israeliten mit dem Schwert töteten… denn der HERR stritt für Israel.“

Gottes Standpunkt zum Krieg

Wir müssen unser Denken und Handeln danach ausrichten, was Gott uns in seinem Wort sagt. Betrachten wir uns also einige weitere Stellen im Alten Testament, die Gottes Standpunkt zum menschlichen Wunsch und Bestreben aufzeigen, in den Krieg zu ziehen. Und wir sollten uns fragen: Ist das auch unser Standpunkt?

In Jesaja 31,1-5 heißt es: „Weh denen, die hinabziehen nach Ägypten um Hilfe und sich verlassen auf Rosse und hoffen auf Wagen, weil ihrer viele sind, und auf Gespanne, weil sie sehr stark sind! Aber sie halten sich nicht zum Heiligen Israels und fragen nichts nach dem HERRN… Denn Ägypten ist Mensch und nicht Gott, und seine Rosse sind Fleisch und nicht Geist. Und der HERR wird seine Hand ausstrecken, sodass der Helfer strauchelt und der, dem geholfen wird, fällt und alle miteinander umkommen… so wird der HERR Zebaoth herniederfahren auf den Berg Zion und auf seinen Hügel, um zu kämpfen. Und der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird schützen, erretten, schonen und befreien.“

Die menschliche Kriegsführung wird sich nicht gegen Gott und seinen Willen durchsetzen. Und Gott braucht uns auch nicht, um für ihn zu kämpfen. Beachten Sie Psalm 37,11.14-15: „Aber die Sanftmütigen werden das Land erben und sich großen Friedens erfreuen… Die Gottlosen haben das Schwert gezückt und ihren Bogen gespannt, um den Elenden und Armen zu fällen und die umzubringen, die aufrichtig wandeln. Ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihre Bogen werden zerbrechen!“ (Schlachterbibel).

Beachten wir auch die inspirierten Worte Abners zu Joab in 2.Samuel 2,26: „Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?“

Warum hat König David gekämpft?

Aber was ist mit König David? Er kämpfte im Krieg und wurde dennoch ein Mann nach Gottes eigenem Herzen genannt. Daher, so die Argumentation, muss die Tatsache, dass David kämpfte, Gott gefallen haben – mit anderen Worten, es war nicht falsch, dass David kämpfte. Ist das eine richtige Schlussfolgerung?

Herbert W. Armstrong behandelte diese Thematik auf den Seiten 38 und 39 seiner Broschüre „Military Service and War“ („Militärdienst und Krieg“) wie folgt: „Gott nannte David einen Mann nach seinem eigenen Herzen. David war ein Krieger. David tötete viele Menschen. Als König führte er KRIEG. Aber das machte den Krieg keineswegs richtig. Gott machte David für diese Blutschuld verantwortlich … David war MITNICHTEN ein ‚Mann nach Gottes eigenem Herzen‘ wegen seiner Kriege, seiner Kämpfe und seines Tötens. Gott BESTRAFTE ihn dafür!“

Aber wie kann das richtig sein?

Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass David in einer Nation aufwuchs, die es gewohnt war, im Krieg zu kämpfen. Es scheint, dass niemand die Praxis des Krieges in Frage stellte. Und so wird David schon als sehr junger Mann als „tüchtig zum Kampf“ bezeichnet (vergleichen Sie 1.Samuel 16,18; die Zürcher Bibel 2007 schreibt hier „ein Kriegsheld, ein Krieger“). Als König Saul ihn aufforderte, 100 Philister als „Brautpreis“ zu töten, um sein Schwiegersohn zu werden, tötete David 200 Philister (vergleichen Sie 1.Samuel 18,25-27). Irgendetwas in Davids Natur genoss es, im Krieg zu kämpfen. Manche von uns haben auch diese Art von Natur in sich. Und so wie David sind wir ebenfalls in einem Umfeld aufgewachsen, in dem es „klar“, „offensichtlich“, „selbstverständlich“ ist, dass man im Krieg kämpfen „MUSS.“ Beachten Sie, wie Davids Zeit und Umgebung in 2.Samuel 11,1 beschrieben wird: „Und als das Jahr um war, zur Zeit, da die Könige ins Feld zu ziehen pflegen…“

David musste also von Gott lernen, dass Krieg falsch und sinnlos ist.

Zunächst einmal waren viele der Kriege, die David führte, eine direkte BESTRAFUNG für den Mord an Uria und den Ehebruch mit Batseba, wie 2.Samuel 12,9-10 deutlich zeigt.

Der Prophet Nathan richtete folgende Worte Gottes an David: „Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel? Uria, den Hetiter, hast du erschlagen mit dem Schwert [indem du dem Feldherrn Joab befohlen hast, ihn im Kampf Israels gegen die Ammoniter im Stich zu lassen], seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn aber hast du umgebracht durchs Schwert der Ammoniter. Nun, so soll von deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, dass sie deine Frau sei.“

Können wir erkennen, dass die Worte Christi, nach denen derjenige, der zum Schwert greift, selbst durch das Schwert umkommt, bereits zu Davids Zeiten in Kraft waren? David griff zum Schwert und ließ Uria töten, und so würde das Schwert nicht von Davids Haus weichen.

Warum Christus nicht an den Regierungswahlen dieser Welt teilnehmen würde

In einer Zeit des aufkommenden Krieges und der Debatten darüber, ob man im Krieg kämpfen soll oder nicht, möchten wir Ihnen Auszüge aus Herbert W. Armstrongs Artikel „Wie würde Jesus bei der Präsidentschaftswahl stimmen?“ präsentieren, der in der Oktober/November-Ausgabe 1984 der Good News veröffentlicht wurde, beginnend auf Seite 3. Die Hervorhebung stammt aus dem Original. Wir sind davon überzeugt, dass Sie mit uns darin übereinstimmen werden, dass die Worte von Herrn Armstrong, die vor beinahe 40 Jahren geschrieben wurden, heute nicht aktueller sein könnten:

„Im Nahen Osten und anderen Krisenherden droht ein Weltkrieg zu entbrennen. Ein furchtbarer Atomkrieg! Ein Krieg, der die Auslöschung der Zivilisation bedeutet. Die Welt ist in dieser Minute in großer Gefahr. Das Problem ist eine Frage der Regierung!… In jener schicksalhaften Prüfung mit Satan wurde Adam Gott ungehorsam und akzeptierte die Herrschaft Satans über ihn – er gab dem menschlichen Stolz, der Lust und der Gier nach. So unterstellte er sich und seine Kinder der Herrschaft Satans… Satan fand in einem der Urenkel Noahs, Nimrod – dem Enkel Hams–, einen sehr fähigen und mächtigen Mann, der sich politisch instrumentalisieren ließ… Nimrod errichtete die erste Regierung der heutigen Welt – die Stadt BABYLON… Dieses BABYLONISCHE Regierungsprinzip, verflochten mit wirtschaftlicher Manipulation, hat seither die Welt beherrscht. Es hat unter verschiedenen Bezeichnungen regiert – ob man es nun Oligarchie, Monarchie, Diktatur, Autokratie, Demokratie, Kommunismus oder Nationalsozialismus nennt –, es ist und bleibt dasselbe alte BABYLONISCHE PRINZIP, lediglich unter leicht angepassten Verwaltungsmodalitäten… Unabhängig von der Gestalt, in der es auftritt, ist es ein System, das auf der Ausbeutung des Volkes, auf Aggression, Reglementierung, Täuschung und Betrug beruht… Babylon bedeutet ‚Verwirrung‘ oder ‚UNORDNUNG.‘ Wettbewerb und Zwietracht haben Verwirrung und Unordnung in der Welt erzeugt. Und Gott ist nicht der Urheber der Unordnung (1.Korinther 14,33).

„Dies ist keine Welt, die von Gott erdacht wurde. Dies ist SATANS Welt! Satan ist der unsichtbare Gott dieser Welt. Er ist der Urheber ihrer Organisation, ihrer grundlegenden Philosophien, ihrer Regierungs-, Geschäfts- und Gesellschaftssysteme – ja, sogar ihrer RELIGIONEN! Das, wessen wir uns als ZIVILISATION rühmen, ist in Wirklichkeit das Werk Satans, nicht Gottes! So seltsam es auch erscheinen mag, das ist wahr! Alle Nationen nicht nur die heidnischen Mächte, sondern alle Nationen, einschließlich der unseren werden von Satan VERFÜHRT, beeinflusst und angeführt (Offenbarung 12,9; 18,3; 20,2-3). Die Bibel spricht von dieser Welt als ‚dieser gegenwärtigen BÖSEN WELT‘ (Galater 1,4)… Nein, Jesus ist nicht in die Politik DIESER WELT eingestiegen! Er rief seine Jünger aus dieser gegenwärtigen bösen Welt heraus – aus all ihren Bräuchen, Philosophien und Wegen –, damit sie ein Leben in ABSONDERUNG von der Welt führen…

„So leben die Jünger Jesu in dieser gegenwärtigen bösen Welt, als ob sie Fremdlinge wären, hier lediglich als Gäste der Nation, in der sie leben, als BOTSCHAFTER für Christus und sein kommendes Reich, nicht um für irgendeine Regierung dieser Welt… [Ausländische Botschafter beteiligen sich nicht daran,] ihren Staat [in dem sie leben] zu einem besseren Staat zu machen, oder zu wählen, oder in ihre Armee einzutreten oder für ihre Sache zu kämpfen… [D]er wahre Christ ist jemand, der Christus nachfolgt, und Christus hat nicht gewählt! Jesus versuchte nicht, Cäsar zu reformieren… Er predigte die Lehre von einer radikal anderen Welt, die noch kommen wird… Dies ist Satans Welt und Jesus Christus kam keineswegs, um Satan zu reformieren oder Satans Werk zu verbessern, vielmehr kam er, um seine Anhänger vor Satan und seinem System zu erretten. Da das Reich Gottes noch nicht buchstäblich aufgerichtet ist, ist das Bürgerrecht des wahren Christen jetzt im Himmel reserviert (1.Petrus 1,4; Epheser 2,19). [Vgl. auch Philipper 3,20]…

„Was also würde Jesus in einer Zeit der Präsidentschaftswahlen tun?… ER WÄRE ZU SEHR DAMIT BESCHÄFTIGT, DIE GUTE NACHRICHT VON SEINEM KOMMENDEN WELTREICH und den Weg der Erlösung ZU VERKÜNDEN, als dass er sich in irgendeiner Weise an der Politik dieser gegenwärtigen bösen Welt oder einer von Menschen erdachten Regierungsform beteiligen würde, die dazu VERDAMMT sind, sehr bald zerstört und durch die theokratische Regierung von GOTTES REICH ersetzt zu werden! Unsere Mission ist es, als Botschafter Christi – als vorauseilende Abgesandte SEINES KÖNIGREICHS – die Welt vor ihrer Bedrängnis und der gegenwärtigen Gefahr zu WARNEN und allen Nationen die gute Nachricht vom REICH GOTTES zu verkünden!“

Die Gedanken, die in Herrn Armstrongs oben zitiertem Artikel zum Ausdruck kommen, bilden das Herz und den Kern des wahren Christentums. Verkehrtes Christentum zieht sich lediglich den Mantel des Christentums über, doch verrät dann die Lehren und Praktiken, die man annehmen und praktizieren muss, wenn man Christus wahrhaft glaubt. Die Fähigkeit, zu erkennen, was ein wahrer Christ tun und lassen sollte, ist von entscheidender Bedeutung. Entweder dienen wir Gott und Christus, oder wir ergeben uns Satan und seiner Weltherrschaft. Die Gemeinde Gottes muss von der Welt getrennt sein (vergleichen Sie Johannes 17,14.16; Offenbarung 18,4).

David war es nicht gestattet, einen Tempel zu bauen

Wir lesen in der Bibel eindeutig, dass David von Gott BESTRAFT wurde, weil er im Krieg kämpfte und weil er bereit war zu kämpfen. In 1.Chronik 22,6-10 beispielsweise lesen wir Davids Worte an seinen Sohn Salomo, in denen er erklärt, warum Gott David nicht erlaubte, ihm einen Tempel zu bauen: „Und er rief seinen Sohn Salomo und gebot ihm, dem HERRN, dem Gott Israels, ein Haus zu bauen, und sprach zu ihm: Mein Sohn, ich hatte im Sinn, dem Namen des HERRN, meines Gottes, ein Haus zu bauen, aber das Wort des HERRN kam zu mir: Du hast viel Blut vergossen und große Kriege geführt; darum sollst du meinem Namen nicht ein Haus bauen, weil du vor mir so viel Blut auf die Erde vergossen hast. Siehe, der Sohn, der dir geboren werden soll, der wird ein Mann der Ruhe sein; denn ich will ihm Ruhe schaffen vor allen seinen Feinden ringsumher. Er soll Salomo heißen; denn ich will Israel Frieden und Ruhe geben, solange er lebt. Der soll meinem Namen ein Haus bauen. Er soll mein Sohn sein und ich will sein Vater sein. Und ich will seinen königlichen Thron über Israel bestätigen ewiglich.“

David wurde nicht gestattet, den Tempel zu bauen, weil er VIEL Blut vergossen und GROSSE Kriege geführt hatte.

Manche haben behauptet, diese Stelle bedeutet eigentlich nur, dass der Tempel von einem Mann des Friedens und nicht von einem Mann des Krieges errichtet werden sollte; sie bedeute jedoch nicht, dass es falsch war, dass David im Krieg gekämpft hat. Aber wir müssen erkennen, dass Gott im Grunde sagte: „David darf mir dieses Haus nicht bauen, denn er hat viel Blut auf der Erde vergossen.“ Gott wollte nicht, dass sein Tempel mit Krieg und Blutvergießen in Verbindung gebracht wird. WARUM sollte dies der Fall sein, wenn es für Menschen völlig in Ordnung ist, im Krieg zu kämpfen und zu töten?

Die offensichtliche Antwort ist, dass es KEINESWEGS vollkommen in Ordnung ist, dies zu tun. David erklärte dem Volk später, warum Gott nicht wollte, dass er den Tempel baute: „Und David, der König, stellte sich hin, und sprach: Hört mich, meine Brüder und mein Volk! Es liegt mir am Herzen, ein Haus der Ruhe zu bauen für die Lade des Bundes des HERRN und für den Schemel der Füße unseres Gottes, und ich habe Vorbereitungen getroffen für den Bau. Aber Gott sprach zu mir: Du wirst meinem Namen kein Haus bauen, denn du bist ein Mann der Kriege und hast Blut vergossen“ (1.Chronik 28,2-3; Zürcher Bibel 2007).

David durfte Gott keinen Tempel bauen, weil er, wie er selbst sagte, ein Mann der Kriege gewesen war und Blut vergossen hatte. Wir lesen an dieser Stelle nicht, dass David viel Blut vergossen hat. Es heißt nur, dass er Blut vergossen hat. Ob er nun viel oder nur wenig Blut vergossen hatte, war für Gott unerheblich.

Einige haben argumentiert, dass David den Tempel nicht bauen durfte, weil er Angriffskriege führte und nicht nur Verteidigungskriege. Aber auch hier gilt, dass in Gottes Augen die Art der Kriegsführung unerheblich ist. Wir lesen das Zeugnis Salomos in 1.Könige 5,16-19: „Da ließ auch Salomo dem Hiram durch eine Gesandtschaft sagen: ‚Du weißt selbst, dass mein Vater David dem Namen des HERRN, seines Gottes, keinen Tempel hat erbauen können wegen der Kriege, in die seine Feinde ihn rings verwickelten (Elberfelder Bibel: „wegen des Krieges, mit dem seine Feinde ihn umringten“), bis der HERR sie ihm unter seine Fußsohlen legte. Da mir jetzt aber der HERR, mein Gott, auf allen Seiten Ruhe verschafft hat, so dass kein Widersacher und keine Schwierigkeit mehr vorhanden ist, so beabsichtige ich nun, dem Namen des HERRN, meines Gottes, einen Tempel zu erbauen, wie der HERR dies meinem Vater David verheißen hat mit den Worten: ›Dein Sohn, den ich als deinen Nachfolger auf deinen Thron setzen werde, der soll meinem Namen das Haus bauen.‘“ (Menge Bibel).

David konnte Gott wegen der Kriege, die gegen ihn geführt wurden, kein Haus bauen. Selbst die Tatsache, dass David sich gegen seine Angreifer verteidigte und dabei Blut vergoss, war für Gott Grund genug, ihm den Bau des Tempels zu verbieten. DIESE Tatsache sollte uns wirklich zu denken geben, besonders im Lichte von Jakobus 5,6: „Ihr habt den Gerechten verurteilt und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.“

David zählt sein Heer

Obwohl David verstand, dass Gott ihm wegen seiner früheren Kriege nicht erlaubte, den Tempel zu bauen, entschloss er sich am Ende seines Lebens noch einmal zu einer törichten Handlung, die mit seinem Verlangen verbunden war, weiterhin Krieg zu führen. Wir beziehen uns hier auf Davids Volkszählung seiner Völker Israel und Juda.

Anhand der biblischen Chronologie können wir feststellen, dass diese Volkszählung stattfand, NACHDEM Gott David mitgeteilt hatte, dass er den Tempel nicht bauen dürfe. Obwohl David nach der Volkszählung noch bestimmte Vorbereitungen für den Bau des Tempels traf (vergleichen Sie 1.Chronik Kapitel 21 und 22), ist es offensichtlich, dass David zu diesem Zeitpunkt bereits wusste, dass und weshalb er den Tempel nicht bauen konnte (1.Chronik 22,7-8; 1.Chronik 28,2-3).

Gottes Bestrafung dafür, dass David dieser Volkszählung durchführte, war hart.

Die Bibel enthält zwei Berichte über diese Episode. Den ersten Bericht finden wir in 2.Samuel 24 aufgezeichnet. In Vers 1 lesen wir: „Und der Zorn des HERRN entbrannte abermals gegen Israel, und er reizte David gegen das Volk und sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda!“

In dem parallelen Bericht in 1.Chronik 21,1 heißt es: „Und der Satan stellte sich gegen Israel und reizte David, dass er Israel zählen ließe.“

Da die Bibel sich nicht selbst widerspricht, müssen wir die beiden Verse zusammenlesen, um die Berichte zu harmonisieren. Demnach war es tatsächlich Satan, der David direkt beeinflusste, sein Heer zu zählen, aber Gott ließ es zu, weil er zornig auf Israel war.

Wenn man die Passagen in 2.Samuel und 1.Chronik zusammenliest, könnte man sagen: „Und der Zorn des HERRN entbrannte abermals gegen Israel, und er, der Satan, reizte David gegen das Volk und sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda!“

Obwohl Joab sich dagegen wehrte, bestand David darauf, seinem Befehl zu gehorchen. In 2.Samuel 24,8-9 lesen wir: „So durchzogen sie das ganze Land und kamen nach neun Monaten und zwanzig Tagen nach Jerusalem zurück. Und Joab gab dem König die Summe des Volks an, das gezählt war. Und es waren in Israel achthunderttausend streitbare Männer, die das Schwert trugen, und in Juda fünfhunderttausend Mann.“

In Vers 10 lesen wir nun die bemerkenswerte Reaktion Davids: „Aber nachdem David das Volk hatte zählen lassen, schlug ihm das Gewissen. Und David sprach zum HERRN: Ich habe mich schwer versündigt mit dem, was ich getan habe! Nun aber, o HERR, nimm doch die Missetat deines Knechtes hinweg; denn ich habe sehr töricht gehandelt!“ (Schlachterbibel).

Was war Davids schwere Sünde und Missetat? Auf welche Weise hatte er sehr töricht gehandelt?

Der Kontext zeigt, dass David wissen wollte, wie viele Männer er hatte, die ein Schwert tragen würden. Entweder war er bereit, einen Krieg zu beginnen, oder er wollte wissen, wie viele Soldaten er hatte, um sich in einem Krieg zu verteidigen. In jedem Fall betrachtete David sein Handeln später als Missetat und Torheit, und Gott stimmte ihm zu. Er schickte den Propheten Gad, Davids Seher, zu David und bot ihm drei verschiedene Strafen für seine Sünde an. David entschied sich für „drei Tage Pest“ (2.Samuel 24,13-14), und so „ließ der HERR die Pest über Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, sodass von dem Volk starben von Dan bis Beerscheba siebzigtausend Mann… Als aber David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat getan; was haben diese Schafe getan? Lass deine Hand gegen mich und meines Vaters Haus sein!“ (Verse 15-17).

Der Parallelbericht in 1.Chronik 21 enthält weitere interessante Einzelheiten. Wir lesen in Vers 16: „Und David hob seine Augen auf und sah den Engel des HERRN stehen zwischen Himmel und Erde und ein bloßes Schwert in seiner Hand ausgestreckt über Jerusalem.“

Nachdem David zu Gott gebetet hatte, der Plage Einhalt zu gebieten, befahl Gott „dem Engel, dass er sein Schwert in seine Scheide stecke… David aber konnte nicht hingehen… so erschrocken war er vor dem Schwert des Engels des HERRN…“ (Verse 27, 30).

Warum wird im Bericht dreimal betont, dass Gott einen Engel mit einem gezogenen Schwert schickte, um Israel zu plagen? David, der bereit war, zum Schwert zu greifen, um im Krieg zu kämpfen, sah nun einen Engel Gottes, der sein Volk („seine Schafe“) mit dem Schwert tötete. David sah in der Tat jenes Gesetz in Anwendung, das Christus später dem Petrus offenbarte: „… Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen“ (Matthäus 26,52).

Wir stellen fest, dass das Volk Israel Gott erbost hatte. Deshalb erlaubte Gott Satan, David zu reizen und ihn dazu zu verführen, eine Volkszählung durchzuführen. Doch diese Zählung erhöhte nur noch Gottes Zorn. 1.Chronik 27,24 sagt: „Joab… hatte angefangen zu zählen, aber er vollendete es nicht; denn deswegen kam ein Zorn über Israel.“

Insoweit war das Volk unschuldig, aber es war zuvor schuldig geworden, weswegen Gott Satan erlaubte, David zu reizen.

Doch auch viele unschuldige Menschen müssen im Krieg sterben. Das ist ein wichtiger Grund, warum der menschliche Krieg so falsch – so nutzlos – so gottlos ist.

Aber fragen wir noch ein weiteres Mal: Hat Gott nicht manchmal sogar bestimmten Menschen, darunter David, befohlen, in den Krieg zu ziehen? Ja, das tat er, aber nur, weil die Menschheit sich bereits entschieden hatte, in den Krieg zu ziehen, um ihre Probleme mit den Mitteln des Krieges zu lösen. DER MENSCH KENNT DEN WEG ZUM FRIEDEN GANZ EINFACH NICHT! David fragte Gott sogar manchmal, ob er kämpfen solle oder nicht, und Gott befahl ihm zu kämpfen (vergleichen Sie 1.Samuel 23,1-4). David stellte jedoch nicht die Frage, ob Krieg generell falsch sei. Es ging vielmehr immer um die Frage, ob er eine bestimmte Schlacht schlagen sollte oder nicht. Als David zum Ende seines Lebens, nachdem er sein Volk gezählt hatte, zugab, dass er gesündigt und töricht gehandelt hatte, hat er offenbar endlich begriffen, dass es falsch IST, im Krieg zu kämpfen. Aber er hatte diese Einsicht NICHT gleich zu Beginn seines Lebens. Manchmal dauert es lange – vielleicht ein ganzes Leben – bis die Jünger Gottes zu einem vollkommenen Verständnis eines bestimmten Themas kommen. Dies mag ebenfalls die Frage von Krieg und Frieden und die Tatsache miteinschließen, dass das Töten eine Übertretung von Gottes Gesetz der Zehn Gebote Darstellt.

Die Krieger mussten sich selbst „entsündigen“

Erinnern wir uns daran, dass es zu keinem Zeitpunkt Gottes Absicht war, dass der Mensch im Krieg kämpft! Wir haben bereits zahlreiche Stellen in der Bibel gelesen, die diese Tatsache sehr deutlich machen. Ein zusätzlicher Beweis findet sich, wenn man bedenkt, was die Israeliten tun mussten, NACHDEM sie im Krieg gekämpft hatten. Wir lesen in 4.Mose 31,19-24: „Und lagert euch draußen vor dem Lager sieben Tage, alle, die jemanden getötet oder die Erschlagene angerührt haben, dass ihr euch entsündigt am dritten und siebenten Tage samt denen, die ihr gefangen genommen habt. Auch alle Kleider und alles Lederzeug und alles Pelzwerk und alle hölzernen Geräte sollt ihr entsündigen.

„Und Eleasar, der Priester, sprach zu dem Kriegsvolk, das in den Kampf gezogen war: Dies ist das Gesetz, das der HERR dem Mose geboten hat: Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn und Blei und alles, was Feuer verträgt, sollt ihr durchs Feuer gehen lassen, so wird es rein; nur dass es mit dem Reinigungswasser entsündigt werde. Aber alles, was Feuer nicht verträgt, sollt ihr durchs Wasser gehen lassen. Und ihr sollt eure Kleider waschen am siebenten Tage, so werdet ihr rein. Danach sollt ihr ins Lager kommen.“

Das hebräische Wort für „entsündigen“ ist „chata.“ Die meiste Zeit wird dieses Wort mit „Sünde“ übertragen. In der Authorized Version wird es 167-mal mit „Sünde“ übersetzt.

Interessanterweise kann dieses Wort auch die gegenteilige Bedeutung haben, nämlich sich von Sünden zu befreien. Die Authorized Version gibt es dann als „reinigen“, „säubern“, „läutern“ oder „für die Sünde opfern“ wieder. In diesem Zusammenhang bedeutet es wortwörtlich „ent-sündigen“ oder „von Sünde oder Irrtum reinigen“.

Was war nun die Sünde, von der sich die Israeliten – das Kriegsvolk, das in die Schlacht gezogen war – entsündigen mussten? Manche sagen, es war die strikte Übertretung des rituellen Gesetzes, einen Toten nicht zu berühren. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf 4.Mose 19,11-12.16.

Es ist zutreffend, dass das gesamte 19. Kapitel des vierten Buches Mose das Ritual der Reinigung einer Person beschreibt, die einen toten Körper berührt hatte. Um die Stiftshütte betreten zu können (Vers 13), musste er am dritten und am siebten Tag mit dem Reinigungswasser besprengt werden (die Authorized Version nennt es „das Wasser der Trennung“. Dieses Wasser wird in Vers 9 von der Menge Bibel als ein „Entsündigungsmittel“ bezeichnet. Warum war es notwendig, auf diese Weise besprengt und gereinigt zu werden, nachdem man eine tote Person berührt hatte?

Die Antwort darauf lautet, dass Gott wollte, dass die Israeliten den großen Unterschied zwischen Leben und Tod verstehen. Gott ist ein Gott der Lebenden, nicht der Toten. Der Tod ist immer mit Sünde verbunden. Der Tod ist die Strafe für die Sünde. Ohne Sünde gäbe es überhaupt keinen Tod. Sobald die Sünde beseitigt ist, wird es keinen Tod mehr geben. Es gibt aber auch eine tiefe symbolische Bedeutung: Wir müssen geistlich lebendig sein und nicht geistlich tot.

Wir sollten ebenfalls beachten, dass das hebräische Wort „chata“, wenn es auf Reinigung angewendet wird, auch geistliche Reinigung beschreiben kann, nicht nur rituelle physische Reinigung. David sagte zum Beispiel in Psalm 51,9: „Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde…“ Das hebräische Wort für „entsündigen“ lautet „chata.“ David bat Gott, alle geistlichen Sünden von ihm zu entfernen, ihn zu „entsündigen“, also ihn „von Sünden zu reinigen.“

Die Tatsache, dass die Israeliten sich selbst reinigen mussten, nachdem sie einen toten Menschen berührt hatten, erklärt aber KEINESWEGS, warum die Israeliten sich selbst von Sünden reinigen mussten, wenn sie einen lebendigen Menschen töteten.

In 4.Mose 31,19 wird unterschieden zwischen einem Israeliten, der einen Erschlagenen angerührt hat, und einem Israeliten, der jemanden getötet hat. Das Gebot, dass der Israelit von Sünden gereinigt werden musste, weil er einen Menschen getötet hatte, war ein neues Gebot – es war nicht in 4.Mose 19 enthalten. Warum hat Gott dieses neue Gebot gegeben?

Obwohl Gott den Israeliten befohlen hatte, einen bestimmten Krieg zu führen – eine bestimmte Schlacht zu schlagen –, mussten sie sich danach selbst von der Sünde reinigen. Einen Menschen im Krieg zu töten, war und ist immer noch ein Verstoß gegen das sechste der Zehn Gebote Gottes. Es ist SÜNDE in den Augen Gottes. Der Mensch entschied für sich selbst, im Krieg zu kämpfen und zu töten, und Gott sorgte dafür, dass die Kriege so endeten, wie er es für seinen Plan wollte. Aber im Krieg zu kämpfen war in Gottes Augen NIEMALS GERECHTFERTIGT. Es war immer SÜNDE, dies zu tun.

Die deutschen Übersetzungen verwenden durchweg das Wort „entsündigen“ – was wörtlich bedeutet: „von der Sünde befreien“. Sie hatten gesündigt, indem sie Menschen im Krieg töteten – von dieser Sünde mussten sie sich durch Reinigung befreien.

Die Vergewaltigung von Dina

Betrachten wir noch eine weitere Episode, die zeigt, dass das Töten im Krieg Sünde ist. Als Dina, die Schwester von Simeon und Levi, von dem Sohn (Sichem) des Herrschers von Sichem (Hamor) geschändet wurde, griffen ihre Brüder zur Gewalt. Wir lesen in 1.Mose 34,25-26: „Aber am dritten Tage… nahmen die zwei Söhne Jakobs Simeon und Levi, die Brüder der Dina, ein jeder sein Schwert und überfielen die friedliche Stadt und erschlugen alles, was männlich war, und erschlugen auch Hamor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und gingen davon.“

Das Vorgehen von Simeon und Levi mag manchen gerechtfertigt erscheinen. Schließlich lesen wir in Bezug auf Dinas Vergewaltigung durch Sichem in den Versen 7 und 31: „Indessen kamen die Söhne Jakobs vom Felde. Und als sie es hörten, verdross es die Männer, und sie wurden sehr zornig, dass er eine Schandtat an Israel begangen und bei Jakobs Tochter gelegen hatte. Denn solches durfte nicht geschehen… Sie [Simeon und Levi] antworteten aber: Durfte er denn an unserer Schwester wie an einer Hure handeln?“

Aber beachten Sie Jakobs verdammendes Urteil über seine Söhne Simeon und Levi, und bedenken Sie dabei, dass Jakob unter der Inspiration Gottes sprach: „Die Brüder Simeon und Levi, ihre Schwerter sind mörderische Waffen [Menge Bibel: ‚Werkzeuge der Gewalttat‘]. Meine Seele komme nicht in ihren Rat, und mein Herz sei nicht in ihrer Versammlung; denn in ihrem Zorn haben sie Männer gemordet, und in ihrem Mutwillen haben sie Stiere gelähmt. Verflucht sei ihr Zorn, dass er so heftig ist, und ihr Grimm, dass er so grausam ist. Ich will sie versprengen in Jakob und zerstreuen in Israel“ (1.Mose 49,5-7).

Der Rachefeldzug von Simeon und Levi war sowohl in den Augen Jakobs als auch in den Augen Gottes nichts weniger als Mord. Jeder von Menschen geführte Krieg ist Sünde und stellt in den Augen Gottes Mord dar. Ist er auch in Ihren Augen Sünde und Mord?

Die Sinnlosigkeit des Krieges

Im Laufe der Jahrhunderte haben einige die völlige Zerstörungswut und Sinnlosigkeit des Krieges erkannt und offen zugegeben, dass Krieg nur zu mehr Krieg führt.

Der US-amerikanische Bürgerkriegsgeneral William Tecumseh Sherman (1820-1891) sagte über den Krieg: „Krieg ist bestenfalls Barbarei… Nur diejenigen, die weder einen Schuss abgefeuert noch die Schreie und das Stöhnen der Verwundeten gehört haben, schreien laut nach Blut, mehr Rache, mehr Verwüstung. Der Krieg ist die Hölle.“

Der britische Premierminister Neville Chamberlain wies darauf hin: „Welche Seite sich auch immer als Sieger bezeichnen mag, im Krieg gibt es keine Gewinner, sondern alle sind Verlierer.“

Der Weg des Krieges ist dem Weg des Friedens diametral entgegengesetzt. Der Grund, warum wir heute immer noch Kriege haben, liegt in der Tatsache begründet, dass die Menschen zu viel Gefallen am Krieg finden. Die fleischliche Gesinnung erkennt das Gesetz Gottes nicht an und kann ihm nicht „untertan“ sein (Römer 8,7).

Winston Churchill schrieb das folgende über die beiden wichtigsten Generäle der Konföderation, Robert E. Lee und Stonewall Jackson: „Beide Männer liebten den Krieg als technische Kunst, der sie ihr Leben gewidmet hatten, auch wenn sie gewöhnlich vom Gegenteil sprachen und sich zweifellos selbst davon überzeugt hatten. Ihre Reden und Briefe sind voll von Äußerungen des Bedauerns über die schrecklichen Verordnungen, deren Diener sie nun geworden waren. Aber auf einem langen Nachtmarsch zu einer verzweifelten Schlacht im Morgengrauen murmelte Jackson zu seinem Gefährten: ‚Köstliche Aufregung‘, und Lee… bemerkte: ‚Es ist gut, dass der Krieg so schrecklich ist – wir könnten ihn zu sehr liebgewinnen.‘“

Gott beschützt diejenigen, die ihm vertrauen

Zusätzlich zu seiner Broschüre „Military Service and War“ („Militärdienst und Krieg“), die wir bereits zitiert haben, veröffentlichte Herbert W. Armstrong in der September/Oktoberausgabe 1984 der Zeitschrift Klar und Wahr („Plain Truth“) jeweils einen Artikel mit den Titeln „Der sichere Weg, die Angst vor einem atomaren Krieg zu beenden… JETZT!“ und „Wie die Furcht vor einem atomaren Krieg beendet werden könnte – JETZT.“

In diesen Artikeln sagte er das Folgende:

„Kein Volk BRAUCHTE in den Krieg zu ziehen. Im Nachgeben gegenüber der MENSCHLICHEN NATUR, in der Auflehnung und Rebellion gegen Gottes Friedensgesetz, liegt die GRUNDURSACHE von Kriegen… Greifen wir einen der zehn Punkte des geistlichen ‚Grundgesetzes‘ Gottes heraus. Ich meine den Punkt, der mit dem Krieg zu tun hat. Der einschlägige Punkt ist das sechste Gebot. Es lautet schlicht und einfach: Du sollst nicht töten. Gehorchten alle Völker diesem Gebot und gingen den Weg der NÄCHSTENLIEBE, gäbe es keinen Krieg. Aber, so wird eingewandt, das sind fromme Platitüden, weltfremd, die in der Praxis nur schaden. Denn wenn eine Nation sich danach richte und abrüste, sie sei ja wehrlos gegen jede andere [Nation oder Terroristen, könnten wir hinzufügen], die sich nicht danach richte, und liefere sich kriegerischen Aggressoren aus.

„DAS STIMMT NICHT. Der Schöpfer kennt die menschliche Natur besser als wir selbst. ER HAT DESHALB VORGESORGT… Glauben Sie, dass der Allmächtige gleichsam ‚entrückt‘ ist von irdischen Angelegenheiten und jene, die sich seiner Herrschaftsordnung UNTERWERFEN, IM STICH LÄSST? Zu den Pflichten jeder Ordnung zählt, die Bürger, die in ihr leben, zu schützen. Glauben Sie, dass die HERRSCHAFTSORDNUNG Gottes so schwach und machtlos ist, dass sie das Individuum oder das Volk, das unter ihr lebt, nicht zu schützen vermag?

„Beachten Sie nun in Ihrer Bibel die spezielle Anwendung des Gebotes ‚Du sollst nicht töten‘ auf Krieg und Militärisches. GOTT verspricht: SEINE HERRSCHAFTSORDNUNG, eine allmächtige übernatürliche und übernationale Ordnung, wird sein Volk, seine ihm Anvertrauten, gegen jeden Eindringling SCHÜTZEN. Gott sprach zu Israel: ‚Wirst du aber auf seine [des Engels] Stimme hören und alles tun, was ich dir sage, so will ich deiner Feinde Feind und deiner Widersacher Widersacher sein… und ich will sie vertilgen‘ (2.Mose 23,22-23). Gott verspricht, eindringende Feinde [Nationen oder Terroristen] übernatürlich zu bekämpfen, um die Nation, um das Volk unter SEINER Ordnung zu schützen…

Teil der ‚REGIERUNGSPLATTFORM‘, die Gott dem Volk [Israel] vorlegte, ehe es zu SEINER NATION wurde, war das Versprechen, SEINE HERRSCHAFT werde es den Bürgern ersparen, in den KRIEG zu ziehen. Das ist Gottes ‚OFFENE VERHEISSUNG‘ – sie steht JEDER Nation offen…“

Beachten Sie ebenfalls die folgenden Auszüge aus Herbert W. Armstrongs Artikel „Wie die Furcht vor einem atomaren Krieg beendet werden könnte – JETZT“, KLAR & WAHR, Oktober 1984, Seite 22:

„Krieg ist so unnötig und FALSCH! Ja, die Furcht vor einem atomaren Krieg [oder terroristischen Angriffen] könnte SOFORT BEENDET werden – WENN nicht nur die Führer der Welt, sondern auch die VÖLKER ALS GANZES die WIRKLICHKEIT erkennen könnten – wenn sie verstehen könnten, dass Gott WIRKLICH ist – wenn sie sich vor ihm demütigen würden, AN IHN GLAUBTEN, IHM VERTRAUTEN. Wenn die Menschen dies jedoch NICHT TUN, so ist es beschlossen, dass wir, in weniger Jahren, als sie glauben werden, UNSERE STÄDTE ZERSTÖRT sehen werden.“

Hat Gott seinem Volk befohlen zu sündigen?

Manche mögen immer noch sagen: Aber Gott hat ihnen doch befohlen, in den Krieg zu ziehen, und Gott würde niemals jemandem befehlen zu sündigen. Dieses Argument und dieser Einwand scheinen nur auf den ersten Blick überzeugend zu sein, scheitern aber mit absoluter Sicherheit, wenn wir die Wahrheit zu diesem Thema verstehen.

Wie wir in unserer Broschüre „Engel, Dämonen und die Geistige Welt“ ab Seite 55 erklären, gebraucht Gott hin und wieder sogar sündigende Dämonen, um seinen Willen auszuführen. Gott hat den Dämonen keineswegs befohlen zu sündigen, sondern die Dämonen haben sich entschieden zu sündigen. Gott gebrauchte sie dazu oder „befahl“ ihnen, das zu tun, was sie ohnehin tun wollten, allerdings nur, was mit seinem Plan und seiner Absicht übereinstimmt. Jesus sagte den Dämonen: „Fahrt aus!“ (vergleichen Sie Matthäus 8,32). Einige ergänzen: „dann geht“ oder, „fahrt in sie (die Schweine) hinein.“ Nun könnte man sagen, dass er ihnen einen Befehl gab, aber es ist klar, dass die Dämonen das tun wollten – tatsächlich fragten sie Christus um Erlaubnis, ob sie die Schweine in Besitz nehmen könnten (vergleichen Sie Matthäus 8,31-32; Markus 5,12-13; Lukas 8,30-32).

In einem anderen Beispiel sagte Gott dem Satan, dass er Hiob plagen dürfe, aber er gestattete das erst, nachdem der Satan um Erlaubnis gebeten hatte (vergleichen Sie die ersten beiden Kapitel des Buches Hiob). Gott sagte dem Geistwesen im Himmel, das zu einem „Lügengeist“ werden wollte, er solle hinausgehen und den König betören (vergleichen Sie 1.Könige 22). Es war zuallererst die Entscheidung des Dämons. Sodann gebrauchte Gott ihn, um seinen Willen auszuführen.

Gleiches gilt für die Kriege Israels. Wenn wir die Berichte sorgsam studieren, dann werden wir feststellen, dass Israel Gott oftmals fragte: „Sollen wir diese Schlacht kämpfen?“ Und Gottes Antwort war oft: „Ja.“ Manchmal sagte er aber auch „Nein“, weil es nicht im Rahmen von Gottes Plan und Absicht lag, diese bestimmte Schlacht zu schlagen. Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass es Israel war, das im Allgemeinen in den Kampf ziehen WOLLTE, denn warum hätte es Gott sonst überhaupt darum GEBETEN, zu kämpfen?

Es war die Entscheidung des MENSCHEN, zu kämpfen, genauso wie es die Entscheidung des Dämons war, die Menschen zu betören. Gott hat ein solches Verhalten AUS EINEM BESTIMMTEN GRUND ZUGELASSEN und GESTATTET.

Manche mögen auch sagen, dass Israel unschuldig war, weil Gott ihnen befahl zu kämpfen und sogar Frauen und Kinder zu töten. Aber war das Geistwesen schuldlos, das im Mund aller falschen Propheten zum Lügengeist wurde? War Judas schuldlos, als er Christus unter dem Einfluss Satans verriet, obwohl von Anfang an feststand, dass er seinen Meister verraten würde (vergleichen Sie Johannes 6,64; Matthäus 26,24-25)?

Dies bedeutet keineswegs, dass mit Gott etwas nicht stimmt und dass Gott falsch gehandelt hat, als er den Israeliten befahl, in den Krieg zu ziehen. Es war Israel, das gesündigt hat, nicht Gott. Es ist zutreffend, dass die Israeliten auf Gottes Befehl hin „den Bann an allen Städten, an Männern, Frauen und Kindern [vollstreckten], und [sie] ließen niemand übrigbleiben“ (5.Mose 2,34; revidierte Lutherbibel 2017).

Passagen wie diese haben viele Leser zu dem Schluss verleitet, dass der Gott des Alten Testaments hart und grausam war, während Jesus Christus sanft und mild ist. Tatsache ist jedoch, dass es Jesus Christus selbst war – das zweite Mitglied der Gottfamilie –, der Mose erschien und diesen Befehl gab (vergleichen Sie 1.Korinther 10,4). Er – der Spender des Lebens – war es, der die Menschheit erschaffen hat (vergleichen Sie Hebräer 1,1-2; Johannes 1,3; Kolosser 1,16; Epheser 3,9), und der in Gerechtigkeit beschlossen hat, bestimmten Menschen das Leben zu nehmen. Christus beendete in seiner Weisheit das Leiden jener Menschen, die in dieser bösen, in der Anbetung von Dämonen verhafteten Gesellschaft lebten. Er wusste, dass Gott sie später zu einem physischen Leben in einer besseren Welt auferwecken würde – einer Welt, in der seine richtige und gute Lebensweise jedermann gelehrt und auf der ganzen Erde durchgesetzt würde (vergleichen Sie Offenbarung 20,11-12. Weitere Informationen über die künftige Auferstehung des Menschen finden Sie in unseren kostenlosen Broschüren „Haben wir eine unsterbliche Seele?“ und „Gottes heilige Jahresfeste“).

Da das fleischliche und unbekehrte Israel nicht darauf vertraute, dass Gottes Macht und Stärke es führen und beschützen würde, beschloss es – entgegen dem Willen Gottes –, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Anstatt das Kämpfen Gott zu überlassen (vergleichen Sie 2.Mose 14,14), ENTSCHIED ES SICH DAZU, ein kriegerisches Volk zu werden. Dennoch gebrauchte Gott es als sein Werkzeug, um seinen Willen auszuführen, es in das Gelobte Land zu bringen, so wie er es Abraham bedingungslos versprochen hatte.

In 5.Mose 20 finden wir bestimmte Gesetze über die Grundsätze der Kriegsführung. Erinnern wir uns: Gott hatte NIEMALS die Absicht, dass Israel Krieg führt, aber nachdem Israel sich dazu entschlossen hatte, ein kriegerisches Volk zu werden, gab Gott ihm bestimmte Grundsätze, nach denen es sich richten sollte. Diese Grundsätze unterscheiden sich grundlegend von der grausamen und unbarmherzigen Art und Weise, in der Kriege heute in dieser Welt geführt werden.

Natürlich liegt das Vorrecht, menschliches Leben zu nehmen, einzig und allein bei Gott. Er allein hat das Recht, einen Menschen zu töten oder jemand anderem zu befehlen, dies zu tun. Engel sündigen nicht, wenn sie Menschen in Übereinstimmung mit Gottes Willen töten, da Engel höher stehen als Menschen (ebenso sündigen Menschen nicht, wenn sie Tiere zur Nahrung töten, da sie höher stehen als Tiere). Engel würden jedoch sündigen, wenn sie gegen den Willen Gottes Menschen töten würden (ebenso wie Menschen sündigen, wenn sie Tiere gegen den Willen Gottes töten – zum Beispiel, indem sie sie nur zum „Spaß“ schlachten, ohne dass sie diese zur Nahrung oder für andere zulässige Zwecke benötigen). Und deshalb werden wir, wenn wir erst verherrlichte Mitglieder der Gottfamilie sind, auch nicht sündigen, wenn wir in Zukunft menschliches Leben nehmen. In der Tat wird es für uns als Gottwesen unmöglich sein zu sündigen, da wir immer in vollkommener Harmonie mit dem Willen Gottes des Vaters und seines Sohnes Jesus Christus leben werden. Aber solange wir Menschen sind, sind wir nicht frei von Schuld, wenn wir im Krieg kämpfen und andere Menschen töten. Dies zu tun, wäre und ist Sünde.

Einige sind fälschlicherweise zu dem Schluss gekommen, dass es Gott gefallen muss, wenn wir im Krieg kämpfen, aber sie begreifen keineswegs, was in den Zeiten des Alten Testaments geschah und warum. So zitierte James Fenimore Cooper in seinem historischen Roman „Der Spion“ einen Soldaten, der meinte, nachdem Gott das alte Israel im Krieg kämpfen ließ, könne er auch nicht dagegen sein, dass christliche Soldaten kämpfen.

Hat Gott dem alten Israel BEFOHLEN zu SÜNDIGEN?

Die Frage mag sich stellen: Obwohl es im Alten Testament Beispiele gibt, in denen die Menschen sich entschieden haben, in den Krieg zu ziehen, lesen wir an anderen Stellen, dass Gott ihnen den Krieg befahl. Wenn Kriegsführung für den Menschen immer verkehrt ist, hat Gott den Menschen dann befohlen zu SÜNDIGEN?

Zur Beantwortung dieser Frage ist es hilfreich, sich daran zu erinnern, dass die Sünde in Gedanken beginnt – oft schon lange vor der physischen Handlung.

Wenn ein Mann in seinem Herzen eine Frau begehrt, so hat er in Gottes Augen bereits die Sünde des Ehebruchs begangen (vergleichen Sie Matthäus 5,27-28). Wenn ein Mensch einen anderen Menschen in seinem Herzen hasst, dann hat er in den Augen Gottes bereits einen Mord begangen (vergleichen Sie Matthäus 5,21-22). Das Gesetz ist bereits gebrochen worden. Die Sünde wurde bereits begangen.

Sowohl David als auch das alte Israel hatten also bereits Gottes Gesetz gebrochen und sich in ihrem Herzen gegen ihn versündigt, als sie begehrten, in den Krieg zu ziehen. In ihren Herzen waren Sie bereits zu Männern des Krieges geworden – zu Sündern, die sich dafür entschieden hatten, einen Weg zu beschreiten, der dem Weg Gottes entgegengesetzt war (wobei sie vielleicht nicht einmal erkannten, dass das Kämpfen im Krieg Sünde ist).

Als Gott also sah, dass dies in ihrem Herzen war – die Menschen hatten bereits die Entscheidung getroffen, gegen ihn zu sündigen –, bediente er sich ihrer sündhaften Haltung, um das auszuführen, was er selbst auf andere Weise bewirkt hätte. Wenn sie doch nur auf ihn vertraut und den Glauben gehabt hätten, dass Gott nicht lügt, wenn er sagt, dass er ihre Kämpfe für sie austrägt und dazu absolut in der Lage ist, dann wäre Israels Geschichte womöglich ganz anders verlaufen.

Oftmals wollte das alte Israel nur dann in den Krieg ziehen, wenn es seinem Zweck und Ziel entsprach. Es ging ihnen gemeinhin auch keineswegs darum, Gottes Auftrag auszuführen – sonst hätten sie sich gar nicht erst für den Kampf entschieden. Als König Saul die Amalekiter vernichtete, behielten er und das Volk einen Teil der Beute, obwohl ihnen dies von Gott verboten worden war (vergleichen Sie 1.Samuel 15,1-21). Das zeigt, wie ihre allgemeine Einstellung war – sie suchten nicht nach Gott und gehorchten ihm nicht.

Zur Zeit des Moses gebrauchte Gott den ägyptischen Pharao, um Israel zu lehren, sich auf ihn zu verlassen, denn das Herz des Pharaos war ohnehin schon geneigt, Böses zu tun. Gott gebrauchte mehrfach böse heidnische Führer, um seine Absichten zu verwirklichen. Obwohl das, was sie im Zuge dessen taten, Sünde war, so war doch die Sünde oder der Wunsch zu sündigen bereits in ihren Herzen. Sie beschritten bereits den Weg der Sünde – den Weg dieser Welt. Deshalb gebrauchte Gott sie, um seinen Willen auszuführen.

Die Entscheidung, den Weg des Krieges zu gehen, ist die Entscheidung, den Weg dieser Welt zu beschreiten. Gott sagt uns, dass wir aus dieser Welt herauskommen sollen. Jedoch zwingt er niemanden, das zu tun. Es kommt immer auf den eigenen Willen und die freie moralische Entscheidung des Einzelnen an. Gott möchte, dass der Mensch einen gottgefälligen, gerechten Charakter entwickelt – aber das setzt voraus, dass der Mensch begreift, was das Richtige ist, dass er es in seinem Herzen akzeptiert und sich dafür entscheidet, während er gleichzeitig das Falsche ablehnt. Die Entwicklung des Charakters erfordert Zeit – sie kann nicht einfach „per Knopfdruck“ erfolgen.

Letztlich ist es auch eine Frage der ursprünglichen Absicht Gottes. Gott wollte niemals, dass der Mensch Krieg führt oder Menschen tötet (sogar nachdem Kain seinen Bruder Abel erschlagen hatte, wurde Kain durch ein Zeichen vor einem gewaltsamen Tod bewahrt, vergleichen Sie 1.Mose 4,13-15). Aber der Mensch hat sich dazu entschieden, eine bestimmte Lebensweise zu praktizieren. Und so sagte Gott später – zur Zeit Noahs –, dass, wer Menschenblut vergießt, dessen Blut auch durch Menschen vergossen werden soll (vergleichen Sie 1.Mose 9,6). Gott sprach hier Ursache und Wirkung an – wie Christus später zu Petrus sagte: „[W]er das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen“ (Matthäus 26,52).

Außerdem wollte Gott nicht, dass der Mensch sich scheiden lässt, aber wegen der Härte des menschlichen Herzens gestattete Mose die Scheidung durch das Instrument der Scheidebriefe. Gott wollte niemals, dass der Mensch Polygamie betreibt oder dass Israel einen König hat. Samuel sagte, dass Israel gesündigt habe, als es einen König verlangte, aber Gott bestimmte – „befahl“ dennoch –, wen es zum König wählen sollte.

Es war also keineswegs Gottes ursprüngliche Absicht, dass der Mensch im Krieg kämpfen sollte. Gott sagte, er würde für sie kämpfen und den Feinden Hornissen senden und ihnen Angst einjagen, damit sie das Gelobte Land verlassen würden. Aber als sich das alte Israel dazu entschied, so zu leben wie alle anderen Völker, gebrauchte Gott sie als sein Werkzeug, um seinen Plan zu verwirklichen.

Wir sollten ebenfalls erkennen, dass die neutestamentlichen Gebote gegen das Kämpfen im Krieg unmissverständlich sind. Da sich Gottes Charakter nicht ändert und es HEUTE FALSCH ist, im Krieg zu kämpfen, MUSS es auch in alttestamentlichen Zeiten FALSCH GEWESEN SEIN, im Krieg zu kämpfen. Kein wahrer Christ würde heute in den Kriegen der Menschen kämpfen und dabei unschuldige Zivilisten („Opfer“) töten, einschließlich Frauen und Kinder. Wir verstehen das heute klar und deutlich, und Gott richtet uns anhand dessen, was wir verstehen. Wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern (vergleichen Sie Lukas 12,48).

Als Jakobus und Johannes darum baten, Feuer vom Himmel fallen zu lassen, um die Samariter zu verzehren, wies Christus sie zurecht und sagte ihnen, dass sie, zu diesem Zeitpunkt, der Inspiration Satans folgten. Christus weigerte sich, über Rechtsfälle zu urteilen oder ein Todesurteil über einen anderen Menschen zu verhängen. Er gab uns in dieser Hinsicht ein Beispiel, damit wir seinem Vorbild nachfolgen, und aus diesem Grund beteiligen wir uns nicht an Geschworenen- oder Schöffengerichten oder werden zu Scharfrichtern von verurteilten Verbrechern oder ergreifen Berufe, für die man eine Waffe zum Zwecke des Angriffs auf Menschen oder zu seiner Verteidigung gegen Menschen tragen muss. Dies ist nicht unsere Welt. In alttestamentlichen Zeiten war Israel ein fleischliches, unbekehrtes Volk, ohne den heiligen Geist Gottes in sich zu haben. Gott verwaltete oder „befehligte“ sie auf eine Weise, die sie verstehen konnten, um Anarchie zu verhindern.

Aber auch dies geschah keineswegs im Einklang mit Gottes ursprünglicher Absicht!

Kriegsgesetze gab es erst, nachdem Israel sich dazu entschlossen hatte, zu kämpfen. Diese Gesetze waren „humaner“ als alle anderen Gesetze, die der Menschheit bekannt sind, aber wenn Israel nicht beschlossen hätte, in den Krieg zu ziehen, dann hätte auch keine Notwendigkeit für Gesetze zur Regelung des Krieges bestanden. Gleiches gilt für die Gesetze über Könige. Da Gott voraussah, dass Israel nach einem König verlangen würde, hat er bereits im fünften Buch Mose bestimmte Gesetze über Könige erlassen, aber die Bibel sagt eindeutig, dass Israel bereits sündigte, als es überhaupt einen König begehrte.

Einige Passagen im Alten Testament sind womöglich schwer zu verstehen, aber wir müssen begreifen, dass Gott die Menschen danach richten wird, was sie wussten, und nicht danach, was sie nicht wussten. Simson zum Beispiel wird im Reich Gottes sein (vergleichen Sie Hebräer 11,32.39-40), aber sein ganzes Leben, wie es in der Heiligen Schrift berichtet wird, spiegelt nicht gerade das Bild eines bekehrten Menschen wider. Ganz am Ende seines Lebens muss er sich bekehrt haben (sonst wäre er nicht in Gottes Reich) – höchstwahrscheinlich, als er im Kerker saß –, aber selbst dann bat er Gott noch darum, ihm Kraft zu verleihen, damit er an den Philistern Rache nehmen konnte (vergleichen Sie Richter 16,28). Irgendwie jedoch hatte sein Wesen begonnen, sich zu verändern – vielleicht erkannte er schließlich und vollständig, dass Gott es war, der ihm seine Kraft verlieh. Diese Gesinnung mag für Gott ausgereicht haben, um zu entscheiden, dass er, Simson, Teil der ersten Auferstehung sein würde, denn Gott schaut auf das Herz und sieht über die Unwissenheit hinweg. Aber heute würde kein wahrer Christ Gott um Macht bitten, damit er andere töten und sich selbst rächen kann.

Gott hat die Hure Rahab gerettet, obwohl sie gelogen hat. Gott billigte keineswegs die Lüge, aber er schätzte ihre Bereitschaft, für Gott einzutreten und die Spione zu retten. Gleiches galt für David, als dieser Goliat tötete oder für Pinhas, der den Israeliten und die fremde Frau tötete, die vor anderen Unzucht trieben. Gott billigte das Töten keineswegs, aber er schätzte ihre Bereitschaft, für Gott einzutreten.

Wenn wir also sagen, dass es richtig war, dass Israel im Krieg kämpfte, weil Gott Israel „befahl“ zu kämpfen, dann müssten wir konsequenterweise auch sagen, dass es richtig sein wird, dass der moderne König von Assyrien gegen die modernen Häuser von Israel und Juda kämpft – und dass alle Christen sich seiner Armee anschließen sollten –, weil Gott diesem zukünftigen König von Assyrien befehlen wird, gegen das moderne Israel und Juda in den Krieg zu ziehen (vergleichen Sie Jesaja 10,5-6).

Was Abraham betrifft, so forderte Gott ihn auf, seinen einzigen Sohn zu opfern. Wir verstehen, dass dies auch ein Symbol für das Opfer Christi durch den Vater um der Menschen willen war, aber der Punkt ist dennoch, dass Abraham aufgefordert wurde, Isaak zu töten, und zwar ganz buchstäblich. Das war eine Prüfung für Abraham, um zu sehen, wie stark sein Glaube war, denn Gott hatte ihm verheißen, dass er durch Isaak gesegnet werden würde. Daher glaubte Abraham, dass Gott Isaak nach seinem Tod wieder auferstehen lassen würde und er vertraute darauf, dass Gott seine Verheißungen erfüllen würde (vergleichen Sie Hebräer 11,17-19). Aber dennoch wurde ihm befohlen, seinen Sohn zu töten. Warum sollte Gott Abraham einen solchen Befehl erteilen? Womöglich ist es interessant zu erwägen, dass Abraham bereits vor dieser Begebenheit seine Bereitschaft zum Kämpfen und Töten gezeigt hatte, als er Lot mit seinen Knechten rettete – die offensichtlich für den Krieg ausgebildet waren (vergleichen Sie 1.Mose 14,13-16 in der Menge Bibel: „seine waffengeübten Leute“; die Hoffnung für Alle schreibt: „alle kampferprobten Leute“). Besteht also die Möglichkeit, dass Gott auch versuchte, Abraham eine Lektion zu erteilen – was es bedeutet, einen anderen Menschen zu töten – und was es für einen Vater bedeutet, wenn sein einziger Sohn getötet werden soll?

Die Bibel sagt nicht ausdrücklich, WARUM Gott Abraham aufforderte, seinen eigenen Sohn zu töten. Aber wir können absolut sicher sein, dass Gott HEUTE niemals einen wahren Christen – der das Grauen des Krieges begreift und sich weigert zu kämpfen und zu morden – dazu auffordern würde, seinen Sohn zu töten.

Zudem sündigt Gott niemals. Gott verleiht das menschliche Leben, und er hat das Recht, es zu nehmen. Als er Israel befahl, andere zu töten – im Krieg oder in zivilen Auseinandersetzungen –, hat er mitnichten gesündigt. Er bediente sich Menschen, die dazu bereit waren, zu töten – die Verantwortung lag also bei ihnen. Paulus sagte in Römer 13,4, dass Gott den Regierungen dieser Welt das Schwert verliehen hat, um das Strafgericht zu vollziehen – zur Verhinderung von Anarchie –, aber als wahre Christen sollen wir uns nicht an diesen Aktivitäten beteiligen. Schlussendlich ist es verkehrt, wenn Menschen andere Menschen töten– aber die Regierungen dieser Welt werden zu ihrer Zeit gerichtet, wir allerdings schon heute (vergleichen Sie hierzu 1.Petrus 4,17).

Wenn Adam und Eva nicht gegen Gott rebelliert hätten und der Mensch infolgedessen nicht aus dem Garten Eden vertrieben worden wäre, dann hätte Gott auch keine Gesetze wie „Auge um Auge“ geben müssen. Diese Gesetze mussten aufgrund der fleischernen menschlichen Natur und der bösen Begierden des menschlichen Herzens gegeben werden.

Glücklicherweise kommt bald eine Zeit, da der Weg des Krieges nicht länger geduldet wird und die Menschen aufgrund eines Sinneswandels den Weg des Friedens beschreiten WOLLEN.

Keine christlichen Soldaten!

Wie wir bereits zuvor besprochen haben, gab es ursprünglich keine christlichen Soldaten. Als sich jedoch das Heidentum in die römisch-katholische Kirche einschlich, begannen auch die Kirchenführer, militaristische Ideen zu vertreten. Und so finden wir in den historischen Aufzeichnungen, dass zeitweise sogar Mitglieder der wahren Kirche Gottes – im Laufe der Jahrhunderte – nicht davor gefeit waren, sich an Kriegen zu beteiligen. Sind wir heute davor gefeit? Oder werden wir in dieselbe Falle tappen, wenn die Zeit der Versuchung kommt? Wenn wir nicht aus tiefster Überzeugung WISSEN, dass es eine SÜNDE für den Menschen ist, in einem Krieg zu kämpfen, dann KÖNNTEN wir Gefahr laufen, die falsche Entscheidung zu treffen, wenn alle Nationen in den bald kommenden, allumfassenden Weltkrieg verwickelt sein werden.

Lassen Sie uns an dieser Stelle die historische Aufzeichnung eingehender betrachten.

Die Paulikianer finden erstmals in historischen Aufzeichnungen 555 n. Chr. Erwähnung. Traditionell werden sie als Teil des geistlichen Leibes Christi betrachtet. Das Wort „Paulikianer“ ist eine abfällige Bezeichnung, die „Anhänger des elenden kleinen Paulus“ bedeutet. Sie predigten mit Nachdruck gegen jedwede Beteiligung am Krieg. Doch als die katholische Kirche um 800 n. Chr. begann, sie zu verfolgen, griffen einige von ihnen zur Verteidigung zu den Waffen. Ihr großer Anführer Sergius, der sie von 801 bis 835 lehrte, verurteilte Kampf und Vergeltung. Doch nach seinem Tod begannen auch diejenigen zu kämpfen, die auf ihn gehört hatten. Von da an wurden die Paulikianer als ein kriegerisches Volk bekannt.

Die Waldenser waren offensichtlich einst Teil des Leibes Christi. Ihr Begründer, Peter Waldo, begann im Jahr 1161 zu lehren. Er lehrte unter anderem, dass es falsch sei, ein Leben zu nehmen. Doch nach seinem Tod und dem seiner frühen Nachfolger griffen viele der Waldenser 1380 zu den Waffen, als die Inquisitoren in ihre Gebiete eindrangen. Und 1619 zog ihr Anführer, Simon Péchi, in den Krieg nach Österreich, obwohl er weiterhin lehrte und den Sabbat hielt. Sein richtiges Verständnis des Sabbats verhinderte nicht, dass er ein falsches Verständnis des Tötens und des Krieges ERWARB!

Wenn wir uns die Aufzeichnungen der frühen sabbathaltenden Kirche Gottes in Amerika betrachten, so stellen wir fest, dass einige sabbathaltende Mitglieder bereits 1776 begannen, sich am Krieg zu beteiligen, obwohl die Kirche die Kriegsführung offiziell verurteilte.

In der Bibel finden sich Hinweise, dass Mitglieder der wahren Kirche Gottes, die einst erklärten zu glauben, es sei verkehrt, sich an Kriegen zu beteiligen, bald zu den Waffen greifen und in Kriegen kämpfen werden, weil sie sich selbst nie vollkommen davon überzeugt hatten, dass es falsch ist, dies zu tun. Wenn sie sich daran beteiligen wollen, tun sie gut daran, sich an die strenge Warnung Christi an Petrus zu erinnern: „Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen“ (vergleichen Sie Matthäus 26,52). Sie sollten sich auch daran erinnern, dass Gott die Blutgierigen ein Gräuel sind, die gerne Krieg führen (vergleichen Sie Psalm 5,7 sowie Psalm 68,31). Und sie sollten sich daran erinnern: „Die Soldatenstiefel, die beim Marschieren so laut dröhnen, und all die blutverschmierten Kampfgewänder werden ins Feuer geworfen und verbrannt“ (Jesaja 9,4; Hoffnung für Alle).

In Zeiten der Versuchung können wir in unserer Beziehung zu Gott auf dem richtigen Weg bleiben, indem wir uns der Schriftstellen besinnen, die Gott für uns bereitgestellt hat, und sie in jeder gegebenen Situation korrekt anwenden. Ein Beispiel wie man „das Wort der Wahrheit richtig schneidet“, ist das Verständnis von Gottes Sichtweise auf Kampf und Krieg (vergleichen Sie 2.Timotheus 2,15; neue Lutherbibel 2009).

Mehrere kirchliche Organisationen, die sich selbst als Teil der „Kirche Gottes“ bezeichnen, sowie bestimmte „christliche“ Schriftsteller, die behaupten, der wahren Kirche Gottes anzugehören, vertreten bereits heute offiziell den Standpunkt, dass es für einen Christen keine Sünde wäre, im Krieg zu kämpfen. Es gibt andere, die zwar gegen die Teilnahme eines Christen an heutigen Kriegen predigen, ihre verkehrten Vorstellungen darüber, warum Israel und David in alttestamentlichen Zeiten kämpften, aber nicht aufgeben wollen.

Lassen Sie uns aus einem weiteren Artikel zitieren, den Herr Armstrong zum Thema Krieg verfasst hat. Er wurde in der Zeitschrift Klar und Wahr (Plain Truth) vom Februar 1986 veröffentlicht, einen Monat nach seinem Tod am 16. Januar 1986. Der Titel des Artikels lautet: „Warum lässt Gott Kriege zu?

„Gottes Gesetz, Gottes Weg, ist Liebe. Liebe geht immer vom Ego hinweg, nicht auf das Ego zu. Mit Selbstsucht und Wollust darf man sie nicht verwechseln. Jesus hat gesagt: Geben ist seliger als nehmen. Der entgegengesetzte Weg heißt Wollust und Habgier, alles, was sich auf das Ich richtet – Eitelkeit! Und davon leitet sich das System unserer Welt ab: Konkurrenzkampf, Hader, ja, der Weg des Nehmens, des Für-sich-Wollens, des Anhäufens. Hierin liegt letztlich die Ursache von Kriegen. Warum lässt Gott Krieg und menschliches Leid zu? Die Ursache ist ganz handgreiflich. Auf der Welt herrscht Konkurrenzgeist. Alles ist auf Rivalität aufgebaut, auf nehmender, selbstsüchtiger Basis – Habgier und Eitelkeit. Um Kriege zu verhüten, müsste Gott uns seine Religion ‚gewaltsam eintrichtern.‘ Unser Weg – Übertretung des göttlichen Gesetzes, des Gesetzes der Liebe – ist die Grundursache für Krieg, menschliches Elend und Not. Um sein Vorhaben zu verwirklichen – Aufbau heiligen Charakters –, musste Gott uns ja gestatten, auch [unsere eigenen] falsche Wege zu gehen, zu experimentieren.

„Einhalt gebieten könnte Gott dem nur durch Ausschalten der Ursache, das heißt, er müsste der gesamten Menschheit seine Religion mit Gewalt aufzwingen. Dann hätten wir keine Handlungsfreiheit mehr; [ein göttlicher] Charakter könnte sich nicht bilden, Gottes Vorhaben könnte sich nicht erfüllen. Deshalb lässt Gott Kriege zu, deshalb lässt er Leid zu.“

Töten im Krieg verstößt gegen die Zehn Gebote

Gott ändert sich nicht. Sein Charakter ändert sich nicht. Gott hat den Menschen die Zehn Gebote gegeben, und er wird sie nicht ändern. Sie bleiben so lange in Kraft und Wirkung, solange es Menschen gibt, die im Fleisch leben. Die Zehn Gebote spiegeln Gottes Charakter wider, das bedeutet, wie er leben würde, wenn er ein Mensch wäre. Und als Gott in der Person Jesu Christi ein Mensch wurde, lebte er so im Fleisch. Zum Beispiel hielt Christus den Sabbat, der FÜR DEN MENSCHEN gemacht ist (vergleichen Sie Markus 2,27).

Christus ist nicht in den Krieg gezogen. Er ist nicht zum Militär gegangen. Er tadelte Petrus, weil dieser zum Schwert griff, um ihn gegen die unrechtmäßige Verhaftung zu verteidigen. Als Christus geschmäht wurde, hat er nicht seinerseits geschmäht; als er litt, hat er nicht gedroht, sondern sich Gott anvertraut, der gerecht richtet (vergleichen Sie 1.Petrus 2,23). Ist das unsere Einstellung zum Leben? Denken und handeln wir so im Angesicht des Leidens?

Da sich nun Gottes Charakter nicht geändert hat, wissen wir auch, dass er im Hinblick auf das alte Israel und den Krieg genau dasselbe empfand. Für einen Menschen heute ist es Sünde, im Krieg zu kämpfen, genauso wie es in alttestamentlichen Zeiten Sünde war. Es war IMMER ein Verstoß gegen das geistliche Gesetz Gottes, die Zehn Gebote.

Einige sind anderer Meinung und behaupten, dass Gott das Töten im Krieg nie verboten hat. Sie sagen, dass die Zehn Gebote nur „Mord“ („ratsach“ auf Hebräisch) verbieten, und „Töten im Krieg“ sei angeblich kein „Mord“.

Wir haben bereits die Tatsache erörtert, dass Christus und Jakobus das Töten im Krieg mit Mord gleichsetzten. Sie lehrten, dass das Töten im Krieg einen Verstoß gegen die Zehn Gebote darstellt.

Wie kann man Römer 13,3 erklären, wo es heißt: „Denn vor denen, die Gewalt haben, muss man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke.“ Mir fallen viele Machthaber ein, vor denen man sich wegen guter Werke fürchten muss. Müssen wir also den zivilen Machthabern und ihren Gesetzen in allem gehorchen?

Paulus spricht hier von Herrschern im Allgemeinen, die bestimmte Gesetze aufrechterhalten, um ein ziviles, friedliches und harmonisches Leben unter ihren Bürgern zu gewährleisten. Paulus bezieht sich auf die Unterordnung unter sowie die Durchsetzung von Zivil- und Strafgesetzen, wie die Gesetze hinsichtlich Diebstahl oder Mord.

Paulus spricht hier keineswegs von den Hitlers oder den Neros, die ihre Bürger ermutigen, Christen oder Juden zu verraten, damit diese dann getötet werden können. Wir müssen uns an die Aussage Christi erinnern, den Pharisäern in allem GEHORSAM zu sein, was sie dem Volk sagen – doch später gehorchte Petrus ihnen nicht, als sie ihm sagten, er solle nicht im Namen Christi predigen. Auch Christus würde ihnen nicht gehorchen, wenn es darum ginge, ihre Regeln für die zeremoniellen Waschungen zu befolgen oder keinen Kontakt mit „Sündern“ zu haben. Christus und Paulus sprachen also über Dinge, die nicht im Widerspruch zu Gottes Wort standen. Beachten Sie ebenfalls, dass Johannes der Täufer Herodes offen dafür tadelte, dass dieser mit der Frau seines Bruders Ehebruch begangen hatte – siehe Lukas 3,19-20. Auch Daniel weigerte sich, dem königlichen Befehl des Darius zu gehorchen, nicht zu Gott zu beten, indes seine drei Freunde dem Befehl von König Nebukadnezar nicht gehorchten, das goldene Standbild anzubeten.

In Johannes 19,11 sagt Christus zu Pilatus: „Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre. Darum: der mich dir überantwortet hat, der hat GRÖSSERE Sünde.“ Christus spricht hier eine unmissverständliche Warnung vor der Rechenschaftspflicht und dem Gericht über diejenigen aus – einschließlich der Machthaber –, die böse sind. Wir sollen Botschafter Christi und des Reiches Gottes sein. Als solche haben wir uns immer noch den Gesetzen der Menschen unterzuordnen, solange sie nicht im Widerspruch zu den Gesetzen Gottes stehen.

Satan sagt Christus in Lukas 4,6, dass alle Macht über die Reiche dieser Welt dem Satan übergeben wurde, und dieser sie gibt, wem er will. Christus bestreitet diese Behauptung nicht. Tatsächlich lesen wir von Satan als „dem Mächtigen, der in der Luft herrscht“ (Epheser 2,2) und dem „Gott dieser Welt“ (2.Korinther 4,4), der noch immer einen Thron auf dieser Erde hat (Offenbarung 2,13). Er und seine Dämonen sind die derzeitigen Herren dieser Welt (Epheser 6,12), und sie bringen die zivilen Führer dazu, ihrem Willen zu gehorchen (1.Korinther 2,7-8).

Heute ist die Welt als Ganzes von Gott abgeschnitten und der Herrschaft Satans unterworfen. Gott setzte Luzifer auf den Thron dieser Erde – mit der Verantwortung, sie richtig zu regieren – aber er rebellierte und wurde zu Satan. Als Adam und Eva dann von Satan dazu inspiriert wurden, sich gegen Gott zu wenden – zu sündigen, indem sie gegen Gottes Anweisungen verstießen –, gab Gott der Menschheit etwa 6.000 Jahre Zeit, um selbst herauszufinden, dass sie ohne Gott nicht existieren kann [weitere Informationen über Gottes 6.000-Jahres-Plan für den Menschen finden Sie in einem separaten Artikel in dieser Broschüre]. Und für dieselbe Dauer von etwa 6.000 Jahren hat Gott verfügt, dass Satan auf seinem Thron bleiben würde. Dieser 6.000-Jahres-Zeitraum wird mit der Wiederkunft Jesu Christi enden, der kommen wird, um Satan – einen gescheiterten Herrscher – zu ersetzen und die Regierung Gottes auf dieser Erde wiederherzustellen. In diesem Sinne gibt es „keine Obrigkeit außer von Gott“ (Römer 13,1), und alle Obrigkeit ist „von oben gegeben“ (Johannes 19,11). Gott hat Satan und seine Dämonen noch nicht ersetzt, aber sie können nichts tun, was Gott ihnen nicht GESTATTET.

Es ist vor diesem Hintergrund, vor dem wir die Aussage des Paulus verstehen müssen, dass die Obrigkeit menschlicher Regierungsbehörden oder Herrscher „Gottes Dienerin“ ist, die „das Schwert nicht umsonst“ trägt und „das Strafgericht an dem [vollzieht], der Böses tut“ (Römer 13,4). Diese Aussage schließt kategorisch aus, dass wahre Christen an dem weltlichen System beteiligt sind, das die Todesstrafe anwendet [weder als Henker noch als Richter noch als Geschworene, die einen Verbrecher z.B. in den USA zum Tode verurteilen] oder dass Christen im Polizeidienst tätig sind, indem sie Schusswaffen tragen und einsetzen. Die Aussage von Paulus in Römer 13,3 erklärt die Tatsache, dass Gott menschlichen Regierungen gestattet, Verbrecher zu bestrafen, um Anarchie zu verhindern (vergleichen Sie 4.Mose 35,30-33). Während das alte Israel jedoch eine Zeit lang direkt von Gott regiert wurde, stehen heute alle menschlichen Regierungen unter der direkten Herrschaft oder Kontrolle von Satan dem Teufel, dem „Gott dieser Welt.“

Wahre Christen sind nicht länger ein Teil dieser Welt. Sie haben der Herrschaft Satans den Rücken gekehrt. Sie sind Botschafter und Bürger eines kommenden Königreiches – des Reiches Gottes. Ihr Bürgerrecht ist bereits im Himmel für sie reserviert.

Paulus erklärt in 2.Korinther 3, dass wahre Christen „Diener des neuen Bundes“ sind. Wie Vers 6 zeigt, sollen sie ihr Leben als tüchtige Diener des heiligen Geistes führen, auch wenn Gott es zulässt, dass zivile Regierungsbehörden – noch immer unter der Herrschaft Satans stehend – ihrerseits „Diener des Buchstabens“ sind, wobei der „Buchstabe tötet.“

Gelegentlich mag Gott sogar direkt eingreifen, um sicherzustellen, dass eine bestimmte Person die Herrschaft in einem bestimmten Land übernimmt, damit Gottes Gesamtplan für die Menschheit erfüllt werden kann (2.Mose 9,16). Aber wir sollen ihnen oder ihren Gesetzen keineswegs folgen, wenn sie Gottes Anweisungen für uns widersprechen.

Der Broadman Bible Commentary sagt zu Römer 13,3 Folgendes: „…Staatsbeamte als Herrscher verdienen die Loyalität der Christen nur dann, wenn sie gutes Verhalten an den Tag legen (V. 3-4a). Jene korrupten Politiker, die an das christliche Gewissen appellieren, um ihre ungerechte Herrschaft des Terrors und der Tyrannei zu schützen, sollten völlig abgelehnt werden… Als Gottes öffentlicher Diener soll der Herrscher das Gute fördern anstatt das Böse“ (S. 257).

Rieneckers „Lexikon zur Bibel“ (2. Sonderauflage 1991) weist unter dem Stichwort „Obrigkeit“ auf folgendes hin: „Die Bibel fordert um des Herrn willen zum Gehorsam gegen die O. (Röm 13,1-7; Tit 3,1; 1 Petr 2,13.14) und zum Gebet für sie auf (Jer 29,7; 1 Tim 2,2). Das wird damit begründet, dass jede O. von Gott eingesetzt und seine Dienerin ist (Röm 13,1.4)… Es gibt aber auch eine Grenze des Gehorsams. Sie liegt dort, wo die Anordnungen der O. einen Menschen hindern, Gott zu gehorchen (Apg 4,19; 5,29). Und diese Freiheit, dem Willen der O. nicht zu folgen, verteidigt Petrus gerade vor der geistlichen O. des eigenen Volkes.“

Der Bluträcher

Eine kurze Erörterung der Bestimmungen über den Bluträcher könnte ebenfalls hilfreich sein, um den Irrtum zu veranschaulichen, dass das Töten im Krieg kein Mord ist.

Ein Täter, der „aus Versehen“ den Tod eines anderen Menschen herbeiführte (4.Mose 35,15), ohne das Opfer zu hassen, durfte in eine Freistadt fliehen, um dem Zorn des Bluträchers zu entgehen. Er konnte dem Tod nur entgehen, wenn er „nicht vorsätzlich“ oder „unwissentlich“ gehandelt hatte (5.Mose 19,4). Er könnte zum Beispiel einen Menschen getötet haben, indem er einen Stein warf, ohne zu wissen, dass sich dort das Opfer befand (4.Mose 35,23). Oder er könnte das Opfer unbeabsichtigt getötet haben, ohne es zu wollen (5.Mose 19,5; 4.Mose 35,22). Wenn andererseits der Täter in der Vergangenheit Hass für das Opfer hatte, dann sollte er dennoch hingerichtet werden, ebenso wenn er es absichtlich mit einem Stein, einem eisernen Werkzeug oder einer hölzernen Waffe geschlagen hat (5.Mose 19,4.6.11; 4.Mose 35,20-21.16-18).

Nun missverstehen manche bestimmte Aussagen im vierten Buch Mose dahingehend, dass nur derjenige, der absichtlich, wissentlich und/oder aus Hass gehandelt hat, ein „Mörder“ genannt wird („razach“ auf Hebräisch; vergleichen Sie 4.Mose 35,16: „Wer jemand mit einem Eisen schlägt [hebräisch „nakah“], dass er stirbt, der ist ein Mörder [hebräisch „razach“] und soll des Todes sterben“). Dieses Verständnis ist jedoch technisch nicht korrekt, denn manchmal wird auch derjenige als „Mörder“ bezeichnet, der versehentlich oder unabsichtlich den Tod eines Menschen verursacht (vergleichen Sie 4.Mose 35,25; 5.Mose 4,42; 19,4 – in all diesen Fällen lautet das hebräische Wort für „Totschläger“ „razach“, also „Mörder“). Außerdem werden in 4.Mose 35,30 die hebräischen Wörter für „erschlagen“ [„nakah“] und „Mord“ [„razach“] gleichgesetzt. Wir lesen: „Wenn irgend jemand einen Menschen erschlägt, so soll man den Mörder auf die Aussage von Zeugen mit dem Tode bestrafen…“ (Menge Bibel). In den meisten Fällen jedoch ist das zugrunde liegende hebräische Wort für „Totschläger“ das Wort „nakah“ – jemand, der einen anderen erschlägt.

Die Bedeutung der Passage in 4.Mose 35,15-16 [auf die oben Bezug genommen wurde] ist, dass eine Person, die absichtlich, wissentlich und/oder aus Hass tötet, ein Mörder ist, der den Tod verdient, während andere, obwohl sie manchmal dennoch „Mörder“ genannt werden, den Tod nicht verdient haben. Man beachte, dass sogar der Bluträcher, der einen todeswürdigen Mörder töten durfte – dies aber nicht tun musste –, manchmal selbst als „Mörder“ bezeichnet wird. Lesen wir hierzu 4.Mose 35,27: „[U]nd [wenn] der Bluträcher ihn außerhalb der Grenzen seiner Zufluchtsstadt findet, und der Bluträcher tötet [hebräisch „razach“, d. h. „ermordet“] den Totschläger [hebr. „razach“, d. h. „Mörder“], so hat er keine Blutschuld…“ (Schlachterbibel).

Die Heilige Schrift sagt uns, dass das Töten oder „Erschlagen“ eines anderen Menschen in Gottes Augen Unrecht ist und einen Verstoß gegen die Zehn Gebote darstellt. Der „zufällige“ Totschläger, der seinen Nächsten, den er tötete, nicht hasste, wurde keineswegs als unschuldig angesehen, da sein Verhalten, wenn auch unabsichtlich oder unwissentlich, zum Tod eines Menschen führte. Mit den gebotenen Vorsichtsmaßnahmen hätte ein solcher Tod vermieden werden können. Der versehentliche Totschläger musste dennoch in einer Freistadt Zuflucht suchen und dort ausharren, bis der Hohepriester starb. Wenn er die Stadt vor dem Tod des Hohenpriesters verließ, durfte der Bluträcher ihn töten, obwohl dieser dazu nicht verpflichtet war.

In diesem Zusammenhang könnte man sich auch fragen, wie wohl der „unbeabsichtigte Tod“ unschuldiger Menschen im Krieg, die gemeinhin als „notwendige Kriegsopfer“ bezeichnet werden, im Lichte dieser Schriftstellen erklärt werden mag.

Ist das Töten im Krieg kein Mord?

Einige weisen darauf hin, dass das hebräische Wort für „Töten“ im Zusammenhang mit dem Krieg manchmal „harag“ lautet, und da dies ein anderes Wort ist als das in den Zehn Geboten verwendete Wort („razach“), sei das Töten im Krieg angeblich kein Mord und daher erlaubt. Zum Beispiel lesen wir in 4.Mose 31,7: „Und sie FÜHRTEN KRIEG gegen Midian, wie der HERR es Mose geboten hatte, und töteten [hebräisch „harag“] alle Knaben und Männer“ (Zürcher Bibel 2007).

Dieses Argument ist nur auf den ersten Blick stichhaltig, denn das hebräische Wort „harag“ wird ebenfalls zur Beschreibung von „Mord“ verwendet. Lesen Sie hierzu Psalm 10,8: „[Der Gottlose] sitzt und lauert in den Höfen, er mordet [hebräisch „harag“] die Unschuldigen heimlich.“ Vergleichen Sie ebenfalls Jeremia 4,31 (Elberfelder Bibel) und Hosea 9,13. Das hebräische Wort für „Mörder“ ist in beiden Fällen das Wort „harag.“

Bitte berücksichtigen Sie ebenfalls, dass Kain seinen Bruder Abel ermordet hat, wie es in 1.Johannes 3,12 deutlich gesagt wird: „Nicht wie Kain ⟨sollen wir sein, der⟩ aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete“ (Elberfelder Bibel). Aber beachten Sie auch, dass wir in 1.Mose 4,8 Folgendes lesen: „Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot [hebräisch „harag“].“ Das hebräische Wort „harag“ beschreibt in diesem Abschnitt eindeutig einen „Mord.“ Die Auffassung, dass das hebräische Wort „harag“ keinen Mord beschreibt, ist also eindeutig verkehrt. Es kann keineswegs als Argument dafür ins Feld geführt werden, dass das Töten im Krieg kein Mord ist und keinen Verstoß gegen die Zehn Gebote darstellt.

Ein weiteres Argument lautet, dass Töten laut Bibel nur dann „Mord“ ist, wenn es aus Hass geschieht. Um dieses Argument zu untermauern, zitieren manche die Worte Christi in Matthäus 5,21-22 und behaupten, dass Mord mit einem hasserfüllten Herzen beginnt. Sie weisen auch darauf hin, dass in 1.Johannes 3,15 derjenige als Menschenmörder (Elberfelder Bibel) bezeichnet wird, der „seinen Bruder hasst.“ Es ist sicherlich zutreffend, dass Hass zu Mord führen kann. Diese Tatsache hilft jedoch denjenigen nicht, die behaupten, dass das Töten im Krieg kein Mord sei, denn die Soldaten sind darauf trainiert, ihre Feinde zu HASSEN, damit sie sie töten können. Außerdem ist, wie in unserer Diskussion über den „Bluträcher“ erläutert, das Töten aus Hass nicht die einzige Art und Weise, durch die man biblisch gesehen zum Mörder wird.

Mit der gleichen Logik wäre jemand nicht des Ehebruchs schuldig, solange er oder sie die andere Person nicht ansieht, um sie zu begehren (vergleichen Sie Matthäus 5,27-28). Ehebruch kann – und wird oftmals – damit beginnen, dass man eine andere Person ansieht, um sie zu begehren, jedoch ist das nicht die einzige Art und Weise, in der man Ehebruch begehen kann. Es ist vollkommen unerheblich, ob Abraham die Magd seiner Frau begehrt haben mag oder auch nicht, als er durch sie einen Nachkommen zeugte (vergleichen Sie 1.Mose 16,1-4); dies war ein eindeutiger Fall von Ehebruch, und er hatte schreckliche Folgen für alle Beteiligten.

„Den Feinden zu essen geben“ in der praktischen Anwendung

Ein sehr eindrucksvolles Beispiel für die Anwendung der Worte Christi, unsere Feinde zu segnen und ihnen zu helfen, finden wir im sechsten Kapitel von zweiter Könige. Beginnend mit Vers 14 lesen wir, dass der König von Aram (Syrien) „Rosse und Wagen und ein großes Heer“ in die Stadt Dotan sandte, um den Propheten Elisa zu ergreifen.

Als die Soldaten des aramäischen Königs „bei Nacht hinkamen, umstellten sie die Stadt. Und der Diener [Gehasi] des Mannes Gottes [Elisa] stand früh auf und trat heraus, und siehe, da lag ein Heer um die Stadt mit Rossen und Wagen. Da sprach sein Diener zu ihm: O weh, mein Herr! Was sollen wir nun tun? Er sprach: Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind! Und Elisa betete und sprach: HERR, öffne ihm die Augen, dass er sehe! Da öffnete der HERR dem Diener die Augen, und er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her [hier werden Legionen von Engeln beschrieben]. Und als die Aramäer [Syrer] zu ihm herabkamen, betete Elisa und sprach: HERR, schlage dies Volk mit Blindheit! Und er schlug sie mit Blindheit nach dem Wort Elisas. Und Elisa sprach zu ihnen: Dies ist nicht der Weg und nicht die Stadt. Folgt mir nach! Ich will euch führen zu dem Mann, den ihr sucht. Und er führte sie nach Samaria. Und als sie nach Samaria kamen, sprach Elisa: HERR, öffne diesen die Augen, dass sie sehen! Und der HERR öffnete ihnen die Augen, und sie sahen, und siehe, da waren sie mitten in Samaria. Und als der König von Israel sie sah, sprach er zu Elisa: Mein Vater, soll ich sie töten? Er sprach: Du sollst sie nicht töten. Erschlägst du denn die, die du mit Schwert und Bogen gefangen hast? Setze ihnen Brot und Wasser vor, dass sie essen und trinken, und lass sie zu ihrem Herrn ziehen! Da wurde ein großes Mahl bereitet. Und als sie gegessen und getrunken hatten, ließ er sie gehen, dass sie zu ihrem Herrn zogen. Seitdem kamen streifende Rotten der Aramäer nicht mehr ins Land Israel“ (2.Könige 6,14-23).

So kann das Resultat aussehen, wenn wir Gott gehorchen und diejenigen segnen, die uns verfluchen – wenn wir unserem Feind zu essen geben, wenn er hungrig ist, und ihm zu trinken geben, wenn er durstig ist, anstatt ihn im Krieg zu töten. Ist das etwa zu einfach gedacht und nicht praktikabel? Hier sehen wir, dass dies keineswegs der Fall ist: Als der König von Israel die Worte Christi anwandte, um seine Feinde zu segnen, versuchten sie nicht länger, sein Land zu überfallen.

Die Bibel macht sehr deutlich, dass jeder von Menschen geführte Krieg Sünde ist. In den Augen Gottes ist es Mord. Ist Krieg auch in Ihren Augen Sünde und Mord?

Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen

Heute werden die meisten von uns nicht zum Krieg eingezogen. In den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada und Großbritannien gibt es derzeit keine Wehrpflicht, obwohl die Frage der Einführung einer Wehrpflicht in den USA diskutiert wird. In einigen europäischen und anderen Ländern gibt es eine Wehrpflicht. In jedem Fall müssen die Mitglieder oder zukünftigen Mitglieder der Kirche Gottes die biblische Wahrheit über den Militärdienst kennen. Ein wahrer Christ wird niemals zum Militär gehen, weil er oder sie jegliche militärische Handlung aus Gewissensgründen ablehnt. Um jedoch ein Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen zu sein, muss das Gewissen es ABLEHNEN, dem Militär beizutreten und im Krieg zu kämpfen und zu töten. Im Falle einer Einberufung und einer Prüfung müssen diejenigen, die sich als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen bezeichnen, den Prüfern glaubhaft versichern können, dass sie tatsächlich zutiefst davon überzeugt sind, nicht am Krieg teilnehmen zu können.

Eine vage Antwort wie „es ist wahrscheinlich falsch“ wird niemanden überzeugen. Auch eine Antwort wie „in alttestamentarischen Zeiten war es gottgefällig zu kämpfen, aber jetzt ist es nicht gottgefällig, weil wir heute unter einer anderen Regierung leben“ wäre keineswegs ausreichend. Vielmehr würde eine solche Antwort sicherlich weitere Fragen nach sich ziehen, denkbar wäre: „Glauben Sie, dass ein Soldat, der kein Christ ist, SÜNDIGT, wenn er in den Krieg zieht, da er noch nicht unter der neuen Regierung steht?“ Wenn diese Frage mit „Nein“ beantwortet wird, wird der Bewerber höchstwahrscheinlich nicht vom Militärdienst befreit.

Die meisten Länder werden jemanden nicht als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen anerkennen, wenn sein Gewissen ihn nur in Bezug auf den Kampf in bestimmten Kriegen plagt, während er nicht gegen den Kampf in allen Kriegen ist. Zum Beispiel würde ein Amerikaner nicht als Kriegsdienstverweigerer anerkannt, wenn er gegen den Einsatz im Irak ist, gleichzeitig aber bereit gewesen wäre, im Zweiten Weltkrieg zu kämpfen.

Die biblisch korrekte Antwort auf jede diese Fragen ist, dass ALLE Kriege, die von Menschen geführt werden, Sünde sind und dies auch schon immer waren! Das gilt für alle Kriege, die in Zeiten des Alten Testaments geführt wurden, und es gilt für alle Kriege, die seit Beginn des Neuen Testaments und bis in unsere jüngste Geschichte hinein geführt wurden. Um die Ereignisse im Alten Testament richtig zu verstehen, muss man sie durch die „Brille“ des Neuen Testaments lesen. Im Gegensatz dazu wäre es töricht und falsch zu versuchen, die Schriften des Neuen Testaments durch die „Brille“ des Alten Testaments zu lesen.

Wenn jemand zu seinen Überzeugungen in Bezug auf den Militärdienst und den Krieg befragt wird, dann schauen sich die Prüfer auch an, was die Person tut, wie sie lebt, wie sie in ihrem Privatleben handelt und reagiert. Sie wollen wissen, ob das, was der Bewerber sagt, auch durch sein Handeln bestätigt wird. Steht Ihr Handeln im Einklang mit Ihren Überzeugungen?

Wie können wir uns selbst schützen?

Was tun wir zu unserem eigenen Schutz, da es eine Sünde ist, zu kämpfen und sogar einen nach Rache dürstenden Geist zu haben? Glauben wir an Gott und verlassen uns im Glauben für unseren Schutz auf ihn, wobei wir wissen, dass es GOTT ist, der unser Schutzschild ist? Oder meinen wir, dass wir zusätzliche Sicherheit in Form einer Handfeuerwaffe oder irgendeiner anderen Art von Waffe benötigen?

Glauben wir etwa, dass Gott nicht in der Lage ist, uns in bestimmten Situationen zu helfen?

Selbstverständlich sollten wir alles tun, was in unserer Macht steht, um nicht in gefährliche Situationen zu geraten. Wir sollten uns keineswegs an Orte begeben, die bekannte Treffpunkte zwielichtiger Gestalten oder Banden sind, und wir sollten uns auch nicht mit Menschen einlassen, deren Verwicklung in Verbrechen uns bekannt ist, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Weiterhin lesen wir in Sprüche 15,1: „Eine sanfte Antwort beschwichtigt den Grimm, aber ein kränkendes Wort ruft Zorn hervor“ (Menge Bibel). Wir müssen also Frieden stiften und alles vermeiden, was zu Streit führen könnte. Sprüche 18,6 gemahnt uns daran, dass die Lippen eines Toren Zank bringen und dass sein Mund nach Schlägen ruft.

In Sprüche 26,17 heißt es, dass derjenige, der vorübergeht und sich in einen fremden Streit einmischt, wie einer ist, der einen Hund bei den Ohren zwackt. Der Punkt ist, dass die Kämpfe dieser Welt, die in dieser Welt ausgefochten werden, nicht unsere Kämpfe sind! Diese Schriftstelle sagt uns, dass wir keine Narren sein sollen, die sich in Streitigkeiten einmischen, die uns nichts angehen! Wir sollen Botschafter für Christus sein (vergleichen Sie 2.Korinther 5,20). Wir sind Bürger eines anderen Reiches. Unser Bürgerrecht ist im Himmel. Unser Reich ist nicht von dieser Welt. Das ist einer der Gründe, warum wir uns nicht an Wahlen für die Führer dieser Welt beteiligen (siehe den separaten Artikel in dieser Broschüre). Das ist einer der Gründe, warum wir nicht in den Kriegen dieser Welt kämpfen. Erkennen Sie, wie die Heilige Schrift uns lehrt, unser Leben auf richtige Weise zu führen?

Das Wichtigste von allem, was Sie tun können, um jeglichen Kontakt mit sowie Anwendung von Gewalt zu vermeiden, ist täglich zu Gott zu beten: „Und lass uns nicht in Versuchung geraten, sondern errette uns vor dem Bösen“ (vergleichen Sie Matthäus 6,13; Neue Genfer Übersetzung 2011). Wir sollen Gott täglich darum bitten, dass er NICHT ZULÄSST, dass uns eine Versuchung überkommt, die für uns zu schwer zu ertragen wäre. Die Gute Nachricht übersetzt: „Lass uns nicht in die Gefahr kommen, dir untreu zu werden, sondern schütze uns vor der Macht des Bösen.“

In der Bibel lesen wir jedoch, dass rechtschaffene Menschen manchmal von anderen angegriffen wurden. Wie haben diese Menschen sich in solchen Situationen verhalten, und was sollten SIE tun, wenn Gott es zulässt?

Führen Sie sich zunächst vor Augen, dass Gott es NICHT zulassen würde, wenn es Ihre Kraft übersteigt, wie wir in 1.Korinther 10,13 lesen können. Und wenn Gott es zulässt, dann wird er auch einen Ausweg für Sie schaffen. Das ist zuweilen ganz buchstäblich der Fall. Manchmal bedeutet zu fliehen tatsächlich, dass man weglaufen muss! Christus tat dies bei verschiedenen Gelegenheiten. In Johannes 10,39 lesen wir: „Da suchten sie abermals, ihn zu ergreifen. Aber er entging ihren Händen.“

Wie man nicht handeln sollte!

Wenn wir uns selbst oder andere einer gefährlichen, herausfordernden oder gar lebensbedrohlichen Situation ausgesetzt finden, dann müssen wir im Glauben zu Gott BETEN, dass er uns oder anderen aus dieser Situation HERAUSHILFT. Dass er unseren Kampf für uns führt! Dass er uns die Weisheit und die Kraft gibt, NICHT das FALSCHE zu tun, so verlockend es auch sein mag.

Wir müssen begreifen, dass wir, egal welchen Schaden wir in einer bestimmten Situation körperlich anrichten WOLLEN, den Angreifer niemals ernsthaft verletzen oder gar töten dürfen. Ist uns allerdings nicht von vornherein absolut bewusst, dass wir keineswegs beabsichtigen dürfen, den Angreifer ernsthaft zu verletzen oder zu töten, dann könnten wir es sehr wohl tun, wenn sich die Gelegenheit bietet. Wenn wir eine Waffe tragen oder griffbereit haben, zum Beispiel neben unserem Bett, dann werden wir bestimmt versuchen, diese auch einzusetzen, was dazu führen könnte, dass wir bei dem Versuch möglicherweise selbst getötet werden.

Menschen, die mit dem zuvor Gesagten nicht einverstanden sind, könnten Sie fragen, was Sie tun würden, wenn Sie nach Hause kämen und ein Einbrecher dabei wäre, Ihre Frau zu vergewaltigen oder Ihren Mann zu töten. Diese Art Frage erinnert einen an jene Fragen, die von den Befürwortern der Abtreibung gestellt werden. Sie gehen niemals auf die Tatsache ein, dass Abtreibung als Mittel zur Geburtenkontrolle eindeutig falsch ist. Sie berufen sich immer auf dramatische Ausnahmen, wie den Fall eines jungen Mädchens, das vergewaltigt wurde. Aber selbst in solch einem tragischen Fall ist die Antwort klar: Abtreibung ist immer falsch! Und weil dies die biblische Lehre ist, stellt Abtreibung keine Option dar, auch nicht in einer solch tragischen Situation einer Vergewaltigung. Aber es existieren Lösungen. Die Adoption könnte eine davon sein. Ein junges Mädchen, das sich in einer solchen Situation befindet, braucht viel Führung durch geistliche und emotionale Beratung sowie physische Unterstützung. Aber wir helfen weder dem Mädchen noch dem ungeborenen Kind, wenn wir sagen: „Na gut, dann lass sie doch abtreiben.“

Das Gleiche gilt für einen Angreifer, der einen geliebten Menschen bedroht. Doch wie oft kommt so etwas realistischerweise vor? Aber wenn es doch passiert, glauben Sie ernsthaft, dass Sie zur Waffe greifen und den Angreifer erschießen können, und dass der Angreifer das ohne jeglichen Widerstand zulassen würde? Wahrscheinlich wird er zuerst von seiner Waffe Gebrauch machen. Wie auch immer, wenn Sie eine Waffe nehmen und den Angreifer erschießen, dann wäre dies in jedem Fall ein Verstoß gegen die klare biblische Lehre, die das Töten verbietet. Aber wie sieht es aus, wenn man lediglich versucht, ihn unschädlich zu machen, indem man ihn nur verletzt? Im Eifer des Gefechts sind Sie womöglich gar nicht in der Lage, so zu handeln, selbst wenn Sie es wollten. Und, selbst wenn der Angreifer nur verletzt würde, so hätte er immer noch die Möglichkeit, Sie oder andere, die bei Ihnen sind, zu töten.

Als Petrus sein Schwert zog, um Christus zu verteidigen, und dabei den Knecht des Hohepriesters verletzte, forderte Christus ihn auf, sein Schwert wegzulegen. Der Schutz Jesu Christi war keineswegs von menschlichen Waffen abhängig. Vielmehr hing er von Gott dem Vater und seinen Engeln ab. Und das gilt auch für uns. Unser wahrer Schutz entspringt aus der gleichen Quelle.

Manche behaupten, dass Christus Gewalt anwendete, als er die Tische der Geldwechsler umstieß. Tatsächlich tat er dies zweimal – zu Beginn seines öffentlichen Wirkens und auch gegen Ende seines Lebens hier auf Erden. Eine Beschreibung dieser beiden Ereignisse finden wir in Johannes 2,14-17 und in Matthäus 21,12-13 sowie in Markus 11,15-18 und Lukas 19,45-46. Eine sorgsame Untersuchung zeigt, dass Christus – der rechtmäßige Eigentümer des Tempels – die Tische der Geldwechsler umwarf, die den Tempel für unangemessene Zwecke nutzten, die vom Besitzer nicht gebilligt wurden. Wir lesen nicht, dass Christus die Geldwechsler verletzte – oder gar, dass er sie vertrieb. Er benutzte Peitschen, um ihre Schafe und Rinder zu vertreiben – aber er benutzte die Peitschen mitnichten, um die Menschen zu schlagen. Die Elberfelder Bibel 1905 übersetzt Johannes 2,15 wie folgt: „Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, sowohl die Schafe als auch die Ochsen…“ Die Zürcher Bibel 1931 formuliert: „Und er machte eine Geissel aus Stricken und trieb alle aus dem Tempel hinaus, die Schafe wie die Ochsen…“ Die Gute Nachricht schreibt: „Da machte er sich aus Stricken eine Peitsche und trieb alle Ochsen und Schafe aus dem Tempel.“

Wo unser Vertrauen ist…

Die ganze Angelegenheit läuft im Grunde darauf hinaus, worauf wir unser Vertrauen und unsere Zuversicht setzen, dass wir in JEDER erdenklichen Situation beschützt werden.

Beachten Sie die Verheißung Gottes an sein Volk in 2.Mose 34,22-24: „Das Wochenfest sollst du halten mit den Erstlingen der Weizenernte und das Fest der Lese, wenn das Jahr um ist. Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist, erscheinen vor dem Herrscher, dem HERRN, dem Gott Israels. Denn ich werde die Heiden vor dir ausstoßen und dein Gebiet weit machen und niemand soll dein Land begehren, während du dreimal im Jahr hinaufgehst, um vor dem HERRN, deinem Gott, zu erscheinen.“

Wenn der Mensch sein Vertrauen und seine Zuversicht in Gott setzt, dann wird Gott diesen Menschen beschützen. Letztendlich müssen wir aber, ungeachtet aller Konsequenzen, ein Leben führen, das Gott wohlgefällig ist. Wir dürfen uns niemals vor jenen fürchten, die uns unser physisches Leben nehmen können, doch müssen wir denjenigen fürchten oder zutiefst respektieren, der uns das EWIGE LEBEN verweigern kann.

Unsere Einstellung muss stets jener Haltung der drei Freunde Daniels gleichen, als diese aufgefordert wurden, Gottes Gesetze durch Anbetung eines Götzenbildes zu übertreten, und ihnen im Falle ihrer Weigerung angedroht wurde, sie in einen Feuerofen zu werfen. Wir müssen in gleicher Weise reden und handeln, wenn wir versucht sind, Satan – den Gott des Krieges – anzubeten, indem wir eine Pistole, ein Messer oder eine andere Waffe nehmen, um einen anderen Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Wir lesen ihre Antwort in Daniel 3,17-18: „Wenn unser Gott, den wir verehren, will, so kann er uns erretten; aus dem glühenden Ofen und aus deiner Hand, o König, kann er erretten. Und wenn er’s nicht tun will, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild, das du hast aufrichten lassen, nicht anbeten wollen.“

Wir dürfen nicht der Weisheit dieser Welt dienen, indem wir den Mächtigen anbeten, der in der Luft herrscht, den Gott der Zerstörung und des Krieges. Vielmehr müssen wir immer dem FRIEDEFÜRST folgen.

Erinnern Sie sich daran, was die Engel den Hirten sagten, als Christus geboren wurde: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lukas 2,14), oder, wie es die Einheitsübersetzung 1980 wiedergibt, „… bei den Menschen seiner Gnade“ (Siehe den separaten Artikel in dieser Broschüre).

Wenn wir Gott wohlgefällig leben, wenn seine Gnade auf uns ruht, DANN wird er unser Schild und unser Schutz in Zeiten bevorstehender Kämpfe sein. Wir müssen auf Gott vertrauen (vergleichen Sie Psalm 56,4-5.9-12), UND wir müssen bereit sein, seinen Geboten zu gehorchen, ganz gleich in welcher Situation wir uns befinden mögen, unter welchen Umständen wir uns wiederfinden oder mit welchen Konsequenzen wir rechnen müssen. Gott befiehlt uns: „Du sollst nicht töten!“ Hören Sie auf ihn?

Welche biblischen Gründe untersagen einem Christen den Dienst an der Waffe?

Verschiedene Grundsätze sind einschlägig. Wir glauben, dass folgende biblische Prinzipien und Anordnungen unsere Überzeugung, den Dienst an der Waffe zu verweigern, am deutlichsten darstellen:

Ein wahrer Christ ist ein Fremder, ein Gast auf Erden (vgl. 1.Petrus 2,11; Hebräer 11,13). Er ist ein „Botschafter an Christi Statt“ (2.Korinther 5,20) und ein Repräsentant des Reiches Gottes. Als solcher und als „das Licht der Welt“ (Matthäus 5,14) nimmt ein wahrer Christ nicht an staatlichen und politischen Angelegenheiten dieser Welt teil, denn nicht Gott herrscht über diese Welt, sondern Satan, dem Teufel, ist die Macht gegeben (vgl. Offenbarung 2,13; Lukas 4,5.6). Christen sind dazu aufgefordert, die staatlich-politischen Systeme dieser Welt zu verlassen (Offenbarung 18,4).

In Römer 12,17-21 heißt es, dass wir das Böse mit Gutem überwinden sollen, dass wir uns selbst nicht rächen sollen, und dass wir auch unseren Feinden — wenn sie dessen bedürfen — zu essen und zu trinken geben sollen. Nach Matthäus 5,44 und Lukas 6,27.28 sollen wir unsere Feinde lieben. Dem steht das Töten unserer Widersacher völlig entgegen, so dass wir daher nicht dazu aufgefordert sind, gegen sie zu kämpfen. Wir sollen den Weg des Friedens verfolgen und den Frieden suchen (siehe Römer 14,19; 1.Petrus 3,11); wir sind dazu berufen, friedfertige Menschen zu sein (vgl. Matthäus 5,9; Jakobus 3,18).

Johannes, der Täufer, gebot den römischen Söldnern, niemandem Gewalt anzutun (vgl. Lukas 3,14). Er zeigte den Menschen, wie man in Frieden leben kann (vgl. Lukas 1,79). Jesus Christus kam, um den Menschen den Weg des Friedens zu offenbaren (siehe Apostelgeschichte 10,36), da sie diesen Weg von sich aus nicht kennen (vgl. Lukas 19,41-42; Römer 3,17) und da sie, anstatt nach dem Weg des Friedens zu trachten, auf Blutvergießen und Krieg aus sind (vgl. Römer 3,10-18). Christus wird auf die Erde zurückkehren, um dem Krieg ein Ende zu setzen (vgl. Psalm 46,10; Hoffnung für Alle) und jene Völker zu zerstreuen, welche Vergnügen an der Kriegführung haben (vgl. Psalm 68,31). Nach seiner Rückkehr werden alle lernen, in Frieden zu leben. Dann wird es keine Kriege mehr geben (siehe Jesaja 2,2-4). Die Waffen des Krieges werden zerstört werden (siehe Hosea 2,20), so dass der Frieden kein Ende nehmen wird (vgl. Jesaja 9,6). Als Botschafter des wahren Christentums sind wir dazu aufgerufen, den Frieden zu predigen und zu befolgen, und jede Art von Krieg abzulehnen (siehe Jesaja 52,7).

Aus Jakobus 4,1-4 erfahren wir, dass Kriege von den sündig-fleischlichen Begierden der Menschen herrühren, deren Überwindung die Voraussetzung zum Frieden bildet. Wir müssen schon heute den Weg des Friedens gehen, den der Rest der Menschheit erst nach der Rückkehr Christi erfahren und beschreiten wird. Christus warnte Petrus: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen“ (Matthäus 26,52). Offenbarung 13,10, in der Menge Bibel, und 2.Samuel 2,26 enthalten die gleiche Lehre. Jesus wies einst seine Jünger zurecht, dass sie nicht Gottes Anweisungen befolgten, wenn sie ihre Feinde töten wollten (vgl. Lukas 9,54-56). Paulus bestätigte im 2.Korintherbrief 10,3.4, sowie in Epheser 6,12, dass Christi Jünger nicht an den Kriegen dieser Welt teilnehmen sollen. Es ist Satan, der die Menschen zur Kriegsführung verführt, wie uns Offenbarung 20,7-10 lehrt.

Es ist richtig, dass Israel zur Zeit des Alten Testaments Krieg führte. Dies war definitiv eine Sünde, denn Gott beabsichtigte niemals, dass Israel Krieg führen sollte. Israel kämpfte wegen seines mangelnden Glaubens an Gott und an seine Hilfe in Notzeiten (2.Mose 17,7; Psalm 78,41). Gott zwingt die Menschen nicht, seine Gesetze zu befolgen. Aufgrund ihres freien Willens können sie selbstständig Entscheidungen treffen. Gott stellte jedoch eindeutig klar, dass Israel nicht kämpfen sollte: „Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein“ (2.Mose 14,14). Er wollte Israel in das Gelobte Land bringen, indem ER Israels Feinde durch Hornissen vertrieb (vgl. 2.Mose 23,27-28; neue Lutherbibel 2009; 5.Mose 7,17-22; neue Lutherbibel 2009; und Josua 24,12; neue Lutherbibel 2009). Als sich Israel auf Gott verließ, kämpfte er für Israel — an seiner Stelle, und Israel kämpfte nicht im Krieg (siehe 2.Chronik 20,1-30; 32,1-23).

Auch David führte Krieg, und auch dies war ebenfalls eine Sünde. Gott bestrafte David mit Kriegen wegen seines Mordes an Uria und seines Ehebruchs mit Batseba (siehe 2.Samuel 12,9-10). Überdies erlaubte Gott David nicht, einen Tempel zu bauen, weil er in Kriegen viel Blut vergossen hatte (vgl. 1.Chronik 22,6-10; 28,2-3; 1.Könige 5,17-18). Am Ende seines Lebens wurde er von Gott nochmals für die Zählung seines Heeres und die damit verbundene Absicht, Krieg zu führen, bestraft (vgl. 2.Samuel 24,1-17; 1.Chronik 21,1-30).

Es stimmt zwar, dass Gott den Israeliten befahl, bestimmte Kriege zu führen. Dies bedeutet aber nicht, dass diese Kriege, von Menschen geführt, in Gottes Augen richtig waren. Israel wählte den Krieg als Mittel, so wie es später einen König forderte. Gott gab ihm einen König— er befahl Samuel, Saul als König zu salben (vgl. 1.Samuel 8,22; 9,17), doch machte er zur selben Zeit deutlich, dass der Wunsch nach einem König ebenfalls eine Sünde war (1.Samuel 8,7.19; 10,19; 12,13.19-20). Auch die Ehescheidung wurde im Alten Testament wegen der Herzens Härte der Menschen von Gott teilweise geduldet, und Gott befahl Moses, Scheidebriefe auszustellen; dennoch war es nie Gottes Absicht, dass sich Menschen scheiden lassen (vgl. Matthäus 19,3-9). Weil Gott dem Abraham bedingungslos versprochen hatte, seine Nachkommen in das Gelobte Land zu führen (siehe 1.Mose 15,18-21; 22,15-18), bestimmte ER die einzelnen Schlachten sowie den Ausgang der Kriege, die Israel generell führen wollte.

Wir sollen unseren Feinden — wenn es in unserer Macht steht — Gutes tun, anstatt sie zu töten. Elisa befolgte diesen Grundsatz, wie in 2.Könige 6,14-23 beschrieben ist, und dadurch entstand Frieden. Wenn wir mit Gewalt konfrontiert sind, sollten wir zu Gott beten, dass er uns die notwendige Kraft gibt, keine Gegengewalt auszuüben und dadurch sein Gesetz zu übertreten. Gott wird uns nicht über unsere Kraft versuchen lassen (vgl. 1.Korinther 10,13). Wenn es uns möglich ist, können wir uns vor unseren Feinden verstecken oder flüchten, so wie es Christus tat (siehe Johannes 10,39). Weder Christus noch die frühen Apostel und Jünger kämpften nach ihrer Bekehrung im Krieg, und sie wurden zu keiner Zeit gewalttätig. Diesem Vorbild gilt es zu folgen.

Gott verspricht uns grundsätzlich Schutz vor unseren Feinden, wenn wir tun, was er uns befiehlt (vgl. 2.Mose 34,22-24). Sollte Gott uns jedoch seinen Schutz verwehren — aus welchen Gründen auch immer —, dürfen wir dennoch nicht sein Gebot übertreten, indem wir andere Menschen töten. Vielmehr müssen wir so handeln wie die drei Freunde Daniels, als sie sich von Nebukadnezar in den feurigen Ofen werfen ließen (vgl. Daniel 3,14-18).

„Du sollst nicht töten!“ lautet das Gebot in 2.Mose 20,13, das wir übertreten, wenn wir anderen Menschen das Leben nehmen. Deshalb ist es uns nicht erlaubt, im Krieg zu töten, und wir müssen von daher den Dienst an der Waffe verweigern. Wenn dazu aufgefordert, würden wir unsere Pflichten als Zivildienstleistende erfüllen.

Warum lehren Sie, dass ein Christ nicht an Regierungswahlen teilnehmen sollte?

Im Zusammenhang mit dieser Broschüre müssen wir verstehen, dass die Frage der Stimmabgabe bei Regierungswahlen unmittelbar mit der Frage des Militärdienstes und des Krieges verbunden sind.

Es ist widersprüchlich, den Standpunkt zu vertreten, dass man nicht zum Militär gehen kann, weil man ein Botschafter an Christi statt und Bürger einer anderen Regierung – des Reiches Gottes – ist, während man gleichzeitig an Regierungswahlen teilnimmt. In den Vereinigten Staaten beispielsweise ist der Präsident auch Oberbefehlshaber des Militärs und hat nach der Verfassung sowohl das Recht als auch die Pflicht, unter bestimmten Umständen den Krieg zu erklären. Wie kann man sich weigern, an einem Krieg teilzunehmen, und gleichzeitig für eine Person stimmen, die das Recht und die Pflicht hat, einen Krieg zu erklären? In der Vergangenheit wurden Menschen als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen nicht anerkannt, weil sie sich nicht weigerten, ihre Stimme bei Regierungswahlen abzugeben. Es wurde entschieden, dass eine solche offensichtliche Widersprüchlichkeit in der Haltung ein Beweis für die Unaufrichtigkeit des Antragstellers ist.

Wenn man für einen bestimmten politischen Kandidaten stimmt, dann stimmt man außerdem für die „Gesamtheit“ der Person. Einige haben argumentiert, dass man eher für Kandidat X als für Kandidat Z stimmen sollte, um angeblich „das kleinere Übel“ zu wählen. Folgt man dieser Argumentation, würde man jedoch definitiv für „ein Übel“ stimmen, was ein Christ nicht tun sollte (vergleichen Sie 1.Thessalonicher 5,22). Jemand möchte vielleicht für den Kandidaten X stimmen, weil dieser die Abtreibung ablehnt. Derselbe Kandidat könnte aber auch die Tabakindustrie oder die Umweltverschmutzung unterstützen. Ein Christ kann keinen Kandidaten unterstützen, der in einem Punkt womöglich Recht hat, in anderen Fragen jedoch im Unrecht ist. Darüber hinaus würde, wie oben erwähnt, jeder Kandidat in den Vereinigten Staaten sein Recht als zukünftiger Präsident oder Führer seiner Nation unterstützen, anderen Nationen den Krieg zu erklären. In Deutschland hat der Bundesminister der Verteidigung die Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte inne. Dieser wird vom Bundespräsidenten auf Vorschlag des Bundeskanzlers hin ernannt. Im Kriegs- oder Verteidigungsfall geht die Befehls- und Kommandogewalt nach Art. 115b des Grundgesetzes auf den amtierenden Bundeskanzler über.

Ein weiterer Grund, warum ein Christ bei Bundes- oder Landtagswahlen nicht für einen Kandidaten stimmen sollte, findet sich in der Tatsache, dass ein Christ die Wahrheit darüber versteht, dass dies zur Zeit Satans Welt ist. Es ist Satan der Teufel, der mit der allgemeinen Erlaubnis Gottes Kandidaten in Regierungsämter einsetzt. Wenn wir wählen würden, dann könnten wir uns ganz direkt in Satans System einmischen.

In Hosea 8,4 lesen wir Gottes Warnung in dieser Hinsicht: „Sie setzen Könige ein, aber gegen meinen Willen; sie wählen Regierende aus, doch ich erkenne sie nicht an“ (Einheitsübersetzung 2016). Die Elberfelder Bibel schreibt: „Sie selbst haben Könige gemacht, doch (es ging) nicht von mir aus…“ Die Schlachter Bibel übersetzt: „Sie haben Könige eingesetzt ohne meinen Willen, Fürsten, ohne dass ich es billigte.“

Manchmal greift Gott selbst ein, um sicherzustellen, dass bestimmte Aspekte seines Plans erfüllt werden, und sorgt dafür, dass die Person, die zu diesem Zeitpunkt am besten (oder vielleicht am schlechtesten) für die Aufgabe geeignet ist, das Amt erhält (vergleichen Sie Daniel 4,14). Wie würde Gott wohl auf uns blicken, wenn er direkt eingreift, um eine bestimmte Person ins Amt zu bringen, wir jedoch nicht für diese Person gestimmt haben, sondern für jemanden, den Gott zu diesem Zeitpunkt nicht in diesem Amt sehen will? Es liegt auf der Hand, dass unser Votum dem Willen Gottes zuwiderlaufen würde.

Um ein prophetisches und ein historisches Beispiel zu geben: Die biblische Prophezeiung offenbart, dass sich ein letzter politischer Führer des wiederauferstandenen Römischen Reiches – das „Tier“ – bald in Europa erheben wird. Nach dem prophetischen Plan Gottes wird diese Person in den allerletzten Tagen in ihr Amt eingesetzt werden und auf diesem Planeten für totale Verwüstung sorgen. Es ist Satan, der mit Gottes Erlaubnis seine Macht und Autorität auf diese Person übertragen wird (Offenbarung 13,4-5). Ein Christ könnte und sollte diese Person natürlich nicht wählen, da sie viele „Heilige“ verfolgen und töten wird (Offenbarung 13,7) und sogar versuchen wird, den wiederkehrenden Jesus Christus zu bekämpfen (Offenbarung 19,19). Ebenso wenig hätte ein Christ für Adolf Hitler stimmen sollen, obwohl heute klar ist, dass Hitler, wie in der Bibel prophezeit, an die Macht kam, um die neunte Auferstehung des Römischen Reiches herbeizuführen. Das heißt, dass Gott es zuließ, dass Hitler zum Herrscher über Deutschland wurde, damit die Prophezeiung erfüllt werden konnte.

Die Bibel zeigt, dass Gott manchmal starke oder schwache Führungspersönlichkeiten direkt ernennt oder Satan erlaubt, sie in ein Amt zu setzen, um sicherzustellen, dass Gottes Plan ausgeführt wird. Zum Beispiel gestattete Gott Pharao zur Zeit des Auszuges aus Ägypten, das Land zu beherrschen, und zwar aus einem ganz bestimmten Grund, den wir in 2.Mose 9,16 lesen können: „[A]ber ich habe dich eben dazu bestehen lassen [besser: erweckt; vgl. auch Römer 9,17], dass ich an dir meine Macht erweise und dass mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde“ (Schlachterbibel).

Und was schließlich die Stimmabgabe bei Regierungswahlen betrifft, so sind wir Menschen nicht in der Lage, in das Herz eines Menschen zu schauen. Als Gott wollte, dass König Saul abgelöst wird, ließ er Samuel David zum neuen König salben. Wäre es Samuel überlassen worden, hätte er einen von Davids Brüdern ernannt (vergleichen Sie 1.Samuel 16,6-13). Die Teilnahme an Regierungswahlen verdeutlicht, dass man den Ratschluss Gottes nicht zu würdigen weiß. Sie offenbart ebenfalls ein falsches Verständnis der Tatsache, dass Satan gegenwärtig diese Welt beherrscht (2.Korinther 4,4) und dass Christen Botschafter an Christi statt sind, die dazu berufen sind, aus dieser Welt herauszukommen, um sich abzusondern.

Als Christen sollen wir uns in keiner Weise unseren Führern widersetzen, denen Gott gestattet hat, über uns zu herrschen, es sei denn, dies steht in direktem Widerspruch zu den Lehren Christi. Vielmehr sollen wir dankbar sein für alles Gute, das sie für uns bereitstellen, und wir sollen für sie beten, damit wir ein Leben in Gottesfurcht und Ehrbarkeit führen (1.Timotheus 2,2; Schlachterbibel) und unseren von Gott gegebenen Auftrag erfüllen können, das Evangelium zu predigen und die Herde zu weiden.